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Donnerstag, 6. Januar 2022

6. Januar 2022: Neue Sonnenflecken und ein klarer Himmel am frühen Abend

 Der Wetterbericht hatte für heute viel Sonne versprochen. Doch erst gegen Mittag lichteten sich die Wolken. Gegen 13:30 Uhr konnte ich dann wieder ein Foto der Sonne machen. Auf ihr sind zwei neue Fleckengruppen zu erkennen, 2924 und - noch ganz am Rand 2925.

Hier zuerst wieder ein Übersichtsfoto:

Sonne mit Fleckengruppen am 6. Januar 2022

Und hier noch ein Detailfoto:

Sonnenfleckendetails

Auch hier kann man wieder bei der Gruppe dicht am Rand (2925) die umgebenden Fackeln erkennen.

Hoffentlich kann man morgen auch noch einmal einen Blick auf die Sonne werfen, um zu sehen, wie sich diese beiden Gruppen entwickeln.

***** Und am Abend? *****

Auch da gab es zunächst klaren Himmel. Als erstes fiel natürlich die schöne Sichel des zunehmenden Mondes am Himmel auf:

Mondsichel am 6.1.22 um 16:56 Uhr

 Die Aufnahme entstand kurz vor 17 Uhr. Kurz nach 17 Uhr sollte der Mond einen Stern am Himmel bedecken: tau Aquarii, immerhin 4,0mag hell. Würde das in der noch hellen Dämmerung zu beobachten sein? Ich muss zugeben, in meinem Fernglas hatte ich Schwierigkeiten, den Stern zu erkennen. Vielleicht ja, aber vielleicht habe ich mir das auch nur eingebildet, denn in meinem Spektiv war der Stern sehr einfach zu erkennen, wie es das nächste Foto zeigt:

Mond und tau Aqr kurz vor der Bedeckung am 6.1.22 um 17:02 Uhr

Ich wollte dann die Gelegenheit gleich nutzen, und die Bedeckung mit meiner Kleinbildkamera auch filmen, doch leider habe ich diese Aufnahme ein wenig "vermasselt". Im entscheidenden Moment der Bedeckung wollte ich den Stern etwas mehr ins Zentrum des Bildes rücken. Doch schauen Sie selbst:



Bei Sekunde 44 wackelt es am heftigsten - und genau da verschwindet auch der Stern.

Es gab an dem Abend jedoch noch mehr zu beobachten.

Rechts neben dem Mond, also etwas weiter westlich, leuchtete der Jupiter mit seinen Monden:

Jupiter am 6.1.22 um 17 Uhr

Wie in der Wochenübersicht für heute beschrieben, waren bei Jupiter tatsächlich nur drei Monde zu sehen: Oben links Kallisto, ebenfalls links, aber dichter an Jupiter der Mond Io und unten rechts der Mond Ganymed. Europa sollte bis ca. 18:15 Uhr im Schatten von Jupiter unsichtbar bleiben und dann zwischen Io und Jupiter auftauchen.

Doch mir war dann die Frage wichtiger, würde ich auch Saturn und Merkur sehen können?  Die beiden Planeten würden schon deutlich vor Jupiter untergehen, mussten also eine ganze Ecke tiefer stehen. Also bewegte ich mich umgekehrt vom Garten in das obere Stockwerk meines Hauses, um von dort nach diesen beiden Planeten Ausschau zu halten. Der Blick dort aus dem Fenster sah so aus:

Blick aus dem Fenster, mit dem Mond, Jupiter, Saturn (?) und Merkur (??)

Mond und Jupiter waren leicht zu erkennen. Aber wo war der Saturn? Und wo - wenn er denn überhaupt zu erkennen sein sollte - wo wäre Merkur?

Auf dem obigen Bild ist Saturn im Original so gerade eben zu erkennen, in dieser für meinen Blog doch etwas komprimierten Fassung jedoch wohl nicht mehr. Daher hier gleich ein zweites Bild mit einem größeren Zoomfaktor. Dies Bild zeigt in etwa aus der unteren Mitte des obigen Bildes Teile des rechten Baumes und die Lücke links davon:

Saturn und Merkur (?)

Saturn ist in der freien Fläche links oben relativ einfach zu finden. Aber wo versteckt sich Merkur?

Auch er ist auf dem Bild zu sehen! Hier ein weiterer Ausschnitt:

Merkur, fast versteckt hinter den Zweigen. Haben Sie ihn gefunden?

