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Sonntag, 5. Januar 2020

6. - 12. Januar 2020: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche haben wir Vollmond, die Nächte sind daher für eine Beobachtung lichtschwacher Objekte am Himmel nicht so gut geeignet. Von den großen Planeten ist nur die Venus am Abend zu sehen, sie geht gegen 19:30 Uhr unter. Von den lichtschwächeren  Fernglasplaneten kann Neptun  bis ca. 21:15 Uhr und Uranus bis weit nach Mitternacht beobachtet werden. Mars kann am Morgenhimmel ab ca. 5:45 Uhr gefunden werden. Die Internationale Raumstation (ISS) kann noch bei morgendlichen Überflügen gesichtet werden.

Am Montag, den 6. Januar, geht die Sonne um 8:31 Uhr auf und um 16:30 Uhr unter. Praktisch dauert der helle Tag jetzt also wieder acht Stunden und damit wieder 9 Minuten länger als noch vor einer Woche. Der Mond steht abends im Sternbild Stier und ist zu 82 Prozent beleuchtet. Gegen 19:25 Uhr wird am Nordrand des Mondes ein 6.5mag heller Stern fast bedeckt. Die ISS kann am Morgen zwischen 6:25 Uhr und 6:30 Uhr beim Überflug in maximal 41° Grad Höhe im Südwesten gesehen werden.

Am Dienstag, den 7. Januar, steht der Mond abends in den Hyaden, um 22 Uhr ist er schon zu 90 Prozent beleuchtet. Bereits um 16:33 Uhr bedeckt der Mond einen 4.3mag hellen Stern, dieses Ereignis wird jedoch kaum sichtbar sein, da die Sonne erst im gleichen Moment untergeht. Nur wenig später, um 17:12 Uhr bedeckt der Mond einen allerdings nur 6.9mag hellen Stern, der wiederum einen 8.8mag schwachen Begleiter hat, der in einem Abstand von 18'' Bogensekunden von Fernrohren erkannt werden könnte und etwa 30 Sekunden später bedeckt wird. Die ISS fliegt heute zwischen 7:12 Uhr und 7:17 Uhr in maximal 16° Grad Höhe über unseren südöstlichen Morgenhimmel entlang.

Am Mittwoch den 8. Januar, kann die ISS am Morgen zwischen 6:28 Uhr und 6:31 Uhr kurz im Süden in maximal 22° Grad Höhe beobachtet werden. Der Mond zeigt maximale Libration in Länge, das Mare Crisium steht nah am Rand.

Am Donnerstag, den 9. Januar, geht am Morgen der Planet Mars (1.5mag) nur 4' Bogenminuten nördlich an der oberen Komponente des Doppelstern Omega Scorpii (3.2mag) vorbei. Am Abend bedeckt der fast volle Mond um 18:03 Uhr an seinem noch verdunkelten westlichen (linken) Rand den 2.9mg hellen Stern Tejat in den Zwillingen.

Am Freitag, den 10. Januar, erreicht der Mond exakt um 20:21 Uhr seine Vollmondposition, er hat dann am Himmel von gut 33° Grad erreicht, nach Mitternacht steigt er noch auf eine Höhe von 60° Grad. Der volle Mond tritt dabei in den Halbschatten der Erde ein. Anders als bei einem Eintritt in den Kernschatten ist dies jedoch wenig spektakulär. Der Mond tritt zwar um 18:08 Uhr in den Halbschatten ein und verlässt ihn wieder um 22:12 Uhr, zu sehen bekommt man jedoch nur um die Finsternismitte herum eine leichte "Eingrauung" im unteren Bereich des Mondes. Dies Ereignis dürfte vergleichbar sein mit der Halbschattenfinsternis vom 11. Februar 2017. Die ISS kann am Morgen um 6:28 Uhr letztmalig in dieser Morgensichtbarkeitsperiode kurz in 10° Grad Höhe im Süden gesehen werden. An der Sternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus trifft sich heute gegen 19:30 Uhr wieder die Beobachtergruppe.

Für Samstag, den 11. Januar, melden die meisten Himmelsjahrbücher so gar nichts besonderes. Um 21:40 Uhr wird der Bedeckungsveränderliche Stern X Tri ein Helligkeitsminimum haben. Seine Helligkeit schwankt zwischen 8.6 und 11.3 mag. Dieser Wechsel kann mit einer Spiegelreflexkamera dokumentiert werden.

Am Sonntag, den 12. Januar, geht der immer noch zu 95 Prozent beleuchtete Mond um 18:42 Uhr auf, da ist auch gerade die astronomische Dämmerung beendet. Heute erreicht X Tri (siehe Samstag) sein Helligkeitsminimum bereits um 21:00 Uhr.




Montag, 30. April 2018

29. / 30. April / 1./3. Mai 2018: Abenteuer Astronomie - ein Stern wächst über sich hinaus

Es gibt seit einiger Zeit eine sehr schöne Astronomie-Zeitschrift auf dem deutschsprachigem Markt: "Abenteuer Astronomie" heißt sie. Meines Erachtens für alle ambitionierten Hobbyastronomen sehr empfehlenswert. Doch von dieser Zeitschrift soll in diesem Artikel nicht die Rede sein, sondern von meinem eigenen Beobachtungsabenteuer an diesem Sonntagabend.

Der Himmel war bei uns am späten Nachmittag ziemlich bedeckt, so dass ich den Abend hinter dem Computer verbrachte, da postete Daniel Fischer bei facebook in der Gruppe "Astronomie als Hobby" folgende Nachricht: "Dringender Beobachtungsaufruf - da könnte gerade was sehr Ungewöhnliches im Perseus abgehen, mit 6 mag. ziemlich hell aber leider nicht besonders hoch im Norden." Und angehängt war die folgende Meldung aus den facebook-Seiten von "Astronomie aktuell":

Alarm im Perseus! Da ist gerade ein 'neuer Stern' mit ~6,2 mag. aufgetaucht - bei dem es sich um einen Nova-artigen Ausbruch der Zwergnova V392 Per handeln könnte (die sonst zwischen 14 und 17 mag. schwankt). Oder es ist eine normale Nova-Explosion ganz in der Nähe. Oder noch was anderes - die Informationen sind bisher sehr spärlich: http://www.cbat.eps.harvard.edu/…/fo…/J04432130+4721280.html und https://www.aavso.org/tcp-j044321304721280-v392-nova-erupti… und https://www.cloudynights.com/…/616375-potential-nova-per-2…/ und http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=224648 sowie https://www.aavso.org/v392 zum Treiben von V392 Per in den letzten Monaten, als sich was angebahnt haben *könnte*.

Diese Nachricht machte mich neugierig. Ein neuer Stern mit 6.2mag Helligkeit? Sterne dieser Helligkeit kann man mit bloßem Auge sehen. Allerdings nur unter besten Voraussetzungen an einem wirklich dunklem Himmel ohne helles Mondlicht. Und heute Abend war Vollmond!

Ich ging erstmal gleich den angegebenen Links nach. Etliche waren auf englisch und sie gaben wirklich nicht viel her. Dieser veränderliche Stern V392 Perseus war normalerweise vielleicht bei seinen Helligkeitsausbrüchen 14mag hell, also bestenfalls für größere Fernrohre zu erreichen. Und auch im Link zum "astrotreff" las ich nur einen Beobachtungsaufruf des renommierten Astrophysikers Erik Wischnewski, Autor mehrerer sehr interessanter Astronomiebücher, aber noch keine weiteren Informationen, gewschweige denn sogar Bilder.

