Freitag, 18. Februar 2022

12. Februar: Mond und Sterne

 Für Freitag, den 11. Februar war am Abend klarer Himmel vorher gesagt, doch leider kam es anders als erhofft. Die meiste Zeit war es bei uns dann doch bewölkt, so dass man kaum sinnvoll astronomische Beobachtungen betreiben konnte. Weiter östlich war der Himmel klar, doch das nutzte mir ja nichts.

Dafür war es dann am Samstag, den 12. Februar eher umgekehrt mit dem Wetter. Die Vorhersagen meinten, der Himmel würde mit hoher Bewölkung gefüllt sein, maximal für eine Stunde könnte es vielleicht aufklaren. Ich hatte mein Teleskop trotz der widrigen Vorhersage aufgebaut und hatte Glück. Gewiss waren die Bedingungen wirklich nicht optimal. Es zogen immer wieder hohe Schleierwolken durch, doch am Ende hatte es sich gelohnt. Hier ein paar meiner Beobachtungen:

Zunächst habe ich mir den Mond angeschaut:

Mond am 12.2.22 um 19:36 MEZ

Er strahlte hell über den gesamten Nachthimmel hinweg, keine Kunst, wenn er zu 86 Prozent beleuchtet ist und so wenige Tage vor Vollmond. Die Beobachtung von lichtschwachen Objekten wie Nebeln oder fernen Galaxien ist an solchen Abenden kaum möglich.

Auf dem Mond fällt schnell im unteren Teil an der Schattengrenze das rundliche "Mare Humorum" auf, an dessen Nordrand der Krater "Gassendi" sitzt, was mich zusammen immer ein wenig an eine alte Taschenuhr mit "Aufzieher" erinnert.Aber auch die Krater Tycho und Kopernikus fallen noch ins Auge. Unterhalb von Tycho, nicht weit vom Terminator entfernt fällt auch der eigentümliche länglich-ovale Krater "Schiller" auf, benannt nach dem deutschen Astronomen Julius Schiller.

Neben dem Mond habe ich dann zunächst doch versucht, helle "deep-sky" Objekte zu beobachten. Beim Orionnebel, M 42, ist mir das auch gelungen, der leuchtet ja wirklich sehr hell. Der Krebsnebel im Stier, M 1, war jedoch kaum auszumachen. Dafür braucht man wirklich dunkle Nächte.

So kam ich dann auf die Idee, doch einfach mal eine Reihe von hellen Sternen zu fotografieren. Ausgesucht hatte ich mit aus dem Buch "Atlas für Himmelsbeobachter" von Erich Karkoschka die vielen Doppelsterne, die er auf seiner Seite "E5" notiert hat. Also 14 Ori, 22 Ori, 23 Ori ... usw.

Ich wollte mal schauen, welche Doppelsterne mit meinem 8-Zoll-Teleskop und direkt angeschlossener DSLR-Kamera auf einfachen Fotos sich tatsächlich trennen lassen. In der Theorie wird ja ein Auflösungsvermögen (nach Dawes) von 0,57" Bogensekunden angegeben. Die Doppelsterne im Karkoschka haben alle einen Mindestabstand von 1,0" Bogensekunden. Würde ich die tatsächlich alle trennen können?

Alle Fotos will ich hier jetzt nicht posten, aber ein paar "Merkwürdigkeiten" sind mir dann doch aufgefallen. Vielleicht hat ja jemand meiner Leserinnen und Leser eine Erklärung dafür?

Hier mein Bild von Mintaka im Orion, dem obersten, rechten Stern des Gürtels. Laut Karkoschka ist Mintaka ein Doppelstern mit zwei Komponenten, die hellere ist 2,2mag hell, die andere 6,8mag und der Abstand beider beträgt 52,4" Bogensekunden, also etwas weniger als eine Bogenminute:

Mintaka im Orion

 Man sieht, das mein Teleskop diesen Doppelstern sehr schön getrennt hat. Dieses Bild habe ich dann einmal bei astrometry.net hoch geladen, um ein paar weitere Informationen zu bekommen. Dort wurde das Bild um ein paar weitere Sternbezeichnungen ergänzt, wahrscheinlich sind diese etwas zu klein und nur schwer zu lesen, ich habe deshalb ein paar Informationen zusätzlich ergänzt:

Mintaka und benachbarte Sterne

Anschliessend habe ich das ganze noch mit Stellarium, dem beliebten Planetariumsprogramm verglichen. Aber irgendwie passen hier mein Bild und die Daten nicht so ganz zusammen:

Mintaka bei Stellarium

Die beiden oben von astrometry.net markierten Sterne lassen sich auch gut bei Stellarium wieder identifizieren. Das Bild ist gegenüber meinem Foto etwas gedreht, aber das stört nicht so sehr, denke ich. Mintaka selbst wird erst bei wesentlich größerem Zoom als Doppelstern dargestellt, aber dann erscheint die lichtschwächere Komponente wie auf meinem Foto auch oberhalb von Mintaka selbst. 

Wie auf meinem Foto kann man links (östlich) von Mintaka zwei kleinere schwächere Sterne erkennen, die bei Stellarium mit 11mag angegeben werden, was auch gut zur Abbildung meines Teleskops passt. HD 36313 ist ein variabler Stern, der so etwa zwischen 8mag und 10mag schwankt, HD 36694 ist ein Stern von 9mag.

Aber warum zeigt Stellarium unterhalb von Mintaka gleich zwei Sterne? Mein Foto zeigt eindeutig nur eins. Laut Stellarium soll der mit ??? markierte Stern 9,35mag haben, der andere darunter 8,35mag, was auch recht gut zu meinem Foto passt.

Eine Suche im Internet hat mir ein anderes Foto von Mintaka beschert, das mein Foto in gewisser Weise bestätigt, auf dem der mit  ??? markierte Stern in Stellarium auch nicht zu finden ist.

Aber wo mag nur der zusätzliche Stern herkommen? Ist das ein Fehler im Katalog der Sterne von Stellarium?




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