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Samstag, 13. September 2025

12. September 2025: Der Mond bedeckt die Plejaden

Am 12. September war es erneut soweit, dass der Mond vor den Plejaden entlang zog. Ich war am Abend zuerst im Theater (Premiere von "Blind" - eine sehr schöne Inszenierung eines modernen Tochter-Vater-Konflikts) in Paderborn. Als ich wieder zuhause ankam, wollte ich gleich die Plejadenbedeckung beobachten, doch ich stellte zunächst nur voller Schrecken fest: "Der Mond ist ja noch gar nicht zu sehen, er steht ja noch viel zu tief hinter dem Haus des Nachbarn."

Doch um kurz vor 23 Uhr war es dann soweit und ich konnte mit meinen Beobachtungen beginnen:

Mond und Plejaden um 22:56 Uhr MESZ

 Der Mond war zu diesem Zeitpunkt schon über einige der Plejadensterne hinweg gezogen, aber es sollte trotzdem noch ein spannender, toller Abend werden.

Die Plejaden, auch das "Siebengestirn" genannt, sind vielleicht nach Sonne, Mond und Planeten die auffälligste Sternenkonstellation am Himmel. Seit Menschengedenken bekannt, zum Beispiel auch auf der Himmelscheibe von Nebra verewigt.

Die Bezeichnung "Plejaden" stammt aus der griechischen Mythologie. Die 7 Plejaden sind die Kinder der Eltern Atlas und Pleione, nach denen auch zwei der Sterne benannt sind. Vier der Kinder waren auf dem ersten Bild schon zu finden. Doch wo steckten die fehlenden drei?

Der Sternhaufen der Plejaden ist rund 450 Lichtjahre von uns entfernt und umfasst insgesamt mindestens 400, wahrscheinlich sogar etwas über 1000 Sterne. Die Sterne selbst sind mit einem Alter von ca. 125 Millionen Jahren noch relativ jung.

Der Mond ist auf meinem Bild sehr überbelichtet, aber nur dadurch können im gleichen Foto auch die helleren Sterne sichtbar gemacht werden. Die Bilder habe ich heute Abend mit meiner Canon RP Kamera mit einem 400mm Teleobjektiv gemacht, meist bei Blende 8.0 (besser geht es bei diesem Tele nicht), ISO3200 und 1/4 Sekunde Belichtungszeit. Bei einer früheren Plejadenbedeckung in diesem Jahr hatte ich noch 1 Sekunde lange belichtet. Da war der Mond jedoch nur eine schmale Sichel und hat dadurch nicht alles überblendet.

Doch hier zunächst einmal ein Foto des Mondes, korrekt belichtet und ohne Sterne:

Der Mond, auch mit der Canon RP fotografiert, aber nur mit 1/80 sec und ISO100           

Um 23:02 Uhr tauchte Electra auf.  
Um 23:04:28 ist Alcyone gerade noch zu sehen.

Auf meinem nächsten Foto, 16 Sekunden später, ist Alcyone nicht mehr zu sehen. Parallel zu den Fotos habe ich die Bedeckung auch durch mein Spektiv beobachtet. Auch hier war die Bedeckung am hellen Mondrand leicht mit dem bloßen Auge zu erkennen. Alcyone hat laut Stellarium eine Helligkeit von 2,87mag. Haben Sie beim ersten Bild genau hingesehen? Dort war etwas rechts oberhalb von Alcyone noch ein etwas schwächeres Sternchen ("24 Tau", 6,33mag) zu sehen. Dies wurde vom hellen Mondlicht doch überstrahlt, seine Bedeckung am Mondrand konnte ich nicht sehen oder dokumentieren.  

Um 23:09:33 MESZ taucht am dunklen Mondrand Stern HD23387 (7,29mag) auf

 Der nur rund 7,3mag schwache Stern ist so gerade eben zu erkennen. Außerdem kann man auf diesem Bild auch noch einige Wolkenschleier sehen, die mal mehr, mal weniger ein wenig das Beobachten beeinträchtigten.

Um 23:13:50 war dann auch Maia wieder sichtbar

 Maia wird schon etwas vor dem Foto hinter dem Mond wieder erschienen sein, auf dem Bild ist ja schon ein signifikanter Abstand zum Mond zu erkennen. Wahrscheinlich habe ich in dieser Zeit voller Spannung durch das Spektiv geschaut und daher den Auslöser der Kamera nicht betätigt. Maia müsste laut Stellarium schon zwei Minuten vorher sichtbar geworden sein.

Um 23:18:55 MESZ wird auch Merope sichtbar

Damit waren jetzt alle sieben benannten Plejaden-Kinder sichtbar oder (wie Alcyone) unsichtbar geworden. Doch noch war die Show nicht vorbei. Was wird mit den Eltern passieren? Werden Pleione und Atlas auch vom Mond bedeckt?

Pleione kurz vor der Bedeckung um 23:46:54 Uhr MESZ

 Pleione war auch noch auf dem nächsten Foto um 23:47:15 zu sehen, aber nicht mehr um 23:47:36.

Und man ahnt es schon auf diesem Bild: Atlas wird nicht vom Mond bedeckt, er "schrammt" knapp vorbei. Doch wo ist Alcyone?

Um 23:50:03 Uhr MESZ taucht ein Stern auf...

 Sollte das Alcyone sein? Nein! Schnell ist klar, dieser Stern ist nicht hell genug. Das ist stattdessen "24 Tau", das 6,3mag schwache Sternchen, was auch schon auf dem ersten Bild dicht bei Alcyone zu sehen war. 

