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Samstag, 23. Mai 2026

25. - 31. Mai 2026: Der Himmel über Bad Lippspringe

Am Ende dieser Woche haben wir Vollmond. Von den hellen Planeten sind am Abendhimmel Venus und Jupiter zu sehen, die sich in diesen Tagen immer näherkommen. Beide gehen kurz nach Mitternacht im Westen unter. Vielleicht kann man gegen 22 Uhr Merkur, nur drei, vier Grad über dem Horizont im Westen finden, das bedarf jedoch eines sehr guten, freien Blicks zum Horizont. Am Morgenhimmel kann vielleicht Saturn tief im Osten gefunden werden, er geht um ca. 3:30 Uhr auf. Die ISS ist in dieser Woche nicht bei nächtlichen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 25. Mai, Pfingstmontag, geht die Sonne um 5:19 Uhr auf und erst um 21:25 Uhr unter. Der helle Tag dauert also schon länger 16 Stunden. Derr Mond bedeckt um 0:25 Uhr im Südwesten den 5,4mag Stern 79 Leo. Am Abend ist der Mond zu 74 Prozent beleuchtet. Um 23:49 Uhr kommt es zu einer weiteren Sternbedeckung, diesmal ist der Stern (HIP59182) jedoch nur 7,5mag hell.

Am Dienstag, den 26. Mai, steht Kleinplanet (216)Kleopatra (11,5mag) in nur 1,5 Bogenminuten Abstand zu Zeta Sct (4,7mag). Der Mond geht gegen 16:30 Uhr auf, am Abend ist er zu 82 Prozent beleuchtet.

Am Mittwoch, den 27. Mai, ist der Mond am Abend zu 89 Prozent beleuchtet.

Am Donnerstag, den 28. Mai, bedecken sich um 23:13 Uhr die Jupitermonde Io und Europa gegenseitig. Der Mond geht gegen 19 Uhr auf und ist um 23 Uhr zu 94 Prozent beleuchtet.

Am Freitag, den 29. Mai, erreicht Kleinplanet (29)Amphitrite (9,4mag) ihre Oppositionsstellung. Leider befindet sie sich im Skorpion sehr weit südlich, ca. 4° Grad tiefer als Antares. Der Mond zieht in der Nacht auch in das Sternbild Skorpion, mit 98 Prozent ist er schon fast voll beleuchtet.

Am Samstag, den 30. Mai, geht der Mond um 21:27 Uhr auf und es beginnt eine kurze Vollmondnacht. Kleinplanet (21)Lutetia steht heute in Opposition zur Sonne.

Am Sonntag, den 31. Mai, erreicht der Mond exakt um 10:46 Uhr seine Vollmondposition. Dann steht er bei uns jedoch unter dem Horizont. Er geht am Morgen um 4:30 Uhr unter und am Abend um 22:30 Uhr auf. Im Sternbild Skorpion hält er sich noch unterhalb von Antares auf und erreicht nur eine maximale Höhe von 11° Grad über dem Horizont.

Samstag, 1. März 2025

1. März 2025: Mond und Venus und manches mehr

 Nach Sonnenuntergang am Abend des 1. März klarte es plötzlich auf. Ich konnte sogar noch einen Blick auf den Mond erhaschen:

Mond und Venus am 1. März, kurz nach 19 Uhr.

 Der Mond stand zwar schon hinter den Ästen der Bäume der Nachbargrundstücke, doch noch sind diese nicht belaubt und so war seine schmale Sichel gut durch die Äste zu sehen.

Kurz nach 19 Uhr war die von der Erde sichtbare Mondoberfläche zu 4 Prozent durch die Sonne beleuchtet, eine sehr schmal Sichel also. Aber Neumond war ja auch erst gestern. Er stand gerade mal zehn Grad über dem Horizont.  Das "aschgraue" Licht im nicht von der Sonne beleuchteten Teil des Mondes ist von der Erde reflektiertes Licht. Denn dort - würde man auf der Mondoberfläche stehen - würde jetzt die helle Erde am dunklen Nachthimmel stehen. Und vom Mond aus gesehen ist die Erde ungefähr viermal größer als dfer Mond von uns aus gesehen. Und so ist das Licht der Erde auf dem Mond natürlich auch noch heller als das Licht des Mondes auf der Erde. Der Erdschein sorgt also dafür, dass es dort nicht völlig dunkel ist. Und wenn man dann auch noch die Belichtung des Fotos etwas hochschraubt, kommt dieser Teil des Mondes durchaus zur Geltung.

