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Donnerstag, 30. Juli 2026

29./30. Juli 2026: Verschiedene Messier-Objekte

 In der Nacht vom 29. auf den 30. Juli schien der Vollmond, doch es war die ganze Zeit auch angenehm warm. Es kommt nicht oft vor, dass man sein nächtliches Hobby in kurzer Hose und T-Shirt betreiben kann.

So habe ich dann nicht nur den Mond fotografiert, sondern auch ein paar andere - mehr oder weniger - helle Objekte am Nachthimmel.

Kugelsternhaufen M 15, am 30.7.26 um 0:28 Uhr MESZ

 Dieser schöne Kugelsternhaufen im Sternbild Pegasus war schön öfters mein Ziel. Es ist der zweithellste Kugelsternhaufen am Nordhimmel. Ein Wikipedia-Artikel nennt beeindruckende Details: 500.000 Sterne, über 33.000 Lichtjahre entfernt, in der Mitte ein schwarzes Loch von 4000 Sonnenmassen. Mein Bild wurde etwas über 31 Minuten belichtet.

M 17 am 30.7.26 um 0:47 Uhr MESZ

 M 17 wird auch "Omeganebel" oder der "Schwanennebel" genannt. Wenn man das Bild auf den Kopf stellt, kann man sich den schwimmenden Schwan durchaus vorstellen. Dieses Sternentstehungsgebiet ist von uns nur ca. 5000 - 6000 Lichtjahre entfernt. Auch hier habe ich etwas über eine habe Stunde belichtet, dabei kam ein Dualbandfilter zum Einsatz.

M 20 und M 21 am 29.7.26 um 23:11 Uhr MESZ

 M 20, der "Trifid-Nebel", ist für mich eines der schönsten Objekte an unserem Nachthimmel. Links oberhalb von ihm befindet sich der offene Sternhaufen M 21. Dieser Sternhaufen ist ca. 1000 Lichtjahre näher als M 20 mit einer Enffernung von ca. 5200 Lichtjahren. Während M 21 eund 6 Millionen Jahre alt ist, müssen wir wohl erst noch abwarten, wieviele Sterne aus M 20 entstehen.

Kugelsternhaufen M22 am 29.7.26 um 23:43 Uhr MESZ

 Messier 22 ist der hellste von Europa aus sichtbare Kugelsternhaufen, er wure schon am 26. August 1665 vom deutschen Amateurastronomen Johann Abraham Ihle in Leipzig entdeckt. Ihle war Postangestellter. Das Bild wurde genau 15 Minuten lang belichtet.

Messier 25 am 29.7.26 um 23:14 Uhr MESZ
 

M 25 ist ein weiterer offener Sternhaufen im Sternbild Schütze. Dieser ist nur 2100 Lichtjahre von uns entfernt.

Schließlich habe ich noch versucht eine schöne, aber relativ lichtschwache Galaxie zu fotografieren. Vaonis schlägt hierfür eine Mindestbelöcihtungszeit von zwei Stunden vor. Ich kam in dieser Nacht jedoch nur auf 50 Minuten (netto): 

NGC 7479 am 30.7.26 um 01:37 MESZ

 NGC 7479 ist eine wunderschöne Galaxie im Sternbild Pegasus, die aussieht wie ein großes schön geschwungenes "S". Sie wird deshalb zum Beispiel bei Stellarium auch die "Supermann-Galaxie" genannt. Diese Galaxie ist ca. 114 Millionen Lichtjahre von uns entfernt. Damit das "S" auch auf meinem Foto wirklich gut zur Geltung kommt, muss ich jedoch in der Tat noch einiges an Belichtungszeit sammeln. 50 Minuten sind leider viel zu wenig.

Die Nacht hat auf alle Fälle gezeigt, auch bei Vollmond kann man mit einem Smart-Teleskop viele schöne Aufnahmen am Sternhimmel machen. 

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Fortsetzung am Abend des 30. Juli 2026, hier habe ich noch zwei Weitere Messier-Objekte, diesmal im Sternbild "Schild" fotografiert.

M 26 am 30.7.26 um 23:54 MESZ

 Da die deutschsprachige Wikipedia zu diesem Objekt aus dem Messier-Katalog nur sehr wenig Informatzionen enthält, empfehle ich hier die englischsprachige Seite. Dieser kleine recht lockere Sternhaufen umfasst wohl nur wenige Sterne, in der Mitte sieht es fast nach einem "Loch" aus. Das Bild habe ich 30 Minuten lang belichtet.

