Sonntag, 28. April 2024

28. April 2024: Wenn der Himmel bewölkt ist....

 Was macht der Amateurastronom wenn der Himmel bewölkt ist?

Er beschäftigt sich natürlich trotzdem mit der Astronomie. Zum Beispiel theoretisch. Man kann zum Beispiel Berechnungen durchführen, und dann voller Freude feststellen: "Heute ist kein Neumond, also kann es auch keine totale Sonnenfinsternis geben, also ist es auch kein so tragischer Verlust, wenn es heute bewölkt ist."

Oder man kann versuchen, sich diesen Überlegungen auch praktisch zu nähern und zum Beispiel ein Modell zu bauen, von der Sonne, der Erde und ihrem Mond. 

Ein solches Modell hat vor kurzem Lego herausgebracht. Es ist der Lego Technic Bausatz Nr. 42179.

Lego Bausatz Sonne, Erde, Mond

Ein wunderschönes Modell! Direkt bei Lego kostet dies Modell 79,99€. Beim bekannten Online-Händler Amxxxx kostet es heute 74,99€, aber hier vor Ort in Paderborn kostete das Set in einem großen Spielwarenladen sogar nur 59,99€. Da kauft man gerne ein und spart sich gleich auch noch mögliche Versamdkosten.

Das Set besteht aus 526 Teilen, die in vier Bauabschnitten eingeteilt wird. Erfreuerlicherweise nutzt Lego dafür jetzt überwiegend Papiertüten, ein kleiner Schritt zu etwas weniger  Plastikmüll. Allerdings muss man beim Auspacken gut aufpassen, das man die Tüten auch wirklich leert, zu leicht bleiben dort ein, zwei Bauelemente hängen.

Inhalt der Packung

 Die Bauanleitung ist präzise wie bei Lego üblich. Zum ersten Mal habe ich parallel auch eine "Lego Builder App" genutzt. Ich fand die sogar noch etwas praktischer, da man in dieser App die einzelnen Schritte vielleicht sogar noch etwas kleinteiliger nachvollziehen konnte und weil man die einzelnen Zeichnungen beliebig drehen konnte, man also zwischen Drauf- und Druntersicht oder beliebigen Seitenansichten wechseln konnte, wenn man sich mal etwas unsicher war, wo genau man ein bestimmtes Bauteil anstecken sollte.

Zwischenstand zu Beginn von Bauabschnitt 2

Wie immer empfiehlt es sich, die einzelnen Teile nach dem Ausleeren der Tüte erst einmal gut zu sortieren. So kann man schnell erkennen, bei welchen Teilen man genauer aufpassen muss, weil sie zum Beispiel anderen Teilen sehr ähnlich sehen.

Beginn von Bauabschnitt 3

Insgesmt habe ich ca. dreieinhalb bis vier Stunden an dem Modell gebaut, in aller Ruhe und über zwei Tage verteilt. Die vielen kleinen Teile machen das Zusammensetzen manchmal etwas diffiziel, aber es gab dabei keine schwereren Probleme.


Und am Ende dreht sich alles! Ein glückliches Gefühl! Und das Teil ist richtig cool! Die Schräglage der Erdachse bleibt bei der Umdrehung der Erde um die Sonne richtig erhalten, so dass man an diesem Modell gut die Jahreszeiten erklären kann. Und wenn man von der Vollmond- zur Neumondstellung wechselt, dreht sich die Erde wie in der Wirklichkeit 14 mal um sich selbst. Von Vollmond zu Vollmond sind es also vier Wochen, und pro Jahr gibt es ungefähr 13 Vollmonde. 





29. April - 5. Mai: 2024: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche nimmt der Mond weiter ab und zieht sich in die Morgenstunden zurück. Von den hellen Planeten kann wahrscheinlich nur Saturn, der gegen 4:30 Uhr aufgeht, mit viel Glück in der Morgendämmerung gefunden werden. Nach zwei (Fernglas-)Kometen kann man in dieser Woche Ausschau halten, die zwischen 8mag und 10mag hell sein sollten: 13P/Olbers wandert im Stier Richtung Fuhrmann und C/2023 A3 Tsuchinshan-ATLAS zieht in der Jungfrau nach Westen. Die Internationale Raumstation (ISS) kann bei morgendlichen Überflügen gesichtet werden.

