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Sonntag, 26. Juli 2026

27. Juli - 2. August 2026: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche haben wir Vollmond. Die Venus leuchtet noch immer als Abendstern, um 22:00 Uhr steht sie jedoch nur noch ca. 5° Grad über dem Horizont und sie geht kurz nach 22:30 Uhr unter. Saturn geht bereits kurz vor Mitternacht im Osten auf, Mars folgt ab ca. 2:30 Uhr. Zum Ende der Woche hin kann vielleicht auch Merkur am Morgenhimmel gefunden werden. Die ISS ist nicht bei nächtlichen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 27. Juli, geht die Sonne um 5:40 Uhr auf und um 21:22 Uhr unter. Zwischen 0:38 Uhr und 2:25 Uhr haben wir inzwischen schon wieder fast zwei Stunden "astronomische Dunkelheit", in denen die Sonne tiefer als 18° Grad unter den Horizont sinkt. Kleinplanet Pluto steht heute in Opposition zur Sonne, er ist im Sternbild Steinbock zu finden. Direkt um 0:00 Uhr (vielleicht auch schon ein paar Sekunden früher) bedeckt der zu 93 Prozent beleuchtete Mond den Stern HIP89622 (6,2mag). Am Abend geht der nun schon zu 97 Prozent beleuchtete Mond um 20:44 Uhr auf. Ebenso um 0:00 Uhr steht Kleinplanet (14)Irene in nur 4,5' Bogenminuten Abstand zum Kugelsternhaufen NGC 6284.

Am Dienstag, den 28. Juli, geht der zu 99 Prozent beleuchtete Mond um 21:10 Uhr auf. Er geht am Mittwoch als Vollmond um 5:04 Uhr unter. Kleinplanet (324)Bamberga (9,3mag) steht heute in Opposition zur Sonne im Sternbild Steinbock.

Am Mittwoch, den 29. Juli, haben wir exakt um 16:39 Uhr Vollmond. Dieser steht dann jedoch bei uns noch unter dem Horizont, er geht erst um 21:32 Uhr im Sternbild Steinbock auf. Kleinplanet (1)Ceres zieht heute gegen 4:00 Uhr in nur 15' Bogenminuten Abstand unterhalb von Messier 1 entlang.

Am Donnerstag, den 30. Juli, beginnt eine neue Morgensichtbarkeitsperiode von Merkur. Er geht um 4:19 Uhr am mathematischen Horizont in Richtung ONO im Sternbild Zwillinge auf, Sonnenaufgang ist um 5:44 Uhr. Der immer noch zu 98 Prozent beleuchtete Mond geht um 21:48 Uhr im Sternbild Steinbock auf.

Am Freitag, den 31. Juli, geht der zu 95 Prozent beleuchtete Mond um 22:02 Uhr im Sternbild Wassermann auf.

Am Samstag, den 1. August, geht der zu 90 Prozent beleuchtete Mond um 22:12 Uhr auf. Kleinplanet (1)Ceres (8,9mag) steht um 4:00 Uhr in 8,5' Bogenminuten Abstand zu Stern HIP26616 (6,4mag) und in 1°12' Abstand zu Messier 1 im Sternbild Stier.

Am Sonntag, den 2. August, erreicht Merkur seinen größten westlichen Abstand von der Sonne, er geht jetzt etwas früher, um 4:15 Uhr auf. Der zu 82 Prozent beleuchtete Mond geht um 22:23 Uhr im Osten auf.

Montag, 11. August 2025

10./11. August 2025: Viele weitere Beobachtungen Kugelsternhaufen, Kleinplaneten, Komet

 In der Nacht vom 10. zum 11. August konnte ich nicht nur Jupiter und Venus beobachten, wie im letzten Posting gezeigt, sondern auch viele andere Objekte.

Zum Beispiel habe ich wieder drei schöne Kugelsternhaufen fotografiert:

M10, am 10.8.25 um 23:28 Uhr MESZ

 Messier 10 hat eine Helligkeit von 6,6mag, ist also mit bloßem Auge nicht sichtbar, aber im Teleskop oder auch in meiner Vespera beobachtungsstation eine schöne, stattliche Erscheinung.

M 12, am 10.8.25 um 22:43 Uhr MESZ

 Messier 12 wirkt etwas offener als M 10. Messier hat diesen Kugelsternhaufen 1764 nur einen Tag nach M 10 entdeckt. Wobei wir uns darüber im Klaren sein müssen, dass Messier hier den Charakter einer solchen Sternenansammlung noch gar nicht erkennen konnte. Für ihn und sein Teleskop damals war dies schlicht Nebelflecken, die sich von einem Stern deutlich unterscjieden. Die Auflösung in Einzelsterne gelang erst zwanzig Jahre später durch William Herschel.

M 14, am 11.8.25 um 0:20 Uhr MESZ

 Messier 14 wurde nur 2 Tage später entdeckt. Dieser Kugelsternhaufen wirk kompakter und nicht ganz so rund wie die beiden anderen zuvor. Dies kann daran liegen, dass ein Teil des Kugelsternhaufens durch eine vorgelagerte Dunkelwolke verdeckt wird. Drei Kugelsternhaufen, doch keiner ist wie der andere. Leider zogen bei dieser Aufnahem dann doch ein paar leichte Wolkenschwaden durch das Bild.

Ale drei Kugelsternhaufen aus dem Sternbild "Schlangenträger" wurden mit meinem Vespera Pro ca. eine halbe Stunde (netto) lang belichtet. 

Und wie versprochen habe ich mich auch noch einmal an Pluto versucht, diesmal habe ich etwas eher angefangen und konnte so das Bild 45 Minuten belichten:

Pluto am 10.8.25 um 23:30 Uhr MESZ

Diesmal ist Pluto doch deutlich besser zu erkennen als gestern. Jetzt erscheint er eindeutig auf dem Bild und ist mehr als nur "zu erahnen."

Kleinplanet (89)Julia am 11.8.25 um 0:24 Uhr MESZ

 Beim 8,9mag hellen Kleinplaneten (89)Julia brauchte ich nicht so lange zu belichten, hier habe ich nur knapp drei Minuten belichtet (17 Einzelbilder a 10 Sekunden). Julia befindet sich heute in ihrer Oppositionsstellung zur Sonne und erstrahlt relativ hell. In meinen Wochenübersichten hatte ich (89)Julia vielfach erwähnt, aber tatsächlich scheint dies mein erstes Foto von diesem Kleinplaneten zu sein.

Und ich habe noch einmal nach dem Kometen C/2025 K1 ATLAS Ausschau gehalten. Auch hier habe ich nur ganz kurz belichtet, aber dafür zwei verschiedene Bilder im Abstand von nur drei Miuten gemacht:

Komet C/2025 K1 ATLAS am 11.8.25 um 0:24 Uhr 

 
Komet C/2025 K1 ATLAS am 11.8.25 um 0:27 Uhr

Beide Bilder wurden nur eine Minute jeweils belichtet. Man erkennt deutlich, wie der Kometsich in der Zwischenzeit weiter bewegt hat, auch wenn dies nur drei Minuten Abstand sind. Faszinierend, wie schnell er sich bewegt. Ob er auf seiner Bahn im die Sonne - wie prognostiziert - wohl noch viel heller wird? Es bleibt spannend.


