Sonntag, 9. Dezember 2018

10. - 16. Dezember 2018: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche nimmt der Mond wieder kräftig zu und bestimmt von Tag zu Tag mehr unseren Nachthimmel. Von den großen Planeten sind die Venus als strahlender Morgenstern (ab ca. 4:30 Uhr) und Mars am Abendhimmel (bis gegen 23:30 Uhr) gut zu beobachten. Spezialisten finden vielleicht auch noch Merkur am Morgenhimmel oder auch die nur mit eine Fernglas oder Fernrohr sichtbaren Planeten Uranus und Neptun (in der Nähe von Mars). Die ISS ist in der ersten Wochenhälfte noch bei abendlichen Überflügen zu sehen. Besonders in der ersten Wochenhälfte, wenn das Mondlicht nicht stört, kann der Komet 46/P Wirtanen am Himmel gesucht werden. Er steigt Abend für Abend höher hinauf und its im Sternbild Stier zu finden. Für das bloße Auge ist er jedoch wohl nur an dunkelsten Orten sichtbar, ein Fernrohr wird wohl in den allermeisten Fällen nötig zur Beobachtung sein.

Am Montag, den 10. Dezember, kommt es um 6:12 Uhr zu einem der letzten Iridiumflares, im Südsüdosten (Azimut 153° Grad, Höhe 12° Grad) leuchtet dieser mit einer Helligkeit von -1mag auf. Danach geht die Sonne um 8:20 Uhr auf und um 16:14 Uhr unter. Der helle Tag dauert jetzt keine acht Stunden mehr. Wir haben bereits jetzt, und nicht erst zum Winteranfang, die Zeit der frühesten Sonnenuntergänge des Jahres erreicht. Warum dies so ist, erklärt sehr anschaulich ein Artikel eines österreichischen Sternfreunds. Die zu 11 Prozent beleuchtete Mondsichel geht heute kurz nach 19:00 Uhr unter. Die ISS ist zwischen 17:29 Uhr und 17:38 Uhr in maximal 48° Grad Höhe am Abendhimmel zu sehen. Um 20:00 Uhr halte ich in der Volkssternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus einen Vortrag zum Wintersternenhimmel und zur kommenden Mondfinsternis im Januar.

Am Dienstag, den 11. Dezember, fliegt die ISS zwischen 18:13 Uhr und 18:19 Uhr in maximal 20° Grad Höhe, also deutlich unterhalb des Mars, aber oberhalb des Mondes, über unseren südwestlichen Abendhimmel. Um 19:17 Uhr erreicht der veränderliche Stern Algol im Perseus ein Helligkeitminimum.Der Mond geht um 20:08 Uhr unter.

Am Mittwoch, den 12. Dezember,  ist die ISS zwischen 17:21 Uhr und 17:29 Uhr am Abendhimmel zu sehen. Sie erreicht dabei maximal 29° Grad Höhe über dem Horizont. Um 21:11 Uhr geht der zu 25 Prozent beleuchtete Mond im Westen unter.

Am Donnerstag, den 13. Dezember, kann die ISS ganz flach im Südwesten in maxmal 11° Grad Höhe gegen 18:07 Uhr gesehen werden. Um 18:38 Uhr kommt es wohl letztmalig bei uns zu einem sehr, sehr hellem Iridiumflare von -8mag in Richtung Nordost (34° Grad Azimut und 45° Grad Höhe). Der Mond geht um 22:16 Uhr unter. In dieser Nacht steuert der Meteorstrom der Geminiden auf sein Maximum zu.

Am Freitag, den 14. Dezember, kann die ISS letztmalig in dieser Abendsichtbarkeitsperiode ganz flach im Südwesten in maxmal 17° Grad Höhe gegen 17:16 Uhr gesehen werden. Der Mond nähert sich dem Planeten Mars und geht um 23:21 Uhr unter. Auch heute Nacht können, nach Monduntergang, vielleicht noch einmal viele Sternschnuppen der Geminiden gezählt werden.