 Am Montag, den 29. April, geht die Sonne um 5:59 Uhr auf und um 20:45 Uhr unter. Der helle Tag dauert also bald schon 15 Stunden. Richtig astronomisch dunkel ist es eigentlich nur noch zwischen 23:30 Uhr und 3:30 Uhr, also vier Stunden lang. Der Mond geht im Sternbild Schütze um 2:26 Uhr auf, er ist noch zu 75 Prozent beleuchtet. Er zeigt heute sowohl maximale Libration in Länge (der Krater Grimaldi steht weit ab vom Rand), als auch in Breite (Nordpol sichtbar). Bereits um 0:00 Uhr steht Kleinplanet (5)Astraea (11,5mag) dicht bei 63 Gem(5,2mag) und um 1:00 Uhr (89)Julia(10,9mag) dicht bei HIP60603(&,1mag). Die ISS kann einmal kurz um 3:07 Uhr tief im Osten gesehen werden, zwischen 4:39 Uhr und 4:46 Uhr fliegt sie in maximal 60° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg.

In der Walpurgisnacht, am Dienstag, den 30. April, geht der noch zu 65 Prozent beleuchtete Mond um 3:10 Uhr auf. Die ISS tritt um 3:51 Uhr im Süden aus dem Erdschatten heraus und fliegt dann schnell bis 3:56 Uhr in maximal 45° Grad Höhe Richtung Osten.

Am Mittwoch, den 1. Mai, Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse, ist der Mond in den Steinbock weiter gewandert, er geht um 3:41 Uhr auf und ist zu 54 Prozent beleuchtet. Um 13:27 Uhr erreicht er das Letzte Viertel, steht dann bei uns jedoch unter dem Horizont. Die ISS ist zum einen zwischen 3:03 Uhr und 3:07 Uhr kurz im Osten zu sehen, zum anderen fliegt sie zwischen 4:36 Uhr und 4:43 Uhr in maximal 82° Grad Höhe hoch über unseren Morgenhimmel hinweg.

Am Donnerstag, den 2. Mai, geht die noch zu 43 Prozent beleuchtete Mondsichel  um 4:02 Uhr auf, mit viel Glück kann heute früh der Pitatus-Sonnenlichtstrahl beobachtet werden. Der Mond zieht gegen 4:20 Uhr knapp unterhalb des Sterns epsilon Cap (4,5mag) vorbei, in Süddeutschland kommt es zu einer Bedeckung. Die ISS ist einmal um 2:16 Uhr ganz kurz tief im Osten zu sehen. Zwischen 3:47 Uhr und 3:53 Uhr fliegt sie in maximal 70° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg.

Am Freitag, den 3. Mai, geht die noch zu 32 Prozent beleuchtete Mondsichel  um 4:13 Uhr auf. Zwischen 2:59 Uhr und 3:03 Uhr ist die ISS das erste Mal tief im Osten zu sehen, zwischen 4:31 Uhr und 4:40 Uhr fliegt sie exakt (um 4:34:49 Uhr) über unsere Stadt hinweg.

Am Samstag, den 4. Mai, geht die noch zu 21 Prozent beleuchtete Mondsichel bald nach Saturn um 4:32 Uhr im Osten auf, der Abstand der beiden beträgt ca. 3° Grad. Die ISS ist um 2:12 Uhr einmal kurz über dem Osthorizont zu sehen, danach fliegt sie zwischen 3:43 Uhr und 3:49 Uhr mit maximal 86° Grad Höhe ein weiteres Mal (fast) genau über unsere Stadt hinweg.

Am Sonntag, den 5. Mai, geht die nur noch zu 12 Prozent beleuchtete Mondsichel um 4:45 Uhr auf, direkt über ihr befindet sich der Planet Mars, der aber wahrscheinlich in der Dämmerung und möglicherweise horizontnahem Dunst nicht zu sehen sein wird. Die ISS tritt um 2:54 Uhr in 77° Grad Höhe im Süden aus dem Erdschatten heraus, um dann bis 2:59 Uhr schnell zum Osthorizont zu fliegen, zwischen 4:27 Uhr und 4:36 Uhr fliegt sie ein qweiteres Mal mit maximal 82° Grad Höhe hoch über unseren Morgenhimmel hinweg. Um 3:55 Uhr steht Kleinplanet (80)Sappho (11,5mag) nur 1' Bogenminute entfernt von 49 Lib (5,5mag).

