Donnerstag, 5. November 2026

4. November 2026: Ein schöner klarer Abend, eine Galaxie mit zwei Supernovae, Planetenbeobachtung und manches mehr

 Am 4. November klarte es entgegen den Vorhersagen am Abend gut auf, so dass endlich auch wieder in der Nacht gute Beobachtungen möglich waren.

Endlich bin ich dazu gekommen, die Galaxie UGC 242 ins Visier zu nehmen. Dort sollten hoffentlich noch zwei Supernovae zu sehen sein. Die SN2026afqd wurde am 17. Oktober entdeckt und die SN2026yum bereits am 13. August 2026.

UGC 242 gleich mit zwei Supernovae am 4.11.26 um 23:24 Uhr MEZ

 Das Bild wurde fast genau eine Stunde lang belichtet. Die jüngere Supernova ist noch recht gut und eindeutig zu erkennen, die ältere aus dem August hat im Vergleich zu anderen Fotos schon wieder deutlich an Helligkeit verloren.

In diesem großen Bild sind die einzelnen SN kaum auszumachen, deshalb hier nocheinmal ein  Ausschnitt aus dem obigen Bild:

Ein Ausschnitt aus dem obigen Bild.

 Doch nicht nur diese Galaxie stand auf meinem Beobachtungsprogramm, sondern auch Planeten und Asteroiden (Kleinplaneten). 

Auch wenn Smart-Teleskope für Planeten nicht so geeignet sind, versuche ich das doch gerne immer mal wieder. Um bei Saturn den Ring erkennen zu können, muss man leider so stark abblenden, dass keine weiteren Sterne oder Monde zu sehen sind.

In Originalgröße sieht Saturn bei 250mm Brennweite leider nur so klein aus: 

Saturn, 4.11.26, 20:47 Uhr

Mit Sternen und Monden ist Saturn leider stark überbelichtet:

Saturn mit Monden am 4.11.26 um 20:53 Uhr

Saturn ist der helle runde "Ball" in der Mitte des Bildes. Direkt rechts neben ihm ist der Mond Rhea zu sehen, der helle Mond etwas links von Saturn ist Titan. Geht man von Titan waagrecht nach links weiter kmmt noch der Mond Iapetus. Alle anderen Lichtpunkte auf dem Bild sind ferne Sterne. Das Bild wurde insgesamt 38 Sekunden belichtet.

Neptun am 4.11.26 um 21:02 Uhr

 Dieses Bild vom Neptun habe ich 5 Minuten belichtet. Leider ist sein Mond Triton nicht zu erkennen. Dafür hätte ich vielleicht noch etwas länger belichten sollen.

 

Uranus am 4.11.26 um 23:59 Uhr MEZ

Auch dieses Bild von Uranus wurde 5 Minuten lang belichtet. Hier sind zumindest die Monde Oberon (leicht oberhalb von Uranus und Titania (links an Uranus "klebend") zu erkennen.

An Kleinplaneten habe ich (2)Pallas, (149)Medusa, (72)Feronia und (64)Angelina fotografiert. Diese Bilder werde ich jedoch erst später dokumentieren, da ich auch am Folgetag wieder schönen klaren Himmel  hatte und so diese Asteroiden gleich zweimal fotografieren konnte, um ihre Bewegung vor dem Hintergrund der Sterne zu dokumentieren.

Schließlich habe ich auch noch mit dem "Multi-Night"-Feature des Vespera eine Aufnahme von M 27 fortgesetzt, die ich bereits am 19.Oktober auf der Insel Amrum begonnen hatte.

