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Sonntag, 12. April 2026

13. - 19. April 2026: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche haben wir Neumond, die Nächte eignen sich daher gut zur Beobachtung lichtschwacher deep-sky-Objekte. Am Abend strahlt die Venus nach Sonnenuntergang tief im Westen als Abendstern. Sie geht gegen 22:30 Uhr unter. Jupiter steht zu Beginn der Nacht noch recht hoch im Südwesten, er geht erst am Morgen gegen 3:00 Uhr unter. In dieser Woche ist im Osten am Morgenhimmel - vielleicht mit bloßem Auge, aber sicherlich einfach im Fernglas - gegen ca. 5:30 Uhr im Sternbild Pegasus in knapp 15° Grad Höhe der Komet C/2025 R3 PANSTARRS (5,5mag) zu sehen. Die ISS ist in dieser Woche nicht bei nächtlichen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 13. April, geht die Sonne um 6:33 Uhr auf und um 20:19 Uhr unter. Der helle Tag dauert jetzt schon bald 14 Stunden. Die nur noch zu 22 Prozent beleuchtete Mondsichel geht erst um 5:09 Uhr auf. Um 23:00 Uhr steht Kleinplanet (511)Davida (11,5mag) in nur 1,5' Bogenminuten Abstand zur Galaxie NGC 3245 (10,8mag). (Achtung: in Stellarium wird die Bezeichnung NGC 3245 doppelt benutzt für zwei dicht beieinanderstehende Galaxien.)

Am Dienstag, den 14. April, geht die nur noch zu 14 Prozent beleuchtete Mondsichel erst um 5:22 Uhr in der Morgendämmerung auf. Gegen 8:39 Uhr MESZ kommt es auf einer Linie von Lippstadt über Paderborn-Elsen - Bad Lippspringe - Steinheim/Nieheim - Polle an der Weser zu einem Transit der ISS vor der Sonne. Genaue Einzelheiten findet man bei https://iss.vierwandfrei.de oder https://transit-finder.com/. Die Sonne steht dann ca. 18° Grad hoch über dem Horizont, die ISS ist über 1000 km von uns entfernt, so dass dieser Transit auf der Zentrallinie sogar länger als 1,5 Sekunden dauert.

Am Mittwoch, den 15. April, ob die nur noch zu 7 Prozent beleuchtete Mondsichel heute früh wohl noch sichtbar ist? Sie geht um 5:33 Uhr auf. Um 22:00 Uhr steht Kleinplanet (471)Papagena (11,5mag) in nur 7,5 Bogenminuten Abstand zu Stern 98 Tau (5,8mag).

Am Donnerstag, den 16. April, scheint so gar nichts Besonderes am Himmel zu passieren. Vielleicht ja auch mal eine gute Gelegenheit, nach Sternschnuppen Ausschau zu halten. Ab dieser Woche sollen die Lyriden sichtbar werden. Ab ca. 22:30 Uhr ist deren Radiant im Sternbild Leier ausreichend hoch über dem Horizont. Das Maximum (mit vielleicht 5 Sternschnuppen pro Stunde) wird jedoch erst am 22. April erreicht.

Am Freitag, den 17. April, ist exakt um 13:52 Uhr Neumond. Um 23:00 Uhr steht Kleinplanet (10)Hygiea (11,9mag) in 6' Bogenminuten Abstand zu Stern 3 Gem (5,7mag).

Am Samstag, den 18. April, geht die nur zu 3 Prozent beleuchtete Mondsichel um 22:32 Uhr unter, das ist knapp zwei Stunden nach Sonnenuntergang. Sie könnte bei klarem Himmel gegen 21:30 Uhr in ca. 7° Grad Höhe über dem Horizont noch gut zu sehen sein. Kleinplanet (374)Burgundia (12,0mag) steht heute in Opposition zur Sonne.

Am Sonntag, den 19. April, geht die erst zu 8 Prozent beleuchtete Mondsichel erst um Mitternacht unter. Er steht ca. 7° Grad oberhalb der Venus, direkt über den Plejaden, die er am späten Nachmittag bedeckt hat, was bei uns am helllichten Tag natürlich nicht sichtbar war.