Samstag, 27. April 2024

21. - 23. April 2024: Sonne und Mond

 In der letzten Woche habe ich nicht nur Asteroiden und deep-sky-Objekte beobachtet, sondern natürlich auch den Mond oder die Sonne im Visier gehabt. Hier ein paar Bilder:

Sonne am 21. April 2024 um 10:44 Uhr MESZ

Die Sonne am 22. April um 15:02 Uhr MESZ

Die Sonne am 23. April 2024 um 10:24 Uhr MESZ

Vergleicht man diese drei Bilder miteinander, muss man zuerst berücksichtigen, dass das Bild vom 22. April knapp fünf Stunden später aufgenommen worden ist als die beiden anderen Bilder. Dieser Zeitunterscvhied führt dazu, dass die Sonne am Himmel deutlich anders ausgerichtet ist. Für einen besseren Vergleich muss man das Sonnenbild um circa 60° Grad gegen den Uhrzeigersinn drehen. Oder anders ausgedrückt, die größere Fleckengruppe, die im mittleren Bild auf etwa fünf Uhr liegt, auf drei Uhr zurück stellen.

Auch ist deutlich, dass auf dem mittleren Bild wohl doch einiges an Schleierwolken oder Dunst in der Luft war, so dass dieses Bild die Flecken nicht so deutlich zeigt, wie die anderen beiden Bilder.

Dafür lässt sich jetzt aber richtig gut die Dynamik der Flecken auf der Sonne erkennen. Zum einen wird die Rotationj der Sonne deutlich. Aber man kann auch gut erkenenn, wie einzelnen Fleckengruppen sich abschwächen und andere Gruppen dafür neu entstehen. Sind auf dem Bild vom 21. April etwas links der Mitte nur zwei etwas dunklere und ein etwas schwächerer Einzelfleck zu erkennen, so sieht man am 22. April schon viele weitere kleine Flecken oberhalb entstehen, die dann auf dem Bild vom 23. April deutlich zu erkenenn sind. Und der ursprüngliche schwächere, einzelne Fleck vom 21. April ist inzwischen im Vergleich mit den anderen beiden Einzelflecken zum stärksten geworden.

Und hier auch noch zwei Bilder vom Mond:

Der Mond am 21. April um 20:55 Uhr MESZ

Der Mond am 22. April um 21:30 Uhr MESZ

Am 21. April war der Mond noch nicht ganz voll, hier sind am linken Rand noch gut verschiedene Kraterschatten zu erkennen. Und auch am Abend des 22. April fehlt noch ein Prozent bis zum Erreichen der tatsächlichen Vollmondphase.

Freitag, 26. April 2024

21./22. April 2024: Ein weiterer Beobachtungsbericht aus zwei Nächten

 Zu Beginn der Woche gab es zwei relativ klare Abende. Ganz wolkenfrei war es zwar nicht, aber im Prinzip sollte es zur Himmelsbeobachtung reichen. Der fast volle Mond leuchtete jedoch kräftig, so dass es nur wenig Sinn machen würde, lichtschwache deep-sky-Objekte zu fotografieren. Obwohl - auch das ist mir schließlich gelungen.

Zunächst habe ich mich jedoch auf die Beobachtung von Asteroiden / Kleinplaneten konzentriert. Diese Objekte sind ja meist um die 10mag hell und da reichen dann, selbst bei Mondlicht, fünf Minuten Belichtungszeit völlig aus, um diese Objekte am Himmel recht zweifelsfrei bestimmen zu können.

Nur Objekte, die zu dicht am Mond standen, waren nicht mit meiner Vespera fotografierbar. Da war dann doch der Himmelshintergrund zu hell, so dass ein Stacken der Aufnahmen nicht mehr sinnvoll möglich war. Beim vollen Mond betrifft das in etwa einen Radius von 10° Grad um den Mond herum.

