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Mittwoch, 18. Oktober 2023

17. Oktober 2023: Mehr Kleinplaneten, besondere Sterne im Sternbild Cepheus

Am Dienstagabend, den 17. Oktober, war der Himmel wieder klar. Die Milchstrasse war aus meinem Garten heraus mit bloßem Auge zu erkennen. Kein Mondlicht störte die Nacht. Saturn zeigte seinen prächtigen Ring, Jupiter später seine Monde und Streifen - es wurde wieder ein schöner Abend um durchs Weltall zu fliegen.

Diesmal standen verschiedene Objekte im Fokus. Natürlich habe ich auch wieder einige weitere Kleinplaneten aufgesucht:

(238)Hypatia in den Fischen

 (238) Hypatia wurde 1884 von Viktor Knorre an der Berliner Sternwarte entdeckt. Hypatia hatte ich vor einer Monat, am 15. September 2023, schon einmal beobachtet. Damals stand sie nahe am Stern 25 Psc, von dem sie sich jetzt jedoch schon so weit entfernt hat, das dieser nicht mehr auf dem Photo zu sehenist.

Weitere Asteroiden an diesem Abend waren (55) Pandora und (60) Echo.

(55) Pandora (Bildmitte)


(60)Echo

Doch neben diesen kleinen Körpern im Weltall, die ja nur einen Durchmesser von 100 - 200 Kilometer haben, reizte mich diesmal auch ein richtiger Riese:

mü Cepheus, Herschels "Granatstern"

 mü Cepheus ist ein sog. "roter Überriese". mü Cep ist sogar deutlich größer als die bekannte Beteigeuze im Sternbild Orion. Der Stern hat etwa die 25fache Masse unserer Sonne (zum Vergleich Beteigeuze ca.18fach), und einen mehr als 1000mal so großen Durchmesser (Beteigeuze ca. 760fach). Die leuchtend rote Farbe liegt an der deutlich niedrigeren Temperatur im Vergeich zu unserer Sonne, die nur bei 3450°K liegt (Beteigeuze bei 3600 °K, Sonne bei 5770°K).

Im Sternbild Cepheus gibt es einen weiteren interessanten und berühmten Stern: 

Delta Cepheus


 Delta Cepheus ist zum einen ein Doppelstern, wie man auf dem Photo oben auch gerade noch erkennen kann. Die Hauptkomponente ist jedoch auch ein veränderlicher Stern. Dieser hat eine ganz exakt definierte Periode seiner Lichtschwankung, und diese hängt wiederum genau von seiner absoluten Leuchtkraft ab. Seine (scheinabre) Helligkeit laut Wikipedia schwankt mit einer Periode von 5,36643 Tagen zwischen 3,48m und 4,37m. Delta Cephei ist 887 Lichtjahre von uns entfernt. Kann man die Entfernung eines Sterns von diesem Typ genau bestimmen, kann man die Entfernung aller Sterne diesen Typs genau bestimmen. So konnte man vor hundert Jahren durch die Entdeckung von Sternen gleichen Typs in der Andromedagalaxie auch deren weite Entfernung zum ersten Mal sicher bestimmen. (vergl auch Sternzeit im Deutschlandfunk vom 5. Oktober 2023.)

Andromedagalaxie
 

Und so stand dann spät nach Mitternacht auch noch die Andromedagalaxie auf meinem Beobachtungsplan.


Sonntag, 24. September 2023

25. September - 1. Oktober 2023: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche haben wir Vollmond, sein helles Licht bestimmt die Nacht. Von den mit bloßem Auge sichtbaren Planeten beendet Merkur (Aufgang ca. 6:00 Uhr) diese Woche seine Morgensichtbarkeit, die Venus (Aufgang gegen 3:30 Uhr) bleibt uns jedoch als heller Morgenstern noch lange erhalten. Saturn steht abends im Südosten, er ist bis gegen 4:00 Uhr zu sehen. Jupiter geht gegen 20:30 Uhr im Osten auf und ist dann die ganze restliche Nacht am Himmel zu sehen. Die ISS beendet diese Woche eine Periode von abendlichen Überflügen.

