Mittwoch, 2. September 2015

2. September: Venus am Morgen

Heute früh um 6 Uhr war der Himmel frei von Wolken. Der abnehmende Mond stand noch hoch im Südwesten und irgendwo über der Egge müsste doch auch die Venus zu finden sein, dachte ich mir.

Und in der Tat, der helle Morgenstern war nicht zu übersehen. Er war zwar nur noch der einzige "Stern" am schon aufgehellten Morgenhimmel, aber trotzdem deutlich und klar zu erkennen.

Ich habe daraufhin gleich ein Foto mit meinem Spektiv gemacht, schön ist die Phasengestalt zu erkennen. Diese kann schon in den einfachsten Ferngläsern erkannt werden.

Leider ist die Luftunruhe nicht zu vernachlässigen. Zum einen habe ich dies Foto aus dem Dachfenster heraus gemacht, da wird auch jede Menge warme Luft aus dem Haus nach draußen geströmt sein, zum andere stand ja die Venus auch nur ca. 15° Grad hoch über dem Horizont.

Venus im Spektiv am frühen Morgen des 2. Septembers
Wenn es in den kommenden Tagen am Morgenhimmel weiter klar bleibt, werden wir gut beobachten können, wie sich der Mond immer näher an die Venus ran macht. A 10. September stehen sie ganz dicht beieinander.

Montag, 31. August 2015

1. September: Neptun in Opposition

In meiner Wochenübersicht schrieb ich etwas leichtsinnig über Neptun: "Mit einem Fotoapparat, der auf einem Stativ befestigt ist und länger (5-10 Sekunden bei 1600 ASA) belichten kann, kann er jedoch auch aufgespürt werden."

Das musste ich ja nun erstmal selbst ausprobieren. Für den 1. September, den Tag seiner exakten Oppositionsstellung ist schlechtes Wetter angsagt. Deshalb wollte ich es schon heute, am 31. August, wissen.

Doch einfach ist es nicht. Zum einen steht Neptun am Abend gegen 22 Uhr nicht sehr hoch am Himmel, nur ungefähr 15° Grad. Und der Mond ist zum einen nicht sehr weit entfernt und strahlt heute auch noch relativ hell, denn er ist noch zu 93% beleuchtet. Das bedeutet, wenn man zu lange belichtet (10Sekunden bei ISO1600), wird der Himmelshintergrund viel zu hell, so dass man gar keine Sterne mehr sieht. Belichtet man jedoch zu kurz, kommt ein schwaches Pünktchen wie Neptun auch nicht auf den Chip.


So ist es mir auch erst im zweiten Anlauf gelungen. Zunächst habe ich mit einem 20mm Weitwinkelobjektiv eine Übersichtsaufnahme gemacht:

Wo ist Neptun? Aufnahme mit Canon 5D Mark2, 20mm, f/2.0, 10sec, ISO400
Neptun hätte hier in etwa in der Bildmitte stehen sollen. Doch wie man sieht, sieht man nicht viel. Auch mit Bildbearbeitungstricks gelang es mir nicht, ihn hervor zu locken.

Also habe ich einen zweiten Versuch gestartet, mit einer längeren Brennweite:

Neptun für Spezialisten, Canon 5D Mark2, 105mm, f/4.0, 8sec, ISO400
Sie werden sich jetzt fragen: "Welcher dieser Lichtpunkte ist denn jetzt Neptun?" Haben Sie eine Sternkarte zur Hand? Der helle Stern links von der Mitte ist lambda Aquarius  (3,7mag) und der hellere fast rechts am Rand ist sigma Aqr (4,5mag). Ziemlich genau in der Mitte dazwischen befindet sich Neptun. Zur Erleichterung noch einmal das gleiche Bild mit Erläuterung. Neptun befindet sich im roten Kreis:

Neptun ist im Kreis der linke, etwas schwächere "Stern".
Und schließlich noch eine Aufnahme durch mein Spektiv:

Neptun durch Leica-Spektiv (25fache Vergrößerung, f=400mm), Kamera DLUX4, f=12.8mm, ISO400, f/2.8 mit 4 sec.

Die beiden Strichspuren rechts sind die beiden Objekten aus dem roten Kreis des Fotos von oben. Neptun (7,8mag) ist die leicht bläuliche Strichspur (bei dieser Brennweite bleibt die Abbildung bei 4 Sekunden Belichtungszeit nicht punktförmig). Die Spur daneben stammt vom Stern HIP 111910 mit 6,85mag. Die weitere Strichspur auf der linken Seite stammt vom Sternchen HIP 112156 mit 8,45mag, also schon fast eine Größenklasse dunkler als Neptun.

