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Samstag, 1. Januar 2022

1. Januar 2022: Ein Wolkenloch zeigt die ersten Sterne im neuen Jahr

 Der Tag heute war ausgesprochen mild, viel zu warm für einen Neujahrstag. Um die Christrose vor meinem Hauseingang flogen sogar Honigbienen herum. Die armen Tiere, denn in drei Tagen soll es wieder deutlich kälter werden und vielleicht sogar Schnee geben.

Honigbienen an Christrose am 1.1.22
 

Mittags habe ich versucht, Sonnenflecken zu fotografieren. Unter meinen ca. 20 Bildern musste ich einige Zeit suchen, bis ich dann doch eines fand, auf dem neben den durchziehenden, hohen Wolken, trotzdem (nach Bearbeitung in Adobe Lightroom) auch Sonnenflecken zu erkennen waren:

Sonne mit Wolken und Flecken am 1.1.2022

Zwei Fleckengruppen sind gut zu erkennen. Am rechten Rand eine Dreiergruppe, welche die offizielle Nummer 2916 trägt und etwas links von der Mitte eine nicht ganz so auffällige Zweiergruppe mit der Nummer 2922. Wenn man ganz genau hinschaut, lässt sich fast genau senkrecht über der Gruppe 2916 auch noch eine kleine Aufhellung erkennen, das Fackelgebiet 2918. Wer möchte, kann meine Aufnahme gerne mit der Profiaufnahme von SDO/HMI auf  spaceweather.com vergleichen. Dort sind noch ein paar mehr Flecken zu erkennen.

Am Abend gab es dann zwischen 19 und 20 Uhr auch noch einmal ein kurzes Aufklaren, ein Wolkenloch. Das Teleskop aufzubauen hat sich nicht gelohnt, aber eine kleine Animation der durchziehenden Wolken in Richtung des aufgehenden Orions ist mir dann doch gelungen.

Hier zunächst ein Einzelbild:

Sternenhimmel am Abend des Neujahrstag gegen 19:45 Uhr

 Orion geht gerade über den benachbarten Büschen auf, darüber das Sternbild Stier mit dem Darüber das Sternbild Stier mit dem auf der Seite liegenden "V" (der Sternhaufen der "Hyaden") und oben in der Mitte den Plejaden ("Siebengestirn"). Links oben das Sternbild Fuhrmann mit der hellen Capella. Wer die Sterne genau mit einem Atlas oder Planetariumsprogramm wie "Stellarium" vergleicht, kann in der rechten Hälfte auch noch den Kleinplaneten (1) Ceres und sogar den Planeten Uranus finden.

Wie die Wolken jedoch immer dichter wurden, zeigt die nachfolgende Animation aus 61 Bildern:

Durchziehende Wolken

Die 61 Einzelbilder wurden jeweils 10 Sekunden lang belichtet (Canon 5D MarkII, 20mm Weitwinkel-Objektiv, F/2.5, ISO3200). Ein Durchgang der Animation braucht ca. 12 Sekunden (die einzelnen Bilder laufen mit 0,2 Sekunden Verzögerung). In Wirklichkeit waren es 12 Minuten. Die Animation läuft also ca. 60mal so schnell wie die Wirklichkeit.

Hoffen wir, dass es in diesem Jahr noch bessere Gelegenheiten zur Himmelsbeobachtung gibt.


 


Samstag, 13. Februar 2021

12.02.2021: Klirrende Kälte, Darwin, Palindrom und Sternenhimmel

 Schon am Donnerstagabend war es abends klar, am Freitag auch wieder und hoffentlich auch noch am Wochenende. Die Temperaturen gehen über dem Schnee natürlich fürchterlich in den "Eiskeller". Minus 17,7° Celsius ist bisher das kälteste, was ich in diesem Winter bei mir gemessen habe.

Aber es geht gar nicht anders: Der Hobbyastronom muss dann einfach raus!

Zumal heute gleich ein doppelt schöner Tag ist. Zum einen Geburtstag von Darwin, also "Darwintag", der Tag für die Naturwissenschaftler. Darwin gehört sicherlich zu den Denkern, die unser heutiges aufgeklärtes naturwissenschaftliches Weltbild mit am meisten beeinflusst haben.

Und außerdem ist heute ein netter "Palindromtag". Unser heutiges Datum: 12.02.2021 lässt sich nämlich vorwärts und rückwärts gleich lesen! Cool, nich wahr!

Und weil es drauße so schön ist, hier auch gleich noch ein Bild vom Sternbild Orion von Freitagabend.

Orion am 12.02.2021
 

Aufgenommen mit meiner Canon 5D MarkII mit 50mm Brennweite.Das 1.8-Objektiv wurde auf 2.0 abgeblendet, ich habe ca. 15 Aufnahmen, die ich jeweils im Schnitte zweieinhalb Minuten belichtet habe, bei ISO 400 gestackt. Leider verzeichnet das Objektiv an den Rändern schon recht stark, Beteigeuze, der helle Stern oben links, wird gar nicht mehr punktförmig oder zumindest rund abgebildet. Auch ist der Hintergrund recht unregelmäßig dunkel geworden, was wahrscheinlich am nicht perfekten Stacking-prozess liegt. Ich hatte jedoch keine Lust, jetzt viele Stunden in eine bessere Bildbearbeitung zu investieren. Ich hoffe, das Bild zeigt doch ein wenig, wie schön ein Abendspaziergang am Himmel sein kann.


Donnerstag, 23. April 2020

23. April 2020: 60 Starlink-Satelliten ziehen über den Abendhimmel


Am 22. April wurden in den USA durch die Firma spaceX weitere 60 Starlink-Satelliten gleichzeitig gestartet. Nur einen Tag später, am 23. April 2020 überflogen sie kurz vor 22 Uhr auch Deutschland. Mir sind davon ein paar Fotos gelungen. Ich hatte jedoch nicht damit gerechnet, dass die 60 Satelliten noch so eng beieinander sein würden und leider nur ein Weitwinkelobjektiv eingepackt. Bei vier Sekunden Belichtungszeit erscheinen auf meinen Fotos die vielen einzelnen Satelliten nur wie eine etwas langegezogene Spur.

Hier die erste Aufnahme:

Venus und Starlink-Flare.
Man erkennt auf dem Bild sofort die helle Venus. Etwas darunter nach links hin sieht man einen kleinen Strich, das sind die 60 Satelliten. An dieser Stelle waren sie besonders hell und reflektierten das Licht der untergegangenen Sonne wohl direkt zu mir hin. (Fotodaten: Canon 5D Mark II mit Sigma 20mm Weitwinkel-Objektiv bei f/2, ISO200 und 4 Sekunden).

Da Satelliten zogen von rechts nach links durch das Bild. Zunächst am Orion vorbei, dann unterhalb von Prokyon im Kleinen Hund Richtung Löwe und Regulus. In der Nähe von Prokyon kam es zu einem zweiten hellerem Aufleuchten:

Der zweite (etwas schwächere) Flare kurz vor Prokyon.

