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Dienstag, 30. Januar 2018

30. Januar: Die ISS über Bad Lippspringe und warten auf die Mondfinsternis

Heute Abend ist der Himmel halbwegs klar. Naja, Wolken ziehen immer wieder durch, aber es ist nicht so dunstig wie an anderen Tagen und durch die Wolkenlücken lassen sich trotz der Vollmondnacht hellere Sterne erkennen. Zwischen 18:37 Uhr und 18:42 Uhr flog heute die ISS über unseren Himmel hinweg. Hier ein paar Fotos:

Der Himmel noch ohne ISS
Ein erstes Testfoto um ca. 18:30 Uhr zeigte trotz der Wolken auch einige Sterne am Himmel. Am linken Bildrand kann man das Sternbild Orion erkennen, darüber gut das liegende "V", der offene Sternhaufen der "Hyaden" im Sternbild Stier. Ich war gespannt, würde sich die ISS zwischen den Wolken erkennen lassen?

Die ISS um 18:39 Uhr
Aus dem Westen kommend steigt die ISS unverkennbar am Himmel hinauf. Am linken Bildrand kann man eine Flugzeugspur erkennen, diese Spur zeigt das Aufblinken der Positionslichter, so etwas hat die ISS nicht. Die ISS wird einzig von der Sonne angestrahlt und ihr Licht reflektiert zurück zu uns auf der Erde. Leider stört rechts unten eine helle Straßenlampe das Bild erheblich.

Die ISS um 18:40 Uhr
Jetzt ist die ISS gut zu sehen. Da ich auch die Kamera etwas höher schauend ausgerichtet habe, sind am oberen Bildrand die Plejaden zu erkennen.

Die ISS um 18:41 Uhr
Jetzt fliegt die ISS oberhalb des Sternbilds Orion dem Osten entgegen. Von dort leuchtet der helle Vollmond. Das Bild entstand Sekunden bevor die ISS im Schatten der Erde verschwand.

Alle Bilder entstanden mit meiner Canon 5D Mark2 Kamera und dem 24-105mm Zoom-Objektiv bei Blende f/4.0 und 24mm Weitwinkeleinstellung. Es wurde jeweils 20 Sekunden belichtet, damit die Sterne noch keine längeren Spuren zeigen. Beim ersten Bild ohne ISS hatte ich noch ISO 800 Empfindlichkeit eingestellt, bei den drei Bildern mit der ISS dann nur ISO 400.

Zum Abschluss noch ein Bild des Mondes von heute Abend, auch wenn ich es schon vor der ISS-Serie aufgenommen habe. Wenn man ganz genau hinschaut, kann man am linken, östlichen Rand, insbesondere im unteren Bereich noch deutlich Krater und ihre Schatten erkennen. Ein Zeichen, das wir noch kurz vor dem tatsächlichen Vollmondzeitpunkt sind, noch habe wir also zunehmenden Mond. Morgen werden wir solche Schatten am rechten, westlichen Mondrand haben. Dies zeigt uns dann, dass der tatsächliche Vollmond schon vorüber ist und er dann langsam wieder abnimmt.

Der Mond am 30. Januar 2018, ca. 20 Stunden vor der Mondfinsternis

Der exakte Vollmondzeitpunkt ist morgen um 14:29 MEZ, bei uns steht da der Mond leider unter dem Horizont. Da der Mond diesmal genau durch den Erdschatten wandert, gibt es sogar eine totalle Mondfinsternis. Diese wird auf verschiedenen Kanälen im Internet übertragen. Einzelheiten dazu finden Sie auf der Webseite meines Sternfreunds Stefan Krause: http://www.mondfinsternis.net/mofi2018t/2018t1.htm.

Bei uns findet die nächste sichtbare Mondfinsternis am 27. Juli 2018 statt.

Donnerstag, 7. Februar 2013

6./7./13. Februar: Merkur dreimal gesehen

**** Diesen Blogeintrag habe ich am 7. und am 13. Februar ergänzt (siehe unten) *******

Schon am späten Abend des 5. Februar klarte es plötzlich auf. Am 6.Februar war es dann tagsüber endlich mal wieder zeitweilig recht sonnig. Wie so oft verschwanden in der Abenddämmerung immer mehr Wolken, so dass der Blick nach Westen recht frei war. In meiner Wochenübersicht hatte ich schon geschrieben, das man ab heute versuchen könne, Merkur zu finden - und das wollte ich doch gleich mal ausprobieren.

Um 18 Uhr sollte Merkur nur ca. 5° Grad hoch im Südwesten (bei 244° Grad) zu finden sein. Das ist nur knapp über dem Horizont, aber vielleicht würde es ja vom Fenster im Obergeschoß aus klappen, dachte ich mir. Mit einem Kompass peilte ich dann genau in die besagte Richtung. Es war die gleiche Richtung, wo kurz zuvor die Sonne untergegangen war.