Am Samstag, den 15. Dezember, erreicht der Mond um 12:49 Uhr - da steht er bei uns noch unter dem Horizont - das Erste Viertel. Am Abend geht er dann erst kurz nach Mitternacht unter.

Am Sonntag, den 16. Dezember, 3. Advent, kann man vielleicht am frühen Morgen nach Merkur Ausschau halten, er geht kurz nach6:30 Uhr im Südosten am Himmel auf.

Mittwoch, 5. Dezember 2018

Vortrag am 10. Dezember: Wintersterne und Mondfinsternis

Am Montag, den 10. Dezember, halte ich um 20:00 Uhr in der Volkssternwarte in Paderborn - Schloß Neuhaus mal wieder selbst einen Vortrag. Das Thema lautet diesmal

Wintersterne und Mondfinsternis

In der Ankündigung der Volkssternwarte heißt es:

Der Wintersternenhimmel fasziniert in seinen langen Nächten durch viele Sternbilder mit sehr hellen Sternen. Wenn der Himmelsjäger Orion, gefolgt vom Großen und Kleinen Hund, gegen den Stier am Himmel ankämpft, dann lohnt sich der detaillierte Blick in diese Sternbilder. Die Plejaden, der Orionnebel und viele weitere Sternhaufen und Nebel lassen das Astronomenherz in klaren Nächten schneller schlagen. Und der berühmte „Teufelsstern" Algol lädt dazu ein, in die Beobachtung veränderlicher Sterne einzusteigen. Da er einfach zu finden ist, kann man an ihm das Einschätzen von Sternhelligkeiten sehr gut üben. Am 21. Januar 2019 kommt es zusätzlich zu einer gut beobachtbaren totalen Mondfinsternis in den frühen Morgenstunden. Außerdem kommen sich die Planeten Venus und Jupiter am Morgenhimmel sehr nahe.

Der Referent zeigt in diesem Vortrag auf, wie sich die genannten Objekte und Ereignisse auch mit einfachen Mitteln beobachten und dokumentieren lassen und gibt noch einige Tipps für kurzfristige Weihnachtsgeschenke für Hobbyastronomen oder solche, die es noch werden wollen.

Der Eintritt kommt wie immer der Arbeit der Volkssternwarte zugute. Ich freue mich schon auf Sie! Bei klarem Himmel bestehjt vor dem Vortrag ab 19Uhr die Möglichkeit zur Beobachtung des Sternenhimmels mit den großen Fernrohren in der uppel der Sternwarte.

Sonntag, 2. Dezember 2018

3. - 9. Dezember: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche haben wir Neumond. Wenn der Himmel denn nicht von Wolken verhagen ist, eignen sich die Nächte gut zur Beobachtung lichtschwacher, ferner Objekte. Von den hellen Planeten ist auch diese Woche die Venus der strahlende Morgenstern. Sie steigt ab etwa 4:30 Uhr im Osten über der Egge auf. Ab Ende der Woche kann auch Merkur ab kurz vor 7:00 Uhr in südöstlicher Richtung in der Morgendämmerung gefunden werden. Am Abendhimmel ist Mars bis gegen 23:30 Uhr im Südwesten zu sehen. Die ISS kann bei abendlichen Überflügen beobachtet werden.

Am Montag, den 3. Dezember, geht die Sonne um 8:12 Uhr auf und um 16:17 Uhr unter. Gegenüber der letzten Woche ist der helle Tag noch einmal 15 Minuten kürzer geworden, wir nähern uns der "Wintersonnenwende" mit dem kürzesten Tag überhaupt am 21. Dezember. Am Morgen nähert sich der Mond der hellen Venus. Die ISS fliegt zwischen 17:08 Uhr und 17:14 Uhr in maximal 64° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg. Kleinplanet Harmonia (9.5mag) geht nur 3' Bogenminuten südlich an 106 Tauri (5,3mag) vorüber.

