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Sonntag, 15. Februar 2026

8. - 15. Februar 2026: Die Sonne in den letzten Tagen

 Die meiste Zeit war der Himmel ja leider bewölkt, zwischendurch gelangen mir nur einzelne Sonnenaufnahmen, die ich aber gerne hier zeige.

Sonne am 8.2. 26 um 12:59 Uhr MEZ

 
Sonne am 9.2.26 um 12:12 Uhr MEZ

Sonne am 15.2.26 um 12:58 Uhr MEZ

Am 8. und 9. Februar war die große Gruppe AR4366 noch am rechten Rand der Sonne zu sehen. Gut konnte man erkennen, wie sie immer weiter an den Rand rotiert. Von den Flecken in der Mitte der Sonne ist nur noch einer vorhanden, die beiden ungefähr übereinander stehenden Flecken sind auch schon weg rotiert. Dafür erschienen auf der anderen Seite der Sonne neue Flecken, am 8.2. zunächst einer, der jetzt am 15.2. schon etwas über die Mitte hinweg ist, am 9.2. folgte dann noch ein weiterer, etwas schwächerer Fleck. Und auch am 15.2. ist ein weiterer neuer Fleck auf der linken, östlichen Seite der Sonne hineinrotiert. 

Insgesamt sind diese Flecken jetzt nicht sehr auffällig. Trotzdem gab es  in der Nacht vom 14. zum 15. Februar in Norddeutschland Polarlichter zu sehen. Diese stammten jedoch nicht von einem CME, sondern wurden durch eine CIR ausgelöst. Eine CIR ist eine "corotating interaction region". Ich übersetze hier einmal (mit Hilfe von deepL) einen passenden Wikipedia-Artikel, der im Original nur in der englischsprachigen Ausgabe der Wikipedia existiert:

Eine korotierende Interaktionsregion (CIR) ist eine wiederkehrende Plasmastruktur in der Heliosphäre, die entsteht, wenn schnelle Sonnenwindströme mit langsameren Sonnenwindströmen vor ihnen interagieren. [1] Diese Interaktion erzeugt einen komprimierten Bereich, der sich mit der Rotation der Sonne zu drehen scheint; daher wird er als „korotierend” bezeichnet. [2]

CIRs entstehen, wenn schneller Sonnenwind, der typischerweise aus koronalen Löchern stammt, langsamere Windströme einholt. Die daraus resultierende Kompression erzeugt deutliche Grenzen: eine Vorwärtsdruckwelle an der Vorderkante und eine Rückwärtsdruckwelle an der Hinterkante. In größerer Entfernung von der Sonne können sich diese Druckwellen zu Schockwellen entwickeln. [2]

Die dreidimensionale Struktur von CIRs wird durch die Konfiguration des Sonnenmagnetfeldes beeinflusst. Da der magnetische Äquator der Sonne oft gegenüber ihrem Rotationsäquator geneigt und verzerrt ist, weisen CIRs in der Regel erhebliche Nord-Süd-Neigungen auf, die sich zwischen den Hemisphären unterscheiden. Die Vorwärtswellen bewegen sich mit zunehmender Entfernung tendenziell in Richtung der Sonnenäquatorialebene, während sich die Rückwärtswellen in Richtung höherer Breitengrade ausbreiten. [2]

CIRs spielen mehrere wichtige Rollen im Weltraumwetter und in der Heliophysik: Sie können geomagnetische Stürme auslösen, wenn sie die Erde erreichen,[3] beeinflussen die Verteilung energiereicher Teilchen in der Heliosphäre, tragen zur Modulation kosmischer Strahlung bei, insbesondere in Zeiten geringer Sonnenaktivität, und verursachen eine Kompression des interplanetaren Magnetfelds. 

Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version) 

Mittwoch, 21. Januar 2026

20. Januar 2026: Noch einmal Polarlicht

 Der Sonnensturm war so heftig, dass auch am Dienstag das Aurora-Oval immer noch zu bei uns sichtbaren Polarlichtern führte. Nicht mehr so stark wie am Montag, aber teilweise doch leicht visuell sichtbar. Es war jedoch keine lang andauernde Show, sondern es trat anscheinend nur noch "in Wellen" auf. Von der letzten Nacht noch müde, habe ich nur von meinem Garten aus fotografiert. Diesmal hätte sich das Rausfahren sicherlich mehr gelohnt, denn der freie Blick nach Norden ist von meinem Garten doch sehr eingeschränkt.  Hier Bilder aus der ersten Welle gegen 18:30 MEZ und der zweiten gegen 19:30 MEZ. Gegen 23:30 Uhr gab es eine weitere Welle, hier habe ich jedoch kein sehenswertes Bild mehr gemacht.