Merkur stand zu diesem Zeitpunkt (17:20 Uhr) nur noch 5° Grad über dem Horizont, Saturn immerhin noch fast 10°. In den nächsten Tagen wird Merkur (jeweils zur gleichen Uhrzeit) nicht wesentlich höher am Himmel stehen, aber Saturn wird ihm immer näher kommen. Bis etwa zum 14. Januar können die beiden tief im Westen noch gefunden werden. Man sollte sich zum Beobachten jedoch bessere Standorte als meinen Garten oder mein Haus suchen, freie Sicht Richtung Südwest ist schon sehr hilfreich.

Obwohl Merkur immer wieder durch die Zweige verdeckt wurde, erschien er mir im Fernglas doch deutlich heller als Saturn zu sein. Dies bestätigte am Abend dann auch ein Blick in die astronomischen Tabellen der Webseite "heavens-above". Dort war Merkur für heute mit einer Helligkeit von -0,5mag angegeben und Saturn nur mit +0,7mag. Merkur war also etwas mehr als eine ganze Größenklasse heller als Saturn.

Als es dann auch bald richtig dunkel wurde, begann ich noch ein paar Himmelsaufnahmen zu machen. Hier eine Einzelaufnahme. Man erkennt links unten im Sternbild Stier die Hyaden, da drüber das Siebengestirn (Plejaden). Im oberen Bild im Sternbild Perseus habe ich eine Sternschnuppen (?) eingefangen, oder war es doch nur ein rotierender Satellit? Am oberen Rand, etwas weiter nach rechts, ist auch noch die Andromeda-Galaxie zu erkennen. 

Sternenhimmel am 6.1.22 um 18:12 Uhr.

Als ich mir den Andromedanebel jedoch etwas genauer anschauen wollte und eine weitere Fotoserie startete, da kamen leider auch schon schnell Wolken auf. Das sah dann so ähnlich aus wie am 1. Januar, das muss ich hier nicht noch einmal zeigen. 

So beendete ich meinen Beobachtungstag doch ganz zufrieden. Denn heute Abend gleich alle drei Planeten Jupiter, Saturn und sogar Merkur gesehen zu haben ist sicherlich nicht allen Beobachtern vergönnt. Okay, bei der Sternbedeckung durch den Mond hätte ich - wenn ich mir mehr Ruhe gegönnt hätte - diese viel besser dokumentieren können, aber auch so war es mal wieder ein schönes Ereignis. Mal sehen, wann es wieder einen sternenklaren Abend geben wird - dann werde ich hoffentlich auch mal wieder mit meinem großen Teleskop beobachten können.






Freitag, 6. August 2021

5. August 2021: Wolken vor dem Sommerdreieck

Am Abend des 5. August klarte es teilweise auf. Die Wetter- und insbesondere Wolkenprognosen für diesen Abend waren sehr unterschiedlich. Während "wetteronline" mir einen klaren Himmel ab spätestens 22 Uhr prognostizierte, schwankte die App "Clearoutside" zwischen 33 und 65 Prozent, "meteoblue" gab immer mindestens 50 Prozent Bewölkung an und der DWD prognostizierte für 23 Uhr sogar noch einen kleinen Regenschauer.

So habe ich mein großes Teleskop doch nicht aufgebaut, sondern nur "mit kleinem Gepäck" den Himmel beobachtet. Und in der Tat zogen die allermeiste Zeit Wolken durch, zum Regen kam es glücklicherweise nicht. Ich hätte mein Teleskop sicherlich aufbauen können und in den jeweils wolkenfreien Gebieten sicherlich auch die eine oder andere schöne Beobachtung machen können. "Hätte" - naja, wenn ich es aufgebaut hätte, hätte es sicher auch geregnet... :-)

So habe ich überwiegend mit bloßem Auge und mit dem Fernglas beobachtet. Auch das war schön. 

Bei Jupiter zog langsam der Mond Io vor die Planetenscheibe. Saturns Ring leuchtete und sein Mond Titan war selbst im 7x42 Fernglas gut zu erkennen.

Die Nova in der Cassiopeia (Nova Cas 2021) war deutlich schwerer auszumachen, was allerdings eher an den vielen benachbarten Sternen in der Milchstraße liegt. Ich habe sie auf bestenfalls noch 8mag geschätzt.