Es klappt also tatsächlich. Neptun ist mit einem guten Fotoapparat tatsächlich zu fotografieren. Aber die äußeren Randbedingungen müssen auch stimmen. Der Himmel muss klar sein. Neptun hoch genug am Himmel stehen (also wartet man vielleicht doch bis nach Mitternacht) und auch der Mond sollte nicht so dicht dabei sein (er wird sich in den nächsten Tagen jedoch immer weiter von Neptun entfernen und immer später aufgehen.)

Dann dürfte es jedoch spannend sein, jeden Tag ein neues Foto von Neptun zu probieren.  Denn Neptun wandert (von links nach rechts, bzw. von Ost nach West) dicht an HIP 111910 vorüber. Am 5. September stehen die beiden am dichtesten beieinander.

Samstag, 29. August 2015

31. August - 6. September: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche leuchtet zunächst der abnehmende Mond noch hell am Nachthimmel. Die großen Planeten machen sich am Abendhimmel rar und auch die ISS ist in dieser Woche nicht bei nächtlichen Überflügen zu sehen. Leider spielen sich viele interessante Ereignisse in dieser Woche (und auch später in diesem Monat) erst in den frühen Morgenstunden ab.

Am Montag, den 31. August, geht die Sonne um 6:35 Uhr auf und um 20:15 Uhr unter. Gegenüber dem letzten Montag sind das morgens 12 Minuten später und abends 15 Minuten früher, die Tage werden jetzt deutlich und schnell kürzer. Der Mond geht um 21:01 Uhr auf.

Am Dienstag, den 1. September, erreicht Neptun seine Oppositionsstellung. Er steht die ganze Nacht am Himmel, ist aber nur mit einem Fernglas oder Teleskop zu sehen. Mit einem Fotoapparat, der auf einem Stativ befestigt ist und länger (5-10 Sekunden bei 1600 ASA) belichten kann, kann er jedoch auch aufgespürt werden. Bald nach Sonnenuntergang, um 20:50 Uhr kommt es im Norden in 37° Grad Höhe zu einem -7mag hellem Iridiumflare. Der immer noch zu 87% beleuchtete Mond geht um 21:32 Uhr auf. Kurz nach Mitternacht um 0:07 Uhr (Mittwoch) geht eine Sternbedeckung durch den Mond zu Ende. mü Piscium (5,1mag) taucht am dunklen Mondrand wieder auf.

Am Mittwoch, den 2. September, kann man früh morgens mal nach Venus und Mars Ausschau halten. Mars geht um 4:20 Uhr auf und die helle Venus als strahlender Morgenstern um 4:52 Uhr. Bis beide über der Egge sichtbar werden, kann man zu diesen Zeiten jedoch sicherlich noch eine halbe Stunde hinzu rechnen. Der Mond geht am Abend um kurz nach 22 Uhr auf.

Am Donnerstag, den 3. September,  hat der veränderliche Stern Algol um 3:46 Uhr ein Helligkeitsminimum. Und gegen 5 Uhr steht Uranus (5,7mag) nur 29' Bogenminuten (eine Vollmondbreite) südlich von Zeta Piscium (5,6mag). Der Mond geht um 22:40 Uhr auf und ist zu 67% beleuchtet.

Am Freitag, den 4. September, geht um 2 Uhr in der Frühe Kleinplanet Vesta (6,5mag) nur 18" Bogensekunden südlich an einem Stern mit 6,7mag vorbei. Um 22:29 Uhr kommt es im ONO in 38° Grad Höhe, unterhalb der Cassiopeia zu einem mit -7,6mag sehr hellem Iridiumflare. Um 23:20 Uhr geht der Mond auf, er steht direkt an den Hyaden. Um 23:59 Uhr geht die Bedeckung von gamma Tau (3,6mag) zu Ende.

Am Samstag, den 5. September,  erreicht der Mond um 11:54 Uhr das Letzte Viertel. Vorher enden heute gleich zwei Sternbedeckungen. Um 3:48 Uhr taucht theta Tauri (4,0mag) hinter dem dunklen Mondrand wieder auf und danach um 5:09 Uhr ein weiterer Stern mit 4,8mag. Kurz nach Sonnenaufgang, um 7:05 Uhr beginnt am hellen Mondrand eine Bedeckung des hellsten Sterns im Stier, Aldebaran. Um 8:23 Uhr tritt Aldebaran an der dunklen Mondseite wieder hervor. Ob sich dieses Ereignis beobachten lässt, obwohl dann die Sonne schon 16° Grad hoch am Himmel steht?

Am Sonntag, den 6. September, zeigt die schmale Mondsichel in der Frühe das Erdlicht im dunklen Teil. der Krater Grimaldi steht weit weg vom Rand, also haben wir wieder maximale Libration in Länge. Um 4:03 Uhr endet eine weitere Bedeckung eines 5,0mag Sterns.