Sonntag, 25. Januar 2026

26. Januar - 1. Februar 2026: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche haben wir am Sonntag Vollmond. Das helle Licht des Mondes macht aber auch in den Tagen vorher schon die Beobachtung von lichtschwächeren Objekten schwierig. Also am besten aus der Not eine Tugend machen und viele schöne Mondspaziergänge unternehmen, wenn es das Wetter zulässt. Von den hellen Planeten ist Jupiter kurz nach seiner Opposition praktisch immer noch die ganze Nacht zu sehen, abends im Osten, Mitternacht im Süden, am frühen Morgen im Westen. Saturn kann noch in den ersten Abendstunden schon recht tief im Südwesten gefunden werden. Die ISS kann in dieser Woche noch bei abendlichen Überflügen gesehen werden.

Am Montag, den 26. Januar, geht die Sonne um 8:13 Uhr auf und um 17:02 Uhr unter. Am Abend merkt man jetzt schon, das es etwas länger hell ist als noch zur Weihnachtszeit. Der zunehmende Mond ist am Abend (20:00 Uhr) zu 57 Prozent beleuchtet, er geht erst am Dienstag um 1:32 Uhr unter. Ab ca. 20:50 Uhr wird der Stern mü Arietis gerade so um unteren Mondrand bedeckt. Etwas südlich von uns findet die Bedeckung streifend statt, noch südlicher gibt es keine Bedeckung. Kleinplanet (41)Daphne (11,3mag) steht bereits um 4:00 Uhr morgens in nur 3' Bogenminuten Abstand zu Stern HIP46529 (6,1mag). Die ISS fliegt zwischen 17:54 Uhr und 18:01 Uhr in maximal 66° Grad Höhe hoch über unseren Himmel hinweg. Zwischen 19:32 Uhr und 19:34 Uhr ist sie noch einmal kurz in maximal 21° Grad Höhe im Südwesten zu sehen.

Am Dienstag, den 27. Januar, ist der Mond am Abend zu 68 Prozent beleuchtet. Er zieht ab 21:30 Uhr am oberen Rand der Plejaden vorüber und bedeckt dabei einige Sterne. Die Bedeckung des hellsten Sterns, 19 Tau, Taygeta, 4,3mag beginnt ca. 22:20 Uhr. Die ISS fliegt zwischen 18:43 Uhr und 18:49 Uhr in maximal 29° Grad Höhe hoch über unseren Himmel hinweg.

Am Mittwoch, den 28. Januar, ist der Mond am Abend zu 78 Prozent beleuchtet. Er zeigt ausgeprägte Libration in Breite, so dass wir auf seinen Südpol sehen können. Gegen 1:28 Uhr kommt es zu einer weiteren streifenden Bedeckung durch den Mond, bei uns schrammt der Mond dicht am Stern vorbei (HIP 18046, 6,8mag). Um 4:00 Uhr in der Frühe steht Kleinplanet (10)Hygiea (11,1mag) in nur 6' Bogenminuten Abstand zu Stern 121 Tau (5,4mag). Die ISS fliegt zwischen 17:55 Uhr und 18:03 Uhr in maximal 40° Grad Höhe hoch über unseren Himmel hinweg. Zwischen 19:33 Uhr und 19:36 Uhr ist streift sie noch einmal kurz in maximal 10° Grad Höhe im Südwesten zu sehen.

Am Donnerstag, den 29. Januar, ist der Mond am Abend schon zu 87 Prozent beleuchtet. Er steht um 21:46 Uhr 66° Grad hoch am Himmel. Gegen 19:57 Uhr bedeckt der Mond den 5,6mag hellen Stern HIP27629. Zwischen 18:44 Uhr und 18:48 Uhr ist sie noch einmal kurz in maximal 15° Grad Höhe im Südwesten zu sehen. Um 19:56 Uhr kommen sich die Jupitermonde Io und Europa bis auf 5,5'' Bogensekunden nah.

Am Freitag, den 30. Januar, ist der Mond am Abend zu 94 Prozent beleuchtet. Er steht oberhalb von Jupiter, beträgt der Abstand um 18 Uhr noch 6° Grad, so sind es um Mitternacht nur noch 4° Grad. Die ISS fliegt zwischen 17:55 Uhr und 18:03 Uhr in maximal 22° Grad Höhe hoch über unseren Himmel hinweg. 

Am Samstag, den 31. Januar, ist der Mond am Abend zu 98 Prozent beleuchtet, wer genau hinschaut, wird linken des Mondes einzelne Krater noch gut erkennen können. Um 6:00 Uhr steht Kleinplanet (14)Irene (11,4mag) in 7,5' Bogenminuten Abstand zu Stern phi Oph (43mag).

