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Samstag, 13. September 2025

12. September 2025: Der Mond bedeckt die Plejaden

Am 12. September war es erneut soweit, dass der Mond vor den Plejaden entlang zog. Ich war am Abend zuerst im Theater (Premiere von "Blind" - eine sehr schöne Inszenierung eines modernen Tochter-Vater-Konflikts) in Paderborn. Als ich wieder zuhause ankam, wollte ich gleich die Plejadenbedeckung beobachten, doch ich stellte zunächst nur voller Schrecken fest: "Der Mond ist ja noch gar nicht zu sehen, er steht ja noch viel zu tief hinter dem Haus des Nachbarn."

Doch um kurz vor 23 Uhr war es dann soweit und ich konnte mit meinen Beobachtungen beginnen:

Mond und Plejaden um 22:56 Uhr MESZ

 Der Mond war zu diesem Zeitpunkt schon über einige der Plejadensterne hinweg gezogen, aber es sollte trotzdem noch ein spannender, toller Abend werden.

Die Plejaden, auch das "Siebengestirn" genannt, sind vielleicht nach Sonne, Mond und Planeten die auffälligste Sternenkonstellation am Himmel. Seit Menschengedenken bekannt, zum Beispiel auch auf der Himmelscheibe von Nebra verewigt.

Die Bezeichnung "Plejaden" stammt aus der griechischen Mythologie. Die 7 Plejaden sind die Kinder der Eltern Atlas und Pleione, nach denen auch zwei der Sterne benannt sind. Vier der Kinder waren auf dem ersten Bild schon zu finden. Doch wo steckten die fehlenden drei?

Der Sternhaufen der Plejaden ist rund 450 Lichtjahre von uns entfernt und umfasst insgesamt mindestens 400, wahrscheinlich sogar etwas über 1000 Sterne. Die Sterne selbst sind mit einem Alter von ca. 125 Millionen Jahren noch relativ jung.

Der Mond ist auf meinem Bild sehr überbelichtet, aber nur dadurch können im gleichen Foto auch die helleren Sterne sichtbar gemacht werden. Die Bilder habe ich heute Abend mit meiner Canon RP Kamera mit einem 400mm Teleobjektiv gemacht, meist bei Blende 8.0 (besser geht es bei diesem Tele nicht), ISO3200 und 1/4 Sekunde Belichtungszeit. Bei einer früheren Plejadenbedeckung in diesem Jahr hatte ich noch 1 Sekunde lange belichtet. Da war der Mond jedoch nur eine schmale Sichel und hat dadurch nicht alles überblendet.

Doch hier zunächst einmal ein Foto des Mondes, korrekt belichtet und ohne Sterne:

Der Mond, auch mit der Canon RP fotografiert, aber nur mit 1/80 sec und ISO100           

Um 23:02 Uhr tauchte Electra auf.  
Um 23:04:28 ist Alcyone gerade noch zu sehen.

Auf meinem nächsten Foto, 16 Sekunden später, ist Alcyone nicht mehr zu sehen. Parallel zu den Fotos habe ich die Bedeckung auch durch mein Spektiv beobachtet. Auch hier war die Bedeckung am hellen Mondrand leicht mit dem bloßen Auge zu erkennen. Alcyone hat laut Stellarium eine Helligkeit von 2,87mag. Haben Sie beim ersten Bild genau hingesehen? Dort war etwas rechts oberhalb von Alcyone noch ein etwas schwächeres Sternchen ("24 Tau", 6,33mag) zu sehen. Dies wurde vom hellen Mondlicht doch überstrahlt, seine Bedeckung am Mondrand konnte ich nicht sehen oder dokumentieren.  

Um 23:09:33 MESZ taucht am dunklen Mondrand Stern HD23387 (7,29mag) auf

 Der nur rund 7,3mag schwache Stern ist so gerade eben zu erkennen. Außerdem kann man auf diesem Bild auch noch einige Wolkenschleier sehen, die mal mehr, mal weniger ein wenig das Beobachten beeinträchtigten.

Um 23:13:50 war dann auch Maia wieder sichtbar

 Maia wird schon etwas vor dem Foto hinter dem Mond wieder erschienen sein, auf dem Bild ist ja schon ein signifikanter Abstand zum Mond zu erkennen. Wahrscheinlich habe ich in dieser Zeit voller Spannung durch das Spektiv geschaut und daher den Auslöser der Kamera nicht betätigt. Maia müsste laut Stellarium schon zwei Minuten vorher sichtbar geworden sein.

Um 23:18:55 MESZ wird auch Merope sichtbar

Damit waren jetzt alle sieben benannten Plejaden-Kinder sichtbar oder (wie Alcyone) unsichtbar geworden. Doch noch war die Show nicht vorbei. Was wird mit den Eltern passieren? Werden Pleione und Atlas auch vom Mond bedeckt?

Pleione kurz vor der Bedeckung um 23:46:54 Uhr MESZ

 Pleione war auch noch auf dem nächsten Foto um 23:47:15 zu sehen, aber nicht mehr um 23:47:36.

Und man ahnt es schon auf diesem Bild: Atlas wird nicht vom Mond bedeckt, er "schrammt" knapp vorbei. Doch wo ist Alcyone?

Um 23:50:03 Uhr MESZ taucht ein Stern auf...

 Sollte das Alcyone sein? Nein! Schnell ist klar, dieser Stern ist nicht hell genug. Das ist stattdessen "24 Tau", das 6,3mag schwache Sternchen, was auch schon auf dem ersten Bild dicht bei Alcyone zu sehen war. 

Um 23:51:27 Uhr MESZ war Alcyone eindeutig wieder da

 Es dauerte also nur etwas über eine Minute, dass nach 24 Tau auch Alcyone wieder sichtbar wurde. Und schauen Sie auch mal, wie dicht Atlas jetzt am Mond steht. Aber es kommt tatsächlich zu keiner Bedeckung.

Pleione um 00:19:29 Uhr MESZ

 Am 13.September tauchte dann um 0:19 Uhr auch wieder Pleione auf. Die Bedeckung des letzten nahc der griechen Mythologie benannten Plejadensterns war nun beendet. 

Und ich konnte beruhigt meine Ausrüstung abbauen und später ins Bett gehen. Ein toller Abend war vorbei.

 



 

Mittwoch, 25. Oktober 2023

25. Oktober 2023: Asteroid Leona nähert sich Beteigeuze - Bedeckung am 12. Dezember

 Am Morgen des 25.Oktober 2023 musste ich früh aufstehen. Eine gute Gelegenheit, parallel zum Frühstück, schon mal nach dem Asteroiden (319) Leona Ausschau zu halten.

Am 12. Dezember wird dieser Asteroid im südlichen Europa genau vor dem hellen Stern Beteigeuze im Orion vorüberziehen. Dass ein Kleinplanet oder Asteroid genau vor einem Stern entlang zieht und diesen praktisch bedeckt, ist schon für sich ein relativ seltenes Ereignis. Dass ein Asteroid vor so einem hellen Stern wie der Beteigeuze vorbei zieht ist ein Ereignis, dass man wohl nur einmal im Leben beobachten kann.

Hier zunächst einmal mein Bild von (319)Leona von heute früh:

Kleinplanet (319) Leona am 25. Oktober 2023 gegen 7:00 Uhr früh

Auf dem Foto ist der hellste Stern, links von der Mitte, 6,4mag hell. Man kann sich kaum vorstellen, dass der kleine schwache, nur 15mag helle Lichtpunkt (319) Leona in der Lage sein soll, die helle Beteigeuze (zwischen 0 und 1 mag) zu bedecken.