 

M 27 am 4.11.26 um 20:40 Uhr MEZ
 

Dieses Bild ist insgesamt exakt eine Stunde lang belichtet. Etwas mehr als eine halbe Stunde hatte ich davon bereits am 19.10.26 aufgenommen. Leider war dies der einzige Abend einer ganzen Woche auf der Insel, an dem ich ein wenig klaren Himmel hatte, die anderen Tage war es - zumindest in der ersten Nachthälfte - immer bewölkt. Wie ich schon in meinem Posting über die "Sterneninsel Pellworm" geschrieben habe, waren dann leider auch dort die restlichen Oktobertage abends immer bewölkt oder neblig. So bin ich jetzt jedoch sehr glücklich, dass der November doch schon gleich mehrere schöne Tage und vor allem Abende gebracht hat.

3. - 5. November 2026: Drei Tage Sonnenschein

 In dieser Woche klarte es gut auf, besonders tagsüber gab es eine ganze Menge Sonnenstunden. Gegen Abend kam dann manchmal Nebel auf, doch auch war es vielfach klar, so dass ich endlich wieder viele Beobachtungen machen konnte.

Hier einmal drei Tage hintereinander unsere Sonne. Die Wanderung und Veränderung der Fleckengruppen lässt sich gut verfolgen:

Die Sonne am 3.11.26 um 11:39 Uhr 

 
Die Sonne am 4.11.26 um 12:04 Uhr 

Die Sonne am 5.11.26 um 12:05 Uhr

Von Tag zu Tag lassen sich die Veränderungen auf der Sonennoberfläche gut verfolgen.

Am Dienstag, den 3. November fällt zunächst ein einzelner Fleck links von der Sonnenmitte auf. Es handelt sich hier um die Aktive Region AR 4565. Ungefähr bei "8 Uhr" befindet sich nahe am Sonnenrand noch eine weitere Aktive Region AR 4566.  Spaceweather.com verzeichnet noch eine weitere Region AR 4564, die ist aber auf meinem Foto nicht sichtbar. Die Region 4566 steht noch zu dicht am Rand um genaueres zu erkennen, sie wirkt etwas verwaschen, könnte aber vielleicht etwas größer sein.

Am Mittwoch, den 4. November, ist AR 4565 etwas weiter zur Mitte gerückt und AR 4566 hat sich vom Rand entfernt. Jetzt kann man deutlich erkenenn, dass diese Region aus mehreren Flecken besteht. AR4564 befindet sich jetzt ziemlich genau in der Mitte der Sonnenscheibe stehen, ich habe das Bild etwas abgedunkelt, so lässt sich diese Gruppe zumindest erahnen.

Am Donnerstag, den 5. November ist die Gruppe AR4564 wieder verblasst und auf meinem Bild nicht sichtbar. Bei spaceweather ist diese Gruppe zwar immer noch verzeichnet udn zu erkennen, aber deutlich schwächer als die beiden anderen Gruppen AR 4565, die sich jetzt ziemlich in der Mitte befindet und die etwas größere Gruppe AR 4566, die wieder etwas weiter nach rechts gewandret ist. Zusätzlich ist jetzt jedoch in der Nähe des rechten Randes der Sonne, so ungefähr gegen "2 Uhr" eine weitere Aktive Region entstanden, AR 4567. Hier sind deutlich zwei kleine Flecken zu erkennen.

Die "Wanderung" der einzelnen Regionen auf der Sonne spiegelt natürlich die Drehung der Sonne um sich selbst wieder. Das Erscheinen und Verschwinden von einzelnen Fleckengruppen zeigt jedoch, dass die Sonnenflecken weiterhin sich recht dynamisch verhalten. Dieser Sonnenfleckenzyklus befindet sich zwar auf dem "absteigenden Ast", das heißt die Zahl der Flecken insgesamt geht langsam zurück, aber es sind doch immer noch wieder Überraschungen möglich. Die Gruppe AR4566 hat sogar eine magnetische beta-gamma-delta Struktur und hat damit heute gegen 19:30 Uhr MEZ sogar einen Flare der Stärke M3.6 erzeugt. 

Mal sehen, wie lange diese Schönwetterperiode noch anhält und was sich dadurch noch auf der Sonne beobachten lässt. Und wer weiß? Vielleicht sind ja bald mal wieder Polarlichter auch in unseren Breiten zu sehen. Fotografisch gab es heute um 20:20 Uhr auf den Webcams der Insel Amrum zumindest einen "Hauch von Polarlicht" zu erahnen.