M 11 am 30.7.26 um 23:03 Uhr MESZ

Dieses Bild vom "Widenten-Haufen", Messier 11, habe ich nur 15 Minuten belichtet. Trotzdem erscheint dieser Sternhaufen viel dichter als der vorherige. Dieser Sternhaufen ist bereits in einem Fernglas sehr schön zu sehen.

Sonntag, 24. August 2025

23./24. August 2025: Ein schwieriger Beobachtungsabend, der sich trotzdem gelohnt hat

 Für die Nacht von Samstag auf Sonntag war ein nur teilweise bewölkter Himmel angesagt. Später in der Nacht sollte es richtig aufklaren. Tatsächlich zogen zunächst immer wieder Wolken durch, so dass viele Beobachtungsversuche ergebnislos abgebrochen werden mussten. Auch das gehört leider zu unserem Hobby dazu. Zunächst macht man sich Hoffnung, stellt alles auf ein Zielobjekt ein, das man gerade am Himmel sieht - und wenn es dann losgeht, ziehen doch schon wieder Wolken vor das Objekt.

Trotzdem sind mir ein paar Beobachtungen gelungen, wenn auch oft nur mit kürzerer Belichtungszeit als eigentlich sinnvoll wäre.

Natürlich stand als erstes wieder die Überwachung von T CrB auf dem Beobachtungsplan , was zunächst auch gleich auf Anhieb klappte:

 

T CrB am 23.8.25 um 22:00 Uhr MESZ
 

Doch nach 250 Sekunden Belichtungszeit (knapp über 4 Minuten)  zogen Wolken auf und verhinderten eine längere Belichtung. Aber man kann deutlich erkennen: T CrB verhält sich noch ganz normal und ruhig, die Helligkeit liegt bei ca. 9,5mag.

Die nächsten Versuche, die anderen veränderlichen Sterne in der Nördlichen Krone aufzunehmen scheiterten dann zunächst. Später am Abend war es mir dann zumindest möglich, W CrB zu fotografieren.

W CrB am 23.8.25 um 22:23 Uhr MESZ
 

W CrB hat jetzt sein Helligkeits-Maximum überschritten und leuchtet "nur" noch 8,5mag hell. In etwa 230 Tagen wird das nächste Maximum erreicht, zwischendurch wird die Helligkeit auf ca. 14,3mag absinken. Zum Vergleich können Sie sich ja noch einmal mein Foto vom 9. August 2024 anschauen, als W CrB bei ca. 12,9mag lag und gerade auf dem Weg zum letzten Minimum war. Dieses Bild konnte ich etwas über 6 Minuten belichten.

Weitere Versuche an R CrB oder S CrB scheiterten leider. Auch war ich nicht erfolgreich, die Galaxie NGC 5961 zu fotografieren, hier hätte ich sonst vielleicht die Supernova SN2025ngs gefunden.

Erfolgreicher war jedoch der Versuch, die Galaxie M 101 abzubilden. Hier gab es ja im Jahr 2023 eine helle Supernova. 

 

M 101 am 23.8.25 um 23:18 Uhr MESZ

Von der Supernova von damals ist jetzt natürlich nichts mehr zu sehen. Ich habe versucht, ihre ungefähre Position durch die roten Markierung deutlich zu machen. In dieses Bild ist immerhin etwa über eine halbe Stunde Belichtungszeit eingeflossen. Brutto lag die Zeit deutlich dadrüber, zum Glück zogen die einzelnen Wolken recht schnell durch, so dass mein Vespera die Beobachtungen nicht so schnell von sich aus abgebrochen hat.

 

M 108 am 23.8.25 um 23:56 Uhr MESZ
 

Eine weiterer Versuch galt M108. Diese Galaxie konnte ich jedoch nur siebeneinhalb Minuten belichten, bevor die Wolken die Beobachtung wieder beendeten. 

Mehr Erfolg hatte ich da mit dem bekannten "Wildentenhaufen" Messier 11:

Messier 11 (M 11) am 23.8.25 um 23:37

 M 11 habe ich gut 20 Minuten lang belichtet. Ausreichend, um den Sternhaufen gut abzubilden und auch die Sterne und die etwas dunkleren Stellen in seiner Umgebung.