Das ist auch keineswegs ganz ausgemacht. Zum einen ist die Beteigeuze als doch der Erde recht nahe stehender "Roter Riese" tatsächlich nicht nur punktförmig, sondern besitzt eine nicht zu vernachlässigende räumliche Ausdehnung. Zum anderen ist (319)Leona nicht so gut vermessen wie andere Kleinplaneten, ihre tatsächliche Größe ist also nicht exakt bekannt. So ist der tatsächliche Verlauf der Bedeckung heute noch unklar: kommt es zu einer totalen Verfinsterung? Oder nur zu einer "ringförmigen" Finsternis? Und wie exakt ist die Bahn von Leona bekannt? Denn wenn man sich nicht genau auf der Zentrallinie befindet, könnte so eine Bedeckung durchaus nur "partiell" sein.

Also spannende Fragen kommen da auf, die Antworten wird man erst im Nachhinein aus den ermittelten Lichtkurven entnehmen können. 

Die Bedeckung wird nur wenige Sekunden (ich habe Zahlen zwischen 8 und 12 gelesen) dauern. Ich stelle mir dieses Ereignis trotzdem phantastisch vor, denn egal wie, der Asteroid wird viel vom Licht der Beteigeuze verdecken können. Und das ist dann schon etwas Besonderes, wenn so ein auffälliger, heller Stern wie die Beteigeuze plötzlich deutlich lichtschwächer oder vielleicht sogar für das bloße Auge plötzlich ganz verschwindet und dann nach kurzer Zeit wieder auftaucht.

In Südeuropa bereiten sich viele Sternfreunde intensiv auf dieses Ereignis vor. Und ich kenne auch einige deutsche Hobbyastronomen, die sich dieses Ereignis nicht entgehen lassen wollen. Auch ich hätte große Lust, dazu in den Süden zu fahren. Möchten Sie mitkommen? Andalusien wäre sicherlich auch ohne Sternbedeckung ein interessantes Reiseziel.

Hier eine Übersichtskarte, wo die Bedeckung voraussichtlich zu sehen sein wird, sie stammt aus dem oben verlinkten Artikel "einmal im Leben":

Pfad der Beteigeuze-Bedeckung




Donnerstag, 19. Oktober 2023

18. Oktober 2023: (Keine) Antaresbedeckung

 Am Nachmittag des 18. Oktober 2023, sollte der Mond um 15:06 Uhr den hellen Stern Antares im Skorpion bedecken. Eigentlich kann man am hellen Tag ja keine Sterne am Himmel sehen, und damit natürlich auch keine Sternbedeckungen. Doch ganz so einfach ist es nicht, ich selbst habe zum Beispiel schon oft die Venus am hellen Taghimmel gesehen, Antares hat jedoch nicht die venushelligkeit von -4mag, sondern ist ein Stern mit der Helligkeit von 1mag. Es gab jedoch verschiedene Berichte und Artikel, die eine Beobachtung dieser Bedeckung trotzdem für möglich halten

Hauptvoraussetzung ist jedoch wie immer, das Wetter muss mitspielen. Und das war leider nicht der Fall. Der Tag war zwar hell, aber doch immer wieder durch hohe Schleierwolken bedeckt. Diese waren schon zur Mittagszeit so dicht, dass selbst die Sonne nur schwer durchkam.

Hier ein Bild der Sonne, man erkennt schnell, dass Fleckendetails wie Umbra oder Penumbra so gut wie gar nicht zu erkennen sind.

Sonne hinter Bewölkung am 18. Oktober 2023

Immerhin lassen sich drei Fleckengruppenauf der Sonne erkennen, Dies ist auch in sehr guter Übereinstimmung mit den Daten bei Spaceweather.

Doch leider zog es sich im Laufe des frühen Nachmittags immer weiter zu. Hier mal ein kleines Übersichtsbild aus meinem Garten heraus in Richtung Süden:

Bewölkung zieht auf
 

Später gab es jedoch einen kleinen schmalen Streifen, an dem etwas blauer Himmel durchschimmerte. Und gegen 15:26 Uhr konnte ich in diesem Streifen tatsächlich einen Teil der Mondsichel im Fernrohr erkennen:

Mondsichel am 18.10.2023 um 15:26 Uhr

Aber zu diesem Zeitpunkt war Antares natürlich schon längst hinter dem Mond verschwunden. 

Wissenschaftlich gesehen war diese Beobachtung also leider ein Mißerfolg. Doch trotzdem hat es sich für mich gelohnt. Denn einmal mehr konnte ich doch Erfahrungen sammeln. Eine solche Beobachtung setzt voraus, dass man sein Teleskop schon in der Nacht vorher gut einnordet, damit man eben auch am Taghimmel zumindest die Richtung seines Objekts der Begierde gut findet. Damit hatte ich auch gerechnet und das hat dann auch gut geklappt.

Nicht ausreichend bedacht hatte ich vorher jedoch  das Problem der Fokussierung. Leider ist mein Teleskop nicht so gebaut, dass es egal ist, ob man durch verschiedene Okulare visuell durchschaut oder eine Kamera anbaut und man dies alles mit den gleichen Einstellungen machen kann. Stattdessen muss man jedesmal, wenn man das Okular wechselt oder von visueller auf Kamerabeobachtung umschaltet, auch den Fokus neu einstellen.

Das ist "am Stern" in der Nacht recht einfach. Doch am bewölkten Himmel schon fast ein Glücksspiel.

Und trotz all dieser Probleme gab es während der Beobachtung auch gleich zweimal "Glücksmomente" für mich. Zum einen flog kurz vor der Bedeckung um 15 Uhr ein Trupp von ca. 45 Kranichen über unsere Stadt hinweg. Kraniche gelten ja auch als "Vögel des Glücks", das machte mich dann doch wieder optimistisch, was weitere Beobachtungen betreffen sollte. Und später am Nachmittag konnte ich dann sogar auch noch eine kleine Nebensonne am Himmel beobachten:

Nebensonne (etwa im Zentrum des Bildes)

Und dann gibt es in diesem Jahr am 9. November zwischen ca. 12 und 13 Uhr ja eine Bedeckung der Venus durch den Mond. Ob diese dann besser zu beobachten sein wird?  Hoffen wir es!

Sonntag, 11. Juli 2021

12. - 18. Juli 2021: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche nimmt der Mond von Tag zu Tag zu, bleibt aber am Abendhimmel noch verhältnismäßig niedrig über dem Horizont. Von den hellen Planeten kann die Venus nach Sonnenuntergang tief im Nordwesten gefunden werden. Saturn geht ca. eine Viertelstunde vor 23:00 Uhr im Südosten auf, Jupiter folgte eine gute halbe Stunde später. Die ISS ist bei vielen Überflügen in der Nacht zu sehen, manchmal bis zu viermal. Deshalb gebe ich in dieser Woche nur die mittleren Zeiten an, wenn sie den jeweils höchsten Punkt ihrer Bahn erreicht. Meist ist sie drei, vier Minuten früher zu sehen, wenn Sie aus Richtung Westen kommend am Himmel aufsteigt und dann noch wieder drei, vier Minuten länger, wenn Sie nach Osten der Sonne entgegenfliegt.

Am Montag, den 12. Juli, ist um 5:20 Uhr Sonnenaufgang und um 21:40 Uhr Sonnenuntergang. Gegenüber letzten Montag ist der helle Tag schon wieder einige Minuten kürzer geworden. Die zu acht Prozent beleuchtete Mondsichel steht etwas links (knapp 5° Grad) der Venus und geht bald nach 23 Uhr unter. Auf der dunklen Seite des Mondes schimmert das Erdlicht. Die ISS ist heute um 0:32 Uhr (37° Grad Höhe), um 2:09 Uhr (85° Grad), 3:45 Uhr (74°) und am Abend um 23:45 Uhr (27° Grad Höhe) bei Überflügen zu sehen.

