Samstag, 22. Februar 2020

24. Februar - 1. März 2020: Der Himmel üer Bad Lippspringe

In dieser Woche nimmt der Mond am Abendhimmel wieder zu, in seinem dunklen Teil lässt sich noch gut das leicht schimmernde Erdlicht erkennen. Von den hellen Planeten strahlt die Venus unübersehbar bis gegen 22 Uhr am Abend im Westen. Sie nähert sich allmählich dem Fernrohrplaneten Uranus, der eine gute Stunde später untergeht. Am Morgenhimmel geht Mars gegen 5:00 Uhr auf, Jupiter gegen 5:45 Uhr und Saturn kurz nach 6:00 Uhr. Die ISS ist bei morgendlichen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 24. Februar, Rosenmontag, fliegt die ISS zwischen 6:45 Uhr und 6:53 Uhr in maximal 37° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg. Die ISS scheint dabei um 6:48 Uhr und 42 Sekunden exakt über den helleb Stern Atair im Adler zu fliegen. Die Sonne geht um 7:22 Uhr auf und um 17:55 Uhr unter. Der helle Tag dauert also 28 Minuten länger als noch vor einer Woche.

Am Dienstag, den 25. Februar, Faschingsdienstag, fliegt die ISS zwischen 5:58 Uhr und 6:04 Uhr in maximal 28° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg. Bei Jupiter stehen heute früh übrigens mal wieder alle vier galiläischen Monde auf der gleichen Seite. Die zu 5 Prozent beleuchtete Mondsichel geht am Abend um 19:48 Uhr unter.

Am Aschermittwoch, den 26. Februar, tritt die ISS um 5:12 Uhr tief im Süden aus dem Erdschatten und fliegt dann in maximal 20° Grad Höhe schnell nach Osten. Der Mond nähert sich der Venus und geht um 20:55 Uhr unter. Durch große Libration in Breite können wir in diesen Tagen auf seinen Nordpol schauen.

Am Donnerstag, den 27. Februar, fliegt die ISS zwischen 6:00 Uhr und 6:07 Uhr in maximal 50° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg. Die zu 15 Prozent beleuchtete Mondsichel steht abends unterhalb der Venus und geht um 22:01 Uhr unter.

Am Freitag, den 28. Februar, tritt die ISS um 5:13 Uhr tief im Süden aus dem Erdschatten und fliegt dann in maximal 37° Grad Höhe bis 5:19 Uhr schnell nach Osten. Der Mond geht abends kurz nach 23 Uhr unter.

Am Samstag, den 29. Februar, Schalttag, fliegt die ISS zwischen 6:01 Uhr und 6:08 Uhr in maximal 76° Grad Höhe hoch über unseren Morgenhimmel hinweg. Der Mond ist am Abend zu 30 Prozent beleuchtet und geht erst nach Mitternacht unter. Um 21:51 Uhr bedeckt der Mond den 5.8mag hellen Stern SAO 93276.

Am Sonntag, den 1. März, tritt die ISS um 5:15 Uhr bei Arcturus aus dem Erdschatten heraus und fliegt dann in maximal 63° Grad Höhe bis 5:20 Uhr nach Osten hin. Der Mond nähert sich den Hyaden im Sternbild Stier an.

Dienstag, 18. Februar 2020

18. Februar 2020: Vor 90 Jahren wurde Pluto entdeckt


Vor 90 Jahren entdeckte der damals 24-jährige Amerikaner Clyde Tombaugh den Planeten Pluto. Clyde war schon als Schüler für mich und mein Hobby ein Inspiration: "Wenn so ein junger Mensch so etwas tolles wie einen neuen Planeten entdecken kann, dann könnte ich doch ..." ging es mir so manchmal beim betrachten des Himmels durch den Kopf.

Das für Clyde Tombaugh die Entdeckung jedoch nur durch harte, stupide Arbeit möglich war, wurde mir erst viel später bewußt.

Vor zehn Jahren schrieb die Zeit einen sehr schönen Artikel über diese Entdeckung, aber auch Spiegel Online berichtete, der WDR oder später der Bayerische Rundfunk.

Im Jahr 2009 hatte ich die Möglichkeit, während eines USA-Urlaubs auch die Sternwarte in Flagstaff zu besuchen, wo Pluto entdeckt wurde. An dieser Sternwarte gibt es heute jeden Tag tolle Programme für Besucher. Für mich genauso faszinierend wie der nicht weit entfernte Grand Canyon.Hier ein paar Fotos von meinem damaligen Besuch:

Der alte Eingang zum Observatorium.