Um 23:51:27 Uhr MESZ war Alcyone eindeutig wieder da

 Es dauerte also nur etwas über eine Minute, dass nach 24 Tau auch Alcyone wieder sichtbar wurde. Und schauen Sie auch mal, wie dicht Atlas jetzt am Mond steht. Aber es kommt tatsächlich zu keiner Bedeckung.

Pleione um 00:19:29 Uhr MESZ

 Am 13.September tauchte dann um 0:19 Uhr auch wieder Pleione auf. Die Bedeckung des letzten nahc der griechen Mythologie benannten Plejadensterns war nun beendet. 

Und ich konnte beruhigt meine Ausrüstung abbauen und später ins Bett gehen. Ein toller Abend war vorbei.

 



 

Sonntag, 7. September 2025

8. - 14. September: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche nimmt der Mond wieder ab, am Sonntag erreicht er das Letzte Viertel. Seine Aufgangszeiten verschieben sich am Abend jedoch von Tag zu Tag zunächst nur sehr wenig. Von den hellen Planeten geht Saturn im Osten gegen 20:30 Uhr auf, Jupiter folgt ab ca. 1:45 Uhr und die Venus als Morgenstern strahlt ab ca. 4:30 Uhr im Osten.

Am Montag, den 8. September, geht die Sonne um 6:48 Uhr auf und um 19:55 Uhr unter. Der helle Tag dauert jetzt also nur noch etwas über 13 Stunden, er wird jeden Tag rund 4 Minuten kürzer, es geht auf den Herbstanfang zu. Der mit 98 Prozent beleuchtete (praktisch immer noch "voll" erscheinend) Mond geht um 20:06 Uhr auf, er steht etwas "links" (östlich) oberhalb von Saturn.

Am Dienstag, den 9. September, geht der noch zu 94 Prozent beleuchtete Mond um 20:19 Uhr auf.

Am Mittwoch, den 10. September, geht der noch zu 87 Prozent beleuchtete Mond um 20:33 Uhr auf. Die ISS ist in dieser Abendsichtbarkeitsperiode erstmalig gegen 21:36 Uhr kurz im Südwesten/Süden in maximal 23° Grad Höhe zu sehen.

Am Donnerstag, den 11. September, geht der zu 78 Prozent beleuchtete Mond um 20:51 Uhr auf. Um 5:00 Uhr zieht Kleinplanet (379)Huenna (12,5mag) in nur 3,5' Bogensekunden Abstand an Stern HIP 112796 (7,8mag) vorbei und (626)Notburga (11,9mag) in 8' Bogensekunden Abstand an Stern 82 Psc (5,2mag). Die ISS fliegt zwischen 20:47 Uhr und 20:51 Uhr in maximal 19° Grad Höhe über unseren Südhimmel hinweg.

Am Freitag, den 12. September, geht der zu 68 Prozent beleuchtete Mond um 21:15 Uhr auf. Bald danach zieht der Mond über die Plejaden hinweg, von denen so einige Sterne bedeckt werden. Da der Mond abnimmt, bedeckt er die Sterne zunächst mit seiner beleuchteten Seite, das Bedecken selbst wird daher kaum zu beobachten sein, umgekehrt kann jedoch das Auftauchen der Sterne am dunklen Mondrand zum Ende der Bedeckungen spektakulär sein. Wie viele Bedeckungen können Sie heute erkennen? Die Zeitschrift "Sterne und Weltraum" (Heft 9/2025) listet die Daten für neun verschiedene Einzelsterne auf. Alkyone wird zum Beispiel von 23:04 Uhr bis 23:55 Uhr bedeckt. Die ISS fliegt zwischen 21:34 Uhr und 21:37 Uhr in maximal 48° Grad Höhe (dicht vorbei an Altair) über unseren Nachthimmel.

Am Samstag, den 13. September, geht der zu 57 Prozent beleuchtete Mond um 21:52 Uhr auf. Bei Jupiter kann man Schattenwürfe von Europa (bis 1:27 Uhr) und Io (von 2:08 Uhr bis 4:32 Uhr) beobachten. Die ISS fliegt zwischen 20:45 Uhr und 20:351Uhr in maximal 35° Grad Höhe über unseren Abendhimmel.

Am Sonntag, den 14. September, geht der nur noch zu 45 Prozent beleuchtete Mond um 22:44 Uhr auf, das Letzte Viertel erreicht er bereits um 12:33 Uhr, steht dann jedoch bei uns unter dem Horizont. Um 23:55 Uhr endet die Bedeckung von Stern 136 Tauri (4,6mag). Die ISS fliegt zwischen 21:33 Uhr und 21:37 Uhr in maximal 74° Grad Höhe hoch über unseren Nachthimmel.

Mittwoch, 2. April 2025

2. April 2025: Rabea Rogge fliegt über unseren Nachthimmel hinweg

 War es gestern noch nicht ganz eindeutig, ob ich den Überflug der FRAM2 fotografiert habe oder nicht, so sollte es heute, am Mittwochabend, umso einfacher sein. Hier wieder die Vorhersage von "heavens-above":

Überflug der FRAM2 am 2. April 2025

 Diesmal fand der Überflug nicht in westlicher Richtung statt, sondern quasi auf der anderen Seite meines Gartens, auf der zum Glück nicht der Mond leuchtete.

Aus großer Höhe sollte die FRAM2 durch das Sternbild Löwe hindurch Richtung Südhorizont fliegen, vor Erreichen des Horizonts jedoch im Erdschatten verschwinden.