Am Dienstag, den 13. Juli, in der Frühe wird bei Jupiter der Mond Io ab 2:39 Uhr verfinstert, um 3:28 Uhr endet eine Bedeckung von Mond Europa, so dass in der Zeit dazwischen nur die Monde Ganymed und Kallisto zu sehen sind. Heute stehen Venus und Mars in nur 0,5° Grad Abstand (das nebeneinander, das ist in etwa ein Vollmonddurchmesser. Um Mars in der Dämmerung zu sehen ist jedoch mindestens ein gutes Fernglas nötig. Am Abend geht der zu 15 Prozent beleuchtete Mond kurz vor Mitternacht unter. Das Mare Crisium steht nah am Rand, ein deutliches Zeichen für maximale Libration in Länge. Die ISS ist heute um 1:21 Uhr (76° Grad Höhe), um 2:58 Uhr (84° Grad), 4:35 Uhr (35°) und um 22:58 Uhr (20° Grad Höhe) bei Überflügen zu sehen.

Am Mittwoch, den 14. Juli, zieht zwischen 0:41 Uhr und 2:58 Uhr Jupitermond Io vor der Jupiterscheibe vorüber, Ios Schatten fällt bis 2:06 Uhr auf den Planeten. Am Abend stehen bei Saturn die Monde Rhea und Titan in westlicher Elongation. Unser Mond geht erst kurz nach Mitternacht unter. Die ISS ist heute um 0:34 Uhr (63° Grad Höhe), um 2:11 Uhr (89° Grad), 3:48 Uhr (46°) und um 23:47 Uhr (49° Grad Höhe) bei Überflügen zu sehen.

Am Donnerstag, den 15. Juli, ist der Mond am Abend zu 33 Prozent beleuchtet. Er zeigt heute maximale Libration in Breite, so dass wir auch auf seine Südpolregion schauen können. Die ISS ist heute um 1:24 Uhr (90° Grad Höhe, also exakt über uns!), um 3:00 Uhr (60° Grad), 4:37 Uhr (18°) und um 23:00 Uhr (37° Grad Höhe) bei Überflügen zu sehen.

Am Freitag, den 16. Juli, hat der Mond am Abend das Sternbild Jungfrau erreicht, er steht gut 9° Grad nordwestlich von Spica. Die ISS ist heute um 0:36 Uhr (85° Grad Höhe), um 2:13 Uhr (73° Grad), 3:50 Uhr (25°) und um 23:49 Uhr (76° Grad Höhe) bei Überflügen zu sehen. Bei diesem Überflug fliegt die ISS um ca. 23h:45m:50sec genau vor der nur 7° Grad über dem Horizont stehenden Halbmondscheibe vorüber! Dieser lunare Transit ist auf einem Streifen von Delbrück über Bad Lippspringe nach Steinheim und weiter zu sehen.

Am Samstag, den 17. Juli, ist am Abend der Mond schon deutlich an Spica vorbeigezogen, er steht jetzt ca. 8° Grad östlich. Heute Mittag um 12:11 Uhr erreichte er exakt das Erste Viertel, stand dann jedoch bei uns unter dem Horizont. Heute steht Kleinplanet Hebe (8.4mag) in Opposition zur Sonne. Die ISS ist heute um 1:26 Uhr (83° Grad Höhe), um 3:03 Uhr (34° Grad) und um 23:02 Uhr (64° Grad Höhe) bei Überflügen zu sehen.

Am Sonntag, den 18. Juli, erreicht Zwergplanet Pluto um 0:45 Uhr seine exakte Oppositionsstellung zur Sonne. Pluto ist jedoch nur 14.6mag hell und nur in größeren Teleskopen zu sehen. Schon etwas früher, ab 0:38 Uhr beginnt der Schatten von Ganymed über Jupiters Planetenscheibe zu ziehen (bis 4:17 Uhr), ab 3:52 Uhr zieht der Mond selbst vor Jupiter entlang. Am Abend ist der Mond zu 66 Prozent beleuchtet. Die ISS ist heute um 0:39 Uhr (89° Grad Höhe), um 2:15 Uhr (46° Grad) und abends um 22:15 Uhr (50° Grad) um 23:51 Uhr (89° Grad Höhe) bei Überflügen zu sehen.

Sonntag, 24. November 2019

25. November - 1. Dezember 2019: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche haben wir Neumond, die Nächte eignen sich also gut zur Beobachtung lichtschwacher "deep-sky"-Objekte am Himmel. Im Osten gehen am Abend nach und nach die Wintersternbilder auf, für uns Hobbyastronomen mit die schönste Jahreszeit. Von den hellen Planeten können nach Sonnenuntergang bis ca. 17:30 Uhr noch Venus und vielleicht auch Jupiter dicht beieinander im Südwesten gefunden werden, Saturn ist etwa eine Stunde länger sichtbar. Mars ist mit ca. 1.7mag am Morgenhimmel ab ca. 5:30 Uhr recht unauffällig, vielleicht kann in der Morgendämmerung jedoch Merkur (-0.5mag) ab ca. 6:30 Uhr gefunden werden. Die ISS kann bei nächtlichen Überflügen beobachtet werden.

Am Montag, den 25. November, geht die Sonne um 8:00 Uhr auf und um 16:23 Uhr unter. Der helle Tag ist noch einmal 20 Minuten kürzer als noch vor einer Woche. Heute früh geht die nur noch zu 3 Prozent beleuchtete Mondsichel in etwa zusammen mit Merkur auf, der Mond steht rund 2,5° (5 Vollmonddurchmesser) östlich von Merkur. Die ISS fliegt zwischen 17:39 Uhr und 17:44 Uhr in maximal 18° Grad Höhe über unseren Südhimmel hinweg.

Am Dienstag, den 26. November, ist exakt um 16:06 Uhr Neumond. Die ISS fliegt zwischen 18:26 Uhr und 18:30 Uhr in maximal 45° Grad Höhe über unseren Südwesthimmel hinweg.

Am Mittwoch, den 27. November, fliegt die ISS zwischen 17:38 Uhr und 17:44 Uhr in maximal 34° Grad Höhe über unseren Südhimmel hinweg.

Am Donnerstag, den 28. November, kommt es um 10:31 Uhr zu einer Bedeckung des Planeten Jupiter durch den Mond. Jupiter verschwindet am dunklen Mondrand. Da beide jedoch gerade erst im Osten aufgegangen sind, findet das ganze jedoch nur drei Grad über dem Horizont statt und wird praktisch kaum zu beobachten sein. Um 11:36 Uhr taucht Jupiter am hellen Mondrand wieder auf. Am Abend geht die nur zu fünf Prozent beleuchtete Mondsichel um 17:55 Uhr unter. Die ISS fliegt zwischen 18:26 Uhr und 18:30 Uhr aus dem Westen kommend in maximal 71° Grad Höhe an unserem Abendhimmel hinauf, bevor sie in südlicher Richtung in den Erdschatten eintaucht.

Am Freitag, den 29. November, fliegt die ISS zwischen 17:37 Uhr und 17:44 Uhr in maximal 57° Grad Höhe hoch über unseren Abendhimmel hinweg. Die Mondsichel steht unterhalb und westlich von Saturn, sie ist heute Abend zu 11 Prozent  beleuchtet, sie zeigt maximale Libration in Länge, das Mare Crisium steht fern vom Rand. Der Mond geht um 18:49 Uhr unter. Um 18:30 Uhr findet an der Sternwarte Paderborn Schloß Neuhaus der dritte Teil des Astronomiekurs für Kinder statt: "Der Flug zum Mond":

Am Samstag, den 30. November, steht Mars (1.6mag) am Morgen nur 9' Bogenminuten entfernt von lambda Virginis (4.6mag). Am Abend steht die Mondsichel schon 10° Grad östlich von Saturn, sie ist zu 18 Prozent beleuchtet, der Mond geht um 19:49 Uhr unter. Die ISS fliegt zwischen 18:25 Uhr und 18:30 Uhr aus dem Westen kommend auf maximal 88° Grad Höhe hinauf, also praktisch genau über unseren Köpfen im Zenit, bevor sie bald danach in östlicher Richtung in den Erdschatten eintaucht.