Am Montag, den 25. September, geht die Sonne um 7:15 Uhr auf und um 19:17 Uhr unter. Tag und Nacht sind zurzeit also in etwa gleich lang. Richtig "astronomisch" dunkel ist es jedoch erst ab ca. 21:00 Uhr. Der Mond ist zu 80 Prozent beleuchtet, er geht gegen 18:30 Uhr auf. Noch steht er im Sternbild Steinbock, erreicht also keine große Höhe über dem Horizont (maximal 15° Grad). Die ISS steigt ab ca. 20:51 Uhr im Westen hoch auf, fliegt maximal in 72° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg und verschwindet um 20:56 Uhr im Osten im Schatten der Erde.

Am Dienstag, den 26. September, geht der zu 90 Prozent beleuchtete Mond um 18:35 Uhr auf, er kommt in dieser Nacht Saturn immer näher. Um 20:26 Uhr bedeckt der Mond den 6,25mag schwach leuchtenden Stern HIP 108784. Die ISS fliegt zwischen 20:03 Uhr und 20:09 Uhr in 83° Grad Höhe fast genau über unsere Stadt hinweg. Um 21:42 Uhr ist sie noch einmal kurz im Westen zu sehen.

Am Mittwoch, den 27. September, geht der bereits zu 96 Prozent beleuchtete Mond um 18:52 Uhr auf. Die ISS fliegt zwischen 20:52 Uhr und 20:56 Uhr in maximal 45° Grad Höhe über unseren westlichen und südlichen Himmel hinweg. Um 20:56:25s verschwindet sie im Erdschatten, ist dann jedoch im südlichen Teil von Bad Lippspringe und Paderborn um 20:57:57 noch einmal kurz für Sekundenbruchteile vor dem hell beleuchteten Mond zu sehen, also ein ISS-Transit. Am besten lässt sich dieser Transit auf einer Linie von Gütersloh über Paderborn nach Willebadessen beobachten, hier können Sie die genauen Zeitpunkte für ihren Ort selbst ausrechnen lassen. Bereits um 3:00 Uhr steht Kleinplanet (354)Eleonora (11,8mag) in nur 8' Bogenminuten Abstand zu beta Canis Minor (2,9mag).

Am Donnerstag, den 28. September, geht der Mond um 19:06 Uhr auf, er ist praktisch voll. Die ISS fliegt zwischen 20:04 Uhr und 20:10 Uhr in maximal 59° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg. Um 21:42 Uhr ist sie noch einmal kurz tief im Westen zu sehen. Um 21:00 Uhr steht Kleinplanet (238)Hypatia (11,2mag) nur mit 1,5 Bogenminuten zum Stern HIP117016 (8,2mag). Um 21:39 Uhr endet ein Schattendurchgang von Ganymed auf der Jupiterscheibe, ab 23:56 Uhr wandert Ganymed selbst vor Jupiter entlang.

Am Freitag, den 29. September, erreicht der Mond exakt um 11:58 Uhr seine Vollmondposition. Dann steht er bei uns jedoch unter dem Horizont. Er geht heute um 19:19 Uhr auf. Die ISS fliegt zwischen 20:53 Uhr und 20:57 Uhr im Südwesten in maximal 25° Grad Höhe über unseren Horizont hinweg.

Am Samstag, den 30. September, geht der Mond um 19:32 Uhr auf, er nimmt langsam wieder ab und ist nur noch zu 97 Prozent beleuchtet. Die ISS fliegt zwischen 20:05 Uhr und 20:10 Uhr in maximal 34° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg. Kleinplanet (4)Vesta (8,2mag) steht um 4:00 Uhr nur 7' Bogenminuten südlich von Stern 71 Orionis (5,2mag). Um 21:14 Uhr (bis 23:22 Uhr) zieht Io vor der Jupiterscheibe vorüber, Ios Schatten fällt bis 22:34 Uhr auf die Planetenscheibe.

Am Sonntag, den 1. Oktober, geht der Mond am Abend um 19:47 Uhr auf, er ist immer noch zu 95 Prozent beleuchtet und steht unweit von Jupiter. Heute Nacht erreicht er jedoch schon eine Höhe von rund 38° Grad über dem Horizont. Die ISS ist ein letztes Mal zwischen 20:54 Uhr und 20:57 Uhr tief im Südwesten, maximal 13° Grad über dem Horizont zu sehen.

