Sonntag, 11. November 2018

12. - 18. November: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche strahlt die Venus als "Morgenstern" kurz vor Sonnenaufgang im Südosten. Am Abend ist der Mars zunächst im Süden, später im Südwesten bis kurz nach 23 Uhr zu sehen. Bei klarer Sicht nach Westen kann dort bis 19 Uhr auch noch der Saturn beobachtet werden. Für die Planeten Uranus und Neptun wird am Abend ein gutes Fernglas oder Fernrohr benötigt. Der Mond nimmt in dieser Woche zu und bestimmt den Abendhimmel. Die ISS beendet ihre morgendliche Sichtbarkeitsperiode, die chinesische Raumstation Tiangong 2 kann zur Zeit nicht am Nachthimmel beobachtet werden.

Am Montag, den 12. November, geht die Sonne um 7:38 Uhr auf und um 16:39 uhr unter. Der helle Tag ist also heute gerade mal noch 9 Stunden lang. Vorher kann noch die ISS zwischen 5:52 Uhr und 5:56 Uhr bei einem morgendlichen Überflug in maximal 23° Grad Höhe am Morgenhimmel gesehen werden. Der zu 25 Prozent beleuchtete Mond geht um 20:24 Uhr unter.

Am Dienstag, den 13. November, zeigt der veränderliche Stern Algol im Perseus um 3:06 Uhr ein Helligkeitsminimum. Die ISS ist vielleicht zwischen 5:02 Uhr und 5:04 Uhr noch einmal kurz im Südosten zu sehen. Abends geht der Mond um 21:21 Uhr unter.

Am Mittwoch, den 14. November, kommt es um 17:14 Uhr zu einer Sternbedeckung durch den Mond. Der nur 6,25mag helle Stern 20 Cap (Fernglas notwendig!) verschwindet hinter dem dunklen Teil des Mondes. gegen 18 Uhr kann man vielleicht im Westen noch Kleinplanet Vesta (7,9mag) beobachten, wie diese in nur 5' Bogenminuten Abstand an 52 Sagittarii (4,7mag) vorüber geht. Der Mond geht heute Abend um 22:22 Uhr unter.

Am Donnerstag, den 15. November, erreicht der Mond exakt um 15:54 das Erste Viertel. Heute Abend steht er dicht beim Mars und geht um 23:26 Uhr unter. Um 23:55 Uhr erreicht der veränderliche Stern Algol wieder ein Helligkeitsminimum.

Am Freitag, den 16. November, ist am Abend der Mond bereits an Mars vorbei gezogen, er geht erst nach Mitternacht unter. Um 21:35 Uhr kommt es zur Bedeckung eines schwach leuchtenden Sterns von ca. 7mag. Um 18:30 Uhr findet an der Volkssternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus der zweite Teil des Kinderkurs Astronomie statt.

Am Samstag, den 17. November, steht Kleinplanet Juno in Opposition zur Sonne. Mit 7,4mag Helligkeit kann Juno nicht mehr mit bloßem Auge gesehen werden, ein Fernglas ist notwendig. Juno zwischen den ebenfalls nur schwach leuchtenden Sternen im Sternbild Eridanus zu finden wird jedoch nicht ganz einfach sein.

Am Sonntag, den 18. November, erreicht der Sternschnuppenschwarm der Leoniden sein diesjähriges Maximum. Der bereits zu 80 Prozent beleuchtete Mond wird jedoch viele Sternschnuppen überstrahlen, so dass hier nichts spektakuläres erwartet werden darf. Der veränderliche Stern Algol zeigt heute 20:44 Uhr ein weiteres Helligkeitsminimum.





Samstag, 10. November 2018

16. November: Teil 2 "Astronomie für Kinder"


Am Freitag, den 16. November findet der zweite Teil des Kurs "Astronomie für Kinder" an der Volkssternwarte in Schloß Neuhaus statt. Diesmal geht es um "Planeten und Monde". Beginn ist um 18:30 Uhr.

Die vierteilige Veranstaltungsreihe „Astronomie für Kinder“ richtet sich gezielt an Acht- bis 14-Jährige, die mehr über „Sonne, Mond & Sterne“ erfahren möchten.

„Planeten und Monde“ stehen auf dem Programm des zweiten Kursteils. Warum gibt es seit August 2006 nur noch acht Planeten und wie sehen diese fremden Welten aus? Was unterscheidet unsere Erde von den anderen „Wandelsternen“? Wie entstanden die Ringe des Saturn – und bringen Kometen wirklich Unglück?

Der Eintritt von 3 Euro kommt wieder der Arbeit der Volkssternwarte zugute.

