Sonntag, 3. Mai 2026

4. - 10. Mai 2026: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche nimmt der Mond wieder ab, die Nächte eignen sich wieder eher auch zur Beobachtung lichtschwächerer Objekte am Himmel. Von den hellen Planeten ist die Venus als Abendstern tief im Westen nach Sonnenuntergang bis ca. 23:30 Uhr zu sehen, Jupiter steht nach Sonnenuntergang noch deutlich höher als die Venus. er geht gegen 1:45 Uhr unter. Da die Sonne jetzt in den Nächten immer weniger tief unter dem Horizont versinkt, sind viele Überflüge der ISS beobachtbar, wenn sie in mehr als 400 Kilometer Höhe auf ihrer Bahn um die Erde noch hell von der Sonne angestrahlt wird.

Am Montag, den 4. Mai, geht die Sonne um 5:50 Uhr auf und um 20:54 Uhr unter. Der helle Tag dauert jetzt also schon mehr als 14 Stunden. Noch wird es ungefähr zwischen Mitternacht und 3 Uhr in der Frühe auch astronomisch dunkel, das heißt die Sonne steht mindestens 18° Grad unter dem Horizont. Der noch zu 94 Prozent beleuchtete Mond geht um 6:24 Uhr unter und erst nach Mitternacht auf. Die ISS ist zum einen kurz um 2:33 Uhr tief im Osten zu sehen, beim nächsten Überflug zwischen 4:07 Uhr und 4:12 Uhr fliegt sie in maximal 76° Grad Höhe hoch über unseren gesamten Morgenhimmel hinweg.

Am Dienstag, den 5. Mai, geht der noch zu 91 Prozent beleuchtete Mond um 0:38 Uhr auf. Er steht im Sternbild Schlangenträger. Die ISS fliegt zwischen 3:18 Uhr und 3:25 Uhr mit maximal 85° Grad Höhe fast genau über unsere Stadt hinweg. Zwischen 4:51 Uhr und 5:01 Uhr erfolgt ein weiterer Überflug in maximal 38° Grad Höhe. Heute Abend steht um Mitternacht Kleinplanet (40)Harmonia (11,5mag) in nur 5' Bogenminuten Abstand zu Stern HIP37269 (6,2mag) und Kleinplanet (41)Daphne (12,0mag) in 5,5' Bogenminuten Abstand bei Stern HIP45614 (6,4mag)

Am Mittwoch, den 6. Mai, geht der zu 84 Prozent beleuchtete Mond um 1:29 Uhr im Sternbild Schütze auf. Um ca. 3:12 Uhr endet die Bedeckung des 6,5mag Sternchens HIP43427 am dunklen Rand des Mondes. Um 2:32 Uhr tritt die ISS genau über unseren Köpfen in 81° Grad Höhe aus dem Erdschatten heraus und fliegt dann schnell bis 2:37 Uhr nach Osten der Sonne entgegen. Zwischen 4:06 Uhr und 4:14 Uhr fliegt sie ein weiteres Mal in maximal 50° Grad Höhe über unseren Himmel hinweg.

Am Donnerstag, den 7. Mai, geht der zu 77 Prozent beleuchtete Mond um 2:08 Uhr auf. Die ISS fliegt zwischen 3:20 Uhr und 3:26 Uhr in maximal 64° Grad Höhe über unseren Nachthimmel hinweg. Beim nächsten Überflug zwischen 4:55 Uhr und 5:00 Uhr erreicht sie nur noch eine Höhe von 20° Grad über dem Horizont.

Am Freitag, den 8. Mai, geht der noch zu 68 Prozent beleuchtete Mond um 2:38 Uhr auf, noch steht er am Rand des Sternbilds Schütze. Die ISS ist erstmalig um 2:35 Uhr kurz im Osten zu sehen. Zwischen 4:08 Uhr und 4:15 Uhr fliegt sie in maximal 28° Grad Höhe u.a. knapp über dem Mond hinweg. Am Abend fliegt die ISS dann zwischen 22:30 Uhr und 22:35 Uhr in maximal 25° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg.

Am Samstag, den 9. Mai, geht der zu 58 Prozent beleuchtete Mond um 2:58 Uhr im Sternbild Steinbock auf. Das exakt Letzte Viertel erreicht er um 23:11 Uhr, dann steht er bei uns jedoch noch unter dem Horizont. Die ISS ist 0:06 Uhr kurz im Westen zu sehen, wo sie um 0:08 Uhr bei Regulus im Erdschatten verschwindet. Um 3:24 Uhr ist sie umgekehrt im Südosten kurz zu sehen, wo sie in 28° Grad Höhe aus dem Erdschatten austritt und in der Nähe des Mondes im Osten am Horizont verschwindet. Am Abend ist sie noch einmal zwischen 21:42 Uhr und 21:50 Uhr mit nur 18° Grad Höhe relativ horizontnah bei einem Überflug zu beobachten. Zwischen 23:18 Uhr und 23:24 Uhr kann sie noch einmal in maximal 58 ° Grad Höhe deutlich besser bei einem Überflug beobachtet werden.

Am Sonntag, den 10. Mai, geht der zu 48 Prozent beleuchtete Mond um 3:14 Uhr auf. Die ISS steigt um 0:55 im Westen ein kurzes Stück bis in den Löwen auf. Am Abend ist sie zwischen 22:30 Uhr und 22:39 Uhr bei einem Überflug in maximal 45° Grad Höhe zu beobachten.

Montag, 27. April 2026

26. April 2026: Mal wieder ein paar Kleinplaneten: (44)Nysa, (154)Bertha und (387)Aquitania

 Neben der Suche nach interessanten Supernovae habe ich in den letzten Tagen auch wieder ein paar Kleinplaneten detektiert. Hier ein paar Beispiele:

(44) Nysa wandert gerade vor dem offenen Sternhaufen M44 ("Praesepe" oder auch "Krippe" genannt)  entlang. Leider habe ich ein erstes Bild vom 25.4. aus Versehen wohl gelöscht, aber hier ein Bild vom 26. April:

(44)Nysa am 26.4.26 um 21:58 Uhr MESZ in M44, 5 min belichtet

 Da M 44 dicht an der Ekliptik liegt, kommt es häufig zu Begegnungen mit Objekten unseres Sonnensystems. Am 2. Juni 2023 konnte ich zum Beispiel Mars dort fotografieren. Mein bisher am längsten belichtetes Bild von M 44 mit 4140 Sekunden (=69 Minuten) habe ich am 15. März 2023 machen können.

Asteroid (154) Bertha habe ich tatsächlich an zwei Tagen hintereinandfer fotografieren können:

(154)Bertha am 25.4.26 um 23:47 Uhr MESZ

 
(154)Bertha am 26.4.26 um 22:52 Uhr MESZ

Beide Bilder wurden 5 Minuten lang belichtet. Die Bewegung von Bertha lässt sich leicht erkennen. Sie bewegt sich zutr Zeit im Sternbild Jungfrau.

Ein letztes Bild:

(387)Aquitania am 25.4.26 im Sternbild "Haar der Berenice"


Dies ist (unbeabsichtigt) ein Einzelbild. Ich hatte zwar eigentlich auch hier fünf Minuten belichtet, aber mein Vespera hat die meisten Bilder mit der Bemerkung "Roundness Error" verworfen. Wahscheinlich zogen gerade doch ein paar Wolken durch.

Umso spannender zu sehen, wie schwache Objekte doch selbst so ein Einzelbild von nur 10 Sekunden Belichtungszeit zeigen kann. (387)Aquitania wurde in Stellarium mit einer Helligkeit von 11,6mag angegeben. Bei dem kleinen Doppelstern etwas unterhalb von Aquitania lauten die Helligkeitsangaben 11,6mag bzw. 12,3mag, und es sind sogar einzelne Sterne mit nur 13mag zu erkennen. 
 