Und tatsächlich - im Fernglas fand ich kurz vor 18 Uhr relativ schnell einen kleinen leuchtenden Stern. Mit dieser Helligkeit konnte das in dieser Gegend nur Merkur sein. Im Vergleich zur Umgebung durchaus sicher zu erkennen. Ohne Fernglas konnte ich ihn jedoch nicht finden. Ich fand ihn tiefer als erwartet, die umliegenden Häuser nehmen einem doch ziemlich die Sicht zum "mathematischen" Horizont. Und unglücklicherweise auch recht dicht vor einer Tanne.

Ich wollte doch wenigstens ein Belegfoto versuchen. Jetzt kam es auf Sekunden an. Zum Glück hatte ich mein Spektiv schon neben mir stehen. Und durch den nahen Baum war die Peilung auch nicht gar so schwierig, als wenn man ihn am "freien" Himmel suchen müsste.

Am unteren Bildrand leuchtet Merkur

Und mit viel Glück gelang mir dann durch das Spektiv tatsächlich noch ein Bild. Direkt danach war Merkur schon hinter dem Baum verschwunden. Hier das Ergebnis:


Kein besonders gelungenes Bild, dafür war es zu hektisch. Mal sehen, ob mir in den kommenden Tagen noch bessere Bilder gelingen - und hoffentlich spielt das Wetter wieder so gut mit, wie an diesem Mittwochabend.

Leider hielt das schöne Wetter nicht an. Um 18:30 Uhr begann ein "internationaler Kochkurs", an dem ich gerne teilgenommen habe. Leider war dann auf dem abendlichen Nachhauseweg der Himmel schon wieder zugezogen, aber auch so war dies, astronomisch gesehen, ein ganz erfolgreicher Tag!

*** Ergänzung vom 7. Februar ************

Heute wollte ich besser vorbereitet sein, doch der Himmel war bei uns fast den ganzen Tag bewölkt. Gegen 18 Uhr jedoch gab es von Norden her kommend doch ein paar kleine Wolkenlücken. Aber würden die auch die Sicht auf Merkur so dicht am Horizont freigeben? Bald schwand meine Hoffnung, denn um 18:38 Uhr sollte Merkur untergehen, und um 18:25 Uhr hatte ich ihn immer noch nicht gesehen. Sollte er vielleicht genau hinter dem Haus stecken?

Ist Merkur hier zu erkennen?
Doch plötzlich sah ich im Fernglas etwas helles blinken, schnell den Auslöser der Kamera gedrückt. Auf dem obigen Bild muss man schon ganz genau hinschauen. Einfacher ist er in diesem etwas runterbelichteten Ausschnitt, praktisch in Originalgröße des Bildes, zu sehen: in der Wolkenlücke rechts neben den Dachpfannen des Nachbarhauses, unterhalb des Schornsteins:

Merkur am 7. Februar um 18:27 Uhr, kurz vor seinem Untergang (f=4, 2 Sek, ISO-1600, 105mm, Canon 5DMarkII)




***********  Ergänzung vom 13. Februar **************

Den ganzen Tag über war es heute bewölkt, aber für den Abend waren weniger Wolken angesagt. Doch es kam wie so manchmal, ich sitze am Schreibtisch und arbeitete und arbeite. Plötzlich stelle ich fest: "Mensch es ist ja schon nach 18 Uhr!" Und ein Blick aus dem Fenster zeigt "klarer Himmel! Der Mond ist zu sehen! Warum hat mir denn niemand früher Bescheid gesagt!?"

"Oje," stelle ich fest, "es ist ja sogar schon 18:20 Uhr, aber irgendwo müsste da doch auch noch Merkur zu finden sein." Schnell wieder Stativ und Kamera aufgebaut und einfach mal drauf gehalten. Und tatsächlich, er war zwar schon fast im Baum verschwunden, doch noch ist Winter und die Baumkrone ist ziemlich durchsichtig. Von den verschiedenen Fotos ist dieses vielleicht am besten gelungen, zeigt es doch auch den Mond. Um Merkur besser deutlich zu machen, habe ich eine 1:1-Auschnittvergrößerung eingesetzt.

Mond und Merkur am 13. Februar (Canon 5DMarkII, 32mm, ISO1600, 1 sec bei f/4)
Im Originalbild kann man auch schon ein paar Sterne erkennen. Jetzt freute ich mich schon auf einen weiteren Beobachtungsabend. Doch leider war um 19 Uhr der Himmel schon wieder vollkommen zugezogen. Schade!


Montag, 14. November 2011

Montag, 14. November - Venus am Abendhimmel

Heute Abend war die Venus tief im Westen am Abendhimmel zu sehen. Das Foto entstand um 17:09 Uhr, also eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang. Die Venus war mit bloßem Auge zu sehen, sie leuchtet ja auch mit einer Helligkeit von -4mag! Aber so tief wie sie im Westen steht braucht man schon einen freien Blick zum Horizont. In Städten oder bewachsenem Gelände wird man sie nur schwer finden.

Die Venus ist etwa in der Bildmitte zwischen den Blättern auf Höhe des Dachfirsts des Hauses links zu finden.

Nur zwei Grad (also vier Vollmonddurchmesser) unterhalb der Venus befindet sich zur Zeit der Planet Merkur, zu tief, um noch durch den Horizontdunst durchzuscheinen. Merkur ging um 17:19 unter, die Venus zwanzig Minuten später.