Sonntag, 4. November 2018

5. - 11. November: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche haben wir Neumond, die dunklen Nächte eignen sich daher gut, weit entfernte Objekte a Himmel ("deep-sky") wie Galaxien und Nebel zu beobachten. Von den großen Planeten wird die Venus in dieser Woche zum Morgenstern, kurz vor Sonnenaufgang ist sie im Südosten ab ca. 6:30 Uhr zu finden. Kurz nach Sonnenuntergang kann man im Südwesten bis ca. 19 Uhr noch Saturn finden. Mars steht bis etwa 23:30 Uhr am Abendhimmel. Die ISS ist bei morgendlichen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 5. November, fliegt die ISS fast genau über unsere Stadt hinweg. Um 5:30 Uhr taucht sie in 64° Grad Höhe im Sternbild Fuhrmann aus dem Erdschatten auf, fliegt dann durch den Zenit und anschließend schnell zum Osthorizont der Sonne entgegen. Die Sonne geht um 7:26 Uhr auf und um 16:50 Uhr unter. Der helle Tag ist also wieder 26 Minuten kürzer als noch vor einer Woche. Am Abend steht der Mars nur etwa mit einem Monddurchmesser Abstand bei Stern Delta Capricornii (3,0mag).

Am Dienstag, den 6. November, fliegt die ISSzwischen 6:13 Uhr und 6:20 Uhr in maximal 80° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg. Vielleicht kann heute zum letzten Mal vor Neumond die schmale, nur zu 2 Prozent beleuchtete Mondsichel gefunden werden. Heute zeigt er maximale Libration in Breite - wir könne auf seinen Südpol schauen - und maximale Libration in Länge, der KraterGrimaldi steht nah am Rand.

Am Mittwoch, den 7. November, ist exakt um 17:02 Uhr Neumond. Die ISS taucht heute um 5:23 Uhr genau im Zenit über uns aus dem Erdschatten auf und fliegt dann schnell Richtung Osten weiter.

Am Donnerstag, den 8. November, fliegt die ISS zwischen 6:05 Uhr und 6:10 Uhr über unseren Morgenhimmel hinweg, im Süden erreicht sie eine Höhe von 59° Grad am Himmel, im Osten fliegt sie "haarscharf" an der Venus vorbei.

Am Freitag, den 9. November, fliegt die ISS zwischen 6:49 Uhr und 6:56 Uhr in maximal 26° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel vorüber. Vielleicht kann heute schon die schmale, nur zu 4 Prozent beleuchtete Mondsichel gefunden werden, sie geht um 18:11 Uhr unter.

Am Samstag, den 10. November, fliegt die ISS zwischen 5:59 Uhr und 6:07 Uhr in maximal 36° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel, sie erscheint im Südwesten im oberen Bereich des Orion. Der zu 9 Prozent beleuchtete Mond geht um 18:49 Uhr unter. In seinem "dunklen" Teil schimmert das "Erdlicht".

Am Sonntag, den 11. November, ist die ISS am Morgen noch einmal um 6:43 Uhr herum kurz im Südwesten zu sehen, sie erreicht jedoch nur noch eine Höhe von maximal 15° Grad über dem Horizont. Der Mond steht am Abend ganz dicht bei Saturn, der Abstand beträgt nur einen Monddurchmesser (30' Bogenminuten).

Samstag, 3. November 2018

3. November: Chinesische Raumstation Tiangong 2 am Abendhimmel


Am 3. November war die chinesische Raumstation Tiangong 2 am Himmel über Bad Lippspringe zu sehen. Die chinesische Raumstation, die am 15.September 2016 gestartet wurde, ist viel kleiner als die ISS und leuchtet daher längst nicht so hell. Aber trotzdem ist sie hin und wieder auch am Himmel über Bad Lippspringe zu sehen. Heute Abend flog sie in maximal 17° Grad Höhe aus dem Südwesten kommend ab ca. 18:50 Uhr über unseren Himmel. Kurz vor dem Mars verschwand sie dann um 18:54 Uhr im Erdschatten. Mir gelang es, diesen Überflug in sechs Fotos festzuhalten. bei allen Bildern kam meine Canon 5D MarkII Kamera mit einem Sigma Weitwinkel Objektiv 20mm f1.4 (abgeblendet auf f1.8) zum Einsatz, belichtet wurde jeweils 10 Sekunden mit ISO 400.