Ich hatte Glück und meine Kamera gerade noch rechtzeitig aufgebaut, die einzelnen Bilder wurden mit einem 16mm-Weitwinkel-Objektiv an meiner Canon RP Kamera bei ISO1600 und Blende 4,5 30 Sekunden belichtet:

21:38:57 Uhr, FRAM2 fliegt zum Löwen
 

Von links oben zieht sich bis in die Mitte des Bildes hinein eine lange Strichspur, das ist die Dragon Kapsel. Rechts im Bild sieht man einen hellen Flare, der sich in umgekehrter Richtung zur FRAM2 bewegte, ich habe auf die Schnelle bei heavens-above leider noch kein Objekt finden können, zu dem dieser Flare gehören könnte. 

21:39:34 Uhr, die Spur setzt sich fort

21:40:11 Uhr MESZ, die Spur wird dünner und endet

FRAM2 verschwindet im Schatten der Erde.

Aber wo befand sich die Dragon-Kapsel wirklich im Moment dieses Überfluges? Ganz direkt über unsere Stadt konnte sich nicht geflogen sein, sonst hätte sie ja den Zenit durchkreuzen müssen. Die Auflösung findet man auch bei heavens-above:

Die "Bodenspur" der FRAM2

 Der Kreis markiert den Bereich Europas, bei dem die FRAM2 mindestens zehn Grad über dem Horizont erscheint. Kurz nach 21:40 Uhr geht die durchgezogene Linie in eine gestrichelte Linie über, hier wird die FRAM2 nicht mehr von der Sonne angeleuchtet. 

Und hier noch ein paar weitere Daten: Die geringste Abstand zu Bad Lippspringe wurde kurz vor 21:39 Uhr erreicht, da war die Kapsel von uns 505 Kilometer entfernt, im Moment des Schatteneintritts (südöich der Alpen) waren es dann schon 864 Kilometer "Luftlinie" (wobei der Begriff hier fast irreführend ist, denn im Weltall gibt es ja bekanntlich keine Luft :-)

Übrigens gibt heavens-above auch Auskunft über möglicherweise gefährliche Nahbegegnungen mit anderen Satelliten, Rakententeilen oder was auch immer da oben so um die Erde fliegt:

Gefährliche Begegnung heute um 23:58 Uhr MESZ

 Heute um 23:58 Uhr MESZ kreuzt die Bahn der FRAM2 die des indischen Satelliten (oder Reste einer indischen Trägerrakete ?) "PSVL DEB". Der Abstand beträgt knapp 5 Kilometer, der Höhenunterschied über dem Erdboden jedoch nur 0,018km, also nur 180 Meter. Der "Aufprallwinkel" wäre fast total! Drücken wir die Daumen, dass alles gut geht!

Zum Schluss noch schnell ein Bild Richtung Mond, der sich heute Abend schon weit von Plejaden entfernt hat und nun auf Jupiter zuging:

Mond bei Jupiter um 22:17 Uhr, 6 Sekunden belichtet


 Schon wieder ein toller Astroabend! Da stören auch die kleinen Wölkchen nicht, die man in meinen Fotos auch durch das Bild fliegen sehen kann.... :-)

Und einmal mehr: Vielen Dank an die Website "heavens-above.com" für die präzisen Vorhersagen!

 

 

 

1. April 2025: Der Mond bedeckt die Plejaden

 Ich hatte mir keine große Hoffnung mehr gemacht, dieses seltene und schöne Ereignis am Abendhimmel beobachten zu können. Ein "Nebrascheibenmoment", wie es ein Freund in der Diskussionsgruppe des AKM betitelte. Habe ich mir doch eine dicke Erkältung eingefangen: Husten, Schnupfen, Heiterkeit, alles was man so gar nicht haben möchte und auch nicht seinen Feinden wünscht.  Am Montagabend kam dann auch noch Fieber hinzu, Den Dienstag habe ich dann die meiste Zeit schlafend verbacht.

Doch Schlaf ist ja bekanntlich die beste Medizin und abends sollte mir dann zu Beginn doch wenigstens ein erstes Foto gelingen. Noch stand der Mond hoch genug über den Bäumen auf den Nachbargrundstücken:

 

Der Mond dicht unterhalb der Plejaden um 21:00 Uhr

Dieses Bild machte mich schon erstmal sehr glücklich. Wenigstens ein Bild, auch wenn "das" Ereignis, die eigentliche Bedeckung der Plejaden, ja erst um 22:30 Uhr anfangen sollte. 

Und "nebenbei" lief ja auch das tolle Pokal-Halbfinale, in dem Arminia Bielefeld so wunderschön zeigte, dass Träume auch wahr werden können.

Ob man, allein durch gute Motivation, noch schneller wieder gesund werden kann? Zunächst wurde ich neugierig. War doch in der Nacht zuvor auch die erste Frau aus Deutschland ins Weltall gestartet. Würde man die Dragon-Kapsel vielleicht tatsächlich auch am Nachthimmel sehen können?

Und natürlich wure ich bei "heavens-above" fündig. Hier gab es bereits die Vorhersagen für nbächtliche Überflüge auch am Himmel von Bad Lippspringe:

Überflug der FRAM2 am 1. April nach 22 Uhr MESZ

 Die Bahn passte gut für mich, aber würde die Dragon-Raumkapsel auch hell genug sein? Schließlich ist eine einzelne Raumkapsel ja keine Internationale Raumstation wie die ISS mit riesigen Solarpaneelen. Heavens-above sagte eine Helligkeit zwischen 5,5 bis 2,1mag voraus, das könnte reichen.