(154)Bertha und (387)Aquitania sind mein 122. und 123. sicher identifizierter Kleinplanet. 

Sonntag, 26. April 2026

27. April - 3. Mai 2026: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche haben wir Vollmond. Die dunklen Nächte sind daher nicht nur kurz, sondern auch stark vom hellen Mond aufgehellt. Von den großen Planeten ist die Venus abends tief im Westen zu sehen, sie geht erst nach 23:15 Uhr unter. Jupiter steht nach Sonnenuntergang hoch im Südwesten, er geht nach 2:00 Uhr morgens unter. Die anderen Planeten stehen alle noch zu dicht bei der Sonne und sind dadurch praktisch nicht beobachtbar. Die ISS ist bei morgendlichen Überflügen zu beobachten.

Am Montag, den 27. April, geht die Sonne um 6:04 Uhr auf und um 20:42 Uhr unter. Astronomisch dunkel ist es nur noch ca. 4 Stunden zwischen 23:30 Uhr und 3:30 Uhr. Der Mond ist abends (22 Uhr) zu 85 Prozent beleuchtet. Die ISS ist zum einen um 3:15 Uhr kurz im Osten zu sehen, ein zweites Mal fliegt sie dann zwischen 4:47 Uhr und 4:54 Uhr hoch (maximal 72° Grad über dem Horizont) über unseren Himmel hinweg.

Am Dienstag, den 28. April, fliegt die ISS zwischen 4:01 Uhr und 4:07 Uhr über unseren Himmel hinweg. Der Mond ist am Abend zu 86 Prozent beleuchtet, er geht um 17:25 Uhr auf.

Am Mittwoch, den 29. April, fliegt die ISS um 4:51 Uhr direkt über Bad Lippspringe hinweg, vier Minuten zuvor steigt sie genau im Westen am Himmel auf und vier Minuten später verschwindet sie am Horizont im Osten. Der Mond ist am Abend zu 97 Prozent beleuchtet, er steht in der Nähe von Spica in der Jungfrau.

Am Donnerstag, den 30. April, zwischen 4:02 Uhr und 4:09 Uhr fliegt die ISS sehr hoch (83° Gard Höhe, oberhalb der Wega in der Leier) über unseren Himmel hinweg. Der Mond ist am Abend fast voll, er ist zu 99 Prozent beleuchtet.

Am Freitag, den 1. Mai, Maifeiertag, fliegt die ISS zwischen 4:49 Uhr und 4:58 Uhr ein weiteres Mal (fast) genau über Bad Lippspringe hinweg. Um 19:24 Uhr erreicht der Mond seine exakte Vollmondstellung, steht dann bei uns jedoch noch unter dem Horizont. Er geht erst um 21:09 Uhr auf, ist aber natürlich immer noch zu 100 Prozent beleuchtet. Bis ca 23:00 Uhr wandert der Schatten von Jupitermond Ganymed (dicht am Großen Roten Fleck) über den Mutterplaneten. Später, ab ca. 0:15 Uhr in der Nacht zieht der Schatten von Europa ebenfalls über Jupiter hinweg.

Am Samstag, den 2. Mai, fliegt die ISS zwischen 4:03 Uhr und 4:10 Uhr noch einmal ganz exakt (um 4:05:24 Uhr) über unsere Stadt hinweg. Der Mond ist immer noch zu 99 Prozent beleuchtet, er geht jedoch erst um 22:23 Uhr auf. Kleinplanet (8)Flora (10,9mag) steht um 21:50 Uhr in nur 7' Bogenminuten Abstand zu Stern HIP96440 (6,1mag). Ab ca. 22:45 Uhr wandert der Schatten von Jupitermond Io über den Planeten.

Am Sonntag, den 3. Mai, fliegt die ISS zwischen 4:51 Uhr und 4:59 Uhr in maximal 64° Grad Höhe über unsere Stadt hinweg. Der Mond geht kurz vor Mitternacht um 23:34 Uhr im Sternbild Skorpion auf, er ist noch zu 95 Prozent beleuchtet.

Freitag, 24. April 2026

22. April 2026: Der Mond bedeckt Sterne

 In meinem Blog weise ich immer wieder einmal daraufhin, wenn der Mond auf seiner Bahn am Himmel über einzelne Sterne hinwegzieht. Be zunehmenden Mond bedeckt er die Sterne mit seiner dunklen Seite, das Licht der Sterne wird dann scheinbar plötzlich ausgeknipst. Bei abnehmenden Mond kann man beobachten, wie ein Stern hinter dem dunklen Mondrand plötzlich wieder angeknipst wird, also wieder auftaucht. Bedeckungen oder Auftauchen am hellen Mondrand lassen sich nur bei sehr hellen Sternen oder Planeten beobachten, meist überstrahlt der helle Mondrand jedoch alles.

Am 22. April sollte es kurz nach 22 Uhr - also zu einer sehr beobachterfreundlichen Stunde - zu einer Sternbedeckung kommen, auch passte endlich mal wieder das Wetter.

So wollte ich ein neues Feature meiner Vespera-Beobachtungsstation ausprobieren. Dieses erlaubt, bei der Mondfotografie die Belichtungszeiten und den "Gain" (also die Chip-Empfindlichkeit) über einen großen Bereicht eigenständig zu steuern. Meine Hoffnung war, das so auch schwächere Sterne dicht am Mond sichtbar werden.

So sah der Mond "normal" fotografiert aus, mit 1/500 Sekunde fotografiert:

Der Mond am 22.4.26 um 21:25 Uhr MESZ

 Und hier jetzt ein erstes "überbelichtetes" Bild, um die Sterne in der Umgebung des Mondes sichtbar zu machen:

Mond und Sterne am 22.4.26 

 Von der meist üblichen Belichtungszeit von 1/500 Sekunden bin ich abgewichen und habe hier auf 1/10 Sekunde gestellt. Dadurch ist der helle, beleuchtete Teil des Mondes stark überbelichtet. Dafür kann man im dunklen Teil des Mondes doch ein paar Strukturen erkennen. Denn ganz dunkel ist es dort ja nicht, denn für einen Astronauten auf dem Mond steht dort "in der Nacht" die hell leuchtende Erde am dunklen Himmel, vier mal so groß wie bei uns auf der Erde der Mond. 

Außerdem habe ich zwei Sterne markiert. HIP 34567 hat eine Helligkeit von 7,1mag und HIP 34582 hat eine Helligkeit von 7,75mag. Wenn man sich das Bild in der Originalgröße anschaut kann man noch einige Sterne mehr erkennen. (Dazu im Firefox-Browser mit der Maus auf das Bild gehen, rechte Maustaste anklicken, dann "Link in neuem Tab öffnen", dann in den neuen Tab gehen und wenn im Mauszeiger ein + zu sehen ist, noch einmal mit linker Maustaste klicken.)

Um 22:00 Uhr MESZ ist der Mond schon dicht an die Sterne herangerückt.

 
Um 22:05:08 steht HIP 34567 genau am Mondrand

Das nächste Foto:

Um 22:05:11, also drei Sekunden später ist HIP 34567 verschwunden

 Und es wiederholt sich:

Um 22:07:51 steht auch HIP 34582 direkt am Mondrand

 ... und drei Sekunden später ist auch dieser Stern hinter dem Mond verschwunden.