Donnerstag, 26. März 2020

28. März 2020: (K)ein Astronomietag


Am Samstag, den 28. März 2020, war ein bundesweiter Astronomietag geplant. Viele Sternwarte und Privatpersonen hatten sich vorbereitet und zu mindestens 188 Veranstaltungen eingeladen. Das ist jetzt leider nicht mehr möglich, die Vereinigung der Sternfreunde Deutschlands hat daher den Astronomietag auf den 24. Oktober verschoben. Stattdessen wird es am Samstag einen "Online-Astronomietag" geben. Auf der Webseite "Astronomietag.de" heißt es dazu:

Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter, dort werden wir alle zusammen einen virtuellen Ausflug ins All unternehmen – mit aktuellen Bildern der Schmuckstücke des Sternhimmels im Livestream auf dem Youtube-Kanal des Hauses der Astronomie, sofern es das Wetter erlaubt. Alternativ wird dort ein Vortragsprogramm angeboten.

Auch ich werde Ihnen, wenn Wetter, Gesundheit und Zeit mitspielen, am Samstag ein paar Bilder in meinem Blog posten.

Aber vielleicht wollen Sie selbst am Abend vom Garten, Balkon oder Fenster aus den Abendhimmel genießen? Das können Sie sehen:

Nach Sonnenuntergang wird im Westen sofort die schmale Mondsichel auffallen. Der Mond ist zu 17 Prozent beleuchtet. Er wird gegen 23 Uhr untergehen. Wir haben einen zunehmenden Mond, wenn sie ihn vielleicht schon am Freitag gesehen haben, können sie deutlich erkennen, dass er am Samstag schon etwas dicker geworden ist. Außerdem steht der Mond am Samstag viel dichter an einem hellen "Stern" als noch am Freitag.

Dieser helle "Stern" ist die Venus, der Planet aller Liebenden. Auch die Venus strahlt bis kurz nach 23 Uhr am Abendhimmel im Westen.

Etwas oberhalb der Venus können Sie eine kleine, dichte Ansammlung von ca. 7 Sternen sehen. Dieser Sternhaufen wird auch die Plejaden oder die "sieben Schwestern" genannt. Die Plejaden sind schon seit dem Altertum bekannt, man findet sie schon auf der Himmelsscheibe von Nebra. Die Astronomen haben inzwischen herausgefunden, dass die Plejaden von uns etwa 440 Lichtjahre entfernt sind. Sie sind eine Gruppe von etwa 1200 Sternen, die nur rund 250 Millionen Jahre alt sind. Wenn Sie ein Fernglas haben, richten Sie dieses doch einmal auf die Plejaden, sie werden überrascht sein, wieviele Sterne sie damit dort schon entdecken können!

Wenn das schöne Wetter weiter anhält, können wir in den nächsten Tagen beobachten, dass die Venus von Tag zu Tag dichter an die Plejaden heran wandert. Am 3. April wird sie den Sternhaufen erreicht haben. In Wirklichkeit ist die Venus natürlich viel dichter an der Erde als diese weit entfernten Sterne.

Es gibt am Himmel an diesem Abend noch mehr zubeobachten: Ab 19:55 Uhr steigt im Westen, also nicht weit von Mond und Venus entfernt, ein heller Lichtpunkt in den folgenden Minuten steil den Himmel hinauf. Viele werden denken, das sei ein Flugzeug. Es handelt sich diesmal jedoch um die Internationale Raumstation, die ISS. Sie fliegt in gut 400 Kilometer Höhe über die Erde hinweg. Heute Abend wird die ISS in dieser Höhe noch von der für uns längst untergegangenen Sonne angestrahlt. Nach nur kurzer Zeit, bereits um 19:58 Uhr, befindet sie sich senkrecht über unseren Köpfen ganz hoch oben im Himmel. Schnell zieht sie Richtung Osten, wieder dem Horizont entgegen, wo sie um 20:00 Uhr in der Dunkelheit verschwindet.

Wenn sie eine Fotokamera haben, die ruhig auf einem Stativ steht und die längere Belichtungszeiten rmöglicht, können Sie die Bahn der ISS über den Himmel sogar fotografieren. Sie wird dann als eine längere Leuchtspur durch die Kamera festgehalten.

Die ISS ist nicht immer am Abendhimmel zu sehen, in diesen Tagen jedoch häufiger. Die Zeiten habe ich ja in meinen wöchentlichen Übersichten in meinem Blog aufgeschrieben.

Wenn die ISS über den Himmel fliegt, tut sie das natürlich völlig geräuschlos. Auch hat die ISS keine blinkenden Positionslichter wie Flugzeuge.

Die Internationale Raumstation am 21. März über meinem Garten. rechts von der Spur, über dem Busch, ist das Sternbild Orion zu erkennen.
****** Ergänzung vom 28. März 2020, 9:30 Uhr ************

Heute, am 28. März 2020, hat auch die Neue Westfälische Zeitung, nach einem kurzen Interview mit mir, einen Artikel zum Astronomietag veröffentlicht. Leider ist der Redakteurin ein kleiner Fehler passiert. Ich habe natürlich niemals von "Astrologen", sondern immer nur von Astronomen gesprochen! Der Artikel ist online leider nur im kostenpflichtigen NW+ Angebot enthalten.

Freitag, 27. Dezember 2019

27. Dezember 2019: Der Himmel heute Abend


Der Himmel heute Abend (leider ziehen immer wieder Wolken durch):

Orion, Zwillinge, Stier - zusammengesetzt aus mehreren Einzelbildern (die jeweils eine Minute belichtet wurden, bei ISO3200, 24mm, f/4) mit Adobe Lightroom

Mittwoch, 4. April 2018

Ostersonntag, 1. April: Die ISS über Amrum

Über die Osterfeiertage war ich auf der schönen Nordseeinsel Amrum. Am Ostersonntag gab es herrlichstes Wetter, so das ich als erstes auf ein schönes Foto vom Sonnenuntergang hoffte.

Sonnenuntergang am 1. April 2018
Doch, wie man unschwer erkennt, das hat nicht ganz geklappt. Der Sonnenuntergang war schön, aber im Meer "versank" sie nicht. Am Horizont war doch eine undurchdringbare Wolkenschicht.

Bald nach 21 Uhr ging der Mond im Osten auf:

Aufgang des schon leicht abnehmenden Monds...

Doch dann sollte die ISS kommen. Um 21:48 Uhr stieg die ISS im Westen auf.

Alle folgenden Bilder entstanden mit meiner Canon 5D Mark II und einem 20mm Sigma Weitwinkel-Objektiv bei ISO 1600, f/2.5 und 10 bzw. 20 Sekunden Belichtungszeit.

Hier sieht man die ISS in der Mitte des Bildes als kurze Leuchtspur. Rechts oben im Bild ist eine längere "gepunktete" Spur zu sehen, die stammt von einem Flugzeug. Die ISS ist zu diesem Zeitpunkt noch rund 1500 Kilometer von Amrum entfernt, sie fliegt in diesem Moment gerade zwischen Irland und Wales....
Jetzt fliegt sie genau oberhalb des Sternbilds Orion.