Erstes Polarlicht um 18:27 Uhr MEZ
 
18:34 Uhr: das Polarlicht reicht bis zum Polarstern hoch.

 
Um 19:37 Uhr kann man "Beamer" durch das PL ziehen sehen.

19:41 Uhr 


Um 19:46 Uhr flaute es schon wieder ab.










 

Montag, 19. Januar 2026

19. Januar 2026: Polarlicht über Bad Lippspringe

Aufgenommen Nähe Bahnübergang Bad Lippspringe - Benhausen, 21:58 Uhr MEZ

22:20 Uhr, im eigenen Garten

22:54 Uhr

22:48 Uhr, helle Streifen ober- und unterhalb von Orion

22:54 Uhr, das "Nordlicht" wandelt sich zum "Südlicht" :-)

 Das Polarlicht heute leuchtete zunächst (um 21 Uhr) in nördlicher Richtung, wie es sich für ein richtiges "Nordlicht" gehört. Doch später (22:30 Uhr) sogar im Süden, wo gerade das Sternbild Orion stand. 

So ein helles Polarlicht, mit so leuchtenden, strahlenden Farben, die man nicht nur auf den Fotos, sondern tatsächlich immer wieder auch mit bloßen Augen wahrnehmen konnte, das ist wirklich selten. Das war ja schon "Skandinavien-Feeling"!

Sonntag, 11. Januar 2026

11. Januar 2026: Die Sonne scheint

 Heute ging am Morgen die Sonne gegen 8:45 Uhr auf, es dauert ja immer etwas, bis sie über die Egge gestiegen ist. Es war bitterkalt: -12,7° Grad zeigte mein Außenthermometer an.

Aber der Himmel war klar und wolkenfrei wie selten. Am Mittag konnte ich auch die Sonne und ihre Flecken fotografieren:

Sonne am 11.1.26 um 12:11 Uhr.

 Die Sonnenflecken-Relativzahl wird mit 65 angegeben, bei mir sind es weniger, eine Gruppe ganz rechts am Rand ist für mich schon nicht mehr sichtbar.

Aber diese sichtbaren Sonnenflecken waren vor ein paar Tagen für einen CME verantwortlich, der in der letzten Nacht für schöne Polarlichter gesorgt hat, die sogar kurzzeitig bis in den Süden Deutschlands sichtbar waren. Bei mir waren leider im entscheidenden Moment Wolken aufgezogen. Als es später wieder aufklarte, lag ich dann doch schon im Bett.

Aber im Polarlichtforum kann man etliche schöne Bilder sehen. 

 

Samstag, 10. Januar 2026

10. Januar 2026: Ein kurzes Wolkenloch

 Am 10. Januar 2026 sah ich nach der tagesschau draußen plötzlich klaren Himmel. Leider zog es sich nach einer guten Stunde schon wieder zu, aber ein paar kleine Aufnahmen gelangen mir dennoch.

Zunächst wollte ich meine Kleinplanetenaufnahmen vom 7. Januar verifizieren. Also erneut Fotos gemacht mit den exakt gleichen Einstellungen, dort wo am 7.1. die Kleinplaneten waren, sollte jetzt nichts sein. Und das war dann auch so!

(32)Pomona ist nicht mehr in der Nähe von Aöldebaran, wo sie am 7.1. war
 

Da die Bilder am 7.1. und 10.1. nicht zur gleichen Uhrzeit aufgenommen worden sind, muss man natürlich auch eine kleine Bildrotation durchführen. Doch schnell ist dann deutlich, dort, wo (32)Pomona sich am 7. Januar 2026 befand, ist sie jetzt nicht mehr.