Ich habe die verschiedenen Asteroiden zunächst  am 21. April fotografiert, dafür habe ich die Koordinaten manuell eingegeben, so dass die Objekte sich an diesem Tag meist recht genau in der Mitte des jeweiligen Bildes aufgehalten haben. Am 22. April habe ich dann die gleichen Einstellungen genutzt, die Asteroiden sind dann natürlich ein Stück weiter gewandert. Im Vergleich kann man gut erkenenn, dass es an beiden Tagen auch leichte durchziehende Schleierwolken gab, was die Transparenz des Himmels verschlechterte, denn mal sind die Bilder des einen, mal des anderen Tages detailreicher.

Als erstes Objekt zeige ich hier (3) Juno:

(3) Juno am 21. April 2024 um 21:55 MESZ

(3) Juno am 22. April 2024 um 21:50 Uhr MESZ

Können Sie erkennen, wie sich Juno von einem Tag zum anderen bewegt hat? Sie ist nur ein kleines Stück nach oben gewandert. Juno hat zur Zeit eine Helligkeit von 10,1mag. Der hellste Stern auf diesen Aufnahmen unten rechts ist HIP51510 mit 8,3mag.

Ein bisschen irritierend mag zusätzlich sein, dass auf dem zweiten Bild deutlich mehr Sterne zu sehen sind, trotz identischer Belichtungszeit. Aber an diesem Tag waren hier die Sichtverhältnisse einfach besser, es gab in diese Richtung wohl weniger Schleierbewölkung - und auch der Mond war am zweiten Tag etwas weiter von Juno entfernt, vielleicht macht auch das noch etwas aus.

Das nächste Objekt ist (4)Vesta:

(4) Vesta am 21. April um 22:15 Uhr MESZ

(4) Vesta am 22. April um 22:05 Uhr MESZ

Hier waren die Sichtverhältnisse eher umgekehrt, am 22. April zogen etwas mehr Wolken durch. Besonders im ersten Bild kann man gut erkennen, Vesta (8,6mag) hält sich zur Zeit im Sternbild Zwillinge in einem sehr sternenreichem Gebiet nahe der Milchstrasse auf. Haben Sie Vesta auf dem zweiten Bild gefunden? Sie ist deutlich weiter als Juno gewandert, Richtung nach "links oben".

Als nächstes (6)Hebe:

(6) Hebe am 21. April 2024 um 22:23 Uhr MESZ
(
(6) Hebe am 22. April 2024 um 22:13 Uhr MESZ

 Auch hier sieht man auf dem zweiten Bild etwas von durchziehenden Schleierwolken, auch kann man in der linken Bildhälfte noch eine schwache Satellitenspur erkennen. (6) Hebe (9,9mag) hat sich nicht nach links, sondern deutlich nach oben, aber etwas nach rechts bewegt. Im Bild vom 21. April lassen sich sogar die Galaxien NGC 5645 (unten rechts) und NGC 5665(oben, leicht links) erahnen. Für solche Objekte wäre natürlich eine längere Belichtungszeit zwingend notwendig.

Ein weiteres Objekt ist (23)Thalia:

(23) Thalia am 21. April um 22:02 Uhr MESZ

(23)Thalia am 22. April um 21:42 Uhr MESZ

(23) Thalia (10,6mag) ist auf dem zweiten Bild etwas nach rechts unten gewandert, aber auch hier einfach zu finden. Der helle Stern im Bild ist 86 Leo (5,5mag)

Und ein letzter Asteroid: (532)Herculina:

(532)Herculina am 21. April 2024 um 22:08 Uhr MESZ

(532)Herculian am 22. April 2024 um 21:57 Uhr MESZ

(532)Herculina (9,3mag) ist deutlich nach rechts und etwas nach oben gewandert. Der helle Stern rechts, in dessen Richtngn Herculina in etwa wandert, ist HIP 66730 mit 7,7mag. Im zweiten Bild sieht man gleich zwei Strichspuren, die sogar auf einer Linie zu liegen scheinen. Ich müsste wohl etwas länger recherchieren, woher diese Spur kommt. Beide Teile tauchen auf dem gleichen Einzelbild (dem fünften von insgesamt dreißig) gleichzeitig auf. Es könnte sich daher vielleicht auch um einen rotierenden Satelliten handeln, der mal aufleuchtet und mal nicht.

