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Sonntag, 15. Juni 2025

16. - 22. Juni 2025: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche nimmt der Mond weiter ab, seine Aufgänge finden immer später in der Nacht statt. Von den hellen Planeten ist am Abend Mars bis bald nach Mitternacht sichtbar. Mit Glück kann vielleicht Merkur tief im Nordwesten gefunden werden, er geht kurz nach 23 Uhr unter. Saturn geht ungefähr um 2:00 Uhr auf, die viel hellere Venus folgt gegen 3:45 Uhr. Dann ist es aber auch nicht mehr lang bis zum Sonnenaufgang. Der "Fernglasplanet" Neptun (7,5mag) steht in dieser Woche dicht bei Saturn. Die ISS ist in dieser Woche nicht bei nächtlichen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 16. Juni, geht die Sonne am Morgen um 5:05 Uhr auf und am Abend um 21:46 Uhr unter. Praktisch gesehen hat sie in dieser Woche die längste helle Zeitspanne erreicht, 16 Stunden und 41 Minuten. Sie sinkt keine 15° Grad mehr unter den Horizont, "astronomische Dunkelheit" wird bei uns nicht erreicht. Die nautische Dämmerung endet kurz vor Mitternacht und beginnt schon wieder5 ungefähr um 3:00 Uhr.Der Mond geht um 0:54 Uhr auf, er ist noch zu 79 Prozent beleuchtet.

Am Dienstag, den 17. Juni, geht der Mond um 1:08 Uhr auf und um 11:34 Uhr unter. Er ist zu nach dem Aufgang noch zu 69 Prozent beleuchtet.

Am Mittwoch, den 18. Juni, geht der Mond um 1:21 auf, er ist noch zu 59 Prozent beleuchtet. Am Abend erreicht er exakt um 21:20 Uhr das Letzte Viertel (Halbmond), dann steht er bei uns jedoch unter dem Horizont.

Am Donnerstag, den 19. Juni, geht der Mond um 1:32 Uhr auf und ist zu 48 Prozent beleuchtet. Er steht jetzt dicht oberhalb von Saturn und Neptun. Um 2:00 Uhr steht Kleinplanet (5)Astraea (10,8mag) in nur 5,5' Bogenminuten Abstand zu Stern HIP82259 (6,0mag).

Am Freitag, den 20. Juni, geht der Mond um 1:44 Uhr auf, er ist noch zu 37 Prozent beleuchtet. Um 0:00 Uhr steht  Asteroid (230)Athamantis (10,7mag) in nur 7,5' Bogenminuten Abstand zu Stern HIP93225(5,5mag). Wenn es in der Zwischenzeit nicht noch zu besonderen Bahnmanövern der ISS kommt, kann man gegen 9:27 Uhr auf einer Linie von Boke - Scharmede - Paderborn - Dahl einen Transit der ISS vor der Sonennscheibe beobachten. Aktuelle Hinweise dazu findet man auf der Webseite transit-finder oder auf der webseite vierwandfrei finden.

Am Samstag, den 21. Juni, ist Sommeranfang. Exakt um 4:42 Uhr erreicht die Sonne ihren nördlichsten Punkt, von nun an werden die hellen Tage wieder gaaanz laaangsam kürzer. Der Mond geht um 1:58 Uhr auf und ist noch zu 26 Prozent beleuchtet. Im dunklen Teil kann man jetzt immer besser das "Erdlicht" schimmern sehen.

Am Sonntag, den 22. Juni, geht der Mond um 2:16 Uhr auf und ist nur noch zu 16 Prozent beleuchtet. Er steht deutlich oberhalb der Venus (ca. 7° Grad Abstand).Kleinplanet (6)Hebe (9,4mag) steht um 4:00 Uhr in nur 6' Bogenminuten Abstand zu Stern HIP111170 (6,2mag).