Doch jetzt hatte mich meine Neugier gepackt. "Wie cool ist das denn?" ging es mir durch den Kopf. Da soll ein veränderlicher Stern plötzlich so hell werden, dass man ihn (theoretisch) mit bloßem Auge sehen könnte? Ein Helligkeitsanstieg von 14mag auf 6mag, also um acht Größenklassen, bedeutet einen Anstieg um das etwa 1500fache! Bei einem Helligkeitsanstieg von neun Größenklassen sprechen Astronomen von einer Nova, eine Supernova wäre noch stärker. Eine Supernova hatte ich schon mit Fernrohr beobachten können, aber die war weit entfernt in einer anderen Galaxie (M82 im Februar 2014). Dieser Stern hier käme aber aus unserer "Nachbarschaft".

Ein Blick aus dem Dachfenster nach Norden zeigte mir kurz nach 22 Uhr über den Nachbarhäusern strahlte noch die Venus, sie sollte kurz nach 23 Uhr untergehen. Und meines Erachtens noch recht hoch über der Venus war ein weiterer heller Stern zu sehen, das konnte nur Capella, der hellste Stern im Fuhrmann sein. "Verdammt noch mal", ging es mir durch den Kopf, "da müsste doch mehr zu sehen sein!"

Schnell habe ich meine Kamera gepackt, auf ein Stativ geschnallt und draußen im Garten Richtung Nordwesten gepeilt. Die Venus war hier hinter den nachbarhäusern schon nicht mehr zu sehen. Neben Capella waren aber auch die hellsten Sterne des Perseus mit bloßem Auge zu erkennen. Der Mond  schien zum Glück auf der anderen Seite des Hause, im Südosten. Nur ein paar Schleierwolken trübten etwas den Blick.

Ich schoss gleich mal ca. 20 verschiedene Fotos mit unterschiedlichsten Belichtungseinstellungen. Ich wollte ein Optimum aus "tiefer" Belichtung haben und trotzdem kurzer Aufnahmezeit. Bei zu längerer Belichtungszeit mit zu hoher Empfindlichkeit gepaart war der Himmel viel zu hell und alles war praktisch überbelichtet, bei zu kurzer Zeit merkte ich schon auf dem Kameradisplay, da wären nur Schleierwolken und die allerhellsten Sterne wie etwa Capella zu sehen.

Hier vielleicht mein bestes Einzelbild:

Capella (oben links) und das Sternbild Perseus am 29. April gegen 22:45 Uhr im Nordwesten (Kamera Canon 5D Mark II, 50mm Objektiv f1.8, abgeblendet auf 2.8, 2 sec belichtet, ISO 1600)

Aber wo war jetzt dieser ominöse Stern? Schon ein erster Blick zeigte mir, die Kamera hat sicherlich alle mit bloßem Auge sichtbaren Sterne eingefangen.

Jetzt galt es also schnell mal das Bild mit einem Sternenatlas zu vergleichen. Auf meinem Computer nutze ich dafür das Planetariumsprogramm Stellarium. Hier sollte die Position von V392 Per doch zu finden sein. Dann schnell Photo und Karte vergleichen - und dann wüsste ich, was Sache ist.

Zunächst suchte ich in Stellarium ganz simpel nach V392 Per: Keine Antwort! Mir war auch schnell klar, warum das nicht funktionieren könnte. Normalerweise ist dieser Stern ja nur 14 bis 17mag hell. hatte ich überhaupt die Kataloge solch schwacher Sterne in mein Programm geladen? Stellarium zeigt nämlich nach einem einfach Download des Programms nur die helleren Sterne, schwächere kann man - abgestuft nach Helligkeiten - Schritt für Schritt nachladen. Stattdessen gab ich jetzt die genauen Koordinaten von V392 Per ein: 04 43 21.30 +47 21 28.0.

Da zeigte das Programm erwartungsgemäß natürlich keinen Stern, aber es war doch ein auffälliges "Viereck" zu sehen, das müsste doch auch auf meinem Photo zu erkennen sein. Hier das Bild aus Stellarium:

Hier in der Nähe sollte V392 Per sein.

Und ja, dieses Viereck fand ich tatsächlich auf meinem Photo. Aber !? Wo war denn nun das Objekt meiner Begierde tatsächlich zu finden?  Ich verglich immer wieder mein Photo mit der Sternkarte und suchte - inzwischen etwas frustriert - nach einem fünften Stern, der sich etwas unterhalb dieses Vierecks befinden sollte. Aber da war nichts auf dem Bild zu erkennen.

Ich schaute wieder in das Forum beim astrotreff. Dort hatte inzwischen Ronny gepostet: "ich habe den Stern gerade im 20x60-Fernglas gesehen. Wegen den Schleierwolken ist eine Schätzung schwierig, die 6,2 mag kommen etwa hin." 

Wie konnte das sein? Wenn ich den doch gar nicht finde? Was mache ich falsch? Schließlich entschied ich mich, mein Bild einfach mal selbst zu posten:


Erste Suche nach V392 Per
Dazu schrieb ich: "Ich kann das leider nicht bestätigen. Ich bin Anfänger, aber auf diesem Bild sollte V Per sich doch etwa in dem Kreis befinden. Auf dem Foto sind Sterne bis 8mag und dunkler drauf, da sollten 6.2 mag doch kein Problem sein. Oder habe ich an einer falschen Stelle gesucht?"

Ja, und dann dauerte es zum Glück nicht lange, dass ich von Dominik Elsässer eine Antwort bekam:  "...ich habe grad mal auf die Schnelle geschaut: Das Objekt das Du mit "7.9" beschriftet hast ist doch offensichtlich deutlich heller als der 7.25mag Stern oberhalb davon. Und es passt zur Position des fraglichen "neuen" Sterns. Deine Aufnahme _könnte_ (könnte!) also in Wahrheit eine Bestätigung sein. Von wann ist sie denn, und was wurde verwendet?"

Und auch Ronny antwortete gleich:  "V392 Per ist der Stern, den du mit 7,9 beschriftet hast."

Hey, man war das spannend! Sollte ich doch - zumindest als erster in diesem Forum - ein richtiges Foto von V392 Per geschafft haben?

Ich schaute mir mein Bild noch einmal genauer an. Und - naklar - jetzt fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Der Punkt, den ich mit 7.9 beschriftet hatte, war wirklich viel heller als andere Sterne, nur etwas schwächer als der Stern HIP 21823, der in Stellarium mit 5.6mag angegeben und etwas schwächer als der andere "Eckstern" dieses Vierecks mit 6.75mag. Statt des "7.9" Sterns war der von mir mit "? (10.4?" markierte Stern die "vierte Ecke", laut Stellarium 7.9mag hell, was ja auch in etwa mit der Helligkeit meines Photos übereinstimmt, wenn man diesen mit den beiden mit 8.3 und 8.7 mag bezeichneten Sternen vergleicht. Und jetzt stimmte es auch wirklich mit der Sternkarte überein: die Position meines hellen Stern lag tatsächlich etwas unterhalb des "Vierecks"!

Und so postete ich dann gleich mal auf facebook eine "richtige" Version meines Photos:

Jetzt wurde V392 Per richtig identifiziert

Daniel Fischer antwortete sogleich "Klasse!" und Patrick Schmeer gab den guten Hinweis: "Super, Wolfgang! "V Per" --> "V392 Per" (könnte mit V Persei = Nova Per 1887 verwechselt werden)."