Die FRAM2 (?) am Himmel über Bad Lippspringe um 22:18 Uhr MESZ

 Ganz sicher bin ich mir nicht, ob ich sie wirklich erwischt habe, die Spur scheint mir ein bisschen zu hoch zu sein, um 22:18 Uhr sollte die Fram2 eigentlich erst durch die Kassiopeia fliegen und nicht schon an Perseus vorbei. Aber wer weiß, vielleicht habe ich mich auch doch etwas mit der Uhrzeit vertan oder es gab eine kleine Bahnkorrektur? Denn andere Satelliten, die auf ähnlichen Bahnen um diese Uhrzeit zu sehen sein sollten, können es auch nicht gewesen sein. 

Auf alle Fälle hat mich das noch mehr motiviert, nun doch auch noch einmal nach dem Mond Ausschau zu halten. Und tatsächlich - nicht ganz von der hintersten Ecke meines Garten - tat sich eine Lücke zwischen den Bäumen auf den Nachbargrundstücken auf und ich konnte tatsächlich auch noch den Beginn der Plejadenbedeckung beobachten.

Die nachfolgenden Bilder habe ich alle, wenn nicht anders angegeben, mit meiner Canon RP Kamera aufgenommen, mit einem 100-400mm Zoomtele bei jeweils 400mm, Blende 8, ISO3200 und jeweils 1 Sekunde Belichtungszeit. 

Beim ersten Bild habe ich noch zwei besonders interessante Sterne für diese Bedeckung markiert. Der dem Mond am dichtesten stehende helle Stern der Plejaden, Electra, war zu Beginn dieser Fotoserie schon bedeckt. Ich habe die Bilder praktisch nicht weiter bearbeitet oder beschnitten. Wenn Sie auf die Bilder klicken, werden diese auch vergrößert dargestellt, so dass sich schwächere Sterne leichter erkennen lassen

 

Der Mond vor den Plejaden um 22:55 Uhr MESZ  
 

Merope hat beine Helligkeit von 4,5mag und Celaeno eine Helligkeit von ca. 5,5mag. Die schwächeren Sterne dazwischen in dr Nähe des Mondrandes haben ca. 8mag.

Der Mond vor den Plejaden um 23:05 Uhr MESZ 
 

Welcher Stern wird wohl als nächstes bedeckt? Merope? Celaeno? Achten sie lieber auf die kleineren lichtschwachen Sternchen dazwischen!
 

Der Mond vor den Plejaden um 23:07 Uhr MESZ

Zwei kleine sind besonders dicht am Mond.

Der Mond vor den Plejaden um 23:10 Uhr MESZ

Jetzt "sitzt" der eine kleine schwache Stern fast genau an der Kante des Mondes ...
 

Der Mond vor den Plejaden um 23:11 Uhr MESZ

... und hier ist er weg. Aber dicht bei Celaeno ist auch noch so ein schwacher...

Der Mond vor den Plejaden um 23:12 Uhr MESZ

... und schon ist er auch weg. Aber was ist mit Celaeno selbst? Wird der Stern bedeckt?

 

Der Mond vor den Plejaden um 23:15 Uhr MESZ    

Der Mond vor den Plejaden um 23:20 Uhr MESZ

Der Mond nähert sich Merope, und Celaeno ... ??

Der Mond vor den Plejaden um 23:21 Uhr MESZ

Jetzt sitzt Merope auf der Kante.

Der Mond vor den Plejaden um 23:23 Uhr MESZ

Merope ist bedeckt, der Mond schrammt an Celaeno vorbei.

Der Mond vor den Plejaden um 23:24 Uhr MESZ

Doch jetzt verschwindet der Mond wieder hinter einem Baum auf Nachbarsgrundstück. Gleicht ist er - und dann natürlich auch die Plejaden - nicht mehr zu sehen. Bis zum "mathematischen" Untergang des Mondes am "Nullhorizont" hätte es noch über eine Stunde gedauert. Doch bei mir war jetzt bei ca. 10° Grad Höhe des Mondes über dem Horizont Schluss.

Draußen im Garten war es windstill, milde 7° Grad und von Fieber, Husten, Schnupfen keine Spur!  So schön kann Aastronomie sein.


Samstag, 28. Dezember 2024

26./27. Dezember 2024: Weitere Beobachtungen: Orionnebel, Plejaden, eine Supernova und mehr

 Bei dem schönen klaren Himmel am 26. und 27. Dezember habe ich nicht nur große und kleine Planeten und Asteroiden beobachtet, sondern auch noch ein paar weitere Objekte.

M42, der Orionnebel

 Der Orionnebel gehört im Winter natürlich zu den Zielen, an denen man nicht vorbei kommt. Dieser Nebelfleck ist ja schon gut mit bloßem Auge sichtbar. Und dank der Mosaik-Technik meines Smart-Teleskops ist er auch einfach "formatfüllend" abzubilden. Insgesamt wurde der Orionnebel rund 90 Minuten belichtet. Wie immer habe ich keine weitere Bildverarbeitung verwendet, das Bild kommt praktisch direkt aus meiner Vespera Beobachtungsstation.

IC 1318 im Sternbild Schwan

IC 1318 ist ein Emissionsnebel im Sternbild Schwan. Er ließ sich gut über mehrere Stunden lang fotografieren, während er langsam am Himmel in Richtung Nordwesten dem Horizont entgegen strebte. IC 1318 wird auch Schmetterlingsnebel oder auch Gamma-Cygni-Nebel genannt. Dieses Bild habe ich knapp 199 Minuten, also nicht ganz drei Stunden und 20 Minuten belichtet. Es ist nicht weiter bearbeitet. Sicherlich könnte man mit Photoshop oder astronomischer Spezialsoftware wie PixInsight oder APP noch viel mehr herausholen, es noch farbenfreudiger werden lassen, aber dafür fehlt es mir gegenwärtig wirklich an Zeit.

