Montag, 15. Juni 2026

14. Juni 2026: Sonne mit Mauersegler

 Wenn es mir möglich ist, versuche ich jeden Tag die Sonne zu fotografieren, um die Sonnenflecken auszuzählen. Nicht immer werden die Ergebnisse hier im Blog gezeigt. Am 14. Juni gelang mir wieder einmal ein zufälliger, netter kleiner "Schnappschuss":

Die Sonne am 14.6.26 um 11:17 UT (13:17 Uhr MESZ)

 Da flog doch glatt auch ein Mauersegler durch das Bild. Mauersegler sind phantastische Vögel, die fast nie irgendwo landen, sondern monatelang in der Luft leben.

Wer Lust hat und es kann, mag ja einmal aus meinem Bild die Entfernung ausrechnen, in der ich den Mauersegler fotografiert habe. Die Rumpflänge beträgt laut Wikipedia ca. 17 cm, die Flügelspannweite 40-44 cm. Die Entfernung der Sonne betrug im Moment des Fotos laut heavens-above 1,0156547 Astronomische Einheiten (AE), also ca. 151939780,4864 Kilometer. Den Sonnenradius in meinem Foto nehmen wir mit 696342 Kilometern an. Die "Pixelgröße" von Sonne und Mauersegler mögen Sie bitte selbst auszählen, die Brennweite meines Vespera beträgt f=250mm. Ich komme am Ende auf eine Entfernung von ca. 770 Metern. 

Zurück zu den Sonnenflecken. Drei Fleckengruppen sind auf Anhieb zu sehen. Bei der zentralen Gruppe (AR4465) kann man im großen Fleck einen doppelten "Kern" erkennen, außerdem scheint es noch vielleicht drei kleinere, sehr schwache Flecken oberhalb des Kerns zu geben. Beim Fleck rechts unten (AR4464) kann man nach links hin noch zwei weitere kleine Fleckchen erkennen. Der Fleck rechts oben (AR4463) scheint nur ein Einzelfleck zu sein. Außerdem kann man im Originalbild noch einen Fleck deutlich weiter zum linken Rand hin erkennen. Dieser ist auch auf dem entsprechenden Foto von spaceweather.com zu sehen, hat aber noch keine Nummernbezeichnung (die bekam er einen Tag später als AR4468). Bei spaceweather wurde die Sonnenfleckenzahl mit 41 angegeben.

Sonntag, 14. Juni 2026

15. - 21. Juni 2026: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche haben wir Sommeranfang auf der nördlichen Halbkugel unserer Erde. Am Montag haben wir außerdem Neumond. Schnell nimmt er dann wieder zu und schon am Sonntag wird das Erste Viertel erreicht. Die Venus ist bis Mitternacht strahlender Abendstern, Jupiter zieht sich allmählich vom Abendhimmel zurück, geht jetzt um 23:30 Uhr unter. Merkur wird mit Glück nur noch in den ersten Tagen der Woche zu sehen sein. Saturn geht gegen 2:30 Uhr auf. Die ISS kann nicht bei nächtlichen Überflügen beobachtet werden.

Am Montag, den 15. Juni, geht die Sonne um 5:05 Uhr auf und um 21:45 Uhr unter. Der Mond erreicht seine exakte Neumond-Position um 4:54 Uhr. Merkur (0,6mag) erreicht heute seine größte Elongation (den größten Winkelabstand) zur Sonne, dürfte aber bur noch schwer zu finden sein. Kleinplanet (14) Irene (9,3mag) steht heute in Opposition zur Sonne. Bereits um 0:00 Uhr steht Kleinplanet (11)Parthenope (21,1mag) in nur 4' Bogenminuten Abstand links von der Galaxie M96.

Am Dienstag, den 16. Juni, steht um 22:40 Uhr der Mond ca. 1,5° Grad rechts oberhalb von Merkur, ob beide zu sehen sein werden? Sie gehen gegen 23:30 Uhr unter.

Am Mittwoch, den 17. Juni, ist die Mondsichel am Abend (23 Uhr) schon zu 11 Prozent beleuchtet. Sie steht heute dicht unterhalb der Venus, der Abstand beträgt weniger als einen Vollmonddurchmesser. Kurz nach Mitternacht gehen beide im Nordwesten unter.

Am Donnerstag, den 18. Juni, erreicht Kleinplanet (199)Byblis (11,5mag) seine Opposition im Sternbild Schütze, um 1:30 Uhr steht er in ca. 15° Grad Höhe im Süden. Der Mond ist am Abend zu 19 Prozent beleuchtet, er geht erst eine halbe Stunde nach Mitternacht unter. Spannend ist die Verfolgung von Kleinplanet (48) Doris heute Abend und besonders nach Mitternacht, denn ...

Am Freitag, den 19. Juni, zieht Kleinplanet (48)Doris (12,1mag) über den Kugelsternhaufen M107. hinweg.  Der Abstand beträgt gerade mal 1' Bogenminute. Heute Abend ist der Mond zu 29 Prozent beleuchtet. 

Am Samstag, den 20. Juni, ist der Mond am Abend zu 43 Prozent beleuchtet. Er geht erst kurz vor 1:00 Uhr am Sonntagmorgen unter. 

Am Sonntag, den 21. Juni, Sommeranfang, ist der lgste Tag des Jahres: Die Sonne geht um 5:06 Uhr auf und um 21:47 Uhr unter. Um 10:24 Uhr ist exakt Sommersonnenwende. Die Sonne erreicht ihre nördlichsten Position. Ab jetzt werden die Tage wieder kürzer und die Nächte länger. Zunächst aber nur gaaanz laaangsam. Der Mond steht exakt um 23:55 Uhr im Ersten Viertel, er steht dann noch ca. 10° Grad über dem Horizont.

Mittwoch, 10. Juni 2026

9. Juni 2026: Nachtleuchtende Wolken - Noctilucent Clouds - NLC (plus Jupiter und Venus)

 Es kommt selten vor, dass ich aus wenigen Beobachtungen an einem Abend gleich zwei Blogpostings mache. 

Eigentlich wollte ich gegen 23:30 Uhr nur noch ein weiteres Foto von Jupiter und Venus machen, wie die beiden jetzt nur noch knapp über dem Horizont stehen. Das sollte dann am nächsten Morgen noch im Posting von gestern ergänzt werden:

Jupiter und Venus über dem Horizont (9.6.26, 23:35 Uhr MESZ)

 Auch dieses Foto habe ich wieder aus meinem Dachfenster heraus geschossen. Die Daten: Canon RP, RF24-105mm bei 105mm, ISO 3200, 1/10sec bei f/4.0. Belichtung kum -1 niedriger, was jedoch später bei in Adobe Lightroom um +1,20 korrigiert wurde.

Jupiter direkt über den Wolken und Venus strahlend darüber - ein wunderschöner Anblick!

Auch ein paar weitere Sterne sind zu sehen, Pollux und Castor und ein paar schwächere. Die Venus steht 4,9° Grad über dem mathematischen Horizont, Jupiter noch 3,4° Grad.

Doch dann fielen mir gerade die helleren Streifen in der rechten Bildhälfte auf. Um diese Uhrzeit? Die "normalen" Wolken waren doch dunkel. Sollten das etwa NLC sein? Nachtleuchtende Wolken?