Kugelsternhaufen M 72 im Sternbild Wassermann am 24.8.25 um 00:30 Uhr MESZ

 Dieses Bild wurde exakt 30 Minuten lang belichtet. M72 ist ein mit 55000 Lichtjahren relativ weit entfernter Kugelsternhaufen, der uns dadurch auch recht klein erscheint. Seine visuelle Helligkeit liegt bei ca. 9,3mag.

Zum Schluss noch ein kleines für mich selbst etwas überraschendes Highlight:

NGC 6910 am 24.8.25 um 00:34 Uhr MESZ

 Eher zufällig hatte ich festgestellt, dass ich von den im Vespera-Katalog vorgeschlagenen Objekten ich den Sternhaufen NGC 6910 im Sternbild Schwan noch gar nicht fotografiert hatte. Dieses Bild ist nur etwas über 6 Minuten lang belichtet. Doch man erkennt nicht nur in der Mitte einen kleinen netten Sternhaufen, sondern in der Umgebung auch einige rötlich leuchtende Wasserstoff-Wolken. Ein Blick in Stellarium zeigte mir schnell, dass es sich hier um ein Objekt in der "Sadr-Region" handelt, in der es sehr ausgedehnte Wasserstoff-Komplexe gibt. Ich glaube, hier muss ich in den nächsten Tagen noch einmal wieder hinschauen. Dann ambesten auch mit dem Dualbandfilter fotografieren, um die Struktur der Wolken noch besser herauszuarbeiten.

Mittlerweile war es fast 1 Uhr in der Frühe am Sonntag geworden. Das war dann doch Zeit ins Bett zu gehen, musste ich am Sonntag doch gleich um 8 Uhr wieder raus, um am Vormittag in der Kirche meinen Dienst zu versehen. Trotz aller Schwierigkeiten mit den durchziehenden Wolken ist es so doch wieder ein interessanter Abend geworden. 

Mittwoch, 21. August 2024

21. August 2024: Keine Saturnbedeckung

 Es hätte das astronomische Highlight des Jahres werden können. Heute in der Frühe um 5:32 Uhr sollte der Mond den Planeten Jupiter bedecken. Das wird er sicherlich auch gemacht haben, doch leider war der Himmel bei mir bewölkt. Da war kein Mond, kein Sternchen am Himmel zu sehen:

Da, wo die Wolken etwas heller scheinen, könnte der Mond hinter stehen.

Zuvor war zwischen 3 und 4 Uhr wohl eine Regenfront durchgezogen, leider klarte es bei mir nicht schnell genug dahinter wieder auf. Astrofreunde von mir aus Delbrück oder Bielefeld hatten mehr Glück. Dort klarte der Himmel wenige Minuten vor der Bedeckung auf, herzlichen Glückwunsch!

Dabei hatte es am Abend zuvor gar nicht so schlecht ausgesehen:

Mond und Saturn, nur drei Grad voneinander entfernt

Auch am Montagabend gab es Wolken, aber etwas Himmelsbeobachtung konnte man doch betreiben. Nach ihrem Aufgang so gegen 22 Uhr waren Mond und Saturn nebeneinander schon gut zu sehen. Aber der Abstand war einfach zu groß, um besonders auffällig zu sein. Doch ist es nicht spannend, dass der Mond diese Strecke in nur sechs Stunden am Himmel zurückgelegt hat?

Glücklicherweise gibt es sogar bald wieder eine Saturnbedeckung durch den Mond, die bei uns sichtbar sein kann. Am Abend des 4. Januar (also zu einer viel angenehmeren Zeit als diesmal) bedeckt der Mond wieder den Planeten. Vielleicht haben wir da ja mehr Glück mit dem Wetter.

Auch solche Tage gibt es, wo Beobachtungen, auf die man sehnlichst gewartet hat, einfach nicht klappen. Aber immerhin konnte ich am Montagabend mit meiner Vespera in aller Ruhe ein Bild von M 11, dem "Wildentenhaufen" im Sternbild Schild machen:

M 11, etwas über 30 Minuten belichtet)


Sonntag, 20. August 2023

18./19. August 2023: T-Shirt-Astronomie

 In der Nacht vom Freitag, den 18. August auf den Samstag, 19. August, blieb es weitestgehend klar und warm. Um Mitternacht waren es immer noch 23° Grad draußen, die Tiefsttemperatur in dieser Nacht soll 21° Grad gewesen sein. Bis gegen 4 Uhr war ich draußen und habe den Sternenhimmel genossen. Im T-Shirt und kurzer Hose, so macht Astronomie Spaß.

