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Samstag, 10. Januar 2026

10. Januar 2026: Ein kurzes Wolkenloch

 Am 10. Januar 2026 sah ich nach der tagesschau draußen plötzlich klaren Himmel. Leider zog es sich nach einer guten Stunde schon wieder zu, aber ein paar kleine Aufnahmen gelangen mir dennoch.

Zunächst wollte ich meine Kleinplanetenaufnahmen vom 7. Januar verifizieren. Also erneut Fotos gemacht mit den exakt gleichen Einstellungen, dort wo am 7.1. die Kleinplaneten waren, sollte jetzt nichts sein. Und das war dann auch so!

(32)Pomona ist nicht mehr in der Nähe von Aöldebaran, wo sie am 7.1. war
 

Da die Bilder am 7.1. und 10.1. nicht zur gleichen Uhrzeit aufgenommen worden sind, muss man natürlich auch eine kleine Bildrotation durchführen. Doch schnell ist dann deutlich, dort, wo (32)Pomona sich am 7. Januar 2026 befand, ist sie jetzt nicht mehr.

(32)Pomona am 10.1.26 gegen 20:23 Uhr MEZ

Leider hatte ich mich am 6./1.Januar ja bei der Koordinateneingabe etwas vertan, so musste ich für den heutigen Standort von Pomona das Bild quasi verschieben. Der rote Pfeil zeigt auf den aktuellen Standort von (32)Pomona, und er beginnt ungefähr dort, wo Pomona am 7.1. stand.

Auch das "Verschwinden" von Alkmene konnte ich dokumentieren: 

Keine (82)Alkmene am 10.1.26

Hier habe ich dann jedoch auf ein neues Foto von (82) Alkmene verzichtet, stattdessen habe ich andere Kleinplaneten gesucht.

(206) Hersilia am 10.1.26 um 21:12 Uhr MEZ

Kleinplanet (206) Hersilia (12,1mag) wollte ich schon um die Jahreswende fotografieren, doch da hatte für mich das Wetter leider nicht mitgespielt. Doch jetzt ist es mir geglückt, auch wenn der Asteroid inmitten dieses Sternengewimmels nicht einfach zu identifizieren war.

(40) Harmonia am 10.1.26 um 21:24 Uhr MEZ

(40) Harmonia (9,3mag) stand am 2. Januar in Opposition, heute hat es mit einer Aufnahme gut geklappt.

Jupiter um 20:34 Uhr

 Einige der Kleinplaneten hielten sich in der Nähe ihres größten "Bruders", Jupiter, auf. Und weil Jupiter heute genau in Opposition steht, musste er natürlich auch fotografiert werden. Hier kann man die Monde Europa und Io unterhalb von Jupiter sehen und Callisto oberhalb. 

Das Vespera hat auch einen speziellen "Planetenmodus", mit dem man sogar "Details" auf der Jupiteroberfläche erkennen kann. Da es draußen jedoch schon -8° Grad kalt war und die Luft entsprechend flimmerig, blieb bei dieser kleinen Optik natürlich nicht viel zu erkennen:

Jupiter in "Originalgröße"

 Immerhin konnte man heute zwei Streifen auf der Jupiteroberfläche erkennen.

Dann kamen Wolken auf, doch für einen weiteren Kleinplaneten sollte es noch gerade so reichen:

(44)Nysa am 10,1,26 um 21:36 Uhr 

 (44)Nysa konnte ich immerhin noch 100 Sekunden, also weniger als zwei Minuten belichten. Dadurch sind auf diesem Bild nur sehr wenige Sterne zu sehen. Die Wolken wurden schnell dichter und an weitere Beobachtungen war leider nicht mehr zu denken. Mit (206)Hersilia und (44)Nysa komme ich jetzt auf 110 dokumentierte Asteroiden oder Kleinplaneten.

Hätte ich bloß auch mal mit eigenen Augen nach Norden geschaut! Denn heute waren die ersten Polarlichter in diesem Jahr zu sehen. Im Polarlichtforum gibt es dazu schon einige Berichte. Nichts großartiges, aber zumindest deutlich fotografisch, vielleicht sogar ein wenig visuell in Norddeutschland auszumachen. 

