Donnerstag, 19. Oktober 2017

19. Oktober: Uranus in Opposition

Heute hat der Planet Uranus seine Oppositionsstellung erreicht. Er steht, von der Erde aus gesehen, genau gegenüber (in Opposition) zur Sonne. Analog zur Vollmondstellung bedeutet dies, er geht auf, wenn die Sonne untergeht, und er geht unter, wenn die Sonne aufgeht. Hervorragende Bedingungen also, diesen Planeten zu beobachten.

Wir finden ihn am Abend also im Osten, dort wo wir am Morgen in den letzten Tagen Venus, Mars und auch unseren Mond beobachtet haben. Uranus ist jedoch kein einfaches Beobachtungsziel, ist er doch aus unserem Ort heraus zu lichtschwach, um mit dem bloßen Auge gesehen zu werden. man braucht also schon ein Fernglas, oder eben eine Fotokamera, deren Chip empfindlicher als unser Auge ist.

Hier zuerst ein Übersichtsfoto, das nur sehr wenig Sterne mehr zeigt, als mit bloßem Auge zu sehen sind:

Blick nach Osten, am 19.10.2017 gegen 21:00 Uhr

Sicherlich haben sie die Bäume aus den Fotos der letzten Tage wieder erkannt. Etwas links von der Bildmitte findet man das Sternbild Widder, das im wesentlich aus drei helleren Sternen besteht. Zwei Sterne, Hamal (2,0mag) und Sheratan (2,6mag), auf fast gleicher Höhe und ein dritter Stern (4,5mag), etwa um 45° Grad nach unten rechts hin "abgeknickt". Wenn wir von hier aus noch etwas weiter nach rechts (also Richtung "Westen") sehen, gibt es einen weiteren Stern (3,8mag), der jedoch schon zum Sternbild Fische gehört, der aber auch etwa so hell ist wie diese drei Widdersterne.

Diese Sterne finden sich auch auf dem folgenden Bild wieder, das etwas stärker in die Bildmitte hinein zoomt. Sie können uns den Weg zu Uranus weisen.

Uranus am 19.10.2017 in Opposition


Uranus fällt im Fernglas oder Fernrohr auch durch seine leicht bläuliche Farbe auf.

Unten im Bild kann man auch noch die Blinkspur eines Flugzeugs erkennen.

Ganz links am Bildrand, unterhalb von Hamal, ist mir auch noch der Kleinplanet Iris (7,1mag) in die Lappen gegangen. Iris war der 7. Kleinplanet und wurde am 13. August 1847, also vor 170 Jahren, von einem englischen Astronomen entdeckt. Iris braucht 3,69 Jahre für eine Umkreisung der Sonne.

19. Oktober: Venus im Morgenrot

Heute ein weiteres Bild vom Morgenhimmel, diesmal ohne Mond. Dieser war zwar zum Zeitpunkt des Fotos theoretisch schon aufgegangen. Doch nur noch 14 Stunden vor dem exakten Neumondzeitpunkt  ist er - wie erwartet - nicht mehr  am Himmel zu sehen.

Das Foto wurde um 7:30 Uhr aufgenommen, der Mond sollte zu dieser Zeit dann auch schon über der Egge stehen, wenn auch von meiner Position aus - ähnlich wie die Venus in den vergangenen Tagen, doch noch sehr horizontnah hinter den Zweigen der Bäume.

Außer der Venus waren zu diesem Zeitpunkt für das bloße Auge schon alle anderen Sterne am Himmel verblasst. Dafür war - sicherlich noch eine Folge des Saharastaubs der vergangenen Tage, das Morgenrot besonders rötlich zu sehen. Und die Venus als Morgenstern darüber, für mich ein wunderschöner Anblick:

Morgenstern über dem Morgenrot

Spezialisten mit anderer Ausrüstung werden den Mond sicherlich auch jetzt noch fotografieren können, ich schaffe es jedoch nicht. Nach meinem Wissen wurde ein "Weltrekord" in der Mondsichelfotografie im Jahr 2007 aufgestellt. Einen Bericht über diese Aktion gibt es auf dieser Webseite. Hier wurde die Sichel nur 2-3 Stunden nach Neumond fotografiert.

Mittwoch, 18. Oktober 2017

18. Oktober: Noch einmal Mond und Planeten

Heute hat sich der Saharastaub von gestern weitgehend verflüchtigt, zum Horizont hingab es eine einigermaßen freie Sicht. Trotzdem war es spannend, würde man die schmale, nur noch zu drei Prozent beleuchtete Mondsichel heute noch einmal sehen können?