 

Montag, 2. November 2026

Sterneninsel Pellworm

 Vom 26. - 31. Oktober 2026 habe ich die "Sterneninsel Pellworm" besucht. Die nordfriesische Insel Pellworm ist seit August 2021 durch die IDA ("International Dark Sky Association") als "Sterneninsel" zertifiziert. 

Was ist eine "Sterneninsel" ? 

Eine "Sterneninsel" oder ein Sternenpark ist ein von der International Dark-Sky Association (IDA) anerkanntes Gebiet (hierbei kann es sich um Ortschaften, Landschaften oder Regionen handeln), in dem eine sehr geringe bis gar keine Lichtverschmutzung gemessen werden kann. Die deutschen Vertreter der IDA ist die Fachgruppe Dark Sky der Vereinigung der Sternenfreunde.

Um zertifiziert zu werden, müssen "Bewerber" - also auch Pellworm - zudem eine hohe Bereitschaft nachweisen, die bereits herrschenden Bedingungen zu erhalten und zu verbessern. Im Rahmen dieser Bemühungen wurde bereits eine Lichtleitlinie von der Gemeinde erstellt. Des Weiteren ist ein Kriterium die verstärkte Öffentlichkeitsarbeit, die eine Sensibilisierung der Bevölkerung nach sich ziehen soll.

Pellworm in Nordfriesland und Spiekeroog in Ostfriesland sind die einzigen in Deutschland zertifizierten Sterneninseln. Daneben gibt es die Sternenparks Naturpark Westhavelland, Nationalpark Eifel, Biosphärenreservat Rhön, Winklmoosalm und die Sternenstadt Fulda.

Schon gleich bei einem Besuch der Tourist-Info auf der Insel wird man auf diese Besonderheiten der Insel aufmerksam gemacht. Zwei kostenlose Flyer kann man so mitnehmen, Sternbestimmungsbücher und andere astronomische Literatur kann man erwerben.

In dem einen Flyer geht es um die Sternenbeobachtung auf der Insel. Hier erfährt man etwas zu ausgewählten Beobachtungsplätzen auf der Insel. 

In dem anderen Flyer geht es um das Thema Lichtverschmutzung. Hier wird auf die schädlichen Auswirkungen von zuviel Licht für Menschen und Tiere aufmerksam gemacht und es gibt Tipps, unnötige Lichtverschmutzung zu vermeiden.

In der Tat wird auf der Insel viel gegen Lichtverschmutzung getan. Die Straßen auf der Insel haben überhaupt keine Straßenbeleuchtung (Ja, auch das geht! Wir konnten trotzdem vor die Tür gehen!). Natürlich gehört zu einer richtigen Nordseeinsel wie Pellworm auch ein Leuchtturm, aber genau den kann man vielleicht ja auch für schöne Fotokompositionen mit der Milchstraße oder dem Sternenhimmel nutzen. 

Für Astrofreaks: Der Anfangs der 2000er Jahre noch gemessene Wert von 2 auf der Bortle-Skala wird zwar nicht mehr erreicht, aber ein Wert von 3,3 ist immer noch viel besser als die 5,7 für die Volkssternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus oder die 4,4 auf dem Eggekamm bei uns in der Nähe. Inzwischen liegen auch die anderen Dark-Sky-Regionen in Deutschland meist bei >4,0.

Die im Flyer "Sternenbeobachtung" verzeichneten Plätze haben alle den Vorteil, dass man bei Ihnen einen Parkplatz fürs Auto findet, Beobachtungsbänke, Sitzgelegenheiten und teilweise sogar auch ein WC findet (und die sind durchweg richtig gut sauber!). Außerdem gibt es dort unterschiedliche Informationstafeln. 

