Donnerstag, 5. März 2015

9. März und danach: Astronomie in der Praxis mit Exkursion

Am 9. März um 19:30 Uhr bin ich mal wieder mit einem Vortrag an der Sternwarte in Paderborn dran. Im vierten Teil der Reihe "Die Welt der Astronomie" geht es diesmal um die Praxis der Sternguckerei.

Im Ankündigungstext der Sternwarte heißt es dazu:

Zum Abschluss der Veranstaltungsreihe zeigt Wolfgang Dzieran, dass man kein teures Teleskop benötigt, um in die Tiefen des Alls vorzudringen, sondern auch mit einfachen Mitteln erfolgreich astronomische Beobachtungen durchführen kann. Welche Himmelsphänomene lassen sich schon mit bloßem Auge oder einem Fernglas erspähen? Was leisten kleinere Teleskope? Und welche Ausrüstung ist erforderlich, um den Nachthimmel fotografieren zu können? 

Der Referent erläutert leicht verständlich, wie sich jedermann am Himmel orientieren kann und unterschiedliche Objekte sicher erkennt. Tipps und Tricks zum Umgang mit optischen Instrumenten und sonstiger astronomischer Ausrüstung bilden einen weiteren Schwerpunkt des Abends.

Im Rahmen einer Exkursion mit mobilen Teleskopen bietet sich im Zeitraum vom 10.-13.03.2015 ergänzend die Möglichkeit, das Erlernte unmittelbar in der Praxis anzuwenden.Voraussetzung ist natürlich, dass das Wetter mitspielt.
Der Beobachtungsplatz liegt im Paderborner Umland außerhalb des hellen Stadtlichts. Dort haben die Teilnehmer die Möglichkeit, gemeinsam mit anderen Sternfreunden unter fachlicher Anleitung Objekte des Sternenhimmels zu beobachten, Gedanken auszutauschen und sich über Fernrohre und Feldstecher zu informieren. 

Da der Beobachtungsabend nur bei gutem Wetter stattfinden kann, weist am Veranstaltungstag ab ca. 17.00 Uhr ein Ansagedienst der Sternwarte (Tel. 05254/9318272) auf die Exkursion hin. Interessenten können sich zudem schon vorher auf der Homepage der Sternwarte registrieren, so dass sie direkt per E-Mail auf die Veranstaltung hingewiesen werden. 

Alle Interessenten treffen sich am Beobachtungstag um 19.00 Uhr auf dem Parkplatz der Universität Paderborn an der Warburger Straße, direkt gegenüber der Shell-Tankstelle. Von dort aus fahren die Teilnehmer, geführt von Mitarbeitern der Sternwarte, mit eigenen Fahrzeugen weiter zum gewählten Beobachtungsplatz.

Dienstag, 3. März 2015

6. März: Führung auf dem Planetenweg in Rietberg

Auf der Webseite der VHS Reckenburg-Ems habe ich folgenden Eintrag gefunden, den ich auszugsweise kopiere:

Planeten-Nacht-Wanderung: Astronomie und Mythologie auf dem Planetenweg in Rietberg

Planetenwanderungen sind geführte Wanderungen entlang des Planetenweges in Rietberg. Damit wird naturverbundenen Menschen die Möglichkeit geboten, nicht nur die Dimensionen des Planetensystems "physisch bemerkbar" zu durchmessen, sondern auch ein kosmisches Bewusstsein zu entwickeln gemäß den Bewegungsabläufen und diversen Zyklen von Sonne, Planeten und Mond. Die Doppeldeutigkeit ist kein Zufall: Die Planeten wandern als "Wandelsterne" um die Sonne. Am Sonnenmodell wie an allen Planetenstationen werden in populärwissenschaftlicher, allgemeinverständlicher Weise über die auf den Info-Tafeln des Weges enthaltenen Daten hinaus die jeweils aktuellen Daten vermittelt. Bei guter Sicht mit Teleskopbeobachtung: Sonne, Mond, Jupiter , Orion-Nebel und das Auffinden der Sternbilder am Abendhimmel.
Ein tolles Erlebnis nicht nur für Kinder.