Überhaupt die Milchstraße, sie war an diesem Abend von meinem Garten aus gut zu sehen. Natürlich braucht es eine Zeitlang, bis sich die Augen an die Dunkelheit adaptiert haben, aber dann hat das Beobachten doch viel Spaß gemacht. 

Insbesondere habe ich an dem Abend versucht, die Helligkeiten von veränderlichen Sternen zu schätzen. beta Lyra, nü Aquila, und einige andere Sterne habe ich probiert. Allerdings lag ich doch manches mal deutlich daneben. 

Auch einige deep-sky-Objekte waren gut im Fernglas zu sehen, zum Beispiel die Andromedagalaxie und der Kugelsternhaufen M13 im Herkules.

Und dann hatte ich auf erste Vorboten der Perseiden gehofft, doch da war meine Ausbeute sehr gering. Vielleicht habe ich zwei Sternschnuppen gesehen. Allerdings war ich eben auch immer wieder mit dem Fernglas an verschiedensten Objekten dran - und da wäre es schon ein großer Zufall, wenn so eine Sternschnuppe genau durch das kleine Gesichtsfeld fliegen würde.

Viele Satelliten habe ich jedoch gesehen. Die Anzahl der Satelliten ist inzwischen schon erschreckend hoch. Dies wird auch deutlich auf den Bildern, die ich in dieser Nacht gemacht habe.

Ich habe einfach meine DSLR-Kamera mit einem 20mm Weitwinkelobjektiv auf das Sommerdreieck ausgerichtet, mit der LX3-Nachführung die Rotation der Erde ausgeglichen und dann 100 Bilder a 30 Sekunden bei Blende 1.8 und ISO1600 belichtet. Aus diesen 100 Bildern habe ich dann ein animiertes gif erstellt, in dem nach dem Titelbild jedes einzelne Bild ein halbe Sekunde gezeigt wird. Sie sehen hier also 50 Minuten Sternenhimmel in nur 50 Sekunden.

 Achtung: das animierte gif läuft dreimal hintereinander. Die Datei ist 78 MB groß, je nach Internetverbindung müssen Sie leider mit einer längeren Ladezeit rechnen:

Wolken vor dem Sommerdreieck am 5./6. August 2021

Die Aufnahmen erfolgten von 23:28 bis 0:23 Uhr MESZ. Die einzelnen Bilder habe ich nicht weiterbearbeitet. Deutlich erkennt man, wie ständig helle Wolken über den Himmel ziehen, aber die Milchstraße dahinter bleibt eigentlich immer gut zu erkennen. Interessant ist auch zu sehen, wie unterschiedlich sich die Wolken im Foto auf die Sterne auswirken. Zum einen machen sie natürlich manchmal die Sterne etwas dunkler, manchmal sorgen sie jedoch auch dafür, dass die Sterne diffuser und aufgeblähter, also heller, erscheinen. Dieser Effekt lässt sich besonders schön an den helleren Sternen wie der Wega beobachten. (Vielleicht ja auch ein Grund, warum das Abschätzen der Helligkeit der veränderlichen Sterne an diesem Abend nicht so einfach war, wie ich es erhofft hatte).

Auf sehr vielen einzelnen Bildern sieht man auch längliche Strichspuren, entweder von Satelliten oder (weniger) von Flugzeugen. Ich habe mir die Bilder noch nicht so genau angeschaut, ob vielleicht doch auch einzelne Sternschnuppen darunter sind, das kommt vielleicht noch später.

Ach ja: Das "Sommerdreieck" wird durch die drei auffällig hellen Sterne im Sommer gebildet: Wega, der hellste Stern des Sternbild Leier. Deneb, der hellste Stern im Schwan und Altair, der hellste Stern im Adler. Deneb und Wega stehen im Sommer sehr hoch über unseren Köpfen am Himmel, Altair zieht deutlich tiefer über den Nachthimmel hinweg.

Montag, 14. Dezember 2015

14. - 20. Dezember: Der Himmel über Bad Lippspringe

Auch in dieser Woche sind am Morgenhimmel  drei helle Planeten zu beobachten. Jupiter geht bereits um Mitternacht auf, Mars folgt gegen 3:00 Uhr und die Venus geht gegen 5:00 Uhr auf. Mit einem Fernglas kann man am Morgenhimmel auch den Kometen C/2013 US10 Catalina beobachten. Er wandert in dieser Woche in Richtung Arkturus, dem hellsten Stern des Sternbilds Bärenhüter (Bootes). Der Komet geht gegen 4 Uhr im Osten auf und dürfte ab ca. 5 Uhr bis zu Beginn der Dämmerung gegen 6:30 Uhr gut zu beobachten sein. Der zunehmende Mond kann am Abendhimmel beeindrucken, an dem auch die ISS ihre Bahn zieht.