Sonntag, 1. Juni 2025

2. - 8. Juni 2025: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche bestimmt der zunehmende Mond immer stärker den Abend- und Nachthimmel. Von den hellen Planeten ist am Abend noch der Mars zu sehen, er steht im Sternbild Löwe und geht bald nach 1:00 Uhr unter. Am Morgenhimmel können Saturn (sichtbar ab ca. 3:00 Uhr) und die Venus (ab 3:45 Uhr) jeweils im Osten. Die ISS ist in dieser Woche nicht bei nächtlichen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 2. Juni, geht die Sonne um 5:11 Uhr auf und um 21:38 Uhr unter. Nachts sinkt sie nur noch maximal 16° Grad unter den Horizont, es wird also gar nicht mehr astronomisch dunkel. Der Mond geht mittags auf, gegen Mitternacht ist er zu 48 Prozent beleuchtet.

Am Dienstag, den 3. Juni, geht der Mond um 2:13 Uhr unter. Um 5:41 Uhr erreicht er exakt das Erste Viertel, steht dann jedoch bei uns unter dem Horizont. Um 13:19 Uhr geht der Mond auf. Bei klarer Luft kann man zwischen 14:00 Uhr und 16:00 Uhr auf dem Mond am Terminator das Lunar X und das Lunar V beobachten. Am Abend ist er dann schon zu 57 Prozent beleuchtet. Um 22:18 Uhr bedeckt der Mond den Stern 83 Leo (6,5mag) und um 23:08 Uhr bedeckt er den Stern 84 Leo (=tau Leo) mit immerhin 5,0mag.

Am Mittwoch, den 4. Juni, zieht gegen 2:00 Uhr Kleinplanet (188)Menippe (12,3mag) in nur 3' Bogenminuten Abstand an Stern HIP83854 (6,0mag) vorüber. Der Mond ist am Abend schon zu 67 Prozent beleuchtet. Am Donnerstagmorgen um 0:30 Uhr bedeckt der Mond ein schwach leuchtendes Sternchen von 7,4mag.

Am Donnerstag, den 5. Juni, ist der Mond am Abend schon zu 75 Prozent beleuchtet, er nähert sich Spica in der Jungfrau.

Am Freitag, den 6. Juni, zieht um 2:00 Uhr Kleinplanet (532)Herculina (11,1mag) in 6' Bogenminuten Abstand an Stern HIP107238 (6,2mag) vorüber. Der Mond ist am Abend bereits an Spica vorbeigezogen, er ist zu 83 Prozent beleuchtet.

Am Samstag, den 7. Juni, geht der Mond um kurz nach 18 Uhr auf. Er ist jetzt in das Sternbild Waage gezogen und ist gegen Mitternacht zu 89 Prozent beleuchtet. Am Abend um Mitternacht steht Kleinplanet (5)Astraea (10,0mag) in nur 3' Bogenminuten Entfernung von Stern HIP83090 (6,5mag).

Am Sonntag, den 8. Juni, Pfingstsonntag, geht der Mond um 19:18 Uhr auf. Er ist am Abend zu 94 Prozent beleuchtet, steigt jedoch nicht mehr hoch am Himmel auf, es reicht nur noch für gut 14° Grad Höhe. Um Mitternacht steht Kleinplanet (29)Amphitrite(11,3mag) in nur 7,5' Bogenminuten Abstand zu alpha Leo, Regulus (1,4mag).

Sonntag, 28. April 2024

29. April - 5. Mai: 2024: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche nimmt der Mond weiter ab und zieht sich in die Morgenstunden zurück. Von den hellen Planeten kann wahrscheinlich nur Saturn, der gegen 4:30 Uhr aufgeht, mit viel Glück in der Morgendämmerung gefunden werden. Nach zwei (Fernglas-)Kometen kann man in dieser Woche Ausschau halten, die zwischen 8mag und 10mag hell sein sollten: 13P/Olbers wandert im Stier Richtung Fuhrmann und C/2023 A3 Tsuchinshan-ATLAS zieht in der Jungfrau nach Westen. Die Internationale Raumstation (ISS) kann bei morgendlichen Überflügen gesichtet werden.