 

Sonntag, 10. August 2025

9. August 2025: Und wieder eine klare Vollmondnacht

 Die Nacht vom 9. auf den 10. August war weitgehend klar, so dass ich sie wieder zum Beobachten mit den eigenen Instrumenten nutzen konnte. Leider bin ich durch meinen blöden Husten immer noch ein wenig eingeschränkt, mein größeres Teleskop habe ich nicht nach draußen schleppen wollen, aber die kleinen Vespera-Geräte leisten ja auch gute Dienste. Selbst bei Vollmond lässt sich so einiges beobachten.

Hier ein kleiner Auszug aus meinen Beobachtungen:

T CrB am 9.8.25 um 22:37 MESZ

Natürlich immer noch kein Ausbruch, aber der aktuelle Helligkeitsanstieg von etwas unter 10mag auf vielleicht 9,5mag (von mir geschätzt) scheint sich zu bestätigen.

 

Pluto am 9.8.25

Dann habe ich noch einmal Pluto probiert. Leider konnte ich dieses Bild nur etwas weniger als 30 Minuten belichten, dann verschwand Pluto schon hinter den Bäumen auf dem Nachbargrundstück. Zusätzlich hat der Vollmond den Himmel auch kräftig aufgehellt, so dass Pluto hier auf dem Bild bestenfalls zu erahnen ist. Pluto soll 14,4mag haben, das ist auch die absolute Grenzgröße auf diesem Bild. Am 19.7. gelang mir ein wesentlich besser belichtetes Bild, da war Pluto viel deutlicher zu erkennen. Aber immerhin zeigt der Vergleich der beiden Bilder, dass dort, wo Pluto am 19.7. stand jetzt kein Stern mehr zu sehen ist und umgekehrt genauso.

Einfacher war es da schon, bekannte Messier-Objekte aufzunehmen:

Messier 24 am 9.8.25 um 22:50 MESZ

 Messier 24 wird auch die "kleine Sagittarius-Wolke" genannt, es ist die gesamte "Sternenwolke im obigen Bild und sogar noch etwas darüber hinaus. Eingebettet in diese Wolke ist (im linken, oberen Quadranten des Bildes), dere kleine, sehr kompakte Sternhaufen NGC 6603. Außerdem fallen in diesem Geniet auch eine Stellen praktisch ohne Stzerne auf. Das sind oben rechts die kosmischen Staubwolken ("Dunkelnebel") Barnard 92 (oben links) und Barnard 93 (oben rechts).

M 25, knapp 14 Minuten belichtet

 Dieser offene Sternhaufen, Messier 25, steht nicht weiter von M 24, der Sagittarius-Sternenwolke entfernt, zeigt aber ein deutlich anderes Erscheinungsbild.

Und dann habe ich noch einen weiteren Asteroiden beobachtet, es müsste mein einhundertster sein!

(980)Anacostia am 9.8. um 23:13 Uhr MESZ

 Das Bild habe ich nur neun Minuten belichtet, dann zogen leider Wolken auf. Dadurch ist es kein schönes Foto geworden. (980)Anacostia hat eine Helligkeit von 11,8 mag. Dicht daneben befindet sich ein schwächerer Stern mit einer Helligkeit von 13mag.

Außerdem habe ich an diesem Abend natürlich den Mond beobachtet, bei Saturn mit verschiedenen Einstellungen meines Vespera experimentiert und auch noch einmal den Kometen C/2025 K1 ATLAS ins Visier genommen. Mal sehen, vielleicht schaffe ich es später am Tag noch, diesen Blogeintrag entsprechend zu ergänzen. 

 

Sonntag, 20. Juli 2025

18./19. Juli 2025: Endlich wieder eine lange Astronacht

 Von Freitag, den 18. Juli auf Samstag, den 19. Juli, war es in der Nacht endlich mal wieder klar und ich konnte mehrere Stunden lang Astronomie betreiben.

In der Dämmerung noch sah es gar nicht so gut aus, weil doch noch viele Schleierwolken am Himmel standen, aber das stellte sich am Ende als doch nicht so schlimm heraus.

Wolken beim Sonnenuntergang am 18. Juli 2025

Hier viele Fotos aus dieser Nacht:

T CrB am 18.7.25 um 22:44 (6min belichtet)

 Bei T CrB tut sich immer noch nichts. Der Stern dümpelt weiter so um die 10mag herum, von einem Nova-Ausbruch ist nichts zu merken. Aber, wie schon öfters gesagt, meiner Meinung nach wird der auch erst in 2026 passieren und nicht in diesem Jahr.

NGC 5033 mit SN2025mvn, 27,5 Minuten belichtet

 Anders als zuletzt vor zehn Tagen habe ich diesmal wieder die Galaxie NGC 5033 mit der Supernova SN2025mvn mit meinem Vespera Pro beobachtet. Die Supernova ist noch als deutliche Aufhellung unterhalb des Kerns der Galaxie zu erkennen, aber doch nicht mehr so deutlich wie auf meinem ersten Bild vom 14. Juni. Leider konnte ich jedoch dieses Bild nur eine knappe halbe Stunde belichten, weil dann NGC 5033 auch schon für mein Gerät zu weit im Westen stand.

Dann habe ich mir einen kleinen "Scherz" erlaubt:

Kein 3I/ATLAS am 18.7.25 um 23:19 MESZ, 12 Minuten belichtet

 Irgendwo hinter diesen Sternen (vermutlich ziemlich genau in der Mitte des Bildes) treibt sich der dritte entdeckte interstellare Besucher unseres Sonnensystems herum. Über 3I/ATLAS wurde ja schon viel in der Presse berichtet. Die Koordinaten sind bekannt und so habe ich vermutlich schon in die richtige Richtung gezielt. Allerdings hat 3I/ATLAS nur eine Helligkeit von ca. 18mag - und die ist mit meinen Vespera-Geräten dann doch nicht zu erreichen, da ist bei 15/16mag Schluss. Bei diesem Bild sicherlich noch etwas früher, denn es wurde nur knapp 12 Minuten belichtet. Aber trotzdem für mich ein faszinierendes Foto: Irgendwo da draußen im Weltall - selbst wenn es für mich und meine Technik zur Zeit noch unsichtbar ist - gibt es ein Objekt, das wohl gewisse Ähnlichkeit mit einem Kometen hat, das aber nur für wenige Monate durch unser Sonnensystem durchziehen wird. Da es sich zur Zeit der Sonne und auch der Erde noch weiter annähert, kann es sein, dass es vielleicht wirklich noch etwas heller wird. Ob das ausreichen wird, damit ich es vielleicht doch noch fotografieren kann?

Pluto am 19.7.25 um 1:42 Uhr MESZ,  52 Minuten belichtet

Vor 95 Jahren wurde Pluto entdeckt. Ich konnte diesen ehemaligen Planeten 2022 und 2024 beobachten und fotografieren. In diesem Jahr hat Pluto am 25. Juli im Sternbild Steinbock seine Oppositionsstellung. Bei uns steigt er jetzt maximal 14,9° Grad über den Horizont, was wirklich nicht viel ist.

Hier noch zwei weitere "pretty picture" aus dieser Nacht

Kugelsternhaufen M13, 43 Minuten belichtet, 19.7.25 0:31 MESZ

Kugelsternhaufen M15,  19.7.25, 2:15 Uhr MESZ, 21 Minuten belichtet

Diese beiden Kugelsternhaufen sind für mich wahre Prachtexemplare am Sommerhimmel, M 13 steht im Sternbild Herkules und M 15 im Sternbild Pegasus.

 Zwischendurch war in der Nacht dann auch der Mond aufgegangen, fotografiert habe ich ihn allerdings erst ziemlich am Ende dieser Astronacht:

Der abnehmende Mond am 19.7.25 um 3:26 Uhr MESZ

Der Mond stand dann schon 26° Grad hoch im Osten im Sternbild Widder. Er war noch zu 38 Prozent beleuchtet.