Ich habe mich auch noch an anderen Asteroiden versucht, (12)Victoria, (25)Phocaea und (30)Urania, die waren jedoch zu dicht am Mond, so dass mir keine vernünftigen Photos gelungen sind.

Dafür habe ich natürlich wieder nach T CrB Ausschau gehalten:

T CrB am am 22. April 2024 um 23:09 Uhr MESZ

Von der wiederkehrenden Nova-Aktivität ist noch nichts zu erahnen. T CrB ist zur Zeit ca. 10,2mag hell. Lassen wir uns überraschen, wann die Nova tatsächlich kommt.

Und ich habe an diesen Abenden doch nicht widerstehen können, trotz Mondlicht auch mal 30-minütige "deep-sky"-Belichtungen durchzuführen:

NGC 4314 am 21. April 2024 um 23:29 Uhr MESZ

Ich hatte das Vespera auf NGC 4314 ausgerichtet, dabei ging mir zufällig auch noch (ganz rechts) NGC 4274 ins "Netz". :-) Zwei nette kleine Spiralgalaxien. Mal sehen, vielleicht nehme ich die beiden demnächst noch einmal auf, dann etwas mittiger positioniert. Und eventuell lassen sich bei besserer Transparenz und längerer Belichtungszeit auch noch etwas mehr Details erkennen.

NGC 4565 am 22. April um 22:57 Uhr MESZ

NGC 4565 ist eine besonders schöne Galaxie, auf die wir genau von der Seite blicken. Sie trägt daher auch Namen wie "Nadel-Galaxie", "Haarspangen-Galaxien" (passt ja gut zum Sternbild "Haar der Berenike"), aber auch "Fliegende Untertassen-Galaxie". Rechts von ihr lässt sich eine weitere Galaxie erahnen, das ist NGC 4562.

Zwei schöne Abende, die sich - auch bei hellem Mondscheins - wieder sehr für die Himmelsbeobachtung gelohnt haben.

Sonntag, 21. April 2024

22. - 28. April 2024: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche haben wir Vollmond. Im zweiten Teil der Woche zieht er sich relativ schnell vom Abendhimmel zurück. Von den hellen Planeten kann Jupiter vielleicht noch nach Sonnenuntergang kurz im Nordwesten gesehen werden. Am Morgenhimmel schafft es Saturn vielleicht, durch immer frühere Aufgänge sich schon in der Morgendämmerung zu zeigen (ab ca. 5:15 Uhr). Die internationale Raumstation (ISS) beginnt wieder eine Periode von morgendlichen Überflügen.

Am Montag, den 22. April, geht die Sonne um 6:13 Uhr auf und um 20:35 Uhr unter, damit ist der helle Tag um 27 Minuten länger als noch vor einer Woche. Die bereits zu 99 Prozent beleuchtete Mondscheibe geht um 19:00 Uhr auf. Am Morgen zieht die ISS zwischen 5:32 Uhr und 5:40 Uhr in maximal 15° Grad Höhe über unseren südöstlichen Himmel hinweg. Asteroid (30)Urania (11,4mag) zieht gegen 23:00 Uhr in nur 2,5' Bogenminuten Abstand an NGC 4699 (9,6mag) vorüber. Allerdings ist auch der Mond von beiden nicht weit entfernt.

Am Dienstag, den 23. April, beginnt mit dem Mondaufgang um 20:22 Uhr die Vollmondnacht. Am Morgen steht Saturnmond Titan in östlicher Elongation. Bei Jupiter gehen am Abend die Monde Europa, Io und Ganymed voran Richtung Nordwesthorizont, Mond Kallisto steht oberhalb von Jupiter. Gegen 21:33 Uhr kann die chinesische Raumstation ganz tief im Südwesten (maximale Höhe 12° Grad) bei einem Überflug beobachtet werden.