Am Sonntag, den 1. Dezember, fliegt die ISS zwischen 17:37 Uhr und 17:43 Uhr in maximal 81° Grad Höhe hoch über unsere Stadt hinweg. Der Mond ist zu 26 Prozent beleuchtet und geht um 20:55 Uhr unter.

Sonntag, 27. Januar 2019

28.1. -3.2.2019: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche zieht sich der Mond auch vom Morgenhimmel zurück. Dort leuchten die Venus und Jupiter ebenfalls am Morgen (Aufgang gegen 5:30 Uhr) im Südosten. Am Abend ist der Mars noch bis ca. 23:30 Uhr im Südwesten zu finden. Am Samstagmorgen gibt es sogar eine, allerdings schwierig zu beobachtende Bedeckung des Planeten Saturn durch den Mond ! Die ISS kann gut bei abendlichen Überflügen beobachtet werden. Die Abende und Nächte eignen sich gut zur Beobachtung von lichtschwachen "deep-sky"-Objekten.

Am Montag, den 28. Januar, geht der Mond um 1:23 Uhr auf, drei Stunden nach dem "Letzten Viertel", der Krater Grimaldi steht sehr nahe am Rand, was wieder einmal auf maximale Libration in Länge hinweist.  Die Sonne geht um 8:10 Uhr auf und um 17:05 Uhr unter. Der helle Tag dauert also heute schon knapp neun Stunden. Ab 19:09 Uhr steigt die ISS im Westen immer höher den Himmel hinauf, bis sie etwa in 75° Grad Höhe im Süden im Sternbild Perseus im Erdschatten wieder verschwindet. An der Sternwarte Paderborn Schloß Neuhaus gibt es um 20 Uhr einen Vortrag zum Thema "Die Sonne - ein unterdurchschnittlicher Stern".

Am Dienstag, den 29. Januar, geht die nur noch zu 36 Prozent beleuchtete Mondsichel um 2:35 Uhr im Südosten auf. Die ISS fliegt zwischen 18:18 Uhr und 18:24 Uhr in maximal 60° Grad Höhe hoch über unsren Südhimmel hinweg.

Am Mittwoch, den 30. Januar, geht der Mond um 3:44 Uhr auf, allmählich nähert er sich Jupiter und Venus. Um 5:53 Uhr bedeckt der Mond an seiner hellen Seite den Stern Chi Oph, der 4.9mag hell ist. Der Austritt des Sterns auf der dunklen Mondseite findet um 7:09 Uhr statt, dann schon in der Dämmerung. Um 6:08 Uhr gibt es fast genau im Süden (Azimut 174° Grad) in 29° Grad Höhe einen -3mag hellen Iridiumflare. Die ISS fliegt um 19:03 Uhr aus dem Westen hoch aufsteigend, um 19:07 Uhr genau über unsere Stadt hinweg. Kurz danach verschwindet sie in 66° Grad Höhe in der Nähe von Capella im Fuhrmann im Erdschatten.

Am Donnerstag, den 31. Januar, gibt es am Morgen einen wunderschönen Anblick in südöstlicher Richtung: die nur noch zu 19 Prozent beleuchtete Mondsichel steht genau zwischen Jupiter (rechts, westlich vom Mond) und Venus (links, östlich vom Mond). Um 6:05 Uhr gibt es noch einmal fast genau im Süden (Azimut 175° Grad) in 30° Grad Höhe einen -3mag hellen Iridiumflare. Zwischen 18:13 Uhr und 18:18 Uhr fliegt die ISS in über 80° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg. Um 19:48 Uhr erscheint die ISS noch einmal im Westen, steigt jedoch nur noch bis auf 34° Grad Höhe und verschwindet dann um 19:51 Uhr im Sternbild Pegasus im Erdschatten.

Am Freitag, den 1. Februar, geht der Mond (nur noch zu 12 Prozent beleuchtet) erst kurz vor 6:00Uhr auf und steht damit bereits deutlich östlich der Venus. Die ISS fliegt heute um 19:01 Uhr noch einmal exakt über Bad Lippspringe hinweg, Vier Minuten vorher steigt sie aus dem Westen kommend am Himmel hoch hinauf.

Am Samstag, den 2. Februar,  geht der Mond mathematisch betrachtet bei uns um 6:39 Uhr auf.  Im gleichen Moment bedeckt er dabei den Planeten Saturn, ein Ereignis dass bei uns nur bei sehr freier Sicht bis zum Horizont von einem erhöhten Standpunkt aus zu sehen sein wird. Um 7:37 Uhr tritt Saturn dann am dunklen Mondrand wieder hinter dem Mond hervor. Trotz der dann schon sehr hellen Dämmerung könnte dann dieses Ereignis sichtbar sein, wenn man schon vorher die Mondsichel gefunden hatte. Der Mond steht dann etwa 5° Grad hoch über dem Horizont. Die Sonne geht heute um 8:03 Uhr auf. Um 18:05 Uhr steigt die ISS aus dem Westen kommend am Himmel hoch auf, um 18:09:44 befindet sie sich ganz exakt über Bad Lippspringe, also in unserem Zenit, und verschwindet um 18:12 Uhr im Osten kurz vor Erreichen des Horizonts im Erdschatten. Um 19:42 Uhr erscheint sie noch einmal im Westen und steigt dann für drei Minuten im Sternbild Pegasus auf, verschwindet aber schon in 42° Grad Höhe im Erdschatten.

Am Sonntag, den 3. Februar, gibt es acht Sekunden vor 7:01 Uhr im Südosten (Azimut 135° Grad, also "links" von Venus und Jupiter) in einer Höhe von nur 13° Grad einen mit -5mag recht hellen Iridiumflare. Um 7:23 Uhr geht dann die nur noch zu 2 Prozent beleuchtete Mondsichel auf, sie wird aber in der schon hellen Dämmerung wohl nicht mehr zu sehen sein. Um 18:07 Uhr gibt es recht hoch (63° Grad) im Nordosten (Azimut 38° Grad) einen weiteren -4mag hellen Iridiumflare. Zwischen 18:50 Uhr und 18:56 Uhr fliegt die ISS in bis zu 72° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg.

Sonntag, 11. September 2016

12. - 18. September: Der Himmel über Bad Lippspringe

Die Schönwetterperiode scheint anzuhalten. Doch in dieser Woche beeinträchtigt der volle Mond das Beobachten der Sterne. Wobei - auch eine lauschige Mondnacht kann ein echtes Erlebnis sein. Von den großen Planeten sind im Südwesten noch Mars und Saturn zu sehen. Die ISS kann bei morgendlichen Überflügen beobachtet werden.

Am Montag, den 12. September, taucht die ISS um 4:51 Uhr im Süden aus dem Erdschatten auf und fliegt dann schnell Richtung Osten. Sonnenaufgang ist um 6:55 Uhr, Sonnenuntergang um 19:46 Uhr, der helle Tag ist jetzt also kürzer als 13 Stunden. Um 20:29 Uhr gibt es in 66° Grad Höhe in südöstlicher Richtung (Azimut 129° Grad) einen mit -8,5mag sehr, sehr hellen Iridiumflare am Himmel zu sehen.


Am Dienstag, den 13. September, fliegt die ISS zwischen 5:34 Uhr und 5:40 Uhr in maximal 77° Grad Höhe hoch über unseren Südhimmel hinweg. Der Mond zeigt maximale Libration, das Mare Crisium steht wieder einmal nahe am Mondrand.


Am Mittwoch, den 14. September, fliegt die ISS um 6:19 Uhr exakt über unsere Stadt hinweg, sie taucht vier Minuten vorher im Westen auf und verschwindet vier Minuten später im Osten.


Am Donnerstag, den 15. September, fliegt die ISS noch einmal um 5:26 Uhr exakt durch den Zenit, also genau über unsere Stadt hinweg. Heute kommt es zu einer Bedeckung des Planeten Neptun durch den Mond. Wegen des bereits zu 99 Prozent beleuchteten Mondes wird diese Bedeckung des nur 7,8mag hellen Planeten selbst im Fernglas kaum zu beobachten sein. Aber einen Versuch ist es auf alle Fälle wert. Stellen Sie ihr gutes Fernglas auf alle Fälle auf ein Stativ! Um 22:02 Uhr taucht Neptun hinter dem Mond wieder auf.