Hier habe ich die Belichtungszeit auf 20 Sekunden erhöht, dadurch ist sie mir glatt "entwischt".

... weiter geht es Richtung Osten ... jetzt ist die ISS etwa 600 Kilometer von Beobachtungsplatz entfernt. 200 bis 300 Kilometer Luftlinie südlich von Amrum - zum Beispiel in Bad Lippspringe - fliegt sie ziemlich genau über die Köpfe der Leute hinweg....


Und bevor sie im Osten untergeht, bzw. vorher mit dem (gerade nicht mehr auf dem Foto) aufgehenden Mond zusammenkommt, verschwindet sie doch schon im Schatten der Erde. Man erkennt dies daran, dass die Leuchtspur immer schwächer wird.
Und weils so schön ist, hier noch ein weiteres Bild vom Amrumer Leuchtturm mit Sternenhimmel:

Der Amrumer Leuchtturm unter österlichem Sternenhimmel (Belichtungszeit 3 Sekunden)

Samstag, 3. Januar 2015

5. - 11. Januar 2015: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche ist am Montagmorgen Vollmond, danach zieht sich der abnehmende Mond langsam vom Abendhimmel zurück. Ab der zweiten Wochenhälfte kann daher wahrscheinlich sogar der Komet Lovejoy C/2014 Q2 mit bloßem Auge neben dem Sternbild Orion gefunden werden. Von den großen Planeten kann am Abendhimmel tief im Südwesten bald nach Sonnenuntergang bis ca. 17:30 Uhr die Venus gefunden werden. Nicht weit von ihr entfernt ist (vielleicht mit Fernglas) auch der Planet Merkur zu finden. Der Abstand beträgt nur etwa zwei Vollmondbreiten. Mars geht gegen 19:30 Uhr im Westen unter, zu dieser Zeit geht Jupiter im Osten auf und bleibt dann die ganze Nacht über als hellstes Objekt am Sternenhimmel (abgesehen vom Mond) zu sehen. Saturn kann ab etwa 5:15 Uhr ebenfalls im Osten am Morgenhimmel gefunden werden. Die ISS kann bei morgendlichen Überflügen ab Mitte der Woche tief im Südosten gesehen werden.

Am Montag, den 5. Januar, geht die Sonne um 8:31 Uhr auf und um 16:29 Uhr unter. Der helle Tag dauert also fast genau 8 Stunden. Um 12:30 Uhr erreicht die Sonne im Süden eine maximale Höhe von 16° Grad über dem Horizont. Heute früh um 5:53 Uhr ist Vollmond, seine maximale Höhe erreichte der Vollmond bereits um 0:16 Uhr mit einer Höhe von 56° Grad über dem Horizont.

Am Dienstag, den 6. Januar, geht der noch recht volle Mond um 18:20 Uhr auf. In der Nacht zum Mittwoch kommt es gleich zweimal zu interessanten Ereignissen bei Jupiter. Um 23:27 Uhr verfinstert der Mond Europa den Mond Io für 12 Minuten, um 1:03 Uhr am Dienstag bedeckt dann Europa den Mond Io sogar für zehn Minuten partiell für etwa 50%.

Am Mittwoch, den 7. Januar, geht der leicht abnehmende Mund um 19:22 Uhr auf. Bei Jupiteraufgang fehlt der Mond Kallisto, er beendet erst um 21:32 seinen Durchgang vor der Jupiterscheibe.

Am Donnerstag, den 8. Januar, wird um 4:23 Uhr in der Frühe der Jupitermond Ganymed vom Mond Europa verfinstert. Die ISS fliegt zwischen 7:12 und 7:21 Uhr in maximal 23° Grad Höhe tief am Himmel von West nach Ost entlang. Am Abend steht der Mond nicht weit von Jupiter entfernt. Um 21:55 Uhr endet die Bedeckung des Stern  pi Leonis (4,9mag), dieser taucht dann am dunklen Mondrand auf.

Am Freitag, den 9. Januar, wird wieder in der Frühe um 7:22 Uhr der Jupitermond Ganymed vom Mond Europa für 14 Minuten bedeckt. Zuvor fliegt die ISS zwischen 6:22 Uhr und 6:29 Uhr in nur maximal 16° Grad Höhe im Südosten an unserem Himmel entlang.

Am Samstag, den 10. Januar, wandern in den Frühstunden die Jupitermonde Io (von 2:26 Uhr bis 4:44 Uhr) und Europa (3:34 Uhr bis 6:29 Uhr) und ihre Schatten vor der Jupiterscheibe entlang. Zwischen 7:07 Uhr und 7:14 Uhr erreicht die ISS diesmal immerhin schon eine Höhe von 39° Grad über dem Südhorizont bei ihrem morgendlichen Überflug. Am Abend um 23:46 Uhr erreicht der veränderliche Stern Algol im Perseus wieder ein Helligkeitsminimum.

Am Sonntag, den 11. Januar, geht der Mond erst um 23:33 Uhr auf, vorher kann gut "deep-sky"-Beobachtung betrieben werden. Auf Jupiter wandert ab 20:16 Uhr (bis 22:33 Uhr) der Schatten von Io über den Planeten, ab 22:16 dann der Schatten von Ganymed. Die ISS ist am Morgen zwischen 6:17 Uhr und 6:24 Uhr in maximal 28° Grad Höhe im Südosten zu sehen.

Samstag, 27. Dezember 2014

27. Dezember: Ein Komet am Himmel über Bad Lippspringe

*** Eine Aktualisierung befindet sich am Ende des Artikels ***
 
Okay, ich muss zugeben, bislang ist der Komet keine auffällige Erscheinung und wirklich nur etwas für Spezialisten. Doch das könnte sich in den kommenden Tagen und Wochen noch ein wenig ändern, dann könnte er auch für Laien, die mit einem Fernglas in die richtige Richtung schauen, zu erkennen sein.

Der Komet trägt den schönen Namen Lovejoy C/2014 Q2. Es ist bereits der fünfte Komet, der von Terry Lovejoy, einem Amateurastronomen in Australien, entdeckt wurde. Lange war dieser Komet nur auf der Südhalbkugel zu sehen, jetzt steigt er jedoch auch an unserem Himmel von Tag zu Tag etwas höher.

Unter richtig dunklem Himmel ist er sicherlich zur Zeit sogar mit dem bloßen Auge zu erkennen, hat er doch auf der Helligkeitsskala etwa 5,5 mag. (Von den mit bloßem Auge sichtbaren Sternen haben die hellsten 1mag und die schwächsten 6mag, er ist also etwas heller als "ganz schwach" sichtbar.)

Aus unserem Ort heraus, genauer aus meinem Garten heraus, sollte diese Helligkeit für ein Foto auch ausreichend sein. Leider steht er zur Zeit nur ganz knapp über dem Horizont. Und in Richtung Süden befindet sich da zunächst  das Grundstück meines Nachbarn, dahinter dann die beleuchtete Straße - dies hellt den Himmel in diese Richtung leider sehr auf.