Saturn

 Um 2:39 Uhr habe ich zun ersten Mal nach langer Zeit auch wieder Saturn aufgenommen. Eigentlich kein gutes Ziel für das Vespera. Um mehr zu erkennen braucht man eine viel größere Brennweite als diese Geräte haben. Wenn man genau hinschaut, kann man aber doch erkennen, dass der Ring des Saturn wieder zu sehen ist. Während des Frühjahrs haben wir noch direkt auf die Ringkante geschaut, so dass der Ring praktisch gar nicht zu erkennen war. Jetzt hat er doch schon wieder eine leichte Neigung, bzw. Öffnung. Leider habe ich es verpasst, auch gleich nach Neptun Ausschau zu halten, der sich zur Zeit ganz in der Nähe vonm Saturn aufhält.

Und einen weiteren Kleinplaneten konnte ich erstmalig beobachten:

(63)Ausonia am 19.7.25 um 3:24 Uhr MESZ

 Der Asteroid (63)Ausonia ist auf diesem Bild leicht an der etwas verwischten Spur zu erkennen. Das Bild wurde ingesamt fast eine tunde lang belichtet, da bewegt sich so ein Kleinplanet schon ein kleines Stück auf seiner Bahn am Himmel vor den anderen Sternen weiter. (63)Ausonia hat zur Zeit eine Helligkeit von 9,6mag und ist damit zur Zeit bei uns der sechsthellste Kleinplanet am Himmel. Da sich der Asateroid jedoch im Sternbild Steinbock aufhält, steigt er bei uns auch nur ca. 15° Grad über den Horizont hoch. Daher wurden viele einzelne Bilder verworfen und nicht für das Stacking verwendet, so dass die Nettobelichtungszeit nur knapp 35 Minuten betrug.

Mein wichtigstes Beobachtungsziel in dieser Nacht war jedoch die Suche nach einer weiteren Supernova:

NGC 7331 am 19.7.25, 1:23 Uhr MESZ, 63 Minuten belichtet

 In NGC 7331 wurde am 14. Juli eine Supernova gemeldet, jedoch dicht am Kern. Ist diese in dem obigen Bild zu sehen? In der kompletten Aufnahme ist kaum etwas zu erkennen. Deshalb hier einmal ein 1:1-Ausschnitt:

NGC7331 in Originalgröße

 Auch in dieser Vergrößerung ist - ehrlich gesagt - eine Supernova nahe am Kern nicht wirklich zu erkennen. Aber sieht der Kern nicht doch ein wenig ausgebeult aus? So ging es mir zwischendurch beim Anblick der immer weiter live-gestackten Bilder während der Aufnahme durch den Kopf.

 Gehen wir doch noch einmal an den Anfang der Belichtungsserie zurück:

NGC7331 mit SN2025rbs, eine Minute belichtet

 Nach nur einer Minute Belichtungszeit ist der Kern der Galaxie noch nicht so groß. Und da ist tatsächlich ein Stern deutlich zu erkennen, das kann nur die gesuchte Supernova sein. Wenn man sich die weiteren Bilder anschaut, kann man deutlich erkennen, wie der Kern heller wird und dann Supernova und Galaxienkern scheinbar miteinander verschmelzen. 

Innerlich muss ich ja ein wenig "grinsen": Normalerweise kann man ja je länger man belichtet umso mehr Einzelheiten erkennen, hier ist es jedoch anscheinend genau umgekehrt.

(Nachtrag vom 21. Juli)

In unser Montagsrunde der Volkssternwarte Paderborn haben wir auch über das obige Bild von NGC 7331 mit der Supernova gesprochen. Das vom Vespera ausgegebene jpg-Bild nach 63 Minuten zeigt tatsächlich ein stark überlappendes Bild von Nova und Galaxienkern. Betrachtet man jedoch das "reine" Stackingergebnis (ausgegeben als tiff-Datei) lassen sich Supernova und Galaxienkern auch nach 63 Minuten Belichtungszeit sehr sauben unterscheiden. Dies lässt sich sehr schön mit der Software "Astro Art" visualisieren. Hier ein Screenshot:

Galaxie und Supernova in der Software "Astro Art".

Die Software "Astro Art" bietet eine Art 3D-Darstellung des Helligkeitsverlaufs innerhalb eines Bildes. Die unterschiedlichen Helligkeitsmaxima lassen sich damit sehr schön darstellen.
 

Mittwoch, 24. Juli 2024

24. Juli 2024: Sonne und mehr (u.a. Komet Olbers, Pluto, Saturn, NGC6760)

 Auch am 24.7.24 konnte ich Sonnenflecken fotografieren, auch wenn tagsüber recht viele Wolken am Himmel durchzogen:

Sonne mit Flecken gegen 14:30 Uhr MESZ

Auf dem Bild sind noch leichte Wolkenschleier zu erkennen, aber man kann doch alle Flecken oder Fleckengruppen durchzählen.

Später zum Abend klarte es  dann noch etwas weiter auf, die Wolken wurden immer weniger:

Die Sonne um 21:12 Uhr MESZ

Das Bild entstand wenige Minuten vor dem mathematischen Sonnenuntergang. 

Und meine Hoffnungen auf weitere astronomische Beobachtungen am Abend wurden erfüllt. Hier ein paar Ergebnisse:

T CrB (23:08 MESZ, 9m:30s belichtet)



 Mein erster Blick galt natürlich der angeblich dieses Jahr noch aufleuchtenden Nova T CrB, doch dieses Bild sieht aus wie alle anderen zuvor, da hat sich natürlich noch nichts getan.

Kleinplanet (40) Harmonia (24:03 Uhr MESZ, 9min:50s belichtet)



Kleinplanet (40) Harmonia stand am Sonntag, den 21. Juli in Opposition zur Sonne. Mit zur Zeit 8,9mag Helligkeit war dieser Kleinplanet (siehe Bildmitte) natürlich ein einfaches Ziel.

Komet 13P/Olbers (23:27 MESZ, 9m:50s belichtet)

Dieser Komet durfte natürlich auch nicht fehlen, der Schweif ist doch wirklich schön anzusehen.

Danach habe ich mit meinem Vespera Pro eine längere Belichtung gestartet:

NGC 6760, (25.7.24, 1:02 Uhr MESZ, 45m:40s belichtet)

Der Kugelsternhaufen NGC 6760 mitten im Sternengewimmel der Milchstrasse. Ein schönes Objekt wie ich finde. Leider gibt der Wikipedia Artikel nicht viel her, außer der Helligkeitsangabe von 9,1mag. In einer Skala von I bis XII, welche die "Konzentration der Sterne im Zentrum" beschreibt (vergl Karkoschka) ist dies eher ein "lockerer Haufen", der mit dem Wert von IX (XII sind die lockersten), I die dichtesten) eingestuft ist. Mittlerweile habe ich ja so einige Kugelsternhaufen fotografiert, vielleicht sollte ich mal schauen, ob sich meine Bilder gut mit dieser Klassifikation vertragen.

Am Montag stand Pluto in Opposition. Natürlich habe ich auch heute wieder versucht, ein Foto hinzubekommen:

Pluto (25.4.24, 0:35 MESZ, 32m:30s belichtet)

In der Bildmitte sieht man zwei schwache "Sterne" dicht nebeneinander stehen, der linke von beiden ist Zwergplanet Pluto. Mich freut es sehr, dass es mir auch in dieser Oppositionsperiode gelungen ist, Pluto aufzuspüren.

