Für die nächsten Tage ist viel Sonnenschein angekündigt. Und auch die Nächte sollen klar werden. Hoffentlich stimmt das, und es treten nicht doch noch im letzten Moment hohe Schleierwolken auf, oder gar Nebel. Und wenn es so schnell richtig warm wird ist das leider auch häufig nicht gut für das "seeing". Wenn die Luft zu stark flimmert, lassen sich auch keine feinen Details mehr fotografieren.
Aber bleiben wir optimistisch. Es wird in den Nächten der kommenden acht Wochen ohnehin nicht mehr astronomisch dunkel. Da muss man dann eben probieren aus der Not eine Tugend zu machen und zum Beispiel den Mond zu fotografieren. Aber auch andere Objekte wie helle Galaxien oder Sternhaufen können immer wieder nett sein.
So habe ich auch gleich die Nacht vom Donnerstag auf Freitag, vom 21. zum 22. Mai genutzt. Leider musste ich am Freitag früh raus, habe also nur die ersten knapp zwei Stunden Dunkelheit bis zur Mitternacht nutzen können.
Hier zunächst ein Bild des Mondes:
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| Der Mond am 21. Mai 2026 um 22:23 Uhr MESZ |
Wer sich schon oft Bilder des Mondes angeschaut hat, erkennt sofort die starke Libration. Das Mare Crisium steht weit ab vom Rand. Dadurch sind rechts am Rand weitere Mare zu erkennen, die man nicht alle Tage von der Erde aus zu sehen bekommt. Noch neben dem Mare Crisium ist dies das Mare Marginis und etwas unterhalb davon das Mare Smythii. Zwischen den Maren ist der Krater Neper zu erkennen. Dieser hat eigentlich eine kreisförmige Struktur wie die meisten Krater, da wir aber praktisch nur ganz flach von der Seite auf ihn schauen, sieht er sehr oval aus.
Und dann wollte ich auch wieder nach einer weiteren Supernova Ausschau halten:
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| NGC 3437 am 22.5.2026, kurz nach Mitternacht |
Dies ist ein Ausschnitt aus dem originalen Bild. Im Original waren teilweise Aufhellungen zu sehen, die an einer Seite wohl vom hellen Mond stammten, auf zwei anderen Seiten leider durch durchziehende Wolken verursacht wurden. Aber da mich nur die Mitte des Bildes interessiert, habe ich das schlicht weggeschnitten.
In der Mitte des Bildes ist die Galaxie NGC 3437 im Sternbild Löwe zu erkennen. In dieser Galaxie wurde am 22. April die Supernova SN2026kie entdeckt. Leider ist die SN in meinem Bild nicht wirklich zu identifizieren, da sie sehr nahe am Zentrum der Galaxie steht. Mit größerem Gerät erstellte Fotos zeigen die SN sehr deutlich, z.B. von Markus Kempf oder Manfred Mrotzek, beide konnten die SN noch in einem frühen Stadium fotografieren, als die helligkeit noch bei 17mag lag. In der Zwischenzeit ist sie auf ca, 15,5mag angestiegen. In meinem Bild lässt sich die SN durch die Helligkeit im inneren der Galaxie erahnen, aber eben nicht so detailliert abbilden wie in den Fotos der beiden genannten Astrofreunde.
Mal sehen, was die nächsten Tage oder Abende an unserem Himmel so bringen werden.


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