Durch die Wärme waren die Beobachtungsbedingungen jedoch nicht die allerbesten, die Luft war zeitweise viel zu flimmerig. Auch zogen in großer Höhe teilweise Schleierwolken durch. Doch ich will gar nicht klagen, solch laue Nächte mit ziemlich freien Himmel hatte man in diesem Jahr bisher selten. 

Hier ein paar meiner Beobachtungen:

Bildhauer-Galaxie, NGC 253

Im Sternbild "Bildhauer" (lat. Sculptor) gibt es diese wunderschöne Galaxie, deshalb auch die "Bildhauer-Galaxie" genannt, Sie trägt auch die Bezeichnung NGC 253. Sie ist von uns etwa 11 Millionen Lichtjahre entfernt. Ihr Durchmesser beträgt 100 000 Lichtjahre, sie ist also in etwa so groß wie unsere eigene Milchstrasse. 

Asteroid (26) Proserpina (im roten Kreis)

Der von einem Astronomen 1853 in Düsseldorf entdeckte Kleinplanet (26)Proserpina ist am 18.8. gegen 3 Uhr in der Frühe sehr dicht an dem Stern 14 Cetus vorbeigezogen, ich hatte diese Begegnung ja in meiner Vorschau erwähnt. Nun konnte ich sie mit ungefähr 24-Stunden Verspätung fotografieren.

NGC 7293 - Der Helix-Nebel

 NGC 7293, der Helix-Nebel ist ein schöner planetarischer Nebel im Sternbild Wassermann. Mit nur 650 Lichtjahren Entfernung ist er einer der uns nächsten planetarischen Nebel. Für mich eines der schönsten Objekte an unserem Nachthimmel. Dieses Bild habe ich gut 30 Minuten belichtet.

RR Lyra (HD182989)

Hier habe ich einmal ein Bild hochgeladen, in dem ich durch die Webseite "Astrometry.net" schon ein paar Sterne habe markieren lassen. Es geht um den Stern in der Mitte mit der Bezeichnung HD182989. Dieser Stern im Sternbild Leier ist auch unter der Bezeichnung RR Lyrae bekannt. Ein veränderlicher Stern mit einer sehr konstanten Lichtkurve, die Sie in dem verlinkten Wikipedia-Artikel finden. Wenn Sie ein Planetariumsprogramm wie Stellarium haben, in dem die Helligkeiten der Sterne angegeben werden, können Sie ja vielleicht mal versuchen abzuschätzen, an welcher Stelle in seiner Lichtkurve sich RR Lyrae gerade befindet. Die Helligkeit schwankt zwischen 7,2mag und 8,0mag. (Kleiner Tipp: Die Auflösung finden Sie in der Augustausgabe der Zeitschrift "Sterne und Weltraum".)

NGC 6709

NGC 6709 ist ein weiterer kleiner offener Sternhaufen im Sternbild Adler. Mitten in der ja sternenreichen Milchstrasse gelegen ist er zunächst wenig auffällig. Entsprechend kurz ist auch sein Wikipedia-Eintrag. Dieses Bild habe ich insgesamt 30 Minuten belichtet.

NGC 6712

Über NGC 6712 erfährt man bei Wikipedia leider auch nur wenig, wer die Sprache kann, sollte hier unbedingt in die englischsprachige Wikipedia wechseln. Dabei handelt es sich hier um ein sehr spannendes Objekt. Etwas mehr verrät die Webseite "deepskycorner". Der dort ebenfalls erwähnte Planetarische Nebel IC 1295 ist auf meiner Aufnahme leider nicht zu sehen. Wahrscheinlich hätte ich dafür länger belichten müssen. Doch leider konnte ich dieses Objekt nur knapp 20 Minuten belichten, bevor es hinter den Bäumen auf dem Nachbargrundstück verschwand.

 

M26, ein "Klassiker"


Der offene Sternhaufen M26 wurde am 20. Juni 1764 von Charles Messier entdeckt und dann in seinen Katalog aufgenommen. Ein richtiger "Klassiker" am Sternenhimmel also. Dieses Foto habe ich eine halbe Stunde belichtet.