(32)Pomona am 10.1.26 gegen 20:23 Uhr MEZ

Leider hatte ich mich am 6./1.Januar ja bei der Koordinateneingabe etwas vertan, so musste ich für den heutigen Standort von Pomona das Bild quasi verschieben. Der rote Pfeil zeigt auf den aktuellen Standort von (32)Pomona, und er beginnt ungefähr dort, wo Pomona am 7.1. stand.

Auch das "Verschwinden" von Alkmene konnte ich dokumentieren: 

Keine (82)Alkmene am 10.1.26

Hier habe ich dann jedoch auf ein neues Foto von (82) Alkmene verzichtet, stattdessen habe ich andere Kleinplaneten gesucht.

(206) Hersilia am 10.1.26 um 21:12 Uhr MEZ

Kleinplanet (206) Hersilia (12,1mag) wollte ich schon um die Jahreswende fotografieren, doch da hatte für mich das Wetter leider nicht mitgespielt. Doch jetzt ist es mir geglückt, auch wenn der Asteroid inmitten dieses Sternengewimmels nicht einfach zu identifizieren war.

(40) Harmonia am 10.1.26 um 21:24 Uhr MEZ

(40) Harmonia (9,3mag) stand am 2. Januar in Opposition, heute hat es mit einer Aufnahme gut geklappt.

Jupiter um 20:34 Uhr

 Einige der Kleinplaneten hielten sich in der Nähe ihres größten "Bruders", Jupiter, auf. Und weil Jupiter heute genau in Opposition steht, musste er natürlich auch fotografiert werden. Hier kann man die Monde Europa und Io unterhalb von Jupiter sehen und Callisto oberhalb. 

Das Vespera hat auch einen speziellen "Planetenmodus", mit dem man sogar "Details" auf der Jupiteroberfläche erkennen kann. Da es draußen jedoch schon -8° Grad kalt war und die Luft entsprechend flimmerig, blieb bei dieser kleinen Optik natürlich nicht viel zu erkennen:

Jupiter in "Originalgröße"

 Immerhin konnte man heute zwei Streifen auf der Jupiteroberfläche erkennen.

Dann kamen Wolken auf, doch für einen weiteren Kleinplaneten sollte es noch gerade so reichen:

(44)Nysa am 10,1,26 um 21:36 Uhr 

 (44)Nysa konnte ich immerhin noch 100 Sekunden, also weniger als zwei Minuten belichten. Dadurch sind auf diesem Bild nur sehr wenige Sterne zu sehen. Die Wolken wurden schnell dichter und an weitere Beobachtungen war leider nicht mehr zu denken. Mit (206)Hersilia und (44)Nysa komme ich jetzt auf 110 dokumentierte Asteroiden oder Kleinplaneten.

Hätte ich bloß auch mal mit eigenen Augen nach Norden geschaut! Denn heute waren die ersten Polarlichter in diesem Jahr zu sehen. Im Polarlichtforum gibt es dazu schon einige Berichte. Nichts großartiges, aber zumindest deutlich fotografisch, vielleicht sogar ein wenig visuell in Norddeutschland auszumachen. 

Eine beinahe "extragalaktische" Beobachtung ist mir heute auch noch gelungen: 

NGC 2419 im Januar 2026

 Dieses Bild wurde insgesamt 30 Minuten belichtet, ca. 10 Minuten am 7. Januar und weitere 20 Minuten am 10. Januar. Wie meistens geht es um das Objekt genau in der Mitte des Bildes, den etwas "verwaschenen" Fleck links von zwei helleren Sternen.

NGC 2419 ist ein Kugelsternhaufen im Sternbild Jagdhunde, jedoch unweit von Castor in den Zwillingen. Er hat eine Helligkeit von ca. 9mag. Die beiden "Zeigersterne" neben ihm haben ca. 7mag Helligkeit. Können Sie erkennen, das der rechte dieser beiden Sterne ein feiner Doppelstern ist?

Dieser Kugelsternhaufen ist vom Zentrum unserer Milchstraße rund 300.000 Lichtjahre entfernt, also weiter als die Magellanschen Wolken. Daher bekam er nach seiner Entdeckung auch den Namen "Intergalaktischer Wanderer". Heute weiß man jedoch, auch dieser Kugelsternhaufen ist gravitativ an unsere Milchstraße gebunden. Und man hat inzwischen andere Kugelsternhaufen gefunden, die noch weiter entfernt sind, als NGC 2419. Trotzdem für mich ein sehr spannendes Objekt! Und überhaupt ein wunderschöner Abend!