Am Dienstag, den 4. Dezember, geht der nur noch zu 10 Prozent beleuchtete Mond erst kurz nach der Venus am Morgenhimmel auf. Er zeigt maximale Libration in Länge, der Krater Grimaldi steht nah am Rand. Die ISS fliegt zwischen 17:52 Uhr und 17:58 Uhr exakt über unsere Stadt hinweg.

Am Mittwoch, den 5. Dezember, steht die schmale nur noch zu 5 Prozent beleuchtete Mondsichel am Morgen weniger als 4° Grad über dem Merkur. Die ISS fliegt zwischen 17:00 Uhr und 18:75 Uhr mit maximal 83° Grad Höhe hoch über unsere Stadt hinweg. Um 18:37 Uhr steigt sie ein zweites Mal im Westen auf 66° Grad Höhe auf, verschwindet jedoch schon nach drei Minuten im Sternbild Schwan im Erdschatten.

Am Donnerstag, den 6. Dezember, Nikolaustag, geht der Mond am Morgen bereits nach dem Planeten Merkur auf, er wird kaum noch zu finden sein. Am Abend fliegt die ISS fliegt zwischen 17:44 Uhr und 17:49 Uhr fast genau über unsere Stadt hinweg.

Am Freitag, den 7. Dezember, erreicht der Mond exakt um 8:20 Uhr die Neumonsposition. Die ISS fliegt zwischen 16:52 Uhr und 16:59 Uhr ein weiteres Mal in dieser Woche exakt über Bad Lippspringe hinweg. Am Abend zieht der Mars nur gut 2' Bogenminuten nördlich (oberhalb) am Planeten Neptun vorüber, so scheinbar nah kommen sich Planeten nur selten.

Am Samstag, den 8. Dezember,  erreicht die ISS bei ihrem Überflug zwischen 17:36 Uhr und 17:42 Uhr maximal 70° Grad Höhe. Um 22:28 Uhr zeigt der veränderliche Stern Algol ein Helligkeitsminimum.

Am Sonntag, den 9. Dezember, kann man die schmale zu 5 Prozent beleuchtete Mondsichel schon wieder am Abendhimmel finden, sie geht um kurz nach 18 Uhr unter. Die ISS fliegt zwischen 18:21 Uhr und 18:25 Uhr in maximal 34° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg, dabei fliegt sie ganz knapp am Mars vorbei.







Sonntag, 25. November 2018

26. November - 2. Dezember: Der Himmel über Bad Lippspringe


In dieser Woche zieht sich der Mond  vom Abendhimmel zurück, dadurch vergrößert sich von Tag zu Tag die Zeitspanne, in denen auch schwächere Objekte am Abendhimmel gefunden werden können. Diese kann genutzt werden, um den Komet Wirtanen am Abendhimmel zu finden. Dafür ist jedoch ein Fernglas notwendig, für das bloße Auge ist dieser Komet nicht hell genug. Erkennen kann man ihn wohl als kleinen grünlichen Fleck, ein Schweif wird wohl nur fotografisch zu erkennen sein. Man findet ihn zwischen den Sternbildern Eridanus und Walfisch, westlich von Orion. Eine Karte mit seinen genauen Positionen in dieser Woche findet man hier. In der nächsten Woche wird der Komet noch besser zu sehen sein. 

Von den hellen Planeten strahlt die Venus unübersehbar als Morgenstern, sie geht bereits vor 5:00 Uhr auf. Saturn geht im Südosten am Abend gegen 18 Uhr unter, ist also kaum noch zu finden. Mars geht bereits deutlich vor Mitternacht, ca. 23:30 Uhr unter. Nur die Fernglas- oder Fernrohrplaneten Neptun (bis Mitternacht) und Uranus (bis ca. 4:00 Uhr) sind länger in der Nacht sichtbar. Die ISS ist bei abendlichen Überflügen in dieser Woche zu sehen und es kann noch einmal vier Iridiumflares geben. Da die Iridiumsatelliten nach und nach vom Himmel geholt werden, wird diese schöne berechenbare Himmelserscheinung leider bald nicht mehr zu beobachten sein.