M11 im Sternbild Schild

Der "Wildentenhaufen" wurde bereits 1681 von Gottfried Kirch entdeckt und später dann von Charles Messier als M11 in seinen Katalog mit aufgenommen. Dieser Haufen ist wirlich groß und hell und leicht im Fernglas zu finden, dieses Bild habe ich nur 15 Minuten belichtet.

M51 - Strudelgalaxie

Das erste Objekt, das ich in dieser Nacht abgelichtet habe, ist jetzt das letzte in diesem Posting. M51, auch Strudelgalaxie oder hirlpool-Galaxie genannt, befindet sich im Sternbild Jagdhunde, unweit der Großen Bärin. Der Himmel war gegen 22 Uhr noch gar nicht richtig dunkel, aber als "Testaufnahme" erschien mir dieses schöne Ziel doch durchaus geeignet zu sein. Auch dieses Bild habe ich nur 15 Minuten belichtet.

Parallel zu diesen mit meiner Vespera gemachten Bildern habe ich in dieser Nacht auch den Planeten Saturn und seine Monde beobachtet. Doch das steht in einem separaten Posting.





Samstag, 18. Juni 2022

16./17. Juni 2022: Eine schöne Beobachtungsnacht

 Die Nacht vom 16. auf den 17. Juni konnte ich endlich mal wieder etwas länger für astronomische Beobachtungen ausnutzen.

Hier ein kleiner Teil der Bilder. Als erstes jedoch kein Bild aus der Nacht, sondern vom Tag. Ein Bild der Sonne und ihrer Flecken:

Sonnenflecken am 16. Juni 2022

Auffällig ist heute, dass viele Flecken sich in Ketten auf der Sonne zeigen. Es gibt keine besonders großen Flecken, aber eben doch viele Gruppen, die aus vielen Einzelfleckem bestehen. Das renommierte Observatorium Kanzelhöhe in Österreich hat für diesen Tag eine Relativzahl von 159 bestimmt.

Am Abend dauerte es dann lange Zeit, bis es halbwegs dunkel wurde, und ich mit dem Beobachten beginnen konnte.

Kugelsternhaufen M 12

Das erste Objekt war ein Kugelsternhaufen. Die Zeitschrift "Sterne und Weltraum" hatte mich durch einen Artikel im aktuellen Juniheft dazu angeregt. M 12 (NGC 6218) ist ein 6,1mag heller Kugelsternhaufen, der 1764 von Charles Messier entdeckt wurde. IM Sternbild Schlangenträger ist er von 5 Kugelsternhaufen der hellste. Er ist etwa 16000 Lichtjahre von uns entfernt.


Komet C/2017 K2 Panstarrs

Anschließend habe ich noch einmal den hellen Kometen fotografiert. Gegenüber der letzten Aufnahme vor einer Woche hat er sich schon ein ganzes Stück am Himmel weiter bewegt.

Asteroid (41) Daphne

 

Nach dem Kometen habe ich versucht Asteroiden, Kleinplaneten zu fotografieren. Bei (41) Daphne hatte ich Glück. Dieser Asteroid bildete mit einem ähnlich hellen Stern ein wunderschönes enges Paar am Himmel. Daphne ist von den beiden hellen Punkten in der Bildmitte der linke. Der rechte ist der Stern HD154920, der mit einer Helligkeit von 9,62mag angegeben wird. Das ist etwas heller als die 10,3mag, die bei heavens-above für Daphne angegeben werden.

Dann habe ich mich auf die Suche nach einer Nova gemacht. Am 6. Juni wurde ein Ausbruch von U Sco gemeldet. Dieser Stern ist eine Art "Wiederholungstäter". Ungefähr alle zehn Jahre (+/- 2 Jahre) kommt es zu einem kurzzeitigen Helligkeitsausbruch. Von diesem seltenen Nova-Typ gibt es nur ca. 10 bekannte Exemplare in der gesamten Milchstrasse. Zuletzt hatte die Helligkeit ca. 18mag betragen, also ausserhalb der Reichweite meiner Teleskope. Jetzt war sie - typisch für eine Nova) um gut zehn Größenklassen angestiegen, die hellste Schätzung la bei ca. 7,7mag. Doch auch der Abfall der Helligkeit wird zügig sein. Hier mein Bild:

Nova U Sco

Die Nova in der Mitte habe ich markiert. Sie ist am 16. Juni nur noch ca. 13mag hell. Ich kann froh sein, sie überhaupt noch erwischt zu haben. Bald wird sie wieder zu schwach für meine Geräte sein.