Bei diesen etwas überbelichteten Bildern ist die ganze Zeit am unteren dunklen Mondrand ein heller Punkt zu sehen. Das ist natürlich kein Stern, sondern eine Struktur auf dem Mond selbst. Wahrscheinlich ein höherer Kraterwall, der schon etwas von der Sonne beschienen wird, so dass er durch die Überbelichtung deutlicher auffällt als im normal belichteten Modus, wo er (siehe oben) ja noch nicht zu sehen ist. 

Leider erlaubt mein Vespera keine Videoaufzeichnung, so dass eine exaktere Zeitbestimmung nicht möglich ist. 

Ich hatte jedoch zwei weitere Kameras aufgebaut, mit denen ich die Bedeckungen ebenfalls fotografiert habe. Mit Hilfe dieser Bilder liess sich der Zeitpunkt der Bedeckung doch noch etwas genauer bestimmen.

HIP 34567 wurde um 22:05:085 Uhr MESZ bedeckt und

HIP 34582 wurde um 22:07:525 Uhr bedeckt, mit einer Genauigkeit von +/- 1 Sekunde. 

Mittwoch, 22. April 2026

21. April 2026: Mond, 2 weitere Supernovae,

 Am Dienstagabend, den 21. April 2026, war es am Abend klar - und das schöne Wetter soll sogar noch etwas längern andauern. Das musste ich natürlich gleich ausnutzen, auch wenn es tagsüber für mich teilweise recht stressig war und die Müdigkeit abends sehr früh einsetzte.

Erstes Fotoziel war natürlich der Mond, an diesem Abend zu 25 Prozent beleuchtet:

Der Mond am 21.4.26 um 21:30 Uhr

 Danach habe ich einmal mehr nach fernen Supernovae gesucht:

UGC 7180 mit SN2026icv (201 exp)

 

UGC 7180 mit SN2026icv

Dies ist ein Ausschnitt aus einem größeren Bild. Insgesamt habe ich für diese kleine Galaxie UGC 7180 33 Minuten belichtet. Die Supernova dort (SN2026icv) zeichnete sich schon sehr frühzeitig ab. 

Die Supernova wurde am 2. April entdeckt. Zuletzt wurde eine Helligkeit von 15,8mag angegeben. Die Supernova befindet sich im Sternbild Drache, nicht weit entfernt von der Großen Bärin. Dadurch gehört die Galaxie UGC 7180 bei uns zu den zirkumpolaren Objekten.

NGC 3861 mit SN2026ihi 


 Mit größerer Brennweite würde NGC3861 schon sehr interessant aussehen, die Galaxie sieht fast so aus wie Saturn mit weit geöffnetem Ring, wobei durch die kleine darunterliegende Begleitgalaxie es so aussieht, als ob der "Saturn" eine festte Zigarre raucht. :-)

Doch zurück zur Supernova. Die Galaxie befindet sich im Sternbild Löwe, die SN wurde am 4.4.26 entdeckt. Carlos Segarra hatte zuletzt eine Helligkeit von 16,6mag angegeben. Andere haben jedoch nur 17,5mag gemessen - und das ist für mein Vespera schon recht grenzwertig. Deshalb bin ich auch nicht sicher, ob ich die SN wirklich abgelichtet habe. Es ist vielleicht an der passenden Stelle ein etwas hellerer "Lichtpunkt" im Rauschen zu erkennen, oder bilde ich mir das nur ein? Mein Bild wurde 100 Minuten belichtet.

 Ich habe noch eine ganze Reihe weiterer Beobachtungen gemacht. Nicht nur am 21.4., auch am 22.4., darüber werde ich in Kürze berichten. Leider habe ich morgen (23.4.) in aller Frühe schon wieder Termine. Da fehlt mir dann doch jetzt die Zeit zum dokumentieren.

 

Sonntag, 19. April 2026

20. - 26. April 2026: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche nimmt der Mond kräftig zu. Die Venus ist als Abendstern bis ca. 22:45 Uhr im Westen zu finden. Jupiter steht um 22 Uhr noch gut 40° Grad hoch am Himmel, ebenfalls in westlicher Richtung. Die anderen Planeten stehen noch zu dicht an der Sonne, um beobachtet werden zu können. Die Internationale Raumstation (ISS) kann bei morgendlichen Überflügen beobachtet werden.

Am Montag, den 20. April, geht die Sonne um 6:18 Uhr auf und um 20:30 Uhr unter, der helle Tag ist wieder 24 Minuten länger als noch vor einer Woche. Die "astronomisch dunkle Nacht" (Sonne mehr als 18° Grad unter dem Horizont, keine Dämmerung) dauert nur noch ca. 5 Stunden. Die Mondsichel ist um 22 Uhr zu 16 Prozent beleuchtet. Sie geht erst um 1:28 Uhr am Dienstag unter. Um ca. 22:31 Uhr bedeckt der Mond den 7,0mag schwach leuchtenden Stern HIP 23228. Um 23:00 Uhr steht Kleinplanet (44) Nysa (10,9mag) in nur 9' Bogenminuten Abstand bei Stern eta Cnc (5,3mag). Die ISS ist am Morgen zwischen 5:28 Uhr und 5:34 Uhr in maximal 17° Grad Höhe bei einem Überflug im Südosten zu sehen. Ab 21:15 Uhr wandert der Schatten von Jupitermond Kallisto über seinen Mutterplaneten hinweg, ein recht seltenes Ereignis.

Am Dienstag, den 21. April, ist der Mond am Abend zu 25 Prozent beleuchtet. Die ISS ist ganz in der Frühe zwischen 4:42 Uhr und 4:47 Uhr in maximal 12° Grad Höhe im Südosten zu sehen.

Am Mittwoch, den 22. April, geht der Mond um 2:32 Uhr unter. Am Abend ist er zu 36 Prozent beleuchtet und ist nicht weit (ca. 3° Grad) von Jupiter entfernt. Um ca. 22:02 Uhr bedeckt der Mond den 7,1mag Stern HIP 34567 und um ca. 23:23 bedeckt er den 7.0mag Stern 49 Gem. Die ISS ist zwischen 5:30 Uhr und 5:37 Uhr in maximal 33° Grad Höhe bei einem Überflug zu sehen.

Am Donnerstag, den 23. April, geht der Mond um 3:16 Uhr unter. Abends ist er zu 47 Prozent beleuchtet. Die Venus steht heute nur ca. 0,75° Grad rechts (westlich) von Uranus. Aber ob Uranus in der Dämmerung noch zu sehen sein wird? Die ISS ist zwischen 4:43 Uhr und 4:49 Uhr in maximal 24° Grad Höhe im Südosten zu sehen. Heute Nacht steht (154)Bertha (11,5mag) in nur 2' Bogenminuten Abstand beim Stern TYC 5561-248-1 (11,0mag).

Am Freitag, den 24. April, geht der Mond um 3:46 Uhr unter, kurz danach (um 4:32 Uhr) erreicht er das Erste Viertel. Am Abend ist er dann schon zu 58 Prozent beleuchtet. Kurz vor Mitternacht gegen 23:57 Uhr bedeckt der Mond den 7,2mag Stern 78 Cnc (HIP 44918). Ab 21:33 Uhr wandert der Schatten von Jupitermond Europa über den Planeten. Die ISS tritt bei ihrem ersten Überflug heute früh um 3:58 Uhr in Südsüdost in ca. 18° Grad Höhe aus dem Erdschatten heraus und verschwindet um 4:03 Uhr am Horizont. Bei einem zweiten Überflug ist sie zwischen 5:31 Uhr und 5:39 Uhr in maximal 58° Grad Höhe  zu sehen.

