Donnerstag, 14. Dezember 2017

6. Dezember: Leihgabe vom Nikolaus (Test Leica Noctivid)

Ausgerechnet am Nikolaustag kam ein Paket bei mir an, über das ich zunächst sehr überrascht war. Ich hatte doch gar nichts bestellt? Doch als ich es mir etwas genauer ansah, fiel es mir wieder ein: Ich hatte mich vor einiger Zeit als "Tester" für ein hochwertiges Fernglas, ein Leica Noctivid, beworben. Durch ein solches Fernglas schauen zu dürfen, das ist schon wirklich ein Geschenk, selbst wenn ich es nur eine Woche testen darf.  Jetzt ist das Glas wieder auf dem Rückweg zu Leica. Hier mein subjektiver Testbericht.

Leica Koffer
Nachdem ich den braunen Karton geöffnet hatte, entdeckte ich als erstes einen sehr stabilen Plastik-Hartschalenkoffer. Innen drin war dies natürlich mit dickem Schaumstoff gefüllt, eine exzellente Verpackung. Da kann so ein Paket auch schon mal fallen oder sonst wie durch die Luft fliegen, der Inhalt ist darin sicher aufgehoben.

Innendrin das Fernglas zusätzlich geschützt in einem Etui mit zwei Reißverschlüssen. Durch eine Lasche auf der Rückseite des Etuis war der mit Leica beschriftete Haltegurt des Fernglas gezogen, so dass man nicht zwei Gurte (einen für das Etui und einen für das Glas) benötigt, durchaus praktisch.

... der Koffer geöffnet...
Zusätzlich in der Verpackung ein Tuch zum Reinigen der Gläser (das ich in dieser Woche jedoch gar nicht nutzen brauchte), eine Betriebsanleitung in vielen Sprachen, ein Fragebogen für den Test und natürlich ein Schreiben an mich mit Hinweisen für den Rückversand und Dank für meine Testbereitschaft.

Mein Test ist natürlich nur ein subjektiver. Ich bin ja kein physikalisches Labor, das genau die Strahlengänge durch das Fernglas messen könnte. Insofern bitte ich um Verständnis, wenn an der einen oder anderen Stelle Lob und Kritik vielleicht zu emotional geprägt ist. Jemand anderes mag auf andere Punkte mehr Wert legen als ich, da kann so ein Test schon wieder ganz anders ausfallen.

Leica Noctivid 8x42
Das zugeschickte Glas war ein Leica Noctivid 8x42. Zufällig nutze ich als Fernglas zur Zeit ein anderes Glas mit genau den gleich Daten regelmäßig. Ein Minox BL 8x42 HD liegt bei mir in der Küche auf der Fensterbank, so dass ich damit immer schnell die Vögel am Futterhaus im Garten davor beobachten kann. Ansonsten habe ich bei mir zuhause noch weitere "Billigferngläser", geerbt von den Eltern (8x30), ein schreckliches "Zoom-Fernglas" vom Discounter (lassen sie die Finger weg von so etwas!) und ein Bresser 10x50 Fernglas, was mir lange Jahre gute Dienste geleistet hat. Je älter ich jedoch werde, desto "zittriger" wird meine Hand, und dann empfiehlt es sich, mit der Vergrößerung etwas herunter zu gehen, weshalb ich mir das Minox Glas besorgte.

Und gleich der erste Blick durch das Leica-Glas zum Fenster heraus führte zu einem "Wow"-Effekt. Ich bin Brillenträger (mit Gleitsichtbrille) und konnte das Glas sofort ohne irgendwelche Einstellungen zu tätigen zusammen mit der Brille nutzen. Die Post kommt bei uns immer spät nach Mittag. Draußen war kein schönes Wetter, es war trüb und für die Tageszeit shon viel zu dunkel.