***** Achtung: Durch Bahnkorrekturen haben sich die Überflüge der ISS leicht geändert, ich habe die Zeiten am 30.4. von heavens-above übernommen und hier aktualisisert. *****

 Am Montag, den 29. April, geht die Sonne um 5:59 Uhr auf und um 20:45 Uhr unter. Der helle Tag dauert also bald schon 15 Stunden. Richtig astronomisch dunkel ist es eigentlich nur noch zwischen 23:30 Uhr und 3:30 Uhr, also vier Stunden lang. Der Mond geht im Sternbild Schütze um 2:26 Uhr auf, er ist noch zu 75 Prozent beleuchtet. Er zeigt heute sowohl maximale Libration in Länge (der Krater Grimaldi steht weit ab vom Rand), als auch in Breite (Nordpol sichtbar). Bereits um 0:00 Uhr steht Kleinplanet (5)Astraea (11,5mag) dicht bei 63 Gem(5,2mag) und um 1:00 Uhr (89)Julia(10,9mag) dicht bei HIP60603(&,1mag). Die ISS kann einmal kurz um 3:07 Uhr tief im Osten gesehen werden, zwischen 4:39 Uhr und 4:46 Uhr fliegt sie in maximal 60° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg.

In der Walpurgisnacht, am Dienstag, den 30. April, geht der noch zu 65 Prozent beleuchtete Mond um 3:10 Uhr auf. Die ISS tritt um 3:51 Uhr im Süden aus dem Erdschatten heraus und fliegt dann schnell bis 3:56 Uhr in maximal 45° Grad Höhe Richtung Osten.

Am Mittwoch, den 1. Mai, Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse, ist der Mond in den Steinbock weiter gewandert, er geht um 3:41 Uhr auf und ist zu 54 Prozent beleuchtet. Um 13:27 Uhr erreicht er das Letzte Viertel, steht dann bei uns jedoch unter dem Horizont. Die ISS ist zum einen zwischen 3:04 Uhr und 3:08 Uhr kurz im Osten zu sehen, zum anderen fliegt sie zwischen 4:38 Uhr und 4:45 Uhr in maximal 83° Grad Höhe hoch über unseren Morgenhimmel hinweg.

Am Donnerstag, den 2. Mai, geht die noch zu 43 Prozent beleuchtete Mondsichel  um 4:02 Uhr auf, mit viel Glück kann heute früh der Pitatus-Sonnenlichtstrahl beobachtet werden. Der Mond zieht gegen 4:20 Uhr knapp unterhalb des Sterns epsilon Cap (4,5mag) vorbei, in Süddeutschland kommt es zu einer Bedeckung. Die ISS ist einmal um 2:18 Uhr ganz kurz tief im Osten zu sehen. Zwischen 3:49 Uhr und 3:56 Uhr fliegt sie in maximal 70° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg.

Am Freitag, den 3. Mai, geht die noch zu 32 Prozent beleuchtete Mondsichel  um 4:13 Uhr auf. Zwischen 3:02 Uhr und 3:06 Uhr ist die ISS das erste Mal tief im Osten zu sehen, zwischen 4:35 Uhr und 4:43 Uhr fliegt sie exakt (um 4:38:11 Uhr) über unsere Stadt hinweg.

Am Samstag, den 4. Mai, geht die noch zu 21 Prozent beleuchtete Mondsichel bald nach Saturn um 4:32 Uhr im Osten auf, der Abstand der beiden beträgt ca. 3° Grad. Die ISS ist um 2:16 Uhr einmal kurz über dem Osthorizont zu sehen, danach fliegt sie zwischen 3:47 Uhr und 3:52 Uhr mit maximal 88° Grad Höhe ein weiteres Mal (fast) genau über unsere Stadt hinweg.