Und während mein Vespera Pluto fotografierte, waren inzwischen weiter östlich auch schon der Mond und Planet Saturn aufgegangen. Im Fernglas waren die beiden, keine 2° Grad von einander entfernt, wunderschön zusammen zu sehen. Auch im Spektiv passten beide noch gerade so rein, waren darin aber nicht mehr gleichzeitig zu fotografieren.

Der Mond, am 25.7.24 um 0:32 Uhr MESZ

Der abnehmende Mond zeigte trotz der niedrigen Höhe viele schöne Krater- und Marestrukturen.

Saturn (25.7.24, 0:39 Uhr MESZ)

Einzeln ließen sich Mond und Saturn mit dem Spektiv "gut" fotografieren. Natürlich ist ein Spektiv schon allein auf Grund der geringen Brennweite nicht für spektakuläre Planetenbilder geeignet (die heutigen "Smart Teleskope" wie meine Vespera oder andere) jedoch meist noch weniger. Aber man kann doch erkennen, dass die Ringöffnung von Saturn in dieser Saison sehr klein ist.

Mond und Saturn zusammen

Mit meiner Nikon P950 Kamera gelang mir dann doch noch eine Aufnahme von beiden zusammen. Um Saturn sichtbar zu machen musste ich hinterher jedoch noch einmal kräftig am Belichtungsregler drehen. Das Bild zeigt aber doch, wie gering der Abstand der beiden ist. Versuchen Sie den Abstand doch einmal in "Monddurchmessern" zu schätzen.

Im August kommen sich Saturn und der Mond wieder sehr nahe. Dann kommt es hier bei uns soger zu einer Bedeckung des Planeten (Beginn 5:32 MESZ). Am 25. Juli passierte eine solche Bedeckung schon in Asien. Dank eines Hinweises von Daniel Fischer in einer Mailingliste wurde ich auf ein Video aufmerksam, das technisch perfekt die dortige Bedeckung von Saturn eingefangen hat: https://www.youtube.com/watch?v=js81YZp3iTs

Zum Abschluss noch ein Bild meiner DSLR-Kamera. Diese hatte ich einfach Richtung Norden ausgerichtet und alle 30 Sekunden ein Bild machen lassen. Die vielen Einzelbilder (ca. 200) habe ich dann alle mit Hilfe der Software StarStax zu einem Einzelbild kombiiert:

Der Nordhimmel am 24./25. Juli 2024

Wenn man etwas genauer hinschaut, fällt auf, dass die Sternspuren im Laufe der Nacht etwas dünner werden. Habe ich bis in den Morgen hinein fotografiert, so dass es draußen schon wieder heller wurde? Nein, gar nicht. Dieser Effekt entstand wohl durch Feuchtigkeit der Luft, die sich auf dem Kameraobjektiv mit leichtem Beschlagen bemerkbar gemacht hat.




Freitag, 19. Juli 2024

20. - 28. Juli 2024: Der Himmel über Bad Lippspringe

Da ich die Vorschau für die Woche vom  15. bis 21. Juli wegen meines Krankenhausaufenthaltes habe ausfallen lassen müssen, soll es jetzt wieder weiter gehen. Ich erlaube mir, diese Vorschau gleich mal um zwei Tag zu vergrößern, um so noch den Samstag und Sonntag der eigentlich "ausgefallenen Woche" mit seinem Juli-Vollmond mit aufzunehmen.

 In dieser Woche nimmt der Mond ab und geht auf das Letzte Viertel zu. Von den hellen Planeten ist Saturn vielleicht schon vor Mitternacht sichtbar, Mars geht ab ca. 1:45 Uhr über der Egge auf und Jupiter kurz nach 2:00 Uhr. Merkur steht am 22. Juli in maximaler östlicher Elongation, geht aber schon um 22 Uhr unter, es dürfte nicht mehr möglich sein, noch einen Blick auf ihn zu schaffen. Die ISS ist noch bei abendlichen Überflügen zu beobachten.

Am Samstag, den 20. Juli, geht der zu 97 Prozent beleuchtete Mond in der Frühe um 3:37 Uhr unter und am Abend um 21:41 Uhr auf. Dann beginnt praktisch die erste Vollmondnacht im Juli. Die ISS fliegt zwischen 23:03 Uhr und 23:08 Uhr in maximal 51° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg.

Am Sonntag, den 21. Juli, haben wir um 12:18 Uhr Vollmond. Dann steht der Mond bei uns natürlich unter dem Horizont. Morgends geht der Mond um 4:43 Uhr unter, dann ist er ("theoretisch") noch nicht ganz voll. Am Abend geht er um 22:13 Uhr auf, dann ist er (auch wieder "theoretisch") schon wieder am abnehmen. Kleinplanet (40) Harmonia (8,9mag) steht heute in Opposition zur Sonne. Die ISS fliegt zwischen 2214 Uhr und 22:21 Uhr in maximal 65° Grad Höhe über unseren abendlichen Himmel hinweg. Gegen 23:53 Uhr ist sie noch einmal ca. 20° Grad hoch im Südwesten zu sehen, bevor sie im Erdschatten verschwindet.

Am Montag, den 22. Juli, geht die Sonne um 5:33 Uhr auf und um 21:28 Uhr unter, der helle Tag ist jetzt also keine 16 Stunden mehr lang. Zwischen 23:03 Uhr und 23:07 Uhr fliegt die ISS in maxinal 29° Grad Höhe über unseren süd(west)lichen Himmel. Heute steht Zwergplanet Pluto (15,0mag) in Opposition zur Sonne. Die Saturnmonde Rhea und Dione stehen in westlicher Elongation. Der Mond geht um 22:36 Uhr auf, er ist am Tag nach Vollmond noch zu 97 Prozent beleuchtet. Um 23:51 Uhr endet eine Bedeckung des 4,5mag hellen Sterns epsilon Cap, nur wenige Grad über dem Horizont und bei fast noch Vollmöd dürfte dies jedoch nur schwierig zu beobachten sein.

Am Dienstag, den 23. Juli, sinkt die Sonne in der Nacht von Montag auf Dienstag zum ersten Mal nach einiger Zeit wieder 18° Grad unter den Horizont, wir erreichen also wieder "astronomische Dunkelheit", wenn auch nur von 1:07 Uhr bis 1:56 Uhr. Zwischen 22:14 Uhr und 22:20 Uhr fliegt die ISS in maximal 39° Grad Höhe über unseren abendlichen Himmel hinweg. Bei Saturn steht Mond Tethys in östlicher Elongation. Der Mond geht am Abend um 22:53 Uhr auf und ist noch zu 92 Prozent beleuchtet.

Am Mittwoch, den 24. Juli, ist die ISS gegen 23:04 Uhr noch einmal kurz und flach über dem Horizont im Südwesten zu sehen. Bei Jupiter fällt ab 3:40 Uhr der Schatten von Mond Europa auf die Planetenoberfläche, und ab 5:00 Uhr der Schatten von Mond Io, aber ob dies in der Morgendämmerung noch zu sehen sein wird? Am Abend geht der Mond "mathematisch" um 23:06 Uhr auf, er steht dicht bei Saturn. Bei seinem nächsten Umlauf wird der Mond Saturn (am 21. August) sogar völlig bedecken!

Am Donnerstag, den 25. Juli, zwischen 22:14 Uhr und 22:19 Uhr fliegt die ISS noch einmal in maximal 22° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg. Der Mond geht um 23:19 Uhr auf und ist noch zu 75 Prozent beleuchtet.