Am Samstag, den 25. April, geht der Mond um 4:06 Uhr unter. Am Abend steht er dicht bei Regulus im Löwen und ist zu 68 Prozent beleuchtet. Um 22:30 Uhr bedeckt der Mond den 5,3mag Stern nü Leo (HIP 48883). Ab 21:53 Uhr wandert der Schatten von Jupitermond Io über den Planeten. Die ISS ist ganz kurz gegen 3:14 Uhr tief im Osten zu sehen. Zwischen 4:45 Uhr und 4:52 Uhr ist sie mit einer maximalen Höhe von 45° Grad bei ihrem Überflug über unseren ganzen Morgenhimmel deutlich besser zu beobachten. Kleinplanet (154)Bertha (11,5mag) erreicht heute ihre Oppositionsstellung im Sternbild Jungfrau.

 Am Sonntag, den 26. April, geht der Mond um 4:21 Uhr unter, am Abend ist er zu 78 Prozent beleuchtet. Um ca. 23:20 Uhr bedeckt der Mond den Stern 38 Sex (7,1mag). Die ISS ist zum einen zwischen 4:00 Uhr und 4:05 Uhr im Südosten in maximal 34° Grad Höhe zu sehen. Beim nächsten Überflug steigt sie ab 5:32 Uhr aus dem Westen auf, erreicht die größte Höhe von 83°Grad über dem Horizont um 5:36 Uhr im Süden und verschwindet um 5:42 Uhr in Richtung Sonne im Osten. Auf ihrem Weg passiert sie die hellen Sterne Arkturus, Wega und Deneb.

Mittwoch, 15. April 2026

14. April 2026: Eine schöne klare Nacht, zwei Kleinplaneten und drei weitere Supernovae

 Am Dienstagabend, den 14. April 2026, klarte es deutlich auf und ich konnte den ganzen Abend wieder mit meinen Vespera interessante Objekte am Himmel aufsuchen. Leider wurde ich nach Mitternacht doch müde, sonst hätte man bestimmt die ganze Nacht hindurch beobachten können. Und ich musste am Mittwochmorgen auch schon wieder früh raus zu meinen Terminen. Doch hier zu den Bildern:

Jupiter am 14.4.26 um 21:19 Uhr MESZ

 Nachdem es ausreichend dunkel war, konnte ich meine Vespera Beobachtungsstationen starten, das erste Bild galt dem hellen Planeten Jupiter und seinen Monden (v.l.n.r.) Callisto, Ganymed, Io, (Jup), Europa.

Kleinplaneten standen auch wieder auf meinem Programm:

Kleinplanet (471)Papagena um 21:26 Uhr MESZ

 (471)Papagena zeichnet sich durch eine besondere Form aus, die dazu führt, dass dieser Kleinplanet durch seine Rotation um sich selbst unterschiedlich hell erscheint. Einzelheiten dazu kann man bei Wikipedia lesen. Ich könnte mir vorstellen, dass heute dieser Lichtwechsel und die Rotationsdauer (etwas über 7 Stunden) auch mit Smart-Teleskopen zu ermitteln wäre.

Kleinplanet (511)Davida um 21:49 Uhr

 Kleinplanet (511)Davida stand an diesem Abend nicht weit entfernt bei der Galaxie NGC 3245. Dies ist auch auf dem Bild noch gut zu erkennen, einen Tag zuvor war der Abstand nur halb so groß, doch da war der Himmel leider bedeckt. Der wirkliche Abstand ist natürlich gewaltig, Davida ist von unserer Sonne knapp doppelt soweit entfernt wie unsere Erde, also rund 18 Lichtminuten. NGC 3245 ist von uns und Davida jedoch ca. 55 Millionen Lichtjahre entfernt.

Dann habe ich auch mal wieder die veränderlichen Sterne im Sternbild nördliche Krone (Corona borealis) aufgenommen, also R CrB, T CrB, S CrB und W CrB.  Darüber werde ich in einem anderen Blog-Posting schreiben. Nur so viel sei hier verraten: T CrB ist unauffällig wie immer, noch ist nichts von einem Ausbruch zu sehen.

Spannender ist es dagegen, nach Supernovae Ausschau zu halten. Und da gibt es so einige Kandidaten zur Zeit, die vielleicht auch mit meinen Smart-Teleskopen zu erreichen sind:

NGC 2877 in der Bildmitte am 14.4.26 um 23:59 MESZ

 Das Bild zeigt die Galaxie NGC 2877 mit der Supernova SN2026gud. Auf den ersten Blick ist in diesem gut zwanzig Minuten lang belichtetem Bild von einer Supernova in dieser Galaxie nicht viel zu erkennen. Der "Fleck" mit der Galaxie scheint etwas länglich zu sein.

Überrascht war ich jedoch, als ich das Bild mit Hilfe der Vaonis Software "Skycolor" entrauscht habe. Hier ein Ausschnitt aus dem Bild, so dass er hier sofort im 1:1 Format gezeigt werden kann:

NGC 2877 mit SN2026gud 
 

Jetzt lässt sich die Supernova recht gut "rechts neben" der Galaxie erkennen. Dies stimmt jetzt auch sehr gut mit den anderen Bildern ein, die auf der Plattform von "rochesterastronomy" verlinkt sind und die durchweg von wesentlichen größeren Optiken erstellt worden sind.

Diese SN wurde am 20. März entdeckt, sie wurde zuletzt mit einer Helligkeit von 16,5mag angegeben.

 

NGC 3689 mit SN2026gwx

Die Supernova SN2026gwx in der Galaxie NGC 3689 ist schon etwas leichter auszumachen. Auch hier wieder ein entrauschter Ausschnitt:

Ausschnitt (entrauscht) in Originalgröße

 Auch hier ist im Ausschnitt die Supernova sehr schön zu erkennen. Sie wurde zuleztt mit 15,9mag angegeben. Mein Originalbild wurde 23,5 Minuten lang belichtet.

Noch heller soll die Supernova SN2026gzx mit 14,7mag in der Galaxie NGC 3955 im Sternbild Crater  (Becher) sein. Leider ist mir hier keine Aufnahme gelungen, die Galaxie steht einfach zu tief über dem Südhorizont bei mir, Nachbars Haus und seine Gartenhecken sind mir da im Weg. 

NGC 4914 mit SN2026fjc um 0:20 Uhr MESZ am 15.4.26

 Und als dritte Supernova an diesem Abend habe ich noch SN2026fjc in der Galaxie NGC 4914 aufgesucht. Ich war überrascht, wieviele andere Galaxien sich in der Umgebung befinden. Deshalb habe ich hie gleich das von astrometry.net annotierte Bild für mein Posting genommen. Die Supernova ist ganz dicht am unteren Rand der Galaxie zu erkennen (oder besser: zu erahnen). Leider habe ich es hier nicht mehr mit dem Entrauschen probiert wie bei Sn2026gud. Es war wohl einfach schon zu spät.

Alles in allem hat sich dieser Abend wieder sehr gelohnt. Es ist schon toll, was sich mit so einem Smart Teleskop alles beobachten lässt. Von Kleinplaneten in der nächsten Nachbarschaft unserer Erde bis hin zu Supernovae in Galaxien, Millionen von Lichtjahren entfernt. 