Eine beinahe "extragalaktische" Beobachtung ist mir heute auch noch gelungen: 

NGC 2419 im Januar 2026

 Dieses Bild wurde insgesamt 30 Minuten belichtet, ca. 10 Minuten am 7. Januar und weitere 20 Minuten am 10. Januar. Wie meistens geht es um das Objekt genau in der Mitte des Bildes, den etwas "verwaschenen" Fleck links von zwei helleren Sternen.

NGC 2419 ist ein Kugelsternhaufen im Sternbild Jagdhunde, jedoch unweit von Castor in den Zwillingen. Er hat eine Helligkeit von ca. 9mag. Die beiden "Zeigersterne" neben ihm haben ca. 7mag Helligkeit. Können Sie erkennen, das der rechte dieser beiden Sterne ein feiner Doppelstern ist?

Dieser Kugelsternhaufen ist vom Zentrum unserer Milchstraße rund 300.000 Lichtjahre entfernt, also weiter als die Magellanschen Wolken. Daher bekam er nach seiner Entdeckung auch den Namen "Intergalaktischer Wanderer". Heute weiß man jedoch, auch dieser Kugelsternhaufen ist gravitativ an unsere Milchstraße gebunden. Und man hat inzwischen andere Kugelsternhaufen gefunden, die noch weiter entfernt sind, als NGC 2419. Trotzdem für mich ein sehr spannendes Objekt! Und überhaupt ein wunderschöner Abend!

Mittwoch, 7. Januar 2026

6./7. Januar 2026 - Mond, Kleinplaneten und eine ferne Supernova

 In der Nacht vom 6. auf den 7. Januar klarte es gegen Mitternacht auf. Normalerweise wäre ich ja um diese Zeit ins Bett gegangen. Doch nach so langer Zeit ohne richtige astronomische Beobachtungen musste ich die Gelegenheit nutzen.

Schnell hatte ich mein Vespera Pro nach draußen gebracht und initialisiert. Ich selbst zog mich zuerst in die noch warme Küche, später dann ins Arbeitszimmer zurück. Es ist doch toll, wenn man heute sein Teleskop über WiFi von der warmen Wohnung aus steuern kann und nicht selbst draußen bei -6° Grad und weniger neben der Technik frieren muss.

Das erste Foto galt dem hell am Himmel strahlendem Mond.

Der Mond am 6.1.26 um 23:01 UT, 7.1.26 um 0:01 MEZ

Der abnehmende Mond war noch zu 84 Prozent beleuchtet. Er stand um Mitternacht 29° Grad hoch am Himmel, leicht rechts von ihm war Regulus, der hellste Stern im Löwen zu erkennen.
 
Danach habe ich Kleinplaneten aufgesucht:
 
(32)Pomona dicht bei Aldebaran

 (32)Pomona stand ganz dicht bei Aldebaran im Stier. Am 7. Januar abends sollte der Abstand nur eine halbe Bogenminute betragen, jetzt waren es noch ungefähr 6' Bogenminuten. Das Bild wurde fünf Minuten belichtet.
 
Leider war es in der Nacht zuvor bewölkt, ansonsten hätte ich ja gerne (433)Eros fotografiert, wie er genau vor der Galaxie M33 vorüberzieht. Jetzt wäre er schon wieder ein Grad von der Galaxie entfernt. Eros und M33 befanden sich außerdem jetzt auch schon recht tief im Westen genau in der Richtung der hohen Bäume auf den Nachbargrundstücken, so dass ich auf eine Aufnahme vezichtete.
 