Impressionen vom Beobachtungsplatz "Angelteich":

Liegesitzbank zur Beobachtung mit einem Fernglas, dahinter ein kleines Holzgestell, zu nutzen als Windschutz für ein Teleskop oder zum Abstützen bei Fernglasbeobachtung im Stehen.

 

Peilrohr

Infotafel am Angelteich

 

Sternenkiek an der Badestelle Hörn:

Fahrradständer, Bänke, Holzgestell, Peilrohr

Infotafel am WC-Häuschen

Der Beobachtungsplatz von "oben", vom Deich aus betrachtet.

Holzgestell, Peilrohr und im Hintergrund die Mühle der Insel

Die Plätze am Angelteich und der Badestelle Hörn liegen gleich hinter dem Deich. je nach Windrichtung bietet der Deich auch ganz hilfreichen Windschutz, denn damit muss man auf den Nordseeinseln sicherlich fast immer rechnen. Es gibt auch noch weitere Plätze, zum Beispiel an einem wunderschönen Spielplatz, jedoch in der Nähe des Leuchtturms und einen Platz an der Straße "In de Zee" mitten in der Insel.

Leider hatte ich in dieser knappen Woche auf der Insel kein Glück mit dem Wetter. Entweder war es stark bewölkt oder es zog bei Sonnenuntergang Nebel rein. Und - ganz ehrlich - ein Kurzurlaub auf einer Insel wie Pellworm ist trotzdem auch bei schlechtem Wetter immer eine schöne Sache, es gibt einiges zu sehen, alte Kirchen, den Leuchtturm, eine Inselmeierei, ein Schwimmbad.... Und zu anderen Jahreszeiten gibt es dort sicherlich auch viel besseres Wetter.

Das bestätigte mir auch "Sternenführer" Oliver, der regelmäßig Sternenführungen anbietet. Diese finden in der Saison einmal pro Woche statt. Bei Interesse und Bedarf auch öfters. Oliver kann sich bei seinen Führungen gut auf die jeweiligen Gäste einstellen, egal ob diese jetzt absolute Laien sind, was Astronomie angeht, oder stark interessierte Kinder und Jugendliche, die manchmal vielleicht sogar mehr wissen als er selbst. Sicherlich konnte er schon viele Menschen vom Zauber der "dunklen" Nächte begeistern. Die Milchstraße, das Zodiakallicht und manchmal auch Polarlichter lassen sich dort jedenfalls gut beobachten.

Zur Zeit arbeitet er an einem Konzept, solche "Führungen" auch bei schlechtem Wetter anbieten zu können. Doch dafür braucht er zunächst einmal einen ausreichend großen Raum. Eine Sternwarte gibt es ja nicht auf der Insel. Sein großer Traum ist daher eine Art "Gartenhütte" mit verschiebbarem Dach an einem der Beobachtungsplätze, so dass man dort auch mit einem richtigen Teleskop beobachten könnte.

So ganz ohne ein "Astrofoto" bin ich jedoch auch nicht von der Insel zurückgekehrt. Hier ein Bild unseres Mondes, aufgenommen am Vormittag des 30. Oktober bei strahlendem Sonnenschein:

Der Mond am 30.10.26 um 9:34 Uhr auf Pellworm

 

 

Sonntag, 1. November 2026

2. - 8. November 2026: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche nimmt der Mond weiter ab, die Nächte eignen sich immer besser zur Beobachtung von lichtschwachen deep-sky-Objekten. Von den hellen Planeten kann ab dem Ende der Woche die Venus wieder als Morgenstern gefunden werden, sie kann ab kurz nach 6:00 Uhr am Morgenhimmel gefunden werden. Saturn ist immer noch gut am Abendhimmel zu beobachten, um 22:00 Uhr erreicht er seine höchste Position im Süden, gegen 4:00 Uhr geht er unter. Mars geht kurz vor Mitternacht im Osten auf, Jupiter folgt kurz nach Mitternacht. Die ISS kann in dieser Woche nicht bei nächtlichen Überflügen gesehen werden.