Ein schneller Blick in das AKM-Forum zeigte mir: Ja! Tatsächlich! Dort gab es mehrere Sichtungsberichte, u.a. auch von Thorsten Gaulke aus Geseke, also gar nicht so weit von Bad Lippspringe entfernt. 

Meine ersten NLC in diesem Jahr! Das ist sicherlich ein extra Posting wert. Und hier gleich noch eine weitere Aufnahme, da habe ich in Lightroom die Regler noch etwas stärker aufgedreht, um das Bild aufzuhellen und die NLC deutlicher sichtbar zu machen:

NLC am 9.6.26 um 23:35 Uhr MESZ

 Bei der nächsten Gelegenheit muss ich etwas mehr auf den "Bildhintergrund" aufpassen, ob da nicht wieder NLCs erscheinen. Die Saison hat ja gerade erst angefangen.

Dienstag, 9. Juni 2026

9. Juni 2026: Noch einmal Venus und Jupiter und Merkur

 Heute Abend stand die Venus schon deutlich oberhalb von Jupiter:

Venus und Jupiter am 9.6.26 um 22:35 Uhr MESZ


 Merkur war leider zwischen den horizontnahen Wolken heute nicht auszumachen.

Doch halt! Etwas später tauchte dann auch Merkur auf. Vom Dachfenster aus sind Jupiter und Venus wieder dichter am Baum zu sehen und Merkur direkt über dem Pfeil in der Aufhellung:

Venus, Jupiter und Merkur um 22:49 Uhr MESZ

 Endlich habe ich alle drei "Abendplaneten" auf einem gemeinsamen Foto erwischen können!

 

Sonntag, 7. Juni 2026

8. - 14. Juni 2026: Der Himmel über Bad Lippspringe

Leider gab es in der letzten Woche kaum Gelegenheit, den Sternenhimmel zu genießen, vielleicht wird es ja diese Woche wieder etwas sommerlicher mit dem Wetter. In dieser Woche nimmt der Mond vom letzten Viertel aus immer weiter ab. Die Nächte werden zwar nicht mehr richtig dunkel, aber die typischen Sommersternbilder mit ihren vielen deep-sky-Objekten sollten jetzt schon gut beobachtet werden. Die Venus steht jetzt schon oberhalb von Jupiter, beide Planeten gehen bald nach Mitternacht unter. Wer Glück hat kann am Abend auch Merkur tief im Nordwesten finden, er geht bald nach 23:00 Uhr unter. Saturn geht schon vor 3:00 Uhr im Osten auf. Die ISS ist in dieser Woche nicht bei nächtlichen Überflügen zu sehen. 

Am Montag, den 8. Juni, geht die Sonne um 5:07 Uhr auf und um 21:40 Uhr unter. Der Mond geht um 1:44 Uhr auf. Um 12:00 Uhr erreicht er exakt das Letzte Viertel, um 13:44 Uhr geht er unter. Um 2:27 Uhr endet eine Bedeckung von Stern 78 Aqr (6,2mag). Der Stern leuchtet hinter dem dunklen Rand des Mondes wieder auf. Kleinplanet (324)Bamberga (10,9mag) steht um 3:00 Uhr im in nur 1' Bogenminute Abstand bei Stern HIP103902 (6,4mag)

Am Dienstag, den 9. Juni, geht der zu 43 Prozent beleuchtete Mond um 1:49 Uhr exakt im Osten auf. Jupiter und Venus stehen heute nur 1,5° Grad (drei Monddurchmesser) voneinander entfernt. Ein besonders schöner Anblick im Fernglas!

Am Mittwoch, den 10. Juni, geht der noch zu etwas über 30 Prozent beleuchtete Mond um 2:07 Uhr auf. Zum Ende der bürgerlichen Dämmerung (Sonne 6° Grad unter dem Horizont) um 22:30 Uhr steht Merkur noch 7° Grad hoch über dem Horizont. Gegen 3:30 Uhr steht der Mond in ca. 10° Grad Höhe doppelt so hoch und (fast) genau über Saturn, der dann 5° Grad hoch am Himmel steht.

Am Donnerstag, den 11. Juni, geht der noch zu etwas über 20 Prozent beleuchtete Mond um 2:21 Uhr auf. Kleinplanet (20)Massalia (11,1mag) steht um 1:00 Uhr im Westen in nur 4' Bogenminuten Abstand bei Stern HIP58002 mit 6,3mag.

Am Freitag, den 12. Juni, geht die noch zu etwas über 12 Prozent beleuchtete Mondsichel um 2:39 Uhr auf. Kleinplanet (28)Bellona (11,6mag) steht um 2:00 Uhr im Süden in nur 4' Bogenminuten Abstand bei Doppelstern HIP80719 mit 6,5mag.

Am Samstag, den 13. Juni, geht die nur noch zu etwa 5 Prozent beleuchtete Mond sichel um 3:03 Uhr auf. Jetzt zum Wochenende hin geht Jupiter schon vor Mitternacht unter, Venus entfernt sich immer weiter von ihm.

Am Sonntag, den 14. Juni, könnte man vielleicht - bei klarster Sicht und freiem Nordosthorizont (Azimut 42°) - die nur zu einem Prozent beleuchtete Mondsichel um 3:45 Uhr aufgehen sehen. Kurz danach, um 4:15 Uhr, endet die Bedeckung des 5,4mag hellen Stern Chi Tau. Bereits um 1:00 Uhr steht Kleinplanet (119)Althaea (12,0mag) in 5' Bogenminuten Abstand bei Stern HIP82259 mit 6,0mag.

Freitag, 5. Juni 2026

4. Juni 2026: Ein weiterer schöner Abend

 Auch heute war Merkur wieder gut im Fernglas bzw. in der Kamera zu sehen:

Venus und Merkur am 4.6.26 um 22:39 Uhr MESZ

 Die Venus ist auf dem Bild links oben in der Nähe des Baumes gut zu finden, Merkur ist nur schwierig zu entdecken, daher der Pfeil im Bild. Mit dem bloßen Auge war Merkur auch diesmal nicht zu sehen, im Original des Fots ist er jedoch recht schnell zu entdecken.

Und Venus kommt in der Tat dem Jupiter immer näher:

Jupiter (links) und Venus um 22:28 Uhr

 Das Photo mit Jupiter und Venus entstand schon vor dem Photo mit Merkur. Leider konnte ich aus dieser Position im Garten jedoch Merkur nicht sehen, er befand sich da hinter den Nachbarhäusern.

Ein Photo mit allen drei Planeten hat wieder nicht geklappt, vom Garten aus gesehen steht Merkur zu tief, vom Dachfenster aus ist Merkur gut zu sehen, aber Jupiter noch hinter dem großen Baum versteckt. Erst wenn Merkur untergegangen ist, taucht er hinter dem Baum auf.

Später in der Nacht habe ich dann einfach meine Kamera auch einmal nach Süden ausgerichtet. Hier kann man sogar gut die Milchstrasse erkennen. Leider habe ich auf dem Bild auch die Spuren von mindestens zehn Satelliten gefunden.