 

 

Sonntag, 12. April 2026

13. - 19. April 2026: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche haben wir Neumond, die Nächte eignen sich daher gut zur Beobachtung lichtschwacher deep-sky-Objekte. Am Abend strahlt die Venus nach Sonnenuntergang tief im Westen als Abendstern. Sie geht gegen 22:30 Uhr unter. Jupiter steht zu Beginn der Nacht noch recht hoch im Südwesten, er geht erst am Morgen gegen 3:00 Uhr unter. In dieser Woche ist im Osten am Morgenhimmel - vielleicht mit bloßem Auge, aber sicherlich einfach im Fernglas - gegen ca. 5:30 Uhr im Sternbild Pegasus in knapp 15° Grad Höhe der Komet C/2025 R3 PANSTARRS (5,5mag) zu sehen. Die ISS ist in dieser Woche nicht bei nächtlichen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 13. April, geht die Sonne um 6:33 Uhr auf und um 20:19 Uhr unter. Der helle Tag dauert jetzt schon bald 14 Stunden. Die nur noch zu 22 Prozent beleuchtete Mondsichel geht erst um 5:09 Uhr auf. Um 23:00 Uhr steht Kleinplanet (511)Davida (11,5mag) in nur 1,5' Bogenminuten Abstand zur Galaxie NGC 3245 (10,8mag). (Achtung: in Stellarium wird die Bezeichnung NGC 3245 doppelt benutzt für zwei dicht beieinanderstehende Galaxien.)

Am Dienstag, den 14. April, geht die nur noch zu 14 Prozent beleuchtete Mondsichel erst um 5:22 Uhr in der Morgendämmerung auf. Gegen 8:39 Uhr MESZ kommt es auf einer Linie von Lippstadt über Paderborn-Elsen - Bad Lippspringe - Steinheim/Nieheim - Polle an der Weser zu einem Transit der ISS vor der Sonne. Genaue Einzelheiten findet man bei https://iss.vierwandfrei.de oder https://transit-finder.com/. Die Sonne steht dann ca. 18° Grad hoch über dem Horizont, die ISS ist über 1000 km von uns entfernt, so dass dieser Transit auf der Zentrallinie sogar länger als 1,5 Sekunden dauert.

Am Mittwoch, den 15. April, ob die nur noch zu 7 Prozent beleuchtete Mondsichel heute früh wohl noch sichtbar ist? Sie geht um 5:33 Uhr auf. Um 22:00 Uhr steht Kleinplanet (471)Papagena (11,5mag) in nur 7,5 Bogenminuten Abstand zu Stern 98 Tau (5,8mag).

Am Donnerstag, den 16. April, scheint so gar nichts Besonderes am Himmel zu passieren. Vielleicht ja auch mal eine gute Gelegenheit, nach Sternschnuppen Ausschau zu halten. Ab dieser Woche sollen die Lyriden sichtbar werden. Ab ca. 22:30 Uhr ist deren Radiant im Sternbild Leier ausreichend hoch über dem Horizont. Das Maximum (mit vielleicht 5 Sternschnuppen pro Stunde) wird jedoch erst am 22. April erreicht.

Am Freitag, den 17. April, ist exakt um 13:52 Uhr Neumond. Um 23:00 Uhr steht Kleinplanet (10)Hygiea (11,9mag) in 6' Bogenminuten Abstand zu Stern 3 Gem (5,7mag).

Am Samstag, den 18. April, geht die nur zu 3 Prozent beleuchtete Mondsichel um 22:32 Uhr unter, das ist knapp zwei Stunden nach Sonnenuntergang. Sie könnte bei klarem Himmel gegen 21:30 Uhr in ca. 7° Grad Höhe über dem Horizont noch gut zu sehen sein. Kleinplanet (374)Burgundia (12,0mag) steht heute in Opposition zur Sonne.

Am Sonntag, den 19. April, geht die erst zu 8 Prozent beleuchtete Mondsichel erst um Mitternacht unter. Er steht ca. 7° Grad oberhalb der Venus, direkt über den Plejaden, die er am späten Nachmittag bedeckt hat, was bei uns am helllichten Tag natürlich nicht sichtbar war.

Donnerstag, 9. April 2026

7./8. April 2026: Weitere Beobachtungen Galaxien, Kugelsternhaufen, Klein- und Großplaneten und was ist ein CV-Objekt?

 Auch am Dienstag und Mittwochabend war der Himmel noch recht klar. Hier ein paar meiner Aufnahmen:

NGC 3402 in der Bildmitte

 In der Mitte des Bildes ist die Galaxie NGC 3402 zu sehen, die auch die Nummer NGC 3411 trägt. Die genauen Hintergründe der doppelten NGC Bezeichnung kenne ich nicht, aber vielleicht hat ja nach der Erstentdeckung von William Herschel im Jahr 1786 wirklich erst wieder 1880 Andrew Common diese Galaxie beobachtet.

Dicht neben (links unterhalb) von NGC 3402 ist noch IC 647 zu sehen und nach weit oben hin (und auch ein Stück nach links) die Galaxien NGC 3421 und NGC 3422.

Zwischendurch auch mal wieder ein Jupiterbild:

Jupiter am 7.4.26 um 21:27 Uhr MESZ

 Auf diesem Bild lautet die Reihenfolge der Galileischen Monde (v.l.n.r.): Ganymed - Io - Jupiter - Europa - Kallisto. Auf dem Bild sind noch zahlreiche weitere Sterne bis hin zur 12mag und weniger zu erkennen. Insgesdamt wurde es aus 72 Einzelbildern a 2 Sekunden gestacked, wobei seitens meines Vespera-Teleskops 3 Bilder verworfen wurden, wodurch die Netto-Belichtungszeit nur 138 Sekunden, also etwas über zwei Minuten beträgt.

Auch (40)Harmonia habe ich wieder fotografiert:

(40)Harmonia am 7.4.26 um 21:11 Uhr MESZ

Im Vergleich zu dem Foto von gestern kann man deutlich erkennen, wie der Kleinplanet sich vom hellen Stern 37 Gem weiter entfernt hat. Dieses Bild wurde knapp 5,5 Minuten belichtet.

Rochesterastronomy meldete am 7.6.26 ein Objekt mit der Bezeichnung AT2026hyy mit einer Helligkeit von 14,2mag. Das sollte für mich zu packen sein, dachte ich mir:

Wo ist AT2026hyy ?

 Das Objekt sollte sich in dem Gebiet im roten Kreis oberhalb des Fragezeichens befinden. Dort ist jedoch überhaupt nichts zu erkennen. Inzwischen wurde das Objekt auch als ein "CV"-Objekt identifiziert, also ein "Cataclysmic variable" Stern. Das sind binäre Sternsysteme mit einem Weißen Zwerg und einem Begleitstern, die durch Massenübertragung zu Helligkeitsausbrüchen führen. Also so ein Objekt wie T Corona Borealis. Und dann ist es natürlich gut möglich, dass ein solches Objekt am 31. März zum Zeitpunkt der Entdeckung tatsächlich 14,2mag hatte, abetr eine gute Woche später, zum Zeitpunkt meiner Beobachtung, schon wieder mehere Größenklassen lichtschwächer ist.

NGC 5053 am 7.6.26 um 23:13 Uhr MESZ

 NGC 5053 ist ein sehr lockerer Kugelsternhaufen. Hier sollen sich laut Wikipedia nur 3500 Sterne befinden, das ist im Vergleich zu den 500000 Sternen in Messier 13 natürlich so gut wie nichts. Dieses Bild wurde über eine Stunde lang belichtet (67 Minuten).

Messier 89 (in der Bildmitte), am 8.4.26 um 22:59 Uhr

 Dieses eine Stunde lang belichtete Bild zeigt in der Bildmitte die recht unspektakulär erscheinende Galaxie M 89.  Links oben ist Messier 90 zu sehen, durch die Schräglage doch irgendwie spannender. Dich wenn man dieses Bild von nova.astrometry.net analysieren lässt, findet man noch viele weitere Objekte:

Das gleiche Bild, mit vielen weiteren gekennzeichneten Galaxien

 Wer hat Lust, jetzt diese Objekte einmal durchzugehen und herauszufinden, welches am weitestens von uns entfernt ist?