Die Mondsichel "frei Hand"


 Mit meinem 400mm Teleobjektiv habe ich versucht, die Mondsichel freihändig zu fotografieren: bei f/8 und ISO3200 habe ich 1/15 Sekunde belichtet. Man kann sogar durchaus einige Strukturen und Krater auf der Mondsichel erkenenn. Eine genaue Zuordnung, welche Krater welchen Namen trägt ist jedoch schwierig, dafür ist die Sichel wohl doch noch zu schmal.

Auch die Venus zeigt heute eine schöne Sichelgestalt. Noch ist sie jedoch deutlich mehr als 4 Prozent beleuchtet - und sichtbar wird die Sichel auch erst im Fernglas oder Fernrohr (oder ausreichend starkem Teleobjektiv:

Venus am 1.3.2025

 

Hier noch ein paar weitere Beobachtungen aus dieser Nacht:

T CrB am 2.3.25 um 0:38 Uhr MEZ

 T Corona Borealis ist wohl immer noch nicht zur Nova explodiert. Die Helligkeit bewegt sich ganz im üblichen Rahmen, mit 9,8mag (gemessen mit dem Programm ASTAP tendenziell eher am oberen Rand.

 Vorher gelang mir zwisvchendurch auch wieder einmal ein "schönes" Bild:

Orionnebel, M 42, am 1.3.2025

 Das Bild habe ich etwas über 20 Minuten mit meinem Vespera Pro belichtet, ohne Filter zu nutzen.

 Danach habe ich noch nach zwei gemeldeten Supernova gesucht:

SN2025coe bei NGC 3277


 Eine so lichtschwache Supernova habe ich bislang wohl noch nie fotografiert, liegt sie doch wohl nur bestenfalls bei 16,5mag. Über die Entfernung von NGC 3277 gibt es schon bei Wikipedia zwei deutlich verschiedene Angaben, einmal ca. 61 Millionen Lichtjahre oder auch einmal 148 ± 39 Millionen Lichtjahre.

Bei einer zweiten Supernova war ich weniger erfolgreich:

UGC6763 am 1.3.25 um 23:11 UT

 Manfred Motzeck konnte diese SN im Februar mit ca. 17,9mag fotografieren, allerdings mit wesentlich größerer Ausrüstung als sie mir zur Verfügung steht. Ich bin froh, immerhin schon die Galaxie abbilden zu können. Mein Bild habe ich 41 Minuten belichtet. Die Galaxie hat laut SYtellarium eine Helligkeit von ca. 15,6mag.  Im Bild dieser Galaxie auf meinem Foto wwerden sicherlich auch ein paar Photonen der Supernova drin stecken. Um diese wirklich sichtbar werden zu lassen, müsste die Supernova aber wahrscheinlich zum einen doch etwas heller sein und zum anderen vielleicht doch etwas weiter vom Kern der Galaxie entfernt sein. 

Außerdem habe ich mich wieder einmal auf die Suche nach Asteroiden gemacht:

Asteroid (313)Chaldaea dicht bei NGC 4006

Der Asteroid (313)Chaldaea (11,4mag) stand heute dicht bei NGC 4006

(21)Lutetia am 1.3.25 um 22:14 Uhr MEZ

(21)Lutetia hat zur Zeit auch nur 11,7mag Helligkeit. Es ist jetzt, wenn ich mich nicht verzählt habe, der 84. Asteroid, den ich beobachtet habe.

 

Samstag, 4. November 2023

3. November 2023: noch dies und das

 In meinem Posting zu (164121) 2003 YT habe ich noch verschiedene andere Objekte erwähnt, die ich an diesem Abend fotografiert habe. Da es heute Abend draußen regnet, kann ich verschiedene Bilder jetzt doch noch in diesem Blogbeitrag einmal zeigen.

Saturn um 18:56 Uhr MEZ

Der Planet Saturn stand ja nicht weit von (164121) entfernt. Das Bild wurde drei Minuten lang belichtet (18 Einzelbilder a 10sec.) Saturn und sein Ring sind natürlich viel zu überbelichtet. In seinem hellen Schein gehen auch die meisten Monde des Saturn unter. Der kleine helle Punkt direkt links (östlich) neben Saturn müsste jedoch der Mond Iapetus (11,3mag) sein. "Nova.astrometry.net"erwähnt sogar noch den 14,7mag schwache Galaxienpaar IC 1433 (links oberhalb von Saturn)

Neptun in der Bildmitte

 Für Neptun habe ich etwas länger belichtet als bei Saturn, insgesamt 37 Einzelbilder, in Summe also 6 Minuten 10 Sekunden. Neptun hat eine Helligkeit von 7,8mag. Auch auf diesem Bild ist ein IC-Objekt zu finden, IC 1505 ziemlich weit rechts unten von Neptun entfernt.