Und im astrotreff Forum schrieb Dominik Elsässer: "Danke für die Daten. Sehr spannende Sache, immerhin wissen wir nun, dass es ein echtes Ereignis ist und kein Fehler bei der CBAT - Meldung."

Diesen Dank kann ich nur zurück geben! Astronomie ist schon ein tolles Hobby! Da kann man tolle Abenteuer erleben, man entdeckt einen "neuen Stern" und sieht (wie es im Sprichwort heißt: "den Wald vor lauter Bäumen nicht") den Stern vor lauter Sternen nicht, doch dank der Hilfe und den klugen Auge der anderen wird doch noch eine ganz tolle Sache daraus. Im Team macht unser Hobby noch einmal so viel Spaß! Danke!

Ich ging dann erstmal ins Bett, inzwischen war es schon Mitternacht vorbei und um 5:45 Uhr sollte wieder der Wecker klingeln...

Am Montag morgen habe ich mich dann gleich mal auf die Suche gemacht, ob ich nicht zufällig früher schon mal ein Photo dieser Gegend gemacht habe. Am 6. Februar 2015 habe ich tatsächlich den gleichen Himmelsausschnitt fotografiert. Im ersten Moment wirken die Bilder sehr verschieden, damals habe ich die Gegend zehn Sekunden lang belichtet, es schien auch kein Mond und es waren keine Schleierwolken am Himmel. Dadurch sind natürlich viel mehr Sterne zu sehen, und sie zeichnen längere Strichspuren. Aber man erkennt doch das "Viereck" wieder und kann erkennen, der ganz helle Stern vom 29. April 2018 fehlt auf dieser Aufnahme:

Vergleich zwischen 2015 und 2018


Mal sehen, ob diese Geschichte noch weiter geht und was sich noch über diesen Stern V392 Per erfahren lässt...

********************* Nachtrag vom 30. April 2018 ********************

Auch heute Abend konnte ich wieder V392 Per fotografieren, der Stern scheint mir heute etwas schwächer zu sein als gestern:

V392 Per am 30. April 2018, 22:46 MESZ, Canon 5D Mark 2, 50mm Objektiv 1.8 auf 2.8 abgeblendet, 2 sec, ISO 1600
Im "astrotreff" gibt es inzwischen ein paar weitere Fotos, Photometrieergebnisse, Verweise auf Spektren des Sterns und mehr.

******************************** Nachtrag vom 1. Mai 2018 ************************

Auch heute Abend, am 1. Mai, war es wieder klar. V392 Per ist jedoch noch lichtschwächer geworden als gestern:

V392 Per am 1. Mai
Hier noch ein weiteres Bild, diesmal 10 Sekunden belichtet. Dann zeichnen die Sterne zwar schon Spuren, aber dafür kommen auch die Farben eher zur Geltung. Deutlich erkennt man die rötliche Farbe von V392 Per, typisch für Nova-Sterne.

V392 Per zeigt auf längeren Belichtungen eine rötliche Farbe.

*********************************** Nachtrag 3. Mai 2018 ***********************

Gestern, am 2. Mai war der Himmel bewölkt, heute war es wieder klar. V392 Per ist fotografisch immer noch zu sehen, sinkt jedoch weiter in der Helligkeit ab. Ich schätze heute liegt die helligkeit nur noch bei ca. 8mag. Dafür geriet mir jedoch eine Sternschnuppe (?) mit aufs Bild:

V392 Per am 3. Mai, zusammen mit einer kleinen Sternschnuppe.

Dienstag, 10. Oktober 2017

16. Oktober: Vortrag "Veränderliche - den Pulsschlag ferner Sonnen messen"

Am Montag, den 16. Oktober, gibt es wieder einen Vortrag an der Volkssternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus. Mein Freund Heinz-Bernd Eggenstein referiert über veränderliche Sterne. In der Ankündigung der Sternwarte heisst es dazu:

Während uns die Objekte des Sonnensystems ständig neue Konstellationen und Erscheinungen bieten, galten „Fixsterne“ lange als Inbegriff ewiger Beständigkeit. Doch beobachtet man Sterne über einen längeren Zeitraum, erkennt man bei vielen überraschend vielfältige Veränderungen ihrer Helligkeit.

Diese können sich in Sekundenbruchteilen oder ausgedehnt über mehrere Jahrzehnte abspielen. Sie können regelmäßig oder unregelmäßig sein, schwach oder stark ausgeprägt. Ebenso vielfältig sind die astrophysikalischen Vorgänge, die diese Veränderungen verursachen. Das Beobachten veränderlicher Sterne ist ein spannender und im wahrsten Sinne des Wortes abwechslungsreicher Zweig der Astronomie, der sich zunehmender Beliebtheit bei Amateuren erfreut und sogar einen nützlichen Beitrag der Sternfreunde zur professionellen Wissenschaft liefern kann.

Die nötige Ausrüstung für einen praktischen Einstieg in diese Thematik haben viele, die sich mit der Fotografie beschäftigen, ohnehin zu Hause: Bereits mit einem einfachen Stativ, einer Spiegelreflexkamera und einem Teleobjektiv kann man Messungen an Sternen vornehmen, die man anschließend mit kostenlos erhältlicher Software auswerten kann. Daher eignet sich dieses Thema auch gut für den praktischen Physik- und Astronomie-Unterricht an Schulen.


Der Eintritt kommt wie immer der Arbeit der Volkssternwarte zugute. 

Samstag, 26. März 2016

28. März - 3. April 2016: Der Himmel über Bad Lippspringe



Am Ostersonntag, den 27. März, hat die Sommerzeit begonnen, um 2:00 Uhr sprangen alle Uhren gleich um eine Stunde weiter auf 3:00 Uhr. Natürlich sind jetzt alle Zeitangaben hier in meinem Blog in dieser bei uns üblichen Sommerzeit angegeben. Gegenüber gestern verschieben sich daher auch alle Sonnen-, Mond- oder Planetanaufgangszeiten zunächst um diese eine „geklaute“ Stunde. 

Der Mond stört in dieser Woche nicht mehr bei abendlicher Himmelsbeobachtung, man kann seine täglich andere Position jedoch gut am Morgenhimmel im Vergleich zur Stellung der hellen Planeten Mars und Saturn beobachten. Von den großen Planeten ist Jupiter fast die ganze Nacht über zu beobachten. Mars geht gegen 2 Uhr im Südosten auf, Saturn folgt eine Stunde später. Die ISS ist gegen Ende der Woche bei abendlichen Überflügen zu beobachten. 

In dieser Woche erreicht der Stern Mira im Wassermann (Mira= der „Wundersame“) sein Helligkeitsmaximum. Mira ist ein veränderlicher Stern, der jetzt 3,4mag hell wird, im Minimum leuchtet er mit nur 9mag, ist dann für das Auge unsichtbar. Seine Schwankungsperiode dauert ca. 330 Tage.

Am Montag, den 28. März, steht der Mond am Morgen gut 8° Grad nordwestlich von Mars.  Die Sonne geht um 7:08 Uhr Uhr auf und um 19:52 Uhr Uhr unter. Der helle Tag ist damit schon wieder 27 Minuten länger als noch vor einer Woche. 

Am Dienstag, den 29. März, steht der noch zu 74 Prozent beleuchtete Mond am Morgen bereits zwischen Mars (ca. 5° Grad nordöstlich) und Saturn (ca. 6° Grad nordwestlich). Er zeigt heute früh auch maximale Libration in Breite, so dass wir seinen Südpol sehen können. Um 20:54 Uhr kommt es fast exakt im Norden (357° Grad) in 37° Grad Höhe  zu einem -4mag hellen Iridiumflare.