 


 

Mittwoch, 8. April 2026

6. April 2026: Kleinplanet (40)Harmonia, Tiangong, M 87 und M 35

 Am Abend des Ostermontags war der Himmel klar, nur ab und an zogen leichte Schleierwolken durch (oder war es Hochnebel?), die beeinträgten die Beobachtungen jedoch nicht zu sehr.

Kleinplanet (40) Harmonia in der Nähe von 37 Gem

 Der Kleinplanet (40)Harmonia (11,2mag) befand sich noch immer in der Nähe des Sterns 37 Gem (5,7mag).

Dann wollte ich die chinesische Raumstation Tiangong  fotografieren. Zuvor hatte ich mir noch die neueste Version des Planetariumsprogramm "Stellarium" heruntergeladen. Die Version 26.1 war gerade tags zuvor veröffentlicht worden.

IC 2311 und NGC 2566, aber wo ist die Tiangong? (110 Aufnahmen a 10 Sekunden)


Auf der Bahn der Tiangong hatte ich mir eine Position gesucht, auf der sie an zwei fernen Galaxien vorbei kommen sollte. Doch ist sie auf dem Bild zu finden? 

 Ich hatte die Aufnahme kurz vor 21:28 Uhr begonnen, die Tiangong sollte um 21:30 Uhr durch das Bild rasen und eine deutliche Strichspur hinterlassen.

Während der Entstehung des Bildes war mir jedoch nichts aufgefallen. Es gab eine kleine, lichtschwache  Strichspur, genau zwischen den Galaxien NGC 2566 und IC 2311. Aber diese entstand gleich bei der ersten Aufnahme und wurde dann durch das Stacking immer weniger sichtbar. Wahrscheinlich war dies nur die Spur eines Starlink-Satelliten. 

Da ich selbst nichts bemerkte, liess ich die Aufnahme einfach weiterlaufen, wenigsten die Galaxien IC 2311 und NGC 2566 wollte ich dann aufnehmen. So wurde dieses Bild am Ende 18 Minuten belichtet.

Doch wenn Sie sich das Bild noch einmal genau anschauen: Am linken Rand, oberhalb des Sterns  HD 70483, etwas unterhalb und links von Stern HD 70393, da ist doch ein kleiner, aber heller Strich zu sehen. Dieser taucht genau beim 14. Bild meiner Belichtungsreihe auf. Also genau zu dem Zeitpunkt um 21:30 Uhr, als die Tiangong durch das Bild fliegen sollte. Wenn dies tatsächlich die Tiangong ist, ist sie wahrscheinlich genau im Zeitpunkt einer Belichtungspause zwischen dem 13. und 14. Bild durchgerauscht, so dass meine Vespera sie fast verpasst hätte. Auch wenn diese Spur nur extrem kurz ist, ist das Ergebnis doch eine Ermutigung, bei einer anderen Gelegenheit noch einmal wieder zu probieren, auch die Spur der ISS oder eben der Tiangong oder eines anderen sehr hellen Satelliten mit meiner Vespera aufzunehmen.

M 87 am 6.4.26 um 23:21 Uhr MESZ

Nach langer Zeit habe ich auch mal wieder Messier 87 aufgenommen. Das Bild wurde aus 333 Einzelbildern gestacked, also insgesamt 55,5 Minuten lang belichtet.

M 87 mag auf meinem Foto relativ "langweilig" erscheinen, weil in dieser Galaxie keine auffälligen Strrukturen zu sehen sind. Und doch ist sie eines der spannensten Objekte am Himmel überhaupt. Hier gelang es zum ersten Mal überhaupt, ein schwarzes Loch hzu fotografieren.
 

M 35 und darunter NGC 2158

 Und ein weiteres Messier Objekt konnte ich ausführlich belichten. Die obige Aufnahme von Messier 35 und NGC 2185 wurde genau 3580 Sekunden lang, also fast eine Stunde lang belichtet. Zu diesen beiden Objekten hatte ich schon früher etwas in meinem Blog geschrieben, damals hatte ich sie jedoch nur eine gute halbe Stunde lang belichtet.

 

 

 

Sonntag, 5. April 2026

6. - 12. April 2026: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche nimmt der Mond weiter ab, allerdings werden die Tage auch schnell länger, so dass die wirklich dunklen Nächte kurz sind. Von den hellen Planeten leuchtet die Venus bis ca. 22:00 Uhr als Abendstern tief im Westen. Jupiter leuchtet noch bis ca. 3:00 Uhr früh am Himmel. Die Sichtbarkeit des Fernglasplaneten Uranus am Abendhimmel geht allmählich zu Ende (Untergang bald nach 23 Uhr). Die anderen Planeten stehen noch der Sonne zu nahe, um am Himmel aufzufallen. Die ISS ist diese Woche nicht bei nächtlichen Überflügen zu sehen. Der Komet C/2026 A1 MAPS ist bei seiner Annäherung an die Sonne am Karsamstag zerfallen. Er wird keine spektakuläre Show mehr zeigen können.

Am Montag, den 6. April, Ostermontag, geht die Sonne um 6:49 Uhr auf und um 20:07 Uhr unter. Astronomisch dunkel (=Sonne mehr als 18° Grad unter dem Horizont) ist es erst nach 22:00 Uhr. Da der Mond jedoch erst am Dienstag um 1:48 Uhr aufgeht, bleiben noch gut drei Stunden für "deep-sky"-Objekte. Bereits um 1:00 Uhr früh steht Kleinplanet (40) Harmonia (11,2mag) in nur 2' Bogenminuten Abstand zum Stern 57 Gem (5,7mag).

Am Dienstag, den 7. April, der Mond steht heute früh im Sternbild Skorpion. Heute steht er in Erdferne (404970 km), sollte uns also etwas kleiner als im Mittel erscheinen. Um 5:51 Uhr endet die Bedeckung des 6,0mag hellen Sterns HIP 81992 am dunklen Rand des Mondes. Ob dieses Ereignis in der Morgendämmerung noch sichtbar sein wird?

Am Mittwoch, den 8. April, geht der zu ca. 69 Prozent beleuchtete Mond um 2:47 Uhr zwischen den Sternbildern Skorpion und Schütze im Sternbild Schlangenträger auf.

Am Donnerstag, den 9. April, geht der Mond um 3:35 Uhr im Sternbild Schütze auf, er ist noch zu 60 Prozent beleuchtet.

Am Freitag, den 10. April, steht der Mond um 6:52 Uhr exakt im Letzten Viertel. Mondaufgang ist vorher um 4:10 Uhr. Zum Letzten Viertel ist die Sonne schon aufgegangen (um 6:40 Uhr).

Am Samstag, den 11. April, geht der Mond um 4:35 auf, er ist noch zu 41 Prozent beleuchtet. Kleinplanet (39)Laetitia steht um 00:30 Uhr in 6,5' Bogenminuten Abstand zum Stern HIP 40231 (6,0mag)

Am Sonntag, den 12. April, geht die zu 31 Prozent beleuchtete Mondsichel um 4:54 Uhr auf. Kleinplanet (374)Burgundia (12,2mag) steht um 22:00 Uhr in 5' Bogenminuten Abstand zu Stern HIP67069 (6,9mag).

Freitag, 3. April 2026

3. April 2026: Komet C/2026 A1 MAPS im Blickfeld des Sonnensatelliten SOHO

 Der Komet C/2026 A1 MAPS ist im Blickfeld des Koronographen "LASCO C3" des Sonnenbeobachtungssatelliten SOHO aufgetaucht. Sehr schön kann man einen kleinen "Kopf und Schweif" erkennen.