Hier die Lichtkurve der AAVSO:

Die grünen Markierungen entsprechen grob gesagt der visuellen Helligkeit

Bei der AAVSO kann man auch die Geschichte bzw. Beobachtungen des letzten Helligkeitsausbruchs von 2010 nachverfolgen.

Ein weiterer Kugelsternhaufen, M9:

Kugelsternhaufen M9

M9 ist ein relativ kleiner, leicht ovaler Kugelsternhaufen. Auf dem Foto ist südwestlich des Kugelsternhaufens auch eine Dunkelwolke auffällig, diese trägt die Bezeichnung "Barnard 64". Man kann hier gut erkennen, dass die Dunkelwolke in vielen Bereichen gar kein Sternenlicht durchzulassen scheint und zum Rand hin das Licht der Sterne zumindest deutlich schwächt.

In der Literatur bei anderen Fotografen wird auch häufig eine kleine Kette von Sternen erwähnt, die bei mir jedoch nicht so auffällig zu sehen ist.

Das nächste Bild zeigt keinen Kugelsternhaufen, sondern "nur" einen sehr kompakten sog. "offenen Sternhaufen":

M 11, im kleinen Sternbild "Schild", der sog. "Wildenten-Haufen

M 11 wird auch der Wildentenhaufen genannt. Mit 5,8mag ist er auch im Fernglas relativ leicht zu finden. Im Gegensatz zu anderen "offenen Sternhaufen" wie den Plejaden oder der Praesepe stehen hier die Sterne doch sehr kompakt beieinander. Dies liegt zum Teil natürlich auch einfach an der Entfernung, während die Plejaden von uns nur ca. 440 Lichtjahre entfernt sind, beträgt der Abstand zu M11 über 6100 Lichtjahre. Erst in größeren, leistungsfähigen Teleskopen wie zum Beispiel dem Hubble-Teleskop, lassen sich die Sterne alle voneinander trennen.




Freitag, 16. Juli 2021

14./15. Juli: Eine lange Astronacht

 Man bekommt ja schon ein merkwürdiges Gefühl, wenn man nach einer langen, wunderschönen Astronacht die ersten Nachrichten im Morgenradio verfolgt und dann vom "Weltuntergang" in großen Teilen des eigenen Bundeslandes und benachbarter Länder hört. Eben hat man zuhause noch den klaren Sternenhimmel unter der Milchstraße genossen, und nicht weit entfernt sind viel zu viele Menschen in den Fluten gestorben oder haben alles verloren, was mal ihr eigen war. Deshalb hier zuerst einmal ein mögliches Spendenkonto für die Opfer 

Empfänger: Diakonisches Werk Rheinland-Westfalen-Lippe e.V. – Diakonie RWL
IBAN: DE79 3506 0190 1014 1550 20 
Stichwort: Hochwasser-Hilfe

Hier finden Sie weitere Spendenmöglichkeiten: Online, QR-Code und Betterplace

 oder auch für die Helfer in den Fluten:

Stiftung THW
Sparkasse KölnBonn, IBAN: DE03 3705 0198 1900 4433 73, BIC: COLSDE33XXX

Doch möchte ich auch von meiner wunderschönen Nacht berichten. Auch hier hatte es (fast) den ganzen Tag geregnet, insgesamt kamen aber nur 11 Liter pro Quadratmeter herunter, ein angenehmer Landregen. Am Abend klarte es dann auf und auch die Vorhersage für die Nacht sah nicht schlecht aus, es sollte doch einige Stunden klar bleiben. So holte ich am frühen Abend mein Teleskop auf die Terasse und bereitete es auf die Nacht vor.

Als erstes war natürlich am noch hellen Himmel der Mond zu sehen. Seine schmale Sichel war am Abend zu etwas über 23 Prozent beleuchtet:

Der Mond gegen 21:20 Uhr (MESZ)

Deutlich kann man erkennen, dass das Mare Crisium recht nah am Rand steht. Außerdem ist die Libration in Breite groß, so dass unten ein Blick in die Südpolregion möglich ist. Diese Details haben mich heute Abend jedoch nicht so sehr interessiert, und vor 22 Uhr war es natürlich auch noch viel zu hell. Die Sonne war zum Zeitpunkt des Fotos ja noch gar nicht untergegangen.