Am Montag, den 14. Dezember, ist der Tag mit dem frühesten Sonnenuntergang im Jahr.Es ist jedoch nicht der kürzeste Tag, da am Morgen die Sonnenaufgänge in den nächsten Tagen immer noch etwas später erfolgen. Sonnenaufgang ist um 8:24 Uhr, Sonnenuntergang um 16:14 Uhr. Zwischen 17:30 Uhr und 17:36 Uhr fliegt die ISS an unserem Südhimmel in maximal 76° Grad Höhe vorüber. Heute Nacht erreicht der Sternschnuppenstrom der "Geminiden" sein Maximum. Da der Mond um 19:47 Uhr untergeht und sein Licht nicht stört, können bei klarem Himmel vielleicht viele Sternschnuppen gesehen werden. An der Sternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus gibt es um 19:30 Uhr einen Vortrag zum Thema "Zeichnen am Teleskop". Der Vortrag erläutert zuerst den Wintersternhimmel und seine schönsten Objekte, ist also sicherlich auch für alle "Nicht-Zeichner" interessant.

Am Dienstag, den 15. Dezember, geht der Mond am Abend um 20:47 Uhr unter. Er ist jetzt zu 21% beleuchtet. Die ISS fliegt zwischen 18:14 Uhr und 18:18 Uhr genau über unsere Stadt hinweg, sie steigt aus dem Westen kommen hoch hinauf, fliegt genau durch den Zenit (den Himmelspunkt exakt über uns) und verschwindet dann im Südosten im Erdschatten.

Am Mittwoch, den 16. Dezember, ist um 22:10 Uhr Monduntergang. Die ISS fliegt zwischen 17:21 Uhr und 17:27 Uhr noch einmal exakt über unsere Stadt hinweg.

Am Donnerstag, den 17. Dezember, fliegt die ISS zwischen 18:05 Uhr und 18:10 Uhr in 77° Grad Höhe hoch am Südhimmel entlang. Der Mond geht um 23:25 Uhr unter.

Am Freitag, den 18. Dezember, erreicht der Mond exakt um 16:14 Uhr das Erste Viertel, er geht heute erst nach Mitternacht unter. Um 17:21 Uhr kommt es tief im Südsüdwesten (in 18° Grad Höhe, Azimut 207° Grad) im Sternbild Steinbock zu einem mit -5mag hellem Iridiumflare. Um 18:15 Uhr steht Kleinplanet Euterpe (8,7mag) nur 10' Bogenminuten südlich von Stern 12 Gemininorum (7mag).

Am Samstag, den 19. Dezember, ist die ISS noch einmal zwischen 17:12 Uhr und 17:19 Uhr bei einem Überflug (fast) genau über unserer Stadt zu beobachten. Sie fliegt nur 3° Grad am Zenit vorbei. Um 21:43 Uhr kommt es zu einer Sternbedeckung durch den Mond, ein 6,5mag schwaches Sternchen verschwindet am dunklen Mondrand.

Am Sonntag, den 20. Dezember, kommt es am Abend zum seltenen Ereignis, dass ein Kleinplanet (Nr. 589, Croatia) einen Stern bedeckt. Nach den Vorrausberechnungen liegen wir leider etwas nördlich von der Bedeckungszone, aber einen Blick sollte man als Fernrohrbesitzer schon riskieren. In der Finsterniszone wird um ca. 22:42 Uhr der Stern HD262069 (9,5mag) wird von dem Kleinplaneten, der nur eine Helligkeit von 13,5mag hat, bedeckt. Im Fernrohr sollte man diesen Helligkeitsunterschied von vier Größenklassen deutlich wahrnehmen können. Die ISS fliegt zwischen 17:03 Uhr und 17:11 Uhr in maximal 73° Grad Höhe über unseren Südhimmel hinweg.