Trotzdem habe ich, als es am zweiten Weihnachtsfeiertag abends plötzlich aufklarte, doch einen Versuch gestartet. Hier mein Ergebnis:

Komet Lovejoy C/2014 Q2 am 27. Dezember 2014 um 0:01 Uhr MEZ mit Canon 5DMarkII, 50mm, f/2, 10sec, 1600 ISO


Der Komet befindet sich als etwas "verwaschener Fleck" innerhalb der roten Markierung. Damit er überhaupt sichtbar wird, musste ich im Bild gnadenlos am Kontrast drehen, denn sonst wäre er über dem Haus des Nachbarn gar nicht zu erkennen.

Oben links im Bild der hell überstrahlt Fleck ist der Fixstern Sirius, der hellste Fixstern an unserem Himmel und Hauptstern des Sternbilds "Großer Hund".

In den nächsten Tagen werden sich die Sichtbarkeitbedingungen jedoch deutlich verbessern, da der Komet langsam neben dem Sternbild Orion hochsteigt. Hier ein weiteres Bild von gestern, in welches ich auch die ungefähre Bahn des Kometen eingetragen habe:

Die Bahn von Lovejoy (roter Strich) unterhalb und neben dem Sternbild Orion
Auf diesem größeren Übersichtsbild erkennt man in der oberen Hälfte leicht das Sternbild Orion, den Himmelsjäger mit den drei charakteristischen Sternen in der Mitte, seinem Gürtel. Links unterhalb von ihm leuchtet sehr hell wieder Sirius. Die vier in etwa kastenförmig angeordneten helleren Sterne unterhalb von Orion gehören zum Sternbild Hase (den hat der Orion wohl gerade erlegt).

Je höher Lovejoy steigt, desto besser sollte er auch zu erkennen sein. Leider wird Anfang Januar jedoch der immer voller werdende Mond die Sichtbarkeit beeinträchtigen. Ab Mitte Januar sollte dann der Komet jedoch wieder besser zu sehen sein, dann wird er auch schon gegen 22 Uhr ausreichend hoch am Himmel stehen.

Wer mehr über Lovejoy erfahren möchte, kann dies an verschiedenen Stellen im Internet tun. Jan Hattenbach  einen sehr informativen Artikel geschrieben. Stefan Krause hat auf seiner Kometenseite viele Fotos verlinkt und ausführliche Sternkarten zum besseren Auffinden findet man auf Winnies Kometenseiten.

*** Aktualisierung vom 27.12./28.12. **********

Am Samstagabend kam ich kurz nach 23 Uhr von Freunden nach Hause und siehe da, es hatte wieder etwas aufgeklart. Leider zogen auch Wolken durch, doch ein kurzer Blick durch den Feldstecher  zeigte mir sofort einen grünlich schimmernden verwaschenen Fleck an der Stelle, woich den Kometen vermutete. Also schnell noch die Kamera aufgebaut und ein Foto geschossen.

Und siehe da, ich hatte tatsächlich Glück. Heute war der Komet viel deutlicher nd klarer zu erkennen als gestern. Ob die Feuchtigkeit (Nebel?) in Richtung Komet nicht so stark war wie gestern? Oder sollten andere Leuchten heute zufällig abgestellt sein, so das man wirklich den Himmel so viel besser wahrnehmen konnte? Egal, hier das Foto:

Komet Lovejoy am 27.12.2014 um 23:36 Uhr MEZ, f/2, 50mm, ISO1600, 10 sec
Auch auf diesem Bild befindet sich Sirius links oben in der Ecke. Der Komet erscheint deutlich heller als die drei, vier Sterne links neben/unter ihm, (gestern stand er selbst noch links von ihnen). Außerdem zeigt er heute deutlich die typische grünliche Farbe.

Mal sehen, wie sich der Komet in den folgenden Tagen entwickelt.

Sonntag, 14. Dezember 2014

15. - 21. Dezember: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche zieht sich der Mond vom Morgenhimmel zurück, daher kann man abends und nachts bei wolkenfreiem Himmel sehr gut die Wintersternbilder beobachten, das Sternbild Orion geht gegen 19 Uhr im Ostenauf. Von den großen Planeten kann Mars nach Sonnenuntergang im Südwesten bis gegen 19:00 Uhr gefunden werden. Jupiter ist nach 21:30 Uhr im Osten zu sehen. Uranus und Neptun können von Spezialisten abends noch mit einem Fernglas gesichtet werden. Saturn geht gegen 6:30 Uhr tief im Südosten auf. Die ISS kann bei abendlichen Überflügen beobachtet werden.

Am Montag, den 15. Dezember, geht die Sonne um 8:25 Uhr auf und um 16:14 Uhr unter. Gegenüber letztem Montag geht die Sonne also noch einmal sieben Minute später auf. Da die Sonne jetzt ganz in der Nähe des tiefsten Punkts ihrer Bahn steht, verändern sich die Auf- und Untergangszeiten nur noch geringfügig. Die ISS fliegt zwischen 17:56 Uhr und 18 Uhr über unseren Südhimmel in maximaler Höhe von 61° Grad hinweg.Der abnehmende Mond geht heute früh um 0:44 Uhr auf. Tag für Tag verschiebt sich jetzt sein Aufgang um rund eine Stunde, seine Sichelgestalt wird immer dünner.

Am Dienstag, den 16. Dezember, wandert in der Frühe ab 5:07 Uhr der Schatten von Jupitermond Europa über den Planeten, ab 7:11 Uhr kommt noch der Schatten von Io hinzu. Am Abend ist die ISS gleich zweimal zu sehen. Zwischen 17:06 Uhr und 17:11 Uhr ist sie in maximal 45° Grad Höhe zu sehen. Um 18:42 Uhr steigt sie noch einmal im Westen auf 61° Grad Höhe im Sternbild Schwan hinauf, bevor sie dort im Erdschatten verschwindet.

Am Mittwoch, den 17. Dezember, erreicht die ISS bei ihrem Überflug zwischen 17:52 Uhr und 17:56 Uhr sogar eine Höhe von 82° Grad über dem Horizont. Am Abend lohnt es sich nach 23 Uhr die Jupitermonde zu beobachten. Oberhalb von Jupiter ist zunächst nur Europa zu sehen, dieser Mond verschwindet in etwa doppelter Jupiterdurchmesser Entfernung vom Planeten gegen 23:15 Uhr plötzlich in dessen Schatten. Dafür taucht zur gleichen Zeit, jedoch deutlich dichter an Jupiter dran, Mond Ganymed aus einer Verfinsterung auf, um bald nach Mitternacht hinter dem Planeten entlang zu wandern.

Am Donnerstag, den 18. Dezember, fliegt die ISS zwischen 17:01 Uhr und 17:07 Uhr in maximal 69° Grad Höhe am Südhimmel entlang. Wie am Dienstag fliegt sie um 18:38 Uhr noch einmal in das Sternbild Schwan hinein.