Am Mittwoch, den 30. März, steht der Mond am Morgen bereits östlich des Saturn. Um 20:47 Uhr kommt es erneut fast exakt im Norden (357° Grad) in 38° Grad Höhe  zu einem -4mag hellen Iridiumflare.Um 23:18 Uhr kommen sich die Jupitermonde Ganymed und Io scheinbar sehr nahe.


Am Donnerstag, den 31. März, wird in den frühen Morgenstunden der Jupitermond Europa vom Planeten bedeckt während gleichzeitig die Monde Io und Ganymed vor der Planetenscheibe her wandern, so dass von 3:39 Uhr bis 4:21 Uhr nur der Jupitermond Kallisto zu sehen ist. Um 17:17 Uhr erreicht der Mond das Letzte Viertel, steht zu der Zeit bei uns jedoch tief unter dem Horizont. Zwischen 21:29 Uhr und 21:32 Uhr ist die ISS das erste Mal in dieser Abendsichtbarkeitsperiode kurz und tief am Horizont im Sternbild Großer Hund (unterhalb von  Sirius) zu sehen.

Am Freitag, den 1. April, kann auf der dunklen Seite des Mondes (Aufgang 3:32 Uhr) am frühen Morgen das Erdlicht beobachtet werden.  Um 20:35 Uhr gibt es fast exakt im Norden (356°) in 42° Grad Höhe einen mit -4mag hellen Iridiumflare. Die ISS fliegt zwischen 20:39 Uhr und 20:43 Uhr in maximal 15° Grad Höhe tief im Südosten über unseren Himmel entlang. Am Abend wandern die Schatten der Monde Io (ab 21:06 Uhr bis 23:22 Uhr) und Europa (ab 22:18 Uhr bis 1:05 Uhr am Samstag) über die Jupiterscheibe. Heute Abend gibt es 19 Uhr in Rietberg im "cultura" eine tolle Veranstaltung: "Vom Zauber der Sterne und dem Verschwinden der Nacht"

Am Samstag, den 2. April, zeigt der Mond maximale Libration in Länge, der Krater Grimaldi steht fern vom Rand. Ab 20:37 Uhr taucht Io wieder neben Jupiter auf. Zwischen 21:21 Uhr und 21:26 Uhr fliegt die ISS in maximal 37° Grad Höhe über unseren Südhimmel entlang, dabei kommt sie auch Jupiter sehr nahe.

Am Sonntag, den 3. April, geht der nur noch zu 25 Prozent beleuchtete Mond erst gegen 5 Uhr über der Egge auf. Am Abend steigt die ISS zwischen 22:04 Uhr und 22:08 Uhr aus dem Osten kommend beim Orion hoch hinauf, fliegt an den Zwillingen entlang und verschwindet in 73° Grad Höhe im Süden im Erdschatten. Später am Abend taucht um 23:05 Uhr Jupitermond Ganymed aus dem Schatten von Jupiter wieder auf.

Sonntag, 15. März 2015

16. - 22. März: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche haben wir Frühlingsanfang. Jetzt sind die Nächte kürzer als der Tag. Außerdem kommt es zu dem seltenen Ereignis einer partiellen Sonnenfinsternis, zu Neumond wandert der Mond direkt vor der Sonnenscheibe entlang. Von den großen Planeten ist die Venus strahlender Abendstern im Westen (bis ca. 21 Uhr). Jupiter scheint abends im Südosten und geht nach 5:00 Uhr  im Westen unter. Saturn geht gegen 1:00 Uhr im Osten auf, der Mars ist bis ca. 20:00 Uhr tief im Westen bei klarer Horizontsicht auch noch zu finden.

Am Montag, den 16. März, geht die Sonne um 6:38 Uhr auf und um 18:30 Uhr unter, damit scheint sie fast eine halbe Stunde länger als noch vor einer Woche. Der abnehmende Mond geht um 4:05 Uhr auf zeigt eine nur noch zu 24 % beleuchtete Sichel, im dunklen Teil schimmert das Erdlicht. Zwischen 5:33 Uhr und 5:40 Uhr fliegt die ISS in maximal 47° Grad Höhe über unseren Südhimmel entlang. Um 20:16 Uhr kommt es im Sternbild Kleiner Löwe (oberhalb des Großen Löwen) zu einem hellem Iridiumflare. In der Nähe dieser Position kommt es auch an den nächsten Tagen der Woche immer wieder zu Iridiumflares.

Am Dienstag, den 17. März, geht der Mond um 4:45 Uhr auf. Kurz vorher, um 4:43 Uhr taucht die ISS oberhalb von Saturn aus dem Erdschatten auf und fliegt bis 4:47 Uhr Richtung Osten über den Südosthimmel. Um 20:10 Uhr ist heute der Iridiumflare im kleinen Löwen nur mäßig hell (0mag). Der veränderliche Stern Algol zeigt um 22:21 Uhr ein Helligkeitsminimum.

Am Mittwoch, den 18. März, geht die schmale Mondsichel (7% beleuchtet) um 5:20 Uhr auf, bis er bei uns über die Egge steigt, dürfte es noch 20 Minuten später werden, dann ist die Dämmerung schon weit fortgeschritten. Zwischen 5:23 Uhr und 5:30 Uhr erreicht die ISS heute früh eine maximale Höhe von 68° Grad über dem Horizont am Südhimmel. Um 22:24 Uhr bedeckt Jupitermond Europa den Mond Io für fünf Minuten, um 23:47 Uhr fällt für knapp sechs Minuten Europas Schatten auf Io.

Am Donnerstag, den 19. März, tritt die ISS um 4:32 Uhr genau im Süden in 51° Grad Höhe aus dem Erdschatten heraus und fliegt in den kommenden Minuten schnell nach Osten der Sonne entgegen. Auch heute kommt es um 20:07 Uhr wieder zu einem Iridiumflare im kleinen Löwen (0mag).

Am Freitag, den 20. März, ist Neumond. Doch zuerst fliegt um 5:15 Uhr die ISS ziemlich genau über unserer Stadt hinweg. Heute Vormittag wandert der Mond direkt vor der Sonnenscheibe vorüber, es kommt zu einer Sonnenfinsternis. In Nordeuropa, z.B. auf den Faröer-Insel, ist die Sonnenfinsternis sogar total. Bei uns kommt es nur zur Verfinsterung eines Teils der Sonne, deshalb spricht man hier von einer partiellen Sonnenfinsternis. Im Internet gibt es viele informative Seiten zur Sonnenfinsternis, ich verweise hier gerne auf die Seite meines Sternfreunds Stefan Krause: http://www.sonnenfinsternis.org/sofi2015t/index.htm. Hier die wichtigsten Zeiten für Bad Lippspringe: Beginn der Finsternis ist um 9:32 Uhr, dann schiebt sich der Mond vor die Sonne. Die größte Bedeckung wird um 10:40 Uhr erreicht, dann bedeckt der Mond 77% der Sonnenscheibe. Um 11:52 Uhr ist die Finsternis wieder beendet. Zu Beginn steht die Sonne fast 26° Grad hoch im Südosten, am Ende steht sie in 37° Grad Höhe fast im Süden. Bei klarem Himmel sollte sich dieses Ereignis also gut beobachten lassen.  Um 19:10 Uhr  hat Algol diese Woche ein weiteres Helligkeitsminimum. Heute Abend ist der Iridiumflare um 20:01 Uhr immerhin -3mag hell. Um 20.22 Uhr bedeckt Jupiter den Mond Ganymed, ab 22:43 auch den Mond Io, dann sind nur noch Europa und Kallisto zu sehen. später in der Nacht, um 2:43 kommt es dann zu einer Bedeckung von Ganymed durch Io. Bei so vielen Ereignissen kann man fast übersehen, dass die Sonne heute um 23:45 Uhr den Himmeläquator nach Orden überquert, bei uns also der Frühling beginnt.