Am Sonntag, den 5. Mai, geht die nur noch zu 12 Prozent beleuchtete Mondsichel um 4:45 Uhr auf, direkt über ihr befindet sich der Planet Mars, der aber wahrscheinlich in der Dämmerung und möglicherweise horizontnahem Dunst nicht zu sehen sein wird. Die ISS tritt um 2:59 Uhr in 70° Grad Höhe im Süden aus dem Erdschatten heraus, um dann bis 3:05 Uhr schnell zum Osthorizont zu fliegen, zwischen 4:32 Uhr und 4:41 Uhr fliegt sie ein weiteres Mal mit maximal 80° Grad Höhe hoch über unseren Morgenhimmel hinweg. Beide Male fliegt sie dicht an der Wega, dem hellsten Stern der Leier vorüber.Um 3:55 Uhr steht Kleinplanet (80)Sappho (11,5mag) nur 1' Bogenminute entfernt von 49 Lib (5,5mag).

Dienstag, 2. Januar 2024

1. Januar 2024: Erste astronomische Beobachtungen im neuen Jahr

 Das neue Jahr hat gleich gut angefangen. Den Jahreswechsel selbst habe ich in Brandenburg, an der Stadtgrenze zu Berlin verbracht. Dort war in der Silvesternacht natürlich nicht an astronomische Himmelsbeobachtung zu denken. Doch am Morgen des ersten Tages konnte ich auch gleich den ersten Sonnenaufgang des Jahres genießen.

Sonnenaufgang an Neujahr, 1. Januar 2024

An meinem Übernachtungsort, südlich von Berlin, war die exakte Zeit des Sonnenaufgangs um 8:17 Uhr. Dieser Ort liegt auf 13,45° östlicher Länge. In Bad Lippspringe auf 8,83° östlicher Länge geht die Sonne erst um 8:32 Uhr auf, also rund 15 Minuten später

Und am Abend - dann wieder zuhause - gab es sogar ein paar Wolkenlücken, die ich gleich für ein paar erste Beobachtungen nutzen konnte. Mein erster Blick galt dem Kometen 12P/Pons-Brooks:

Komet 12P/Pons-Brooks am 1.1.24 um 19:06 Uhr MEZ

Der Komet stand heute dicht beim Stern HD 185620, der 7,5mag hell ist. Bei heavens-above wird die Helligkeit des Kometen zur Zeit mit 9,6mag angegeben. So hätte ich ihn auch eingeschätzt. Diese Helligkeit hat auch der von mir markierte Stern links oberhalb des Kometen.

Von der Wettervorhersage war es nur schwer einzuschätzen, wie lange der Himmel frei sein würde.  Eigentlich sollten immer wieder Wolken über Bad Lippspringe hinweg ziehen, doch bis nach 21 Uhr kam es dann überraschend anders, so dass mir einige weitere Aufnahmen von Planeten und Asteroiden (Kleinplaneten) gelangen.

Kleinplanet (48) Doris

Der Kleinplanet (48) Doris (11,3mag) sollte sich heute gegen 19 Uhr nur 5 Bogenminuten entfernt vom Stern HIP29371 (6,0mag)befinden. Und das tat er dann auch. 

(37) Fides und (562) Salome

 Als nächstes hatte ich mir den Kleinplaneten (37) Fides (10,1mag) als Ziel gesucht, da er sich in den kommenden Tagen dem hellen Stern Elnath (beta Tauri,( 1,6mag)) nähern wird. Als ich mein Bild mit der Software "ASTAP" untersuchte, wurde mir auch noch der Kleinplanet (562) Salome (14,6mag) angezeigt. Ein hübscher "Beifang"!

Kleinplanet (485) Genua

Das Bild vom Kleinplaneten (485) Genua wurde - wie die meisten Bilder heute - circa 10 Minuten belichtet. Auch hier gab es wieder einen kleinen "Beifang": NGC 1642 ist eine gut 200 Millionen Lichtjahre entfernte Spiralgalaxie im Sternbild Stier. NGC 1642 hatte ich bereits am 13. Februar des letzten Jahres aufgenommen, da sich dort eine Supernova befinden sollte. Für mich war diese Supernova (2023bhm) damals jedoch nicht identifizierbar, da sie sich zu dicht am Kern der Galaxie befand.

