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Montag, 11. August 2025

10./11. August 2025: Viele weitere Beobachtungen Kugelsternhaufen, Kleinplaneten, Komet

 In der Nacht vom 10. zum 11. August konnte ich nicht nur Jupiter und Venus beobachten, wie im letzten Posting gezeigt, sondern auch viele andere Objekte.

Zum Beispiel habe ich wieder drei schöne Kugelsternhaufen fotografiert:

M10, am 10.8.25 um 23:28 Uhr MESZ

 Messier 10 hat eine Helligkeit von 6,6mag, ist also mit bloßem Auge nicht sichtbar, aber im Teleskop oder auch in meiner Vespera beobachtungsstation eine schöne, stattliche Erscheinung.

M 12, am 10.8.25 um 22:43 Uhr MESZ

 Messier 12 wirkt etwas offener als M 10. Messier hat diesen Kugelsternhaufen 1764 nur einen Tag nach M 10 entdeckt. Wobei wir uns darüber im Klaren sein müssen, dass Messier hier den Charakter einer solchen Sternenansammlung noch gar nicht erkennen konnte. Für ihn und sein Teleskop damals war dies schlicht Nebelflecken, die sich von einem Stern deutlich unterscjieden. Die Auflösung in Einzelsterne gelang erst zwanzig Jahre später durch William Herschel.

M 14, am 11.8.25 um 0:20 Uhr MESZ

 Messier 14 wurde nur 2 Tage später entdeckt. Dieser Kugelsternhaufen wirk kompakter und nicht ganz so rund wie die beiden anderen zuvor. Dies kann daran liegen, dass ein Teil des Kugelsternhaufens durch eine vorgelagerte Dunkelwolke verdeckt wird. Drei Kugelsternhaufen, doch keiner ist wie der andere. Leider zogen bei dieser Aufnahem dann doch ein paar leichte Wolkenschwaden durch das Bild.

Ale drei Kugelsternhaufen aus dem Sternbild "Schlangenträger" wurden mit meinem Vespera Pro ca. eine halbe Stunde (netto) lang belichtet. 

Und wie versprochen habe ich mich auch noch einmal an Pluto versucht, diesmal habe ich etwas eher angefangen und konnte so das Bild 45 Minuten belichten:

Pluto am 10.8.25 um 23:30 Uhr MESZ

Diesmal ist Pluto doch deutlich besser zu erkennen als gestern. Jetzt erscheint er eindeutig auf dem Bild und ist mehr als nur "zu erahnen."

Kleinplanet (89)Julia am 11.8.25 um 0:24 Uhr MESZ

 Beim 8,9mag hellen Kleinplaneten (89)Julia brauchte ich nicht so lange zu belichten, hier habe ich nur knapp drei Minuten belichtet (17 Einzelbilder a 10 Sekunden). Julia befindet sich heute in ihrer Oppositionsstellung zur Sonne und erstrahlt relativ hell. In meinen Wochenübersichten hatte ich (89)Julia vielfach erwähnt, aber tatsächlich scheint dies mein erstes Foto von diesem Kleinplaneten zu sein.

Und ich habe noch einmal nach dem Kometen C/2025 K1 ATLAS Ausschau gehalten. Auch hier habe ich nur ganz kurz belichtet, aber dafür zwei verschiedene Bilder im Abstand von nur drei Miuten gemacht:

Komet C/2025 K1 ATLAS am 11.8.25 um 0:24 Uhr 

 
Komet C/2025 K1 ATLAS am 11.8.25 um 0:27 Uhr

Beide Bilder wurden nur eine Minute jeweils belichtet. Man erkennt deutlich, wie der Kometsich in der Zwischenzeit weiter bewegt hat, auch wenn dies nur drei Minuten Abstand sind. Faszinierend, wie schnell er sich bewegt. Ob er auf seiner Bahn im die Sonne - wie prognostiziert - wohl noch viel heller wird? Es bleibt spannend.


 

Dienstag, 3. Juni 2025

2. Juni 2025: Klarer Himmel und ein bisschen Polarlicht

 Am Montagabend klarte es gut auf. Der Mond stand kurz vor dem Ersten Viertel. Hier in Bild von 23:00 Uhr:

Der Mond am 2. Juni 2025 um 22:58 Uhr MESZ

 Auch heute ist die starke Libration auffällig.