Am Samstag, den 21. März, kommt es im kleinen Löwen bereits um 19:55 Uhr zu einem -2mag hellem Iridiumflare. Um 19:52 Uhr beginnt ein Durchgang von Io vor der Jupiterscheibe (bis 22:09 Uhr). Ios Schatten wandert von 20:48 Uhr bis 23:05 Uhr über die Planetenscheibe. Heute steht der Kleinplanet Nysa (9,4mag) im Sternbild Jungfrau in der Opposition zur Sonne. Die nur zu 3% beleuchtete Mondsichel geht um 20:22 Uhr unter, sie steht noch unterhalb des Mars und dürfte daher nur für Spezialisten zu finden sein. Solche praktisch mondlosen Nächte im März eignen sich gut, um einen "Messier-Marathon" zu versuchen. Das ist ein Versuch, alle Objekte des Messier-Katalogs in nur einer einzigen Nacht zu beobachten. Ob dafür das Wetter mitspielt?

Am Sonntag, den 22. März, fliegt die ISS zwischen 5:03 Uhr (im Westen aufsteigend) und 5:10 Uhr (im Osten untergehend) über unsere Stadt hinweg. Um 5:04 Uhr und 42sec befindet sie sich genau im Zenit über unseren Köpfen. Der Iridiumflare im kleinen Löwen heute um 19:49 Uhr ist -1mag hell. Der Mond ist heute zu 8% beleuchtet und geht um 21:41 Uhr unter. Er steht dicht bei der Venus.

Sonntag, 12. Oktober 2014

13. - 19. Oktober: Der Himmel über Bad Lippspringe

Der abnehmende Mond zieht sich vom Abendhimmel zurück. Von den großen Planeten ist Mars am Abendhimmel nur noch bis ca. 20:30 Uhr zu sehen. Die Aufgänge von Jupiter werden immer früher, er ist ab ca. 2:00 Uhr im Osten zu finden. In dieser Woche können gleich mehrere Helligkeitsminima des Stern beta Perseus ("Algol") beobachtet werden. Die Helligkeit dieses Sterns schwankt zwischen 2,1mag und 3,3mag. In dieser Woche kommt es zu einer Reihe von abendlichen Überflügen der ISS.

Am Montag, den 13. Oktober, geht die Sonne um 7:45 Uhr auf und um 18:36 Uhr unter, der helle Tag dauert jetzt also bereits weniger als 11 Stunden. Die ISS ist fliegt zwischen 20:15 Uhr und 20:21 Uhr in maximal 74° Grad Höhe über unseren Südosthimmel hinweg. Der Mond geht heute um 22:08 Uhr auf.

Am Dienstag, den 14. Oktober erreicht der veränderliche Stern Algol um 3:25 Uhr in der Frühe ein Helligkeitsminimum. Die ISS fliegt heute zwischen 19:28 Uhr und 19:36 Uhr in maximal 60° Grad Höhe über unseren Südhimmel entlang. Der Mond geht Abends um 23:01 Uhr auf.

Am Mittwoch, den 15. Oktober, steht der Mond exakt um 21:12Uhr im Letzten Viertel. Er geht jedoch erst genau um Mitternacht auf. Die ISS fliegt heute zwischen 20:15 Uhr und 20:19 Uhr praktisch direkt über unsere Stadt hinweg.

Am Donnerstag, den 16. Oktober, ist am Morgen auf dem abnehmenden Mond im dunkleren Teil wieder das "Erdlicht" zu erkennen. Außerdem zeigt der Mond Libration in breite, wir können auf seinen Nordpol schauen. Zwischen 19:26 Uhr und 19:34 Uhr erreicht die ISS heute eine Höhe von 82° Grad bei ihrem Überflug am Südhimmel.

Am Freitag, den 17. Oktober, zeigt der veränderliche Stern Algol bereits um 0:14 Uhr ein Helligkeitsminimum. Zwischen 20:13 Uhr und 20:17 Uhr fliegt die ISS wieder fast genau über unsere Stadt hinweg.

Am Samstag, den 18. Oktober, steht der Mond in Erdferne, er erscheint vielleicht also etwas kleiner als üblich. In den frühen Morgenstunden wandert Jupitermond Ganymed vor der Planetenscheibe des Jupiter vorüber. Auch Ganymeds Schatten ist auf der Jupiterscheibe mit einem Fernrohr gut zu beobachten. Zwischen 19:23 Uhr und 19:28 Uhr fliegt die ISS heute wieder exakt über unsere Stadt hinweg, um 19:26:15 Uhr durchfliegt sie den Zenit.

Am Sonntag, den 19. Oktober, fällt das Helligkeitsminimum von Algol auf die beobachterfreundliche Uhrzeit von 21:02 Uhr. Vorher, zwischen 20:10 Uhr und 20:14 Uhr erreicht die ISS bei ihrem Überflug heute eine Höhe von 68° Grad über dem Horizont.

Sonntag, 20. April 2014

21. - 27. April: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche findet man den abnehmenden Mond nur noch am Morgenhimmel, die Abende eignen sich bereits wieder für die "deep-sky"-Beobachtung. Jupiter ist im Südwesten zu sehen, Mars die ganze Nacht über, Saturn geht gegen 22:30 Uhr über der Egge im Südosten auf und kurz vor Sonnenaufgang kann vielleicht noch die Venus gesehen werden.

Am Ostermontag, den 21. April, geht die Sonne rechnerisch um 6:16 Uhr auf und um 20:32 Uhr unter. Der helle Tag dauert jetzt also schon deutlich über 14 Stunden.Bei Jupiter kann bis 23:30 Uhr der Schatten von Ganymed auf der Planetenoberfläche beobachtet werden.

Am Dienstag, den 22. April, erreicht der Mond um 9:52 Uhr das Letzte Viertel, sein Aufgang war in der Frühe um 2:43 Uhr. Die ISS ist letztmalig in dieser Woche zwischen 21:15 Uhr und 21:21 Uhr tief im Südwesten bei ihrem Überflug zu beobachten. Bei Jupiter wird bis 22:39 Uhr der Mond Kallisto verfinstert.

Am Mittwoch, den 23. April, bleibt am Abend bis nach Mitternacht Jupitermond Europa verfinstert.

Am Donnerstag, den 24. April, geht die nur noch zu 30% beleuchtete Mondsichel erst gegen 4:00 Uhr über der Egge auf. Der dunkle Teil des Mondes wird durch ds Erdlicht etwas aufghellt.Um 21:42 Uhr beginnt ein Durchgang von Jupitermond Io vor der Planetenscheibe, eine Stunde später wandert auch Ios Schatten über den Planeten.

Am Freitag, den 25. April, kommt es um 21:27 Uhr in 63° Grad Höhe bei 77° Grad Ostnordost dicht unterhalb der Deichsel des Großen Wagen zu einem sehr hellem (-8mag) Iridiumflare. Am Abend wird bis 22:29 Jupitermond Io vom Planeten verfinstert.