Tags zuvor hatte es für die Vaonis App "Singularity" ein kleines Update gegeben. In den vorgegebenen Objektkatalog waren zehn neue Objekte aufgenommen worden, davon jedoch die meisten aus dem für mich nicht erreichbaren Südhimmel. Ein sehr schönes neues Objekt wurde im Sternbild Leier angezeigt:

NGC 6791 im Sternbild Leier

Diese schöne, kleine offene Sternhaufen wurde 30 Minuten lang belichtet (die Empfehlung von Vaonis lautete eigentlich 45 Minuten). NGC 6791 ist einer der ältesten bekannten Sternhaufen in unser Galaxis und rund 13000 Lichtjahre von uns entfernt.

Das andere für mich erreichbare neue Objekt ist der Dunkelnebel Barnard 150, auch der "Seepferdchen-Nebel" genannt.

Dunkelnebel Barnard 150,
 

Dieses Bild habe ich eine Stunde lang belichtet. Deutlich ist eine von oben nach unten verlaufende sternenleere Region zu erkennen. Ein sehr schönes Foto dieser Dunkelwolke, allerdings mit einer größeren Ausrüstung als meiner fotografiert und insgesamt über zwölf Stunden belichtet, wurde neulich auf der Spektrum-Webseite veröffentlicht.

 Am 3. November 2023 erreichte auch Planet Jupiter seine Oppositionsstellung. Natürlich durfte auch hier ein Foto nicht fehlen:

Jupiter um 22:49 Uhr MEZ
 

Das Foto entstand um 22:45 Uhr. Es ist eine Einzelbelichtung. Offensichtlich srahlt Jupiter viel zu hell für den Sensor des Vespera. Ich habe versucht, verschiedene Einstellungen herunter zu setzen, kürzere Belichtungszeit (2 Sekunden statt 10 Sekunden), den "Gain" von 20 auf 5 zu setzen, es gelang mir trotzdem kein weiteres Stacking von mehreren Aufnahmen, da Vespera auf diesem so überstrahlten Bild wohl nicht ausreichend weitere "punktförmige" Sterne zum Stacken findet. Das Bild zeigt links von Jupiter seinen Mond Europa und rechts dicht bei ihm die Monde Ganymed und Io und etwas entfernter den Mond Kallisto.

Ebenso stand Kleinplanet (21)Lutetia heute in Opposition zur Sonne, dies Bild entstand noch direkt vor dem obigen Jupiterbild. Ein völlig unsapektakuläres Bild:

(21)Lutetia in der Bildmitte um 22:49 Uhr MEZ
 

Die Nacht war noch länger klar und ich hätte sicherlich noch viele weitere Aufnahmen machen können. Doch irgendwann schlug dann doch die Müdigkeit zu und ich musste ins Bett. So richtig gesund war ich ja doch noch nicht wieder. Und das Vespera einfach draußen weiter laufen zu lassen, das habe ich mich dann doch nicht getraut. Aber auch so war ich über diesen sehr erfolgreichen Astroabend sehr glücklich!




Sonntag, 29. Oktober 2023

30. Oktober - 5. November 2023: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche nimmt der Mond wieder ab, er geht jeden Abend ein Stück später auf. Von den hellen Planeten ist die Venus weiterhin strahlender Morgenstern, sie leuchtet bald nach 3:00 Uhr im Osten. Jupiter steht in Opposition zur Sonne und ist die ganze Nacht über zu sehen. Saturn steht abends im Süden und geht bald nach Mitternacht im Westen unter. Die ISS ist bei morgendlichen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 30. Oktober, geht die Sonne um 7:15 Uhr auf und um 17:01 Uhr unter. "Astronomisch dunkel" ist es bereits ab kurz vor 19 Uhr. Der Mond ist am Abend noch zu 95 Prozent beleuchtet, er hat gerade das "goldene Tor der Ekliptik" durchquert. Bereits um ca. 0:22 Uhr bedeckt der noch fast volle Mond den 4,6mag hellen Stern Delta Ari. Die Bedeckung endet um 1:34 am knapp dunklem Rand des Mondes. Ich fürchte, der noch sehr helle Mond wird diese Beobachtung jedoch unmöglich machen. Die ISS erscheint um 6:15 Uhr dicht bei Jupiter und Mond und fliegt dann in maximal 71° Grad Höhe bis gegen 6:23 Uhr über unseren Morgenhimmel hinweg. Auf einer Linie von Oerlinghausen über Detmo0ld über Schieder-Schwalenberg fliegt die ISS sogar exakt vor dem Mond vorbei, genauere Informationen gibt es hier. Von 21:31 Uhr bis 23:41 Uhr wandert der Schatten von Jupitermond Io über die Planetenscheibe.