(319) Leona

 Wenn man schon in der Nähe des Sternbilds Orion beobachtet, dann darf natürlich auch nicht der Blick zu (319) Leona vergessen werden. Im letzten Monat hat dieser kleine Asteroid ja die Beteigeuze bedeckt. Inzwischen ist sie natürlich ein ganzes Stück weiter gezogen am Himmel.

 

(9) Metis

(9)Metis ist zur Zeit der zweithellste Kleinplanet am Nachthimmel. Sie ist 8,7mag hell und ist im Sternbild Stier zu finden.

 

(4) Vesta

Hellster Kleinplanet ist (4)Vesta, ebenfalls im Stier, gar nicht weit vom (9)Metis entfernt. Vesta ist mit 6,8mag deutlich heller als Metis und damit ein leichtes Fernglas-Objekt, allerdings in einer recht sternenreichen Gegend zwischen Orion und Stier.

(5) Astraea

 Das in der Reihe der Asteroiden als nächstes entdeckte Objekt, die (5) Astraea, befindet sich zur Zeit im Sternbild Orion, schon nahe an den Zwillingen. Dieser Kleinplanet hat zur Zeit eine Helligkeit von 9,5mag.

Uranus mit zwei Monden

Beim Planeten Uranus waren heute die Monde Titania und Oberon zu erkennen. Uranus selbst hat eine Helligkeit von 5,7mag, wäre also unter wirklich dunklem Himmel gerade noch mit bloßem Auge zu sehen. Titania ist der größte Mond des Uranus und hat eine Helligkeit von 13,9mag. Oberon ist der zweitgrößte Uranusmond mit einer Helligkeit von 14,1mag.

Jupiter mit Ganymed und Kallisto um 19:43 MEZ

 Jupiter habe ich an diesem Abend zweimal fotografiert. Um 19:43 Uhr waren bei ihm nur zwei Monde zu sehen, Ganymed und Kallisto. Io und Europa befanden sich zu diesem Zeitpunkt beide hinter Jupiter in seinem Schatten, so dass sie nicht zu erkennen waren. Beim zweiten Foto, das um 21:28 Uhr MEZ entstand, waren sie beide jedoch aus dem Jupiterschatten herausgetreten und wieder von der Sonne beleuchtet:

Jupiter mit allen (?) vier galiläischen Monden

 Um die Monde so dicht an Jupiter sichtbar zu machen, habe ich die Belichtungszeit und die Verstärkung des Sensors stark zurück genommen. Überraschenderweise taucht neben Jupiter jedoch nur ein heller Mond auf. Wo ist der zweite? Betrachtet man das Jupitersystem in der Planetariumssoftware Stellarium, findet man auch hier zunächst nur einen hellen Mond, allerdings beide Mondbezeichnungen. Offensichtlich stehen beide so eng nebeneinander, dass vielleicht der vordere (Io) tatsächlich noch eine ganze Zeitlang den hinteren (Europa) bedeckt hat? Dieses Ereignis wäre es sicherlich Wert gewesen, es mal mit einer größeren Öffnung und Vergrößerung zu beobachten. 

Ich hatte jedoch nur mein kleines Vespera aufgebaut. Und dabei auch nicht bedacht, dass zum Zeitpunkt des zweiten Fotos Jupiter schon hinter den Zweigen eines Baumes auf dem Nachbargrundstück stand. Dadurch zeigt das Bild diese "Strahlen". Doch um das große Fernrohr aufzubauen war es schon zu spät. Inzwischen war der Himmel schon wieder stark bewölkt und laut Wettervorhersage sollte es bald zu regnen anfangen. Also holte ich mein Vespera wieder ins Haus und fing an, diesen Beobachtungsbericht zu verfassen.

Es war wirklich ein schöner astronomischer Jahresanfang, zwei gute Stunden, die es wirklich in sich hatten.