Am Samstag, den 26.April, geht die nur noch zu 10% beleuchtete Mondsichel erst gegen 5:00 Uhr über der Egge auf. Am Abend geht Kleinplanet Ceres (7,1mag) nur 16' Bogenminuten (halber Monddurchmesser) nördlich an Stern 84 Virginis (5,6mag) vorüber.

Am Sonntag, den 27.April, können am Abend mit einem sehr guten Fernglas oder Fernrohr die Saturnmonde Titan in westlicher Elongation und vielleicht Dione in östlicher Elongation gefunden werden. Schon mit bloßem Auge kann man um 23:27 Uhr erkennen, das der veränderliche Stern Algol im Perseus ein Helligkeitsminimum erreicht (3,39mag, statt 2,1mag).

Sonntag, 9. März 2014

10. - 16. März: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche dominiert der immer voller werdende Mond den Nachthimmel. Von den großen Planeten ist Jupiter am Abend hoch im Süden zu sehen. Mars geht ab etwa 22 Uhr über der Egge auf, Saturn folgt nach Mitternacht und am Morgenhimmel ist dann noch die Venus tief im Südosten zu sehen. Die ISS beginnt zum Ende der Woche wieder eine morgendliche Sichtbarkeitsperiode.

Am Montag, den 10. März, geht die Sonne um 6:51 Uhr auf und um 18:20 Uhr unter. gegenüber dem letzten Montag sind dies am Morgen 15 Minuten früher und am Abend 12 Minuten später. Die Tage werden jetzt sehr schnell deutlich länger. Um 20:00:47 kommt es in 33° Grad Höhe im Norden (7°) zu einem Iridiumflare. Am Abend sind bei Jupiter bis 21:01 Uhr nur drei Monde zu sehen, da Io sich hinter dem Jupiter bzw. in dessen Schatten befindet. Um 19:30 Uhr gibt es auf der Sternwarte in Schloß Neuhaus einen Vortrag zur "Astronomie der Inka".

Am Dienstag, den 11. März, ist am späten Nachmittag (schon vor Sonnenuntergang) gegen 17:15 Uhr am Mond der "goldene Henkel" zu sehen. Bei Jupiter stehen alle Monde auf der gleichen Seite, wobei Kallisto, Io und Europa sehr dicht beieinander stehen. Ab 22:10 Uhr (bis 2:03 Uhr) fällt der Schatten von Kallisto auf die Jupiterscheibe. Um 19:54:35 kommt es an etwa gleicher Stelle wie gestern (36° Grad Höhe, 7° Nord) erneut zu einem Iridiumflare.

Am Mittwoch, den 12. März, zeigt der Mond maximale Libration in Breite, wir können auf seinen Nordpol schauen.

Am Donnerstag, den 13. März, erreicht um 1:19 Uhr der veränderliche Stern Algol ein Helligkeitsminimum. Am Abend geht Kleinplanet Herculina (10,6mag) nur 15' Bogenminuten (halber Monddurchmesser) südlich an 132 Tauri (5,0mag) vorüber. Und um 21:56 Uhr beginnt ein Durchgang von Europa vor der Jupiterscheibe. Um 22:06 Uhr bedeckt der Mond den Stern Omega Leo mit 5,5mag.

Am Freitag, den 14. März, stehen am Abend bei Jupiter zwei Monde rechts, zwei Monde links.

Am Sonnabend, den 15. März, ist die ISS zwischen 5:26 Uhr und 5:34 Uhr tief am Südhimmel zu sehen, um 5:29 Uhr erreicht sie mit 18° Grad ihre größte Höhe über dem Horizont in Richtung Südosten. Sie fliegt oberhalb der Venus der Morgensonne entgegen. Um 22:09 Uhr erreicht der veränderliche Stern Algol (beta Per) wieder ein Helligkeitsminimum.

Am Sonntag, den 16. März, ist die ISS vielleicht zwischen 4:38 Uhr und 4:44 Uhr ganz tief am Südosthimmel zu sehen. Sie taucht links (östlich) von Antares, dem hellsten Stern im Skorpion aus dem Erdschatten auf. Exakt um 18:08 Uhr haben wir Vollmond, der Mond geht bei uns jedoch erst etwas später auf. Am "mathematischen" Horizont um 18:36 Uhr, sichtbar hinter der Egge wird er ab ca. 18:50 Uhr. Bei Jupiter sind am Abend zunächst nur drei Monde zu sehen. Ganymed beendet einen Durchgang vor der Jupiterscheibe um 21:18 Uhr. Um 22:06 Uhr beginnt dann Io einen Durchgang vor Jupiter. Ab 23:08 Uhr wandert Ganymeds Schatten über den Planeten, ab 32:21 Uhr dann auch der Schatten von Io. Bis 1:37 Uhr sind beide Schatten gleichzeitig auf Jupiter zu sehen.

Freitag, 23. August 2013

23. August - 1. September: Der Himmel über Bad Lippspringe

Sommer und Urlaub! Ich habe mich richtig gut entspannt und darüber sogar das Schreiben dieses Blogs vergessen. So fehlen jetzt tatsächlich ein paar Tage. Dafür wird aber diese Veröffentlichung etwas länger und danach sind wir wohl wieder im richtigen Rhythmus. Nicht, das ich gar keine Astronomie betrieben habe. Im Gegenteil, am letzten Wochenende konnte ich zum Beispiel vom Garten meines Schwagers bei Berlin aus den "neuen Stern", die Nova im Delphin gut beobachten.

Die ISS zeigt, außer am 23.8., keine sichtbaren Überflüge mehr in der Nacht. Venus und Saturn sind mit Glück noch in der Abenddämmerung zu finden. Jupiter und Mars sind Planeten des Morgenhimmels. Mit einem Fernrohr können auch Uranus und Neptun gefunden werden.

Am Freitag, den 23. August, gibt es in Bad Lippspringe eine Wanderung auf dem Planetenweg. Dafür haben sich über 40 Personen angemeldet. Noch ist es bewölkt, aber am Abend soll es aufklaren, mal sehen wie es kommt. Aber so oder so, die Wanderung wird bestimmt ein Erlebnis! Der Mond geht um 21:17 Uhr auf, er ist noch zu 90 % beleuchtet, also ziemlich "voll". Mit etwas Glück kann zwischen 21:34 Uhr und 21:38 Uhr auch die ISS beim Überflug gesehen werden, sie erreicht jedoch nur eine Höhe von 13° Grad im Südwesten. Während der Wanderung können vielleicht die Planeten Venus und Saturn abends im Südwesten auch im Original mit dem bloßen Auge gesehen werden. Die Venus steht jedoch um 21:00 Uhr keine 5° Grad mehr hoch am Himmel, für sie braucht man schon gute Sicht zum Horizont. Saturn befindet sich dann immerhin noch ca. 12° Grad hoch.

Am Samstag, den  24. August, gibt es im HeinzNixdorf-Museum aus Anlass der langen Nacht der Museen in Paderborn auch die Möglichkeit zur Himmelsbeobachtung. Der Mond zeigt heute Abend maximale Libration in Länge, der Krater Grimaldi steht randnah.

Am Sonntag, den 25. August, kommt es um 23:17 Uhr zu einem hellen Iridiumflare ganz in der Nähe des Stern Capella im Fuhrmann bei 30° Grad Nordnordost und in nur 14° Grad Höhe über dem Horizont. Der Mond geht heute um 22:10 Uhr auf, er ist noch zu 74 % beleuchtet.