Am Freitag, den 26. Juli, ist bei Jupiter nach seinem Aufgang zunächst nur der Mond Kallisto zu sehen. Io (ab 2:41 Uhr), Europa (ab 2:55 Uhr) und Ganymed (ab 2:59 Uhr) tauchen erst nach und nach neben dem Planeten wieder auf. Um 5:17 Uhr endet eine Sternbedeckung durch den Mond, 44 Piscium (6,0mag) taucht am dunklen Mondrand wieder auf. Der Mond geht um 23:31 Uhr auf und ist zu 64 Prozent beleuchtet. Kleinplanet (16) Psyche (9,9mag) zieht in dieser Nacht ganz dicht am Stern HIP104670 (/,6mag) vorüber.

Am Samstag, den 27. Juli, kann die ISS in dieser Abendsichtbarkeitsperiode letztmalig gegen 22:15 Uhr 11° Grad hoch im Südwesten bei einem horizontnahen Überflug gesehen werden. Der Mond geht um 23:44 Uhr auf und ist nur noch zu 53 Prozent beleuchtet.

Am Sonntag, den 28. Juli, erreicht der Mond um 4:51 Uhr das Letzte Viertel. Bereits um 1:03 Uhr endet die Bedeckung eines 6,3mag hellen Sterns. Der Mond geht erst um 15:00 Uhr unter und erst um Mitternacht zum Montag hin (zu 41 Prozent beleuchtet) wieder auf. Bei Jupiter stehen heute früh alle vier Monde auf der westlichen (rechten) Seite.

Sonntag, 16. Juli 2023

17. - 23. Juli 2023: Der Himmel über Bad Lippspringe

Die Woche beginnt mit dem Neumond, erst langsam zeigt sich im Laufe der Woche seine zunehmende Sichelgestalt. Von den hellen Planeten verabschiedet sich die Venus vom Abendhimmel (Untergang ca. 22:15 Uhr), sie steht Abend für Abend nach Sonnenuntergang immer tiefer am Himmel und fällt kaum noch als Abendstern auf. Entsprechendes gilt für Mars (Untergang ca. 22:45 Uhr), der ebenfalls in der Abenddämmerung kaum noch auffällt. Dafür geht Saturn jetzt schon bald nach 23:00 Uhr auf, Jupiter folgt dann zwei Stunden später bald nach 1:00 Uhr in der Frühe. Die ISS ist bei abendlichen Überflügen gut zu beobachten.

Am Montag, den 17. Juli, geht die Sonne um 5:26 Uhr auf und um 21:35 Uhr unter, noch ist der Tag gut 16 Stunden lang hell. Der Mond erreicht exakt um 20:32 Uhr seine Neumondposition. Die ISS zieht gleich nach Mitternacht (also 17.7. um 0:03 Uhr) direkt über Bad Lippspringe hinüber, zwischen 1:37 Uhr und 1:40 Uhr ist sie dann noch einmal im Südwesten zu sehen. Am Abend erfolgt zwischen 23:12 Uhr und 23:20 ein weiterer Überflug genau über unsere Stadt hinweg. Bei Jupiter gibt es von 1:39 Uhr bis 3:57 Uhr einen Durchgang von Mond Europa vor der Planetenscheibe.

Am Dienstag, den 18. Juli, zieht die ISS zwischen 0:49 Uhr und 0:53 Uhr in maximal 62° Grad Höhe über den Nachthimmel hinweg. Am Abend fliegt die ISS zwischen 22:23 Uhr und 22:32 Uhr ein weiteres Mal (fast) genau über unsere Stadt hinweg, sie erreicht eine maximale Höhe von 84° Grad. Kurz vor Mitternacht um 23:59 Uhr beginnt ein weiterer Überflug in maximal 75° Grad Höhe (bis 0:06 Uhr)

Am Mittwoch, den 19. Juli, ist die ISS nach dem Überflug um Mitternacht noch einmal kurz gegen 1:37 Uhr im Westen zu sehen, am Abend zwischen 23:12 Uhr und 23:19 Uhr fliegt sie mit maximal 85° Grad Höhe erneut fast genau über unsere Stadt hinweg. Die zu 4 Prozent beleuchtete schmale Sichel des Mondes geht um 22:49 Uhr unter. Wenn Sie zu sehen sein sollte, können wir auch auf die Südpolregion des Mondes schauen, da er heute maximale Libration in Breite zeigt.

Am Donnerstag, den 20. Juli, sollte die schmale Mondsichel (9 Prozent beleuchtet) nach Sonnenuntergang oberhalb der Venus tief am Westhorizont gefunden werden können. Die ISS ist einmal in der Frühe gegen 0:51 Uhr kurz im Südwesten zu sehen, am Abend fliegt sie zwischen 22:23 Uhr und 22:32 Uhr ein weiteres Mal (um 22h:27m:40s Uhr) ganz exakt über Bad Lippspringe hinweg.

Am Freitag, den 21. Juli, ist die ISS zwischen 0:01 Uhr und 0:05 Uhr in maximal 49° Grad Höhe am Nachthimmel zu sehen, zwischen 23:12 Uhr und 23:18 Uhr fliegt sie ein weiteres Mal in maximal 63° Grad Höhe über unseren Himmel hinweg. Am Abend geht die zu 14 Prozent beleuchtete Mondsichel gegen 23:23 Uhr unter.

Am Samstag, den 22. Juli, ist die ISS einmal um 0:50 Uhr kurz im Südwesten zu sehen, am Abend fliegt sie zwischen 22:25 Uhr und 22:31 Uhr in maximal 76° Grad Höhe über unseren Himmel hinweg. Die zu 22 Prozent beleuchtete Mondsichel geht am Abend gegen 23:33 Uhr unter. Zwischen 1:25 Uhr und 3:35 Uhr wandert Ios Schatten über die Jupiteroberfläche, der Mond selbst zieht zwischen 2:46 Uhr und 4:55 Uhr vor dem Planeten entlang.Zwergplanet Pluto steht heute in Opposition zur Sonne, er ist bei einer Helligkeit von 15mag jedoch nur in größeren Fernrohren sichtbar.

Am Sonntag, den 23. Juli, wird es zum ersten Mal nach vielen Wochen nachts wieder "astronomisch dunkel", d.h. die Sonne sinkt 18° Grad unter den Horizont. Noch ist das Zeitfenster dafür sehr kurz (von 1:20 Uhr bis 1:43 Uhr, aber es wird in den nächsten Nächten schnell länger. Am Abend geht die zu 30 Prozent beleuchtete Mondsichel gegen 23:43 Uhr unter. Die ISS ist einmal kurz nach Mitternacht gegen 0:03 Uhr im Südwesten zu sehen, zwischen 23:13 Uhr und 23:17 Uhr erreicht sie noch einmal eine Höhe von 37° Grad über dem Horizont in Richtung SSW.

Sonntag, 17. Juli 2022

18. - 24. Juli 2022: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche nimmt der Mond kräftig ab und gibt damit am Abend auch schwächer leuchtenden Objekten wieder eine Chance. Er zieht in den Morgenstunden an verschiedenen Planeten vorbei. Saturn geht als erster der hellen Planeten in der Nacht bereits gegen 22:45 Uhr auf, Jupiter folgt kurz vor Mitternacht. Mars geht etwa gegen 1:00 Uhr auf und die Venus folgt um 3:45 Uhr. Die ISS ist bei vielen nächtlichen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 18. Juli, geht die Sonne um 5:27 Uhr auf und um 21:34 Uhr unter, der helle Tag ist also nur noch knapp über 16 Stunden lang. Der Mond geht direkt vor Mitternacht auf und steht bis kurz nach 11 Uhr am Himmel. Er ist ungefähr noch zu 75 Prozent beleuchtet. Die ISS fliegt zwischen 0:56 Uhr und 1:01 Uhr in maximal 74° Grad Höhe über unseren Himmel hinweg, um 2:34 Uhr ist sie noch einmal ganz kurz tief im Westen zu sehen. Am Abend zwischen 22:30 Uhr und 22:40 Uhr fliegt sie noch einmal 74° Grad hoch über unseren Dämmerungshimmel hinweg, dicht an der Wega in der Leier vorbei.