Am Freitag, den 16. September, erreicht die ISS bei ihrem Überflug zwischen 6:07 Uhr und 6:14 Uhr eine Höhe von 79° Grad im Süden. Exakt um 21:05 Uhr ist Vollmond. Heute kommt es zwischen 18:57 Uhr und 22:56 Uhr zu einer "Halbschattenfinsternis". Der Mond taucht nicht in den Kernschatten der Erde ein, es gibt also keine echte Mondfinsternis. Aufmerksame Beobachter können aber sicherlich eine leichte "Abschattung" des Mondes feststellen.


Am Samstag, den 17. September, fliegt die ISS zwischen 5:16 Uhr und 5:21 Uhr (fast) genau über unsere Stadt hinweg, mit einer Höhe von 88° Grad verfehlt sie knapp den Zenit.


Am Sonntag, den 18. September, fliegt die ISS zwischen 5:59 Uhr und 6:07 Uhr noch einmal hoch am Südhimmel vorüber. Um Mitternacht endet die Bedeckung eines 4,7mag hellen Sterns im Sternbild Fische.
 


Montag, 6. Juli 2015

6. - 13. Juli 2015: Der Himmel über Bad Lippspringe

Nach Sonnenuntergang kann man tief im Westen die Venus sehen. Sie entfernt sich immer weiter von Jupiter, der nur noch schwierig zu sehen ist. Der abnehmende Mond ist nur noch am Morgenhimmel zu sehen. Saturn steht abends im Süden. Die ISS ist bei abendlichen Überflügen in dieser Woche nicht zu beobachten.

Am Montag, den 6. Juli, erreicht die Erde auf der Bahn um die Sonne ihren am weitesten entfernten Punkt. Da nach den Keplerschen Gesetzen die Erde dann sich etwas langsamer um die Sonne bewegt, dauert dadurch für uns auf der Nordhalbkugel der Erde, das Sommerhalbjahr etwas länger als das Winterhalbjahr. Wie schön für alle Sommerfreunde! Außerdem steht Kleinplanet Pluto in Opposition zur Sonne. Pluto ist jedoch nur für Experten mit einem großen fernrohr zu beobachten. Trotzdem wird er in den nächsten Tagen für Schlagzeilen sorgen, denn am 14. Juli wird es zum ersten Mal zu einem nahem Vorbeiflug einer amerikanischen Raumsonde an diesem Planeten kommen. Heute Abend um 22:23 Uhr wird bei Jupiter der Mond Io von Europa bedeckt.

Am Dienstag, den 7. Juli, steht am Abend Saturnmond Tethys in westlicher Elongation.

Am Mittwoch, den 8. Juli, erreicht der Mond um 22:24 Uhr das Letzte Viertel. Er geht jedoch erst deutlich nach Mitternacht auf.

Am Donnerstag, den 9. Juli, geht Kleinplanet Pallas (9,5mag) nur 19' Bogenminuten südlich am Stern 63 Herkules (6,2mag) vorüber.

Am Freitag, den 10. Juli, erreicht die Venus als Abendstern die größte Helligkeit. Mit -4,7mag kann sie - wenn man weiß, wo man sie zu suchen hat - auch durchaus am Taghimmel gesehen werden.

Am Samstag, den 11. Juli, kommt es um 23:59 Uhr in der Nähe des Sterns Arkturus (dem hellsten Stern im Bärenhüter) zu einem -3mag hellem Iridiumflare.

Am Sonntag, den 12. Juli, geht der Mond erst um 2:37 Uhr auf. Die Nächte dieses Wochenendes eignen sich daher gut zur deep-sky-Beobachtung des Nachthimmels.


Sonntag, 14. Juni 2015

15. - 21. Juni: Der Himmel über Bad Lippspringe

Jetzt haben wir die kürzesten Nächte des Jahres, da ist nicht mehr so viel aufzuschreiben. Am Dienstag ist Neumond, die Nächte könnten sich für deep-sky-Beobachtung lohnen. Doch die Sonne sinkt nur noch maximal 15° Grad unter den Horizont,  "astronomische" Dunkelheit wird da gar nicht mehr erreicht. Von den großen Planeten stehen Venus und Jupiter abends im Westen. Saturn ist im Süden zu finden. Die ISS ist in dieser Woche bei nächtlichen Überflügen nicht zu beobachten.

Am Montag, den 15. Juni, geht die Sonne um 5:06 Uhr auf und um 21:45 Uhr unter. Der helle Tag dauert bei uns also 16 Stunden und 39 Minuten.

Am Dienstag, den 16. Juni, wird um 22:21 Uhr Jupitermond Europa für gut zwei Minuten von Jupitermond Io bedeckt, die partielle Bedeckung beträgt jedoch weniger als 10%.

Am Mittwoch, den 17. Juni, stehen am Abend bei Jupiter alle Monde auf der glichen Seite, außerdem ist im Fernrohr der "große rote Fleck" zu beobachten.

Am Donnerstag, den 18. Juni, geht die noch schmale Mondsichel (6 % beleuchtet) um 22:49 Uhr unter. Um 22:56 Uhr wird für gut neun Minuten Jupitermond Io von Ganymed bedeckt. Diesmal beträgt die Bedeckung 96 %.

Am Freitag, den 19. Juni, zeigt der Mond maximale Libration in Länge, das Mare Crisium steht randfern. Der Mond steht ca. 9° Grad südwestlich der Venus. Er geht um 23:24 Uhr unter und ist zu 10 % beleuchtet.

Am Samstag, den 20. Juni, steht der Mond am Abend ca. 8° Grad südöstlich der Venus und 5° Grad südwestlich von Jupiter. In dieser Nacht geht Kleinplanet Ceres (8mag) 13' Bogenminuten westlich an einem 4,2mag hellem Stern im Steinbock (omega Capricornii) vorbei.

Am Sonntag, den 21. Juni, ist um 18:37 Uhr Sommeranfang. Heute ist der längste Tag des Jahres, gegenüber Montag geht die Sonne zwei Minuten später unter. Ab 22:44 Uhr wandert der Schatten von Io über die Jupiterscheibe. Der Mond geht erst kurz nach Mitternacht unter.

Sonntag, 5. April 2015

6. - 12. April: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche zieht sich der Mond immer weiter vom Abendhimmel zurück. Von der hellen Planeten strahlt die Venus abends bis nach 23 Uhr im Westen, Jupiter steht zur gleichen Zeit hoch im Süd. Saturn geht eine halbe Stunde nach Mitternacht im Südosten auf. Die ISS ist bei abendlichen Überflügen zu beobachten.

Am Montag, den 6. April, geht die Sonne um 6:50 Uhr auf und um 20:06 Uhr unter. Um 13:28 Uhr erreicht sie eine maximale Höhe von 45° Grad im Süden. Die ISS fliegt zwischen 20:39 Uhr und 20:44 Uhr tief (maximale Höhe 17° Grad) über unseren Südosthimmel entlang.

Am Dienstag, den 7. April, wird von 1:15 Uhr bis 1:18 Uhr Jupitermond Europa von Io verfinstert. Die ISS fliegt zwischen 21:19 Uhr und 21:26 Uhr immerhin schon in 41° Grad Höhe über unseren Südhimmel hinweg. um 22:59 Uhr kommt es im Nordosten (Azimut 53°)  in 29° Grad Höhe zu einem mit -6mag sehr hellem Iridiumflare. Der Mond geht um 23:23 Uhr auf, er ist noch zu 90% beleuchtet. Er nähert sich Saturn an.