Sonntag, 19. Oktober 2025

18. Oktober 2025: Plötzlich klarer Himmel

 Am Freitag, den 17. Oktober hatten wir in Schloß Neuhaus unsere Sternwarte geöffnet. Leider war der Himmel völlig bewölkt, so dass wir für die Besucher zwar einen kleinen Vortrag halten konnten, ihnen auch die Sternwarte ausführlich vorstellten, doch leider war keine wirkliche Himmelsbeobachtung möglich.

Umso überraschter war ich am Samstagmorgen, als ich gleich nach dem Klingeln des Weckers sah, draußen ist klarer Himmel. Die meisten Sterne waren in der Morgendämemrung schon verschwunden, doch Venus und der Mond waren im Osten noch zu sehen:

Mond und Venus (etwas unterhalb der Bildmitte) am 18.10.25 um 7:15 Uhr MESZ

noch einmal :-)

Auch Jupiter war noch im Süden zu sehen: 

Jupiter um 7:18 Uhr MESZ

Bis zum Sonnenaufgang dauerte es jedoch noch eine ganze Weile. Mathematisch sollte dieser um 7:55 Uhr MESZ stattfinden, doch .... 

Realer Sonnenaufgang am 17.10. um 8:16 Uhr MESZ

... tatsächlich dauert es eine ganze Weile bis der erste Sonnenstrahl über die Egge im Osten und über die Nachbarhäuser hinweg unser Haus und Grundstück erreichen kann. Das waren praktisch 21 Minuten "Verspätung".

Sonne mit Flecken um 12:00 Uhr

 Eine Vielzahl von Fleckengruppen war auch zu sehen. Ich glaube, dies war der erste "freie" Blick auf die Sonne seit 16 Tagen.

Tagsüber zogen zwar schon einige Wolken auf, doch auch in der Dämmerung war es noch klar. Für den Abend waren leider dichte Wolken angesagt. Doch ich probierte trotzdem gleich nach Einbruch der Dunkelheit mit meinen Vespera Aufnahmen zu machen - und es lief besser als ich es befürchtet hatte.

Mein erstes Ziel waren die beiden Kometen, die am Abendhimmel zu sehen sein sollten. Und ich hatte Glück, sie standen zwar schon tief über dem Horizont, so dass sie fast von den Bäumen oder Häusern auf den Nachbargrundstücken verdeckt wurden, doch mit etwas Nachdenken fand ich die richtigen Spots für meine Geräte im Garten, so dass noch Aufnahmen möglich waren.

Komet C/2025 R2 SWAN, 20:02 Uhr MESZ, 33 Minuten belichtet

 Das Bild wurde 33 Minuten lang belichtet, in dieser Zeit hat sich der Komet deutlich vor dem Hintergrund der Sterne (nach links) bewegt. Schon nach einer Minute Belichtungszeit war eine kleine Strichspur zu erkennen, in diesem "Summenbild" kann man seine Strichspur deutlich erkennen. Seine Helligkeit wird zur Zeit auf 5,5mag geschätzt. Theoretisch könnte er unter richtig dunklem Himmel also schon mit bloßem Auge erkannt werden. Doch ich habe ihn selbst im Fernglas nicht sicher gesehen, dafür war der Himmel einfach zu dunstig oder von durchziehenden Wolken beeinträchtigt. Zum Glück aber ging noch vieles fotografisch.

Komet C/2025 A6 (Lemmon) um 19:50 MESZ, 5 Minutern belichtet

 Der Komet C/2025 A6 (Lemmon) dagegen beeindruckte durch seinen hellen Schweif und wirkte im Foto auch deutlich heller, er wird zur Zeit bereits auf 4,7mag geschätzt. Schaut man sich die Bilder genauer an, zeigt auch dieser Komet eine klare Eigenbewegung gegenüber den Sternen, auf Grund der helleren Koma zeichnet er jedoch keine richtige Strichspur, sondern wirkt eher etwas auseinandergezogen.

Mal sehen, vielleicht schaffe ich es irgendwann mal, meine Kometenbilder  auf den jeweiligen Kometen gestackt zu präsentieren. Das Vespera selbst kann immer nur exakt auf die Sterne hin nachführen.