Milchstrasse und Satelliten am 5.6.26 um 1:28 Uhr MESZ


Natürlich waren auch meine Vesperas wieder am Arbeiten. Neben verschiedenen veränderlichen Sternen (bei T CrB tut sich immer noch nichts!) habe ich auch wieder eine interessante andere Objekte fotografiert:
NGC 6811

 
 Das Bild wurde 30 Minuten belichtet. Es zeigt den offenen Sternhaufen NGC 6811 im Sternbild Schwan. Bei Stellarium wird er auch "Loch im Haufen" genannt. Und in der Tat schein mittendrin gar kein Stern zu stehen.

Kleinplanet (20) Massalia 

 Kleinplanet (20) Massalia (11,4mag) zieht zur Zeit deutlich unterhalb von beta Virgo (3,6mag) seine Bahn. 

NGC 4601

 Dieses Bild von NGC 4601 wurde etwas über eine halbe Stunde belichtet. Leider reicht diese Zeit noch nicht, um einen bläulichen Reflexionsnebel um die beiden hellen Sterne in der Bildmitte herum zu zeigen.

Vielleicht hat es neben der zu geringen Belichtungszeit auch an den inzwischen durchziehenden Wolken gelegen. Doch schauen Sie mal genau hin. Ich schrieb "um die beiden...", aber zumindest der Stern rechts ist eindeutig ein Doppelstern. Der Stern links daneben ist es aber auch. Nur ist er nicht in meinem kleinen Teleskop zu trennen.

Mal schauen, wann mir von diesem Objekt ein länger belichtetes Bild gelingt. 

 

 

 

 

Sonntag, 31. Mai 2026

1. - 7. Juni 2026: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche nimmt der Mond langsam wieder ab. Von den hellen Planeten sind Venus und Jupiter gut zu beobachten. Beide kommen sich in dieser Woche immer näher und gehen kurz nach Mitternacht unter. Jupiter kommt der Venus immer mehr entgegen, zum Ende der Woche stehen die beiden Planeten nebeneinander und nicht mehr übereinander. Mit viel Glück (oder einem Fernglas), kann man in der Dämmerung rechts unterhalb der Venus, dicht am Horizont nach 22:15 Uhr auch noch Merkur entdecken. Er geht jedoch schon kurz nach 23 Uhr unter. Wer die Nacht über aufbleibt, kann ab 2:00 Uhr versuchen, Pluto im Sternbild Steinbock zu finden. Und ab ca. 3:15 Uhr geht auch Saturn im Südosten auf. Die ISS ist nicht bei nächtlichen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 1. Juni, geht die Sonne um 5:12 Uhr auf und um 21:34 Uhr unter. Nachts sinkt sie nur noch maximal 16° Grad unter den Horizont, im Norden bleibt es also die ganze Zeit etwas dämmerig. Der Mond geht um 23:25 Uhr auf, er ist noch zu 98 Prozent beleuchtet. Um 3:17 Uhr zeigt der Stern "RR Lyrae" ein Helligkeitsmaximum. Dieser Stern pulsiert in 13,6 Stunden zwischen 8,12mag und 7,06mag. Ein ideales Objekt, um diese Helligkeitsveränderungen mit einem Smart Teleskop aufzunehmen.

Am Dienstag, den 2. Juni, geht der Mond kurz vor 6:00 Uhr unter und erst kurz nach Mitternacht auf (siehe Mittwoch). Bereits um 0:50 Uhr zeigt der Bedeckungsveränderliche Stern U Sge (6,6-9,2mag, Periode 3,381 Tage) ein Helligkeitsminimum.

Am Mittwoch, den 3. Juni, geht der Mond um 0:08 Uhr auf. Er ist dann noch zu 94 Prozent beleuchtet.

Am Donnerstag, den 4. Juni, geht der Mond um 0:39 Uhr auf und ist noch zu 89 Prozent beleuchtet. Heute Nacht steht Kleinplanet (20)Massalia ca. 45' Bogenminuten unterhalb von beta Virgo.

**** Ergänzumg vom 4.6.26 ******

Heute Nacht (4.6./5.6.) besteht sowohl eine gewisse Chance auf Polarlichter, als auch auf NLCs. Nur leider wird es in weiten Teilen Deutschlands bewölkt sein, so auch hier bei mir. Nähere Informationen und vielleicht ja später Sichtungsberichte wie immer im Forum des AKM

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Am Freitag, den 5. Juni, geht der Mond um 1:02 Uhr auf, er ist jetzt in das Sternbild Steinbock gewandert und ist noch zu 82 Prozent beleuchtet. Um 2:00 Uhr steht Kleinplanet (14)Irene (9,7mag) in nur 6' Bogenminuten Abstand zu Stern HIP86819 (6,6mag). Auch heute steht RR Lyrae um 2:30 Uhr im Maximum.

Am Samstag, den 6. Juni, geht der noch zu 74 Prozent beleuchtete Mond um 1:19 Uhr auf. Um 24 Uhr zeigt der Bedeckungsveränderliche Stern RZ Cas (6,2-7,7mag, P=1,195 Tage) ein Minimum.                 

Am Sonntag, den 7. Juni, geht der Mond um 1:33 Uhr auf. Er steht jetzt im Sternbild Wassermann und ist noch zu 65 Prozent beleuchtet.

30. Mai 2026: Die Vollmondnacht beginnt

 Der Monat Mai beschert uns diesmal zwei Vollmonde. Den ersten Vollmond in diesem Monat hatten wir am 1. Mai exakt um 19:24 Uhr und den zweiten am Sonntag, den 31. Mai exakt um 10:45 Uhr. Leider stand der Mond zu seinen exakten Vollmondzeiten bei uns jeweils unter dem Horizont, weil dieses Ereignis tagsüber eintraf. 

Aber so hat man die Möglichkeit sogar von jeweils zwei Vollmondnächten zu sprechen, die Nacht vor und die Nacht nach dem mathematisch exaktem Vollmondmoment. In der Praxis erscheint der Mond dem bloßen Auge dann immer wie ein zu 100 Prozent beleuchteter Mond.

Leider konnte ich den ersten Vollmond in diesem Monat nicht fotografieren, da war ich gerade unterwegs in den Norden Deutschlands zur schönen Insel Amrum und hatte in Schleswig-Holstein Station gemacht.

Doch beim zweiten Vollmond in diesem Monat hat es, zumindest ein wenig, geklappt. Auf dem Rückweg vom Theater aus der Stadt Paderborn nach Bad Lippspringe hatte ich zum Glück meine Kamera griffbereit und so legte ich einen kleinen Stop in der Feldmark ein:

Der Vollmond am 30.5.2026 um 22:13 Uhr MESZ

 Die Aufnahme habe ich mit meiner Canon RP Kamera mit dem RF100-400mm Teleobjektiv gemacht bei ISO400, 1/5 sec Belichtungazeit, Blende 5,6 und bei f=100mm Brennweite.

Man erkennt rechts und links des Mondes die Positionslampen vieler Windräder und ein paar Auto, die sich auf der einige hundert Meter entfernten Landstraße bewegen.

Der Mond stand kurz nach seinem Aufgang 4° Grad über dem Horizont und ziemlich genau in südöstlicher Richtung.

Der Mond bei 400mm Brennweite (ISO400, f=8.0, 1/80sec)

Hier noch ein Bild des Mondes bei "voll ausgefahrener" Telebrennweite des Objektivs. 