Bald nach Sonnenuntergang war im Nordwesten dann die Venus zu sehen.  Da sie sich dort jedoch in der sehr hellen Dämmerung befindet, macht sie keinen besonders strahlenden Eindruck. Ein recht bescheidener Auftritt als Abendstern.

Heute Abend galt mein Interesse viel mehr einem ehemaligen Planeten, den ich noch nie selbst gesehen hatte, dem Pluto! Kurz vor seiner Opposition am 28. Juli soll er jetzt ca. 14.6 mag hell sein. Zumindest fotografisch müsste er daher mit meinem Fernrohr (Celestron C8 f/10, 2000mm Brennweite) und der angeschlossenen Kamera (Canon 5D Mark II) abzubilden sein. Und das ist mir tatsächlich auch gelungen:

Pluto am 15.7. um 0:05 Uhr.

 Bei ISO3200 und 90 Sekunden Belichtu8ngszeit ließ er sich anschließend eindeutig identifizieren. Ich habe mich richtig gefreut, meine erste eigene Plutobeobachtung! Wenn man irgendwann nach der Corona-Pandemie wieder reisen kann: Eine Tour durch das Observatorium in Flagstaff/Arizona, wo Pluto entdeckt wurde, ist sehr lohnenswert!

Zuvor hatte ich versucht, veränderliche Sterne zu beobachten und deren Helligkeit zu schätzen. Auf der Seite der AAVSO gibt es dazu (in englischer Sprache) ein paar Vorschläge für Anfänger. Ich habe mich zum Beispiel an Beta Lyra und Eta Aquila versucht:

Beta Lyra gegen 23:25 Uhr (30sec, ISO400)

Eta Aquila gegen 23:20 Uhr (30sec, ISO400)

Da es vor Mitternacht noch gar nicht richtig dunkel war, war dies gar nicht so einfach. Auf den Fotos sieht man auch viele schwächere Sterne, mit dem bloßen Augen waren diese aber natürlich gar nicht zu erkennen, die Grenzgröße lag zunächst bei vielleicht nur 4.5mag. Beide Sterne schätzte ich an diesem Abend eher am oberen Rand ihres Helligkeitskorridors.

Eine viertel Stunde vor Mitternacht gab es dann auch noch einen schönen Überflug der ISS, von dem ich diesmal jedoch kein Foto gemacht habe.

Nach Mitternacht habe ich dann noch lange Zeit verschiedene Messier-Objekte beobachtet. Der Südhimmel ist ja zur Zeit voll davon, eine wahre Pracht! Die nachfolgenden Fotos sind nicht vergleichbar mit gen üblichen "Pretty Pictures", die viele Amateurastronomen in oft mehrstündigen Belichtungsreihen und ebenso langen Bearbeitungszeiten anfertigen. Es sind alles Einzelaufnahmen von jeweils nur 2 Minuten Belichtungszeit, also keine gestackten Aufnahmen. Ich habe in Lightroom nur die Ränder beschnitten und ein paar weitere kleine Korrekturen vorgenommen.

M 8, nur als s/w-Foto, dieser Nebel stand sehr nahe bei einer Straßenlaterne, die ihn fast überstrahlte.

M11, im Sternbild Scutum, eine große Sternenzahl im Zentrum dieses Haufens.

M 16, der Adlernebel


M 17, der Omega- oder auch Schwanennebel, wunderschön im Teleskop!

M 18, ein eher unauffälliger Sternhaufen


M 23, im Fernglas schöner, weil kompakter als im Teleskop

M 24, Sternhaufen oder dichte Milchstraßenwolke?

M 25, ein weiterer schöner Sternhaufen.

M 26, auch im Sternbild Scutum, nahe bei M11

M 57, der berühmte "Ringnebel" in der Leier.

Dies sind nur die fotografierten Objekte dieser Nacht. Natürlich habe ich auch Saturn und Jupiter gesehen und noch einige weitere Objekte. Immer wieder zogen mal einzelne Wolken durch, so dass ich keine schönen Milchstraßenbilder des ganzen Himmels erstellt habe, wie es zuerst meine Idee für den Abend war. Dafür waren jedoch die vielen Beobachtungen durch das Teleskop ein richtiger Genuss!

Aber wir sollten uns alle immer wieder klar machen: Solche schönen Nächte können wir nur genießen, wenn wir von den schlimmen Folgen des Klimawandels verschont bleiben. Die Ereignisse in Wuppertal, Ahrweiler, Schuld und vielen anderen Orten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sollten uns Mahnung genug sein, weiter aktiv für den Erhalt der Schöpfung und gegen diesen menschengemachten Klimawandel einzutreten.


