Posts mit dem Label Großer roter Fleck werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Großer roter Fleck werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 24. Juli 2022

25. - 31. Juli 2022: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche haben wir Neumond, die Nächte eignen sich daher gut, um auch lichtschwache Objekte am Himmel zu beobachten. Von den hellen Planeten sind Saturn (Aufgang ca. 22:15 Uhr) und Jupiter (ca. 23:45 Uhr) schon vor Mitternacht im Südosten zu beobachten. Mars kann ab 1:00 Uhr gefunden werden und die Venus ist ab ca. 4:00 Uhr im Osten zu sehen. Die ISS kann noch bei einigen abendlichen Überflügen gesehen werden.

Am Montag, den 25. Juli, geht die Sonne um 5:37 Uhr auf und um 21:25 Uhr unter, der helle Tag ist damit schon 19 Minuten kürzer als noch vor einer Woche. Zwischen 0:52 Uhr und 2:11 Uhr ist es inzwischen auch wieder richtig "astronomisch" dunkel, d.h. die Sonne steht tiefer als 18° Grad unter dem Horizont. Der Mond geht um 2:04 Uhr auf und ist nur noch zu zehn Prozent beleuchtet. Die ISS ist zwischen 23:19 Uhr und 23:23 Uhr in maximal 29° Grad Höhe im Südwesten zu sehen, bevor sie ziemlich genau im Süden in den Erdschatten eintritt.

Am Dienstag, den 26. Juli, sind ab 0:58 Uhr nur die Jupitermonde Kallisto und Europa zu sehen. Ganymed zieht bis 1:53 Uhr vor dem Planeten entlang, Io bis 3:10 Uhr. Ios Schatten fällt bis 1:55 Uhr auf den Planeten. Die nur noch zu sechs Prozent beleuchtete Mondsichel geht gegen 3:00 Uhr auf, sie nähert sich im Laufe des Morgens immer mehr der Venus. Die ISS kann zwischen 22:31 Uhr und 22:36 Uhr in maximal 39° Grad Höhe bei einem Überflug gesehen werden.

Am Mittwoch, den 27. Juli, geht die nur zu 3 Prozent beleuchtete Mondsichel gegen 4:00 Uhr auf, sie wird in der Morgendämmerung kaum noch zu finden sein. Die ISS ist nur noch kurz im Südwesten in maximal 15° Grad Höhe zwischen 23:20 Uhr und 23:22 Uhr zu sehen.

Am Donnerstag, den 28. Juli, erreicht der Mond um 19:55 Uhr seine Neumondposition. Die ISS kann noch einmal zwischen 22:31 Uhr und 22:35 Uhr mit einer maximalen Höhe von 22° Grad im Südwesten gesehen werden. Die Nächte ohne Mond eignen sich jetzt gut um schon mal einzelne Sternschnuppen zu sehen. Verschiedene kleinere Sternschnuppenströme haben in der zweiten Julihälfte ihr Maximum, und sicher können auch schon einzelne erste Perseiden beobachtet werden.

Am Freitag, den 29. Juli, stehen am frühen Morgen (1:15 Uhr und 4:00 Uhr) bei Saturn die Monde Dione und Tethys in östlicher Elongation. Jupiter beginnt heute mit seiner Oppositionsschleife, bis zum 24. November bewegt er sich nun relativ zu den Sternen gesehen von Ost nach West über den Himmel. Dieses Phänomen ist jedoch eigentlich eine Art optische Täuschung, die verursacht wird, weil die Erde ihn auf der Bahn um die Sonne quasi überholt und er dadurch am Himmel scheinbar zurückbleibt.

Am Samstag, den 30. Juli, wandert am Morgen zwischen 1:32 Uhr und 4:07 Uhr der Schatten von Jupitermond Europa über die Planetenscheibe. Europa beginnt seinen Durchgang um 4:03 Uhr. Am Abend könnte die nur zu 4 Prozent beleuchtete Mondsichel erstmalig nach Neumond wieder gesichtet werden, sie geht um 22:34 Uhr unter. Letztmalig in dieser Abendsichtbarkeitsperiode kann die ISS zwischen 22:31 Uhr und 22:34 Uhr gesehen werden, wie sie maximal in 11° Grad Höhe über unseren südwestlichen Horizont entlang fliegt.

Am Sonntag, den 31. Juli, ist bei Jupiter der "Große Rote Fleck" sowohl am frühen Morgen gegen 3:45 Uhr gut zu sehen, als auch am Abend gegen 23:45 Uhr. Die Mondsichel ist zu 9 Prozent beleuchtet und geht um 22:48 Uhr unter, in der dunklen Hälfte schimmert das Erdlicht.

Sonntag, 9. Januar 2022

10. - 16. Januar 2022: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche nimmt der Mond von Tag zu Tag weiter zu und bestimmt zunehmend den ganzen Nachthimmel. Von den hellen Planeten sind am Abend mit Glück in den ersten Tagen der Woche noch Merkur und Saturn zu sehen, die beide kurz nach 18 Uhr untergehen. Auch Jupiter ist nur noch bis ca. 20 Uhr im Westen zu sehen. Mars geht erst nach 6:30 Uhr im Südosten auf. Die ISS ist in dieser Woche nicht bei nächtlichen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 10. Januar, kann man in der Frühe statt der ISS um 6:50 Uhr tief im Süden in maximal 12° Grad Höhe die chinesische Raumstation Tiangong über unseren Morgenhimmel fliegen sehen. Erst später um 8:29 Uhr geht die Sonne auf und um 16:37 Uhr unter. Nun wird es endlich langsam auch am Morgen etwas früher hell, auch wenn es im Vergleich zum letzten Montag nur drei Minuten sind. Am Abend geht die Sonne immerhin schon wieder zehn Minuten später unter. Der Mond ist am Abend zu 60 Prozent beleuchtet, er geht erst am Dienstag gegen 2:00 Uhr unter.

Am Dienstag, den 11. Januar, stehen am Abend bei Jupiter alle vier Monde auf der gleichen linken, östlichen Seite. Beim Mond kann man versuchen, heute zwischen 17:15 und 19:30 Uhr den Hesiodus-Strahl zu beobachten. Vor gut einem Jahr ist mir eine solche Beobachtung leider nicht gelungen.

Am Mittwoch, den 12. Januar, ist am Abend auf dem Mond der große Krater Kopernikus gut zu beobachten. Um 17:29 Uhr bedeckt der Mond einen kleinen mit nur 7,2mag schwach leuchtenden Stern. Für diese Beobachtung ist mindestens ein Fernglas notwendig. Planetoid (7) Iris steht in dieser Nacht in Opposition zur Sonne (sie ist in etwa auf halber Linie zwischen Prokyon und Pollux zu finden).

Am Donnerstag, den 13. Januar, kann in der Frühe kurz vor Monduntergang gegen 4:30 Uhr der "goldene Henkel" am Mond gesehen werden. Am Abend bedeckt der Mond um 17:12 Uhr den Stern 53 Tauri (5,4mag), um 20:06 Uhr wird ein 7,1mag Sternchen bedeckt und um ca. 21:40 Uhr wird am oberen Rand des Mondes der 5,3mag helle Stern kappa-2 Tauri bedeckt. Das Verschwinden am hellen Mondrand wird nicht ganz einfach zu beobachten sein. Die Annäherung des Mondes an den Doppelstern kappa-1 und kappa-2  in den Hyaden ist aber sicherlich reizvoll im Fernglas zu beobachten.

Am Freitag, den 14. Januar, erreicht der veränderliche Stern Algol um 2:37 Uhr ein Helligkeitsminimum. Am Abend ist gegen 18 Uhr der Große Rote Fleck im Jupiter gut zu beobachten.

Am Samstag, den 15. Januar, bedeckt der schon bald volle Mond (zu 95 Prozent beleuchtet) um 18:09 Uhr einen 7,0mag schwach leuchtenden Stern. Um 18:27 Uhr beginnt ein Durchgang von Jupitermond Io vor der Planetenscheibe, ab 19:17 Uhr fällt Ios Schatten auf den Planeten.

Am Sonntag, den 16. Januar, sind am Abend bei Jupiter zunächst nur die Mond Europa und Kallisto zu sehen. Io wird bis 18:41 Uhr verfinstert, Ganymed bleibt bis nach Jupiteruntergang im Schatten seines Mutterplaneten unsichtbar. Dafür kann der Große Rote Fleck noch einmal gegen 19:30 Uhr gut beobachtet werden. Um 23:25 Uhr zeigt der veränderliche Stern Algol ein weiteres Helligkeitsminimum. Der Mond steht im Sternbild Zwillinge. Er geht gegen 15 Uhr auf, ist zu 98 Prozent beleuchtet und geht erst am nächsten Morgen zur Sonnenaufgangszeit gegen 8:30 uhr unter.

Sonntag, 15. Januar 2012

15. Januar - Beobachtungsbericht

Heute war endlich mal ein Tag zur Freude der Hobbyastronomen. Am Vormittag setzte sich die Sonne mehr und mehr durch und den ganzen Abend blieb es sternenklar. Kein Mondlicht störte - ideale Bedingungen. Gegen die Kälte am Abend von -3° Grad konnte man sich ja warm anziehen. Besonders die dicken Socken sind beim Sterne gucken wichtig, denn viel bewegt man sich dabei ja nicht.

Schon tagsüber konnte ich auf der Sonne mehrere größere Fleckengruppen beobachten. Am östlichen Rand sind gerade zwei neue, anscheinend sehr große Gruppen aufgetaucht. Doch auch an anderen Stellen gibt es durchaus sehenswerte Fleckengruppen. Ein Bild dieser Flecken gibt es z.B. beim Observatorium Kanzelhöhe in Österreich, ein renommiertes Sonnenobservatorium.

Am Abend stand dann zunächst die Beobachtung von Jupiter auf meinem Programm. Der Mond Io sollte heute vor der Planetenscheibe herlaufen und auch seinen Schatten auf Jupiter werfen. Mit meinem Fernrohr konnte ich nach der tagesschau, also etwa gegen 20:30 Uhr bei circa 200-facher Vergrößerung von Jupiter den Schatten von Io sehr gut als kleinem dunklen Punkt auf der Planetenscheibe ausmachen. Und um ungefähr 20:50 Uhr war, wie vorhergesagt, auch nicht schwierig, das Wiederauftauchen von Io neben dem Jupiter zu erkennen.

Danach beobachtete ich im Sternbild Orion, zunächst natürlich den großen Orionnebel, M42.



Später habe ich versucht, den "Flammennebel" (NGC2024) zu beobachten. Dieser ist fast so groß wie der Vollmond. Selbst im Fernrohr ist er jedoch kaum zu erkennen, da der helle Stern Alnitak, der linke Stern des Gürtels, ihn durch seine Nähe ziemlich überstrahlt. Ich habe dann jedoch mal mit einer Kleinbildkamera eine Minute durch das Fernrohr belichtet, auf diesem Bild sind seine "flammigen" Strukturen unterhalb des hellen Sternes zu erkennen.



Später beobachtete ich im Sternbild Großer Hund noch den offenen Sternhaufen M41 unterhalb von Sirius. Dieser Sternhaufen ist ungefähr 2500 Lichtjahre von uns entfernt. Schon im Fernglas kann man viele einzelne Sterne erkennen, erst recht natürlich mit dem Fernrohr. Auf diesem Bild habe ich an die hundert Sterne gezählt:



Zwischendurch schaute ich immer wieder zu Jupiter. Die Wanderung des Schatten von Io war im Fernrohr sehr gut zu erkennen. Der Schatten wanderte in etwa genau über dem südlichen dunklen Wolkenband, in dem sich auch der sogenannte "Große rote Fleck" befindet. Auch hier habe ich probiert, ein Bild zu schießen. Dies ist mir jedoch nicht gelungen, dafür war der Himmel dann doch zu diesig, um ein ausreichend scharfes Einzelbild der Jupiteroberfläche mit dem Schatten darauf zu erzeugen. Eine tolle Bildsequenz von heute Abend hat Silvia Kowollik veröffentlicht.

Am frühen Morgen des Montag konnte ich die Beobachtungen fortsetzen. Saturn, sein Ring und der Mond Titan waren im Spektiv gut zu beobachten. Mars leuchtete schön rötlich, war aber im Spektiv kaum als Fläche auszumachen, der muss erst noch näher an die Erde herankommen. Um 7 Uhr war am Osthimmel schon deutlich ein leichter Silberstreif zu erkennen, die Dämmerung hatte begonnen. Der Mond zeigte schöne Krater am Terminator und um 8 Uhr konnte ich auch noch am schon hellen Himmel den Überflug der ISS verfolgen.