Ein Planetenweg führt auf dem Gelände zu einem Observatorium, einem kleinen Turm mit einer Kuppel...
... direkt davor befindet sich die Tafel für Pluto...


... denn hier drinnen wurden die entscheidenden Fotos für die Entdeckung von Pluto gemacht.
Mit diesem Fernrohr 13"" Zoll Astrographen wurde Pluto entdeckt.

So wurden damals die Fotoplatten (Größe 35 x 42,5 cm!)  am Ende des Fernrohrs montiert.

In dieser Rotunde befindet sich heute ein kleines Museum...


... und hier kann man noch immer am Blinkkomporator von damals die Entdeckung nachvollziehen.

Durch diese beiden Bildern springt Pluto hin und her.

Egal ob wir Pluto einen "Planeten" oder "Zwergplaneten", oder wie auch immer nennen, zu meiner Freude gewinnt die Astronomie, oder zumindest die Sternwarte, immer!

Die Sternwarte bietet jedoch noch mehr historische Geräte ...

Durch diesen historischen 24" Zoll Clark-Refraktor konnten wir damals den Himmel beobachten.

Himmelsbeobachtung ist aber auch mit "Amateurteleskopen" möglich.

Die Sternwarte ist aber nur ein "National Historic Landmark", also nicht nur Museum, sondern betreibt auch immer noch aktuelle astronomische Forschungsprogramme. 2009 zahlten wir nur 6$ Eintritt pro Person, aktuell muss man als Besucher zwar zwischen 16$ und 22$ Eintritt zahlen, bekommt dafür aber auch viele unterschiedliche Programme geboten, man muss nur genügend Zeit mitbringen. Aktuell wird in Flagstaff aber erstmal kräftig gefeiert!


Sonntag, 16. Februar 2020

17. - 23. Februar: Der Himmel über Bad Lippspringe


In dieser Woche haben wir am Sonntag Neumond, die Nächte eignen sich also immer beserszur bebachtung lichtschwacher Objekte am Himmel. Von den großen Planeten ist die Venus strahlender Abendstern, Merkur kann vielleicht noch in den ersten Tagen der Woche tief im Westen gefunden werden.  Mars geht bald nach 5:00 Uhr auf, Jupiter folgt etwa eine Stnde später und Sautrn dann noch einmal 30 Minuten später, aber schon in der Morgendämmerung. Die ISS beginnt am Wochenende wieder eine Periode morgendlicher Überflüge.

Am Montag, den 17. Februar, geht der nur noch zu 36 Prozent beleuchtete Mond um 3:15 Uhr auf, in seinem dunklen Teil schimmert schon wieder das Erdlicht. Beim Mond steht der Krater Grimaldi nahe am Rand, ein Zeichen für maximale Libration in Länge.Die Sonne geht um 7:37 Uhr auf und um 17:42 Uhr unter, der helle Tag dauert also schon wieder länger als zehn Stunden.

Am Dienstag, den 18. Februar, steht die Mondsichel am Morgen nicht weit vom Mars entfernt, ca. 4° Grad westlich. Am Abend kann - klarsten und dunklen Himmel nach Westen vorausgesetzt - in den nächsten Tage wieder ca. eine Stunde nach Sonnenuntergang das Zodiakallicht beobachtet werden. Heute Abend gibt es um 19 Uhr einen Vortrag im Heinz Nixdorf MuseumsForum über eine Reise bis an den Rand des Sonnensystems.

Am Mittwoch, den 19. Februar, befindet sich um 1:00 Uhr der Kleinplanet Olympia (11.5mag) in nur 5' Bogenminuten Abstand vom Stern HIP51888, Am 25.2. erreicht der Kleinplanet seine Opposition, ist also jetzt so hell wie sonst selten. Außerdem steht der Mond am Morgen ungefähr auf halber Strecke zwischen Mars und Jupiter.

Am Donnerstag, den 20. Februar, steht die nur noch zu 11 Prozent beleuchtete Mondsichel (Aufgang 6:15 Uhr)  jetzt schon 6° östlich von Jupiter. Um 6:28 Uhr beginnt Jupitermond Io einen Durchgang vor der Jupiterscheibe, so dass nur noch drei galileische Monde zu sehen sind.