Die Plejaden (M 45) im Stier

Auch die Plejaden dürfen in einer schönen Winternacht nicht fehlen. begeistern sie doch schon seit weit über 5600 Jahren die Menschen.

Supernova SN2024abnh

Diese Supernova wurde am 20. November 2024 gemeldet, sie stammt aus der Galaxie UGC12763, die jedoch so schwach ist, dass sie nur mit serh großen Teleskopen sichtbar gemacht werden kann. Zur Identifizierung habe ich verschiedene Fotos genutzt, die von anderen Supernova-Fotografen auf der Webseite von "rochesterastronomy" genannt wurden. Ich schätze ihre Helligkeit inzwischen auf weniger als 15,2mag.




Sonntag, 8. Dezember 2024

9. - 15. Dezember 2024: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche haben wir am Sonntag Vollmond. Das helle Licht des Mondes überstrahlt auch schon in den Tagen zuvor viele lichtschwächere Objekte am Himmel. Die großen Planeten können jedoch gut beobachtet werden. Venus ist bis zum Untergang gegen 19:30 Uhr strahlender Abendstern im Südwesten. Mars geht dann gerade im Osten auf. Jupiter stand letzte Woche in Opposition, ist also zur Zeit praktisch die ganze Nacht über zu sehen, zunächst im Osten, gegen Mitternacht hoch im Süden. Saturn leuchtet noch bis gegen 23 Uhr am südwestlichen Abendhimmel. Und selbst der Planet Merkur zeigt eine kleine Morgensichtbarkeit ab etwa 7:30 Uhr, die wird jedoch erst in der kommenden Woche etwas besser. Die ISS beginnt zum Ende der Woche wieder eine Periode von morgendlichen Überflügen.

Am Montag, den 9. Dezember, geht die Sonne um 8:20 Uhr auf und um 16:14 Uhr unter. Der helle Tag dauert bei uns also keine acht Stunden mehr. Früher als 16:14 Uhr wird die Sonne nicht mehr untergehen, die Tage werden jedoch trotzdem noch kürzer, da sie am Morgen immer noch etwas später aufgehen wird. Der Mond ist am Abend (um 19:00 Uhr) zu 63 Prozent beleuchtet, er geht erst deutlich nach Mitternacht um 1:45 Uhr am Dienstagmorgen unter. Um 22:34 Uhr bedeckt der Mond ein 6,9mag schwaches Sternchen. Von 17:30 Uhr bis 20:03 Uhr findet ein Schattendurchgang von Mond Europa beim Jupiter statt.

Am Dienstag, den 10. Dezember, ist der Mond am Abend schon zu 73 Prozent beleuchtet, er befindet sich im Sternbild Fische. Um 18:02 Uhr bedeckt der Mond erneut ein 6,9mag schwaches Sternchen. Saturnmond Titan befindet sich abends in westlicher Elongation. Asteroid (350)Ornamenta (12,0 mag) steht heute in Opposition zur Sonne.  

Mittwoch, den 11. Dezember,  ist der Mond am Abend bereits zu 83 Prozent beleuchtet und er steht im Sternbild Widder. Von 20:41 Uhr bis 22:58 Uhr wird Jupitermond Io vom Planeten bedeckt bzw. verfinstert und bleibt so unsichtbar. Asteroid (1626)Sadeya (12,6mag) steht in nur 3,5' Bogenminuten Abstand zu Stern Theta Gem (3,6mag).

Am Donnerstag, den 12. Dezember, ist der Mond am Abend bereits zu 91 Prozent beleuchtet und befindet sich immer noch im Widder. Von 17:55 Uhr bis 20:07 Uhr wandert der Schatten von Jupitermond Io über den Planeten. Um 19:00 Uhr wird ein 6,6mag schwaches Sternchen vom Mond bedeckt. Kleinplanet (69)Hesperia (10,7mag) steht heute in Opposition zur Sonne.

Am Freitag, den 13. Dezember, ist der Mond schon zu 96 Prozent beleuchtet, er steht direkt bei den Plejaden, wird diese jedoch deutlich überstrahlen. Ab ca. 17:40 Uhr kommt es dadurch zu einer Vielzahl von Sternbedeckungen am noch dunklen Rand des Mondes. Aber wieviele wird man wirklich beobachten können? Um 7:16 Uhr in der Frühe kann die ISS erstmalig in dieser neuen Morgensichtbarkeitsperiode im Südosten flach über dem Horizont (maximal 13° Grad Höhe) bei einem Überflug gesehen werden. Asteroid (1036)Ganymed (11,4mag) geht um 3:00 Uhr in 7,5' Bogenminuten Abstand zu Stern HIP6564 (5,9mag) vorüber, Asteroid (350)Ornamenta (12,0mag) geht um 5:00 Uhr in 6' Bogenminuten Abstand an Stern HIP24132 ((7,9mag) vorüber. Die Volkssternwarte Paderborn ist heute Abend ab 19 Uhr letztmalig in diesem Jahr für die Öffentlichkeit geöffnet.