Am Montag, den 26. November, geht die Sonne um 8:02 Uhr auf und um 16:22 Uhr unter. Der helle Tag ist jetzt also nur noch etwas über acht Stunden lang. Um 17:07 Uhr gibt es in südsüdwestlicher Richtung (Azimut 211° Grad) in 19° Grad Höhe einen Iridiumflare von fast Venushelligkeit mit -3mag. Die ISS steigt zwischen 18:24 Uhr und 18:27 Uhr im Südwesten kurz am Himmel bis auf eine Höhe von 21° Grad auf, fliegt unterhalb des hellen Mars im Süden entlang und verschwindet dann jedoch schnell im Erdschatten. Der Mond geht um 19:39 Uhr auf und ist noch zu 84 Prozent beleuchtet. Auf der Volkssternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus gibt es heute Abend um 20 Uhr eine Diskussionsveranstaltung zum Thema "Interstellare Reisen".

Am Dienstag, den 27. November, kann die ISS zwischen 17:32 und 17:37, tief im Süden beobachtet werden. Der zu 74 Prozent beleuchtete Mond steht im Sternbild Krebs und geht erst um 20:51 Uhr auf.

Am Mittwoch, den 28. November, gibt es um 6:40 Uhr im Nordosten (Azimut 56° Grad) in nur 26° Grad Höhe einen unscheinbaren Iridiumflare von ca. 0mag zu beobachten. Zwischen 18:16 Uhr und 18:20 Uhr fliegt die ISS heute schon oberhalb des Mars in maximal 37° Grad Höhe über den Himmel. der Mond geht erst kurz nach 22 Uhr auf.

Am Donnerstag, den 29. November, gibt es um 6:20 Uhr an ähnlicher Stelle wie gestern im Nordosten (Azimut 51° Grad) in jedoch nur 20° Grad Höhe einen Iridiumflare immerhin mit Venushelligkeit von -4,4mag  zu beobachten   Am Abend kann zwischen 17:24 Uhr und 17:30 Uhr die ISS bei einem Überflug knapp unterhalb des Planeten Mars beobachtet werden. Um 19 Uhr steigt sie dann noch einmal ganz kurz im Südosten bis etwa in die Höhe von Atair im Adler auf. Der Mond geht erst ca. eine halbe Stunde vor Mitternacht auf, er steht dicht bei Regulus im Löwen.

Am Freitag, den 30. November, erreicht der Mond um 1:19 Uhr in der Frühe exakt das Letzte Viertel. Die ISS fliegt am Abend zwischen 18:08 Uhr und 18:12 Uhr in maximal 58° Grad Höhe hoch über unseren Himmel hinweg.

Am Samstag, den 1. Dezember, gibt es um 17:14 Uhr einen Iridiumflare der Helligkeit -4mag in westnordwestlicher Richtung (Azimut 285° Grad) und 22° Grad Höhe. Kurz danach fliegt die ISS zwischen 17:16 Uhr und 17:22 Uhr in maximal 42° Grad Höhe weit über unseren Abendhimmel hinweg. Um 18:53 Uhr bis 18:54 Uhr kann sie noch einmal kurz im Westen aufsteigend bis 43° Grad Höhe gesehen werden.

Am Ersten Advent, am Sonntag, den 2. Dezember, fliegt die ISS zwischen 18:00 Uhr und 18:04 Uhr bereits in maximal 79° Grad Höhe hoch über unseren Abendhimmel hinweg, dabei fliegt sie auch recht dicht an der Andromedagalaxie vorüber. Um 22:15 Uhr steht der Komet Wirtanen genau im Süden in ca. 21° Grad Höhe.

Mittwoch, 21. November 2018

26. November: Interstellare Reisen – Vision oder Fiktion?


Am Montag, dem 26. November, wird an der Volkssternwarte in Schloß Neuhaus ein neues Veranstaltungsformat ausprobiert. Statt eines klassischen Vortrags soll es eine große Diskussion mit den Besuchern geben. Das Thema lautet:

Interstellare Reisen – Vision oder Fiktion?