Auf dem ersten Foto erscheint die Raumstation  als kleine Strichspur am rechten Bildrand dicht oberhalb des Baumes. Um diesen dünnen Strich zu sehen müssen sie schon genau hinschauen! (Oder klicken Sie auf das Bild, dann öffnet sich an ihrem PC eine größere Ansicht dieses Bildes und der anderen. Bei schnellem "Klicken" sieht man dann die Tiangong 2 quasi über den Himmel sausen:

Tiangong 2 über Bad Lippspringe, 18h:52m:32s
Im zweiten Bild ist sie vielleicht schon etwas besser zu erkennen:

Tiangong 2 über Bad Lippspringe, 18h:52m:44s
Im dritten Bild fliegt sie jetzt über unserem Nachbarhaus:

Tiangong 2 über Bad Lippspringe, 18h:52m:56s
Das tut sie auch noch im vierten Bild:

Tiangong 2 über Bad Lippspringe, 18h:53m:09s
Hier ein fünftes Bild:

Tiangong 2 über Bad Lippspringe, 18h:53m:21s
Und hier das letzte Bild, anschließend war sie im Erdschatten verschwunden:

Tiangong 2 über Bad Lippspringe, 18h:53m:33s

Das fünfte Bild habe ich genutzt, um noch eimal die wichtigsten Himmelsobjekte zu markieren:

Bild 5 mit Ertläuterungen

Tiangong 2 fliegt durch das Sternbild Steinbock, in dem sich auch gerade der Planet Mars befindet. Mars leuchtet hell rötlich mit einer Helligkeit von -0,5mag. Im Sternbild Steinbock habe ich einige wichtige Sterne mit kleinen Buchstaben markiert:

a) steht für "Algiedi", Alpha Capricornius (das ist der lateinische Sternbildname für "Steinbock, auch mit Cap abgekürzt). Wenn man sich die Fotos etwas genauer und vergrößert anschaut, kann man an dieser Stelle sofort einen Doppelstern, zwei dicht beieinander stehende Sterne, erkennen. Im Fernglas sieht dies besonders schön aus. Diese stehen jedoch nur zufällig nebeneinander. Die hellere Komponente ist von uns 105 Lichtjahre entfernt, die etwas schwächere 686 Lichtjahre. InWirklichkeit strahlt dieser Stern sogar etwas heller als der nähere. Das "verrückte" an diesen beiden scheinbar dicht nebeneinander stehenden Sterne ist jedoch, das der hellere in Wirklichkeit aus vier Sternen besteht und der schwächere, weiter entfernte sogar aus fünf Sternen. "Algiedi" bedeutet im arabischen das "Ziegenböckchen".

b) "Dabih", Beta Cap, ein 344 Lichtjahre entfernter Stern, auch ein Mehrfachstern aus vier Komponenten. Sein Name bedeutet "Glück".

c) "Nashira", Gamma Cap,ein sogenannter "Rotationsveränderlicher Stern, die helligkeitsschwankungen sind jedoch äußerst gering. Der Name Nashira bedeutet "ausbreitendes Glück".

d) "Deneb Algiedi", Delata Cap, ein sehr enger Doppelstern in nur 38 Lichtjahren Entfernung. Die beiden Komponenten drehen sich innerhalb eines Erdtages einmal um sich selbst! Deneb Algiedi ist der hellste Stern des Steinbocks mit 2.8mag. In der Nähe dieses Sterns entdeckte am 23. September 1846 Johann Gottfried Galle den achten Planeten Neptun. "Deneb Algiedi" bedeutet "Schwanz des Ziegenböckchens". Unter dem Namen "Deneb" ist ja auch der hellste Stern des Sternbild Schwan bekannt, auch dort bekanntlich den Schwanz des Vogels kennzeichnend.

Von dem Überflug habe ich durch die Webseite "https://www.heavens-above.com/satinfo.aspx?satid=41765" erfahren. Hier die Vorausberechnung von heavens-above für den Überflug:

Quelle: http://www.heavens-above.com
 Diese Berechnungen stimmen sehr genau mit meiner Beobachtung überein. Heavens-Above zeigt auch in einer Grafik an, über welcher Gegend die Raumstation sich tatsächlich bewegt hat:

Bodenspur von Tiangong 2 (Quelle: heavens-above)
Bei meinem ersten Foto befand sich die Raumstation also in knapp 380 Kilometer Höhe über dem Mittelmeer, noch in der Nähe der Pyrenäen. Beim Verschwinden im Erdschatten flog die Raumstation gerade über Korsika hinweg und war also in Wirklichkeit von uns ca. 1085 Kilometer entfernt.

Laut Wikipedia hat die Raumstation eine Länge von 9 Metern und eine Breite von 3,35 Metern. Ist es nicht fantastisch, das man ein solches Objekt, nicht größer als ein Standardlinienbus, auf so eine große Entfernung hin noch sehen kann?

Zur Zeit ist die Raumstation nicht mehr mit Personen besetzt. Sie soll im Sommer nächsten Jahres kontrolliert zum Absturz gebracht werden.