Am Montag, den 2. November, geht die Sonne um 7:25 Uhr auf und bereits um 16:55 Uhr unter, also der helle Tag ist wieder 25 Minuten kürzer als noch vor einer Woche. Der Mond geht bereits vor Mitternacht auf, er steht um 1:00 Uhr oberhalb von Jupiter und Mars und ist noch zu 37 Prozent beleuchtet. Um 1:42 Uhr endet die Bedeckung von Stern HIP44126 (6,3mag) am dunklen Rand des Mondes. Asteroid (64)Angelina (11,3mag) zieht in nur 1,5' Bogenminuten Abstand an Stern 65 Ari (6,1mag) vorüber.

Am Dienstag, den 3. November, geht der Mond um 0:15 Uhr auf, er steht keine 2° Grad unterhalb von Jupiter.

Am Mittwoch, den 4. November, geht der Mond um 1:36 Uhr auf, er ist nur noch zu 27 Prozent beleuchtet. Gegen 3:37 Uhr zieht der Mond haarscharf am Stern 37 Sex (6,4mag) vorbei. Zwergplanet (1)Ceres (8,1mag) zieht gegen 23 Uhr in nur 4' Bogenminuten Abstand an Stern HIP37269 (6,2mag) vorbei. Etwas später zieht Kleinplanet (2)Pallas (9,3mag) in nur 1,5' Bogenminuten an Stern HIP3850 (7,2mag) vorbei. Asteroid (64)Angelina (11,3mag) zieht in nur 4' Bogenminuten Abstand an Stern 63 Ari (5,1mag) vorüber.

Am Donnerstag, den 5. November, geht der Mond gegen 3:00 Uhr auf, er ist jetzt nur noch zu 18 Prozent beleuchtet. Von ca. 5:35 Uhr bis 6:24 Uhr wird der Stern 91 Leo (4,3mag) vom Mond bedeckt.

Am Freitag, den 6. November, geht der Mond um 4:13 Uhr auf, er zeigt nur noch eine schmale zu 10 Prozent beleuchtete Sichel.

Am Samstag, den 7. November, geht der Mond um 5:30 Uhr auf, er ist nur noch zu 5 Prozent beleuchtet. Wer die Mondsichel gefunden hat, sollte bei klarer Sicht zum Osthorizont ab 6:00 Uhr auch noch nach der Venus Ausschau halten. Um 19:00 Uhr zieht Asteroid (149)Medusa (12,4mag) in 6' Bogenminuten Abstand an Stern HIP12137 (8,3mag) vorüber.

Am Sonntag, den 8. November, ist der Mond nicht mehr zu sehen. Neumond ist jedoch erst am Montag. (324)Bamberga (10,9mag) nähert sich heute  M 73, erreicht diesen Asterimus jedoch erst am Montag.

Sonntag, 25. Oktober 2026

26. Oktober - 1. November 2026: Der Himmel über Bad Lippspringe

 Diese Woche beginnt mit dem Vollmond, zum Ende der Woche hin nimmt er schnell ab, so dass am Sonntag bereits das Letzte Viertel erreicht wird. Von den hellen Planeten ist Saturn bis bald nach 4:00 Uhr zu sehen, gegen 22:30 Uhr erreicht er seine höchste Position im Süden. Mars geht bereits gegen Mitternacht im Osten auf, Jupiter folgte eine dreiviertel Stunde später. In. der Frühe des Donnerstags, 29. Oktober, zieht der leider noch sehr helle Mond über einige Plejadensterne hin weg. Die ISS ist weiterhin bei morgendlichen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 26. Oktober, geht die Sonne um 7:08 Uhr auf und um 17:08 Uhr unter. Der helle Tag ist also noch genau zehn Stunden lang. Die ISS ist zwischen 4:51 (Schattenaustritt in 67° Grad Höhe) und 4:56 Uhr im Osten zu sehen, bei einem zweiten Überflug zwischen 6:25 Uhr und 6:33 Uhr erreicht sie eine maximale Höhe von 56° Grad über dem Horizont, sie fliegt knapp unterhalb von Mars und Jupiter entlang. Um 5:12 Uhr erreicht der Mond seine exakte Vollmondposition. Er geht um 7:39 Uhr unter und um 16:43 Uhr wieder auf. Seine größte Höhe über dem Horizont mit 58° erreicht er erst nach Mitternacht.