Trotzdem konnte ich die Vögel am Futterhaus hell und klar erkennen. Die wunderschönen Farben des
Noctivid mit Objektivverschluß
Gefieders eines Kernbeißers haben es mir besonders angetan. Gleich habe ich auch zum Minox gegriffen und dort durchgeschaut. Auch hier ein schönes, klares Bild, aber doch nicht so hell wie im Leica Noctivid. Hatten die etwa einen "Lichtverstärker" eingebaut? Natürlich nicht, dies macht wohl eher der optische Aufbau und eine sehr gute Vergütung der Linsen möglich. Leica gibt die Lichttransmission mit 92 Prozent an, für das Minox habe ich einen entsprechenden Wert leider nicht gefunden.

Andererseits fiel mir im direkten Vergleich sofort auf, das Leica ist viel schwerer als das Minox. Das Leica-Glas wiegt ca. 900 Gramm, das Minox nur gut 650 Gramm. 250 Gramm Unterschied wird man beim Wandern oder Tragen des Glases sicherlich spüren.

Neben dem Gewicht fühlt sich das Leica durchaus in Hand sehr gut an. Es ist sicherlich hochwertig verarbeitet. Die Fokussierung durch den Mitteltrieb lässt sich sehr gut mit den Fingern erreichen, ist leichtgängig genug, um bewusst verstellt zu werden, aber nicht so leichtgängig, dass es sich von alleine verstellt.

Die Schärfentiefe führt natürlich gerade im Nahbereich beim Blick in den Garten, der vom Küchenfenster einen bis sieben Meter entfernt ist, natürlich dazu, dass man immer wieder etwas nachregulieren muss, je nachdem ob man vorne oder hinten die Vögel ins Visier nimmt. Doch dies geht leicht - und gerade die "Unschärfe" der vor oder hinter dem eigentlichen Beobachtungsziel liegenden Bereiche führen zu einem sehr schönen, plastischen Bild. Fotografen spreche hier - glaube ich - wohl von einem "Bokeh".

Ich war jedenfalls vom ersten Blick an von dem Glas begeistert. Für "Outdoor"-beobachtungen, auf Wanderungen oder insbesondere zur Vogelbeobachtung wirklich ein sehr schönes Glas. Am Samstag, den 9. Dezember, habe ich es gleich mitgenommen zu einer "Möwenschlafplatz-Zählung". Auf dem Nettelbrecker See finden sich in der abendlichen Dämmerung zur Zeit über 2000 Möwen ein, um dort die Nacht zu verbringen. Ein idealer Test für mein Glas. Dort ging mein Glas natürlich gleich von Hand zu Hand und löste bei meinen ornithologischen Freunden natürlich auch viel Begeisterung aus.

Wie aber würde sich dieses Fernglas am Sternenhimmel schlagen? Ist es auch Astronomie tauglich?
Natürlich war es in dieser Woche fast immer total bewölkt. Zu meinem großen Glück nur fast. Am 8. August war es in den frühen Morgenstunden nicht vollständig bewölkt, so dass zumindest der Mond ab und an mal kurz zu sehen war. Um 8:13 Uhr gelang mir dieses Foto (nicht durch das Fernglas, sondern durch mein Spektiv):

Mond am 8.12.2017 um 8:13 Uhr MEZ
Im Fernglas war der immer noch zu 72 Prozent beleuchtete Mond sehr hell zu sehen. Etliche einzelne Krater waren gut auszumachen. Nicht so viele wie auf dem Foto, das ist ja mit einer viel größeren Optik entstanden, so dass das Glas durchaus zur Mondbeobachtung taugt, denke ich. Auch hier gab es ein kristallklares Bild der Mondoberfläche. Einzig am hellen Mondrand störte dann doch ein gelber Farbstreifen, oder Farbstich wohl eher. Dieser Effekt nennt sich "chromatische Abberation", ein Fehler, der in der Beobachtungspraxis am Tage so gut wie keine Rolle spielt, für den der möglichst volle Mond jedoch eine echte "Härteprüfung" darstellt. Und hier zeigt sich für mich, dass trotz sicherlich aufwendiger optische Konstruktion auch die Leica Ingenieure nicht zaubern können. Bei meinen billigeren Ferngläsern war dieser Effekt übrigens noch viel ausgeprägter zu erkennen.