Würde ich wohl in nordwestlicher Richtung auch wieder die drei Planeten Jupiter, Venus und Merkur finden können?

Blick nach Nordwesten

 Leider war es nach Nordwest hin schon stark bewölkt. So sehr ich auch gesucht habe, einen Planeten habe ich an diesem Abend dort nicht gefunden. Ein wenig haben mich zwar die Farben des Abendlichts entschädigt, doch ich gebe zu - ein klarer Himmel wäre mir schon deutlich lieber gewesen.

Ich habe die Gegend gleich mehrfach auch mit meinem Fernglas abgesucht, aber keinen der Planeten gefunden. Erst als ich zuhause mir die Bilder an meinem PC mit einem großem Bildfschirm angeschaut habe, entfdeckte ich plötzlich doch noch einen kleinen hellen Lichtpunkt.

Das wird die Venus gewesen sein. Finden Sie diese auch? 

Sie ist links oberhalb vom Baum zu finden, etwas unterhalb einer dunkleren Flugzeugabgasspur.

Später am Abend zog es dann noch weiter zu, so dass bald auch vom Mond nichts mehr zu sehen war. Umso froher bin ich, wenigstens diese Bilder gemacht zu haben. 

 

Samstag, 30. Mai 2026

Und weitere erfolgreiche Aufnahmen: Kleinplanet (216)Kleopatra, M13, M64, M102 und NGC 5907

 Doch zum Glück gab es in der vergangenen Woche nicht nur Mißgeschicke, sondern auch viele erfolgreiche Aufnahmen.

So erwischte ich einen weiteren Kleinplaneten:

Kleinplaner (216) Kleopatra bei Zeta Scuti am 26.5.26

 Wie in meiner Wochenübersicht angekündigt, habe ich den Kleinplaneten (216)Kleopatra (11,9mag) tatsächlich ganz in der Nähe des Stern Zeta Scuti(4,7mag) gefunden. Wie man dem Wikipedia-Artikel zu (216)Kleopatra entnehmen kann, hat dieser eine sehr skurrile Form. Der Kleinplanet sieht eher aus wie ein typischer Hundeknochen, also gar nicht königlich. 

Im Sternbild Schild (lat. Scutum) findet man übrigens viele weitere interessante Objekte. 

Kugelsternhaufen M 13 am 26.5.26

 Zwischendurch mal eine schnelle Aufnahme (18 Minuten Belichtungszeit) des Kugelsternhaufens M13 im Sternbild Herkules.

M64, am 26.5.26

 M 64, die "Black-Eye-Galaxy" (schwarzes Auge Galaxie) im Sternbild Haar der Berenike.


Und hier noch ein "Übersichtsbild", gleich mit den Bezeichnungen von. astrometry.net: 

Die Gegend um und zwischen NGC 5907 und M102

 Sie finden auf dem Bild die Bezeichnung M102 nicht? M102 ist im Messier-Katalog ein etwas umstrittenes Objekt. Vielleicht hat astrometry.net aus diesem Grund hier nur die Bezeichnung NGC 5866 notiert. Dieses Bild entstand mit Hilfe der Mosaik-Funktion meines Vespera Pro und umfasst einen bereich von ca. 2,07 x 2,14 Grad am Himmel. 

Die Aufnahme entstand am 28.5.2026 und wurde insgesamt eine knappe halbe Stunde belichtet. Wenn man das Bild in der Originalgröße anschaut, kann man auch immer noch die Supernova in NGC5907 erkennen. 

28. Mai 2026: Eine mißglückte Beobachtung

 In der Astrofotografie arbeitet man bekanntlich mit wenig Licht. Von daher muss man entweder lange belichten, oder viele Aufnahmen zusammen addieren ("stacken"), um schöne Bilder zu bekommen.

Mein Vespera macht dieses Stacken automatisch. Bilder werden im allgemeinen nur zehn Sekunden lang belichtet, damit es nicht zu Sternspuren kommt und man diese anschliessend gut übereinander legen kann.

Ich wollte das entsprechend auch mit meinem großen C8-Teleskop und meiner Canon RP-Kamera probieren. Dafür hatte ich mit den Kugelsternhaufen M3 ausgesucht.

Da das C8 nicht azimutal den Sternen nachgeführt wird sondern parallaktisch kann man natürlich auch einfacher etwas länger belichten als mit einem Smartteleskop. Zunächst hatte ich mit meiner Bahtinov-Maske das Teleskop an einem hellen Stern gut fokussiert, anschließend dann M3 angefahren und eine Testaufnahme gemacht:

M 3 im C8, 30 Sekunden belichtet

Die Testaufnahme in meiner Kamera sah doch schon recht gut aus. Die Sterne recht punktförmig, Und bei ISO3200 könnte ich sicherlich 30 Sekunden belichten, in Summe würden da schon gut was an Helligkeit aufaddiert werden können und das Rauschen bei hohen ISO-Werten lässt sich durch das Stacken ja auch gut eliminieren.

Also habe ich anschliessend den eigentlichen Aufnahmeprozess gestartet und in aller Ruhe meine Kamera am C8 über 200 Fotos machen lassen. Bei 100 Minuten Brutto-Belichtungszeit sollte am Ende schon was gutes herauskommen. Kalibrierungsbilder (Flats, Darks) habe ich natürlich an diesem Abend auch gemacht.

Am nächsten Tag dann die Speicherkarte aus der Kamera geholt und in den Computer eingelesen.

Welche Enttäuschung! Denn alle Bilder von M3 (Ausschnitt) sahen so aus:

M3, defokussiert.
 

Durch irgendeine unbedachte Bewegung muss ich wohl die Kamera doch wieder defokussiert haben. So ein Mist, die ganze Zeit Kamera und Teleskop umsonst laufen gelassen. Und das kann dann auch das beste Stackingprogramm nicht mehr zurecht rücken.

Was könnte ich beim nächsten Mal besser machen, damit mir ein solches Mißgeschick nicht noch einmal passiert? Öfters zwischendurch kontrollieren? Oder lieber die Bilder immer gleich live auf einen PC übertragen, damit man sie sofort kontrollieren kann? 

Freitag, 29. Mai 2026

Weitere Beobachtungen in der Schönwetterkatastrophe: im Galaxiengewimmel

 Am 22. April habe ich über die SN2026ihi in der Galaxie NGC 3861 berichtet, die ich tagszuvor fotografiert hatte. Die Supernova in der Galaxie war vieleicht zu erahnen. Jetzt bin ich noch einmal in diese Region gegangen. Die Supernova selbst ist nicht mehr zu erkennen. Faszinierend finde ich jedoch das Gewimmel der Galaxien auf diesem Bild:

Die Gegend um NGC 3861 am 25.5.26 um 23:07 Uhr MESZ
 

Das Bild wurde knapp 120 Minuten belichtet. Der helle Stern am linken Bildrand ist 93 Leo. Schon ein schneller Blick auf das Bild zeigt, dass sich hier etliche "verwaschene", etwas ovale oder auch längliche Objekte tummeln, die sicherlich meist weit entfernte Galaxien sind. 

Analysiert man das Bild mit "astrometry.net" werden schon eine ganze Reihe von Galaxien markiert:

Das Bild mit vielen markierten IC- und NGC-Objekten

 Ich habe hier 25 IC- oder NGC-Objekte gezählt. Doch man erkennt auch schnell, das sind noch längst nicht alle Galaxien.