Sonntag, 7. Dezember 2014

8. - 14. Dezember: Der Himmel über Bad Lippspringe

Draußen ist es kalt und dunkel. Aber nicht zu kalt, um vielleicht bei klarem Himmel mal den einen oder anderen Blick nach oben zu werfen. Der Mond zieht sich in dieser Woche langsam vom Abendhimmel zurück und gibt so den Blick frei auch für schwächere Sterne am Winterabendhimmel. Von den großen Planeten kann Jupiter ab etwa 22:15 Uhr im Südosten gefunden werden. In dieser Woche beginnt wieder eine Periode mit abendlichen Überflügen der ISS.

Am Montag, den 8. Dezember, geht die Sonne um 8:18 Uhr auf und um 16:15 Uhr unter. Der helle Tag dauert jetzt also bei uns weniger als acht Stunden. Der noch volle Mond steht heute Abend im Sternbild Zwillinge. Um 19:30 Uhr hält Martin Brehmer an der Sternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus einen Kurzvortrag zum Sternenhimmel im Winter.

Am Dienstag, den 9. Dezember, kommt es um 7:12 Uhr zu einer Sternbedeckung durch den Mond. Der 3,6mag helle Stern lambda in den Zwillingen wird vom hellen Mondrand bedeckt. Der Stern taucht um 8:00 Uhr wieder hinter dem dunklen Mondrand auf, dann wird es jedoch schon zu hell sein. Um 19 Uhr findet in Rietberg in der Gaststätte Bartscher (Rathausstr. 8) wieder ein Treffen der  Planetariumsinitiative OWL statt.

Am Mittwoch, den 10. Dezember, geht der Mond erst um 20:33 Uhr auf, vorher kann es also noch richtig dunkel werden. Um 23:07 Uhr taucht am dunklen Mondrand der Stern 45 Cancri (5,7mag) auf, der zuvor vom Mond bedeckt wurde. Ab 23:46 Uhr wandert der Schatten von Jupitermond Io über den Planeten.

Am Donnerstag, den 11. Dezember, steht am Abend der Mond nur noch 5° Grad südwestlich von Jupiter. Der Mond geht um 21:36 Uhr auf (bis er über die Egge rüber kommt dauert es noch etwas länger). Um 23:55 Uhr endet wieder eine Sternbedeckung, am dunklen Rand taucht 6 Leonis (5,3mag) auf. Die ISS ist zwischen 18:03 Uhr und 18:07 Uhr tief am Südhimmel in maximaler Höhe von 22° Grad zu sehen.

Am Freitag, den 12. Dezember, ist am frühen Morgen der Mond schon "auf die andere Seite" von Jupiter gewandert. Er bildet jetzt mit dem Planeten und Regulus, dem hellsten Stern des Löwen ein ungefähr gleichseitiges Dreieck. Am Abend geht der Mond um 22:38 Uhr auf.

Am Samstag, den 13. Dezember, geht der Mond gar erst kurz vor Mitternacht auf. In der Nacht zum Sonntag kommt es zum Maximum des "Geminiden"-Meteorstrom. Bis zum Mondaufgang kann man vielleicht schon die eine oder andere Sternschnuppe erhaschen. Die ISS steigt heute zwischen 18:00 Uhr und 18:04 Uhr immerhin schon 38° Grad am Himmel hinauf.

Am Sonntag, den 14. Dezember, am 3. Advent, kommt es bei Jupiteraufgang wieder zu einer Bedeckung der Jupitermonde Io und Ganymed untereinander. Auch diesmal dürfte das Ereignis wegen der Horizontnähe nur schwer zu beobachten sein. Gegen Mitternacht steht Kleinplanet Iris (10,1mag) nur 1' Bogenminute von Stern SAO138079 (mit 6,8mag) entfernt. Der Mond erreicht heute das Letzte Viertel. Er ist jetzt nur noch in der zweiten Nachthälfte zu sehen.

Samstag, 9. August 2014

9. August: Sternschnuppe, Doppelstern und fast Vollmond

Heute Abend konnte ich wieder draußen beobachten. Ein wunderschöner milder Abend, der mich als erstes gleich mit einer hellen Sternschnuppe überraschte. Wegen des fast vollen Mondes hatte ich damit gar nicht gerechnet, doch dieses Exemplar war wirklich sehr hell, vielleicht sogar stärker als die Venus. Wenn es das Wetter erlaubt, sollte man also wirklich in der Nacht von Dienstag zu Mittwoch mal aufbleiben, wenn die Perseiden ihren Höhepunkt erreichen.