Am Mittwoch, den 8. April, fliegt die ISS zwischen 22:03 Uhr und 22:07 Uhr bis zu 78° Grad hoch im Süden hinauf. Ihre Bahn führt sie genau durch die Mitte des Sternbilds Zwillinge. Bei Jupiter wandert bis 22:01 Uhr Mond Ganymed vor der Planetenscheibe entlang, sein Schatten fällt bis 23:01 Uhr auf den Planeten.

Am Donnerstag, den 9. April, ist der Mond in der Frühe gegen 1:00 Uhr schon an Saturn vorbeigezogen. Da er etwas östlicher steht, gegen beide etwa zur gleichen Zeit auf. Am Abend fliegt die ISS zwischen 21:10 Uhr und 21:19 Uhr in maximal 62° Grad Höhe zuerst quer durch Orion und danach dicht oberhalb von Jupiter am Himmel entlang. Zur gleichen Zeit um 21:12 Uhr kommt es zwischen den Sternbilder Großer Wagen und Löwe mit -9mag zu einem sehr hellen Iridiumflare. (genaue Position: Azimut 97° (Ost), Höhe 63° Grad). Um 22:00 Uhr steht der veränderliche Stern Algol wieder einmal im Minimum (3,4mag). Ab 21:31 Uhr ( bis 0:25 Uhr) wandert Europa vor jupiter vorüber, ab 23:52 Uhr (bis 2:46 Uhr) fällt Europas Schatten auf die Plenatenscheibe. In der Nacht zum Freitag wird um 0:53 Uhr Europa dann auch noch für vier Minuten den Mond Kallisto bedecken.

Am Freitag, den 10. April, zeigt der Mond in der Frühe maximale Libration in Länge, Krater Grimaldi steht fern vom Rand. Bei Jupiter wird bis 20:54 der Mond Europa verfinstert. Die ISS fliegt zwischen 21:53 Uhr genau aus dem Westen aufsteigend, um 21:56 direkt über unsere Stadt hinweg, bis sie nur eine gute Minute später im Osten im Erdschatten verschwindet.

Am Samstag, den 11. April, fliegt die ISS zwischen 20:59 Uhr und 21:06 Uhr in 82° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg. An dunklen Orten können Sie bei klarer Sicht zum Westhorizont in diesen Tagen viellicht sogar das Zodiakallicht beobachten. Die ISS steigt übrigens um 22:36 Uhr noch einmal aus dem Westen kommend hoch hinauf, in 70° Grad Höhe verschwindet sie jedoch schon zweieinhalb Minuten später noch im Westsüdwesten im Erdschatten.

Am Sonntag, den 12. April, geht der Mond kurz nach 3:00 Uhr auf. Um 5:44 Uhr erreicht er exakt das Letzte Viertel.Um 3:43 Uhr wird für fünf Minuten Jupitermond Ganymed durch Europa verfinstert. Die ISS fliegt heute zwischen 21:42 Uhr und 21:47 Uhr noch einmal (fast) exakt über unsere Stadt hinweg.

Sonntag, 1. März 2015

2. - 8. März: Der Himmel über Bad Lipsppringe

In dieser Woche bestimmt der volle Mond den Abend- und Nachthimmel. Schwächere Himmelsobjekte haben es da schwer. Von den hellen Planeten ist nach Sonnenuntergang die Venus im Westen der "Star". Unterhalb von ihr kann nach zunehmender Dunkelheit für kurze Zeit auch noch der rötliche Mars gefunden werden. Jupiter leuchtet abends im Osten, am Morgen gegen 2:30 Uhr geht dort dann auch Saturn auf. Am Mittwoch gibt es eine einmalig einfache Gelegenheit, auch mal einen Blick auf den für das bloße Auge unsichtbaren Planeten Uranus zu werfen. Die ISS ist in dieser Woche bei nächtlichen Überflügen nicht zu sehen.

Am Montag, den 2. März, geht die Sonne um 7:09 Uhr auf und um 18:06 Uhr unter, sie leuchtet jetzt also schon fast wieder 11 Stunden lang vom Himmel. Am Abend wird um 19:42 Uhr Jupitermond Europa für fünf Minuten von Mond Ganymed bedeckt, um 21:23 Uhr fällt dann der Schatten von Ganymed auf Europa und verfinstert den Mond. Um 19:38 Uhr kommt es in den Zwillingen zu einem mit -6mag recht hellem Iridiumflare.

Am Dienstag, den 3. März, wird in der Frühe um 5:05 Uhr Jupitermond Io von Ganymed bedeckt, diese Bedeckung soll sogar für eine knappe Minuten total sein. Am Abend steht der Mond etwa in der Mitte zwischen Jupiter und Regulus, dem hellsten Stern des Löwen.

Am Mittwoch, den 4. März, geht die Venus (-4,0mag) nur 5 Bogenminuten (das ist 1/6 des Monddurchmessers) am Planeten Uranus (5,9mag) vorüber. In einem Fernglas sollte man dieses Paar  gut sehen können, wenn nicht die Venus alles überstrahlt. Der Helligkeitsunterschied beträgt nach der Magnitudenskala zehn Größenklassen. Da diese logarithmisch gestaltet ist, beträgt der tatsächliche Helligkeitsunterschied 10000! Wie gut, das unser Auge so toll gestaltet ist, das dies mittels eines Fernglas leicht zu überblicken ist.

Am Donnerstag, den 5. März, ist Vollmond. Diese Position erreicht der Mond exakt um 19:05 Uhr. Er steht heute auch in Erdferne, erscheint uns also vielleicht etwas kleiner als zu anderen Vollmondtagen. Laut Calsky soll dies sogar der kleinste Vollmond für die nächsten zehn Jahre sein. Um 21:52 Uhr beginnt ein Durchgang von Io vor der Jupiterscheibe, ab 22:30 wandert Ios Schatten über den Planeten.

Am Freitag, den 6. März, in der Frühe um 1:19 Uhr bedeckt Jupitermond Io den Mond Europa. Am Abend sollte man unbedingt zu Jupiter schauen. Zwischen 19:10 Uhr und 19:44 Uhr ist dort nur ein Mond zu sehen: Europa. Ganymed wird bis 19:44 Uhr verfinstert, Io bis 22:06 bedeckt und Kallisto bis 22:26 Uhr. Um 19:23 Uhr kommt es erneut in den Zwillingen zu einem hellen Iridiumflare (-4mag). Heute Nacht steht Kleinplanet Iris (8,9mag) in Opposition zur Sonne. Iris ist im Sternbild Löwe in der Nähe von Denebola zu finden. In Rietberg gibt es um 18 Uhr eine Führung auf dem Planetenweg durch meinen Sternfreund Arnold Hoppe.

Am Samstag, den 7. März, beginnt um 21:44 Uhr ein Durchgang von Europa vor der Jupiterscheibe, Europas Schatten fällt ab 23:07 Uhr auf den Planeten.

Am Sonntag, den 8. März, geht der nun leicht abnehmende Mond erst um 21:20 Uhr auf. Heute Abend ist er "nur" noch zu 92% beleuchtet. Vorher, um 19:16 Uhr kommt es mit -7mag wieder zu einem sehr hellem Iridiumflare im Sternbild Zwillinge.

Sonntag, 8. Februar 2015

9. - 15. Februar: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche zieht ich der Mond am Morgenhimmel immer weiter zurück. Von den Planeten strahlt Venus am Abend (bis gegen 19:30 Uhr) im Westen, Mars geht ca. eine halbe Stunde später unter. Jupiter leuchtet die ganze Nacht, abends im Osten vor Sonnenuntergang im Westen, und Saturn geht gegen 3:20 Uhr im Osten auf. In dieser Woche kommt es wieder mehrfach zu gegenseitigen Bedeckungen oder Verfinsterungen der Jupitermonde. Die ISS ist bei abendlichen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 9. Februar, wird um 6:26 Uhr Jupitermond Europa von Io bedeckt. Die Sonne geht um 7:51 Uhr auf und um 17:21 Uhr unter. Zwischen 18:46 Uhr und 18:51 Uhr fliegt die ISS in maximal 33° Grad Höhe über unseren Himmel hinweg, sie fliegt dabei genau durch das Sternbild Orion. Um 21:55 Uhr bedeckt Ganymed für fünf Minuten den Mond Io, etwas später um 22:07 Uhr fällt der Schatten von Ganymed auf Io und führt zu dessen Verfinsterung. Der Mond geht heute erst um 23:28 Uhr auf. Um 19:30 Uhr gibt es im zweiten Teil der Vortragsreihe "Astronomie für Anfänger" an der Sternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus einen Vortrag über unser Planetensystem.