Am Dienstag, den 27. Oktober, tritt die ISS um 5:39 Uhr dicht beim Mond aus dem Erdschatten heraus und fliegt dann knapp oberhalb von Mars und Jupiter über unseren Himmel. Der Mond geht um 17:09 Uhr im Nordosten auf, er ist um 22:00 Uhr noch zu 96 Prozent beleuchtet.

Am Mittwoch, den 28. Oktober, ist die ISS gegen 4:54 Uhr kurz im Osten zu sehen, zwischen 6:27 Uhr und 6:34 Uhr ist die ISS noch einmal bei einem Überflug in maximal 32° Grad Höhe zu sehen. Der Mond geht um 17:47 Uhr auf, er ist abends zu 90 Prozent beleuchtet. In der Nacht zum Donnerstag bedeckt der Mond ab ca. 1:40 Uhr verschiedene Sterne in den Plejaden. Außerdem zeigt er maximale Libration in Breite, so dass wir auf seinen Südpol schauen können. Bereits um 2:00 Uhr zieht Kleinplanet (695)Bella (12,3mag) in nur 4,5' Bogenminuten Abstand an Stern HIP115548 (7,4mag) vorüber.

Am Donnerstag, den 29. Oktober, ist die ISS zwischen 5:41 Uhr und 5:47 Uhr in maximal 43° Grad Höhe bei einem Überflug zu beobachten. Der Mond geht um 18:43 Uhr bei Azimut 41° Grad (NO) auf, er ist abends zu 82 Prozent beleuchtet. Am Nachthimmel nähert er sich Mars und Jupiter. Um 2:53 Uhr soll der Schatten von Jupitermond Ganymed den Mond Kallisto verfinstern. Gegen 2:00 Uhr zieht Kleinplanet (63)Ausonia (11,6mag) in sogar nur 0,5' Bogenminuten Abstand an Stern HIP 26712 (6,0mag) vorüber.

Am Freitag, den 30. Oktober, ist die ISS um 4:56 Uhr kurz im Südosten zu sehen. Zwischen 6:28 Uhr und 6:35 Uhr fliegt sie in nur noch 17° Grad Höhe recht flach über unseren (südwestlichen) Horizont hinweg, dabei fliegt sie fast genau über Sirius hinweg. Der Mond geht um 19:52 Uhr auf und ist noch zu 72 Prozent beleuchtet.

Am Samstag, den 31. Oktober, Reformationstag, tritt die ISS um 5:42 Uhr bei Orion aus dem Erdschatten heraus und fliegt dann schnell in maximal 24° Grad Höhe gen Osten. Der Mond geht um 21:21 Uhr auf und ist zu 61 Prozent beleuchtet. Am Morgen um 1:20 Uhr endet die Bedeckung von 40 Gem (6,4mag) am dunklen Rand des Mondes. Gegen 0:40 Uhr zieht Kleinplanet (505)Cava (11,3mag) in nur 0,5' Bogenminuten Abstand an Stern HIP 9622 (5,6mag) vorüber.

Am Sonntag, den 1. November, ist die ISS kurz vor 5:00 Uhr tief im Südosten zu sehen. Der Mond geht um 22:49 Uhr auf, eine gute Stunde zuvor hat er exakt das Letzte Viertel erreicht. 