Am Samstag, den 14. Dezember, steht der Mond 5° Grad oberhalb von Jupiter im Sternbild Stier. Er erreicht um Mitternacht seine maximale Höhe von 65° Grad über dem Horizont. Um 18:39 Uhr beginnt eine Verfinsterung von Saturnmond Titan, innerhalb von ca. 30 Minuten nimmt seine Helligkeit ab bis zur Unsichtbarkeit. Die Verfinsterung endet kurz vor dem Saturnuntergang gegen 22:49 Uhr. Heute erreicht auch der Sternschnuppenstrom der Geminiden seinen Höhepunkt, wegen des vollen Mondes werden aber wahrscheinlich nur wenige Sternschnuppen zu sehen sein. Kleinplanet (15)Eunomia (8,2mag) steht in Opposition zur Sonne. Kleinplanet (7)Iris (9,9mag) steht um 20:00 Uhr in nur einer Bogenminute Abstand neben Stern 30 Aqr (5,5mag).

Am Sonntag, den 15. Dezember, Dritter Advent, geht der Mond um 15:41 Uhr auf, bereits um 16:27 Uhr erreicht er seine exakte Vollmondposition. Die ISS fliegt zwischen 7:12 Uhr und 7:18 Uhr in maximal 24° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg. Kleinplanet (15)Eunomia zieht heute Abend über IC 410 (Kaulquappen-Nebel) hinweg.

Sonntag, 27. Oktober 2024

25./26./27. Oktober 2024: Der Nachthimmel ist prächtig

 Und immer wieder gibt es ein paar klare Stunden am Nachthimmel, die ich nutzen kann. Am 25. September hatte ich etwas länger Zeit zum Beobachten, am Samstag, den 26. Oktober waren wir abends zunächst im Theater in Paderborn. Eigentlich war ich danach ziemlich müde, doch dann lockte es mich doch wieder hinaus. Und auch am 27. Oktober gab es ein paar Stunden klaren Himmel, bevor dichter Hochnebel jeglichen Blick auf die Sterne verhibderte.

Mitternacht am 26.10. war schon vorbei, als ich mein Vespera classic zum ersten Mal nach dem Sommer auf ein typisches Winterobjekt am Sternenhimmel ausrichten konnte:

Die Plejaden, M 45.

 Das Bild wurde dann 72 Minuten belichtet, also etwas über eine Stunde. Dadurch kommen die Reflexionsnebel, die Nebelfetzen um einige der Sterne herum, recht gut zum Ausdruck. Es wurde mit der Mosaic-Methode des Vespera fotografiert. Eine ausführliche Beschreibung zu diesem wunderschönen Sternenhaufen am Himmel findet man natürlich bei Wikipedia. Leider stört hier - wie auf dem nächsten Bild - ein durchlaufender Satellit das Bild ein wenig, doch das liegt nicht in meiner Hand.

Leider habe ich an diesem Abend ein weiteres Polarlicht in diesem Jahr völlig verpasst. Aber zum Glück kann man ja viele Bilder dieser Nacht im Polarlichtforum anschauen.

Bereits am 25. Oktober konnte ich den Sternhaufen NGC 6834 im Schwan fotografieren:

NGC 6834

 Zu diesem Objekt gibt es leider nur einen recht kargen Eintrag bei Wikipedia. Wenn Sie mögen, können Sie von der deutschsprachigen Wikipedia-Seite auf die englischsprachige umschalten, dort erfährt man dann etwas mehr zu diesem Objekt.

Und natürlich darf in diesen Tagen der Komet nicht fehlen. Hier ein Bild vom Sonntag, den 27. Oktober:

Komet C/2023 A3 Tschuchinshan-ATLAS am 27. Oktober 2024

Ein besonders "spannendes" Objekt gibt es im Sternbild Andromeda - nein, nicht die überaus beeindruckende Andromedagalaxie, sondern wenige Grad daneben:

Der helle Stern "Mirach" und NGC 404, "Mirachs Geist" (113 min Belichtungszeit)

In diesem Bild fällt zuallererst der helle Stern "Mirach" auf. Er hat eine Helligkeit von 2,1mag und gehört zum Sternbild Andromeda. Durch die starke Helligkeit ist dieser helle Stern praktisch überbelichtet, ws sich nicht zuetzt durch die vielen "Strahlen" rund um den Stern ausdrückt. Dicht über dem Stern gibt es einen weiteren etwas diffus erscheinenden Fleck oer "Stern". Dies ist die Galaxie NGC 404, die auch "Mirachs Geist" genannt wird. Auf einer Webseite des Spektrum-Verlags heisst es dazu: "Sie ist bemerkenswert, weil sie am Nachthimmel nur 7 Bogenminuten von Mirach entfernt ist, was ihre Beobachtung oder Fotografie sehr schwierig macht und ihr den Spitznamen "Mirachs Geist" einbrachte. Dies ist ein gutes Beispiel für zwei scheinbar nahe beieinander liegende Objekte, die sich aufgrund unserer Sichtlinie in sehr unterschiedlichen Entfernungen befinden. Mirach ist nur 200 Lichtjahre entfernt, während NGC 404 in 10,3 Millionen Lichtjahren Entfernung liegt. Mirach ist als roter Riesenstern klassifiziert. Er ist viel kühler als unsere eigene Sonne, leuchtet aber aufgrund seiner Größe 1900 Mal so hell." 

Außerdem konnte ich am 27. Oktober einen weiteren Kugelsternhaufen fotografieren:

NGC 6535

NGC 6536 ist ein 9,3mag heller Kugelsternhaufen im Sternbild Schlange. Der deutsche Wikipedia-Eintrag zu diesem Objekt ist recht karg, deshalb weise ich hier gerne auch wieder auf den englischsprachigen Eintrag hin.