Samstag, 16. September 2023

15. September 2023: Ein paar Beobachtungen der letzten Tage

 In den letzten 14 Tagen hatten wir ja eine richtige "Schönwetterkatastrophe". Viele Nächte haben sich hervorragend zum Beobachten des Sternenhimmels geeignet. Ich hatte gar nicht so viel Zeit, das alles auszunutzen. Aber mir sind doch viele interessante Beobachtungen gelungen. Hier im Blog kann ich nur eine kleine Auswahl präsentieren.

Uranus:

Uranus am 14. September um 23:17 Uhr

Der Planet Uranus befindet sich zur Zeit im Sternbild Widder, nicht weit von Jupiter entfernt. Er geht ca. 21:30 Uhr auf. Wenn man das Bild vergrößert, kann man direkt neben Uranus (das ist das hellste Objekt auf diesem Bild) an seinem linken Rand zwei kleine Punkte erkennen. Das sind seine Mond Titania (oben) und Oberon (unten). 

Neptun:

Neptun, ebenfalls am 14. September

Neptun ist auf diesem Bild nicht so einfach zu identifizieren wie Uranus oben. Der hellste Stern auf dem Bild ist 20 Psc (5,45mag). Neptun ist das bläuliche Objekt etwas rechts oberhalb von 20 Psc. Neptun hat eine Helligkeit von 7,8mag. Am 19. September steht er in Opposition zur Sonne. Er ist dann die ganze Nacht über im Sternbild Fische, nicht sehr weit von Saturn entfernt zu sehen. Sein hellster Mond, Triton, steht leider zu dicht am Planeten und ist so nicht auf diesem Foto zu erkennen.

Asteroid oder Kleinplanet (238) Hypatia

Asteroid (238) Hypatia bei Stern 25 Psc

In der Wochenvorschau meines Blogs hatte ich auf die enge Begegnung von Kleinplanet (238)Hypatia (11,7mag) und dem Stern 25 Psc (6,3mag) hingewiesen. Immer wieder macht es mir Spaß "neue" Kleinplaneten zu entdecken. Die Hinweise in der Zeitschrift "Sterne und Weltraum" auf solche enge begegnungen sind dabei immer wieder wertvolle Tipps, die ich dann gerne in meinem Blog weiter gebe.

Venus:

Venus am 15. September um 10 Uhr

 Die Venus ist zur Zeit strahlender Morgenstern. Für dieses Bild habe ich jedoch nicht die Nacht durchgemacht oder bin in aller Frühe um 4:00 Uhr zu ihrem Aufgang aufsgetanden. Nein! Dies Bild entstand in aller Ruhe am Vormittag um 10 Uhr. Mit -4,5mag strahlt die Venus so hell, dass sie selbst am Taghimmel, wenn auch die Sonne über dem Horizont steht, zu finden ist, wenn man weiß, wo man nach ihr suchen sollte.

Saturn:

Saturn, abends am 15. September

Diese etwas überbelichtete Aufnahme von Saturn macht es möglich, gleich vier bis fünf seiner Monde zu erkennen. Der hellste Mond, links unterhalb von Saturn ist der Mond Titan. Der einzige Mond im Sonnensystem mit einer Gashülle, und nach Jupitermond Ganymed auch gleich der zweitgrößtr Mond im Sonnensystem überhaupt.

Links oberhalb von Titan befindet sich Rhea, der zweitgrößte Mond des Saturn mit einem Durchmesser von 1528 km. Wenn man genau hinschaut, kann man dicht am Ring des Saturn auf der Seite zu Rhea und Titan hin noch zwei weitere Monde entdecken. Das sind links Tethys und rechts Dione. 

Etwas weiter oberhalb von Saturn leuchtet auch ein Punkt, das ist jedoch kein Saturnmond, sondern ein eigenständiger Stern im Hintergrund. Den fünften Saturnmond kann man auf dem Bild fast nur erahnen. Ebenso dicht am Saturnring wie Tethys oder Dione findet man auf der anderen Seite des Rings einen deutlich lichtschwächeren Punkt, das müsste der Mond Enceladus sein.