Zunächst entdeckte ich nur die Venus, doch der Mond war heute früh nicht weit von ihr entfernt und war dann durch die Bäume hindurch doch noch gut zu erkennen.

Hier ein Foto von heute früh:

Mondsichel und Venus hinter dem Baum, Mars weiter oben und rechts, 18.10.2017, 6:53 Uhr

Erneut kann man beim Mond das Erdlicht gut erkennen. Die Venus steht etwa drei Grad rechts vom Mond und ein Grad oberhalb von ihm. Mars ist deutlich weiter oben. Dicht unterhalb von Mars kann man, in nur einem Monddurchmesser Abstand, den Stern Zavija (beta Virgo) mit einer Helligkeit von 3,3mag erkennen. Wenn das schöne Wetter anhält, kann man morgen und übermorgen gut beobachten, wie sich die Position von Mars relativ zu diesem Stern ändern wird.

Hier noch ein Foto des Mondes, aufgenommen durch mein Spektiv mit 25facher Vergrößerung: 
Mondsichel am 18.10.2017 um 7 Uhr
Die Mondsichel ist nur noch zu drei Prozent beleuchtet, Einzelheite sind auf diesem Bild mehr zu erahnen als zu erkennen.

Morgen, am Donnerstag, den 19.10.2017 ist Neumond. Dieser findet exakt um 21:12 Uhr statt, vom Moment des Fotos sind also noch gut 38 Stunden bis dahin. Eine noch schmalere Mondsichel zu fotografieren wird mit meinen Mittel kaum möglich sein. Morgen früh zur gleichen Zeit wäre der Mond nur noch zu einem Prozent beleuchtet, mathematisch würde er um 7:09 Uhr aufgehen, das wären nur noch 47 Minuten vor Sonnenaufgang, bzw. 14 Stunden bis zum exakten Neumondzeitpunkt. Bis der Mond über die Egge gestiegen ist, so dass ich ihn theoretisch sehen könnte, ist die Morgendämmerung schon so weit fortgeschritten, das man dann den zu erwartenden "Hauch" von Mondsichel doch nicht mehr erkennen kann.

Dienstag, 17. Oktober 2017

17. Oktober: Saharastaub dämpft Sonnenstrahlen

Heute ist der Himmel schon bald nach den ersten Morgenstunden merkwürdig eingetrübt. Zunächst dachte ich an Morgendunst, als die Sonne sehr rötlich immer höher stieg. Doch irgendwie schien sie nicht die Kraft zu haben, diesen "Nebel" wegzupusten. Und in der Tat war es kein Nebel, was heute den Blick auf die Sonne trübte, es war Saharastaub und Staub von den aktuellen Waldbränden in Portugal!

Auch am Abend ging die Sonne wieder sehr rötlich gefärbt unter:

Sonne kurz vor dem Untergang am 17.10.2017 um 18 Uhr

Lag der Ertrag meiner Sonnenkollektoren vorgestern noch bei 43 kWh und gestern bei 36 kWh, waren es heute nur noch 17 kWh.

Mehr Informationen zu diesem Wetterphänomen gibt es beim Wetterkanal.

Eine aktuelle Vorhersagekarte für Saharastaub in Europa findet man auf der griechischen SKIRON-Webseite.

Saharastaub-Ereignisse werden besonders oft im Frühjahr und im Herbst gemessen. Hier hat insbesondere das Schweizer Amt für Meterologie langjährige Erfahrung mit seiner Meßstation am Jungfraujoch

17. Oktober: Der Mond bei Mars und Venus

Auch heute früh war es wieder klar, vielleicht die längste Schönwetterperiode dieses Herbst und Sommers?

Der Mond ist jetzt deutlich an den Mars und die Venus heran gekommen. Heute früh stand er knapp oberhalb des Mars. Die Venus versucht, sich auf dem nachfolgenden Bild noch hinter dem Baum zu verstecken:

Blick nach Osten am Morgen des 17. Oktober 2017

Auf dem obigen Foto kann man beim Mond deutlich das "Erdlicht" erkennen. Mit bloßem Auge ist es nicht ganz so auffällig, in einem Fernglas jedoch sofort zu ekennen. Auch die Nachtseite, also die dunkle Seite des Mondes ist nicht vollkommen dunkel, sondern leicht aufgehellt. Denn überall dort, wo wir hinschauen können kann man natürlich auch umgekehrt uns sehen. Und so scheint über dem dunklen Nacht-Teil des Mondes unsere Erde zu stehen. Diese erscheint am Mondhimmel etwa viermal größer als der Mond am Erdhimmel. Und bringt dadurch natürlcih auch etwas Licht in die ansonsten stockfinstere Mondnacht, das "Erdlicht" eben. Hier einmal auf einem etwas länger belichtetem Mondfoto:

Auch im Erdlicht lassen sich auf der Mondoberfläche verschiedene Gebiete unterscheiden.