Doch ich habe auch noch ein paar andere Objekte probiert.

 

Supernova SN2025ytg um 20:47 Uhr MESZ

Die Supernova SN2025ytg wurde am 27. September in der Galaxie CGCG 428-049) entdeckt. Es gibt einige Vergleichfotos, deshalb traue ich mich, hier auch mein Bild zu zeigen und denke, der markierte kleine (etwas grünlich) schimmernde Lichtpunkt wird die Supernova sein. Ihre maximale Helligkeit wurde mit 16,4mag angegeben. Ich würde sie jetzt schon etwas schwächer einschätzen. Auch dieses Bild wurde 33 Minuten belichtet.

In der Bildmitte Galaxie PGC 1298383 um 21:41 Uhr

 Auch in dieser Galaxie (PGC 1298383) soll es eine Supernova geben. Doch obwohl ich dieses Bild sogar 40 Minuten belichtet hatte, zeigt es doch keine so schwachen Objekte wie noch auf der vorherigen Aufnahme. Der Himmel war nun eindeutig zu dunstig geworden. Mit dem bloßen Auge konnte ich nur noch die allerhellsten Sterne erkennen wie z.B. die Wega oder auch den Planeten Saturn. Ich war überascht, das meine Vespera-Geräte trotz des schlechten Himmels immer noch Bilder lieferten. Andere Sternfreunde in meiner Umgebung hatten an diesem Abend teilweise swegen der Wolken ihre Ausrüstung erst gar nicht aufgebaut oder schon längst wieder abgebaut.

Ich selbst habe noch eine Zeitlang weiter beobachtet. Natürlich hatte ich an diesem Abend auch schon die veränderlichen Sterne in der nörtdlichen Krone wieder abgelichtet, zum Ende dann noch Doppelsterne oder auch einen einfachen Sternhaufen, M 29 im Schwan. 

Aus der Berliner Gegend und aus Norddeutschland kamen an diesem Abend auch immer en thusiastischer werdende Berichte über Polarlichter rein. Davon war an meinem Himmel wegen der Wolken jedoch gar nichts zu sehen.  Doch es hat wirklich tolle Polarlichter gegeben, die teilweise sogar wieder mit broßem Auge farblich zu sehen waren, ein wenig davon habe ich über Webcams im Internet mitverfolgt. Überzeugen Sie sich selbst durch die Berichte im Polarlichtforum.

 


Freitag, 3. Oktober 2025

1. Oktober 2025: Sonne und Polarlicht

 Der Oktober hat in diesem Jahr sehr sonnig begonnen. Meine Solaranlage auf dem Dach hat 58,33 kWh Strom produziert, mehr geht zu dieser Jahreszeit nicht.

Die Sonne am 1. Oktober 2025

Die Sonne zeigt immer noch auffällig viele Fleckengruppen, die auch hinreichend magnetisch aktiv sind, um auf der Erde Polarlichter zu erzeugen. Laut spaceweather.com könnte es heute (am 2.10.25) sogar zu X-Flares kommen. 

Auf alle Fälle sorgt die Sonne schon seit dem 29. September (da war es bei uns leider total bewölkt) für einen langanhaltenden Geomagnetischen Sturm, der bereits dreimal hintereinander zu Polarlichtern geführt hat. In unseren Breiten waren diese zumeist nur fotografisch nachweisbar, in Norddeutschland jedoch auch visuell. 
 

Polarlicht am 1. Oktober 2025 um 22:27 Uhr MESZ

Auf dem Bild sind rötliche Aufhellungen links und rechts des Baumes in der Bildmitte zu sehen. Der Baum steht genau in Richtugn Norden, links vom Baum kann man die Deichsel des Großen Wagen erkennen.

Mit war eine ungewöhnliche "Aufhellung" des Himmels  knapp über dem Horizont sofort aufgefallen, jedoch zu unspezifisch, um daraus sofort Polarlicht zu erkennen. An dunkleren Orten wäre das vielleicht einfacher gewesen.

Viele Eindrücke, Berichte und Bilder der letzten Polarlichtnächte findet ma natürlich im Polarlichtforum vom 29./30. September, 30.9./1.10. und 1.10./2.10. 