Am Dienstag, den 19. Juli, steht in der Frühe der Mond nur 3° Grad südlich von Jupiter, er geht um 0:11 Uhr auf. Er zeigt maximale Libration in Länge, der Krater Grimaldi steht nah am Rand. Die ISS fliegt zwischen 0:07 und 0:13 Uhr in maximal 85° Grad Höhe über den Himmel hinweg, um 1:46 Uhr steigt sie noch einmal ganz kurz im Westen auf. Am Abend fliegt sie um 23:23 Uhr ganz exakt über Bad Lippspringe hinweg durch unseren Zenit, vier Minuten vorher steigt sie im Westen auf und verschwindet vier Minuten später im Osten.

Am Mittwoch, den 20. Juli, steht Pluto (14,3mag) wieder einmal in Opposition zur Sonne. Auch Kleinplanet (9)Metis steht in Opposition zur Sonne und leuchtet mit 9,7mag. Der Mond erreicht exakt um 16:19 Uhr das Letzte Viertel, dann steht er jedoch deutlich unter dem Horizont. Er geht um 0:24 Uhr auf. Die ISS ist heute in der Frühe zwischen 0:56 Uhr und 0:59 Uhr kurze Zeit beim Aufstiegt im Westen zu sehen, bevor sie im Erdschatten verschwindet, am Abend fliegt sie dann zwischen 22:30 Uhr und 22:39 Uhr noch einmal fast ganz exakt über Bad Lippspringe hinweg.

Am Donnerstag, den 21. Juli, geht der Mond um 0:37 Uhr auf, er ist zu ca. 45 Prozent beleuchtet. Bei Jupiter stehen alle vier Monde auf der gleichen Seite, ab 3:48 Uhr wird Europa dann vom Jupiterschatten verfinstert. Die ISS kann kurz nach Mitternacht zwischen 0:08 Uhr und 0:12 Uhr in maximal 63° Grad Höhe beim Überflug gesehen werden, am Abend dann noch einmal zwischen 23:19 Uhr und 23:25 Uhr in maximal 75° Grad Höhe wieder dicht an der Wega vorbei.

Am Freitag, den 22. Juli, steht der Mond (Aufgang 0:52 Uhr) in der Frühe nur vier Grad östlich von Mars. Um 1:43 Uhr endet eine Sternbedeckung von 43 Ari (5,5mag), der dann am dunklen Rand des Mondes wieder hervortritt. Kleinplanet (192)Nausikas steht heute mit einer Helligkeit von 9,6mag ebenfalls in Opposition zur Sonne. Die ISS kann gut bei ihrem Überflug zwischen 22:30 Uhr und 22:38 Uhr bis in maximal 85° Grad Höhe beobachtet werden.

Am Samstag, den 23. Juli, wird es zum ersten Mal nach langer Zeit in der Nacht auch wieder "astronomisch dunkel", das heißt, die Sonne sinkt in der Nacht tiefer als 18° Grad unter dem Horizont. Das ist heute zwischen 1:15 Uhr und 1:48 Uhr der Fall. Diese Zeitspanne wird jetzt jedoch schnell zunehmen. Noch innerhalb der "astronomischen Dämmerung" enden zwei Sternbedeckungen durch den Mond, 13 Tauri (5,7mag) erscheint um 3:05 Uhr und 14 Tauri (6,1mag) erscheint um 3:45 Uhr am dunklen Rand des Mondes. Er geht um 1:10 Uhr auf. Bis 1:32 Uhr zieht der Schatten von Jupitermond Europa über den Planeten, der Mond selbst zieht ab 1:36 Uhr bis 4:03 Uhr vor der Planetenscheibe entlang. Die ISS ist zum einen zwischen 0:08 Uhr und 0:11 Uhr kurz im Südwesten zu sehen. Zum anderen am Abend zwischen 23:19 Uhr bis 23:24 Uhr bei einem Überflug in maximal 50° Grad Höhe.

Am Sonntag, den 24. Juli, dauert die astronomische Nacht dann schon von 1:02 Uhr bis 2:01 Uhr. Der nur noch zu 19 Prozent beleuchtete Mond geht um 1:33 Uhr auf. Die ISS kann am Abend zwischen 22:30 Uhr und 22:37 Uhr bei einem Überflug in maximal 65° Grad Höhe beobachtet werden.

16. Juli 2022: Eine schöne Astronacht

 Am Samstag, den 16. Juli 2022, war es am Abend bis weit in die Nacht und den folgenden Tag hinein endlich mal wieder schön klar, so dass ich wieder verschiedene Objekte beobachten konnte. Als erstes stand noch einmal M10 und der Komet auf dem Programm. Wie weit würde er sich jetzt von M1o entfernt haben? Würde ich beide noch gemeinsam auf den Chip bekommen können? Hier das erfreuliche Ergebnis:

M10 und Komet C/2017 K2 Panstarrs am Abend des 16. Juli 2022

Ja, es hat noch gut geklappt. Im Vergleich zum Bild aus der vorangegangenen Nacht kann man deutlich erkennen, dass der Komet jetzt schon an den drei etwas helleren Sternen, die im Bild gestern rechts unten zu sehen sind, vorbei gezogen ist.

Danach habe ich versucht, einen weiteren Kometen zu fotografieren, dessen Helligkeit bei Heavens-above mit 13,6mag angegeben wird: Komet C/2020 K1 Panstarrs:

Komet C/2020 K1 Panstarrs

 Dieser Komet ist auf dem Bild jedoch kaum zu erkennen. Ein genauer Vergleich mit der Position im Planetariumsprogramm Stellarium zeigt mir jedoch, es kann in der Tat nur der kleine, etwas verwaschene Fleck inmitten meiner roten Markierung sein. Laut Stellarium wird die Helligkeit zur Zeit nur mit 14,5mag angegeben, was aus meiner Sicht auch eher zu passen scheint.

Mein Astrofreund Stefan Krause hat vor einiger Zeit mal einen kleinen Aufsatz verfasst, wie die heutige Namensgebung für Kometen funktioniert. Ergänzend dazu muss man noch wissen, wofür "Panstarrs" steht, was jedoch in einem Wikipedia-Artikel gut erklärt wird.

Anschliessend habe ich Kleinplaneten gesucht. Asteroid (387) Aquitania stand am 25. Juni 2022 in Opposition zur Sonen und sollte auch jetzt noch mit 10,5mag hell genug für ei8n Photo sein. Außerdem steht er im Sternbild Schlangenträger in einer relativ sternarmen Gegend - und war daher auch leicht zu identifizieren:

Asteroid (387) Aquitania (Belichtungszeit 100sec)

Danach ging ich noch einmal auf die Suche nach (41) Daphne, den ich schon einmal vor einem Monat fotografiert hatte. Gleich beim zweiten Bild rauschte ein Satellit genau über den Asteroiden hinweg...