(82)Alkmene im Sternbild Zwillinge

 Auch dieses Bild wurde fünf Minuten lang belichtet. Es entstand um 0:22 Uhr MEZ. Leider muss ich mich bei der Eingabe der Koordinaten etwas vertan haben, so dass Alkmene nicht - wie eigentlich gewollt - in der Mitte des Bildes sich befindet, sondern etwas nach rechts "verrutscht" ist. (82)Alkmene steht heute in Opposition zur Sonne.  Bislang hatte ich (82)Alkmene noch nicht fotografiert, es ist jetzt mein 108. Kleinplanet/Asteroid.
 
In der Nähe von (82)Alkmene befindet sich auch Jupiter, der am 10. Januar in Opposition steht:
 
Jupiter um 0:30 Uhr MEZ am 7.1.26

 
Bei Jupiter waren zwei seiner Mond sichtbar, die ich im Bild auch gekennzeichnet habe: C steht für Callisto und E für Europa. Der Mond Io befand sich gerade hinter dem Planeten und Ganymed so dicht neben dem Planeten, dass dieser den Mond überstrahlt. In den anschließenden Stunden würde Ganymed direkt vor der Jupiterscheibe langziehen, auch Ganymeds Schatten wäre auf der Jupiteroberfläche gut zu erkennen. Dafür reicht die Technik des Vespera jedoch nicht aus, dafür bräuchte man schon ein etwas größeres Teleskop.
 
Leider befand sich in dieser Zeit T CrB zu tief am nordwestlichen Horizont, sonst hätte ich hier sicherlich auch eine weitere Aufnahme gemacht, um zu schauen, ob sich der erhoffte Nova. Helligkeit endlich abzeichnet, doch nach allem, was ich aus dsen Daten anderer absehen kann, ist da bislang wirklich noch nichts auffälliges passiert.
 
Dafür habe ich mich auf die Suche nach weiteren Supernova-Ereignissen gemacht und stellte fest, dass die SN2025advo in der Galaxie UGC 4316 hoch genug über dem Horizont stehen sollte:
 
UGC 4316 mit SN2025advo

 Diese Supernova ist schon am 17. November letzten Jahres entdeckt worden. Von der Galaxie ist auf meinem Foto, das ich 35 Minuten belichtet habe, praktisch nichts zu erkennen, das hätte sicherlich eine noch längere Belichtungszeit erfordert. Aber die Supernova lässt sich schon gut erkennen. Zum Vergleich kann man sich einmal andere Bilder von Markus Kempf anschauen, der ein Seestar S50 benutzt und Manfred Mrotzeck anschauen, der eine deutlich bessere Optik verwendet.
 
Mittlerweile ging es auf 2:00 Uhr zu, auch für mich Zeit ins Bett zu gehen. Endlich wieder ein paar Astrostunden am Himmel, die sich richtig gelohnt haben! 
 

 

Sonntag, 28. Dezember 2025

29. Dezember 2025 - 4. Januar 2026: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche haben wir Vollmond, sein kräftiges Licht erhellt uns die meiste Zeit der Nächte. Von den hellen Planeten steht Saturn gegen 17:30 Uhr im Süden, er geht schon bald nach 23 Uhr im Südwesten unter. Jupiter geht kurz nach 17 Uhr im Osten auf und ist dann die ganze Nacht zu sehen. Die Fernglasplaneten Uranus und Neptun sind wie in der letzten Woche ebenfalls noch zu sehen. Die anderen Planeten halten sich zu nahe an der Sonne auf und können nicht beobachtet werden. Die ISS ist zu Beginn der Woche noch bei morgendlichen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 29. Dezember, geht die Sonne um 8:32 Uhr auf und um 16:22 Uhr unter. Das ist am Morgen zwei Minuten später als am kürzesten Tag des Jahres zu Winteranfang, aber am Abend auch schon sechs Minuten später als an diesem Tag. Der Mond ist am Abend zu 72 Prozent beleuchtet, in der Frühe kann von 1:55 Uhr bis zum Monduntergang eine halbe Stunde späte vielleicht noch das Mond-Quincunx beobachtet werden. Gegen 5:48 Uhr kann in der Frühe im Südosten noch einmal kurz die ISS gesehen werden. Ein weiteres Mal fliegt die ISS zwischen 7:19 Uhr und 7:25 Uhr in maximal 14° Grad Höhe flach über unseren Morgenhimmel hinweg.