 Zum Vergleich hier noch ein kleines Zeitraffer-Video vom Polarlicht, aufgenommen am gleichen Abend in Abisko, Schweden, von meiner Nichte:

 

Meine Nichte hat das Video mit Hilfe der Zeitraffer-Funktion einer Panasonic DMC GX80 aufgenommen. Leider hat durch die Übertragung von der Kamera auf das Handy und über den Signal-Messenger zu mir die Qualität insbesondere bei den schwächeren Lichtern abgenommen. 

Samstag, 6. September 2025

Verschiedene Beobachtungen aus der letzten Woche: Polarlicht, Supernova, Asteroiden und mehr

 In der ersten Septemberwoche gab es auch wieder ein paar schöne Abende, an denen zumindest für eine Stunde ein paar Beobachtungen möglich waren. Ich konnte wieder mehrere veränderliche Sterne beobachten, ich hoffe, diese irgendwann einmal an dieser Stelle auch mt selbst beobachteten Lichtkurven darstellen zu können. 

Routinemäßig geht mein erster Blick immer zu T CrB. Das ist ja eine ca. alle 80 Jahre für wenige Tage hell aufleuchtende Nova. Ein neuer Ausbrauch wurde schon für 2024 prophezeit, die 80 Jahre nach dem letzten Ausbruch sind jedoch erst 2026 um. Und so ist es wie es ist ...

T CrB (Mitte) am 3.9.25 um 22:21 MESZ

 ... T CrB leuchtet zur Zeit mit ca. 9.8mag mit leichten Schwankungen von +/- 0.2mag. 

Die anderen untersuchten veränderlichen Sterne waren wieder R CrB, S CrB, W CrB. 

Natürlich habe ich auch wieder Asteroiden gesucht. Von (444)Gyptis gelangen mir zwei Aufnahmen an aufeinanderfolgenden Tagen:

Gyptis am 3.9. um 0:07 Uhr MESZ


(444)Gyptis am 4.9.25 um 0:06 Uhr MESZ

 Man kann deutlich im Vergleich der beiden Bilder erkennen, wie sich (444)Gyptis innerhalb von 24 Stunden am Himmel bewegt hat. Gyptis hat zur Zeit eine Helligkeit von 11,1mag. (Anmerkung vom 30.9.25: Ich muss mich entschuldigen, hier hatte ich zunächst ein Bild mit einem falsch gezeichneten Pfeil drin, das ist jetzt korrigiert.)

So wie Gyptis konnte ich auch den Asteroiden (379)Huenna ebenfalls über 24 Stunden verfolgen. Hier jetzt aber noch andere Objekte:

Schon am 30.8.25 um 23:17 Uhr MESZ habe ich Neptun fotografiert.

 Und ich habe natürlich auch nach weiteren Supernova gesucht:

SN2025vaw in UGC 10809 am 2.9.25 um 23:45 Uhr MESZ (Belichtungszeit 33 Minuten)

 Die Bezeichnung UGC 10809 wird eigentlich für zwei Galaxien benutzt. 2013 hatte es dort schon einmal eine Supernova gegeben. Eine so gute Auflösung wie in diesem Foto von Manfred von damals hat mein Vespera natürlich nicht, aber die SN könnte trotzdem zu erkennen sein. Diesmal ist die Supernova nicht in der linken, sondern in der rechten Galaxie zu sehen. Bei mir lassen sich Galaxiekern und SN praktisch nicht trennen. Aber ich denke, die stark bläuliche Farbe könnte schon ein guter Hinweis auf eine helle SN sein. Außerdem scheint diese starke Aufhellung sich im "unteren Bereich" der Supernova zu befinden, was auch gut zu anderen Fotos dieser Supernova passt. Ich bin mal gespannt, wie ein Vergleichsfoto in vielleicht einem Jahr aussieht, wenn die Supernova wieder unsichtbar geworden ist. 