Leitung: Dipl. Ing. Arnold Hoppe, Planetariumsgesellschaft OWL e.V.
Treffpunkt ist die "Sonne" auf dem Parkplatz am Bibeldorf, Rottwiese/Jerusalemer Straße

Termin: Fr. 06.03.201, Dauer: 18:00 - 20:30 Uhr, Kosten: 2,00 € (2,00 €)
Material:witterungsangepasste Kleidung und eine kleine Taschenlampe

Sonntag, 1. März 2015

2. - 8. März: Der Himmel über Bad Lipsppringe

In dieser Woche bestimmt der volle Mond den Abend- und Nachthimmel. Schwächere Himmelsobjekte haben es da schwer. Von den hellen Planeten ist nach Sonnenuntergang die Venus im Westen der "Star". Unterhalb von ihr kann nach zunehmender Dunkelheit für kurze Zeit auch noch der rötliche Mars gefunden werden. Jupiter leuchtet abends im Osten, am Morgen gegen 2:30 Uhr geht dort dann auch Saturn auf. Am Mittwoch gibt es eine einmalig einfache Gelegenheit, auch mal einen Blick auf den für das bloße Auge unsichtbaren Planeten Uranus zu werfen. Die ISS ist in dieser Woche bei nächtlichen Überflügen nicht zu sehen.

Am Montag, den 2. März, geht die Sonne um 7:09 Uhr auf und um 18:06 Uhr unter, sie leuchtet jetzt also schon fast wieder 11 Stunden lang vom Himmel. Am Abend wird um 19:42 Uhr Jupitermond Europa für fünf Minuten von Mond Ganymed bedeckt, um 21:23 Uhr fällt dann der Schatten von Ganymed auf Europa und verfinstert den Mond. Um 19:38 Uhr kommt es in den Zwillingen zu einem mit -6mag recht hellem Iridiumflare.

Am Dienstag, den 3. März, wird in der Frühe um 5:05 Uhr Jupitermond Io von Ganymed bedeckt, diese Bedeckung soll sogar für eine knappe Minuten total sein. Am Abend steht der Mond etwa in der Mitte zwischen Jupiter und Regulus, dem hellsten Stern des Löwen.

Am Mittwoch, den 4. März, geht die Venus (-4,0mag) nur 5 Bogenminuten (das ist 1/6 des Monddurchmessers) am Planeten Uranus (5,9mag) vorüber. In einem Fernglas sollte man dieses Paar  gut sehen können, wenn nicht die Venus alles überstrahlt. Der Helligkeitsunterschied beträgt nach der Magnitudenskala zehn Größenklassen. Da diese logarithmisch gestaltet ist, beträgt der tatsächliche Helligkeitsunterschied 10000! Wie gut, das unser Auge so toll gestaltet ist, das dies mittels eines Fernglas leicht zu überblicken ist.

Am Donnerstag, den 5. März, ist Vollmond. Diese Position erreicht der Mond exakt um 19:05 Uhr. Er steht heute auch in Erdferne, erscheint uns also vielleicht etwas kleiner als zu anderen Vollmondtagen. Laut Calsky soll dies sogar der kleinste Vollmond für die nächsten zehn Jahre sein. Um 21:52 Uhr beginnt ein Durchgang von Io vor der Jupiterscheibe, ab 22:30 wandert Ios Schatten über den Planeten.

Am Freitag, den 6. März, in der Frühe um 1:19 Uhr bedeckt Jupitermond Io den Mond Europa. Am Abend sollte man unbedingt zu Jupiter schauen. Zwischen 19:10 Uhr und 19:44 Uhr ist dort nur ein Mond zu sehen: Europa. Ganymed wird bis 19:44 Uhr verfinstert, Io bis 22:06 bedeckt und Kallisto bis 22:26 Uhr. Um 19:23 Uhr kommt es erneut in den Zwillingen zu einem hellen Iridiumflare (-4mag). Heute Nacht steht Kleinplanet Iris (8,9mag) in Opposition zur Sonne. Iris ist im Sternbild Löwe in der Nähe von Denebola zu finden. In Rietberg gibt es um 18 Uhr eine Führung auf dem Planetenweg durch meinen Sternfreund Arnold Hoppe.

Am Samstag, den 7. März, beginnt um 21:44 Uhr ein Durchgang von Europa vor der Jupiterscheibe, Europas Schatten fällt ab 23:07 Uhr auf den Planeten.

Am Sonntag, den 8. März, geht der nun leicht abnehmende Mond erst um 21:20 Uhr auf. Heute Abend ist er "nur" noch zu 92% beleuchtet. Vorher, um 19:16 Uhr kommt es mit -7mag wieder zu einem sehr hellem Iridiumflare im Sternbild Zwillinge.

Samstag, 28. Februar 2015

28. Februar: Der Mond heute Abend

Heute Abend ist es hier (noch) klar. Ein schöner Abend, um am Sternenhimmel spazieren zu gehen. Der Mond steht hoch am Himmel. Von den großen Planeten ist Jupiter jetzt (20:30 Uhr) gut zu sehen. Nach Einbruch der Dämmerung strahlte die Venus hell im Westen, später war dort, rechts unterhalb von ihr, auch noch der Mars zu sehen.