Und hier noch ein weiteres Bild der heute früh nur noch zu 7 Prozent beleuchteten Mondsichel:

Mondsichel am 17. Oktober um 6:30 Uhr

Montag, 16. Oktober 2017

16. Oktober 2017: Mond am Morgenhimmel

Auch heute war die Nacht wieder klar. Die immer schmaler werdende Mondsichel leuchtete wieder sehr schön am Morgenhimmel. Unverkennbar stand sie heute früh deutlich niedriger und östlicher als noch gestern um diese Zeit. Morgen früh wird sie sich noch weiter an Mars und Venus angenähert haben, aber ob dann der Himmel immer noch klar ist?

Mond und Venus (hinter dem Baum links von der Mitte). Mars unterhalb der Bildmitte ist zwar deutlich lichtschwächer als die Venus, aber trotzdem besser zu erkennen.

Mondsichel am 16. Oktober 2017 um 6:30 Uhr

Sonntag, 15. Oktober 2017

16. - 22. Oktober: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche haben wir Neumond, die Nächte eignen sich gut zur "deep-sky"-Beobachtung, wenn denn das Wetter mitspielt. Von den großen Planeten ist Saturn am Abend bis gegen 21 Uhr zu beobachten. Er zeigt zur Zeit seine größtmögliche Ringöffnung von knapp 27° Grad.  Die Venus ist Eiterhin heller Morgenstern, sie geht jedoch erst gegen 6 Uhr auf. Auch Mars kann am Morgenhimmel gefunden werden. Die ISS ist in dieser Woche nicht am Nachthimmel zu beobachten.

Am Montag, den 16. Oktober,  geht die Sonne um 7:51 Uhr auf und um 18:29 Uhr unter, der helle Tag ist also 27 Minuten kürzer als noch vor einer Woche. Um 19:30 Uhr hält Heinz-Bernd Eggenstein an der Sternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus einen Vortrag über veränderliche Sterne: "Veränderliche - den Pulsschlag ferner Sonnen messen".

Am Dienstag, den 17. Oktober, zeigt der abnehmende Mond maximale Libration, Krater Grimaldi steht nah am Rand. Die nur noch zu 7 Prozent beleuchtete schmale Mondsichel geht um 5 Uhr kurz vor Mars und Venus im Osten auf.

Am Mittwoch, den 18. Oktober, geht am frühen Morgen der Mond etwa zeitgleich gegen 6 Uhr zusammen mit der Venus auf, sie stehen nur ca. 3 Grad voneinander entfernt. Mars steht heute früh nur einen Vollmonddurchmesser (30' Bogenminuten) entfernt vom Stern beta in der Jungfrau (3,8mag). Und Kleinplanet Massalia (10,0mag) geht nur in 5' Bogenminuten Abstand an Stern 140 Tour (6,9mag) vorüber.

Am Donnerstag, den 19. Oktober, ist exakt um 21:12 Uhr Neumond. Uranus (6,0mag) steht heute in Opposition zur Sonne und ist die ganze Nacht über zu beobachten. Mit dem bloßen Auge ist er jedoch nur an besonders dunklen Stellen mit ausgezeichnetem Nachthimmel zu sehen, bei uns wird man sicherlich ein Fernglas brauchen.

Am Freitag, den 20. Oktober, finden nach meiner Recherche in den verschiedenen astronomischen Jahrbüchern so gar keine besonderen Ereignisse statt. Da können wir dann einfach mal den Nachthimmel so genießen.

Am Samstag, den 21. Oktober, ist die schmale Mondsichel (nur 2 Prozent sind beleuchtet) wohl noch nicht in der Abenddämmerung zu finden, sie geht um 19:30 Uhr unter.

Am Sonntag, den 22. Oktober, zeigt der veränderliche Stern Algol um 1:52 Uhr ein Helligkeitsminimum. Am Abend geht die jetzt zu 6 Prozent beleuchtete Mondsichel um 20:02 Uhr unter, tief im Südwesten könnte sie nach Sonnenuntergang gefunden werden.