Donnerstag, 3. Juni 2010

Wunderschöne Beobachtungsnacht

Die letzte Nacht war wunderschön zum Beobachten des Himmels geeignet. Nach halb zehn war die Sonne untergegangen. Die Venus war schon kurze Zeit später am Himmel zu sehen. Im Fernrohr sieht sie recht "dicklich" aus. Zur Zeit sind noch rund 80% der Oberfläche beleuchtet, eine "Sichelphase" wird sie erst später im Jahr zeigen. Bald nach 22 Uhr flogen auch wieder die Fledermäuse ums Haus.

Dann fielen mir kurz vor halb elf zunächst die hellen Sterne Arktur und Wega auf. Nicht viel später waren jedoch auch der Saturn und dann - schon relativ nahe zum Horizont im Westen hin - Regulus und Mars zu sehen. Die beiden bilden zur Zeit wirklich ein schönes Paar. Es wird interessant zu beobachten sein, wie Mars in den kommenden Tagen an Regulus vorbei zieht. Am Doppelstern gamma Leo zeigte sich, dass die Luftqualität diese Nacht recht gut war. Mit dem 30mm Okular liessen sich die beiden Komponenten leicht trennen. Bei saturn liessen sich mit meinem C8 von Celestron mehrere Monde erkennen. Iapetus (weiter weg), Rhea und Thetis auf der einen, Titan auf der anderen Seite waren klar zu erkennen. Leider habe ich erst hinterher nachgeschaut, wo sich welcher Mond befindet. Dione muss ich wegen der Nähe zu Titan wohl glatt übersehen haben? Auch Enceladus war wohl zu dicht am Ring.

Hier ein Foto vom Sternbild Löwe, tief im Westen. Fotografiert um 23:24 MESZ mit ISO1600 und 15 Sekunden Belichtungszeit bei 18mm Brennweite mit meiner Canon EOS350D.

Unten, gleich oberhalb der Blätter im Vordergrund, erkennt man das Paar aus Regulus und Mars. Darüber der "Kopf" des Löwen. Am linken Bildrand ist auch noch der Saturn zu sehen, quasi als verlängerter "Schwanz" des Königs der Tiere. Zum oberen Bildrand hin kann man eine kleine Sternensammlung erkennen, dies ist das Sternbild des "Haar der Berenice", nach rechts daneben, oberhalb des "großen Löwen" noch das unscheinbare Sternbild des "kleinen Löwen".

Kurz nach Mitternacht verglühte eine Sternschnuppe unterhalb des großen Wagens (von N nach S fliegend). Nach Mitternacht wurde es dann recht dunkel und man konnte gut "deep-sky" Beobachtung betreiben. Viele Galaxien waren heute Nacht zu beobachten. Zunächst suchte ich die "Strudelgalaxie" ("Whirlpool-Galaxie") M51 im Sternbild Jagdhunde auf. Von dort aus ging es weiter zu M63, M94, M106 und NGC 4449, 4490 und 4244. Gerade das letzte Objekt zeigte die Qualität des Himmels. Ich war schon früher oft in diesem Gebiet des Himmels unterwegs, habe die flache "Kantengalaxie" aber boch nie gesehen. Im Karkoschka wird sie als "ziemlich lichtschwache Galaxie" (10.5mag) bezeichnet, im "Deep Sky Reiseführer" von Ronald Stoyan wird sie gar nicht erwähnt. Heute sprang mir dieser "Strich" jedoch richtig ins Auge. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass man mit den Jahren doch immer mehr Beobachtungspraxis entwickelt und dadurch wirklich mehr erkennt. Auch in der Astronomie gilt wohl "Übung macht den Meister".

Im Osten stiegen die Sommersternbilder Leier, Schwan und Adler immer höher am Himmel hinauf. Im Süden leuchtete Antares im Skorpion. Dort waren M4 und M80 schön zu sehen. In der Leier ließ ich mir den Ringnebel M57 natürlich nicht entgehen.

Später in der Nacht kamen dann noch Objekte des Südhimmels hinzu. Zunächst M11, dann M26, M8, M20 und M21, M22. Als der Mond aufging und es mir langsam doch etwas kälter wurde, ging es gegen 2 Uhr wieder ins Haus zum Bett.