Am Dienstag, den 30. Dezember, ist die ISS zwischen 6:33 Uhr und 6:36 Uhr kurzzeitig in maximal 20° Grad Höhe noch einmal im Süden zu sehen. Der Mond ist am Abend zu 82 Prozent beleuchtet, er leuchtet bis fast 4:00 Uhr in der Frühe. Um 17:10 Uhr und um 19:45 Uhr (epsilon Ari, 4,7mag) kommt es zu Sternbedeckungen durch den Mond. In der Frühe kann tief im Westen ab 3:20 Uhr bis zum Monduntergang noch der "Goldene Henkel" beobachtet werden. Um 18:00 Uhr steht (433)Eros (10,8mag) in 9,5' Bogenminuten Abstand zu Stern HIP 6025 (6,4mag).

Am Mittwoch, den 31. Dezember, Silvester, ist die ISS letztmalig in dieser Morgensichtbarkeitsperiode zwischen 5:46 Uhr und 5:49 Uhr tief im Südosten zu sehen. Die ISS ist ab 12. Januar dann wieder bei abendlichen Überflügen zu sehen. Der Mond ist am Abend zu 90 Prozent beleuchtet.

Am Donnerstag, den 1. Januar, Neujahr, ist der Mond am Abend schon zu 96 Prozent beleuchtet. Da er heute gegen 23:00 Uhr auch das Perigäum seiner Bahn erreicht, der Abstand zur Erde also nur 360348 Kilometer beträgt, beginnt das Jahr quasi gleich mit einem "Supermond".

Am Freitag, den 2. Januar, geht der Mond gegen 15 Uhr auf, er ist am Abend zu 99 Prozent beleuchtet, praktisch haben wir also eine Vollmondnacht. Kleinplanet (206)Hersilia (12,3mag) steht in 3,5' Bogenminuten Abstand zu Stern HIP 33350 (8,1mag). Kleinplanet (40)Harmonia (9,0mag) steht heute in Opposition zur Sonne.

Am Samstag, den 3. Januar, erreicht der Mond exakt um 11:03 Uhr seine Vollmondposition, zu dieser Zeit steht er bei uns jedoch unter dem Horizont. Um ca. 3:22 Uhr zieht die ISS direkt vor der Vollmondscheibe vorüber, dieses nur eine Sekunde lang dauernde Ereignis kann auf einer Linie von Höveölhof-Riege über Schlangen nach Kempen - Erpentrub - Bellersen - Bosseborn - Fürstenberg beobachtet werden. Die nördlichsten Teil Bad Lippspringe (ab etwa den Dedinger Heide Seen) können dies noch "so gerade" am Mondrand mitverfolgen. Durch kurzfristige Bahnkorrekturen der ISS kann es jedoch immer noch Änderungen ergeben, am besten also kurz vorher noch einmal die Daten bei https://iss.vierwandfrei.de prüfen. Der Pfad liegt jetzt (Fr 2.1.26, 10:30 Uhr) in der Tat ein kleines bisschen südlicher. In Bad Lippspringe kann man das Ereignis nur noch im südlichen Teil beobachten, die Linie verläuft jetzt in etwa von Paderborn-Sennelager nach Neuenbeken. Am Abend geht der Mond um 16:08 Uhr auf, ist er aber immer noch praktisch zu 100 Prozent beleuchtet. Er steht oberhalb von Jupiter im Sternbild Zwillinge, der Abstand beträgt gut 3,5 Grad, also 7 Vollmonddurchmesser..

Am Sonntag, den 4. Januar, geht der immer noch recht volle (zu 97 Prozent beleuchtet) Mond um 17:38 Uhr auf. Um 19:00 Uhr steht Kleinplanet (82)Alkmene in nur 1,5: Bogenminuten Abstand zu Stern HIP 35377 (8,0mag).

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern meines Blogs ein erfolgreiches Neues Jahr!