Dann gelang mir sogar ein Foto eines Doppelsterns:

Alamak - gamma Andromeda
Das Bild zeigt Alamak (gamma Andromeda), einen Stern im Sternbild Andromeda. Mit einem kleinen Fernrohr kann man bereits erkennen, das dieser Stern eigentlich aus zweien besteht. Die eine Sonne ist hell und leuchtet orange-gelblich, die schwächre Komponente ist eher bläulich.

Mit großen Fernrohren soll sich die blaue Komponente sogar wieder in zwei Sonnen auflösen lassen, so dass wir hier in Wirklichkeit sogar ein Dreifach-Sonnen-System vor uns sehen.

Die Doppelsternnatur von gamma Andromeda wurde von Christian Mayer im Jahr 1777 entdeckt. Das gesamte System ist von uns ungefähr 370 Lichtjahre entfernt. Durch den starken Farbkontrast ist es sicherlich eines der schönsten Doppelsternsysteme am Himmel.

Und hier auch noch gleich ein Foto des Mondes von heute Abend:

Der fast volle Mond am 9. August
Bis zum richtigen Vollmond sind es noch knapp 23 Stunden. Noch kann man am linken Rand gut einige Krater erkennen, da sie noch längere Schatten werfen, Morgen Abend ist Vollmond. Im Vergleich mit dem letzten Mondfoto kann man auch schon erkennen, das sich das Mare Crisium wieder etwas vom Mondrand entfernt hat, die Libration also nich mehr so ausgeprägt ist.

Sonntag, 12. August 2012

11. August - Perseiden

Am Abend des 11. August gab es sehr gute Beobachtungsbedingungen für Sternschnuppen. In dieser Nacht (und der kommenden von Sonntag auf Montag) soll das Maximum des jährlichen Perseiden-Meteorschauers zu erwarten sein.

Und so war es auch, ich konnte heute Nacht zwischen 24 Uhr und 2 Uhr früh einige schöne Perseiden beobachten, wie sie über den Himmel huschten. Um 0:24 Uhr gab es eine sehr helle, die mehr strahlte als die Venus und sogar eine kleine "Rauchspur" hinterließ, die ein paar Sekunden lang sichtbar blieb.

Fotografisch habe ich dagegen auf rund fünfzig geschossenen Bildern wohl nur eine einzige echte Sternschnuppe einfangen können. Immer dort, wo ich die Kamera hin ausrichtete, kam ansonsten keine vorbei geflogen.

Hier das Foto als ganzes:


Das Bild wurde mit einer Canon 5D Mark2 und einem Sigma 20mm 1:1.8 (abgeblendet auf 2.5) Weitwinkel aufgenommen. Bei ISO800 wurden 30 Sekunden belichtet.

Es zeigt etwas rechts von der Mitte das Band der Milchstraße senkrecht von oben nach unten, im oberen Teil sieht man die hellen Sterne der Cassiopeia und darunter das Sternbild Perseus. Und wenn man genau hinschaut, kann man dort einen kleinen "Strich" erkennen:


In diesem Ausschnitt schon besser zu erkennen. Genau im Zentrum des Sternbild, nahe von Alpha Perseus, dem Stern "Mirfak" ist diese kleine grün,gelbe Spur zu erkennen.

Hier noch einmal ein Ausschnitt im 1:1 Format:

 

Jetzt sind die Sterne durch die 30 Sekunden Belichtungszeit schon leicht verzerrt dargestellt. Doch die Farben des Perseiden kommen deutlich zum Vorschein.

Die Spur des Perseiden ist so kurz, da er ziemlich direkt auf uns zufliegt. Das Foto entstand ja dicht am "Radianten" dem scheinbaren Ursprungsort des Meteorschauers.

Weitere Perseiden-Beobachtungsberichte und Fotos von anderen Astrofreunden finden sich zum Beispiel im AKM-Forum


Sonntag, 25. Dezember 2011

Spektakuläre Leuchterscheinung am Heiligabend!

Am Heiligabend gab es eine spektakuläre Leuchterscheinung zu sehen, die bei vielen Menschen die Assoziation des Sterns von Bethlehem weckte.