Satellitenspur (20sec belichtet)

 ... so dachte ich es in diesem Moment. Doch leider habe ich mich bei der Eingabe der Koordinaten von Daphne etwas vertan. Statt einer Rektaszension von 16h 55m habe ich 16h 45m eingegeben, ein Fehler von 10 Minuten macht aber schon eine Entfernung von rund drei Grad aus, also gut daneben getroffen. Schade! Denn bemerkt habe ich diesen Fehler erst am nächsten Tag bei der Auswertung der Bilder. Leider habe ich auch nicht herausgefunden, um was für einen Satelliten es sich hier gehandelt hat.

Zwischendurch flog auch die ISS zweimal über meinen Abend- bzw. Nachthimmel hinweg. Es ist für mich immer wieder beeindruckend, wie hell die Raumstation leuchtet.

Zum Abschluss habe ich dann noch nach Pluto Ausschau gehalten. Am 20. Juli steht Pluto in Opposition zur Sonne, sollte also jetzt seine größte Helligkeit erreichen. Die soll jetzt 14,3mag betragen, also ziemlich ähnlich dem oben beobachteten Kometen C/2020 K1 Panstarrs. Leider bewegt sich Pluto zur Zeit im Sternbild Schütze nur sehr knapp über dem Horizont. Nach Mitternacht steht er gerade mal 12° - 14° Grad über dem Horizont. Würde ich ihn da so knapp über den benachbarten Häusern hinweg und im möglichen Dunst am Horizont erwischen können? Doch ich hatte Erfolg:

Pluto am 17. Juli 2022 um 0:20 Uhr, drei Tage vor der Opposition (12 min belichtet)

Genau wie der Komet ist auch Pluto nur ganz knapp zu erkennen. Ich hoffe, meine Markierung ist ausreichend.

Jetzt wünsche ich mir weitere klare Abende. Vielleicht lässt sich dann das eine oder andere Bild wiederholen, so dass ich zeigen kann, das sich Pluto oder auch die anderen Asteroiden tatsächlich am Himmel bewegen, das sich die Position ihrer Lichtpunkte - genau wie bei den Kometen - sich wirklich Tag für Tag ein wenig verändern.

(Damit die logische Reihenfolge von meinen Beobachtungsberichten und der Wochenvorschau erhalten bleibt, habe ich die Veröffentlichung dieses Blogartikels auf den 17.7.22 um 6:00 Uhr vordatiert, auch wenn ich ihn in Wirklichkeit erst um 22 Uhr veröffentlicht habe. Ich danke für Euer Verständnis!)



Sonntag, 18. Juli 2021

17./18. Juli 2021: Eine weitere wunderschöne Astronacht

 Wochenende und klarer Himmel? Das passt gut zusammen. Und so gab es auch in der Nacht vom 17. zum 18. Juli an Nachthimmel viel zu beobachten. Der Mond war zu gut der Hälfte beleuchtet, er hatte am Samstagmittag gerade das Erste Viertel erreicht. Gegen 1:00 Uhr am Sonntag sollte er untergehen, danach sollte es also auch noch gut dunkel werden, so dass das Band der Milchstraße am Himmel wieder sichtbar sein sollte.

Und so wunderschön kam es auch. Als erstes habe ich micht auf die Suche nach der Mondeule gemacht. Das es die gibt, habe ich erst durch das "Astronomy Picture of the Day" der NASA vom selben Tag erfahren. Eine lustige Formation der Krater Alphonsus, Arzachel und Alpetragius bei richtigem Beleuchtungsstand. Und tatsächlich, ich habe die Eule auch gleich gefunden, wie das nebenstehende Bild beweist. Natürlich ist dieses Bild, das mit meinem kleinen Spektiv entstand, technisch nicht mit dem APOD-Original zu vergleichen, das mit einem 10-Zoll-Fernrohr aufgenommen wurde. Im Krater Alphosus "landete", besser gesagt zerschellte, übrigens am 24. März 1965 die Mondsonde "Ranger 9".

 

Wollen Sie selbst sich einmal auf die Suche nach der Mondeule machen? Hier ein Komplett-Bild des Mondes am Samstagabend. Um die Eule zu finden, müssen Sie allerdings ihren Kopf um 90° Grad drehen :-)

Mond im Ersten Viertel am Abend des 17. Juli 2021


 
In dieser Nacht habe ich insgesamt rund 50 verschiedene Objekte beobachtet. Von einer ganzen Reihe davon, habe ich auch Fotos gemacht. Würde ich alle hier aufzählen und zeigen, wäre dieser Blogbeitrag schnell "endlos". Ich werde im Laufe des Tages daher wohl nur noch ein paar Highlights ergänzen. Schauen Sie zu einem späteren Zeitpunkt also gerne noch einmal wieder in diesen Blog!

Natürlich habe ich auch noch einmal kontrolliert, ob ich am 14.7. wirklich Pluto gesehen habe. Also habe ich erneut ein Foto dieser Region gemacht. Leider habe ich nicht exakt die gleichen Aufnahmedaten verwendet wie am 14.7., diesmal habe ich nur 30 Sekunden belichtet, statt 88 sec wie beim ersten Mal. Doch ich hatte Glück, auch auf diesem Foto ist Pluto zu erkennen. Vergleicht man seine Position mit den umliegenden Sternen kann man unschwer erkennen, das er inzwischen ein wenig weiter gewandert ist. Zwar nur 18'' Bogensekunden, doch weit genug, um die unterschiedlichen Posiutionen zu erkennen. Und tatsächlich, dort wo er am 14.7. war, ist jetzt kein "Stern" mehr zu erkennen, dafür war umgekehrt am 14. an seiner heutigen Position nichts zu sehen. Und ein Vergleich mit einem Planetariumsprogramm wie "Stellarium" bestätigt diese Beobachtung natürlich auch.

Pluto am 17. Juli 2021

Nach Pluto folgten viele weitere schöne Beobachtungen, von Saturn und Jupiter (hier war wunderschön der Schattenwurf von Jupitermond Ganymed auf die Planetenoberfläche zu beobachten), Kleinplanet Hebe, der ebenfalls in Opposition steht, jedoch am Himmel etwas höher als Pluto und dann wieder unzählige planetarische Nebel, Sternhaufen und ferne Galaxien.

Auf das letzte Objekt, NGC 7814, habe ich eigentlich die ganze Nacht über gewartet. Doch es dauerte bis nach 3:00 uhr morgens, dass dieses Objekt hinter meinem Haus hervor kam. NGC 7814 wird auch "kleiner Sombrero" genannt (da sie sehr ähnlich aussieht wie M 104, die "Sombreorogalaxie" im Sternbild Jungfrau). Es ist ein Spiralnebel, bei dem wir genau auf seine Kante schauen. In der Mitte zeigt er einen dunklen Strich und auf beiden Seiten davon leichte Aufhellungen.

Und in dieser Galaxie wurde vor kurzem eine Supernova entdeckt. Man muss sich das mal vorstellen, die Galaxie ist etwas über 50 Millionen Lichtjahre von uns entfernt (zum Vergleich: die Andromedagalaxie ist 2 Millionen Lichtjahre entfernt). Und in dieser Galaxie ereignet sich eine Supernova-Explosion und bringt einen Stern zum Leuchten, das er fast heller als die ganze Galaxie erscheint, nämlich gut 12mag.

Und dies kann man tatsächlich auf meinem Foto erkennen:

Supernova SN2021rhu in NGC 7814

Die Supernova und die Galaxie befinden sich ziemlich genau in der Mitte des Bildes. Dieses wurde am 18. Juli 2021 um 3:12 MESZ aufgenommen, Kamera Canon 5D MarkII am Celestron 8 Teleskop (2000mm Brennweite, 118sec belichtet bei ISO1600.