Deshalb habe ich das Bild auch einmal mit ASTAP analysieren lassen. Hier nur ein etwas kleinerer Ausschnitt aus dem gesamten Bild, jedoch "lotrichtig" nach Norden (oben) ausgerichtet::

Die gleiche Region mit ASTAP analysiert.

 Jetzt lassen sich die vielen Galaxien kaum noch zählen. Neben den Objekten aus dem IC- und NGC-Katalog sind jetzt auch viele aus dem UGC- und PGC- und SDSS-Katalogen hinzu gekommen.

Viele dieser Galaxien gehören zum großen "Leo-Galaxien-Haufen", auch als "Abell 1367" benannt.  Dieser Galaxienhaufen umfasst mehr als 500 Galaxien. Seine mittlere Entfernung beträgt ca. 280 Millionen Lichtjahre. 

Die Galaxie NGC 3842 darin hat einen Durchmesser von ca. 110 000 Lichtjahren, unsere Milchstrasse ist deutlich kleiner. Das schwarze Loch im Zentrum unserer Milchstrasse hat ca. 4,3 Millionen Sonennmassen, das Schwarze Loch im Zentrum von NGC 3842 soll ca. 9,7 Milliarden Sonnenmassen umfassen.

Ist es nicht verrückt, dass so ein kleines Smart-Teleskop hier auf einmal hunderte von Galaxien sichtbar machen kann? 

Unsere Milchstrasse enthält mindestens 100 Milliarden Sterne. Wieviele einzelne Sterne mögen wohl die hier abgebildeten Galaxien zusammen haben?  

 

28. Mai 2026: Unser Mond und sein Geist am Abendhimmel

Ich möchte noch ein paar weitere Aufnahmen nachliefern.

Hier ein Bild des Mondes vom Donnerstag, den 28. Mai:

Der Mond am 28.5.26 um 22:58 Uhr

 Dieses Foto habe ich mit meiner Canon RP am Celestron C8 aufgenommen. Wenn man sich dieses Bild in Originalgröße anschaut, dann kann man dank der 2000mm Brennweite des C8 doch noch ein paar mehr Details als am Vespera Pro erkennen. Zum Zeitpunkt des Fotos stand der Mond im Sternbild Waage, 18° Grad über dem Horizont und seine uns zugewandte Seite war zu 94 Prozent beleuchtet.

Und dann habe ich etwas überrascht festgestellt, dass ich einen ganz interessanten planetarisachen nebel zwar schon mehrfach fotografiert hatte, die Bilder hier in meinem Blog aber noch nie gezeigt habe. 

NGC 6781 am 29.5.26 um 0:58 Uhr MESZ

 Dieser planetarische Nebel mit der Katalognummer NGC 6781 hat gleich mehrere Namen. Er wird zum Beispiel auch "Schneekugel" genannt, "kleiner Ringnebel" oder auch "Ghost of the Moon". Auf meinem Foto wirkt der Nebel im Sternengewimmel des Sternbilds Adler ein wenig verloren, doch wenn Sie sich das BIld in Originalgröße anschauen, zeigt dieser Nebel doch eine schon ganz beachtliche Größe. (Bild anklicken, so dass sich schon mal eine größere Ansicht zeigt. Dann mit der rechten Maustaste "Grafik in neuem Tab öffnen" anklicken und dann in diesem Tab die Lupe nutzen (das Zeichen mit dem (+) in der Mitte. So funktioniert es zumindest mit dem Firefox-Browser).

Mittwoch, 27. Mai 2026

27. Mai 2026: Astronomie am hellichten Tag: Sonne, Merkur, Venus, Jupiter und Mond

Was macht der Hobbyastronom, wenn die Nächte immer kürzer werden?

Naja, man kann versuchen, den Tag zur Nacht zu machen. Dafür habe ich extra mein großes Teleskop aufgebaut, mein C8 von Celestron. 

Die meisten Aufnahmen entstanden so um 18:30 Uhr, herum, also zu einem Zeitpunkt, als die Sonne noch ca. 24° hoch am Himmel stand.

Doch als erstes habe ich nicht "die" Sterne beobachtet, sondern "den" Stern, den einzigen Stern, der von uns nicht Lichtjahre entfernt ist, dem wir alles Leben auf unserer Erde verdanken: unsere Sonne.

Unsere Sonne mit Flecken am 27.5.26 um 18:27 Uhr MESZ

 Es sind doch eine ganze Reihe von Flecken auf der Sonne zu sehen. Spaceweather gibt die Sonnenfleckentrelativzahl heute mit 148 an.

Nach der Sonne habe ich die Venus fotografiert:

 Die Venus um 18:30 Uhr MESZ

Es hat mich nicht überrascht, die Venus sofort im Teleskop zu sehen, ist sie doch bei klarer Luft wirklich oft am Taghimmel zu sehen. Und sie hat zur Zeit ja auch eine Helligkeit von -3,9mag. Auffällig ist, dass die Venus nicht wirklich kreisrund erscheint. Das ist in der Tat kein Artefakt des Fotos oder des Flimmerns der Atmosphäre. Die Venus zeigt wie der Mond auch Phasen. Zur Zeit sind ca. 80 Prozent der Venus beleuchtet. Der scheinbare Durchmesser beträgt 13'' Bogensekunden. Für das Foto habe ich bei ISO100 1/125 Sekunden belichtet. 

Dann wurde es spannend, sollte Merkur auch schon sichtbar sein?

Merkur um 18:32 Uhr MESZ

Auch Merkur war zu sehen! Er hat eine Helligkeit von -0,9mag. Auch bei Merkur sind zur Zeit von der Erde aus gesehen ca. 80 Prozent beleuchtet. Sein Scheibchendurchmesser beträgt 5,71'' Bogensekunden, also nicht einmal die Hälfte der Venus. Dieses Bild habe ich bei ebenfalls ISO100, aber mit 1/250 Sekunde belichtet.

Jupiter

 Und wenn Merkur zu sehen war, war es bei Jupiter natürlich auch ein leichtes Unterfangen. Seine Helligkeit beträgt -1,7mag, der Scheibendurchmesser beträgt 33,34'' Bogensekunden, also zweieinhalbmal so groß wie die Venus. Und man konnte sogar die zwei charakteristischen Streifen, dunkle Wolkenbänder, auf seiner Oberfläche erkennen. Für Jupiter habe ich das Bild 1/60 Sekunde belichtet.

Der Mond um 19:20 MESZ

 Für den Mond musste ich noch etwas warten, er war zunächst noch vom Haus bedeckt. Um 19:20 Uhr stand er dann 11° Grad über dem Horizont. Es waren jedoch noch kaum Einzelheiten auf seiner Oberfläche zu erkennen. Diesmal habe ich wieder 1/125 Sekunde belichtet.

Die Bilder von Sonne und Mond sind natürlich verkleinert, die Bilder der drei Planeten sind hier jedoch 1:1 Darstellungen. 

Ansonsten habe ich keine Filter verwendet (außer bei der Sonne natürlich), auch kein Stacking. Es handelt sich schlicht um Einzelbilder aus meiner Canon RP heraus, die ich im Okularauszug des C8 befestigt hatte. 