Gegen 17:30 Uhr, viele Menschen kamen gerade aus dem Weihnachtsgottesdienst oder waren auf dem Weg dahin, gab es eine sehr helle Leuchtspur zu sehen, die quer über den Himmel flog. Die Leuchterscheinung war über vielen Teilen Mitteleuropas zu sehen. Mir wurde berichtet, dass sogar Streifenwagen der Polizei losgeschickt wurden, weil dort so viele Anrufe kamen.

Viel heller als die Venus oder alle anderen Sterne am Himmel, schneller als die ISS, aber langsamer als eine gewöhnliche Sternschnuppe.

Hier ein bei YouTube eingestelltes Video des Ereignisses:



Wahrscheinlich hat es sich dabei um das Verglühen einer Raketenoberstufe einer Sojus-Raket in der Erdatmosphäre. Mit dieser Rakete starteten am Mittwoch drei Astronauten zur ISS. Die Raketenstufe hatte die internationale Bezeichnung 2011-78B.

Hier noch eine Grafik zur letzten Bahn des Objekts:


Hiernach trat das Verglühen in etwa über Heidelberg ein. Dies passt auch gut zu den Beobachtungen. Bei uns in Bad Lippspringe sah man das Objekt eher im Süden fliegen, Beobachter aus Süddeutschland berichten von einer Leuchterscheinung im Norden.

Quelle des Bildes und meiner Infos ist calsky. Weitere gute Informationen zu diesem Ereignis findet man auch auf einer Seite der Volkssternwarte Bonn. Weitere Videos zum Beispiel bei der tagesschau.

Sonntag, 26. Juni 2011

27. Juni - 3. Juli - Der Himmel über Bad Lippspringe

Auch in dieser Woche sind die Nächte recht kurz, von daher gibt es nicht für jeden Tag ein besonderes Highlight. Wer aber Glück hat, kann im Dunkeln Sternschnuppen finden, die "Juni-Bootiden" erreichen ihr Maximum. Es handelt sich um relativ "langsam" fallenden Sternschnuppen. Vielleicht haben Sie ja Glück und erwischen eine? Der Mond ist in dieser Woche kaum zu sehen, seine Helligkeit würde sonst auch leicht Sternschnuppen überstrahlen. Auch die ISS ist in dieser Woche nicht am Nachthimmel zu sehen.

Am Montag, den 27. Juni, geht die Sonne um 5:07 Uhr auf und um 21:47 Uhr unter. Der helle Tag dauert also 16 Stunden und 40 Minuten. Heute ist das Maximum der Sternschnuppen in dieser Woche. Und es gibt um 19:30 Uhr an der Sternwarte Paderborn einen Vortrag zum "Sternenhimmel im Sommer".

Am Dienstag, den 28. Juni geht um 4 Uhr morgens der Kleinplanet Eunomia (9,9mag) nur 6 Bogenminuten südlich am Hauptstern des Widders (alpha Arietis mit 2,2 mag) vorüber.  Abends steht Saturnmond Thetys in östlicher Elongation.

Am Mittwoch, den 29. Juni, steht die schmale Mondsichel morgens 6° Grad nördlich von Aldebaran. Saturnmond Thetys steht abends in westlicher Elongation.

Am Donnerstag, den 30. Juni, stehen abends die Saturnmonde Thetys und Dione in östlicher Elongation. Um 23:30 Uhr kann man einen sehr hellen Iridiumflare (-7mag) in 29° Grad Höhe bei 30° Nordnordost sehen.

Am Freitag, den 1. Juli, ist Neumond. Die vielleicht beste Gelegenheit in diesen Sommermonaten nach der Sommer-Milchstrasse Ausschau zu halten. In diesen Nächten steht sie im Sternbild Schütze zwar nur niedrig über dem Horizont, aber wir schauen nach Einbruch der Dunkelheit direkt in das Zentrum unserer Galaxis. In der Antarktis kommt es heute Vormittag gegen 10:38 Uhr sogar zu einer partiellen Sonnenfinsternis. Bei uns ist diese jedoch nicht zu beobachten. Am Abend kann man vielleicht einen doppelten Iridiumflare beobachten: Zwar nur in 11° Grad Höhe bei 303° Grad Westnordwest leuchtet ein erster Flare um 23:12 Uhr mit -5mag und dann noch ein zweiter um 23:17 Uhr mit -1mag auf.

Am Samstag, den 2. Juli, stehen abends die Saturnmonde Thetys in östlicher und Rhea in westlicher Elongation.