Der Komet C/2026 A1 MAPS links unten

 Ganz rechts am Rand verschwindet gerade der Ringplanet Saturn aus dem Blickfeld. Dieser leuchtet deutlich heller als der Komet. Die Helligkeit des Kometen auf diesem Bild dürfte bei ca. 4mag liegen. Mal sehen, ob er bei weiterer Annäherung an die Sonne noch heller wird.

Er soll der "Oberfläche" der Sonne auf 160 000 km nahe kommen. Da er selbst nur einen Duchmesser von ca. 400 Metern hat, rechnen viele damit, dass der Komet diese Annäherung nicht überleben wird. Wir sehen also wahrscheinlich gerade einen Kometen, der "in seinen Tod der Sonne entgegen abstürzt". Sollte ein solcher Komet nicht vielleicht nach Ikarus benannt werden? Warten wir es ab. 

Außerdem kann man von der Sonne ausgehend nach oben rechts auch noch einen kleinen CME, Materieauswurf erkennen. 

Am 3. April um 12:18 Uhr UT ist der Komet schon deutlich heller und länger geworden:

Der Komet wird heller und länger  


Am Abend des 3. April war er schon weiter und wieder etwas heller:

Der Komet nähert sich seinem Perihel (dem Punkt des kürzesten Abstands zur Sonne)

 Heute, am 4. April 2026 soll der Komet um 16:26 Uhr MESZ das Perihel seiner Bahn um die Sonne erreichen. Jetzt wird es spannend. Wird er überleben? Wird er verdampfen?

Ein Bild von heute früh, von einem anderen Satelliten aufgenommen:

C/2026 A1 MAPS im Blickfeld von CCOR-1 um m7:00 Uhr UT am 4.4.26


 Auch von diesem Satelliten gibt es ein schönes Video zur Aktivität der Sonne der letzten Tage und der Annäherung des Kometen:   https://ccor.nrl.navy.mil/ccor_realtime/CCOR1_realtime_MinBckgnd.mp4

In diesem Video kommt es - kurz bevor der Komet auftaucht - sogar zu einer "Sonnenfinsternis". CCOR ist ja ein Instrument an Bord eines geostationären Wettersatelliten (GOES), so dass ab und an die Erde selbst die Sonne verdeckt.

 Mehr Informationen zu diesem Koronographen gibt es auf dieser Webseite

Jetzt hat der Komet sein Perihel erreicht. Auch auf den Bildern des CCOR-Koronographen ist nichts mehr von ihm zu sehen. Ist er nur abgedeckt? Oder ist er schon am Zerschmelzen? Bald werden wir es wissen:

Der Komet ist verschwunden - nur abgedeckt oder schon aufgelöst?


 Hier auch noch ein Link zum SOHO - LASCO 3 Video: https://soho.nascom.nasa.gov/data/LATEST/current_c3.gif

Und das SOHO LASCO C2 Video: https://soho.nascom.nasa.gov/data/LATEST/current_c2.gif .

Eine Kurzfassung ist dazu bei spaceweather.com verlinkt. Spaceweather schreibt dazu: "A sudden brightening between 0600 UTC and 0800 UTC might indicate a fragmentation of the nucleus. If so, the comet could emerge from behind the coronagraph's occulting disk (which blocks the glare of the sun) as a "headless wonder"--all tail and no head." (auf deutsch: Eine plötzliche Aufhellung zwischen 06:00 UTC und 08:00 UTC könnte auf eine Zersplitterung des Kerns hindeuten. In diesem Fall könnte der Komet hinter der Okkultationsscheibe des Koronagraphen (die das grelle Sonnenlicht abschirmt) als „kopfloses Wunder“ hervortreten – nur mit Schweif, aber ohne Kopf. )

Nachtrag 22:00 Uhr:

Wie Uwe Piltz von der Vereinigung der Sternfreude (VdS) schreibt, hat der Komet sein Perihel nicht überlebt: https://sternfreunde.de/2026/04/04/komet-maps-hat-das-das-perihel-wohl-nicht-ueberlebt/ 

*** Aber die Geschichte geht weiter (Ostersonntag 12:00 Uhr) ***

Der Komet ist zerbrochen, aber sein Schweif lebt!

Der Schweif des Kometen ...

Und noch einmal (fast) das gleiche Bild im SOHO Lasco C3 Koronographen:

Auch bei LASCO C3 ist kein "Kometenkopf" mehr zu erkennen.

Der Kopf des Kometen mag zerbrochen sein, aber (s)eine Staubwolke folgt weiter seiner Bahn. Hier im Koronographen ist sie noch recht kompakt und hell. Ob davon etwas - in entsprechend größerem Abstand zur Sonne - aber noch am Himmel zu sehen sein wird, gilt es weiter abzuwarten. Ich bin da skeptisch. Genießen Sie jetzt einfach auch noch einmal die oben verlinkten Videos!

Und wunderschön wäre es, wenn die Erde jetzt die Bahn dieses Kometen kreuzen könnte. Wir hätten dann eine phantastische Sternschnuppennacht!

In einer astronomischen Chatgruppe schrieb ein Bekannter von mir dazu sinngemäß: "Wenn etwas so dicht an Karfreitag stirbt, ist die Auferstehung nicht weit".  So ist die Geschichte dieses Kometen schon fast eine Ostergeschichte!

Ich wünsche all meinen Leserinnen und Lesern

 ein gesegnetes Osterfest! 

 

Ein paar weitere Bilder von Ende März / Anfang April

 Ende März / Anfang April sind noch ein paar weitere Bilder entstanden.

Hier ein Bild von M 64, der "Schwarzes-Auge-Galaxie":

M 64 am 31. März 2026

Ich habe das Bild mit der Vaonis "SkyColor"-Technologie gegenüber dem reinen "pout-of-the-box"-Bild entrauscht und ein wenig im Kontrast verstärkt. Das Dunkelband innerhalb dieser Galaxie kommt sehr schön zur Geltung.

Am 1. April habe ich auch noch ein größeres Mosaik der Herz- und Seelen-Nebel aufgenommen (IC 1805 und IC 1848):
 

Herz- und Seele-Nebel im Vespera Pro

Auch hier habe ich wieder die SkyColor-Technik an gewendet, um die Nebel deutlicher herauszuarbeiten.

Bei diesem Mosaik lohnt es sich, das Bild mit der rechten Maustaste in einem eigenen Browserfenster zu öffnen, da man es dann dort auf volle Auflösung vergrößern kann.

 Und ich konnte auch wieder eine weitere Supernova fotografieren:

NGC 4914 am 31.3.2026

 Die Supernova SN2026fjc wurde am 12. März 2026 in der Galaxie NGC 4914 entdeckt. Sie hat eine Helligkeit von 14,9mag erreicht und ist deutlich abgesetzt vom Kern der Galaxie gut zu erkennen. Mein Bild wurde genau 45 Minuten lang belichtet.

"Jupiters Geist" (NGC 3242) am 27.3.26

 Bereits am 27. März hatte ich auch NGC 3242 fotografiert. Dies ist ein leicht bläulich erscheinender Nebel. Mein Vespera zeigt da natürlich keine Details, einfach nur ein etwas größerer, runder "Fleck". Eigentlich nicht mit einem Stern zu verwechseln. Ein etwas blasser planetarischer Nebel, der im Fernrohr auf den ersten Blick die Größe des Jupiterscheibchens hat und von daher diesen Namen "Jupiters Geist" durchaus zu Recht trägt.

Und schließlich noch eine seltener fotografierte Galaxie, IC 342:

IC 342 am 1.4.2026

 IC 342 ist eine recht große Spiralgalaxie, auf die wir gut von oben herab schauen. Die Spiralarme sind jedoch nur schwach am leuchten. Die visuelle Helligkeit der Galaxie ist zwar mit 8,4mag angegeben, sie erscheint jedoch deutlich schwächer. Mein Bild wurde 144 Minuten, also über zwei Stunden belichtet.