Für die Beobachtung von Sternen war es an diesem Morgen jedoch schon zu spät. Diese konnte ich mit dem Glas erst fünf Tage später, am 13. Dezember früh morgens zwischen sechs und sieben Uhr beobachten. Auch hier war der Himmel teilweise bewölkt, die Lücken waren jedoch durchaus größer, so dass auch ein Blick auf Mars und Jupiter möglich war, die Helligkeit der Mondsichel hatte auch schon abgenommen, der Mond war nur noch zu 22 Prozent beleuchtet.

Himmel am 13.12.17 mit Mond, Mars, Jupiter und Spica in der Jungfrau
Unterhalb des Mondes waren rechts (westlich) von ihm Spica in der Jungfaru und links (östlich) der Planet Mars zu erkennen, die gemeinsam ein schönes Dreieck bildeten. Tief am Horizont, auf dem Foto neben einem Bau auf dem Nachbargrundstück zwischen den Wolken der hellere Planet Jupiter.

Hier zeigte der Mond nicht mehr die chromatische Abberation. Dies lag wohl daran, dass der Helligkeitsunterschied zwischen Mondoberfläche und Himmel nicht mehr so stark war wie noch fünf Tage zuvor. Zusätzlich war die Luft jedoch auch wesentlich feuchter, das hat wahrscheinlich auch viele Kontraste gemildert.

An Spica konnte ich gut testen, wie "randscharf" das Bild im Fernglas ausfallen würde. Natürlich war Spica knackscharf, wenn man sie im Bildmittelpunkt eingestellt hatte. Doch wenn man langsam zum Rand hin schwenken würde, was passiert dann? Machen sie mal selbst solch einen Text mit ihrem Fernglas, auch hier gilt wieder, draußen bei der "normalen" Beobachtung in feld und Flur fällt eine gewisse Randunschärfe bei guten Gläsern nicht auf, am punktförmigen Stern jedoch schon. Auch hier wurde Spica in der Tat am Rand leicht unscharf. Ich kann nicht objektiv sagen nach 90% des Bildradius oder erst nach 95%, aber es war doch merkbar. Nach meiner Erfahrung auch dies wieder ein Effekt, der sich physikalisch nicht zu 100% lösen lässt; und andere Gläser sind im Vergleich zum Leica hier sicherlich deutlich schwächer. Aber er ist eben auch hier noch zu erkennen.

Ein anderer Effekt fiel mir aber sofort im Vergleich mit dem Minox-Fernglas auf. Das Leica hatte das erkennbar größere Gesichtsfeld. Wenn ich im Minox Spica an einem Rand hatte, war der Mond nicht mehr komplett in das Blickfeld zu bekommen. Anders im Leica Noctivid, hier waren Spica und Mond beide gut zusammen sichtbar. Das tatsächliche Gesichtsfeld war im Noctivid also deutlich erkennbar größer als im Minox. Dies bestätigt auch ein Blick in die Datenblätter, beim Minox beträgt der optische Sehwinkel 6,5° Grad, beim Leica 7,7° Grad. Das klingt nach nur einem kleinen Unterschied, in der Praxis machte es - zumindest an diesem Morgen - deutlich mehr aus. Je größer das Sichtfeld ist, umso besser natürlich für Sternfeldbeobachtungen.

Was lässt sich noch über dieses Fernglas sagen?

Einen klassischen Schraubanschluss für Stative hat dieses Fernglas nicht. Bei Leica gibt es einen stabilen Stativadapter mit Gummischlaufen zur sicheren Fernglasbefestigung zu kaufen.