In der Ankündigung der Sternwarte heißt es dazu:

„Der Mensch erobert das Weltall!“ Dieser Satz lässt sich immer wieder lesen. Er könnte jedoch kaum falscher sein. Über die Dimensionen des Weltalls macht man sich gemeinhin völlig falsche Vorstellungen. Zumindest ist es der Menschheit bisher gelungen, unseren nächsten kosmischen Nachbarn - den Mond - zu betreten und die Planeten unseres Sonnensystems mit Raumsonden zu erreichen. Gegenwärtig befinden wir uns in Planungen für bemannte Missionen zum Mars. Aber wie sieht es zum Beispiel mit Missionen zu den Sternen aus?

Dr. Martin Otte diskutiert an diesem Abend mit Gästen sowie dem Publikum über die mögliche Zukunft der Raumfahrt. Das derzeit am weitesten entfernte menschgemachte Objekt, die Raumsonde Voyager 1, befindet sich in 140-facher Entfernung Erde-Sonne, inzwischen im interstellaren Raum. Ist sie nur noch einen Katzensprung zum nächsten Stern entfernt? Können wir in absehbarer Zeit einen Stern erreichen? Diese und ähnliche Fragen sind Grundlage zur Diskussionsrunde zu interstellaren Reisen, bei der auch die Zuschauer herzlich dazu eingeladen sind, sich aktiv zu beteiligen.

Der Eintritt zu dieser Veranstaltung kommt wie immer der Arbeit der Sternwarte zugute.

Samstag, 17. November 2018

19. - 25. November 2018: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche haben wir Vollmond. Sein helles Licht wird viele schwächere Sterne überstrahlen. Von den hellen Planeten leuchtet die Venus ab ca. 5:30 Uhr im Südosten als Morgenstern. Mars ist am Abend noch bis etwa 23:30 Uhr im Südwesten zu sehen, Saturn kann bis ca. 18 Uhr ebenfalls im Südwesten noch bei klarer Horizontsicht gefunden werden. Die ISS ist erst ab Sonntag wieder bei abendlichen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 19. November, geht die Sonne um 7:50 Uhr auf und um 16:29 Uhr unter. Der helle Tag ist im Vergleich zum letzten Monat noch einmal 22 Minuten kürzer. der Mond steht heute Abend im Sternbild Fische, er ist bereits zu 85 Prozent beleuchtet.

Am Dienstag, den 20. November, zeigt der Mond maximale Libration in Länge, das Mare Crisium steht mal wieder nah am Rand. Gleichzeitig haben wir auch maximale Libration in Breite, so dass wir heute auch seinen Nordpol sehen können.

Am Mittwoch, den 21. November, Buß- und Bettag, bedeckt der Mond um 21:57 Uhr den 4.4mag hellen Stern mü Ceti an seinem dunklen Rand. Kurz vor Vollmond ist der Mond bereits zu 97 Prozent beleuchtet.

Für Donnerstag, den 22. November, wird in den Jahrbüchern so gar nichts besonderes am Himmel gemeldet. Genießen wir dann doch einfach mal die Vollmondnacht, kurz nach Sonnenuntergang, um 16:31 Uhr steigt der volle Mond im Osten über den Horizont.

Am Freitag, den 23. November, ist um 6:39 Uhr exakt Vollmond. Der Mond steht dann nur noch 8° Grad hoch in Westnordwestlicher Richtung (Azimut 285° Grad).

Am Samstag, den 24. November, geht Mars nur 8' Bogenminuten südlich an sigma Aquarii (4.9mag) vorüber.