Am Montag, den 26. August, geht die Sonne um 6:27 Uhr auf und um 20:24 Uhr unter, es ist jetzt also keine 14 Stunden mehr Sonnenschein möglich. Der Mond geht heute um 22:41 Uhr auf, eine knappe Stunde lang kann man schon wieder richtig "deep-sky"-Beobachtung betreiben.

Am Dienstag, den 27. August, kommt es ab 2:32 Uhr zu einem Durchgang von Europa vor der Jupiterscheibe, der Schatten von Europa ist bis 3:03 Uhr auf der Scheibe zu sehen. Der Planet Neptun steht heute exakt um 3:43 Uhr in Opposition zur Sonne, ist also die ganze Nacht über zu sehen. Allerdings nur für Besitzer guter Ferngläser oder kleiner Fernrohre mindestens. Er hat eine Helligkeit von 7,6mag ist befindet sich zur Zeit im Sternbild Wassermann. Um 23:15 Uhr kommt es im Nordosten ind er Nähe des hellen Sterns Capella zu einem Iridiumflare mit der Helligkeit von -4,4mag. Mondaufgang ist heute um 23:16 Uhr.

Am Mittwoch, den 28. August, geht der Mond erst um 23:57 Uhr auf, bis Mitternacht kann man also schon gut wieder "deep-sky"-Beobachtungen machen. Der Mond erreicht heute exakt um 11:35 Uhr das Letzte Viertel. Heute kommt es um 23:09 Uhr noch einmal zu einem hellen Iridiumflare in der Nähe von Capella im Nordosten.

Am Donnerstag, den 29. August, endet um 2:03 Uhr eine Sternbedeckung. SAO 94112 (6,1mag) taucht plötzlich hinter dem dunklen Mondrand wieder auf. Um 4:35 Uhr endet eine weitere Sternbedeckung, 97 Tauri ist sogar 5,1mag hell. Bereits um 21:48 Uhr kommt es etwa auf halber Strecke zwischen den Sternbildern Cassiopeia und Schwan zu einem -3mag hellem Iridiumflare.

Am Freitag, den 30. August, erreicht beta Persei (Algol) um 2:42 Uhr wieder einmal ein Helligkeitsminimum.

Am Samstag, den 31. August, steht der Mond am Morgen nur 7 1/2 Grad südwestlich von Jupiter. Bis ca. 2:30 Uhr am Sonntagmorgen kann man heute deep-sky-Beobachtung betreiben. danach kann man die nur noch zu 18 % beleuchtete Mondsichel mit dem Erdlicht beobachten.

Am Sonntag, den 1. September, nähert sich Kleinplanet Iris (8,1mag)  um 1:38 Uhr bis auf 43" Bogensekunden südlich an SAO 145272 (7,7mag) an. Bei Jupiter kommt es in den Morgenstunden zwischen 2:52 Uhr und 5:53 Uhr zu einer Bedeckung des Mondes Ganymed. Am Abend kann man vielleicht neben Neptun auch Uranus im Ostsüdosten mit einem Fernglas oder Fernrohr beobachten. Algol, beta Persei, zeigt um 23:31 Uhr wieder ein Helligkeitsminimum.

Samstag, 26. Januar 2013

28. Januar - 3. Februar: Der Himmel über Bad Lippspringe

Der abnehmende Mond zieht sich im Laufe der Woche vom Abendhimmel zurück. Hier ist Jupiter mit seinen Monden sehr gut zu beobachten. Saturn ist Planet der zweiten Nachthälfte, er geht ab etwa zwei Uhr auf. Die ISS ist in nur noch in der ersten Wochenhälfte am Morgenhimmel zu finden.

Am Montag, den 28. Januar, geht die Sonne um 8:10 Uhr auf und um 17:06 Uhr unter, das sind morgens neun Minuten früher und abends zwölf Minuten später als noch vor einer Woche, besonders abends hat man jetzt schon das Gefühl, dass die Tage wieder länger werden. Bis 19:03 Uhr wird Ganymed von Jupiter bedeckt. Der noch fast volle Mond geht um 19:10 Uhr auf. Am frühen Morgen um 5:45 Uhr taucht die ISS in der Nähe von Saturn aus dem Erdschatten auf und fliegt dann schnell Richtung Osten.

Am Dienstag, den 29. Januar, hat beta Persei (Algol) um 21:16 Uhr ein Helligkeitsminimum, statt 2,1mag leuchtet er dann nur noch mit 3,4mag Helligkeit. Der Mond zeigt diese Nacht maximale Libration in Länge, der Krater Grimaldi ist fern vom Mondrand. Zwischen 6:30 Uhr und 6:34 Uhr kann die ISS vielleicht noch ganz flach am Südhimmel bei ihrem Überflug beobachtet werden.

Am Mittwoch, den 30. Januar, geht am Abend Kleinplanet Pallas (9,7mag) im Sternbild Walfisch nur vier Bogenminuten nördlich am Stern SAO 147464 (5,8mag) vorbei. Um 22:50 beginnt eine Bedeckung des Jupitermonds Europa. Um 5:42 Uhr taucht ein letztes Mal die ISS am Morgenhimmel unterhalb von Saturn auf. Sie ist bei ihren Überflügen voraussichtlich ab 8. Februar, dann aber am Abendhimmel, wieder zu beobachten.

Am Donnerstag, den 31. Januar, geht der Mond erst um 22:45 Uhr auf. Bis dahin ist durchaus "deep-sky"-Beobachtung möglich. In diesen Tagen erreicht der veränderliche Stern R Leo sein Helligkeitsmaximum mit ca. 5,8mag, also unter besten Bedingungen so eben mit dem bloßen Auge zu sehen, für ein Fernglas jedoch ein einfaches Objekt. Mit einer Periode von 10 Monaten schwankt er zwischen 11mag und 5mag Helligkeit hin und her. Er steht rund 5° Grad westlich von Regulus im Löwen und fällt dort durch seine rote Farbe deutlich auf.

Am Freitag, den 1. Februar, kommt es ab 17:52 Uhr (bis 20:17 Uhr) zu einem Durchgang von Europa vor der Jupiterscheibe, ab 20:16 Uhr (bis 22:41 Uhr) wandert auch Europas Schatten über den Planeten. Ab 23:16 Uhr wird dann Io von Jupiter bedeckt. Der Mond geht um Mitternacht auf und steht am Samstagmorgen nur 1° Grad südlich von Spica in der Jungfrau.

Am Samstag, den 2. Februar, kommt es am Abend ab 20:25 Uhr (bis 22:37 Uhr) zu einem Durchgang von Io vor der Jupiterscheibe, Ios Schatten folgt ab 21:39 Uhr (bis 23:51 Uhr). Der Mond geht erst nach 1:00 am Sonntag auf, so dass man den Abend sehr gut ohne seine oftmals störende Helligkeit den Nachthimmel beobachten kann.

Am Sonntag, den 3. Februar, zieht Io dann wieder hinter Jupiter seine Bahn, von 17:44 Uhr bis 21:07 Uhr wird er bedeckt, bzw. verfinstert. Um 14:57 Uhr erreicht der Mond das letzte Viertel.