Am Freitag, den 19. Dezember, fliegt die ISS zwischen 17:46 Uhr und 17:52 Uhr exakt über unsere Stadt hinweg. Die schmale nur zu 10 % beleuchtete Mondsichel geht um ca. 5:20 Uhr über der Egge auf. Heutezeigt der Mond maximale Libration in Länge, der Krater Grimaldi ist fernab vom Rand. Am Abend sind nach Jupiteraufgang zunächst nur die Monde Ganymed und Kallisto zu sehen. Io und Europa wandern fast synchron vor der Jupiterscheibe vorüber.

Am Samstag, den 20. Dezember, fliegt die ISS zwischen 16:56 Uhr und 17:02 Uhr noch einmal fast genau über unsere Stadt hinweg. Bei klarer Sicht zum Südosthorizont können heute früh gegen 7 Uhr vielleicht noch einmal die schmale Mondsichel und Planet Saturn gesehen werden. Saturn steht etwas höher und südlicher als der Mond.

Am Sonntag, 4. Advent, den 21. Dezember, erreicht die ISS zwischen 17:42 Uhr und 17:48 Uhr noch einmal eine Höhe von 82° Grad über dem Südhorizont. Am Abend um 22:01 Uhr hat der veränderliche Stern Algol wieder ein Helligkeitsminimum.


Sonntag, 21. September 2014

22. - 28. September: Der Himmel über Bad Lippspringe

Diese Woche haben wir Neumond, die Nächte eignen sich daher gut zur Beobachtung des Sternenhimmels. Von den großen Planeten ist jedoch nur Jupiter am Morgenhimmel gut zu beobachten, er geht bald nach 3:00 Uhr über der Egge auf. Spezialisten finden bei klarer Sicht zum Westhorizont bald nach Sonnenuntergang vielleicht noch den Saturn und bis 21:00 Uhr den Mars. Die ISS kann bei morgendlichen Überflügen gesichtet werden. An mehreren Abenden können helle Iridiumflares beobachtet werden. Das sind bis zu 30 Sekunden hell aufleuchtende Reflexionen an den Sonnensegeln der Iridium-Kommunikationssatelliten. In dieser Woche treten diese alle in Richtung Norden, nicht weit entfernt vom Polarstern auf.

Am Montag, den 22. September, ist Sonnenaufgang um 7:10 Uhr und Sonnenuntergang um 19:24 Uhr. Die Tageslänge beträgt also gut 12 Stunden. Jeden Tag verkürzt sie sich zur Zeit um rund vier Minuten. Die ISS fliegt heute zwischen 6:15 Uhr und 6:22 Uhr praktisch exakt über unsere Stadt hinweg. Um 6:18 Uhr und 45 Sekunden befindet sie sich genau über unseren Köpfen im Zenit. Tief im Osten kann dann in der Mogendämmerung auch noch eine ganz schmale Mondsichel gefunden werden. Heute gibt es um 20:25 Uhr einen Iridiumflare unterhalb des Polarsterns in ca. 41° Grad Höhe. Und die Sternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus lädt um 19.30 Uhr zu einem kurzen "Astro-Special" von Raoul Fiebig mit dem Thema "Der Sternenhimmel im Herbst" ein.


Am Dienstag, den 23. September, ist exakt um 4:29 Uhr Herbstanfang. Die Sonne wandert jetzt wieder auf Positionen südlich unseres Äquators, die Nächte werden länger als die Tage. Mathematisch, geometrisch gesehen sollte eigentlich heute damit auch die "Tagundnachtgleiche" sein. Doch das Licht der Sonne wird durch die Erdatmophäre leicht "angehoben" (die Physiker sprechen vom optischen Phänomen der "Krümmung", dadurch ist heute der Tag noch etwas länger als die Nacht. Und noch etwas: Auch wenn der Sommer heute endgültig vorbei ist: die "Sommerzeit" dauert in Deutschland noch bis zum 26. Oktober. Zwischen 5:29 Uhr und 5:34 Uhr fliegt die ISS wieder genau über unsere Stadt hinweg. Sie taucht im Westen oberhalb des Sternbilds Andromeda in 42° Grad Höhe über dem Horizont aus dem Erdschatten auf und befindet sich nur eine Minuten später genau im Zenit. Heute gibt es um 20:19 Uhr einen Iridiumflare unterhalb des Polarsterns in ca. 43° Grad Höhe.

Am Mittwoch, den 24. September, ist (exakt um 8:14 Uhr) Neumond, der Mond geht heute also mit der Sonne am Himmel auf und unter, ist also praktisch nicht zu sehen. Zwischen 6:14 Uhr und 6:21 Uhr fliegt die ISS in über 70° Grad Höhe am Südhimmel entlang. Heute gibt es um 20:13 Uhr einen Iridiumflare unterhalb des Polarsterns in ca. 44° Grad Höhe.

Am Donnerstag, den 25. September, ist die ISS noch einmal zwischen 5:28 Uhr und 5:34 Uhr am Südosthimmel zu sehen. Bei Jupiter stehen heute früh alle Monde auf der gleichen Seite. Heute gibt es um 20:07 Uhr einen Iridiumflare unterhalb des Polarsterns in ca. 46° Grad Höhe.

Am Freitag, den 26. September, geht die zu 5% beleuchtete schmale Mondsichel um 20:02 Uhr unter. Ob sie heute schon gefunden werden kann? Die ISS erreicht zwischen 6:13 Uhr und 6:21 Uhr noch eine Höhe von 45° Grad über dem Horizont. Und heute gibt es um 20:01 Uhr gleich zwei Iridiumflare unterhalb des Polarsterns in ca. 48° Grad Höhe, wobei der erste mit 0mag Helligkeit nicht so auffällig sein wird wie der zweite mit -7,5mag Helligkeit.

Am Samstag, den 27. September, ist um 20:36 Uhr Monduntergang. Zwischen 5:27 Uhr und 5:32 Uhr fliegt die ISS oberhalb von Orion dem Osthorizont entgegen. Der Mars (griechisch "Ares") steht heute Abend nur 3° Grad entfernt vom "Gegenmars", von "Antares", dem hellsten Stern des Skorpions.

Am Sonntag, den 28. September, fliegt die ISS zwischen 6:13 Uhr und 6:21 Uhr nur noch flach über den Südhimmel hinweg, sie bleibt dabei unterhalb des Sternbilds Orion. Sonnenaufgang ist um 7:20 Uhr und Sonnenuntergang um 19:10 Uhr, die Tageslänge liegt also schon klar unter 12 Stunden. Der Mond geht heute Abend um 21:12 Uhr unter, in seinem dunklen Teil ist das Erdlicht zu sehen.

Dienstag, 16. September 2014

15. - 21. September: der Himmel über Bad Lippspringe

Nun ist es doch passiert, diesmal erscheint meine Wochenübersicht zu spät. Aber so ist es eben manchmal, Astronomie als Hobby ist eine tolle Sache, doch es gibt auch noch andere schöne Dinge in der Welt. Ich hatte in diesen Tagen Besuch von Freunden aus den USA. Wir haben auch über unseren Sternenhimmel und die Milchstraße gesprochen, nur - zum bloggen blieb mir dann doch keine Zeit mehr. Doch hier jetzt das Wichtigste für den Rest dieser Woche:

Der Mond hat heute früh das Letzte Viertel erreicht. Er nimmt weiter ab und ist in dieser Woche erst nach Mitternacht am Morgenhimmel zu sehen.  Die Abende eignen sich daher gut für die Beobachtung lichtschwächerer Sternhaufen, Nebel und ferner Galaxien ("deep-sky")

Am Mittwoch, den 17. September, fliegt die ISS am Morgen zwischen 5:32 Uhr und 5:38 Uhr am Südhimmel entlang, genau durch den Gürtel des Orion.