Es hat Spaß gemacht, diese Objekte bei strahlendem Sonnenschein zu beobachten und nachzuweisen. Mal sehen, was heute der Abend und die Nacht noch bringen wird. 

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Später am Abend;

Kurz nach 22 Uhr konnte ich dann Merkur auch mit dem Fernglas knapp über dem Horizont erwischen. Mit einem Teleobjektiv ließ er sich auch gut fotografieren:

Merkur am 27.5. um 22:17 Uhr

 Dieses Foto entstand mit meiner Nikon P950 kamera bei 1/20 Sekunde, ISO200 und 320mm Äquivalentbrennweite und Blende 7.1. Mit bloßem Auge konnte ich Merkur nicht erkennen, er stand aber auch nur noch 4° Grad über dem Horizont. 

Jupiter und Venus um 22:22 Uhr MESZ

 Dieses Foto wurde mit folgenden Werten aufgenommen: Verschlusszeit 0,8 Sekunden, ISO400, 30mm Äquivalentbrennweite und Blende 6.3.  Leider ließen sich nur noch Jupiter und die venus abbilden. Merkur habe ich auf meinem Foto auch mit "Tricks" (verschiedene Einstellungen meiner "Lightroom"-Software) nicht mehr gefunden. Oder war dies schon zu spät, so dass Merkur sich nicht mehr gegen den Dunst am Horizont durchsetzen konnte?  Vielleicht habe ich ja in den nächsten Tagen noch einmal (etwas mehr) Glück.

Montag, 25. Mai 2026

24./25. Mai 2026: Fortsetzung der "Schönes-Wetter-Phase", weitere Messier-Objekte und ein Kleinplanet

Auch in der Nacht von Pfingstsonntag auf Pfingstmontag blieb das Wetter weiter ausgezeichnet. Hier schon mal ein paar erste Fotos:

M 60 und NGC 4647 am 24. Mai 2026 

Dank des "multi-night" Modus des Vespera konnte ich meine Aufnahme vom Tag zuvor von M60 und NGC4647 fortsetzen. Jetzt ist sie 35 Minuten belichtet, also sogar etwas länger als seinerzeit das "first-light" Photo.

Der Frühling gilt eh als "Galaxienzeit" - und bei immer heller werdender Mondphase wird es auch nicht gerade einfach, lichtschwache Objekte wie Nebel zu fotografieren. So habe ich weitere Messier-Objekte "aufs Korn" genommen:

M 63 am 24.5.2026

Dieses Bild von Messier 63 wurde auch eine gute halbe Stunde (36 Minuten) lang belichtet. 

M 106 am 24.5.2026 um 22:36 UT (=25.5.26 0:36 MESZ)

Dieses Bild von M 106 wurde nur 25,5 Minuten lang belichtet. Es zeigt gleich noch ein paar weitere Galaxien.  Hier das gleiche Bild mit den Annotierungen von nova.astrometry.net:

M106 mit NGC 4217, 4226, 4231, 4232, 4248, 4258 und 4346.
 

Die letzten beiden Galaxien wurden übrigens nicht von Messier selbst entdeckt, sondern von Pierre Machain. der noch ein paar weitere Objekte zum Messier-Katalog beigetragen hat. 

Neben den vielen Galaxien habe ich auch noch einmal Ausschau gehalten, ob es nicht einen weiteren Kleinplaneten am Himmel gibt, den ich noch nicht fotografiert habe. Schließlich wurde ich bei (49)Aglaya fündig:

(47)Aglaya um 22:36 Uhr MESZ

  Für dieses Foto musste ich mich bei Einbruch der Dämmerung etwas beeilen, denn der Kleinplanet stand schon recht tief und würde wenige Minuten später hinter den Bäumen auf Nachbars Grundstück verschwunden sein. Aber immerhin gelang mir noch diese Aufnahme mit einer Belichtungszeit von 8,6 Minuten. (47)Aglaya ist im Moment nur 14, 2mag hell. Und viel lichtschwächere Objekte sind auf dem Bild auch noch gar nicht zu finden, dafür ist die Belichtungszeit einfach noch deutlich zu kurz. Aber so bin ich stolz, ein weiterer Kleinplanet (der 124.) in meiner Sammlung!

In meinen Wochenhinweisen hatte ich, wie die Zeitschrift Sterne und Weltraum auch mitteilte, auch auf Kleinplanet (1943)Anteros hingewiesen. Aber den habe ich leider immer noch nicht vor die Linse bekommen. Er steht leider zu tief im Westen. Wenn es ausreichend dunkel für ein Bild wäre, ist er schon hinter Nachbars Bäumen verschwunden. 

Weitere Beobachtungen folgen... 

Sonntag, 24. Mai 2026

23./24. Mai 2026: Eine weitere schöne Astronacht mit Mond, Planet und Supernovae

Das schöne Wetter bleibt uns über Pfingsten wohl treu. Hier ein paar weitere Beobachtungsobjekte:


Mond um 22:17 Uhr MESZ

Als erstes Objekt stand natürlich der Mond auf der Liste. Heute hat er das Erste Viertel erreicht. Das "Mond-V" lässt sich schon erahnen, das "Mond-X" jedoch nicht, es liegt noch zu sehr im Dunkeln. Leider hatte ich das diesmal gar nicht in meiner Wochenübersicht notiert, so ist dies mir erst beim Betrachten der fertigen Fotos am nächsten Morgen aufgefallen. Sonst hätte ich den Mond später in der Nacht vielleicht auch noch einmal fotografiert.

Jupiter mit Monden um 22:12 Uhr MESZ

Jupiter selbst ist auf diesem Bild überbelichtet, damit die vier galiläischen Monde gut sichtbar werden.  Rechts vom Jupiter befindet sich gerade der Mond Callisto (eigentlich der mit der größten Bahn, also oftmals eher "weit außen" zu sehen, und weiter rechts davon Mond Io (eigentlich der mit der engsten Bahn um Jupiter, also meist eher ganz nah am Planeten). Auf der linken Seite auf diesem Foto sieht man eng beieinander die Monde Europa und Ganymed, die sich beinahe gegenseitig bedecken. Zu solch engen Begegnungen kommt es zur Zeit öfters, im Kosmos Himmelsjahr sind diese extra als "Konjunktionen" tabellarisch festgehalten.  Dies Bild ist gegenüber dem richtigen Anblick seitenverkehrt, da ich für meine Kamerafixierung am Teleskop noch ein zusätzliches Zenitprisma genutzt habe.

 Und natürlich war ich auch wieder auf der Suche nach fernen Supernovae unterwegs:

NGC 5583 mit der SN2026jlm

 In der Mitte des Bildes ist die Galaxie NGC 5583 markiert. Und wenn sie dort ganz genau hinschauen, dann sieht man innerhalb der grünen Markierung etwas rechts unterhalb des Galaxiekerns einen weiteren kleinen Lichtpunkt. Das ist die Supernova SN2026jlm. Sie wurde am 12. April 2026 entdeckt und hat jetzt noch eine Helligkeit von ca. 16,5mag. Das Bild wurde netto eine knappe halbe Stunde belichtet.

 

NGC 6070 mit SN2026ejy

Diese Supernova in der Galaxie NGC 6070 wurde sogar schon am 25.  Februar diesen Jahres entdeckt. Sie ist eine Supernova vom Typ II. Auf diesem Bild, das gut zwanzig Minuten belichtet wurde ist sie im "Rauschen" in der Galaxie nicht sehr deutlich zu erkennen.