Samstag, 24. Oktober 2026

Weitere Kleinplaneten: (2)Pallas, (4)Vesta, (46)Hestia, (126)Alkeste, (236)Honoria und (622)Esther

 In den ersten Oktobertagen standen auch mehrere Kleinplaneten auf dem Beobachtungsprogramm:

(46)Hestia am 14. Oktober 2026 um 23:17 MESZ

 (46)Hestia leuchtet mit ca. 10,9mag. Leider konnte dieses Bild nur knapp über 2 Minuten belichtet werden (140 Sekunden). Hestia wurde 1857 entdeckt.

(124)Alkeste am 14.10.26 um 23:37 Uhr MESZ

 (124)Alkeste wurde 1872 entdeckt. Auf meinem Bild hat sie eine Helligkeit von 11,5mag. Das Foto wurde 5 Minuten lang belichtet.

 

(622)Esther am 12.10.26 um 23:58 Uhr MESZ

 (622)Esther wurde im November 1906 entdeckt, also vor gut 120 Jahren. Dieses Bild wurde 400 Sekunden, also knapp 7 Minuten lang belichtet. (622)Esther hat eine Helligkeit von nur 12,1mag.

 

(4)Vesta am 12.10.26 um 23:47 Uhr MESZ


 (4)Vesta
habe ich schon häufiger fotografiert. Sie nähert sich jetzt wieder ihrer Opposition und war am 12. Oktober 6,5mag hell, was man auch gut auf dem Bild erkennen kann. Was mich etwas überrascht, dass die beiden Bilder vom 12. Oktober das gesuchte Objekt nicht in der Mitte anzeigen, sondern etwas verschoben nach rechts. Habe ich vielleicht veraltete Koordinaten verwendet? Es ist mir zumindest eine Lehre, auch bei Kleinplaneten nicht "blind" auf die Angaben in Stellarium zu vertrauen, sondern immer noch einmal zu prüfen, ob die Koordinaten auch wirklich aktuell vom MPC importiert worden sind.

(236) Honoria am 3.10.26 um 23:48 Uhr MESZ


 (236) Honoria
wurde 1884 entdeckt. Dieser Asteroid ist 11,2mag hell. Mein Foto wurde insgesamt etwas über fünf Minuten belichtet. Zuletzt hatte ich Honoria am 5. September beobachtet, sie hat sich seit dem schon ein ordentliches Stück über den Himmel bewegt, aber noch befindet sie sich im Sternbild Fische.

(2)Pallas am 5.10.26 um 23:21 Uhr MESZ


 (2) Pallas dreht zur Zeit ihre Runde unterhalb von (4)Vesta, Saturn oder anderen Kleinplaneten durch das Sternbild Walfisch. Am 5.10.26 war sie 8,4mag hell. Auch (2)Pallas habe ich schon häufig für meinen Blog fotografiert oder zumindest erwähnt.

Wwenn ich mich nicht verzählt habe, konnte ich bislang 138 Asteroiden oder Kleinplaneten fotografieren. 

Freitag, 23. Oktober 2026

Saturn in Opposition (vom 4. Oktober)

 Am 4. Oktober 2026 stand Saturn genau in Opposition zur Sonne. Also von der Erde aus gesehen genau gegenüber zur Sonne. Steht ein Planet oder Kleinplanet genau gegenüber der Sonne verhält er sich wie der Vollmond, er geht auf, wenn die Sonne untergeht und er geht unter, wenn am Morgen die Sonne aufgeht. Ein Objekt "in Opposition" ist also praktisch die ganze Nacht über zu sehen.

Da die Saturnopposition genau in die Schönwetterperiode zu Beginn des Oktobers fiel, habe ich Saturn mit verschiedenen Optiken beobachtet und fotografiert.

Dabei hatte ich auch eindlich mal wieder mein großes Teleskop, das Celestron C8 auf die Terasse geholt, um Saturn insbesondere mit einer ZWO ASI 178 MC Kamera abzulichten. Diese Kamera wird einfach in den Okularauszug des Fernrohrs gesetzt und dann werden zur Planetenbeobachtung kleine Filme aufgenommen. So ein Filmchen bvon zwei oder vier Minuten LÄnge esteht aus mehreren tausend Einzelbildern, diese werden dann gestacked, um so ein möglichst scharfes Bild des Planeten zu erzeugen.