Dioptrieneinstellung
Etwas überrascht hat mich die Dioptrieneinstellung für das Glas, wenn man zum Beispiel nicht durch eine Brille beobachten wollte. Dies geht beim Noctivid auch über den Mitteltrieb. Vorteil dieser Lösung ist es, einmal richtig eingestellt, kann sich da nichts mehr aus versehen verstellen. Wer sein Glas also selbst benutzt wird eine solche komfortable Lösung zu schätzen wissen. Soll so ein Glas jedoch von vielen verschiedenen Augenpaaren genutzt werden, muss man unter Umständen doch ein Tucken komplizierter als bei anderen Gläsern immer wieder den Dioptrienausgleich einstellen. Unter der Dioptrienskala befindet sich übrigens auch die Seriennummer des Geräts.

Die Naheinstellgrenze, also der Punkt, ab welchem Abstand man Objekte mit dem Glas scharf einstellen kann, wird bei meinem Minox auf dem Datenblatt mit 2,5 Metern angegeben, beim Leica erst mit 1,9 Metern. Ein einfacher Testblick auf meinen Fußboden zeigt mir, dass der Leica-Wert durchaus korrekt angegeben ist. Beim Minox-Glas fing der scharfe Bereich jedoch erst erkennbar deutlich hinter dem Leica an. Also auch hier ein deutlicher Pluspunkt für das Leica-Gerät.

Das Fernglas kommt mit gut befestigtem Objektivschutzdeckeln. Bei meinem Minox-Gerät habe ich die Kappen leider schon längst verloren.  Die Okularring lassen sich fest und stabil einrastend einstellen, so dass man seinen individuellen Augenabstand vom Glas sehr gut einstellen kann. Für Brillenträger wird meist empfohlen, diese ganz "drinnen" zu lassen. Für meine Augen mit Brille war die Einstellung mit einer "Rastung" jedoch am besten und führte zum entspannensten Gucken.

Mein Fazit: Das Leica Noctivid ist ein phantastisches Fernglas. Der Unterschied zum sicherlich auch wirklich gutem Minox-Glas ist deutlich erkennbar. Leider ist auch der Preis dafür recht hoch. Als Listenpreis gibt Leica 2580 Euro an, im Internet kostet das Gerät meist etwas über 2000 Euro.  Das ist viel Geld. Wenn man so viel Geld zur Verfügung hat (ich träume davon leider nur) sollte man sich dies auch leisten. Mein Minox-Gerät hatte, als es neu auf den Markt kam, wohl einen Listenpreis von 449 Euro, heute ist es noch für ca. 350 Euro zu bekommen. Ich werde damit sicherlich auch weiterhin zufrieden sein.

Hier gibt es einen ausführlichen Vergelich (in englischer Sprache allerdings) des Leica Fernglases mit Geräten von Svarowski und Zeiss, die ebenfalls zum in dieser Preis- und Qualitätsliga spielen: https://www.birdwatching.com/optics/2017_titans_revisited/review.html

Ich selbst habe mir für die Vogelbeobachtung und die Astronomie vor längerer Zeit ein Leica Spektiv geleistet. Dieses bietet natürlich, weil der optische Aufbau etwas anders als bei einem Fernglas ist, allein schno durch das größere Objektiv noch mehr Lichtstärke, Vergrößerung und Bildschönheit. Natürlich kann man dies nicht mehr frei Hand zum Beobachten einsetzen, das geht nur auf einem Stativ. Und der "einäugige" Blick ist auch nicht so entspannend für unser Hirn wie der beidäugige Blick durch ein Fernglas. Trotzdem bietet ein Spektiv für das mehr an Geld gerade für die astronomische Beobachtung doch etwas mehr. Wenn man sich nicht ohnehin für dieses Geld dann lieber gleich ein größeres Fernrohr kaufen will. Doch das ist eine andere Geschichte.

Dienstag, 12. Dezember 2017

18. Dezember: Kinderkurs Astronomie: Sterne, Nebel, Schwarze Löcher

Am Montag, den 18. Dezember, findet der letzte, vierte, Teil unseres Kinderkurses Astronomie an der Sternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus statt. Auch wer nicht an den ersten drei Teilen teilgenommen hat, kann heute noch vorbeikommen. Der Kurs für Kinder im Alter von acht bis vierzehn Jahren beginnt um 18:30 Uhr.

Diesmal geht es um "Sterne, Nebel und Schwarze Löcher".