Am Freitag, den 21. Februar, geht Mars (1.2mag) in der Frühe in nur 18' Bogenminuten Abstand an 11 Sagittarius (5.1mag) vorüber.

Am Samstag, den 22. Februar, fliegt die ISS am Morgen zwischen 6:44 Uhr und 6:50 Uhr in maximal 20° Grad Höhe deutlich oberhalb von Jupiter, Mars und Saturn über unseren Morgenhimmel hinweg.

Am Sonntag, den 23. Februar, fliegt die ISS zwischen 5:56 Uhr und 6:02 Uhr mit maximal 14° Grad Höhe flach über unseren Morgenhimmel hinweg. Der Mond erreicht exakt um 16:32 Uhr seine Neumond-Position.

Mittwoch, 12. Februar 2020

12. Februar: Merkur und Venus


Heute Abend waren Merkur und die Venus im Westen zu sehen. Die Venus natürlich unübersehbar hell strahlend, Merkur war weit weniger auffallend, aber auch mit dem bloßen Auge sichtbar.

Hier ein Foto:

Merkur und Venus am Abendhimmel
Das Foto entstand mit meiner Canon 5D Mark II Kamera und dem 24-105mm Zoom-Objektiv, auf dem Fensterbrett abgestützt und mit den folgenden Daten: 24mm Brennweite, 0,5 sec bei f/4.0 und ISO3200.

Übrigens: Ein "Klick" auf das Bild sollte dies in einer größeren Ansicht öffnen.

18. Februar: Reise bis an den Rand des Sonnensystems


Am Dienstag, den 18. Februar, gibt es im Heinz-Nixdorf-Museumsforum wieder einen sehr interessanten Vortrag zur Raumfahrt.

Um 19 Uhr referiert der Astrophysiker Thomas Bührke über das Thema "Reisen bis an den Rand des Sonnensystems".

Auf der Webseite des HNF zu diesem Vortrag heisst es:

Nach einem halben Jahrhundert abenteuerlicher Erkundungen wurden mit dem Vorbeiflug der Raumsonde New Horizons an Pluto im Jahr 2015 alle großen Körper des Sonnensystems erforscht. Thomas Bührke berichtet von fremden Welten im Universium und unbemannten Raumschiffen, die auf der 470 Grad heißen Venus landeten, im Marsstaub Leben suchten oder Methan-Meere auf dem Titan entdeckten.

Und das beste: Der Eintritt zu diesem Vortrag ist frei! Und bereits ab 17 Uhr kann das Museum mit der herausragenden Ausstellung zum 50jährigen Jubiläum der Mondlandung ebenfalls kostenfrei besichtigt werden.

Thomas Bührke arbeitet seit 1990 als Wissenschaftsjournalist und hat viele interessante Bücher veröffentlicht. Ein Blick auf seine Webseite lohnt sich.

Nutzen Sie diese Chance einer kostenlosen Weiterbildung! Ich hoffe, wir sehen uns! 

Sonntag, 9. Februar 2020

10. - 16. Februar 2020: Der Himmel über Bad Lippspringe


In dieser Woche nimmt der Mond wieder ab, so dass zum Ende der Woche am Abend wieder die Möglichkeit besteht, auch lichtschwächere Objekte am Himmel zu beobachten. Von den Planeten kann insbesondere in der ersten Hälfte der Woche Merkur bald nach Sonnenuntergang im Südwesten gefunden werden. Er geht dann kurz nach 19 Uhr unter. Die Venus überstrahlt bis zu ihrem Untergang nach 21 Uhr alle anderen Sterne und Planeten am Himmel. Am Morgenhimmel kann Mars ab bald nach 5:00 Uhr im Südosten gefunden werden. Vielleicht können ab ca. 6:30 Uhr in der Morgendämmerung auch der Jupiter und ab 7:00 Uhr der Saturn noch ausgemacht werden. Die ISS ist in dieser Woche nicht bei nächtlichen Überflügen zu beobachten. Dafür können am Morgenhimmel so meist zwischen 6:00 und 7:00 Uhr die Satelliten aus dem vierten Starlink-Start als "leuchtende Kette" gesehen werden.