Freitag, 28. August 2015

28.-31. August: Der Mond vor, zu und nach Vollmond

Am Samstagabend um 20:35 Uhr haben wir Vollmond. Freitag, einen Tag vorher, ist der Mond auch schon zu 99% beleuchtet, so dass kaum zu erkennen ist, das er noch nicht ganz die Vollmondposition erreicht hat. Erst im Fernglas oder Fernrohr kann man erkennen, das an seinem linken (östlichen) Rand noch Krater zu erkennen sind, hier wirft die Sonne noch Schatten, steht also noch nicht ganz genau 100prozentig dem Mond gegenüber.

Hier ein Foto von Freitagabend, ca. 22 Stunden vor Vollmond:

Einen Tag vor Vollmond, 28.8.2015, 22:17 Uhr.

Und jetzt ein Foto des "richtigen" Vollmonds, aufgenommen am 29. August gegen 23 Uhr:

Vollmond am 29. August um 22:59 Uhr MESZ

Auf dem Bild des Vollmond lassen sich keine Kraterschatten mehr erkennen. Einzig am unteren Mondrand kann man erkennen, das das Mondprofil nicht ganz eben ist, sondern das es auch hier verschiedene Krater zu geben scheint. Der exakte Vollmondzeitpunkt ist jedoch auch schon seit gut zwei Stunden vergangen. (Dies war um 20:35 Uhr, also vor genau 144 Minuten).

Einen Tag nach Vollmond sah der Mond schon so aus:

Abnehmender Mond am 30. August 2015 um 23:17 Uhr MESZ

An der rechten (westlichen) Seite nimmt der Mond bereits leicht ab, hier kann man jetzt verstärkt Schatten von Kraterwänden erkennen. Der Mond ist, jetzt sind seit Vollmond bereits knapp 26 Stunden vergangen,  nur noch zu 98% beleuchtet.

Zum Ende der gleichen Nacht hier noch ein weiteres Bild vom 31. August:

Der Mond am 31. August um 6:04 Uhr MESZ
Lassen Sie sich nicht durch den "gekippten" Mond verwirren! Ich habe im Prinzip alle Bilder waagrecht zum Horizont aufgenommen. Bei der Wanderung über den Himmel scheint sich der Mond im Laufe der Nacht immer - entsprechend  der Bahn - zu neigen. Die Schattengrenze ist in den letzten knapp 7 Stunden schon erkennbar voran gerückt, sie steht jetzt dicht vor dem Mare Crisium. Jetzt ist der Mond nur noch zu 97% beleuchtet.

Und hier gleich noch ein weiterer Mond, diesmal vom 1. September. Er ist, drei Tage nach Vollmond, noch zu 86% beleuchtet. Im Vergleich zum Tag davor hat er jedoch schon deutlich abgenommen. Vom Mare Crisium zum Beispiel ist schon nichts mehr zu sehen:

Mond am 1. September um 23:22 Uhr MESZ, wieder durch Spektiv fotografiert

Montag, 24. August 2015

24. August: Großer Sonnenfleck mit bloßem Auge sichtbar

Zur Zeit befindet sich auf der Sonne ein sehr großer Sonnenfleck. Dieser kann - wenn man die einschlägigen Vorsichtsmaßnahmen beachtet - sogar mit dem bloßen Auge beobachtet werden.

Dies kann vielleicht auf zwei Arten geschehen. Zum einen kann man beim Sonnenuntergang Glück haben, dass das Licht der Sonne soweit gedämpft wird, das dieser Fleck sichtbar wird.

Hier ein Foto aus einem Blog von Daniel Fischer:

Sonnenuntergang am Flughafen auf Rhodos am 23. August 2015. Fotografiert von Daniel Fischer (Quelle: https://diary4dan.wordpress.com/2015/08/23/sonnen-flecken-untergang-zum-abschluss/)

Eine andere sichere Möglichkeit besteht darin, mit einer Sonnenfinsternisbrille zur Sonne zu schauen.

Selbstportrait während der partiellen Sonnenfinsternis vom 20. März 2015
Auch damit kann dieser Fleck deutlich ausgemacht werden. Mir erschien er sogar eher wie zwei Flecken dicht beieinander. Wenn man so eine Sonnenfinsternisbrille besitzt, lohnt es sich durchaus, jeden Tag zur Sonne zu schauen und die Flecken zu zählen. Okay, man selbst wird meisten "0" zählen und nur manchmal "1" (oder wie heute sogar "2"). Doch trägt man diese Zahlen mit den Daten anderer Beobachter zusammen, so lässt sich auch aus diesen Daten allein schon der elfjährige Sonnenfleckenzyklus nachweisen! Mehr Informationen dazu gibt es bei der AG "Sonne" der Vereinigung der Sternfreunde.