Für Sonntag, den 3. Juli, habe ich nichts besonderes gefunden, genießen Sie doch einfach den Nachthimmel so wie er über uns steht!

Donnerstag, 3. Juni 2010

Wunderschöne Beobachtungsnacht

Die letzte Nacht war wunderschön zum Beobachten des Himmels geeignet. Nach halb zehn war die Sonne untergegangen. Die Venus war schon kurze Zeit später am Himmel zu sehen. Im Fernrohr sieht sie recht "dicklich" aus. Zur Zeit sind noch rund 80% der Oberfläche beleuchtet, eine "Sichelphase" wird sie erst später im Jahr zeigen. Bald nach 22 Uhr flogen auch wieder die Fledermäuse ums Haus.

Dann fielen mir kurz vor halb elf zunächst die hellen Sterne Arktur und Wega auf. Nicht viel später waren jedoch auch der Saturn und dann - schon relativ nahe zum Horizont im Westen hin - Regulus und Mars zu sehen. Die beiden bilden zur Zeit wirklich ein schönes Paar. Es wird interessant zu beobachten sein, wie Mars in den kommenden Tagen an Regulus vorbei zieht. Am Doppelstern gamma Leo zeigte sich, dass die Luftqualität diese Nacht recht gut war. Mit dem 30mm Okular liessen sich die beiden Komponenten leicht trennen. Bei saturn liessen sich mit meinem C8 von Celestron mehrere Monde erkennen. Iapetus (weiter weg), Rhea und Thetis auf der einen, Titan auf der anderen Seite waren klar zu erkennen. Leider habe ich erst hinterher nachgeschaut, wo sich welcher Mond befindet. Dione muss ich wegen der Nähe zu Titan wohl glatt übersehen haben? Auch Enceladus war wohl zu dicht am Ring.

Hier ein Foto vom Sternbild Löwe, tief im Westen. Fotografiert um 23:24 MESZ mit ISO1600 und 15 Sekunden Belichtungszeit bei 18mm Brennweite mit meiner Canon EOS350D.

Unten, gleich oberhalb der Blätter im Vordergrund, erkennt man das Paar aus Regulus und Mars. Darüber der "Kopf" des Löwen. Am linken Bildrand ist auch noch der Saturn zu sehen, quasi als verlängerter "Schwanz" des Königs der Tiere. Zum oberen Bildrand hin kann man eine kleine Sternensammlung erkennen, dies ist das Sternbild des "Haar der Berenice", nach rechts daneben, oberhalb des "großen Löwen" noch das unscheinbare Sternbild des "kleinen Löwen".

Kurz nach Mitternacht verglühte eine Sternschnuppe unterhalb des großen Wagens (von N nach S fliegend). Nach Mitternacht wurde es dann recht dunkel und man konnte gut "deep-sky" Beobachtung betreiben. Viele Galaxien waren heute Nacht zu beobachten. Zunächst suchte ich die "Strudelgalaxie" ("Whirlpool-Galaxie") M51 im Sternbild Jagdhunde auf. Von dort aus ging es weiter zu M63, M94, M106 und NGC 4449, 4490 und 4244. Gerade das letzte Objekt zeigte die Qualität des Himmels. Ich war schon früher oft in diesem Gebiet des Himmels unterwegs, habe die flache "Kantengalaxie" aber boch nie gesehen. Im Karkoschka wird sie als "ziemlich lichtschwache Galaxie" (10.5mag) bezeichnet, im "Deep Sky Reiseführer" von Ronald Stoyan wird sie gar nicht erwähnt. Heute sprang mir dieser "Strich" jedoch richtig ins Auge. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass man mit den Jahren doch immer mehr Beobachtungspraxis entwickelt und dadurch wirklich mehr erkennt. Auch in der Astronomie gilt wohl "Übung macht den Meister".

Im Osten stiegen die Sommersternbilder Leier, Schwan und Adler immer höher am Himmel hinauf. Im Süden leuchtete Antares im Skorpion. Dort waren M4 und M80 schön zu sehen. In der Leier ließ ich mir den Ringnebel M57 natürlich nicht entgehen.

Später in der Nacht kamen dann noch Objekte des Südhimmels hinzu. Zunächst M11, dann M26, M8, M20 und M21, M22. Als der Mond aufging und es mir langsam doch etwas kälter wurde, ging es gegen 2 Uhr wieder ins Haus zum Bett.