Am Dienstag, den 10. Februar, steigt die ISS um 19:28 Uhr aus dem Westen kommend bis auf 69° Grad am Himmel hinauf, um dann um 19:33 Uhr im Erdschatten zu verschwinden.Später beginnt um 22:13 Uhr ein Durchgang von Io vor der Jupiterscheibe, ab 22:19 wandert auch Ios Schatten über den Jupiter. Heute Abend trifft sich die Planetariumsinitiative OWL zu einem zwanglosen Beisammensein in Delbrück.

Am Mittwoch, den 11. Februar, wandert in der Früh (ab 1:45 Uhr) auch Europa vor Jupiter entlang. Die ISS fliegt zwischen 18:36 Uhr und 18:42 Uhr über unseren Himmel entlang, dicht vorbei an Aldebaran dem Hauptstern des Stiers, bis sie kurz vor Jupiter im Erdschatten verschwindet. Am Abend stehen alle vier Jupitermonde auf der gleichen Seite. Auch kann in dieser Woche an den Abenden an Orten ohne künstliches Licht im Westen das Zodiakallicht beobachtet werden.

Am Donnerstag, den 12. Februar, erreicht der Mond um 4:50 Uhr das Letzte Viertel. Am Abend fehlt bei Jupiter scheinbar zunächst Mond Io, er wandert gerade vor der Planetenscheibe entlang (bis 18:56 Uhr). Die ISS steigt ab 19:19 Uhr im Westen auf und fliegt fast genau durch den Zenit (86° Grad Höhe), bevor sie dann schnell im Erdschatten verschwindet. Gleichzeitig dazu um 19:24 Uhr wird für drei Minuten Europa von Io bedeckt. Ab 20:04 Uhr verschwindet dann Europa hinter Jupiter. Ab 22:22 Uhr wird dann Ganymed ebenfalls von Io bedeckt, dieses Ereignis dauert ca. 6 Minuten, ab 22:45 Uhr fällt dann Ios Schatten auf Ganymed.

Am Freitag, den 13. Februar, zeigt der Mond in der Frühe maximale Libration in Länge, der Krater Grimaldi ist fern vom Rand. Um 18:27 Uhr beginnt ein spektakulärer Überflug der ISS, die im Süden eine maximale Höhe von 74° Grad erreicht und um 18:33 Uhr im Osten scheinbar genau mit Jupiter zusammen stößt. Ab 22:57 Uhr wird für knapp 5 Minuten Ganymed von Europa bedeckt.

Am Sonnabend, den 14. Februar, fliegt die ISS zwischen 19:11 Uhr und 19:16 Uhr genau über unsere Stadt hinweg. Heute Abend kann man - klaren Himmel vorausgesetzt - an dunklen Orten gut "deep-sky"-Beobachtung betreiben. Der Mond geht erst in der Frühe am Sonntag um 4:39 Uhr auf. In dieser Nacht steht auch Kleinplanet Flora (9,1mag) in Opposition zur Sonne im Sternbild Löwe.

Am Sonntag, den 15. Februar, wird in der Frühe um 1:00 Uhr Io von Europa bedeckt. Ab 1:21 Uhr fällt Europas Schatten auf Io und führt zu einer Verfinsterung. Zwischen 18:18 Uhr und 18:25 Uhr erfolgt noch einmal ein Überflug der ISS genau über unsere Stadt hinweg. Die ISS kommt wie immer aus dem Westen, steigt dann schnell hoch in den Zenit und fliegt dann tief im Osten in den Erdschatten hinein.


Samstag, 7. Februar 2015

6. Februar: Ganz viel los am Himmel

Der Tag fing ja schon gut mit dem Sonnenaufgang an, tagsüber nur ab und an mal kleine Wolken, und jetzt auch am Abend richtig klar. Das konnte ich endlich mal wieder ausgiebig für einen Beobachtungsabend nutzen.

Schon gleich nach Sonnenuntergang fiel mir die Venus auf, hell strahlend im Westen. Über ihr war ab 18 Uhr auch der Mars zu erkennen. Hier ein Foto der beiden:

Venus (Bildmitte) und Mars (oben, dicht am linken Baum) in der Abenddämmerung (58mm, f/4, 1/8sec, ISO-1600)

Im Fernrohr sieht die Venus zur Zeit recht rund aus. Manchmal zeigt sie ja auch eine Sichelgestalt, ähnlich wie der Mond. Da sie zur Zeit jedoch relativ dicht am Horizont steht, zeigt sie bedingt durch die Lichtbrechung an den Luftschichten in der Atmosphäre kein klares, ruhiges Bild, so dass ich auf ein größeres Foto verzichtet habe.

Gegenüber von Venus und Mars im Osten war inzwischen auch schon Jupiter aufgegangen. Hier auch ein Foto:

Jupiter zwischen den Bäumen tief im Osten. (105mm, f/4, 2sec, ISO-1600)
So früh am Abend schaut auch noch Jupiter nur zwischen den Zweigen der Bäume hindurch. Links die Sterne gehören übrigens zum Kopf des Löwen. Wenn der Löwe am frühen Abend aufgeht, ist das Frühjahr nicht mehr weit. Doch heute Abend sollte es erst mal wieder richtig kalt werden. Im Laufe der Nacht sollen die Temperaturen auf -6°C absinken, dazu war es recht windig, so dass einem die gefühlte Temperatur noch deutlich kälter vorkam.

Um 19:42 Uhr sollte es heute Abend einen Iridiumflare geben. Die Iridium-Satelliten haben große Sonnensegel, die je nach Sonnenstand und Bahnverlauf das Licht der Sonne hell reflektieren können. Das sieht dann von der Erde fast so aus wie eine Sternschnuppe, nur etwas langsamer vielleicht, da dies Aufleuchten viele Sekunden dauert und Sternschnuppen meist doch wesentlich schneller verglühen.

Dieser Iridiumflare sollte in der Nähe des Sternbilds Orion aufleuchten. Während ich meine Kamera einstellte und Testaufnahmen machte, hatte ich plötzlich diese Spur in meinem Bild:

Orion und Satellitenspur um 19:25 Uhr MEZ (50mm, f/4, 30sec, ISO-1600)
Das Sternbild Orion befindet sich in der rechten Bildhälfte. Durch die lange Belichtungszeit von 30 Sekunden zeigen die Sterne schon kleine Spuren am Himmel (bedingt durch die Drehung der Erde!). und man sieht auch viel mehr Sterne als mit dem bloßem Auge, denn so lange belichtet ist ein Kamerachip viel empfindlicher als das menschliche Auge.

Was mag das für ein Satellit gewesen sein? Auf der Webseite heavens-above kann man dies für hellere Satelliten heraus finden. Von der Bahn und Uhrzeit her kann dies nur eine Cosmos 2360 Raketenstufe sein. Sie kreist in über 800 Kilometern über der Erde, in diesem Moment war sie gerade dabei über die Türkei Richtung Schwarzes Meer zu fliegen.

Ein weiteres Testphoto zeigte eine etwas andere Spur:

Flugzeug im Anflug auf Orion um 19:39 Uhr  (50mm, f/4, 15 sec, ISO-1600)
Diese Spur ist nicht so gleichförmig wie die eines Satelliten, stattdessen kann man das mehrfache Blinken der Positionslampen des Fliegers in den 15 Sekunden Belichtungszeit feststellen. So kann man leicht Flugzeuge von Satelliten unterscheiden.