Zum Inhalt heißt es dzu auf der Webseite der Sternwarte:

Mit einem Teleskop kann man neben verschiedenen Arten von Sternen auch weitere Objekte erkennen, die in den Weiten des Alls beheimatet sind. Doch was hat es mit den spektakulären Gasnebeln, fernen Milchstraßensystemen oder den berühmten „Schwarzen Löchern“ auf sich?

Der Eintritt von 3 Euro kommt der ehrenamtlichen Arbeit der Sternwarte zugute.

Sonntag, 10. Dezember 2017

11. - 17. Dezember: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche zieht sich der Mond auch vom Morgenhimmel zurück. Die Nächte eignen sich gut zur Beobachtung lichtschwacher Objekte am Himmel. Von den hellen Planeten sind zur Zeit nur Mars (ab ca. 4:30 Uhr) und Jupiter (ab ca. 5:30 Uhr) im Am Morgenhimmel vor Sonnenaufgang im Südosten zu finden. Abends sind nur mit einem kleinen Fernrohr Uranus und Neptun im Süden bzw. Südwesten zu finden. Die ISS kann bei abendlichen Überflügen gesichtet werden.

Am Montag, den 11. Dezember, geht die Sonne um 8:22 Uhr auf und um 16:14 Uhr unter. Der helle Tag dauert jetzt weniger als acht Stunden. Der abnehmende Mond zeigt in den Morgenstunden maximale Libration in Länge, der Krater Grimaldi steht nah am Rand. Die ISS fliegt abends zwischen 18:11 Uhr und 18:16 Uhr in maximal 53° Grad Höhe über unseren Südost-Himmel hinweg. Um 18:37 Uhr gibt es im Südsüdosten (Azimut 160° Grad) in 33° Grad Höhe einen mit -7mag sehr hellen Iridiumflare zu bestaunen. Um 19:30 Uhr halte ich an der Sternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus einen Vortrag zum Winterhimmel für Einsteiger in die Astronomie.

Am Dienstag, den 12. Dezember, kann man in der Frühe, ab 6:42 Uhr, den Schatten von Jupitermond Io über die Planetenscheibe wandern sehen. Die ISS fliegt abends zwischen 17:19 Uhr und 17:26 Uhr in maximal 70° Grad Höhe über unseren Süd-Himmel hinweg. Heute haben wir übrigens den Tag mit dem frühesten Sonnenuntergang im Jahr, um 16:14 Uhr geht die Sonne heute unter. Trotzdem ist dies nicht der kürzeste Tag des Jahres, den haben wir erst am 21. Dezember, zur Wintersonnenwende. Das liegt daran, dass der Sonnenaufgang um 8:23 Uhr noch nicht der späteste des Jahres ist, an Silvester geht die Sonne erst um 8:32 Uhr auf.

Am Mittwoch, den 13. Dezember, ist das Maximum des Geminiden-Meteorstroms. Da der Mond erst am Donnerstagfrüh nach 4:00 Uhr aufgeht, er steht nicht weit von Jupiter entfernt, kann man vielleicht einige Sternschnuppen sehen. Die ISS fliegt abends zwischen 18:04 Uhr und 18:09 Uhr in maximal 32° Grad Höhe über unseren Südwest-Himmel hinweg. Um 17:18 Uhr gibt es in Südsüdwest (Azimut 210° Grad) in nur 16° Grad Höhe einen mit -6mag sehr hellen Iridiumflare zu sehen.

Am Donnerstag, den 14. Dezember, zeigt der Mond in der Frühe maximale Libration in Breite, so dass wir auf seinen Südpol schauen können. Er steht heute früh ca. 6° Grad nordwestlich von Jupiter und 7° Grad östlich vom Mars. Die ISS fliegt abends zwischen 17:11 Uhr und 17:19 Uhr in maximal 47° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg.