Und es gab sogar wieder Polarlicht in diesen Tagen zu sehen:

Polarlicht am 2.9.25 um 22:31 Uhr MESZ

 Das Bild habe ich aus meinem Garten aufgenommen, es ist daher kein schönes Bild vom Polarlicht. Die Bäume und Büsche auf den Grundstücken verdecken schon allein die Sicht auf die untersten 8° Grad über dem Horizont, ein möglicherweise leuchtender "grüner Bogen" ist von daher meist nicht zu sehen. Straßenlaternen und anderes verhindern zusätzlich eine gute Sicht. Aber es ist doch eindeutig eine violette, magenta-farbige Aufhellung über dem Nordhorizont zu sehen. Und das genau zur passenden Uhrzeit, als das PL - wie auch viele andere berichteten - in der Nacht vom 2. zum 3. September einen ersten Höhepubkt erreichte.

Außerdem kann man in diesem Bild noch einen hellen Flare sehen. Ich glaube nicht, dass es eine Sternschnuppe war, da fehlt mir einfach etwas Farbvariation drin. Ich denke, es ist eher ein Flare von den Sonnenarrays eines überfliegenden Satelliten. 

 

NGC 6910 am 5.9.25 um 22:19 MESZ

Das Bild des Sternhaufens NGC 6910 (Bildmitte) wurde 38 Minuten lang belichtet, ich habe einen Dualbandfilter benutzt. Der helle Stern rechts im Bild ist Sadr im Sternbild Schwan. Ich hatte das Objekt vor ein paar Tagen schon einmal belichtet, damals jedoch nur kurz und ohne Filter. Das wollte ich jetzt ein wenig nachholen.


Samstag, 14. Juni 2025

11.-14. Juni 2025: Weitere Aufnahmen

 In den Medien gab es diesmal einen richtigen kleinen "Hype" um den Vollmond im Monat Juni: "Erdbeermond" wird er genannt, ein Name der angeblich von den Algonquin-Indianern stammt, weil dieser Mond auf die nun reifen Erdbeeren hinweisen sollte. Ob das stimmt? Oder hat dies nur ein cleverer Journalist erfunden, um einen langweiligen "Vollmond"-Artikel etwas aufzupeppen?

Der Vollmond im Juni fällt heute auch bei uns gut mit der Erdbeerzeit zusammen. Und in der Tat zeigt er dann auch häufig eine orange oder auch leicht ins rot gehende Farbe (also bestenfals wie eine unreife Erdbeere). Die Färbung des Mondes hat jedoch nichts mit Erdbeeren zu tun sondern schlicht mit unserer Himmelsmechanik. Im Sommer steigt die Sonne hoch am Himmel auf. Und die ihr gegenüberliegende Seite des Himmels, also dort wo sich nur ein Vollmond befinden kann, bleibt in diesen kurzen Nächten nur knapp über unserem Horizont. Und weil dort die Erdathmosphäre noch recht dicht ist, wird halt viel blaues Licht und andere Teile des Lichtspektrums weg gebrochen, so dass der Mond dann dicht über dem Horizont nur orange aussehen kann. Im Winter ist es genau umgekehrt: dann befindet sich die Vollmondposition hoch am Himmel und die Sonne bewegt sich nur in sehr geringer Höhe über dem Horizont hinweg.

Der Mond am 11./12. Juni sieht schon ein wenig angeknabbert aus, wenn man genau hinschaut:

Der Mond am 12. Juni um 1:01 Uhr MESZ

Einen Tag später fehlt schon etwas mehr:

Mond am 13.6.25 um 1:34 Uhr MESZ

 Jetzt verläuft der Terminator schon direkt am Mare Crisium entlang. Kein Zweifel: der Mond befindet sich jetzt in seiner abnehmenden Phase.

Mond am 14.6.25 um 2:16 Uhr MESZ
 Am Samstag in der Frühe ist vom Mare Crisium nur noch der umgebende Wall zu sehen, der Boden des Mare scheint schon völlig in Dunkelheit zu liegen.

In der Nacht vom 13. auf den 14. Juni gab ers auch wieder Polarlicht zu sehen. Zuerst, schon bald nach 23 Uhr gab es Meldungen aus dem Alpenraum (dort wird es ja nachts noch richtig dunkel), ab Mitternacht auch aus meiner Region. Ich hatte wieder eine Kamera am mitlaufen, von meinem Garten aus war es jedoch nicht sehr eindeutig zu erkennen:

Polarlicht am 14.6.2025 um 0:27 Uhr MESZ

Im rechten Teil des Bildes kann man über den Häuser und unterhalb des Baumes leicht diffuses rosa/lila Leuchten erkennen. Ein typisches schwaches, im Prinzip nur fotografisches Polarlicht. Aufgenommen mit Canon RP, 16mm Weitwinkelobjektiv, f/4, ISO 3200, 10 sec belichtet.