Am Montag, den 10. Februar, steht am Morgen der immer noch zu 99 Prozent beleuchtete Mond knapp 5° Grad östlich von Regulus im Sternbild Löwe. Die Sonne geht um 7:50 Uhr auf und um 17:29 Uhr unter.  Die Tage werden immer schneller heller, das sind morgens schon 12 Minuten früher als noch vor einer Woche und am Abend 13 Minuten später. Heute erreicht Merkur (-0.5mag) seinen maximalen östlichen Abstand von der Sonne in dieser Sichtbarkeitsperiode, er geht um 19:08 Uhr unter, um 18 Uhr sollte er 10° Grad über dem Horizont stehend zu finden sein. Der Mond geht um 19:04 Uhr auf.

Am Dienstag, den 11. Februar, können Spezialisten noch einmal probieren, nach dem Untergang von Merkur auch den Neptun zu finden. Er steht heute nur 2' Bogenminuten entfernt von phi Aquarii, ein deutlich rötlich leuchtender Stern, der am 28. Januar genau zwischen Neptun und Venus stand. Beim Mond, der um 20:30 Uhr aufgeht, können wir heute wieder relativ gut auf den Südpol schauen, da er maximale Libration in Breite zeigt. Und um Mitternacht zeigt der veränderliche Stern Algol wieder ein Helligkeitsminimum.

Am Mittwoch, den 12. Februar, geht der Mond erst um 21:55 Uhr auf, ab dem Ende der astronomischen Dämmerung (entspricht einem Sonnenstand von 18° Grad unter dem Horizont) um 19:26 Uhr, haben wir also schon gut zwei Stunden Möglichkeit, "deep-sky"-Objekte zu beobachten. Finden Sie die Andromedagalaxie?

Am Donnerstag, den 13. Februar, kann man am frühen Morgen bei Jupiter drei seiner Monde (Kallisto, Ganymed, Europa) vorauseilen sehen, sie stehen also westlich (rechts) vom Planeten, Io steht bis 7 Uhr hinter der Jupiterscheibe. Der Mond geht am Abend erst um 23:16 Uhr auf.

Am Freitag, den 14. Februar, endet um 2:39 Uhr eine Bedeckung eines 6.6mag schwachen Sternchens, diese Bedeckung verläuft in Süddeutschland "streifend". Am Abend zeigt Algol um 20:49 Uhr wieder ein Helligkeitsminimum. Abends geht der Mond erst nach Mitternacht auf.

Am Samstag, den 15. Februar, erreicht der Mond um 23:17 Uhr das Letzte Viertel, er geht jedoch erst am Sonntag früh um 2:00 Uhr auf und steht dann etwas oberhalb der Schere des Skorpions. Da das Mondlicht nicht stört, kann man heute ja vielleicht mal nach Kleinplaneten Ausschau halten: Vesta (8.0mag) steht etwa im Grenzgebiet von Widder, Walfisch und Stier, Astraea (9.7mag) steht zwischen den Zwillingen und Krebs, allerdings ein sehr sternenreiches Umfeld, Juno (10.2mag) in der Jungfrau ist da vielleicht schon besser zu finden.

Am Sonntag, den 16. Februar, zeigt der Mond am Morgen auf seiner dunklen Seite langsam schon wieder das "Erdlicht". Die Merkur-Sichtbarkeit geht praktisch schon wieder zu Ende. Seine Helligkeit ist gegenüber dem 10.2. um mehr als eine Größenordnung gesunken, so dass es immer schwieriger wird, ihn in der Dämmerung auszumachen. Das Kosmos Himmelsjahr weist auf einige schöne Sternhaufen und andere Objekte hin, die man jetzt am Abend gut beobachten kann.

Samstag, 8. Februar 2020

7. Februar: Planeten und mehr


Am 7. Februar war es klar, für mich eine weitere gute Gelegenheit, den neuen Refraktor der Volkssternwarte in Schloß Neuhaus zu testen. Hier auf die Schnelle ein paar Bilder, die meisten nur wenig bearbeitet (im wesentlichen beschnitten und manchmal etwas die Konturen geschärft, alles Einzelfotos).

Über dem Hochspannungsmast, etwas nach rechts, ist Merkur zu erkennen.

Die Venus, aus der Kuppel der Sternwarte heraus fotografiert.

Noch einmal die Venus, die in etwa die Phase "Halbvenus" zeigt.

Neptun (blau, rechts der Mitte) nähert sich phi Aqr (leicht Orange, in der Mitte)

Uranus, in der Mitte, sogar die Monde Titania und Umbriel sind gut zu erkennen


Der Orionnebel