Am Freitag, den 15. Dezember, geht die nur noch zu 8 Prozent beleuchtete Mondsichel erst um ca. 5:25 Uhr über der Egge auf. Die ISS fliegt abends zwischen 17:56 Uhr und 18:02 Uhr in maximal nur noch 20° Grad Höhe über unseren Himmel hinweg.

Am Samstag, den 16. Dezember, geht morgens Kleinplanet Vesta (7,9mag) nur 8' Bogenminuten nördlich am Stern Xi Librae (5,6mag) vorüber. Die schmale nur zu 4 Prozent beleuchtete Mondsichel kann ab ca. 6:30 Uhr wohl letztmalig vor Neumond (am Montagmorgen) gesehen werden. Die ISS fliegt abends zwischen 17:03 Uhr und 17:11 Uhr in maximal 29° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg. Um 17:50 Uhr gibt es in Westnordwest (Azimut 293° Grad) in 16° Grad Höhe einen sehr hellen Iridiumflare von 6mag zu sehen.

Am Sonntag, den 17. Dezember, 3. Advent, geht am Morgen gegen 6 Uhr Kleinplanet Vesta (7,9mag) in nur 16' Bogenminuten Abstand am Stern 17 Librae (6,4mag) vorbei. Der Mond geht theoretisch um 7:14 Uhr auf, in der Morgendämemrung kan seine nur noch zu 1 Prozent beleuchtete Sichel aber wohl genauso wenig wie Merkur oder die Venus gefunden werden. Um 17:35 Uhr gibt es nocheinmal an fast der gleichen Stelle wie gestern (Azimut 290° Grad, Höhe 20° Grad) einen Iridiumflare der Helligkeit von -6mag. Die ISS kann vielleicht ein letztes Mal gegen 17:49 Uhr tief in nur 11° Grad Höhe beim Überflug im Südwesten gesehen werden.Kleinplanet Massalia (8,4mag) erreicht heute seine Oppositionsstellung, dies ist seine hellste Opposition für die nächsten zehn Jahre, er ist im Stier, nicht weit entfernt von Zeta Tauri und M1 zu finden.

Freitag, 8. Dezember 2017

8. Dezember: Ein Blick zum Mond

Heute war ich früh raus, denn - wie immer Freitags im Advent - treffen sich hier in Bad Lippspringe Menschen schon um 6 Uhr früh Menschen zu einer kleinen Adventsandacht und einem anschließenden gemeinsamen Frühstück. In der Andacht ging es diesmal auch um unsere Sehnsucht nach den Sternen. Und als kleines "give-away" bekamen am Ende alle auch noch etwas Sternenstaub geschenkt.

Und als ob der liebe Gott unsere Andacht mitverfolgt hätte, rissen am frühen Morgen sogar die Wolken etwas auf und zumindest der helle Mond war am Himmel noch gut zu sehen:

Mond am 8.11.2017 um 8:13 Uhr.
Sterne waren um 8 Uhr natürlich nicht mehr zu sehen, nur unsere eigene Sonne zeigte sich dann einigemale nach ihrem Aufgang.

Heute Abend wird der Mond den Stern Regulus im Löwen bedecken, doch inzwischen ist es schon wieder völlig bewölkt, zwischendurch regnet und graupelt es, vielleicht fällt heute Nacht sogar noch Schnee. Keine guten Aussichten für uns Hobbyastronomen.

Dienstag, 5. Dezember 2017

11. Dezember: Astronomie aktuell: Himmelsbeobachtung für Einsteiger

Am Montag, den 11. Dezember 2017, halte ich um 19:30 Uhr an der Sternwarte Paderborn Schloß Neuhaus wieder einmal selbst einen Vortrag. Diesmal geht es um den wunderschönen Sternhimmel im Winter und was man da so alles - gerade als Einsteiger in die Astronomie - so beobachtenkann.

Auf der Webseite der Sternwarte heißt es dazu:

Im Winter sind die Nächte lang und dunkel. Zu keiner anderen Jahreszeit trifft man am Himmel auf so viele helle Sterne, auffällige Sternbilder und lohnenswerte Beobachtungsobjekte. Die prächtigen Wintersternbilder mit dem Himmelsjäger Orion, der mit dem Großen und dem Kleinen Hund dem Stier nachjagt, laden ein zur ausgiebigen Betrachtung des Nachthimmels.