Am Mittwoch, den 24. April, erreicht der Mond exakt um 1:49 Uhr seine Vollmondposition. Er geht um 6:05 Uhr unter und dann erst um 21:38 Uhr, also eine knappe Stunde nach Sonnenuntergang, wieder auf. Wer genau hinschaut, wird erkennen, dass am rechten, westlichen Rand des Mondes schon ca. ein Prozent fehlt. Die ISS fliegt zwischen 5:30 Uhr und 5:39 Uhr in maximal 28° Grad Höhe über unseren südlichen Himmel hinweg.

Am Donnerstag, den 25. April, geht der Mond erst um 22:56 Uhr auf, er ist noch zu 97 Prozent beleuchtet. Er nähert sich außerdem dem Sternbild Skorpion und erreicht in der Nacht zum Freitag nur noch eine maximale Höhe von 13,6° Grad. Die ISS fliegt zwischen 4:43 Uhr und 4:49 Uhr in maximal 20° Grad Höhe über unseren südöstlichen Himmel hinweg.

Am Freitag, den 26. April, endet um 0:26 Uhr eine Sternbedeckung von 42 Librae (5,1mag) durch den Mond, der dann noch zu 96 Prozent beleuchtet ist. Das ganze spielt sich jedoch noch sehr horizontnah ab. Am Abend geht der Mond erst nach Mitternacht auf.  Die ISS kann kurz zwischen 3:56 Uhr und 4:00 Uhr im Osten in maximal 14° Grad Höhe über dem Horizont gesehen werden.

Am Samstag, den 27. April, geht der Mond um 0:14 Uhr auf und um 7:10 Uhr unter. Er ist in dieser Nacht nur noch zu 91 Prozent beleuchtet und erreicht eine maximale Höhe von 10° Grad über dem Horizont. Um 4:27 Uhr endet eine Sternbedeckungen (von SAO 184547, 6,5mag). Abends um 22:58 Uhr erreicht der veränderliche Stern Algol ein Helligkeitsminimum. Zwischen 4:41 Uhr und 4:48 Uhr fliegt die ISS in maximal 36° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg.

Am Sonntag, den 28. April, zieht der Mond am Morgen zwischen 1:27 Uhr und 7:54 Uhr seine Bahn tief über dem Südhorizont, den er nur um maximal 8,9° Grad überwindet. Zwischen 3:54 Uhr und 3:59 Uhr ist die ISS in maximal 26° Grad Höhe im Südosten zu sehen.

Donnerstag, 18. April 2024

18. und 20. April 2024: Die Sonne am Nachmittag

 Zur Zeit sieht unsere Sonne sehr gesprenkelt aus. Eine Vielzahl von Fleckengruppen, zum Teil mit vielen Einzelflecken, sorgten in den letzten beiden Tagen für eine hohe Relativzahl von über 200. Das gab es zuletzt im Herbst 2023. 

Hier meine eigene Aufnahme vom  Nachmittag:

Sonne mit vielen Fleckengruppen am 18. April 2024

Und hier im Vergleich das etwas ältere Bild von spaceweather, aber ebenfalls von heute:

Original hier: https://spaceweather.com/images2024/18apr24/hmi200.gif
 

Auf dem spaceweather-Bild sind ganz rechts am Sonnenrand noch die Gruppen 3633 und 3634 verzeichnet. Auf meinem Bild lässt sich nur noch die Gruppe 3634 auf etwa "4 Uhr" direkt am Rand erkennen. Auch sind nicht ganz so viele Einzelflecken zu erkennen wie auf dem Satellitenbild.

Die vielen Regionen haben in den letzten Tagen auch eine Vielzahl von Flares erzeugt, die meisten jedoch in der C-Klasse, nur 3 Flares hatten M erreicht. 

Es lohnt sich daher in diesen Wochen die Sonnenaktivität zu verfolgen. So hat es am Abend des 16. April 2024 erneut Polarlichter über Deutschland gegeben.

**********  Ergänzung vom 20. April 2024 *************

Und in der Tat gab es am Abend des 19. Aprils in Deutschland Polarlichter über Deutschland zu sehen. Leider war es fast überall völlig bewölkt, so dass es nur ganz wenige Nachweise gibt. Das Polarlicht war zeitweilig jedoch so stark, dass es selbst auf Webcams in Frankreich (Nähe St. Tropez) aufgezeichnet wurde.