Am 25. September hatte ich endlich nach langer Zeit auch wieder mein großes Teleskop, das C8 von Celestron aufgebaut. Damit habe ich versucht, die Planeten Saturn und Neptun zu fotografieren. Es hat doch mit 2000mm Brennweite eine wesentlich bessere Vergrößerung als die kleinen Vespera-Geräte, die nur etwa ein zehntel oder achtel davon haben. Nach so langer Pause muss ich mit diesem Gerät, der Montierung und der zugehörigen Software (firecapture, PSS) jedoch erstmal wieder etwas experimentieren und üben. Trotzdem zeige ich hier gerne auch schon mal die Ergebnisse:

Saturn am 25. Oktober um 21:50 Uhr MESZ

Der Ring des Saturn lässt sich gut erkennen. Schaut man etwas genauer hin, erkennt man jedoch eine durch unsere Atmosspäre verursachte leichte "Farbverschiebung", unten ist die Saturnkugel eher bläulich, oben eher rötlich. Dies könnte durch einen ADC (Athmospheric Dispersion Controller) ausgeglichen werden. Ganz scharf ist dies Bild leider auch nicht, aber immerhin kann man auf der Saturnoberfläche doch auch gut unterschiedliche helle und dunklere Gebiete, Streifen erkennen.

Neptun am 25.10.2024 um 22:36 Uhr MESZ
 

Neptun sieht leider eher aus wie ein Komet mit kurzem Schweif. Dieser Bildfehler ist jedoch entweder auf eine nicht ausreichende Scharfeinstellung oder ebenfalls die turbulente Luft und shlechteres Seeing zurück zu führen. Aber immerhin kann man die Größe des Neptunscheibchens in etwa erkennen und auch die chrakteristische bläuliche Farbe kommt zur Geltung.

 Zum Abschluss noch einen kosmischen "Schneeengel":

SH 2-106, der kosmische "Schneeengel"

  Hier handelt es sich um einen kleinen rötlichen Emissionsnebel im Sternbild Schwan, der gleichzeitg ein aktives Sternentstehungsgebiet ist. Für dieses schöne Objekt bräuchte man eigentlich eine viel längere Brennweite als es das Vespera hergibt. Eine sehr schöne Aufnahme von diesem Nebel findet man im zugehörigen Wikipedia-Artikel.

Mittwoch, 7. August 2024

7. August 2024: Mars und Jupiter bei den Plejaden und Hyaden

Unser Sternenhimmel bietet für späte Nachtschwärmer oder frühe Frühaufsteher zur Zeit einen besonderen Leckerbissen: 

Gut nach 1:00 Uhr in der Nacht steigt im Osten das Sternbild Stier auf und mit ihm zusammen die Planeten Mars und Jupiter.

Zu erkennen ist als erstes das Siebengestirn, die Plejaden. Eine kleine Ansammlung von Sternen, die man schon mit bloßem Auge als kleinen Sternhaufen erkennen kann. Etwas später erscheint dann darunter ein "liegendes V", ebenfalls ein Sternhaufen (die "Hyaden") mit einer ganz charakteristischen Form, die einzelnen Sterne stehen weiter auseinander als bei den Plejaden.

Und vor den Hyaden (vor der geöffneten Seite des "V") sieht man zwei helle Sterne, der ganz helle ist der Planet Jupiter, der nächst hellere, etwas rötlicher erscheinende ist der Planet Mars.

Hier ein Bild von heute Morgen:

Plejaden, Mars, Hyaden und Jupiter am 7. August 2024 um 3:40 Uhr

Das Bild entstand mit meiner Canon RP Kamera aus freier Hand. Damit es nicht verwackelt, musste ich leider die ISO Zahl sehr, sehr hoch setzen, es ist also wirklich kein "schönes" Bild. Wer um diese Zeit draußen ist und wolkenfreien Himmel in Richtung Osten hat, sollte den Anblick einfach genießen.

Und vielleicht haben wir ja Glück und können auch in den nächsten Tagen immer mal wieder in diese Richtung schauen. (Auch wenn die Uhrzeit vielleicht nicht gerade die angenehmste ist.) Man kann dann von Tag zu Tag tatsächlich die Bewegung der Planeten, die ja auch "Wandelsternne" heißen, wahrnehmen und selbst erleben. Jupiter bewegt sich nur sehr langsam. Um diese Bewegung zu sehen, ist es bnesser, täglich mit einem Fernglas in seine Richtung zu schauen und  seine Position mit den schwächeren Sternen direkt unterhalb  von Jupiter zu vergleichen. Dann wird man merken, er bewegt sich tatsächlich langsam in die linke (östliche) Richtung.

Viel auffälliger ist die Bewegung des Mars. Zum einen bewegt er sich tatsächlich viel schneller als Jupiter auf seiner Bahn um die Sonne, zum anderen ist er unserer Erde wesentlich näher, so dass auch die Perspektive deutlich zur scheinbaren Geschwindigkeit beiträgt. Mars wird in den kommenden Tagen nämlich Jupiter überholen! Am 14. und 15. August stehen die beiden so dicht nebeneinander, dass der Abstand geringer als ein Vollmonddurchmesser ist. Sie werden dann eher wie ein heller "Doppelstern" erscheinen. Besonders im Fernglas bestimmt ein toller Anblick!

Hier die ungefähre Bewegung der beiden Planeten von heute bis zum 17. August:

So ungefähr bewegen sich Mars und Jupiter in den kommenden Tagen

Viel Spaß beim Beobachten! Hoffentlich haben wir klaren Himmel!