Viele interessante Objekte, vom „kosmischen Kreißsaal“ über wunderschöne Sternhaufen bis hin zum Überrest eines im Jahr 1054 als Supernova vergangenen Sterns, stehen dabei im Visier von Amateurastronomen. So mancher Sternfreund wünscht sich da zu Weihnachten ein Fernglas oder gar ein Teleskop. Aber mit welchen Hilfsmitteln sind zum Beispiel die für das bloße Auge unsichtbaren Planeten Uranus und Neptun am besten aufzuspüren? Wie weit kann man wohl mit einem Fernglas schauen? Wie viele Galaxien, Nebel und Sternhaufen kann man damit mehr sehen als mit dem bloßen Auge? Worauf sollte man beim Kauf eines Feldstechers oder Fernrohrs achten?

Auf all diese Fragen geht der Referent in seinem Vortrag ausführlich ein, warnt vor falschen Versprechungen und weist auch auf zuweilen „versteckte Nebenkosten“ hin.


Hoffentlich kann ich dieses Versprechen auch zu ihrer Zufriedenheit einlösen. Ich freue mich, wenn Sie zu diesem Vortrag kommen und bin gespannt auf ihre Fragen.

Der Eintritt von 4 Euro kommt wie immer der Arbeit der Sternwarte zu Gute.

Sonntag, 3. Dezember 2017

4. - 10. Dezember: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche nimmt der Mond langsam ab und zieht sich zum Ende der Woche hin vom Abendhimmel zurück. Von den hellen Planeten sind Mars (ab ca. 4:30 Uhr) und Jupiter (ab ca. 5:45 Uhr) am Morgenhimmel zu sehen. Am Abendhimmel kann man nur mit optischen Hilfsmitteln nach Uranus und Neptun suchen. Die ISS kann bei abendlichen Überflügen gesichtet werden.

Am Montag, den 4. Dezember, geht die Sonne um 8:10 Uhr auf und um 16:18 Uhr unter. Der helle Tag ist also gerade noch etwas länger als acht Stunden. Der noch fast volle Mond geht um 17:33 Uhr im Osten auf. Die ISS ist zwischen 17:51 Uhr und 17:55 Uhr in maximal 59° Grad Höhe bei ihrem Überflug zu sehen. An der Sternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus findet heute ab 18:30 Uhr wieder der Kinderkurs Astronomie statt.

Am Dienstag, den 5. Dezember, geht derimmer noch zu 93 Prozent beleuchtete Mond um 18:33 Uhr auf. Die ISS ist bereits vorher zwischen 16:59 Uhr und 17:05 Uhr bei ihrem Überflug in maximal 39° Grad Höhe am Südhimmel zu sehen. Zwischen 18:34 Uhr und 18:38 uhr steigt sie noch einmal aus dem Westen kommend steil hinauf, verschwindet dann jedoch, bevor sie den Zenit genau über uns erreicht, im Erdschatten.

Am Mittwoch, den 6. Dezember, Nikolaustag, geht der Mond um 19:42 Uhr auf. Die ISS fliegt zwischen 17:42 Uhr und 17:48 Uhr hoch (80° Grad Höhe) über unsere Köpfe hinweg. Abends um 21:56 Uhr zeigt der veränderliche Stern Algol ein Helligkeitsminimum.

Am Donnerstag, den 7. Dezember, geht der Mond um 20:57 Uhr auf. Die ISS fliegt zwischen 16:50 Uhr und 16:57 Uhr ein erstes Mal in bis zu 63° Grad Höhe im Süden über unseren Abendhimmel hinweg. Bei einem zweiten Überflug genau über unserer Stadt steigt sie ab 18:26 Uhr aus dem Westen kommend steil auf und verschwindet um 18:30 Uhr genau über unseren Köpfen im Zenit im Erdschatten. Um 18:52 Uhr gibt es im Südosten (Azimut 151° Grad) in 33° Grad Höhe einen mit -7mag sehr hellem Iridiumflare.