Hier gleich mal ein Ergebnis, Saturn im C8 bei 2000mm Brennweite:

Saturn am 5.10.26 um 22:52 Uhr MESZ bei f=2000mm

 Das Bild habe ich hier gleich in Originalgröße eingestellt. Es ist schon spannend, dieses Bild genauer zu betrachten. Auffällig der helle mittlere Streifen auf dem Saturn. Der Ring ist leicht zu erkennen, aber schauen Sie einmal etwas genauer auf die Spitzen rechts und links des Rings. Ist da nicht auch eine leichte Verdunkelung zu erkennen?

Ja, das ist kein Artefakt der Bildbearbeitung, sondern der Saturnring hat tatsächlich eine (dunkle) Lücke, es ist die "Cassinische Teilung" des Saturnrings in einen Ring A und einen Ring B.  

Diese Teilung ist deutlicher zu erkennen, wenn wir die Vergrößerung des Saturnbildes erhöhen, also die Brennweite verlängern.

Diese konnte ich mit einer Barlowlinse erreichen, welche die Brennweite verdoppelt. Das nachfolgende Foto ist also bei 4000mm Brennweiter entstanden:

Saturn am 5.10.26 um 23:01 Uhr MESZ bei f=4000mm


 Auch dieses Bild habe ich wieder in Originalgröße eingestellt. Die Teilung ist in diesem Maßstab deutlich besser zu sehen. Aber es fallen auch andere "Bildstörungen" auf. Nach rechts unten erscheint Saturn leicht bläulich, nach links oben hin eher rötlich. Dieser Effekt ist der athmosphärischen Dispersion geschuldet. Es gibt dagegen spezielle ADC-Korrektoren, ich habe mir auch so einen gekauft, muss die richtige Einstellung dieses Teils noch finden, bzw. damit üben. Leider verliere ich Saturn beim Verschieben der "Korrekturlinsen" immer ganz schnell aus dem Bildfeld.

Ich habe Saturn jedoch nicht nur mit der Astrokamera fotografiert, sondern auch "einfach" nur mit meiner (spiegellosen) Digitalkamera, einer Canon RP.  Darin erscheint Saturn eine ganze Ecke kleiner:

Saturn mit Canon RP Kamera bei 1/4 sec

 Allerdings kann man mit einer solchen Kamera bei Überbelichtung von Saturn durchaus viele seiner Monde sichtbar machen. Statt einer Viertel Sekunde habe ich ds nächste Bild 15 Sekunden belichtet:

Saturn mit Monden am 5.10.26

 Die Monde von links nach rechts:  
 
- Titan (8,4mag) ist der hellste Mond. Titan ist der größte Mond des Planeten Saturn und der zweitgrößte Mond im gesamten Sonnensystem (nach Ganymed bei Jupiter). Mit einem Durchmesser von ca. 5150 km ist er sogar größer als der Planet Merkur.
- Rhea (9,8mag) st der zweitgrößte Mond Saturns, ein Eismond
- Dione (10,3mag) ist ebenfalls ein Eismond 
- Enceladus (11,6mag) ist ebenfalls ein Eismond, der sogar auch Eisvulkane zeigt
- Mimas (12,8mag) ist auf dem Foto kaum zu erkennen, Doch ganz dicht neben dem Ring ist noch ein kleines Lichtpünktchen zu sehen, das sollte der Mond sein. So zeigt es auch Stellarium für diese Zeit an. 
 
Der ebenfalls im Teleskop erkennbare Mond Tethys (10,1mag) befindet sich gerade direkt vor Saturn und ist dadurch nicht zu sehen. Der Mond Iapetus (11,0mag) befindet sich sehr weit rechts von Saturn entfernt und ist nicht mehr auf diesem Foto zu sehen.
 
 
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