Sonntag, 23. August 2015

24. - 30. August: Der Himmel über Bad Lippspringe

Am Ende dieser Woche haben wir Vollmond, sein helles Licht bestimmt den Nachthimmel. Die Venus beginnt jetzt eine neue Periode als Morgenstern, noch dürfte sie aber in der Morgendämmerung nur bei klarer Sicht zum Osthorizont zu finden sein, sie geht gegen 5:45 Uhr auf. Mars geht bereits eine Stunde früher auf, ist aber ebenfalls nur für Spezialisten zu finden.Saturn könnte dagegen noch abends nach Sonnenuntergang tief im Südwesten gefunden werden. Mit einem Fernglas kann man Ausschau halten nach den Planeten Uranus und Neptun. Uranus(5,8mag) ist ab ca. 22:00 Uhr im Osten im Sternbild Fische zu finden. Neptun geht schon eine Stunde früher im Sternbild Wassermann auf, ist mit nur 7,9mag aber auch deutlich lichtschwächer. Mit bloßem Auge sind beide Planeten nicht zu sehen. Die ISS kann in dieser Woche nicht bei nächtlichen Überflügen beobachtet werden.

Am Montag, den 24. August, geht die Sonne um 6:23 Uhr auf und um 20:30 Uhr unter. Der helle Tag dauert jetzt also nur noch knapp über 14 Stunden. Der Mond zeigt heute Abend maximale Libration in Länge, das Mare Crisium steht nah am Rand und gleichzeitig auch maximale Libration in Breite, so dass wir auch seinen Südpol sehen können.


Am Dienstag, den 25. August, geht in der Frühe um 5 Uhr Kleinplanet Vesta (6,7mag) nur 7' Bogenminuten westlich am Stern 25 Ceti (5,7mag) vorüber.

Am Mittwoch, den 26. August, kommt es um 23:04 Uhr im Sternbild Perseus im Nordosten in 27° Grad Höhe zu einem mit -7mag sehr hellem Iridiumflare.

Am Donnerstag, den 27. August, kommt es gleich nach Mitternacht (also schon am 28.8.) um 0:01 Uhr zur Bedeckung des Sterns tau Capricornius (5,7mag) durch den Mond.

Am Freitag, den 28. August, kommt es wenige Minuten nach der Sternbedeckung durch den Mond um 0:14 Uhr in Westsüdwest in 20° Grad Höhe zu einem -6mag hellem Iridiumflare.

Am Samstag, den 29. August, ist um 20:35 Uhr Vollmond. Er geht um 20:00 Uhr im Osten auf und am Sonntag nach 7:00 Uhr im Westen unter.

Am Sonntag, den 30. August, kann um 21:02 Uhr ziemlich genau im Norden in 34° Grad Höhe ein mit -4mag etwa "Venus-heller" Iridiumflare beobachtet werden.


Sonntag, 16. August 2015

17. - 23. August: der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche bestimmt der zunehmende Mond den Abendhimmel. Von den großen Planeten kann am Abend nur - tief im Südwesten - Saturn noch kurz nach Sonnenuntergang gefunden werden.

Am Montag, den 17. August, geht die Sonne um 6:12 Uhr auf und um 20:45 Uhr unter. Die schmale Mondsichel geht um 21:39 Uhr unter.

Am Dienstag, den 18. August,  geht der zu 15% beleuchtete Monde um 22:09 Uhr unter. Zwischen 21:24 Uhr und 21:28 Uhr kann noch einmal die ISS beobachtet werden, sie fliegt mit 18° grad Höhe jedoch nur noch recht flach über unseren Südwest-Horizont hinweg.

Am Mittwoch, den 19. August, steht der Mond am Abend nur ca. 3 1/2° Grad oberhalb von Spica, dem hellsten Stern der Jungfrau. Der Mond geht um 22:25 Uhr unter.

Am Donnerstag, den 20. August,  geht der Mond um 22:51 Uhr unter.

Am Freitag, den 21. August, nähert sich der Mond dem Saturn. Monduntergang ist um 23:21 Uhr, er ist abends zu 41% beleuchtet.

Am Samstag, den 22. August,  stehen Mond und Saturn nur 1 1/2° Grad auseinander, beide gehen kurz vor Mitternacht unter. Um 21:31 Uhr erreicht der Mond exakt das Erste Viertel. Um 23:01 Uhr, dann steht der Mond nur noch 10° Grad über dem Horizont, wird der Stern Theta (4,1mag) in der Waage (Libra) vom Mond bedeckt. Bei klarer Sicht zum Horizont bestimmt ein schöner Anblick.

Am Sonntag, den 23. August, wandert der Mond weiter Richtung Antares.Er geht erst nach Mitternacht unter.