Von den Wintersternbilder steht jetzt der Himmelsjäger Orion hoch am Himmel, und mit ihm erfreuen uns auch die anderen Wintersternbilder wie der Stier, die Zwillinge, der große und der kleine Hund.

Hier ein Foto des Mondes, aufgenommen im kurz nach 19 Uhr MEZ:

Mond am 28. Februar um 19:00 Uhr.
Der Mond ist zu 79% beleuchtet. Der auffallende Krater etwa in der Mitte, nicht weit vom Terminator, der Licht-/Schattengrenze, entfernt, ist der Krater Kopernikus. Später in der Nacht wird man vielleicht auch den "Goldenen Henkel" sehen, doch bald sind schon Wolken angekündigt.

Sonntag, 22. Februar 2015

23. Februar - 1. März: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche bestimmt der zunehmende Mond den Abendhimmel. Von den Planeten sind Venus und Mars am Abend im Westen zu sehen, Jupiter steht zunächst im Osten und ist gegen 23 Uhr hoch im Süden zu sehen.  Ab ca. 3 Uhr geht dann auch Saturn im Osten auf und bewegt sich bis zur Morgendämmerung Richtung Süden. Die ISS kann in dieser Woche außer nur bei einem Überflug am Dienstag nicht mehr gesehen werden.

Am Montag, den 23. Februar, geht die Sonne um 7:24 Uhr auf und um 17:53 Uhr unter. Um 20:25 Uhr beginnt ein Durchgang von Jupitermond Ganymed vor der Planetenscheibe. Ganymeds Schatten wandert ab 22:06 Uhr über den Planeten entlang. Der Mond geht um Mitternacht unter. Später in dieser Nacht (von 2:41 Uhr bis 2:47 Uhr) bedeckt Ganymed dann den Jupitermond Io, etwas später (von 3:39 Uhr bis 3:43 Uhr) fällt dann Ganymeds Schatten auf Io und sorgt dort für eine "totale Sonnenfinsternis". Um 19:30 Uhr gibt es an der Sternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus den dritten Vortrag aus der Reihe "Astronomie für Anfänger", heute geht es um Sterhaufen, Nebel und Galaxien.

Am Dienstag, den 24. Februar, kann die ISS vielleicht noch einmal zwischen 18:24 Uhr und 18:30 tief im Südosten gesehen werden, sie steigt jedoch nicht weiter als 15° Grad über den Horizont. Der Mond zeigt in diese Tagen wieder maximale Libration in Länge, das Mare Crisium steht randfern.

Am Mittwoch, den 25. Februar,  erreicht der Mond um 18:14 Uhr exakt das Erste Viertel. Er steht mitten in den Hyaden, eine "V"-förmige Sternenansammlung im Sternbild Stier (der Mond wird jedoch sicherlich die meisten dieser Sterne überstrahlen). Etwas unterhalb des Mondes kommt es um 18:23 Uhr zu einem mit -7,7mag sehr hellem Iridiumflare. Um 19:59 Uhr gibt es heute einen zweiten Iridiumflare, mit -4mag etwa so hell wie die Venus. Dieser Flare findet zwischen Jupiter und dem Sternbild Zwillinge statt.

Am Donnerstag, den 26. Februar, zieht gleich gegen 1:45 Uhr der Mond ganz knapp oberhalb von Aldebaran, dem hellsten Stern im Sternbild Stier entlang. ganz oben i Norden Deutschlands (Flensburg, Kieler Bucht, Rostock) kann man vielleicht sogar eine Bedeckung von Aldebaran sehen. Am Abend ziehen die Schatten von Kallisto (bis 20:59 Uhr) und von Io (ab 20:36 Uhr) für kurze Zeit beide zusammen über die Jupiteroberfläche. Ab 21:25 Uhr wird Europa für vier Minuten von Kallisto bedeckt, später von 23:20 Uhr für zwei Minuten auch noch einmal von Mond Io.

Am Freitag, den 27. Februar, wird ab 3:16 Uhr Jupitermond Ganymed von Io bedeckt. Am Abend kommt es dann ab ca. 20:50 uhr zu einer Sternbedeckung durch den Mond. Der Stern leuchtet mit einer Helligkeit von 5,7mag, dies Ereignis ist also nur mit einem Feldstecher zu sehen.

Am Samstag, den 28. Februar, zeigt der Mond auch maximale Libration in Breite, so dass wir auf seinen Nordpol schauen können. Ab 19:26 Uhr wandert Europa vor der Jupiterscheibe vorüber (bis 22:20 Uhr). Europas Schatten fällt von 20:30 Uhr bis 23:25 Uhr auf die Planetenscheibe. Nach Mitternacht zeigt der Mond mal wieder seinen "goldenen Henkel".