Am Dienstag, den 31. Oktober, tritt die ISS in 50° Grad Höhe im Westen aus dem Erdschatten heraus und fliegt dann schnell bis 5:35 Uhr hoch (83° Grad maximal) über unsere Köpfe nach Osten hinweg. Kleinplanet (15)Eunomia (10,3mag) geht in 4' Winkelminuten Abstand am Stern SAO 162521 (6,0mag) vorüber. Der noch zu 90 Prozent beleuchtete Mond geht um 18 Uhr auf. Er zeigt maximale Libration in Länge, der Krater Grimaldi steht nah am Rand.

Am Mittwoch, den 1. November, fliegt die ISS zwischen 6:16 Uhr und 6:23 Uhr in maximal 45° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg. Um 18:10 Uhr endet ein Schattendurchgang von Io auf der Jupiterscheibe. Der Mond geht heute um 18:42 Uhr auf und ist noch zu 82 Prozent beleuchtet.

Am Donnerstag, den 2. November, erreicht der veränderliche Stern Algol um 2:33 Uhr ein Helligkeitsminimum. Die ISS tritt um 5:29 Uhr in der Nähe des Mondes aus dem Erdschatten heraus und fliegt dann schnell bis 5:35 Uhr über unseren Morgenhimmel hinweg. Der Mond steht am Abend im Sternbild Zwillinge und geht um 19:38 Uhr auf.

Am Freitag, den 3. November, fliegt die ISS zwischen 6:16 Uhr und 6:23 Uhr in maximal 25° Grad Höhe über unseren Himmel hinweg. Der Mond ist nur noch zu 65 Prozent beleuchtet, er geht erst um 20:45 Uhr auf. Jupiter steht heute  (exakt um 6:03 Uhr) in Opposition zur Sonne. Nicht weit von Jupiter entfernt steht Kleinplanet (21)Lutetia (10,0mag) heute ebenfalls in Opposition zur Sonne. Am Abend kann vielleicht auch der Asteroid (164121) 2003 YT am südlichen Himmel gefunden werden (vergl SuW 11/23 S. 55). Dieser Asteroid zieht an der Erde in nur 9 Millionen Kilometern Entfernung vorbei und wird dabei 12,1mag hell. Um 19 Uhr gibt es an der Volkssternwarte Paderborn in Schloß Neuhaus einen Vortrag zum Thema "Die Spektroskopie".

Am Samstag, den 4. November, endet um 2:53 Uhr die Bedeckung von omega Cnc (5,9mag) auf der dunklen Seite des Mondes. Gleichzeitig zeigt der Mond maximale Libration in Breite, so dass wir auf seinen Südpol schauen können. Von 2:16 Uhr bis 4:35 Uhr wandert der Schatten von Jupitermond Europa über die Planetenscheibe. Die ISS ist zwischen 5:30 Uhr und 5:35 Uhr im Süden/Südosten bei einem Überflug zu sehen. Der Mond im Sternbild Krebs geht am Abend erst um 22:00 Uhr herum auf. Um 23:22 Uhr erreicht der veränderliche Stern Algol ein weiteres Helligkeitsminimum.

Am Sonntag, den 5. November, erreicht der Mond um 9:37 Uhr das Letzte Viertel. Er steht dann in 43° Grad Höhe in WSW-Richtung (Azimut 247°), er geht erst um 14:39 Uhr unter. Vorher, gegen 5:47 Uhr endet die Bedeckung eines 7,0mag hellen Sternchens. Weiter südlich in Deutschland, etwa auf einer Linie Köln-Gießen findet diese Bedeckung "streifend" statt. Am Abend geht er dann um 23:12 Uhr und ist nur noch zu 45 Prozent beleuchtet. Die ISS ist am Morgen gegen 5:19 Uhr noch einmal tief im Südwesten in maximal 13° Grad Höhe zu sehen. Zwischen 20:25 Uhr und 22:50 Uhr wird Jupitermond Europa bedeckt, bzw. verfinstert, so dass in dieser Zeit nur die drei anderen Monde bei Jupiter zu sehen sind.