Gegen Mitternacht wurde von einigen Beobachtern ein schwaches Polarlicht gemeldet. Von meinem Garten aus habe ich keine gute Sicht nach Norden. Ich hatte jedoch ab ca. 23:40 Uhr meine Kamera mit Weitwinkelobjektiv nach Norden ausgerichtet und jeweils immer für 10 Sekunden belichtet. Auf den Bildern um Mitternacht herum, konnte ich sogar eine von Bild zu Bild in der Helligkeit stets wechselnde rötliche Aufhellung unterhalb des Sternbilds Cassiopeia erkennen:

Schwaches Polarlicht am 2.6.25 um 23:58 MESZ

 Das Foto entstand mit meiner Canon RP mit einem 16mm Weitwinkelobjektiv bei f/3.2, 10 Sekunden Belichtungszeit bei ISO800. Gäbe es nur meine Bilder würde ich das nicht als zweifelsfreien Polarlichtnachweis anerkennen wollen, aber da die Aufhellung gut zu den anderen Meldungen passt, kann man es wohl durchgehen lassen.

HIer noch ein paar weitere Fotos aus dieser Nacht:

NGC 5897 mit (1093)Freda (rechts) auch gegen Mitternacht

Ich habe noch einmal NGC 5897 fotografiert und jetzt den Kleinplaneten (1093)Freda an der richtigen Position rechts (westlich) vom Kugelsternhaufen gefunden. Am 30.5. stand Freda noch links von NGC5897, am 31.5. wäre Freda direkt vor dem Kugelsternhaufen lang gezogen. Leider war es da jedoch bewölkt.

Wenn man genau hinschaut, sieht man dass die Strichspur von Freda etwas unterbrochen ist. Netto wurde dieses Bild knapp 25 Minuten belichtet, brutto war es jedoch deutlich über 40 Minuten. Ich hatte leider nicht ganz aufgepasst, wie niedrig das Objekt doch eigentlich am Himmel stand, so dass es während der Aufnahme doch tatsächlich für fast eine Viertelstunde durch den Giebel eines benachbarten Hauses verdeckt wurde, dadurch entstand die kleine Lücke in der Strichspur.

Ich habe jedoch noch weitere Kugelsternhaufen fotografiert:

Kugelsternhaufen M4 im Skorpion, 30 Minuten belichtet, 3.6.25, 0:30 Uhr MESZ

Kugelsternhaufen M10 am 2.6.25 um 23:46 MESZ, 30min belichtet.


Sonntag, 17. Juli 2022

16. Juli 2022: Eine schöne Astronacht

 Am Samstag, den 16. Juli 2022, war es am Abend bis weit in die Nacht und den folgenden Tag hinein endlich mal wieder schön klar, so dass ich wieder verschiedene Objekte beobachten konnte. Als erstes stand noch einmal M10 und der Komet auf dem Programm. Wie weit würde er sich jetzt von M1o entfernt haben? Würde ich beide noch gemeinsam auf den Chip bekommen können? Hier das erfreuliche Ergebnis:

M10 und Komet C/2017 K2 Panstarrs am Abend des 16. Juli 2022

Ja, es hat noch gut geklappt. Im Vergleich zum Bild aus der vorangegangenen Nacht kann man deutlich erkennen, dass der Komet jetzt schon an den drei etwas helleren Sternen, die im Bild gestern rechts unten zu sehen sind, vorbei gezogen ist.

Danach habe ich versucht, einen weiteren Kometen zu fotografieren, dessen Helligkeit bei Heavens-above mit 13,6mag angegeben wird: Komet C/2020 K1 Panstarrs:

Komet C/2020 K1 Panstarrs

 Dieser Komet ist auf dem Bild jedoch kaum zu erkennen. Ein genauer Vergleich mit der Position im Planetariumsprogramm Stellarium zeigt mir jedoch, es kann in der Tat nur der kleine, etwas verwaschene Fleck inmitten meiner roten Markierung sein. Laut Stellarium wird die Helligkeit zur Zeit nur mit 14,5mag angegeben, was aus meiner Sicht auch eher zu passen scheint.

Mein Astrofreund Stefan Krause hat vor einiger Zeit mal einen kleinen Aufsatz verfasst, wie die heutige Namensgebung für Kometen funktioniert. Ergänzend dazu muss man noch wissen, wofür "Panstarrs" steht, was jedoch in einem Wikipedia-Artikel gut erklärt wird.