Am Sonntag, den 1. März, beginnt für die Meteorologen das Frühjahr, wir Astronomen lassen uns damit noch bis bis zur sog. "Tag- und Nachtgleiche", am 20. März, Zeit. Frühaufsteher können um 509 Uhr eine Bedeckung vo Jupitermond Io durch Europa beobachten. Am Abend stehen dann bei Jupiter zwei Monde links, zwei Monde rechts.

Freitag, 20. Februar 2015

23. Februar: Vortrag "Sternhaufen, Nebel und Galaxien"

Am 23. Februar um 19:30 Uhr gibt es an der Sternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus  den dritten Vortrag in der Reihe "Die Welt der Astronomie":

Die Welt der Astronomie (3): Sternhaufen, Nebel und Galaxien

In der Ankündigung der Sternwarte heisst es dazu:

Im dritten Teil der Einführungsreihe führt die Reise weit hinter die Grenzen unseres Sonnensystems. Die Sternhaufen und Gasnebel am Firmament sind zwar bereits einige hundert bis tausend Lichtjahre von uns entfernt, zählen jedoch zumeist noch zu unserem Milchstraßensystem, einer Welteninsel mit einem Durchmesser von etwa 100.000 Lichtjahren, die bis zu 300 Milliarden Sterne enthält. Bereits mit bloßem Auge ist neben einigen besonders auffälligen Objekten in unserer eigenen Galaxis, etwa dem offenen Sternhaufen der Plejaden, auch der Andromeda-Nebel sichtbar. In 2,5 Millionen Lichtjahren Distanz bildet er die Nachbargalaxie unserer Milchstraße und übertrifft diese mit rund einer Billion Mitgliedssternen noch einmal deutlich an Größe. 

Der Referent (Frank Bewermeyer) stellt eine Vielzahl sogenannter "Deep Sky-Objekte" vor und erläutert ihre Entstehung sowie ihre Bedeutung im All. Neben Sternhaufen und Galaxien geht er auch auf verschiedene Typen von Gasnebeln ein. Ein Ausflug in die geheimnisvolle Welt der Quasare und Schwarzen Löcher fehlt ebenso wenig. Auch erhalten die Zuhörer Tipps zur Beobachtung der gezeigten Phänomene.


Der Eintritt von 3 Euro kommt wie immer der Arbeit der Sternwarte zugute.

Sonntag, 15. Februar 2015

15. Februar: Galileo hat Geburtstag und die ISS über Bad Lippspringe

Im letzten Jahr gab es den 450. Geburtstag von Galileo Galilei, dem berühmten Italiener, der wohl als erster Mensch ein Fernrohr zum Himmel ausrichtete und der durch die Entdeckung der Monde des Jupiters wohl auf ewig Ruhm erwarb.

Und deshalb, ihm zu Ehren, auch heute wieder ein aktuelles Foto von Jupiter und seinen vier "galileischen" Monden:

Jupiter und "galileische" Monde am 15. Februar 2016

Und hier die Namen der Monde von unten nach oben: Ganymed, Io, (Jupiter), Europa, Kallisto.

Außerdem gab es heute einen sehr schönen Überflug der ISS zu beobachten. Sie flog praktisch genau über unsere Stadt hinweg. Um 18:22 Uhr war sie dabei genau über unseren Köpfen im Zenit, nahe des hellsten Stern im Fuhrmann, der Capella, zu sehen. Später sank sie dann tief im Osten dicht neben Jupiter dem Horizont entgegen:

ISS bei Capella im Fuhrmann

ISS bei Jupiter, tief im Osten.

Bei heavens-above kann man sich zu den jeweiligen Überflügen der ISS auch die zugehörige Bodenspur ansehen. Hier das dort veröffentliche Bild:





Es zeigt ebenfalls, dass die ISS (fast) genau über unsere Stadt hinweg geflogen ist.

Wäre es etwas früher dunkel geworden, hätte ich vielleicht auch noch das ATV-Modul fotografieren können. Ein Versorgungsmodul, dass kurz zuvor von der ISS abgekoppelt wurde und ihr drei Minuten voraus geflogen war. Das ATV ist jedoch lange nicht so groß wie die ISS und dahernatürlich auch nicht so hell, so dass es in der Dämmerung, für mich zumindest, nicht aufzuspüren war.Mehr Informationen über diese ATV-Mission kann man in einem englischsprachigem Blog der ESA nachlesen.