 Doch jetzt endlich zum Iridiumflare:

Iridiumflare um 18:42 Uhr (30sec belichtet, sonstige Daten wie oben)
Deutlich lässt sich erkennen, wie der Flare zunächst immer heller wird und dann die Intensität wieder zurück geht. Rechts neben Orion ist noch eine Satellitenspur zu erkennen. Diese ist jedoch recht schwach. Heavens-above erwähnt in der Nähe von Orion den Satelliten Cosmos 2322, der ebenfalls in über 800 Kilometern über die Erde kreist und sich i diesem Moment gerade über Süditalien befunden hat.

Der Flare wurde ausgelöst durch den Satelliten Iridium-3, dieser kreist in ca. 777km Höhe um die Erde. Im Moment des Flares war er von mir genau 1077 km entfernt. Aufgeleuchtet hat die rechte Antenne. 27 Kilometer weiter westlich, etwa in Rietberg, wäre der Flare noch viel heller gewesen. Hier leuchtete er mit -2mag etwa so hell auf wie der Jupiter, in Rietberg hätte die Helligkeitsstufe -8mag betragen.

Jetzt galt es jedoch schnell die Kamera zu verstellen, denn ab 19:45 Uhr sollte die ISS am Himmel zu sehen sein. Die ISS fliegt deutlich niedriger als die vorgenannten Satelliten. Sie umkreist in etwa 400 Kilometern Höhe die Erde. Der heutige Überflug sollte jedoch nicht spektakulär sein, denn sie würde nur kurz im Südwesten vom Horizont kommend aufsteigen und eine maximale Höhe von 16° im Südsüdwesten erreichen, bevor sie nach nur zwei Minuten wieder im Erdschatten verschwindet. Das ist nicht viel. Und dummerweise steht genau in der Himmelsrichtung, in der die ISS aufsteigen soltle auch noch die einzige helle Straßenlaterne weit und breit. Trotzdem gelang mir das folgende Foto mit einer Strichspur der ISS:

Die ISS flach über dem Horizont um 19:48 Uhr. (50mm, f/2, 20sec, ISO-200)
 Beinahe hätte ich sie wegen der Gartenhecke meines Nachbarn gar nicht erwischt. Ich hätte vielleicht auf dem Grundstück viel weiter nach hinten gehen müssen, doch ich fürchtete, dann hätte mir die Straßenlaterne das Bild zu sehr beeinträchtigt. Auf dem nächsten Bild (Ausschnittvergrößerung), das nur wenige Sekunden nach dem ersten entstand, sieht man nur noch eine kleine schwache Spur, da die ISS gerade in den Schatten der Erde eintaucht.

Die ISS verschwindet im Erdschatten, 19:49 Uhr, (ansonsten Daten wie oben)

Doch jetzt sollte das Hauptereignis des Tages kommen: eine Bedeckung des Jupitermonds Ganymed durch den Jupitermond Europa. Die Erde befindet sich zur Zeit ziemlich genau in der Äquatorebene des Gasplaneten Jupiter. Weil die Jupitermonde in dieser Ebene um Jupiter kreisen, kommt es von uns aus gesehen in diesem Frühjahr zu vielen gegenseitigen Bedeckungen der Monde.

Die Bedeckung sollte nicht vollständig (total) sein, sondern die Monde würden sich nur teilweise (partiell) sein. Um dieses Ereignis zu beobachten braucht man am besten ein kleines Fernrohr. Im Fernglas (bzw. bei schwacher Vergrößerung) würden die beiden Monde sehr schnell zu einem verschmelzen. Bei größerer Vergrößerung wird natürlich auch der Abstand zwischen den beiden Objekten vergrößert, man kann sie länger getrennt erkennen.

Es war sehr spannend, die Annäherung der beiden Monde in verschiedenen Geräten zu beobachten, dann das "Verschmelzen", zeitweise sahen beide Monde eher aus wie eine helle, liegende Acht; und danach natürlich auch wieder das Auseinanderlaufen. Während sich Europa auf Jupiter zu bewegt, entfernt sich Ganymed vom Planeten. Ganymed ist dabei der etwas größere und hellere Mond. Die beiden anderen schon von Galileo entdeckten Monde stehen heute Abend auch auf der gleichen Seite von Jupiter. Io steht zwischen dem Planeten und dem Paar Ganymed/Europa. Kallisto befindet sich weiter entfernt als die beiden Hauptakteure des Abends.

Hier eine Sequenz von Bildern zu diesem Ereignis:

Bild 1, entstanden um 18:17 Uhr

Bild 2, entstanden ca. 19:25

Bild 3, entstanden ca. 20:00 Uhr

Bild 4, entstanden ca. 20:30 Uhr

Leider habe ich nicht bedacht, die Uhrzeit der Kamera zu justieren. Die erste Zeit sollte noch stimmen, doch zwischendurch hatte ich die Batterie nachgeladen, dadurch stimmen die im Bild eingebetteten EXIF-Zeiten leider gar nicht. Doch ich hoffe, die Spannung des Ereignisses lässt sich ein wenig nachvollziehen.

Zu guter Letzt noch ein weiteres Foto mit zwei Objekten, die ich heute Abend ebenfalls beobachtet habe:

Andromedagalaxie und Komet Lovejoy C/2014 Q2

Der Komet Lovejoy C/2014 Q2 wird langsam lichtschwächer, zur Zeit hat er etwa 5mag. Er ist der grüne, etwas verwaschene Punkt links oben im Bild. Er steht nicht weit entfernt vom Stern Almaak, ein schöner Doppelstern im Sternbild Andromeda. Der etwas hellere, weiße leicht ausgfranste Fleck unten, etwas links von der Bildmitte, ist die Andromedagalaxie. Sie ist von uns ca. 2,5 Millionen Lichtjahre entfernt. Und oben rechts kann man noch die hellen Sterne des Sternbild Cassiopeia erkennen.

Ich habe noch einiges mehr beobachtet, doch diesem Bild möchte ich meinen Bericht einer wunderschönen Sternennacht beenden. Abende wie diesen sollte es öfter geben.

Dienstag, 13. Mai 2014

13. Mai: Vollmond und Saturn

Heute Abend leuchtet der Vollmond am Nachthimmel über unserer Stadt. Hier ein Bild von vorhin:

Vollmond am 13. Mai 2014, 22:50 Uhr MESZ
Man erkennt, das rechts oben das Mare Crisium sich recht dicht am Mondrand befindet, wir haben zur Zeit auch wieder starke Libration in Länge. Umgekehrt ist dadurch der Krater Grimaldi am links unten relativ weit ins Mondinnere verschoben. Vergleichen Sie dieses Bild doch einmal mit dem Vollmond vom 30. Januar 2010.

Nicht weit vom Mond, während ich dies schreibe etwas "links von ihm, also östlich, befindet sich der Ringplanet Saturn. Auch hier in Foto von heute Abend:

Saturn am 13. Mai 2014
Die beiden werden sich in den nächsten Stunden immer weiter annähern, morgen Abend steht der Mond dann schon selbst östlich von Saturn, bzw. Saturn rechts vom Mond. Für Himmelsbeobachter in Australien kommt es dabei sogar zu einer Bedeckung des Saturn durch den Mond. Diese findet, je nach Ort, zwischen 12 und 14 Uhr MESZ statt, da stehen beide für uns weit unter dem Horizont. Doch das Internet macht es möglich:

Hier können Sie diese Bedeckung ab 12:15 Uhr MESZ wahrscheinlich live verfolgen: http://www.virtualtelescope.eu/webtv/

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Wer das über Internet nicht hat live verfolgen können, findet hier eine schöne Zusammenfassung: https://www.youtube.com/watch?v=NPhwICA0P3I

Die Übertragung von Virtualtelescop gibt es auch auf YouTube, dauert jedoch über zwei Stunden: https://www.youtube.com/watch?v=Xct2_VvvfCc