Anschliessend habe ich Kleinplaneten gesucht. Asteroid (387) Aquitania stand am 25. Juni 2022 in Opposition zur Sonen und sollte auch jetzt noch mit 10,5mag hell genug für ei8n Photo sein. Außerdem steht er im Sternbild Schlangenträger in einer relativ sternarmen Gegend - und war daher auch leicht zu identifizieren:

Asteroid (387) Aquitania (Belichtungszeit 100sec)

Danach ging ich noch einmal auf die Suche nach (41) Daphne, den ich schon einmal vor einem Monat fotografiert hatte. Gleich beim zweiten Bild rauschte ein Satellit genau über den Asteroiden hinweg...

Satellitenspur (20sec belichtet)

 ... so dachte ich es in diesem Moment. Doch leider habe ich mich bei der Eingabe der Koordinaten von Daphne etwas vertan. Statt einer Rektaszension von 16h 55m habe ich 16h 45m eingegeben, ein Fehler von 10 Minuten macht aber schon eine Entfernung von rund drei Grad aus, also gut daneben getroffen. Schade! Denn bemerkt habe ich diesen Fehler erst am nächsten Tag bei der Auswertung der Bilder. Leider habe ich auch nicht herausgefunden, um was für einen Satelliten es sich hier gehandelt hat.

Zwischendurch flog auch die ISS zweimal über meinen Abend- bzw. Nachthimmel hinweg. Es ist für mich immer wieder beeindruckend, wie hell die Raumstation leuchtet.

Zum Abschluss habe ich dann noch nach Pluto Ausschau gehalten. Am 20. Juli steht Pluto in Opposition zur Sonne, sollte also jetzt seine größte Helligkeit erreichen. Die soll jetzt 14,3mag betragen, also ziemlich ähnlich dem oben beobachteten Kometen C/2020 K1 Panstarrs. Leider bewegt sich Pluto zur Zeit im Sternbild Schütze nur sehr knapp über dem Horizont. Nach Mitternacht steht er gerade mal 12° - 14° Grad über dem Horizont. Würde ich ihn da so knapp über den benachbarten Häusern hinweg und im möglichen Dunst am Horizont erwischen können? Doch ich hatte Erfolg:

Pluto am 17. Juli 2022 um 0:20 Uhr, drei Tage vor der Opposition (12 min belichtet)

Genau wie der Komet ist auch Pluto nur ganz knapp zu erkennen. Ich hoffe, meine Markierung ist ausreichend.

Jetzt wünsche ich mir weitere klare Abende. Vielleicht lässt sich dann das eine oder andere Bild wiederholen, so dass ich zeigen kann, das sich Pluto oder auch die anderen Asteroiden tatsächlich am Himmel bewegen, das sich die Position ihrer Lichtpunkte - genau wie bei den Kometen - sich wirklich Tag für Tag ein wenig verändern.

(Damit die logische Reihenfolge von meinen Beobachtungsberichten und der Wochenvorschau erhalten bleibt, habe ich die Veröffentlichung dieses Blogartikels auf den 17.7.22 um 6:00 Uhr vordatiert, auch wenn ich ihn in Wirklichkeit erst um 22 Uhr veröffentlicht habe. Ich danke für Euer Verständnis!)



Samstag, 16. Juli 2022

15. Juli 2022: Komet und Kugelsternhaufen

 In der Nacht vom 15. auf den 16. Juli 2022 zog der Komet C/2017 K2 Panstarrs dicht am Kugelsternhaufen M10 vorbei:

M10 (links) und Komet C/2017 K2 Panstarrs

M10 ist einer von mehreren Kugelsternhaufen im Sternbild Schlangenträger, das zur Zeit nach Einbruch der Dunkelheit ganz gut am südlichen/südwestlichen Himmel zu sehen ist. Kugelsternhaufen sind phantastische Gebilde im Weltall. Zu unserer Galaxis gehören ungefähr 150 Stück, typischerweise ballen sich in ihnen um die einhunderttausend Sterne zusammen, die gravitativ aneinander gebunden sind und dadurch gemeinsam ungefähr eine kugelige Form bilden. Sie bestehen alle aus überwiegend sehr alten Sternen, die sich schon frühzeitig im Kosmos gebildet haben müssen. M10 ist konkret von uns ca. 45.000 Lichtjahre entfernt.

Nur wenige Lichtminuten entfernt von uns ist zur Zeit der Komet C/2017 K2 Panstarrs, den ich in letzter Zeit öfters fotografiert habe. Er ist mit gut 8mag deutlich lichtschwächer als M10, die enge Begegnung der beiden wollte ich mir jedoch nicht entgehen lassen. Der Komet ist die "kleine Wolke" etwas oben rechts neben dem Kugelsternhaufen.