Am Donnerstag, den 18. September, erreicht die ISS beim Überflug zwischen 6:18 Uhr und 6:26 Uhr eine Höhe von 70° Grad über dem Horizont. Zuvor beginnt um 5:34 Uhr eine Sternbedeckung durch den Mond. Lambda Geminorum (lateinisch für Zwillinge) (3,6mag) wird am hellen Mondrand bedeckt.

Am Freitag, den 19. September, fliegt die ISS zwischen 5:31 Uhr und 5:37 Uhr in ca. 55 ° Grad Höhe über den Südosthimmel hinweg. Dabei trifft sie um 5:34 Uhr (fast) direkt auf Jupiter und wenige Sekunden später direkt auf den allerdings noch recht tief stehenden Regulus, den Hauptstern des Löwen.

Am Samstag, den 20. September, steht am Morgen die schmale Mondsichel nur 6° Grad entfernt von Jupiter. Die ISS fliegt zwischen 6:18 Uhr und 6:24 Uhr praktisch direkt über unsere Stadt hinweg.

Am Sonntag, den 21. September, fliegt die ISS zwischen 5:29 Uhr und 5:34 Uhr hoch über unseren Himmel hinweg. Sie erreicht dabei eine Höhe von 80° Grad.

Sonntag, 23. Februar 2014

24. Februar - 2. März: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche haben wir Neumond, gute Zeiten zur deep-sky-Beobachtung. Am Abendhimmel können die Wintersternbilder Orion mit dem berühmte "Orion-Nebel" und die offenen Sternhaufen im Sternbild Fuhrmann oder auch die berühmte "Krippe" im Sternbild Krebs gut beobachtet werden. Auch die Milchstraße ist durch die Sternbilder Cassiopeia bis zu den Zwillingen gut zu beobachten. Von den Planeten ist am Abendhimmel Jupiter in südlicher Richtung hoch am Himmel zu sehen. Mars ist ab etwa 23 Uhr im Südosten sichtbar, Saturn geht gegen 1:30 Uhr auf und die Venus ab ca. 5:30 Uhr. Die ISS beendet in dieser Woche ihre abendliche Sichtbarkeitsphase.

Am Montag, den 24. Februar, geht die Sonne um 7:21 Uhr auf und um 17:55 Uhr unter. Nur noch drei Wochen bis zum astronomischen Frühlingsbeginn. Der abnehmende Mond geht morgens um 3:27 Uhr auf. Am Abend kann zwischen 19:30 Uhr und 19:34 Uhr noch mit viel Glück die ISS tief über dem Südwesthorizont bei ihrem Vorbeiflug beobachtet werden. Um 18:30 Uhr bereits trifft sich heute die "Beobachtergruppe" an der Sternwarte Schloß Neuhaus in Paderborn.

Am Dienstag, den 25. Februar, geht der Mond um 4:21 Uhr auf. Die ISS ist zum letzten Mal am Abend zwischen 18:40 Uhr und 18:46 Uhr im Südwesten in maximal 17° Grad Höhe beobachtet werden. Bei Jupiter stehen heute alle vier Monde auf der westlichen (rechten) Seite, die Reihenfolge lautet Europa, Io, Ganymed, Kallisto. Ab 21:53 Uhr wird dann Europa von Jupiter bedeckt.

Am Mittwoch, den 26. Februar, steht die zu nur noch 14% beleuchtete Mondsichel ganz dicht etwas unterhalb der Venus. Dies wird sicherlich ab ca. 5:30 Uhr am Morgen ein reizvoller Anblick sein. In Afrika und Südostasien kommt es sogar zu einer Bedeckung der Venus durch den Mond. Am Abend kann - bei guter Sicht zum Horizont und klarer, trockener Luft - das Zodiakallicht erkannt werden. Von 20:45 bis 23:56 wird der Jupitermond Ganymed durch seinen Mutterplaneten bedeckt.

Am Donnerstag, den 27. Februar, kann vielleicht in der Morgendämmerung ein letztes Mal die zu 7% beleuchtete Mondsichel gefunden werden, sie geht um ca. 6:00 Uhr auf. Am Abend kann um 18:53 Uhr in 55° Grad Höhe in Richtung Norden (15° Grad NNO) ein mit -8mag sehr heller Iridiumflare beobachtet werden. Um 19:41 Uhr endet ein Durchgang von Europa vor der Jupiterscheibe, Europas Schatten wandert dabei von 19:11 Uhr bis 21:54 Uhr über den Planeten.

Am Freitag, den 28. Februar, stehen zunächst zwei Jupitermonde recht, zwei links vom Planeten. Mond Io beginnt um 23:55 Uhr einen Durchgang vor der Planetenscheibe.

Am Samstag, den 1. März, ist exakt um 9:00 Uhr Neumond. Um 21:15 Uhr beginnt eine Bedeckung von Mond Io bei Jupiter.

Am Sonntag, den 2. März, kann vielleicht schon wieder eine schmale Mondsichel am Abendhimmel entdeckt werden, da die nur zu 3% beleuchtete Mondsichel erst um 20 Uhr, also fast zwei Stunden nach Sonnenuntergang (18:06 Uhr) untergeht. Um 18:22 Uhr beginnt Io einen Durchgang vor der Jupiterscheibe (bis 20:38 Uhr), von 19:30 Uhr bis 21:47 Uhr fällt sein Schatten auf den Planeten.

Donnerstag, 31. Januar 2013

30. Januar: kurze Wolkenlücken

Am Abend des 30. Januar gab es nach dem Durchzug eines ersten regen- und Sturmtiefs zwischen 20 und 21 Uhr doch ein paar Lücken zwischen den Wolken, die immer wieder einen kleinen Blick in den Sternhimmel freigaben.

Dies habe ich für ein paar schnelle Fotos genutzt. Leider war der Löwe noch zu horizontnah, dort ballten sich die Wolken natürlich, so dass ich die Helligkeit des Mirastern R Leo nicht noch einmal messen konnte. Dafür waren aber immer mal wieder der Orion oder auch Jupiter im Stier zu sehen.

Hier ein Foto des Orion:

Orion am 30.1.2013, 15sec belichtet bei ISO1600, f=50mm
Die Wolken zogen recht schnell am Himmel entlang, sie sind deshalb auf den Bildern nur als verwaschene Strukturen zu erkennen. Dass ich Orion hier 15 Sekunden lang belichten konnte, war eher glücklicher Zufall.

Hier ein weiteres Bild aus dem Stier, zu erkennen sind der V-förmige Sternhaufen der Hyaden, in der Mitte Jupiter und rechts das Siebengestirn, die Plejaden.