Mittwoch, 12. April 2023

11. April 2023: Venus bei den Plejaden

 Ein schnelles Bild vom Abend am Dienstag, den 11. April 2023. Die Venus durchquert gerade das "Tor der Ekliptik" und stand heute Abend dicht bei den Plejaden. Leider behinderten durchziehende Wolken immer wieder die freie Sicht auf den Himmel, und auch die Bäume auf den Nachbargrundstücken taten ihr übriges, um die Sicht nach Westen ein wenig zu behindern.

Trotzdem war es - besonders im Fernglas als es dunkler wurde - ein schöner Anblick:

Venus und die Plejaden

Ich wünsche Euch allen eine gute Nacht!

Mittwoch, 2. März 2022

2. März: Aschermittwoch und Plejaden

 

"Heute ist Aschermittwoch. Es ist ein Tag, an dem wir uns an unsere Sterblichkeit erinnern ("und zu Staub werdet ihr zurückkehren"), der uns aber auch daran erinnert, dass der Frühling und die Herrlichkeit von Ostern vor der Tür stehen.
 
Die Astronomie wurde ursprünglich erfunden, um die Jahreszeiten zu verfolgen, um uns zu sagen, wann wir pflanzen oder mit einer Flut rechnen müssen. Aber sie erinnert uns auch daran, dass das Universum einen ewigen Rhythmus hat, der uns Hoffnung geben kann, selbst wenn der Winter düster ist und wir uns Sorgen um Seuchen und Kriege machen (die in diesen Tagen nur allzu unmittelbar sind).
 
Wenn die aktuellen Ereignisse Sie also bedrücken, nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um in den Himmel zu schauen!"
 
Br. Guy Consolmagno, SJ, Director of the Vatican Observatory
 
Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version) und kopiert aus dem Newsletter des "Vatican Observatory", der Sternwarte des Vatikans). 
 
Das Foto der Plejaden (M 45) ist jedoch von mir und heute Abend entstanden. (28 Bilder a 2 Minuten belichtet mit Canon EOS RP 100-400mm bei 400mm und f/8 und ISO 800. Einfach gestackt mit "Sequator", keine Darks, flats etc.)
 
Plejaden (M 45) am Aschermittwoch, 2. März 2022

 

Dienstag, 3. November 2020

3. November: Planeten und Sterne am Abend

 Zum Abend hin zog sich der Himmel zunächst leider zu und es waren sogar zwei kleine Schauer angekündigt, so dass ich mein Teleskop für die Nacht doch nicht aufgebaut habe. Doch dann klarte es zu später Stunde wieder auf. E waren zwar einige Schleierwolken am Himmel, das eine oder andere Foto war aber dennoch möglich. Mit bloßem Auge ware nicht viele Sterne zu sehen. Der Mond überstrahlte die meisten. Doch Digitalkameras sind heute recht empfindlich und können so vieles unsichtbare sichtbar machen:

Nachthimmel am 3. November gegen 21:30 MEZ

Das Bild habe ich mit meiner Canon 5D Mark II aufgenommen, verwendet habe ich ein Sigma 20mm Weitwinkel Objektiv mit Blende f=2.0, 6 Sekunden Belichtungszeit und ISO1600. Anschließend habe ich das Bild in Lightroom bearbeitet, den Kontrast verstärkt und mit dem Filter "Dunst entfernen" insbesondere einen hellen Schein des Mondes am linken Bildrand entfernt.

Einige Objekte habe ich gekennzeichnet: Den Sternhaufen der Plejaden im Sternbild Stier auf der linken Seite und den hellen, rötlich leuchtenden Mars auf der rechten Seite des Fotos. Am oberen Bildrand befindet sich das Sternbild Widder, dort ist der hellste Stern "Hamal" gekenzeichnet. Zum unteren Rand hin über den Büschen der Stern Menkar, der hellsten Stern des Sternbilds Walfisch.

Und dazwischen Uranus und Flora. Beide waren gerade in ihrer Oppositionsstellung. Uranus, der erste Planet hinter Saturn, ist theoretisch an dunklen Orten ohne künstliche Beleuchtung und ohne Mondlicht sogar mit bloßem Auge zu sehen. Flora ist ein Kleinplanet, er wurde als achter Kleinplanet nach Ceres, Vesta und einigen anderen entdeckt. Floras Helligkeit beträgt nur 8mag, mit bloßem Auge sind diese Kleinplanete nicht mehr zu sehen. Wir Menschen können gerade Objekte bis zu 6mag erkennen. Uranus hat zur Zeit 5.7mag.


Freitag, 3. April 2020

3. April 2020: Die Venus in den Plejaden, Mond

Ich hatte schon gar nicht mehr damit gerechnet, aber dann hieß es plötzlich in einer whatsapp-Gruppe von Hobbyastronomen aus OWL: "Habt ihr schon die Venus in den Plejaden gesehen? Hier in Bielefeld ist der Himmel klar!"

Und tatsächlich, vor einer Viertelstunde war noch nicht einmal der Mond am Himmel zu erahnen, jetzt hatten wir draußen auch klaren Himmel.

Schnell die Kamera rausgeholt und versucht, wenigstens ein paar Bilder zu erhaschen. In der Hektik sind die nicht alle was geworden, aber ich denke, mit diesem hier kann man vielleicht schon etwas anfangen:

Venus in den Plejaden
Aufgenommen um 22:53 MESZ mit meiner Canon 5DM2 bei 105mm, f/4, 20sec und ISO800.

Und hier aus einem weiteren Bild ein größerer Ausschnitt:



Danach habe ich noch versucht, den Mond zu fotografieren, doch über den zogen schon wieder oder immer noch Wolken hinweg. Nicht das beste Foto, aber zur "Dokumentation", das er tatsächlich noch scheint:

Der Mond am gleichen Abend