In meinem Blog weise ich immer wieder einmal daraufhin, wenn der Mond auf seiner Bahn am Himmel über einzelne Sterne hinwegzieht. Be zunehmenden Mond bedeckt er die Sterne mit seiner dunklen Seite, das Licht der Sterne wird dann scheinbar plötzlich ausgeknipst. Bei abnehmenden Mond kann man beobachten, wie ein Stern hinter dem dunklen Mondrand plötzlich wieder angeknipst wird, also wieder auftaucht. Bedeckungen oder Auftauchen am hellen Mondrand lassen sich nur bei sehr hellen Sternen oder Planeten beobachten, meist überstrahlt der helle Mondrand jedoch alles.
Am 22. April sollte es kurz nach 22 Uhr - also zu einer sehr beobachterfreundlichen Stunde - zu einer Sternbedeckung kommen, auch passte endlich mal wieder das Wetter.
So wollte ich ein neues Feature meiner Vespera-Beobachtungsstation ausprobieren. Dieses erlaubt, bei der Mondfotografie die Belichtungszeiten und den "Gain" (also die Chip-Empfindlichkeit) über einen großen Bereicht eigenständig zu steuern. Meine Hoffnung war, das so auch schwächere Sterne dicht am Mond sichtbar werden.
So sah der Mond "normal" fotografiert aus, mit 1/500 Sekunde fotografiert:
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| Der Mond am 22.4.26 um 21:25 Uhr MESZ |
Und hier jetzt ein erstes "überbelichtetes" Bild, um die Sterne in der Umgebung des Mondes sichtbar zu machen:
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| Mond und Sterne am 22.4.26 |
Von der meist üblichen Belichtungszeit von 1/500 Sekunden bin ich abgewichen und habe hier auf 1/10 Sekunde gestellt. Dadurch ist der helle, beleuchtete Teil des Mondes stark überbelichtet. Dafür kann man im dunklen Teil des Mondes doch ein paar Strukturen erkennen. Denn ganz dunkel ist es dort ja nicht, denn für einen Astronauten auf dem Mond steht dort "in der Nacht" die hell leuchtende Erde am dunklen Himmel, vier mal so groß wie bei uns auf der Erde der Mond.
Außerdem habe ich zwei Sterne markiert. HIP 34567 hat eine Helligkeit von 7,1mag und HIP 34582 hat eine Helligkeit von 7,75mag. Wenn man sich das Bild in der Originalgröße anschaut kann man noch einige Sterne mehr erkennen. (Dazu im Firefox-Browser mit der Maus auf das Bild gehen, rechte Maustaste anklicken, dann "Link in neuem Tab öffnen", dann in den neuen Tab gehen und wenn im Mauszeiger ein + zu sehen ist, noch einmal mit linker Maustaste klicken.)
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| Um 22:00 Uhr MESZ ist der Mond schon dicht an die Sterne herangerückt. |
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| Um 22:05:08 steht HIP 34567 genau am Mondrand |
Das nächste Foto:
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| Um 22:05:11, also drei Sekunden später ist HIP 34567 verschwunden |
Und es wiederholt sich:
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| Um 22:07:51 steht auch HIP 34582 direkt am Mondrand |
... und drei Sekunden später ist auch dieser Stern hinter dem Mond verschwunden.
Bei diesen etwas überbelichteten Bildern ist die ganze Zeit am unteren dunklen Mondrand ein heller Punkt zu sehen. Das ist natürlich kein Stern, sondern eine Struktur auf dem Mond selbst. Wahrscheinlich ein höherer Kraterwall, der schon etwas von der Sonne beschienen wird, so dass er durch die Überbelichtung deutlicher auffällt als im normal belichteten Modus, wo er (siehe oben) ja noch nicht zu sehen ist.
Leider erlaubt mein Vespera keine Videoaufzeichnung, so dass eine exaktere Zeitbestimmung nicht möglich ist.
Ich hatte jedoch zwei weitere Kameras aufgebaut, mit denen ich die Bedeckungen ebenfalls fotografiert habe. Mit Hilfe dieser Bilder liess sich der Zeitpunkt der Bedeckung doch noch etwas genauer bestimmen.
HIP 34567 wurde um 22:05:085 Uhr MESZ bedeckt und
HIP 34582 wurde um 22:07:525 Uhr bedeckt, mit einer Genauigkeit von +/- 1 Sekunde.






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