Schwarz/Weiß-Bild: Hyaden - Jupiter - Stier, 4 sek., ISO3200,  f=50mm
Zoomt man in dieses Bild etwas tiefer hinein, bzw. schauen wir uns einmal einen Ausschnitt in Originalauflösung an, so kann man auf diesem Foto noch viele weitere Einzelheiten erkennen:

Detail der Hyaden, am oberen Rand mit NGC 1647 und Kleinplanet Vesta

Hier die Erläuterungen:


NGC 1647 ist ein offener Sternhaufen, der ca. 1800 Lichtjahre von uns entfernt ist. Die Berufsastronomen habe herausgefunden, dass er an unserem Himmel eigentlich so hell wie die Plejaden leuchten würde, wenn das Licht seiner Sterne nicht durch eine größere kosmische Dunkelwolke abgeschwächt werden würde. Naja, ich war ja froh, dass keine Erdwolke sein Licht gänzlich verdeckte. Im Fernglas oder Teleskop bei ganz geringer Vergrößerung ist dies ein sehr schönes Objekt. Etwas mehr Informationen zu diesem Sternhaufen gibt es natürlich bei Wikipedia oder auch bei den Sternfreunden Borken.

Und zu meiner großen Freude habe ich auf diesem Bild auch mal wieder den Kleinplaneten Vesta mit drauf. Vesta ist zur Zeit nur noch 7,5mag hell. Im Dezember stand sie in Opposition zur Sonne, in den nächsten Monaten wird sie langsam Richtung Osten zum Sternbild Zwillinge hin wandern.

Vesta bekam 2011/2012 Besuch von der Raumsonde Dawn. Aus den dabei entstandenen Bildern hat die NASA dieses fantastische Video (http://youtu.be/AukUnVkx9ZY)  gemacht:


In einem weiteren Foto gelang es mir an diesem Abend auch gleich noch den Kleinplaneten Ceres (Helligkeit 7,1mag) zu fotografieren. Ceres befindet sich in der Nähe des Stern Alnath (beta Tauri), der mit 1,65mag recht hell leuchtet. Etwas südöstlich von Ceres liegt die Sternenansammlung  Sternhaufen NGC 1746.

Kleinplanet Ceres befindet sich ebenfalls noch im Stier


Die beiden Kleinplaneten Ceres und Vesta befinden sich zur Zeit also nur wenige Grad am Himmel auseinander. Dies ist etwa alle 17 Jahre der Fall. Ihre größte Annäherung von ca. 1° Grad wird im Juli 2014 sein. Die englischsprachige Astronomiezeitschrift "Sky and Telescope" brachte darüber bereits im Jahr 2011 einen schönen Artikel.

Sonntag, 15. Januar 2012

15. Januar - Beobachtungsbericht

Heute war endlich mal ein Tag zur Freude der Hobbyastronomen. Am Vormittag setzte sich die Sonne mehr und mehr durch und den ganzen Abend blieb es sternenklar. Kein Mondlicht störte - ideale Bedingungen. Gegen die Kälte am Abend von -3° Grad konnte man sich ja warm anziehen. Besonders die dicken Socken sind beim Sterne gucken wichtig, denn viel bewegt man sich dabei ja nicht.

Schon tagsüber konnte ich auf der Sonne mehrere größere Fleckengruppen beobachten. Am östlichen Rand sind gerade zwei neue, anscheinend sehr große Gruppen aufgetaucht. Doch auch an anderen Stellen gibt es durchaus sehenswerte Fleckengruppen. Ein Bild dieser Flecken gibt es z.B. beim Observatorium Kanzelhöhe in Österreich, ein renommiertes Sonnenobservatorium.

Am Abend stand dann zunächst die Beobachtung von Jupiter auf meinem Programm. Der Mond Io sollte heute vor der Planetenscheibe herlaufen und auch seinen Schatten auf Jupiter werfen. Mit meinem Fernrohr konnte ich nach der tagesschau, also etwa gegen 20:30 Uhr bei circa 200-facher Vergrößerung von Jupiter den Schatten von Io sehr gut als kleinem dunklen Punkt auf der Planetenscheibe ausmachen. Und um ungefähr 20:50 Uhr war, wie vorhergesagt, auch nicht schwierig, das Wiederauftauchen von Io neben dem Jupiter zu erkennen.

Danach beobachtete ich im Sternbild Orion, zunächst natürlich den großen Orionnebel, M42.



Später habe ich versucht, den "Flammennebel" (NGC2024) zu beobachten. Dieser ist fast so groß wie der Vollmond. Selbst im Fernrohr ist er jedoch kaum zu erkennen, da der helle Stern Alnitak, der linke Stern des Gürtels, ihn durch seine Nähe ziemlich überstrahlt. Ich habe dann jedoch mal mit einer Kleinbildkamera eine Minute durch das Fernrohr belichtet, auf diesem Bild sind seine "flammigen" Strukturen unterhalb des hellen Sternes zu erkennen.



Später beobachtete ich im Sternbild Großer Hund noch den offenen Sternhaufen M41 unterhalb von Sirius. Dieser Sternhaufen ist ungefähr 2500 Lichtjahre von uns entfernt. Schon im Fernglas kann man viele einzelne Sterne erkennen, erst recht natürlich mit dem Fernrohr. Auf diesem Bild habe ich an die hundert Sterne gezählt:



Zwischendurch schaute ich immer wieder zu Jupiter. Die Wanderung des Schatten von Io war im Fernrohr sehr gut zu erkennen. Der Schatten wanderte in etwa genau über dem südlichen dunklen Wolkenband, in dem sich auch der sogenannte "Große rote Fleck" befindet. Auch hier habe ich probiert, ein Bild zu schießen. Dies ist mir jedoch nicht gelungen, dafür war der Himmel dann doch zu diesig, um ein ausreichend scharfes Einzelbild der Jupiteroberfläche mit dem Schatten darauf zu erzeugen. Eine tolle Bildsequenz von heute Abend hat Silvia Kowollik veröffentlicht.

Am frühen Morgen des Montag konnte ich die Beobachtungen fortsetzen. Saturn, sein Ring und der Mond Titan waren im Spektiv gut zu beobachten. Mars leuchtete schön rötlich, war aber im Spektiv kaum als Fläche auszumachen, der muss erst noch näher an die Erde herankommen. Um 7 Uhr war am Osthimmel schon deutlich ein leichter Silberstreif zu erkennen, die Dämmerung hatte begonnen. Der Mond zeigte schöne Krater am Terminator und um 8 Uhr konnte ich auch noch am schon hellen Himmel den Überflug der ISS verfolgen.