Und hier noch ein Bild von mir, aufgenommen am Samstag, den 20. April, auch wieder am Nachmittag:

Sonne am 20. April 2024

Man kann leicht erkennen, wie die verschiedenen Fleckengruppen durch die Rotation der Sonne ihre Bahn ziehen. Und auch Veränderungen in den Fleckengruppen in diesen nur zwei Tagen Unterschied werden deutlich.

Sonntag, 14. April 2024

15. - 21. April 2024: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche nimmt der Mond weiter von Abend zu Abend zu. Von den hellen Planeten ist nur noch Jupiter kurze Zeit nach Sonnenuntergang (bis kurz nach 22 Uhr) tief im Westen zu sehen, er nähert sich jetzt immer mehr dem Fernglasplaneten Uranus an. Alle anderen Planeten machen sich in diesen Tagen reichlich rar. Der Komet 12P/Pons-Brooks ist ebenfalls nicht mehr zu finden und auch die ISS lässt sich nicht bei nächtlichen Überflügen blicken.

 Am Montag, den 15. April,  geht die Sonne um 6:28 Uhr auf und um 20:23 Uhr unter, der helle Tag dauert also praktisch schon 14 Stunden. Da die Sonne immer flacher unter den Horizont sinkt, verlängern sich auch die Dämmerungszeiten. "Astronomisch dunkle" Nacht herrscht nur noch zwischen 23:00 Uhr und 4:00 Uhr. Wenn da nicht auch noch der helle Mond wäre. Dieser erreicht heute exakt um 21:13 Uhr das Erste Viertel. Er geht dann erst am nächsten Morgen um 4:25 Uhr unter.

Am Dienstag, den 16. April, kommt es bereits kurz nach Mitternacht (gegen 0:08 Uhr) zu einer Bedeckung des 5,9mag hellen Stern Omega Cancri. Diese Bedeckung verläuft streifend entlang einer Linie von Norderney über Minden und Göttingen. Östlich davon wird der Stern nicht bedeckt. Um 0:17 Uhr bedeckt der Mond dann ziemlich mittig den Stern 4 Cancri (6,2mag). Am Abend steht der Mond im Sternbild Krebs, er ist zu 60 Prozent beleuchtet. Und hier noch etwas für Spezialisten: Gegen 4:30 Uhr zieht der kleine "Erdbahnkreuzer" (439437) 2013 NK4 in nur4 ca. 18 Bogenminuten Abstand an alpha Hercules (3,1mag) vorüber. Der Erdbahnkreuzer wird nur 12,7mag haben, obwohl er der Erde bis auf 3,3 Millionen Kilometer Abstand nahe kommt. Das ist die neunfache Entfernung zum Mond. Er hat aber auch nur einen Durchnesser von 500-1000 Meter.

Am Mittwoch, den 17. April, ist der Mond bereits zum Löwen gewandert und heute Abend zu 69 Prozent beleuchtet. Bei Jupiter fällt ab 20:48 Uhr der Schatten von Mond Io auf den Planeten.

Am Donnerstag, den 18. April, kann in den frühen Morgenstunden gegen 3:40 Uhr das Mond-"Quincunx" beobachtet werden. Am Abend steht der zu 78 Prozent beleuchtete Mond unweit von Regulus, dem hellsten Stern des Löwen.

Am Freitag, den 19. April, kann in den frühen Morgenstunden gegen 3:10 Uhr der "Goldene Henkel"  beobachtet werden. Am Abend ist der Mond zu 85 Prozent beleuchtet.

Am Samstag, den 20. April, ist der Mond am Abend zu 91 Prozent beleuchtet. Heute zieht Jupiter an Uranus vorbei, der engste Abstand um 9 Uhr von nur einem halben Grad (entspricht einem Monddurchmesser) bleibt für uns jedoch unbeobachtbar.

Am Sonntag, den 21. April, wird um 2:40 Uhr der 7,1mag schwach leuchtende Stern SAO119114 vom Mond bedeckt. Kleinplanet (1) Ceres (8,6mag) geht heute früh gegen 4:00 Uhr in nur 3 Bogenminuten Abstand an chi 3 Sgr (5,4mag) vorüber. Am Abend ist der Mond zu 96 Prozent beleuchtet, er geht erst am Montag um 5:44 Uhr unter.