Donnerstag, 2. April 2026

2. April 2026: Der Ostervollmond und der Flug zum Mond

Es war eine strahlende Vollmondnacht, die Nacht vom 1. zum 2. April 2026. Die Nacht des Ostervollmondes. Exakt wurde diese Position am 2. April um 4:12 Uhr erreicht. Solange bin ich dann doch nicht aufgeblieben. 

Der Vollmond am 1.4.26 um 22:32 Uhr MESZ

Dieses Bild entstand mit meiner Nikon P950 Kamera bei voll ausgefahrener Brennweite (entsprich 2000mm bei Vollformat)

Aber auch mit meinem Vespera Pro habe ich noch Aufnahmen gemacht:

Vollmond um 22:10 Uhr MESZ mit dem Vespera Pro


 Nach Mitternacht (und auch schon Stunden vorher) habe ich verfolgt, wie der Countdown und dann der Start der Artemis II Mission zum Mond erfolgte. Ich bin ja an Bord dabei:

Meine Bordkarte für die Artemis II Mission

 Insgesamt hat die NASA 5 647 889 solche Bordkarten ausgestellt. Und alle Namen fliegen tatsächlich auf einem kleinen Chip mit um den Mond. Phantastisch, dass ich dabei sein darf.

Sonntag, 29. März 2026

30. März - 5. April 2026: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche haben wir Vollmond. Da dies der erste Vollmond nach dem astronomischen Frühlingsanfang vom 20. März ist, fällt auf den Sonntag danach das Osterfest und entsprechend die anderen christlichen Feiertage nach unserem Kalender. Bei der Sichtbarkeit der hellen Planeten ändert sich nicht viel gegenüber der Vorwoche. Die Venus bringt sich etwas besser in Stellung, sie geht jetzt um ca. 21:45 Uhr im Westen unter. Uranus kann bis kurz vor Mitternacht im Fernglas gefunden werden. Jupiter steht nach Sonnenuntergang hoch im Süden und geht erst gegen 4:00 Uhr unter. Die ISS ist in dieser Woche nicht bei nächtlichen Überflügen zu sehen, dafür kann am Ende der Woche die chinesische Raumstation Tiangong gesichtet werden. 

In dieser Woche zieht der helle Komet C/2026 A1 MAPS an der Sonne vorbei. Leider ist er von uns aus am Himmel nicht zu sehen. Er müsste jedoch am 2. April im Bildfeld des LASCO C3-Koronographen des Sonnenobservatoriums SOHO auftauchen. Vielleicht ist es ja ganz spannend, dort den Kometen zu verfolgen und zu beobachten.

Am Montag, den 30. März, geht die Sonne um 7:05 Uhr auf und um 19:55 Uhr unter. Haben Sie sich schon an die Umstellung auf die Sommerzeit gewöhnt? Der Mond ist am Abend zu 95 Prozent beleuchtet, er geht um kurz nach 17:00 Uhr im Osten auf. Um 20:12 Uhr bedeckt der Mond den Stern 56 Leo (5,8mag).

Am Dienstag, den 31. März, ist der Mond am Abend zu 98 Prozent beleuchtet, er geht um 18:21 Uhr auf.

Am Mittwoch, den 1. April, geht der Mond um 19:37 Uhr auf (das ist noch kurz vor dem Sonnenuntergang um 19:58 Uhr), die Vollmondnacht beginnt. Heute Nacht beginnt das nächste Startfenster für den Flug von Artemis II zum Mond. Ob dies diesmal klappen wird? Das Startfenster öffnet sich von 0:24 Uhr bis 2:24 Uhr MESZ, bei uns also erst am 2. April in aller Frühe.

Am Donnerstag, den 2. April, Gründonnerstag, erreicht der Mond exakt um 4:12 Uhr seine Vollmondposition. Dieser geht um 6:46 Uhr unter. Um 20:53 Uhr geht der Mond wieder auf, er ist am Abend nur noch zu 99 Prozent beleuchtet, diesen kleinen Unterschied kann man jedoch nur im Fernglas oder Teleskop daran erkennen, das am Westrand des Mondes schon wieder erste Krater zu sehen sind. Ab 22:47 Uhr steht bei Jupiter Ganymed genau vor dem Planeten und der Schatten von Io fällt ebenfalls auf den Kometen. Kleinplanet (7)Iris (9,7mag) steht um 22:00 Uhr in nur 4,5' Bogenminuten Abstand beim Stern 13 Sextant /6,5mag). In dieser Nacht zieht Kleinplanet (8)Flora (11,4mag) in 6,5' Bogenminuten Abstand am Stern HIP 93996 (5,5mag) vorüber. 

Am Freitag, den 3. April, Karfreitag, geht der immer noch zu 97 Prozent beleuchtete Mond um 22:09 Uhr auf. Zwischen 21:17 Uhr und 21:19 Uhr ist im Süden in maximal 11° Grad Höhe kurz die Tiangong zu sehen. Um 22:00 Uhr zieht Kleinplanet (433)Eros (11,8mag) in nur 10' Bogenminuten Abstand am Doppelstern HIP33372 (5,9mag) vorüber.

Am Samstag, den 4. April, Karsamstag, geht der zu 92 Prozent beleuchtete Mond um 23:24 Uhr auf. Die chinesische Station Tiangong kann in maximal 12° Grad Höhe zwischen 21:53 Uhr und 21:54 im Süden gesehen werden. Kleinplanet (26)Proserpina steht heute in Opposition zur Sonne (10,5mag), sie zieht um Mitternacht in 11' Bogenminuten Abstand am Doppelstern 46 Vir vorbei.

Am Sonntag, den 5. April, Ostern, ist zwischen 20:53 Uhr und 20:56 Uhr ist im Süden in maximal 11° Grad Höhe kurz die Tiangong zu sehen. Der Mond geht erst nach Mitternacht, um 0:39 Uhr am Ostermontag auf, er ist dann zu 86 Prozent beleuchtet. Er zeigt heute wieder starke Libration in Breite, so dass wir auf seinen Nordpol schauen können. Kleinplanet (40)Harmonia (11,4mag) zieht diese Nacht in nur 2' Bogenminuten Abstand an Stern 37 Gem (5,7mag) vorüber. 

 

 

29. März 2026: Keine Regulusbedeckung, aber immerhin wieder etwas Sonnenschein

 Am Sonntag nach dem Astronomietag lockerte tagsüber der Himmel wieder etwas auf, so dass ich wieder einmal die Sonne und ihre Flecken fotografieren konnte:

Die Sonne am 29.3.26 um 12:31 Uhr MESZ

 Viele (meist kleinere) Gruppen sprenkeln die Sonne. Die Gruppe oben rechts (AR4401) und die Gruppe unten links (AR4405) haben beide ein sog. beta-gamma-Magnetfeld, also das Potential für stärkere Flares der Klasse M, mal sehen, wie impulsiv sie wirklich sind.

Am Abend sollte um 20:23 Uhr der Mond den hellen Stern Regulus bedecken. Leider zog ab ca. 17 Uhr starke Bewölkung auf. Etwas überrascht war ich, dass nach der tagesschau zur berechneten Zeit der Bedeckung der Mond tatsächlich etwas durch die Wolken zu sehen war:

Der Mond hinter Wolken am 29.3.26 um 20:23 Uhr

 Doch genauso wie man keine Einzelheiten auf dem Mond erkennen konnte, war natürlich auch von Regulus nichts zu sehen. Dafür war die Bewölkung dann doch zu dicht. Schade!