Samstag, 29. Januar 2011

29. Januar 2011: Ein Iridiumflare im Orion

Heute kam es um 19:27 Uhr zu einem hellen Iridiumflare im Sternbild Orion. Ich habe also meine Kamera (Canon EOS350D mit Sigma 20mm Weitwinkel) aufs Stativ gesetzt und zunächst ein paar Testaufnahmen probiert. Blende 2.5 und ISO800 erschienen mir eine gute Wahl für ein 30 Sekunden lang belichtetes Bild. Der Himmel ist dann zwar nicht mehr richtig "schwarz", aber die Vielzahl der sichtbaren Sterne macht das Bild doch eindrucksvoller als bei niedrigerer ISO-Zahl. Und dann war es soweit, der Satellit war bereits mit bloßem Auge zu sehen und schien schon etwas heller zu werden, ein Funkwecker zeigte mir die genauen Sekunden. Um 19 Uhr 27 Minuten und 15 Sekunden drückte ich das erste Mal auf den Drahtauslöser, um die Spiegelvorauslösung zu schalten und drei Sekunden später, um das eigentliche Bild zu starten.

Hier das Ergebnis:

Deutlich kann man erkennen, wie der Satellit erst etwas heller, dann wieder dunkler wird. Durch die lange Belichtungszeit von 30 Sekunden sind natürlich auch die Sterne selbst nicht mehr punktförmig sondern schon eine kleine Strichspur gewandert.

Und auch hinterher blieb der Satellit noch für das bloße Auge sichtbar. Und weil es so schön geklappt hat, habe ich gleich noch zweimal auf den Auslöser gedrückt (für größere Darstellung auf das jeweilige Bild klicken)



Jetzt hatte der Satellit wohl nur noch eine Helligkeit von ca. + 4 bis +5 mag, weil er für mich mit bloßem Auge so gerade zu erkennen war. Am Mittwoch, den 2. Februar wird es hier um 19:12 Uhr ein sehr ähnliches Ereignis geben, wieder im Sternbild Orion. Dann wird der Iridiumflare mit -7mag jedoch noch heller sein!

Dienstag, 5. Januar 2010

5. Januar: Sonnenfinsternis auf Jupiter

Mit einem Fernrohr lässt sich heute eine Sonnenfinsternis beobachten. Wer gegen 18 Uhr seinen Blick auf den Jupiter richtet, kann dort bei guter Sicht und ausreichender Vergrößerung auf seiner Oberfläche bis 18:26 Uhr einen kleinen schwarzen, runden Fleck erkennen. Das ist der Schatten des Mondes Europa, der selbst links neben dem Planeten zu sehen ist. Dort auf dem Jupiter, wo sein Schatten hinfällt, lässt sich die Sonne nicht sehen, dort fndet also eine Sonnenfinsternis statt!

Später in der Nacht, um 4:20 Uhr befindet sich der Stern beta Lyrae im Minimum.

Und schon fast am Morgen des 5.1., um 6:38 endet eine weitere Sternbedeckung (SAO138445 mit 5,8 mag). An diesem Morgen befindet sich der Mond 9° südwestlich von Saturn.

Doch leider, leider, auch heute wird es nichts mit einer realen Beobachtung. Wieder oder immer noch ist der Himmel bedeckt ...

Auf der Tagung der amerikanischen Astronomen wurde gestern über die ersten Entdeckungen des im letzten Jahr gestarteten Satelliten "Kepler" berichtet. Ziel dieser Mission ist es, erdähnliche Planeten anderer Sonnen in unserer Milchstraße zu finden. Die ersten Planeten sind jedoch eher als "Riesenplaneten" zu bezeichnen. Wer sich die Folien zu diesem Vortrag anschauen wollte, sollten diesem Link hier folgen. Die Entdeckung zeigt meines Erachtens jedoch, das man schon auf dem richtigen Weg ist. Mal sehen, was uns der Satellit in den kommenden Monaten noch alles zeigen wird. Einen deutschsprachigen Artikel zu diesen Entdeckungen gibt es z.B. bei astronews.

Ach ja, und die Besprechung auf der Sternwarte in Paderborn ergab, das ich in 2010 wohl zwei Vorträge an der Sternwarte halten werde: im Mai über "astronomische Reiseziele" und Ende des Jahres wieder über die "Highlights 2010". Mehr dazu später in diesem Blog.

Gemein! Als ich gegen Mitternacht endlich ins Bett gehen wollte, schaute ich noch einmal durchs Fenster. Und was sah ich da? Wolkenlücken! Sterne! Richtig raus zum beobachten woltlte ich nun nicht mehr, aber dieses eine Foto habe ich dann doch noch auf die Schnelle gemacht, glaubt ja sonst keiner:



Der helle Stern links über dem Haus des Nachbarn ist der Sirius, Hauptstern des großen Hund. Noch weiter nach links oben erkennt man Prokyon, Hauptstern des kleinen Hundes.Die Hunde folgen dem Himmelsjäger Orion dessen drei Gürtelsterne rechts über dem Haus zu sehen sind, darunter das "Schwertgehänge" mit M42 und die "Füße" des Himmelsjägers.  Rechts kann man jedoch auch schon wieder Wolken am Himmel sehen, wer weiß, wie lange diese Himmelslücke wirklich offen blieb.

Montag, 4. Januar 2010

4. Januar - Orionnebel

Heute geht der Mond erst gegen 22 Uhr auf. Ein guter Abend, um zuvor sich mit dem Sternbild Orion zu beschäftigen. Der Himmelsjäger gehört zu den auffälligsten Sternbildern an unserem Winterabendhimmel. Unterhalb seiner drei Gürtelsterne sieht man leicht schwächere Sterne und irgendetwas "schimmriges, nebliges". Dies ist das sogenannte "Schwertgehänge" des Orion. Schon im einfachen Fernglas kann man hier eine kleine unregelmäßig strukturierte "Wolke" erkennen. Dies ist der "Orionnebel". Oder etwas unprosaischer "M42". Astronomen lieben Listen, das M steht für Messier, also das 42. Objekt in der Liste des französischen Astronomen Messier. Diese stellte im 18. Jahrhundert eine gut 100 Objekte fassende Liste zusammen, die ihm bei seiner Suche nach Kometen immer wieder einmal "über den Weg liefen", die vielleicht auf den ersten Blick wie Kometen aussahen, aber dann doch keine waren.

Der Orionnebel ist eine große Gaswolke in rund 1300 Lichtjahren Entfernung. Mehr Informationen dazu gibt es natürlich in der Internet-Enzyklopädie Wikipedia

Ach ja, als Sternenfreund hat man nicht immer Zeit, den Himmel zu beobachten. Zumindest nicht, wenn man auch in einer Sternwarte organisiert ist. Heute Abend gibt es auf "meiner" Sternwarte Paderborn eine kleine informelle Mitgliederversammlung. Es müssen die letzten Details der Programmplanung für 2010/2011 geklärt werden. Hoffentlich bleibt da auch noch Zeit zur Himmelsbeobachtung :-), oder haben wir Glück und das Wetter ist wie an den letzten Abenden auf Föhr auch hier während des Treffens bedeckt? 

Ja, natürlich ist es auch hier in Ostwestfalen bedeckt, der ganze Nordwesten Deutschlands scheint unter einer ziemlich dichten Wolkendecke zu liegen. Schade. 


Und in Washington begann gestern das 215. Treffen der Organisation der Amerikanischen Astronomen, ob uns in den nächsten Tagen die Medien von spektakulären astronomischen Entdeckungen berichten werden?