Die Aufnahmen der Venus und von Saturn entstanden nicht mit meinem Vaonis Vespera sondern mit meinem C8 Teleskop und einer Canon EOS RP Kamera.
 


Sonntag, 10. September 2023

11. - 17. September 2023: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche haben wir Neumond, die Nächte eignen sich gut für die Beobachtung lichtschwacher Objekte am Himmel ("deep-sky"). Von den hellen Planeten ist die Venus strahlender Morgenstern, Saturn ist (fast) die ganze Nacht zu sehen, Jupiter geht nach 22 Uhr im Osten auf. Seine Monde zu beobachten ist in diesen Wochen eine reine Freude, es kommt zu zahlreichen Vorübergängen vor der Planetenscheibe, Schattenwürfen oder Verfinsterungen. Da diese allermeist jedoch erst nach Mitternacht auftreten, verzichte ich hier auf die einzelne Erwähnung. Und auch Uranus (in der Nähe von Jupiter) und Neptun (in der Nähe von Saturn)  können mit einem Fernglas oder Fernrohr nachts gefunden werden. Die ISS ist ab Mitte der Woche wieder bei abendlichen Überflügen zu sehen.

Achtung, auf Grund von Korrekturen der Bahn der ISS stimmen die ursprünglich geposteten Zeiten nicht mehr, ich habe sie am 14. September um 15:45 Uhr korrigiert - aber natürlich wie immer: ohne Gewähr!

Am Montag, den 11. September, geht die Sonne um 6:52 Uhr auf und um 19:49 Uhr unter, der helle Tag ist jetzt gerade noch 13 Stunden lang. Der abnehmende Mond steht am Morgen deutlich oberhalb der Venus, er geht um 2:16 Uhr auf und ist nur noch zu 14 Prozent beleuchtet. Gegen 4:00 Uhr zieht Asteroid  (354)Eleonora (11,9mag) am Stern HIP 34215 (5,8mag) vorüber. Bis 22:07 Uhr wandert der Schatten von Jupitermond Europa über die Planetenscheibe.

Am Dienstag, den 12. September, geht die nur noch zu 8 Prozent beleuchtete Mondsichel um 3:29 Uhr auf. Um 5:18 Uhr endet die Bedeckung des nur 6,5mag hellen Sternchens am dunklen Mondrand. In der Frühe zieht Kleinplanet (9) Metis (10,6mag) am Krebsnebel M 1 im Stier vorbei.

Am Mittwoch, den 13. September, steht am Morgen die nur zu 4 Prozent beleuchtete Mondsichel in der Nähe von Regulus im Löwen, sie geht um 4:42 Uhr auf.

Am Donnerstag, den 14. September, ist die ISS erstmalig gegen 21:35 Uhr kurz im Südwesten wieder am Abendhimmel zu sehen. Um 23:00 Uhr zieht Asteroid (238)Hypatia (11,7mag) am Stern 25 Psc (6,3mag) vorüber. Ab 22:07 Uhr bis 0:17 Uhr wandert der Schatten von Jupitermond Io über die Planetenscheibe, ab 23:14 Uhr zieht Io selbst vor dem Planeten entlang.

Am Freitag, den 15. September,  erreicht der Mond um 3:40 Uhr seine exakte Neumondposition. Zwischen 20:46 Uhr und 20:51 Uhr zieht die ISS tief im Süden über unseren Abendhimmel entlang.

Am Samstag, den 16. September, fliegt die ISS zwischen 21:35 Uhr und 21:39 Uhr aus dem Westen kommend über den Adler hinweg bis ins Sternbild Adler, wo sie im Süden in ca. 50° Grad Höhe im Erdschatten verschwindet.

Am Sonntag, den 17. September, beginnt in der Frühe eine neue Morgensichtbarkeitsperiode des Planeten Merkur, er geht um 5:37 Uhr im Osten auf. Um 3:30 Uhr zieht Kleinplanet (55) Pandora (10,7mag) am Stern 29 Psc (5,1mag) vorüber. Zwischen 20:48 Uhr und 20:53 Uhr fliegt die ISS in maximal 39° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg.