Posts mit dem Label M42 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label M42 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 9. März 2025

Schöne Messier-Objekte Anfang März

 In der langen Schönwetterperiode zu Beginn des Monat März habe ich auch einige Messier-Objekte aufgenommen. 

Den berühmten Orionnebel, Messier 42, habe ich gleich zweimal aufgenommen:

M42 am 1.3.25 um 19:47 MEZ, 20,2 Minuten belichtet im Vespera Pro

 
M42 am 2.3.25 um 23:19 MEZ,  20,6 Minuten belichtet mit Dualband-Filter im Vespera classic

Neben den unterschiedlichen Bildformaten der beiden vesperas fällt auf, dass im unteren Bild die rötliche Farbe viuel dominanter wirkt, was natürlich am verwendeten Dualbandfilter liegt. Und wahrscheinlich hat auch die etwas kürzere Brennweite (200mm statt 250mm beim Pro) und damit verbunden die etwas größere Lichtstärke (f/4 statt f/5 beim Pro). zum helleren Bild beigetragen.

 

M65, M66 sowie NGC3628 am 4.3.25 um 23:31, 62 Minuten belichtet, Vespera Pro

Das berühmte "Leo-Triplett besteht gleich aus drei Galaxien, M 65 (rechts), M 66 (unten Mitte) und NGC 3628 (Links oben). Das Bild wurde etwas über eine Stunde belichtet. Der hellste Stern im Bild  (HIP 55262), ungefähr zwischen NGC 3628 und M 65, hat übrigens eine Helligkeit von 7,1mag. M 65 und M 66 wurden beide von Charles Messier am 1. März 1780 entdeckt, also vor 245 Jahren. Ich bin immer wieder überrascht, warum er NGC 3628 nicht gesehen hat, diese Galaxie wurde im April 1784, also erst vier Jahre später, durch Wilhelm Herschel entdeckt. Für mich ist NGC 3628 eines der schönsten Objekte am Hiummel, weil wir auf diese Galaxie sehr schön von der Seite schauen, so dass sie durch ihr Stabband in zwei große Teile getrennt wird. Nicht umsonst trägt sie daher auch den Namen die "Hamburger-Galaxie".

M 81 und M 82, 6.3.25, 21:13 MEZ, 30min belichtet

 Die beiden Galaxien, M 81 und M 82, wurden übrigens nicht von Messier, sondern vom deutschen Astronomen Johann Elert Bode am 31. Dezember 1774 entdeckt. M 81 (rechts im Bild) wird daher nach ihrem Entdecker auch oft als "Bodes Galaxie" bezeichnet. M 82 trägt dagegen eher den Namen "Zigarren-Galaxie". Gerade bei M 82 lohnt es sich, mal die zugehörigen Hubble-Bilder anzuschauen.

Während der "Schönwetterkatastrophe" vom 1. bis 9. März habe ich noch viele weitere Bilder von Galaxien, Nebel, Planeten, Asteroiden, Mond, Sonne, Sternen und Supernovae gemacht, die kommen hoffentlich noch alle in den kommenden Tagen.

Samstag, 1. März 2025

1. März 2025: Mond und Venus und manches mehr

 Nach Sonnenuntergang am Abend des 1. März klarte es plötzlich auf. Ich konnte sogar noch einen Blick auf den Mond erhaschen:

Mond und Venus am 1. März, kurz nach 19 Uhr.

 Der Mond stand zwar schon hinter den Ästen der Bäume der Nachbargrundstücke, doch noch sind diese nicht belaubt und so war seine schmale Sichel gut durch die Äste zu sehen.

Kurz nach 19 Uhr war die von der Erde sichtbare Mondoberfläche zu 4 Prozent durch die Sonne beleuchtet, eine sehr schmal Sichel also. Aber Neumond war ja auch erst gestern. Er stand gerade mal zehn Grad über dem Horizont.  Das "aschgraue" Licht im nicht von der Sonne beleuchteten Teil des Mondes ist von der Erde reflektiertes Licht. Denn dort - würde man auf der Mondoberfläche stehen - würde jetzt die helle Erde am dunklen Nachthimmel stehen. Und vom Mond aus gesehen ist die Erde ungefähr viermal größer als dfer Mond von uns aus gesehen. Und so ist das Licht der Erde auf dem Mond natürlich auch noch heller als das Licht des Mondes auf der Erde. Der Erdschein sorgt also dafür, dass es dort nicht völlig dunkel ist. Und wenn man dann auch noch die Belichtung des Fotos etwas hochschraubt, kommt dieser Teil des Mondes durchaus zur Geltung.

Die Mondsichel "frei Hand"


 Mit meinem 400mm Teleobjektiv habe ich versucht, die Mondsichel freihändig zu fotografieren: bei f/8 und ISO3200 habe ich 1/15 Sekunde belichtet. Man kann sogar durchaus einige Strukturen und Krater auf der Mondsichel erkenenn. Eine genaue Zuordnung, welche Krater welchen Namen trägt ist jedoch schwierig, dafür ist die Sichel wohl doch noch zu schmal.

Auch die Venus zeigt heute eine schöne Sichelgestalt. Noch ist sie jedoch deutlich mehr als 4 Prozent beleuchtet - und sichtbar wird die Sichel auch erst im Fernglas oder Fernrohr (oder ausreichend starkem Teleobjektiv:

Venus am 1.3.2025

 

Hier noch ein paar weitere Beobachtungen aus dieser Nacht:

T CrB am 2.3.25 um 0:38 Uhr MEZ

 T Corona Borealis ist wohl immer noch nicht zur Nova explodiert. Die Helligkeit bewegt sich ganz im üblichen Rahmen, mit 9,8mag (gemessen mit dem Programm ASTAP tendenziell eher am oberen Rand.

 Vorher gelang mir zwisvchendurch auch wieder einmal ein "schönes" Bild:

Orionnebel, M 42, am 1.3.2025

 Das Bild habe ich etwas über 20 Minuten mit meinem Vespera Pro belichtet, ohne Filter zu nutzen.

 Danach habe ich noch nach zwei gemeldeten Supernova gesucht:

SN2025coe bei NGC 3277


 Eine so lichtschwache Supernova habe ich bislang wohl noch nie fotografiert, liegt sie doch wohl nur bestenfalls bei 16,5mag. Über die Entfernung von NGC 3277 gibt es schon bei Wikipedia zwei deutlich verschiedene Angaben, einmal ca. 61 Millionen Lichtjahre oder auch einmal 148 ± 39 Millionen Lichtjahre.

Bei einer zweiten Supernova war ich weniger erfolgreich:

UGC6763 am 1.3.25 um 23:11 UT

 Manfred Motzeck konnte diese SN im Februar mit ca. 17,9mag fotografieren, allerdings mit wesentlich größerer Ausrüstung als sie mir zur Verfügung steht. Ich bin froh, immerhin schon die Galaxie abbilden zu können. Mein Bild habe ich 41 Minuten belichtet. Die Galaxie hat laut SYtellarium eine Helligkeit von ca. 15,6mag.  Im Bild dieser Galaxie auf meinem Foto wwerden sicherlich auch ein paar Photonen der Supernova drin stecken. Um diese wirklich sichtbar werden zu lassen, müsste die Supernova aber wahrscheinlich zum einen doch etwas heller sein und zum anderen vielleicht doch etwas weiter vom Kern der Galaxie entfernt sein. 

Außerdem habe ich mich wieder einmal auf die Suche nach Asteroiden gemacht:

Asteroid (313)Chaldaea dicht bei NGC 4006

Der Asteroid (313)Chaldaea (11,4mag) stand heute dicht bei NGC 4006

(21)Lutetia am 1.3.25 um 22:14 Uhr MEZ

(21)Lutetia hat zur Zeit auch nur 11,7mag Helligkeit. Es ist jetzt, wenn ich mich nicht verzählt habe, der 84. Asteroid, den ich beobachtet habe.

 

Samstag, 23. Dezember 2023

21. Dezember 2023: Eine Wolkenlücke

 In den letzten Tagen hat es viel geregnet. An vielen Orten treten die Flüsse über die Ufer. Viele Feuerwehrmänner und andere müssen statt "ruhiger Feiertage" Sonderschichten einlegen: Sandsäcke füllen, Keller leerpumpen, Flutmauern errichten. Gut, das es solche Menschen gibt, die uns alle schützen!

Doch es gab am Donnerstag, den 21. Dezember abends auch eine kleine Wolkenlücke. Ich war selbst überrascht,eigentlich wollte ich schon ins Bett gehen, da sah ich plötzlich aus dem Fenster den Mond draußen leuchten. Ein schneller Check der Wetter-App - ja, vielleicht habe ich Glück und es öffnet sich ein kleines Beobachtungsfenster von einer guten halben Stunde oder etwas mehr.

Zuerst habe ich Fotos vom Mond gemacht, er stand gerade dicht bei Jupiter:

Mond und Jupiter mit 24mm Weitwinkel

Hier der Mond in "Großaufnahme":

Der Mond im Spektiv mit 400mm Brennweite

Und hier auch Jupiter und seine Monde:

Jupiter und seine Monde, ebefalls durch das Spektiv

Finden Sie alle vier galiläischen Monde? Von links oben nach rechts unten: Gamymed - Jupiter - Europa - Io - Kallisto, Europa steht direkt bei Jupiter, eine gute halbe Stunde später verschwand er hinter dem Planeten.

Hier eine weitere Jupiteraufnahme, diesmal mit der Vespera-Beobachtungsstation:

Jupiter fotogrfiert mit Vespera

 Das Vespera hat zwar nur 200mm Brennweite, aber einen leistungsstarken Chip eingebaut, viel effektiver als jener in der zehn Jahre alten Kleinbildkamera, die ich mit meinem Spektiv zusammen nutze. Dadurch sind hier auch viele weitere lichtschwache Sterne zu sehen. Allerdings überstrahlt Jupiter hier den Mond Europa doch etwas mehr. Allerdings entstand dieses Foto auch ca. zehn Minuten später als das obere, Europa war also noch dichter an Jupiter dran.

Und dann reichte die Wolkenlücke sogar für eine 20-minütige Belichtung des Orionnebels:

M42, der Orionnebel, 20 Minuten belichtet

Das letzte Bild habe ich mit meiner Vespera ohne Filter aufgenommen. Ich habe es dann auch noch mit einem Dualbandfilter probiert, doch es dauerte keine drei Minuten und dann war der Himmel wieder bedeckt und es waren keine weiteren Fotografien möglich. 

Ich bin trotzdem froh, dass ich diese kleine Regenunterbrechung und Wolkenlücke so gut nutzen konnte!


Dienstag, 3. Januar 2023

2. Januar 2023: Ein wenig klarer Himmel (M42, Sonne, Mond, Kleinplanet, Jupiter)

Heute Abend hatte ich etwas Glück und zeitweilig klaren Himmel gehabt. Endlich auch mal über eine etwas längere Zeit, so dass meine Vespera-Beobachtungsstation endlich wieder zu einem Einsatz kam.

Ich habe mir zu Weihnachten dafür einen Dual-Band-Filter gegönnt, der sollte nun endlich mal getestet werden. Dafür habe ich zwei Fotos des Orionnebels gemacht. Beide jeweils 15 Minuten, einmal ohne diesen Filter und beim zweiten Foto dann mit dem Filter.

Hier Bild 1, ohne Filter:

M42, Orionnebel, ohne Filter, 2.1.23, 19:54 Uhr MEZ

 Und hier das zweite Bild mit Filter:

M42, Orionnebel, mit Dual-Band-Filter, 2.1.23, 20:41 Uhr MEZ

Beide Bilder sind Stacks aus jeweils 89 Einzelbildern, wurden also 89x10 = 890 Sekunden, also knapp 15 Minuten, belichtet.

Der Unterschied ist schon auf den ersten Blick deutlich zu erkennen, es zeigt deutlich mehr vom rötlichen Nebel. Die normalen Sterne scheinen auch etwas kleiner, reduzierter dargestellt zu werden. Laut Vaonis hat der Filter eine Bandbreite von 12 nm bei jeder Wellenlänge (O-III = 500,7 nm, H-alpha = 656,3 nm).

Am Beispiel des Orionnebels erfüllt der Filter offensichtlich seinen Zweck. Ich bin gespannt, wie er sich auf andere Objekte auswirkt. (Ich habe natürlich heute Abend noch weitere Objekte probiert, aber leider war der Himmel dann immer wieder bewölkt, so dass hierzu noch keine brauchbaren Ergebnisse entstanden sind.)

Ich habe dann am Abend nicht nur den Orionnebel beobachtet, sondern auch einen Blick zum Jupiter geworfen. In meinem Spektiv sah er so aus:

Jupiter am 2.1.23 um 21:46 Uhr

Das Bild wurde an meinem Spektiv 1 Sekunde lang belichtet, da zeigen die Monde schon kleine Strichspuren. Es sind nur drei Spuren zu sehen, links recht dicht am Jupiter die Spur von Io, rechts unterhalb zuerst Europa und dann etwas weiter entfernt die Spur von Kallisto. Ganymed wurde laut meiner Wochenvorschau zwar nur bis kurz nach 21:00 Uhr verfinstert,ist aber trotzdem nicht zu sehen. Er befand sich wohl immer noch viel zu dicht an Jupiter dran.

Viel interessanter war dann schon ein Blick auf unseren Mond. Das Juragebirge und die Regenbogenbucht davor waren am Abend schon voll beleuchtet, den goldenen Henkel am Nachmittag hatte ich schon verpasst, aber es war trotzdem ein schöner Anblick:

Der Mond am 2.1.2023 um 21:30 Uhr

Nehmen Sie sich doch einfach mal einen Mondatlas hinzu und versuchen Sie verschiedene Krater und andere Mondlandschaften zu identifizieren. Finden Sie die Krater Tycho und Kopernikus?

Dann habe ich meine Kleinplanetenbeobachtungen aus dem letzten Jahr wieder aufgenommen. In meiner Wochenvorschau hatte ich ja geschrieben, dass morgen "Kleinplanet (505)Cava mit 11,3mag zieht ... gegen 20:30 Uhr in nur 4,5' Bogenminuten Abstand an Phi Geminorum (5,0mag) vorüber". Wer weiß schon, ob es morgen Abend wieder einen klaren Himmel gibt. Deshalb habe ich gleich mal ein Foto von Cava aufgenommen:

Kleinpalnet (505)Cava, rot markiert, in der Nähe von phi Gem

Phi Geminorum ist der hellste Stern auf dem nur 210 Sekunden lang belichtetem Bild, also gerade mal 3 1/2 Minuten lang. Ich habe ihn durch einen Vergleich mit der Abbildung im Planetariumsprogramm "Stellarium" identifiziert. Vielleicht habe ichja morgen Glück und mir gelingt einzweites Photo, damit seine bewegung offensichtlich wird.

Allerdings sind die Wettervorsagen für morgen nicht gut. Also heisst es abwarten.

So ähnlich war es auch mit der Sonne tagsüber. Hier gelang mir nur wieder ein Bild "durch die Wolken", ähnlich wie gestern musste ich das Originalbild mit Adobe Lightroom erst kräftig bearbeiten, damit die verschiedenen Fleckengruppensichtbar wurden:

Sonne mit Flecken am 2.1.2023

Im Vergleich zu gestern kann man noch einen weiteren neuen Fleck (3181) , der links von der Gruppe 3177 hinzugekommen ist. Dafür ist oben rechts 3173 heute nicht mehr zu erkennen. Bei den anderen Fleckengruppen gibt es keine großen Veränderungen, außer dass sie natürlich alle ein Stück nach rechts rotiert sind.

Gerade erfahre ich, dass ein Sternfeund in der Galaxie NGC 3810 eine 13,6 mag helle Supernova fotografieren konnte. Die würde mich jetzt auch sehr reizen, doch leider ist der Himmel hier nun doch wieder zu bewölkt und ich werde auch langsam müde. Alles in allem war es aber doch ein recht erfolgreicher Astroabend.

Samstag, 12. Januar 2013

11./12. Januar - Endlich wieder Sterne!

Ich wollte Freitagabend gerade ins Bett gehen, als ich kurz nach 23 Uhr doch noch einmal zum Fenster hinaus schaute. Hatte ich da nicht einen Stern gesehen?

Nach so vielen regnerischen, dunklen tagen und noch dunkleren Nächten hatte es diese Nacht endlich einmal aufgeklart. Vormittags war schon etwas Sonnenlicht zu sehen, doch mittags fielen schon wieder einzelne Schneeflocken. Ich konnte mein Glück gar nicht fassen. Das große Teleskop aufzubauen würde mir zu lange dauern, lieber schnell mit dem Spektiv nach draußen.

Ja, da strahlte Jupiter! Die Monde Kallisto (weit entfernt östlich vom Planeten) und Io links und rechts (westlich) Europa und Ganymed. Die großen grauen Streifen auf Jupiter waren klar zu erkennen.

Danach suchte ich Sirius auf, den hellsten Fixstern am Himmel. Sirius hatte besonders für die alten Ägypter eine ganz wichtige Bedeutung, sein Aufgang nach dem Sommer kündigte dort immer die wichtige Nilschwemme an. Und unterhalb von ihm war der Sternhaufen M41 nicht schwierig zu finden. M41 ist ein "offener Sternhaufen", der schon mit dem bloßen Auge als etwas diffuser Fleck zu erkennen ist. Im Fernglas oder einem kleinen Teleskop erkennt man sofort 40 oder mehr einzelne Sterne.

Dann ging es weiter zum Orion und dem berühmten Orionnebel (M42). Das "Trapez", eine kleine Sternengruppe mitten im Nebel war unschwer zu erkennen. Am Orionnebel kann man sich mit jedem Fernglas oder Fernrohr gar nicht satt sehen.

Doch jetzt zogen von Westen her schon wieder Wolken über den Himmel. Schnell noch einen Blick zu den Plejaden. Dieser offene Sternhaufen ist ja schon wirklich einfach mit dem bloßen Auge zu erkennen. Im Spektiv kann man ihn noch in seiner ganzen Größe überblicken und erkennt dort nicht nur 7 sondern mehr als 70 Sterne!

Dann ein Schwenk Richtung Osten. Dort ist schon das Sternbild Löwe aufgegangen. Über ihm das unscheinbare Sternbild Krebs. Darin jedoch ein weiterer offener Sternhaufen: M44, die Praesepe. Ebenfalls ein wunderschöner Anblick, der noch mehr Sterne als bei den Plejaden im gleichen Gesichtsfeld zu bieten scheint.

Das tat richtig gut, abends noch einmal draußen am Himmel etwas spazieren zu gehen. Die Sterne, sie sind wirklich noch alle da. Mal sehen, vielleicht besteht morgen, nein, heute Abend ja schon etwas eher die Möglichkeit, den Himmel zu beobachten, dann baue ich bestimmt mein Fernrohr auf!

Sonntag, 15. Januar 2012

15. Januar - Beobachtungsbericht

Heute war endlich mal ein Tag zur Freude der Hobbyastronomen. Am Vormittag setzte sich die Sonne mehr und mehr durch und den ganzen Abend blieb es sternenklar. Kein Mondlicht störte - ideale Bedingungen. Gegen die Kälte am Abend von -3° Grad konnte man sich ja warm anziehen. Besonders die dicken Socken sind beim Sterne gucken wichtig, denn viel bewegt man sich dabei ja nicht.

Schon tagsüber konnte ich auf der Sonne mehrere größere Fleckengruppen beobachten. Am östlichen Rand sind gerade zwei neue, anscheinend sehr große Gruppen aufgetaucht. Doch auch an anderen Stellen gibt es durchaus sehenswerte Fleckengruppen. Ein Bild dieser Flecken gibt es z.B. beim Observatorium Kanzelhöhe in Österreich, ein renommiertes Sonnenobservatorium.

Am Abend stand dann zunächst die Beobachtung von Jupiter auf meinem Programm. Der Mond Io sollte heute vor der Planetenscheibe herlaufen und auch seinen Schatten auf Jupiter werfen. Mit meinem Fernrohr konnte ich nach der tagesschau, also etwa gegen 20:30 Uhr bei circa 200-facher Vergrößerung von Jupiter den Schatten von Io sehr gut als kleinem dunklen Punkt auf der Planetenscheibe ausmachen. Und um ungefähr 20:50 Uhr war, wie vorhergesagt, auch nicht schwierig, das Wiederauftauchen von Io neben dem Jupiter zu erkennen.

Danach beobachtete ich im Sternbild Orion, zunächst natürlich den großen Orionnebel, M42.



Später habe ich versucht, den "Flammennebel" (NGC2024) zu beobachten. Dieser ist fast so groß wie der Vollmond. Selbst im Fernrohr ist er jedoch kaum zu erkennen, da der helle Stern Alnitak, der linke Stern des Gürtels, ihn durch seine Nähe ziemlich überstrahlt. Ich habe dann jedoch mal mit einer Kleinbildkamera eine Minute durch das Fernrohr belichtet, auf diesem Bild sind seine "flammigen" Strukturen unterhalb des hellen Sternes zu erkennen.



Später beobachtete ich im Sternbild Großer Hund noch den offenen Sternhaufen M41 unterhalb von Sirius. Dieser Sternhaufen ist ungefähr 2500 Lichtjahre von uns entfernt. Schon im Fernglas kann man viele einzelne Sterne erkennen, erst recht natürlich mit dem Fernrohr. Auf diesem Bild habe ich an die hundert Sterne gezählt:



Zwischendurch schaute ich immer wieder zu Jupiter. Die Wanderung des Schatten von Io war im Fernrohr sehr gut zu erkennen. Der Schatten wanderte in etwa genau über dem südlichen dunklen Wolkenband, in dem sich auch der sogenannte "Große rote Fleck" befindet. Auch hier habe ich probiert, ein Bild zu schießen. Dies ist mir jedoch nicht gelungen, dafür war der Himmel dann doch zu diesig, um ein ausreichend scharfes Einzelbild der Jupiteroberfläche mit dem Schatten darauf zu erzeugen. Eine tolle Bildsequenz von heute Abend hat Silvia Kowollik veröffentlicht.

Am frühen Morgen des Montag konnte ich die Beobachtungen fortsetzen. Saturn, sein Ring und der Mond Titan waren im Spektiv gut zu beobachten. Mars leuchtete schön rötlich, war aber im Spektiv kaum als Fläche auszumachen, der muss erst noch näher an die Erde herankommen. Um 7 Uhr war am Osthimmel schon deutlich ein leichter Silberstreif zu erkennen, die Dämmerung hatte begonnen. Der Mond zeigte schöne Krater am Terminator und um 8 Uhr konnte ich auch noch am schon hellen Himmel den Überflug der ISS verfolgen.

Freitag, 5. Februar 2010

4. Februar - noch ein Sternenabend!

Nachdem ich gestern Abend gegen 22 Uhr von einer interessanten Diskussionsveranstaltung nach Hause kam, leuchteten schon wieder die Sterne vom Himmel. Und die nächste große Überaschung: das Thermometer zeigte noch 3° plus an! Da musste ich doch gleich noch einmal mit meinem Spektiv nach draußen.

Insgesamt schien der Himmel dunkler, durchsichtiger zu sein als in der Nacht zuvor. Der Orionnebel, M42,  war mit seinen feinen nebligen Strukturen viel besser zu beobachten. Deshalb suchte ich noch einmal nach M78. Und diesmal klappte es praktisch auf Anhieb! Ausgangspunkt der Suche ist der linke, östliche Gürtelstern zeta Orionis. Dieser bildet mit zwei nicht ganz so hellen Sternen in etwa ein "offenes Dreieck", nimmt man hiervon die Winkelhalbierende und zieht in etwa zweimal die Strecke des Dreiecks durch, ist man schon in der richtigen Gegend. Schnell war hier jetzt der Nebel identifiziert. Der Nebel? Eigentlich sind es zwei, eng beieinander. Zunächst denkt man vielleicht, "warum kriege ich diesen Doppelstern nicht richtig scharf gestellt?" Doch schnell merkman, das diese beiden kleinen Objekte irgendwie duiffus bleiben. Durch diesen "Doppelcharakter" ein sehr interessantes Objekt.

Dann schaute ich mir natürlich auch noch ein paar andere Sternhaufen an. M41 wieder im Großen Hund, M44, die Praesepe und hier natürlich auch den nahen Mars. Vesta im Löwen habe ich wieder gesucht und auch gefunden. Man sollte sich genaue Aufzeichnungen der Position machen. Ich hatte doch das Gefühl, sie hat sich seit gestern wieder etwas mehr auf Algieba zubewegt.

Bei Algieba probierte ich wieder, ob er wirklich als Doppelstern zu erkennen sei. Doch dies klappte nicht. Dann noch einmal zu Castor, aber auch Castor liess sich heute nicht wirklich sauber trennen. Die Luft war wohl insgesamt zu feucht und wirbelig, die Astronomen sprechen dann vom "Seeing", was nicht gut sei. Die Durchsicht selbst, die Transparenz des Himmels war jedoch deutlich besser als am vorangegangenen Abend. Im kleinen Wagen konnte ich diesmal die Deichselsterne auch mit bloßem Auge (und Brille) erkennen. Die visuelle grenzgöße dürfte etwa bei 4,5mag bis 4,7maggelegen haben.

Erfolglos blieb auch die Suche nach dem Rosettennebel (NGC 2237/2244). In diesem Gebiet der Milchstrasse wimmelt es nur so von Sternen. Da muss ich mich bei einer späteren Gelegenheit noch einmal richtig langsam heranpirschen.

Im Löwen wollte ich diesmal noch etwas mehr sehen. Ich steuerte zunächst theta leonis dann. Unterhalb davon war auch iota Leo schnell zu finden. Dazwischen ein paar Sterne. Und genau dort schaute ich genauer hin. Ja, auch dort gab es neblige, diffuse Flecken. Es handelt sich hierbei um ferne Galaxien. M65 und M66, die zusammen mit NGC 3628 ein "Triplett" bilden. Ein schöner Anblick! Diese Galaxien sind rund 35 Millionen Lichtjahre von uns entfernt. Habe ich schon jemals mit meinem Spektiv so tief ins Weltall hinausgeschaut?

Es war schon spät geworden und ging langsam auf Mitternacht zu. Orion senkte sich im Südwesten schon langsam wieder dem Horizont entgegen. Der Löwe war schon gut am Himmel hoch gestiegen,  Knapp über der hohen Hecke zum Nachbargrundstück konnte ich im Südosten, unterhalb des Löwen einen weiteren hellen Stern entdecken. Das konnte doch nur Saturn sein - und es war auch Saturn!  Im Spektiv wegen des Rings sofort zu erkennen. Der Ring ist nicht weit geöffnet. Saturn sah eher aus wie eine kleine Kugel, die von einem Stift oder einer Nadel mittig durchbohrt ist. Schon irgendwie verrückt! Östlich von Saturn, nur wenige Ringdurchmesser entfernt genau in der Ringebene war ein kleines Lichtpünktchen auszumachen. Das muss Titan, der hellste Saturnmond sein!

So ging dieser Abend mit einem echten Highlight zu Ende. Von Westen kamen Wolken (oder war es Hochnebel?) auf und langsam war es auch Zeit, ins Bett zu gehen.

Mittwoch, 3. Februar 2010

3. Februar - Die Sonne scheint und Sterne funkeln!

Hi!

Zu meiner großen Überraschung sind die Wolken am Himmel verschwunden, nicht ganz, aber es scheint sogar die Sonne! Ein schneller Blick mit dem Fernrohr zeigt einen kleinen Fleck, nichts spektakuläres. Auch im PST (H-alpha-Spezialfernrohr) ist nicht viel mehr zu erkennen außer dem Aktivitätsgebiet 1043 rund um den Fleck. Protuberanzen waren nicht auszumachen.

Aber immerhin - endlich mal wieder ein paar Sonnenstrahlen! Das tut der Seele gut!

**************   Ergänzung gegen 23 Uhr

Und auch am Abend hielt das gute Wetter an! Zwischendurch war es wieder kräftig bewölkt, aber so gegen 21 Uhr sah ich aus dem Dachfenster den Mars leuchten - so hell orangerot leuchtet nur einer am Himmel! Schnell nach draußen gegangen und die Lage gepeilt. Okay, es waren auch Wolken am Himmel, aber die Lücken dazwischen doch so groß, dass sich das warm anziehen lohnen könnte. Das Spektiv steht sowieso immer auf einem Stativ bereit in einer Ecke der Wohnung.

Es wurde zunächst tatsächlich eine Art Katz und Maus Spiel. Immer wenn man einen Stern anvisiert hatte, kam auch schon eine Wolke oder ein längeres Wolkenband an, um es baldmöglichst zu bedecken. Dann musste man sich an einer anderen Ecke des Himmels etwas Neues zum Anschauen aussuchen. Ich sah das als sportliche herausforderung an. Außerdem übt es gewaltig, wenn man mit einem Spektiv versucht, bestimmte Objekte anzupeilen. Durch die gewinkelte Ausführung ist ein anvisieren über "Kimme und Korn" nicht möglich, da braucht man schon sehr viel Gefühl und Ortskenntnis am Himmel.

Zunächst visierte ich natürlich Mars an, aber Oberflächendetails zeigt so ein Spektiv dann doch nicht, dafür ist die Vergrößerung mit 25-50fach zu klein. Oder täusche ich mich? War da im "Gefunkel" nicht vielleicht doch mitten drin ein "dunklerer Fleck" zu sehen? Naja, sicher ist das nicht. Dann wollte ich eigentlich zur Praesepe (M44), doch wegen der Wolken ging das erst deutlich später. Stattdessen Orionnebel. Hier gab es ein etwas größeres Wolkenloch und ich wagte es sogar, mal mit dem Spektiv zu fotografieren. Meine Kleinbildkamera kann ich gut am Spektiv befestigen. Hier das Ergebnis einer Belichtung von 4 Sekunden bei 3200 ASA:

Die Belichtungszeit ist schon zu lang, die Sterne zeigen Strichspuren. Aber der Nebel zeichnet sich trotzdem deutlich ab. Und wenn man genau hinschut, sieht man in der Bildmitte mehrere dicht gepackte, unterschiedliche helle Spuren. Die stammen von den vier Sternen des "Trapez". Selbst fotografisch lässt sich das also deutlich trennen. Und insoweit bin ich eigentlich ganz begeistert von der Aufnahme. Denn ich hatte eigentlich gar nicht erwartet, dass dies überhaupt funktioniert. Meine Befürchtung war, dass der "Autofocus" der Kamera mir ganz schnell einen Streich spielt und ein Foto ganz verhindert.

Beim nächsten Mal brauche ich natürlich eine richtige Nachführung des Spektivs zur Bewegung der Sterne. Wenn diese dann nicht mehr strichförmig weiterlaufen sondern punktförmig bleiben, steht schönen Astroaufnahmen vielleicht gar nichts mehr im Weg. Heute fehlte zunächst für längere Versuche die Zeit, denn kaum war dieses Foto "im Kasten", da kamen auch schon wieder die Wolken.

Doch an anderen Ecken war der Himmel frei und so konnte ich meinen Beobachtungsspaziergang in aller Ruhe fortsetzen. Castor in den Zwillingen ist ein Doppelstern. Die beiden Komponenten haben laut Karkoschka 4.7 Bogensekunden Abstand. Sie konnten sauber getrennt werden. Später schaute ich mir auch gamma Leonis ("Algieba") an, hier haben die Komponenten nur 4.4 Bogensekunden Abstand. Die Trennung war schon deutlich schwieriger, der Stern aber auch deutlich horizontnäher. Aber hier dürfte wohl auch die Auflösungsgrenze des Spektivs erreicht sein. Vielleicht wäre mit mehr Vergrößerung noch etwas zu machen, das Okular erlaubt jedoch nur 50fach, mehr ist zur Zeit also nicht drin. Der Kleinplanet Vesta nähert sich allmählich Wasat an. Wenn es in den nächsten Tagen Nachts klar bleibt, kann dies ein schönes Schaupiel werden.

In den Zwillingen schaute ich mir dann später M35 an, ein sehr schöner Sternhaufen. Zwischendurch dann auch mal schnell zu den Plejaden (M45) geschaut. Reflexionsnebel waren heute nicht zu erkennen. Meine Suche nach M78 im Orion war wohl vergeblich. Vielleicht hat sich da indirekt etwas angedeutet, aber sicher bin ich mir da wirklich nicht. Wahrscheinlich war es für solche Objekte einfach zu hell. Wenn überall Schnee liegt, dann wird es ja gar nicht richtig dunkel, das Licht jeder Straßenlampe wird vom Schnee in alle Richtungen reflektiert und vielleicht war ja auch immer noch etwas Hochnebel oder Dunst in der Luft. Die visuelle Grenzgröße in der kleinen Bärin lag für meine (kurzsichtigen) Augen nicht einmal bei 4mag, die Deichselsterne des kleinen Wagens konnte ich nicht erkennen!

Dafür war heute jedoch M41 im Großen Hund mit Spektiv viel besser zu sehen als letztes Mal. Schließlich schaute ich mir auch noch die Sternhaufen im Fuhrmann an. Der ist ja fast im Zenit, da war das "Peilen" kaum noch möglich. Doch wenn man erstmal einen der drei Sternhaufen dort im Blick hat, ist es nicht so schwierig, auch die anderen beiden zu finden. Zuerst fand ich M36, dann M38 und schließlich auch noch M37. Alle drei sind sehr schöne Objekte, die im Spektiv schon viele einzelne Sterne zeigten.

Trotz der immer wieder durchziehenden Wolken ein wunderschöner Abend!

Montag, 4. Januar 2010

4. Januar - Orionnebel

Heute geht der Mond erst gegen 22 Uhr auf. Ein guter Abend, um zuvor sich mit dem Sternbild Orion zu beschäftigen. Der Himmelsjäger gehört zu den auffälligsten Sternbildern an unserem Winterabendhimmel. Unterhalb seiner drei Gürtelsterne sieht man leicht schwächere Sterne und irgendetwas "schimmriges, nebliges". Dies ist das sogenannte "Schwertgehänge" des Orion. Schon im einfachen Fernglas kann man hier eine kleine unregelmäßig strukturierte "Wolke" erkennen. Dies ist der "Orionnebel". Oder etwas unprosaischer "M42". Astronomen lieben Listen, das M steht für Messier, also das 42. Objekt in der Liste des französischen Astronomen Messier. Diese stellte im 18. Jahrhundert eine gut 100 Objekte fassende Liste zusammen, die ihm bei seiner Suche nach Kometen immer wieder einmal "über den Weg liefen", die vielleicht auf den ersten Blick wie Kometen aussahen, aber dann doch keine waren.

Der Orionnebel ist eine große Gaswolke in rund 1300 Lichtjahren Entfernung. Mehr Informationen dazu gibt es natürlich in der Internet-Enzyklopädie Wikipedia

Ach ja, als Sternenfreund hat man nicht immer Zeit, den Himmel zu beobachten. Zumindest nicht, wenn man auch in einer Sternwarte organisiert ist. Heute Abend gibt es auf "meiner" Sternwarte Paderborn eine kleine informelle Mitgliederversammlung. Es müssen die letzten Details der Programmplanung für 2010/2011 geklärt werden. Hoffentlich bleibt da auch noch Zeit zur Himmelsbeobachtung :-), oder haben wir Glück und das Wetter ist wie an den letzten Abenden auf Föhr auch hier während des Treffens bedeckt? 

Ja, natürlich ist es auch hier in Ostwestfalen bedeckt, der ganze Nordwesten Deutschlands scheint unter einer ziemlich dichten Wolkendecke zu liegen. Schade. 


Und in Washington begann gestern das 215. Treffen der Organisation der Amerikanischen Astronomen, ob uns in den nächsten Tagen die Medien von spektakulären astronomischen Entdeckungen berichten werden?