Am Nachmittag des 12. Juni habe ich auch wieder versucht, Planeten am Tage zu fotografieren:

Bei Merkur kam dieses Bild heraus:

Merkur am 12.6.25 um 15:06 Uhr

 Immerhin ließ er sich eindeutig im Teleskop detektieren. Venus war da etwas einfacher und zeigte sogar - trotz der großen Luftunruhe - eine Sichelgestalt:

Venus am 12.6.25 um 15:00 Uhr MESZ

 Am Abend des 12. Juni habe ich mich auf die Suche nach einer Supernova gemacht, die in der Galaxie NGC 7753 aufgetaucht sein sollte. 

NGC 7753 am 12.6.25 um 2:34 Uhr. (30 Minuten belichtet)

 Die Galaxie ist in der Mitte des Bildes zu erkennen. Aber wo ist die Supernova? 

Bildausschnitt in Originalgröße

 Die Supernova (SN2025kyg) ässt sich durchaus finden, wenn man weiß, wo man suchen muss. Ich habe dafür ein Bild von Klaus Wenzel verwendet.

Dienstag, 3. Juni 2025

2. Juni 2025: Klarer Himmel und ein bisschen Polarlicht

 Am Montagabend klarte es gut auf. Der Mond stand kurz vor dem Ersten Viertel. Hier in Bild von 23:00 Uhr:

Der Mond am 2. Juni 2025 um 22:58 Uhr MESZ

 Auch heute ist die starke Libration auffällig.

Gegen Mitternacht wurde von einigen Beobachtern ein schwaches Polarlicht gemeldet. Von meinem Garten aus habe ich keine gute Sicht nach Norden. Ich hatte jedoch ab ca. 23:40 Uhr meine Kamera mit Weitwinkelobjektiv nach Norden ausgerichtet und jeweils immer für 10 Sekunden belichtet. Auf den Bildern um Mitternacht herum, konnte ich sogar eine von Bild zu Bild in der Helligkeit stets wechselnde rötliche Aufhellung unterhalb des Sternbilds Cassiopeia erkennen:

Schwaches Polarlicht am 2.6.25 um 23:58 MESZ

 Das Foto entstand mit meiner Canon RP mit einem 16mm Weitwinkelobjektiv bei f/3.2, 10 Sekunden Belichtungszeit bei ISO800. Gäbe es nur meine Bilder würde ich das nicht als zweifelsfreien Polarlichtnachweis anerkennen wollen, aber da die Aufhellung gut zu den anderen Meldungen passt, kann man es wohl durchgehen lassen.

HIer noch ein paar weitere Fotos aus dieser Nacht:

NGC 5897 mit (1093)Freda (rechts) auch gegen Mitternacht

Ich habe noch einmal NGC 5897 fotografiert und jetzt den Kleinplaneten (1093)Freda an der richtigen Position rechts (westlich) vom Kugelsternhaufen gefunden. Am 30.5. stand Freda noch links von NGC5897, am 31.5. wäre Freda direkt vor dem Kugelsternhaufen lang gezogen. Leider war es da jedoch bewölkt.

Wenn man genau hinschaut, sieht man dass die Strichspur von Freda etwas unterbrochen ist. Netto wurde dieses Bild knapp 25 Minuten belichtet, brutto war es jedoch deutlich über 40 Minuten. Ich hatte leider nicht ganz aufgepasst, wie niedrig das Objekt doch eigentlich am Himmel stand, so dass es während der Aufnahme doch tatsächlich für fast eine Viertelstunde durch den Giebel eines benachbarten Hauses verdeckt wurde, dadurch entstand die kleine Lücke in der Strichspur.

Ich habe jedoch noch weitere Kugelsternhaufen fotografiert:

Kugelsternhaufen M4 im Skorpion, 30 Minuten belichtet, 3.6.25, 0:30 Uhr MESZ

Kugelsternhaufen M10 am 2.6.25 um 23:46 MESZ, 30min belichtet.