Freitag, 25. Januar 2013

25. Januar: Der Mira-Stern R Leo

In diesen Tagen erreicht der veränderliche Stern "R Leo" wieder einmal ein Helligkeitsmaximum. Die Bezeichnung "Mira-Stern" klassifiziert bestimmte veränderliche Sterne. Der erste dieser Art wurde 1596 vom ostfriesischen Pfarrer und Amateurastronomen David Fabricius im Sternbild Walfisch entdeckt (Omicron Ceti), der plötzlich einen Stern an einer Stelle fand, wo es zuvor eigentlich keinen gegeben hat. Johann Hevelius taufte diesen Stern damals "Mira", die "Wundersame". "Mira-Sterne" verändern langsam, aber stetig ihre Helligkeit und sind manchmal mit bloßem Auge zu sehen und manchmal eben nicht. Sie sind keine Nova, die nur einmal plötzlich aufblitzen, sondern zeichnen sich durch eine sehr konstante Priode des Lichtwechsels aus.

Mit ca 5,5mag kann er bei klarem, dunklem Himmel ohne störende künstliche Beleuchtung so gerade eben mit bloßem Auge erkannt werden. Zumeist ist er jedoch wesentlich dunkler, denn er verändert seine Helligkeit mit einer ca. zehnmonatigen Periode. Im Minimum bei nur noch 11mag ist er nur noch mit besseren optischen Geräten zu erkennen, ein gewöhnliches Fernglas wird nicht mehr ausreichen, man braucht schon ein Teleskop mit ca. 7 cm Objektivdurchmesser.

Hier die Lichtkurve von r Leo:

Lichtkurve des veränderlichen Sterns r Leo der letzten Jahre

R Leo befindet sich ca. 5° Grad westlich von Regulus, dem hellsten Stern des Löwen und ist relativ einfach zu finden. Hier einmal ein Übersichtsbild des Löwen mit einer Markierung, wo r Leo zu finden ist:

Das Sternbild Löwe, r leo befindet sich in der Mitte des Kreises am rechten Bildrand

Und hier eine genaue Aufsuchkarte, die für einige schwächere Sterne in der Umgebung von r Leo Helligkeitsangaben enthält, mit denen man die wechselnde Helligkeit von r Leo vergleichen kann.

Vergleichschart der amerikanischen Organisation zur Beobachtung veränderlicher Sterne

Auf diesem oberen Chart ist Regulus ganz links zu erkennen. Direkt oberhalb der Markierung für r Leo fallen zwei ähnlich helle Sterne auf, es sind dies die Sterne "18 Leo" und "19 Leo" mit einer Helligkeit von 5,7mag bzw. 6,4mag.

Auf der Suche nach einer früheren Aufnahme dieser Gegend bin ich tatsächlich fündig geworden. Am 21. März 2009 habe ich ein Foto des Löwen gemacht. Daraus ist für uns der nachfolgende Ausschnitt interessant:

Foto der Umgebung von r Leo (21.3.2009 20:50 UT, Canon 350D, f=20mm, ISO400, 30sec

Oben rechts habe ich in das Bild einen vierfach vergrößerten Ausschnitt der Bildmitte kopiert. Man erkennt leicht die Sterne 18 und 19 Leo und darunter kann man so gerade eben drei weitere schwache Lichtpunkte erkennen. Der linke davon ist r Leo. An diesem Tag (der 21. März 2009 entspricht dem Julianischem Datum 2454912) hat r Leo nach der Helligkeitskurve ganz oben in etwa eine Helligkeit zwischen 9mag und 10mag gehabt. Solche Sterne sind mit der genannten Fotoausrüstung gerade noch eben abbildbar. Die beiden anderen Sterne dieses kleinen "Dreiecks" haben laut Stellarium-Planetariumsprogramm eine Helligkeit von 9,15mag und 9,85mag. Der schwache Stern neben 18 Leo hat eine Helligkeit von 9,05mag.

Im "Interstellarum-Newsletter" (Nr. 180, 25.1.2013) gibt es von Wolfgang Vollmann noch eine kleine Erläutetung zur Natur von r Leo:

Mirasterne sind späte Entwicklungsphasen von Sternen ähnlich der Sonne. Sie sind aufgeblähte verdünnte Sternhüllen um einen heißen Kern, in dem der Wasserstoff bereits aufgebraucht ist. Mirasterne verlieren ständig Masse und entwickeln sich zukünftig zu einem Weißen Zwergstern (dem Überrest des Kerns) umgeben von einem Planetarischen Nebel. R Leonis ist etwa 270 Lichtjahre entfernt. Der Stern hat einen interferometrischen messbaren Durchmesser von 30 bis 80 Millibogensekunden und ist abgeplattet. An die Stelle der Sonne gesetzt würde R Leonis bis über die Erdbahn hinausreichen.

Ein paar weitere  Informationen gibt es auch bei Wikipedia (deutsch, englisch).

Mal sehen, ob es mir gelingt, in diesen Tagen eine neue Aufnahme dieses Sternfelds zu machen. Der Löwe geht zwischen 19 und 20 Uhr MEZ auf. Bis die Sterne eine für ein Foto ausreichende Höhe erreichen kann man noch einmal gut zwei Stunden hinzugeben. Im Moment wird allerdings das Mondlicht stören. Nach dem 1. Februar ist der Mond jedoch durch das Sternbild Löwe hindurch gezogen, da könnte es vielleicht besser klappen. Und vor allem muss auch das Wetter mitspielen!

***********    So schnell kann es gehen // Nachtrag 26.1. 0:30 Uhr   ********************

Den obigen Text schrieb ich heute Abend gegen 18 Uhr.  Vorhin hat es tatsächlich schon geklappt mit dem Wetter. Das Licht des hellen Mondes hatte mich ans Fenster gelockt. Es zogen zwar auch dauernd Wolken über den Himmel, aber mit Geduld und Spucke konnte ich dann nach einer guten halben Stunde in einer Wolkenlücke doch das Objekt meiner Begierde ausfindig machen. Zuerst hatte ich Regulus gefunden, von dort etwas nach Westen und etwas höher gepeilt und langsam immer weiter nach Westen gezogen ... Ja! Da war das gesuchte Sternenpaar 18 Leo und 19 Leo, wie oben aus dem Foto - und direkt dadrunter ein auf den ersten Blick ebenso heller rötlicher Stern. Das muss r Leo sein!

Ein ähnliches Foto wie oben mit meiner Spiegelreflex wird heute kaum möglich sein, dachte ich mir. Dafür strahlt der Mond zu hell, andauernd ziehen Wolken durch, das würde schwierig werden. Aber vielleicht könnte ich es mit meinem Spektiv probieren, da könnte ich mit der angeschlossenen Kleinbildkamera vielleicht ja auch mit nur wenig Sekunden Belichtungszeit ein Bild bekommen. Und - Voila! Hier ist es:

r Leo ist der helle rote "Strich" im unteren Bereich

Dieses Foto hat jetzt natürlich eine viel größere Vergrößerung als ein DSLR-Objektiv, es ist ja bei etwa 400 mm Brennweite entstanden. Durch die Belichtungszeit von 5 Sekunden bei ISO800 haben die Sterne auch schon kleine Strichspuren erzeugt.

r Leo ist deutlich heller als 19 Leo, der bläulichere Stern, also heller als 6,4mag bestimmt, etwa so hell wie 18 Leo, also ca. 5,7mag. Vielleicht sogar etwas heller, auch wenn dies durch die deutliche rote Färbung nicht ganz so wirkt.

Und wenn man genau hinschaut, kann man neben r Leo auch noch schwach die Spuren der beiden anderen Sterne von ca. 9mag erkennen, und natürlich auch den schwachen Stern neben 18 Leo im oberen Bereich. Das Spektivfoto entspricht vom Ausschnitt her also tatsächlich in etwa der Vergrößerung im Bild oben rechts.

Die Nacht hat sich gelohnt! Jetzt kann ich ruhig ins Bett gehen :-)