Deshalb hier noch einmal ein Ausschnitt aus dem Bild, nachdem ich es mit der Skycolor-Software von Vaonis entrauscht habe. Hier zeichnet sich die Supernova gut vom Hintergrund ab:

Das gleiche Bild wie oben, nur entrauscht.

 Und schließlich habe ich auch noch einmal ein Bild von "alten Freunden" gemacht. Mir war eingefallen, dass ich im Mai 2022 meine erste Vaonis Vespera Beobachtungsstation bekommen hatte und mein erstes Bild damit, das berühmte "first light" der Galaxie M 60 und der benachbarten Galaxie NGC 4647 mit der Supernova SN2022hrs galt. Heute, vier Jahre später,  ist von dieser Supernova nichts mehr zu sehen:

M60 und NGC 4647 am 23. Mai 2026, 18 Minuten belichtet


 Im Mai 2022 sah mein erstes Foto dieser Gegend so aus:

M60 und Umgebung am 3. Mai 2022, 30 Minuten belichtet.

 Man erkennt nicht nur den Unterschied mit der Supernova damals und heute. Sondern es lässt sich auch gut erkennen, welche Fortschritte die automatische Bildverarbeitung seitdem gemacht hat. Das Rauschen ist deutlich weniger geworden, was nicht zuletzt vor längerem auch durch das Einführen des "Dithering" erreicht wurde. Okay, für einen faireren Vergleich hätte ich das neue Bild sicherlich auch 30 Minuten belichten sollen. Vielleicht erstelle ich so einen Vergleich noch einmal neu. Aber nicht mehr heute, da warten schon die nächsten neuen Ziele auf mich...

 

Samstag, 23. Mai 2026

25. - 31. Mai 2026: Der Himmel über Bad Lippspringe

Am Ende dieser Woche haben wir Vollmond. Von den hellen Planeten sind am Abendhimmel Venus und Jupiter zu sehen, die sich in diesen Tagen immer näherkommen. Beide gehen kurz nach Mitternacht im Westen unter. Vielleicht kann man gegen 22 Uhr Merkur, nur drei, vier Grad über dem Horizont im Westen finden, das bedarf jedoch eines sehr guten, freien Blicks zum Horizont. Am Morgenhimmel kann vielleicht Saturn tief im Osten gefunden werden, er geht um ca. 3:30 Uhr auf. Die ISS ist in dieser Woche nicht bei nächtlichen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 25. Mai, Pfingstmontag, geht die Sonne um 5:19 Uhr auf und erst um 21:25 Uhr unter. Der helle Tag dauert also schon länger 16 Stunden. Derr Mond bedeckt um 0:25 Uhr im Südwesten den 5,4mag Stern 79 Leo. Am Abend ist der Mond zu 74 Prozent beleuchtet. Um 23:49 Uhr kommt es zu einer weiteren Sternbedeckung, diesmal ist der Stern (HIP59182) jedoch nur 7,5mag hell.

Am Dienstag, den 26. Mai, steht Kleinplanet (216)Kleopatra (11,5mag) in nur 1,5 Bogenminuten Abstand zu Zeta Sct (4,7mag). Der Mond geht gegen 16:30 Uhr auf, am Abend ist er zu 82 Prozent beleuchtet.

Am Mittwoch, den 27. Mai, ist der Mond am Abend zu 89 Prozent beleuchtet.

Am Donnerstag, den 28. Mai, bedecken sich um 23:13 Uhr die Jupitermonde Io und Europa gegenseitig. Der Mond geht gegen 19 Uhr auf und ist um 23 Uhr zu 94 Prozent beleuchtet.

Am Freitag, den 29. Mai, erreicht Kleinplanet (29)Amphitrite (9,4mag) ihre Oppositionsstellung. Leider befindet sie sich im Skorpion sehr weit südlich, ca. 4° Grad tiefer als Antares. Der Mond zieht in der Nacht auch in das Sternbild Skorpion, mit 98 Prozent ist er schon fast voll beleuchtet.

Am Samstag, den 30. Mai, geht der Mond um 21:27 Uhr auf und es beginnt eine kurze Vollmondnacht. Kleinplanet (21)Lutetia steht heute in Opposition zur Sonne.

Am Sonntag, den 31. Mai, erreicht der Mond exakt um 10:46 Uhr seine Vollmondposition. Dann steht er bei uns jedoch unter dem Horizont. Er geht am Morgen um 4:30 Uhr unter und am Abend um 22:30 Uhr auf. Im Sternbild Skorpion hält er sich noch unterhalb von Antares auf und erreicht nur eine maximale Höhe von 11° Grad über dem Horizont.

22./23. Mai 2026: Sternenklare Nacht mit Sternbedeckung

 Die Nacht von Freitag auf Samstag war wie angekündigt sternenklar. Hier schon mal ein paar Fotos. Der Mond war schon am Nachmittag gut zu sehen, nach Sonnenuntergang kamen alsbald auch Venus und Jupiter hinzu.

Mond, Jupiter und Venus um 22:15 MESZ

Der Mond ist auf diesem Bild einfach zu finden, aber entdecken Sie auch Jupiter und die Venus? Die Venus hat es am schwersten, aber sie scheint trotz der noch leicht vorhanden Schleierwolen dicht über dem Horizont (rechts unten im Bild). Jupiter steht gleich neben dem Rand des Baumes, etwas rechts, nicht ganz in der Mitte des Bildes. Der Abstand von Jupiter zum Mond ist ungefähr doppelt so groß wie der Abstand zwischen Jupiter und Venus.

Das Bild entstand mit meiner Nikon Coolpix P950 Kamera im Weitwinkelmodus. Mit dem 2000mm-Telezoom sieht der Mond in der gleichen Kamera so aus:

Der Mond im 2000mm Zoom um 22:16 Uhr MESZ

 Vorher gab es bereits um 21:51 Uhr eine Sternbedeckung durch den Mond. Die war in der noch hellen Dämmerung gar nicht einfach zu fotografieren, stand doch die Sonne gerade mal 4° Grad unter dem Horizont. Mit dem bloßen Auge war die Venus schon zu erkenenn, aber sonst noch nicht viel mehr. Ich habe ab ca. 21:45 Uhr versucht, den Stern neben dem Mond abzubilden, doch es gelang mir erst ganz kurz in der letzten Minute vor der Finsternis. 

Genutzt habe ich mein großes Celestron C8 Teleskop, bei dem ich meine Kamera Canon RP in den Okularauszug gesteckt hatte. Hier mein letztes Bild vor der Bedeckung noch mit dem 5,4mag hellen Stern Psi Leo und dem ersten Bild ohne Stern, der dann vom dunklen Mondrand bedeckt wird. 

linkes Bild: 21:50:58.22 MESZ, rechtes Bild 21:51:01.04 MESZ 

 Die Uhrzeiten der Bilder sind der Kamera entnommen, sie sind nicht geeicht. Die Bilder sind auch nicht weiter bearbeitet, man erkennt Sensorflecken und auch eine starke Vignettierung. Der Stern Psi Leo befindet sich in der linken Aufnahme in der Mitte des Bildes. Aufgenommen wurden beide Bilder mit 1/4 Sekunde Belichtungszeit und bei ISO800. Leider ist kein Kontrast zwischen dem dunklen Teil des Mondes und dem Himmelshintergrund zu erkennen.