Freitag, 8. Dezember 2023

7. Dezember 2023: Es gibt noch klaren Himmel!

Am Donnerstagabend, den 7. Dezember 2023, hatte das Wetter tagsüber schön aufgeklart und auch am Abend war der Himmel längere Zeit ziemlich wolkenfrei. Auf meinen Bildern dieses Abends kann man jedoch schon erkennen, dass entweder hohe Zirren durchzogen, oder die Luft auch noch sehr feucht war, denn hellere Sterne wurden regelrecht "aufgebläht" und zeigten auch um sich herum starke Aufhellungen.  Trotz dieser Bedingungen hat es sich aber durchaus gelohnt, das Vespera wieder draußen zum Laufen zu bekommen.

Hier mein erstes Bild an diesem Abend. Ich wollte doch noch einmal schauen, ob von der Supernova in M101 noch etwas zu sehen ist:

M101 mit der Supernova SN2023ixf

Dieses Bild habe ich 30 Minuten lang belichtet. Es zeigt aber längst nicht so viel Einzelheiten wie frühere Bilder von M101 und der Supernova. Aber noch kann man sie erkennen, auf den Vergleichsbildern vor ihrem Ausbruch im Mai 2023 ist an dieser Stelle - zumindest mit meiner Optik - kein Stern zu erkennen. Hier einmal die Lichtkurve der Supernova:

Lichtkurve SN2023ixf

Die Helligkeit liegt jetzt bei ca. 15,5mag. Damit ist sie also gerade noch für meine Vespera auszumachen.

Danach habe ich zunächst gescvhaut, was mir Vespera selbst als mögliches Objekt für diesen Abend anbietet. Meine Wahl fiel auf eine Galaxiengruppe im Widder, oberhalb von Jupiter, die ich im November 2022 schon einmal abgelichtet hatte, NGC 877 und mehr:

NGC 877 + friends sowie Kleinplanet (299)Thora

 Dieses Mal habe ich die Galaxiengruppe tatsächlich 60 Minuten lang belichtet, wie Vespera es vorschlägt. So sind die kleinen Galaxien auch in der Tat etwas besser zu erkennen. Erfreulicherweise aber hat sich in das Aktuelle Bild auch noch ein weiterer Kleinplanet "geschmuggelt": (299) Thora hat nur einen Durchmesser von 17 Kilometern.

Das weckte bei mir natürlich gleich das Kleinplanetenfieber. Und so machte ich mich auf die Suche nach (319)Leona. Nicht mehr lange, dann wird Leona in Südeuropa Beteigeuze bedecken.

(319) Leona auf dem Weg zur Beteigeuze

Es dauerte ein wenig, bis ich Leona auf meinem Bild tatsächlich identifiziert hatte. An der stark überbelichteten Beteigeuze oben rechts im Bild und im Vergleich zum (319) Leona-Bild vom 25. Oktober kann man auch wieder leicht erkennen, das die Beobachtungsbedingungen heute nicht ideal waren. Doch ich habe Leona drauf, das zählt! Am 12. Dezember um 2 Uhr MEZ wird Leona von Bad Lippspringe aus gesehen, ganz knapp an Beteigeuze vorbeiziehen. Da der Helligkeitsunterschied der beiden enorm ist, wird Beteigeuze sicherlich Leona völlig überstrahlen.

Danach habe ich noch vier weitere Kleinplaneten fotografiert, die alle noch in diesem Monat ihre Oppositionsstellung erreichen werden. Diese Kleinplaneten sind alle deutlich heller als Leona, deshalb sind die folgenden vier Bilder alle jeweils 5 Minuten lang belichtet worden:

Vesta (6,5mag) in der Mitte des Bildes, der etwas hellere Stern rechts unterhalb ist 68 Ori (5,75mag).


(5) Astraea (10,0mag) direkt neben einem gleich hellem Stern


(9) Metis (8,8mag), wieder der helle "Stern" in der Mitte des Bildes



(37) Fides (10,0mag)

An diesem Abend habe ich ein weiteres Mal auch die vier Planeten Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun besucht. Ich weiß jedoch noch nicht, wann ich Zeit habe, diese Bilder hier auch noch einzusetzen. In der Vorweihnachtszeit ist ja noch so viel anderes (schönes) zu erledigen. Ich bin jedenfalls sehr froh, diesen (fast) wolkenfreien Abend so gut habe nutzen zu können.