Sonntag, 13. Dezember 2015

13. Dezember: Mond, ein Iridiumflare und mehr ...

Zum Sonnenuntergang klarte der Himmel etwas auf und die schmale Mondsichel schien durch die Zweige der Bäume auf dem Nachbargrundstück.

Eine schöne schmale Sichel, nur zu 6 Prozent beleuchtet. Hier ein Foto:

Mond am 13.12.2015 um 17:08 Uhr.

Der Mond stand nur 10° Grad über dem Horizont. Kurz vorher war die ISS über unseren Himmel geflogen, doch diesen Überflug hatte ich noch verpasst. Zu schön war es auf dem Weihnachtsmarkt im Nachbarort gewesen.

Um 17:32 Uhr sollte es dann einen sehr hellen Iridiumflare geben. Würde ich den auch fotografieren können? Leider steht von meinem Grundstück aus gesehengenau in der Richtung, wo dieser Flare aufleuchten sollte eine helle Straßenlaterne. Also habe ich versucht, die Kamera knapp an der Laterne vorbei schauen zu lassen, ohne das deren Licht zu sehr in die Linse blendet. Und hier das Ergebnis:

Iridiumflare am 13.12.2015 um 17:32 Uhr. Links auf dem Bild ist sogar - ganz schwach - Planet Neptun zu erkennen


Der Flare wurde vom Satelliten Iridium 60 verursacht und zeigte bei mir eine Helligkeit von -6mag, das ist deutlich heller als die Venus vom Himmel leuchten würde. Etwas weiter westlich, im 10 Kilometer entfernten Paderborn, wäre der Flare noch heller ausgefallen.

Das Bild wurde 30 Sekunden lang belichtet, es zeigt mindestens Sterne bis zur 8mag Helligkeit, also weit mehr, als bei besten Bedingungen mit dem bloßen Auge zu erkennen sind. Dadurch ist es möglich, dass sogar, wenn auch ganz schwach, das Licht vom Planeten Neptun auf den Chip gebannt wurde.

Eine Dreiviertelstunde später war ich wieder mit der Kamera draußen: Um 18:23 Uhr kam die ISS ein zweites Mal angeflogen. Diesmal flog sie genau über unsere Stadt hinweg. Und diesen Überflug habe ich fotografiert. Zur gleichen Zeit sauste eine sehr helle Sternschnuppe über den Himmel, leider nicht in Richtung ISS, also der Blickrichtung meiner Fotokamera.

Doch leider passierte mir dann ein ganz dummer Fehler. Um 19 Uhr wollte ich die Nachrichten im Fernsehen schauen, ging also wieder ins Haus rein. Und später wieder raus, weil ich durch die Sternschnuppe erinnerte wurde, dass ja zur Zeit auch der Höhepunkt der Geminiden war. Sollte es da mir nicht gelingen, vielleicht auch noch ein paar Sternschnuppen zu fotografieren. Doch leider war der Himmel schon recht bewölkt. Also Kamera wieder auf den Himmel ausgerichtet, wieder 30 Sekunden Belichtungszeit und Reihenaufnahme eingestellt. Schnell die Speicherkarte formatiert, damit die Kamera möglichst lange automatisch ein Foto nach dem anderen schießen sollte, um die Chance, auch eine Sternschnuppe dabei zu erwischen, zu erhöhen. Dann ging ich wieder rein ins warme Haus.

Nach einer Viertelstunde fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Ich Idiot, ich hatte ja noch gar nicht die Aufnahmen mit der ISS von der Speicherkarte geholt, nur das Bild oben vom Iridiumflare. Mit Hilfe einer Datenrettungssoftware konnte ich zwar die gelöschten Bilder auf der Speicherkarte wieder herstellen, aber nur soweit sie jetzt nicht von der letzten Serie des Versuchs der "Sternschnuppenaufnahmen" überschrieben waren. Und so waren die ISS Bilder tatsächlich verloren- und eine Sternschnuppe zeigten die letzten Aufnahmen leider auch nicht, statt dessen nur immer dichter werdende Wolken, die schon bald gar keinen Stern und erst recht keine Sternschnuppe mehr durchscheinen ließen.

Hier so ein "bewölktes" Foto, das aber immerhin noch recht viele Sterne zeigt:

Bewölkter Sternenhimmel am 13.12.2015 um 20:22 Uhr
Der hellste Stern unten in der Mitte ist Capella im Fuhrmann, darüber lässt sich das Sternbild Perseus erahnen. Inzwischen ist es richtig dicht bewölkt. Mit bloßem Auge ist kein Stern mehr zu erkennen. Doppeltes Pech also? Keine Sternschnuppe und ISS Foto gelöscht? Auch wenn heute der 13. ist, werde ich nicht abergläubisch. Denn ich habe doch vorher auch mehr als doppelt Glück gehabt: die schöne Mondsichel gesehen, den hellen Iridiumflare, beide fotografiert - und eine Sternschnuppe und die ISS habe ich zumindest ja doch mit eigenen Augen gesehen. Das Glück kann mir niemand mehr nehmen!

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