Ich habe in der Nacht noch einige weitere Objekte besucht, aber das publiziere ich erst später. Jetzt will ich gleich wieder nach draußen, die Sonne genießen. 

Freitag, 22. Mai 2026

21. Mai 2026: Mond mit starker Libration und NGC 3437

 Für die nächsten Tage ist viel Sonnenschein angekündigt. Und auch die Nächte sollen klar werden. Hoffentlich stimmt das, und es treten nicht doch noch im letzten Moment hohe Schleierwolken auf,  oder gar Nebel. Und wenn es so schnell richtig warm wird ist das leider auch häufig nicht gut für das "seeing". Wenn die Luft zu stark flimmert, lassen sich auch keine feinen Details mehr fotografieren.

Aber bleiben wir optimistisch. Es wird in den Nächten der kommenden acht Wochen ohnehin nicht mehr astronomisch dunkel. Da muss man dann eben probieren aus der Not eine Tugend zu machen und zum Beispiel den Mond zu fotografieren. Aber auch andere Objekte wie helle Galaxien oder Sternhaufen können immer wieder nett sein.

So habe ich auch gleich die Nacht vom Donnerstag auf Freitag, vom 21. zum 22. Mai genutzt. Leider musste ich am Freitag früh raus, habe also nur die ersten knapp zwei Stunden Dunkelheit bis zur Mitternacht nutzen können.

Hier zunächst ein Bild des Mondes:

Der Mond am 21. Mai 2026 um 22:23 Uhr MESZ

 Wer sich schon oft Bilder des Mondes angeschaut hat, erkennt sofort die starke Libration. Das Mare Crisium steht weit ab vom Rand. Dadurch sind rechts am Rand weitere Mare zu erkennen, die man nicht alle Tage von der Erde aus zu sehen bekommt. Noch neben dem Mare Crisium ist dies das Mare Marginis und etwas unterhalb davon das Mare Smythii. Zwischen den Maren ist der Krater Neper zu erkennen. Dieser hat eigentlich eine kreisförmige Struktur wie die meisten Krater, da wir aber praktisch nur ganz flach von der Seite auf ihn schauen, sieht er sehr oval aus.

Und dann wollte ich auch wieder nach einer weiteren Supernova Ausschau halten:

NGC 3437 am 22.5.2026, kurz nach Mitternacht

 Dies ist ein Ausschnitt aus dem originalen Bild. Im Original waren teilweise Aufhellungen zu sehen, die an einer Seite wohl vom hellen Mond stammten, auf zwei anderen Seiten leider durch durchziehende Wolken verursacht wurden. Aber da mich nur die Mitte des Bildes interessiert, habe ich das schlicht weggeschnitten.

In der Mitte des Bildes ist die Galaxie NGC 3437 im Sternbild Löwe zu erkennen. In dieser Galaxie wurde am 22. April die Supernova SN2026kie entdeckt. Leider ist die SN in meinem Bild nicht wirklich zu identifizieren, da sie sehr nahe am Zentrum der Galaxie steht. Mit größerem Gerät erstellte Fotos zeigen die SN sehr deutlich, z.B. von Markus Kempf oder Manfred Mrotzek, beide konnten die SN noch in einem frühen Stadium fotografieren, als die helligkeit noch bei 17mag lag. In der Zwischenzeit ist sie auf ca, 15,5mag angestiegen. In meinem Bild lässt sich die SN durch die Helligkeit im inneren der Galaxie erahnen, aber eben nicht so detailliert abbilden wie in den Fotos der beiden genannten Astrofreunde.

Mal sehen, was die nächsten Tage oder Abende an unserem Himmel so bringen werden. 

Montag, 18. Mai 2026

18. Mai 2026: Mond, Venus und Jupiter und ISS teilweise hinter Wolken

 Am Abend des 18. Mai 2026, klarte der Himmel in Richtung Nordwesten auf und gleich nach Sonennuntergang machte ich mich auf, um Ausschau nach der Modsichel und der Venus zu halten. Und tatsächlich, die schmale Mondsichel war schnell gefunden und die Venus dann auch gleich etwas links vom Mond. Bis ich Jupiter mit dem bloßen Auge entdecken konnte, dauerte es noch ein wenig, aber eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang war auch er gut zu erkennen.

Mond, Venus und Jupiter um 21:45 Uhr

Das Bild wurde aufgenommen mit einer Canon RP, Brennweite 24mm, 1/60 Sekunde bei f/4.0 und mit ISO200.

Später konnte ich die schmale Mondsichel auch noch mit meinem Vespera fotografieren. Nachfolgend ein Einzelbildvon 22:36 Uhr, der Mond stand da nur noch 10° Grad über dem Horizont und war schon sehr rötlich eingefärbt. Einzelheiten sind schwer zu erkennen:

Mond um 22:36 Uhr

 Zwischen 22:36 Uhr und 22:42 Uhr sollte auch die ISS über unseren Abendhimmel fliegen. Genau um 22:40:43 Uhr, so die Vorausberechnung, wird sie dabei von meinem Garten aus gesehen über Arcturus, den hellsten Stern im Sternbild Bootes hinwegfliegen. Das wollte ich doch auch gerne fotografieren. Doch leider kam mir im entscheidenden Moment eine Wolke in den Weg.

Arcturus um 22:38 Uhr

 Auf diesem Bild ist Arcturus der hellste Stern auf diesem Foto, aber die von Westen heranziehenden Wolken kommen schon bedrohlich nahe.

Ich hatte auch mein Vespera in Stellung gebracht:

Arcturus im Vespera um 22:39 Uhr, nach 160 Sekunden Belichtungszeit

Doch leider ...
 

Um 22:39:30 ist Arcturus hinter Wolken verschwunden

 
ISS um 22:41:00 Uhr

Erst knapp 20 Sekunden nach der Begegnung mit Arcturus taucht die ISS hinter den Wolken auf. Schade! Es hat nicht viel gefehlt, hätten die Wolken nicht etwas langsamer ziehen können?

Da der Himmel anschließend sich immer weiter bewölkte, habe ich meine Geräte alle wieder ins Haus geholt und diesen kleinen Beobachtungsbericht fertig gestellt. Immerhin gab es ja doch einiges zu sehen. Auch meine Frau war vom Anblick des Mondes und der Venus begeistert! 

Und noch zwei kleine Nachträge:

- Schauen Sie sich noch einmal das Bild von Arturus an, das ich mit meiner Vespera gemacht habe. Dort ist in rechten unteren Bildecke eine sehr interessant geschwungene Kette von Sternen zu sehen. Dieser Asterismus wird auch "Napoleons Hut" genannt.

- und im übrigen: T CrB ist noch immer nicht zur Nova geworden (aber noch ist das Jahr auch nicht um):

T CrB am 18.5.26 um 22:35 Uhr

 T CrB hat immer noch eine Helligkeit von nur ca. 10,2 mag. Ich hatte diese Aufnahme als erstes gemacht, bevor ich mein Vespera auf Arcturus für die Begegnung mit der ISS eingestellt hatte.