Am Freitag, den 8. Dezember, geht der Mond um 22:13 Uhr auf, bis er über der Egge zu sehen ist, dürften aber - je nach Standort - noch gute zwanzig Minuten vergehen. Dadurch entgeht uns die Bedeckung des hellsten Stern im Löwen, die um 22:21 Uhr am hellen Mondrand erfolgt. Umso spektakulärer dürfte jedoch das Ende der Bedeckung, das Aufblitzen des Regulus am dunklen Mondrand gegen 23:12 Uhr sein. Die ISS steigt ab 17:34 Uhr im Westen auf, befindet sich um 17:38 Uhr exakt über unserer Stadt und verschwindet zwei Minuten später im Osten im Erdschatten.

Am Samstag, den 9. Dezember, geht der Mond erst kurz vor Mitternacht um 23:27 Uhr auf. Um 17:32 Uhr gibt es im Südwesten (Azimut 201° Grad) in 22° Grad Höhe einen mit -6mag recht hellen Iridiumflare. Die ISS steigt ab 18:18 Uhr im Westen auf und verschwindet um 18:23 Uhr im Südosten im Schatten der Erde. Um 18:45 Uhr zeigt Algol ein weiteres helkigkeitsminimum.

Am Sonntag, den 10. Dezember, erreicht der Mond um 8:51 Uhr das Letzte Viertel, da er dann noch im Südwesten mit 35° Grad relativ hoch am Himmel steht, kann er sicherlich auch noch am Taghimmel beobachtet werden, sofern keine Wolken da sind. Er geht am Abend erst nach Mitternacht auf. Zwischen 17:26 Uhr und 17:32 Uhr kann die ISS noch einmal bei einem Überflugfast genau (Höhe 86° Grad) über unserer Stadt bewundert werden.

Donnerstag, 30. November 2017

4. Dezember: Kinderkurs Astronomie

Am kommenden Montag wird der erfolgreiche Kinderkurs zur Astronomie an unserer Sternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus fortgesetzt.

Auf der Webseite der Sternwarte heisst es dazu:

Im November und Dezember 2017 bietet die Volkssternwarte Paderborn jungen „Sternguckern“ faszinierende Einblicke in die fantastische Welt der Astronomie & Raumfahrt. Die vierteilige Veranstaltungsreihe „Astronomie für Kinder“ von Sigrid Haak richtet sich gezielt an Acht- bis 14-jährige, die mehr über „Sonne, Mond & Sterne“ erfahren möchten. Alle Kursteile sind in sich abgeschlossen und können auch einzeln besucht werden.
Unser Mond ist der einzige Himmelskörper mit Ausnahme der Erde, der bereits von Menschen betreten wurde. Was hat es mit Sonnen- und Mondfinsternissen auf sich - und was mit der ständig wechselnden Phasengestalt des Erdtrabanten? Der dritte Vortrag geht nicht nur ausführlich auf diese Fragen ein, sondern beschreibt auch die ungeheuren Anstrengungen, die den bemannten Flug zum Mond erst möglich machten.

Der Eintritt von 3 Euro (pro Kind) kommt der Arbeit der Sternwarte zugute. Beginn ist 18:30 Uhr. 

Ich wünsche dem Kindern viel Glück, dass der Himmel am Montag klar ist, damit sie sich den Mond auch richtig durch unsere Fernrohre auf der Sternwarte anschauen können. Am Sonntag ist Vollmond, am Montagabend wird er also schon wieder etwas am Abnehmen sein. Mondaufgang ist um 17:33 Uhr. nach Ende des Kurses wird er also noch relativ niedrig im Osten über dem Horizont stehen. Er wird wahrscheinlich ungefähr so aussehen, wie ich ihn mal im August, einen  Tag nach Vollmond aufgenommen habe:

Mond am 30. August 2017. (siehe auch meinen dortigen Blogeintrag).