Etwas mehr kann man über diese Supernova auf der Webseite https://www.rochesterastronomy.org/sn2021/sn2021rhu.html erfahren.

Die Supernova ist am besten zu erkennen, wenn Sie auf das Bild klicken und es sich dann in größerer Darstellung öffnet. Und wenn Síe ganz genau auf das Bild schauen, können sie unterhalb von NGC 7814 noch eine weitere Galaxie erkennen. Diese trägt die Bezeichnung IC 5381 und ist ca. 500 Millionen Lichtjahre von uns entfernt.


Freitag, 16. Juli 2021

14./15. Juli: Eine lange Astronacht

 Man bekommt ja schon ein merkwürdiges Gefühl, wenn man nach einer langen, wunderschönen Astronacht die ersten Nachrichten im Morgenradio verfolgt und dann vom "Weltuntergang" in großen Teilen des eigenen Bundeslandes und benachbarter Länder hört. Eben hat man zuhause noch den klaren Sternenhimmel unter der Milchstraße genossen, und nicht weit entfernt sind viel zu viele Menschen in den Fluten gestorben oder haben alles verloren, was mal ihr eigen war. Deshalb hier zuerst einmal ein mögliches Spendenkonto für die Opfer 

Empfänger: Diakonisches Werk Rheinland-Westfalen-Lippe e.V. – Diakonie RWL
IBAN: DE79 3506 0190 1014 1550 20 
Stichwort: Hochwasser-Hilfe

Hier finden Sie weitere Spendenmöglichkeiten: Online, QR-Code und Betterplace

 oder auch für die Helfer in den Fluten:

Stiftung THW
Sparkasse KölnBonn, IBAN: DE03 3705 0198 1900 4433 73, BIC: COLSDE33XXX

Doch möchte ich auch von meiner wunderschönen Nacht berichten. Auch hier hatte es (fast) den ganzen Tag geregnet, insgesamt kamen aber nur 11 Liter pro Quadratmeter herunter, ein angenehmer Landregen. Am Abend klarte es dann auf und auch die Vorhersage für die Nacht sah nicht schlecht aus, es sollte doch einige Stunden klar bleiben. So holte ich am frühen Abend mein Teleskop auf die Terasse und bereitete es auf die Nacht vor.

Als erstes war natürlich am noch hellen Himmel der Mond zu sehen. Seine schmale Sichel war am Abend zu etwas über 23 Prozent beleuchtet:

Der Mond gegen 21:20 Uhr (MESZ)

Deutlich kann man erkennen, dass das Mare Crisium recht nah am Rand steht. Außerdem ist die Libration in Breite groß, so dass unten ein Blick in die Südpolregion möglich ist. Diese Details haben mich heute Abend jedoch nicht so sehr interessiert, und vor 22 Uhr war es natürlich auch noch viel zu hell. Die Sonne war zum Zeitpunkt des Fotos ja noch gar nicht untergegangen.

Bald nach Sonnenuntergang war im Nordwesten dann die Venus zu sehen.  Da sie sich dort jedoch in der sehr hellen Dämmerung befindet, macht sie keinen besonders strahlenden Eindruck. Ein recht bescheidener Auftritt als Abendstern.

Heute Abend galt mein Interesse viel mehr einem ehemaligen Planeten, den ich noch nie selbst gesehen hatte, dem Pluto! Kurz vor seiner Opposition am 28. Juli soll er jetzt ca. 14.6 mag hell sein. Zumindest fotografisch müsste er daher mit meinem Fernrohr (Celestron C8 f/10, 2000mm Brennweite) und der angeschlossenen Kamera (Canon 5D Mark II) abzubilden sein. Und das ist mir tatsächlich auch gelungen:

Pluto am 15.7. um 0:05 Uhr.

 Bei ISO3200 und 90 Sekunden Belichtu8ngszeit ließ er sich anschließend eindeutig identifizieren. Ich habe mich richtig gefreut, meine erste eigene Plutobeobachtung! Wenn man irgendwann nach der Corona-Pandemie wieder reisen kann: Eine Tour durch das Observatorium in Flagstaff/Arizona, wo Pluto entdeckt wurde, ist sehr lohnenswert!

Zuvor hatte ich versucht, veränderliche Sterne zu beobachten und deren Helligkeit zu schätzen. Auf der Seite der AAVSO gibt es dazu (in englischer Sprache) ein paar Vorschläge für Anfänger. Ich habe mich zum Beispiel an Beta Lyra und Eta Aquila versucht:

Beta Lyra gegen 23:25 Uhr (30sec, ISO400)

Eta Aquila gegen 23:20 Uhr (30sec, ISO400)

Da es vor Mitternacht noch gar nicht richtig dunkel war, war dies gar nicht so einfach. Auf den Fotos sieht man auch viele schwächere Sterne, mit dem bloßen Augen waren diese aber natürlich gar nicht zu erkennen, die Grenzgröße lag zunächst bei vielleicht nur 4.5mag. Beide Sterne schätzte ich an diesem Abend eher am oberen Rand ihres Helligkeitskorridors.

Eine viertel Stunde vor Mitternacht gab es dann auch noch einen schönen Überflug der ISS, von dem ich diesmal jedoch kein Foto gemacht habe.

Nach Mitternacht habe ich dann noch lange Zeit verschiedene Messier-Objekte beobachtet. Der Südhimmel ist ja zur Zeit voll davon, eine wahre Pracht! Die nachfolgenden Fotos sind nicht vergleichbar mit gen üblichen "Pretty Pictures", die viele Amateurastronomen in oft mehrstündigen Belichtungsreihen und ebenso langen Bearbeitungszeiten anfertigen. Es sind alles Einzelaufnahmen von jeweils nur 2 Minuten Belichtungszeit, also keine gestackten Aufnahmen. Ich habe in Lightroom nur die Ränder beschnitten und ein paar weitere kleine Korrekturen vorgenommen.

M 8, nur als s/w-Foto, dieser Nebel stand sehr nahe bei einer Straßenlaterne, die ihn fast überstrahlte.

M11, im Sternbild Scutum, eine große Sternenzahl im Zentrum dieses Haufens.

M 16, der Adlernebel


M 17, der Omega- oder auch Schwanennebel, wunderschön im Teleskop!

M 18, ein eher unauffälliger Sternhaufen


M 23, im Fernglas schöner, weil kompakter als im Teleskop

M 24, Sternhaufen oder dichte Milchstraßenwolke?

M 25, ein weiterer schöner Sternhaufen.

M 26, auch im Sternbild Scutum, nahe bei M11

M 57, der berühmte "Ringnebel" in der Leier.

Dies sind nur die fotografierten Objekte dieser Nacht. Natürlich habe ich auch Saturn und Jupiter gesehen und noch einige weitere Objekte. Immer wieder zogen mal einzelne Wolken durch, so dass ich keine schönen Milchstraßenbilder des ganzen Himmels erstellt habe, wie es zuerst meine Idee für den Abend war. Dafür waren jedoch die vielen Beobachtungen durch das Teleskop ein richtiger Genuss!

Aber wir sollten uns alle immer wieder klar machen: Solche schönen Nächte können wir nur genießen, wenn wir von den schlimmen Folgen des Klimawandels verschont bleiben. Die Ereignisse in Wuppertal, Ahrweiler, Schuld und vielen anderen Orten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sollten uns Mahnung genug sein, weiter aktiv für den Erhalt der Schöpfung und gegen diesen menschengemachten Klimawandel einzutreten.