Am Sonntag, den 25. November, dem letzten Sonntag im Kirchenjahr (Ewigkeitssonntag),  kommt es am frühen Morgen um 6:21 Uhr zu einer Bedeckung des Stern Chi Orionis (4.6mag) am hellen Mondrand, um 7:19 Uhr tritt der Stern am dunklen Mondrand wieder hervor. Am Abend geht der immer noch zu 95 Prozent beleuchtete Mond zwei Stunden nach Sonnenuntergang im Osten um 18:39 Uhr im Osten auf. Die ISS beginnt heute wieder mit einer Periode abendlicher Überflüge. Um 19:16 Uhr steigt sie im Südwesten ganz kurz auf 13° Grad Höhe auf, verschwindet dann aber schnell im Erdschatten. In der kommenden Woche wird sie besser zu beobachten sein.

Donnerstag, 15. November 2018

15. November 2018: Der Morgenstern leuchtet


Heute früh, Donnerstag, 15. November, war es endlich mal am Morgen auch in Richtung Osten klar genug am Himmel, um die strahlende Venus als Morgenstern zu erleben. War die Venus im Sommer noch lange im Südwesten als Abendstern zu beobachten, hat sie seit einiger Zeit auf ihrer Bahn am Himmel die Sonne überholt und steht jetzt quasi auf der anderen Seite. So ist sie zur Zeit - klaren Himmel und freie Sicht nach Südosten vorrausgesetzt - ab etwa 5:30 Uhr am Morgen vor dem Sonnenaufgang gut zu sehen.

Hier zunächst ein Übersichtsbild:

Blick Richtung Südosten zur Venus hin
Dieses Bild zeigt den Blick aus meinem Dachfenster Richtung Südosten. Im Vordergrund noch ein paar Äste aus den Sträuchern meines Garten. Am Horizont kann man außerdem noch gut eine Wolkenbank erkennen, die wohl noch über der Egge steht. Tags zuvor war sie jedoch wesentlich höher und wohl auch dichter an uns dran, da reichte sie locker am Himmel 30° Grad hoch und versperrte natürlich jede Sicht zur Venus.

Wenn man etwas genauer hinschaut, kann man auf dem Foto etwas rechts und etwas oberhalb der Venus noch einen weiteren kleinen Lichtpunkt erkennen. Das ist Spica, der hellste Stern des Sternbilds Jungfrau. Im Fernglas bieten Venus und Spica zur Zeit ein sehr schönes Paar.

Venus gemeinsam mit Spica
Dieses zweite Bild zeigt in etwa den Anblick durch ein Fernglas, im Original wirken beide jedoch noch schöner. Spica ist wirklich ein bläulich leuchtender Stern. Ein Stern? Nein! In Wirklichkeit umkreisen sich hier zwei sehr eng benachbarte und sehr heiße Sterne. Einige interessante Fakten dazu finden Sie bei Wikipedia.

Das Foto ist etwas überbelichtet, aber die Sichelgestalt der Venus ist trotzdem echt. Hier ein noch stärker vergrößertes Bild der Venus, gemacht mit meinem Spektiv:

Venus durch ein Spektiv fotografiert
Das Foto ist leider nicht ganz scharf, denn in Wirklichkeit erscheint die Venus an ihren "Spitzen" nicht so ausgefranst. Sie sieht zur Zeit wirklich aus wie ein kleiner Mond. Die Bahn der Venus befindet sich in unserem Sonnensystem zwischen der Bahn der Erde um die Sonne und der Sonne selbst. Als die Venus vor kurzem "die Seite wechselte" zog sie in Wirklichkeit auf ihrer Bahn zwischen der Erde und der Sonne vorüber. Wenn der Mond sich genau zwischen Erde und Sonne befindet, sehen wir (theoretisch) nur auf seine unbeleuchtete Rückseite, haben also Neumond. Bei der Venus ist es genauso. Die Phase der "Neu-Venus" ist bereits vorüber, jetzt steht die Venus ja wieder seitlich von der Sonne und wird daher seitlich beleuchtet. Deshalb zeigt auch die Venus solche Phasengestalt. In guten Ferngläsern und erst recht jedem Fernrohr sind diese Phasen leicht zu erkennen.