Am Sonntag, den 1. Februar, erreicht der Mond um 23:09 Uhr seine exakte Vollmondposition. Von seinem Aufgang um 16:35 Uhr bis zum Untergang um 8:31 Uhr dauert diese Vollmondnacht fast 16 Stunden. Kleinplanet (29)Amphitrite (11,5mag) steht um 5:55 Uhr in nur 6,5' Bogenminuten Abstand zu Stern HIP78246 (5,4mag). Gegen 17:58 Uhr ist die ISS letztmalig in dieser Abendsichtbarkeitsperiode kurz in 11° Grad Höhe im Südwesten zu sehen. 

Donnerstag, 14. November 2024

Anfang November 2024: Viele verschiedene Kleinplaneten und ein paar kleine Überraschungen.

Anfang November gab es zum Glück noch ein paar Abende, in denen es wenige Stunden klaren Himmel gab, bevor dann meist der Hochnebel zuschlug. Ich habe in dieser Zeit verschiedene Kleinplaneten beobachtet. Einige konnte ich an verschiedenen Tagen beobachten, so dass sich ihre Bewegung am Sternenhimmel gut verfolgen lässt. 

Die Bilder sind jetzt nicht chronologisch geordnet, sondern nach den Nummern der Kleinplaneten. Diese Zahlen vor den eigentlichen Namen geben die Reihenfolge der Entdeckungen an. (1) Ceres war der erste entdeckte Kleinplanet, (2)Pallas der zweite usw.

 (10) Hygiea

(10)Hygiea am 3. November 2024 um 20:46 Uhr

Und hier gleich als Beweis, dass meine obige Markierung korrekt ist:

Hygiea am 5. November 2024 (Bildmitte)

Schaut man sich das Bild vom 5.11. etwas genauer an, stellt man fest, dass insbesondere die helleren Sternchen kleine "Fähnchen" haben. Da muss ich wohl irgendwie während des Belichtens das Gerät angestoßen haben. Aber zum Glück kommt es hier auf solche Schönheitsfehler ja nicht drauf an. Hygiea befindet sich zur Zeit im Sternbild Fische. Hygiea konnte ich übrigens schon am 20. Januar 2021 mit einer ganz normalen DSLR fotografieren und identifizieren.

(11) Parthenope

(11) Parthenope am 5. November

 (11) Parthenope konnte ich leider nur einmal fotografieren, aber es ist immerhin mein erstes Foto von diesem Kleinplaneten. Die ersten zehn hatte ich ja schon zusammen, nun schließt sich hoffentlich bald auch die nächste "Zehnergruppe" der Kleinplaneten.. Am 5. November stand sie um 22:57 Uhr im Sternbild Stier. Die Helligekit beträgt 9,8mag. Am Mittwoch, den 13. November steht Parthenope in Opposition zur Sonne und kann dann vielleicht noch ein wenig heller sein.


(13) Egeria

(13) Egeria am 5. November

 (13) Egeria befindet sich im Sternbild Fuhrmann mitten in einer sehr sternenreichen Gegend und hat eine Helligkeit von 10,5mag. So ist er zum Glück auch in diesem Sternengetümmel auf Grund seiner Helligkeit schnell zu identifizieren. Leider ist mir hier nur ein Bild gelungen. Doch immerhin ist auch dieses Bild mein erstes Photo von Egeria überhaupt.

(19)Fortuna

(19)Fortuna am 3. November um 20:41 Uhr

(19)Fortuna am 5. November um 21:53 Uhr

(19)Fortuna bewegt sich im Sternbild Fische ungefähr in Richtung des hellen Sterns Revati (5,2mag), wissenschaftlich Zeta Psc genannt. Ein Doppelstern aus zwei Komponenten (5,2/6,3mag) in einem Abstand von knapp 23'' Bogensekunden, was natürlich mit meinem kleinen Vespera nicht aufzulösen ist. Auch hier ist das Foto vom 5.November leicht "verwackelt" Vielleicht habe ich an diesem Tag das Vespera nicht stabil genug aufgestellt.

(20) Massalia

(20)Massalia am 3. November um 20:46 Uhr

(20)Massalia am 5.11. um 21:27 Uhr

Beide Bilder zeigen in etwa den gleichen Ausschnitt am Himmel. Im ersten Bild vom 3.11. steht (20)Massalia noch ganz links am Rand, am 5.11. ist der Kleinplanet in die Mitte des Bildausschnitts gewandert. (20) Massalia befindet sich zur Zeit im Sternbild Fische und hat eine Helligkeit von 10,3mag. Ob der "Doppelstern", den Massalia auf seiner Bahn am 4.11.gegen 11 Uhr überquert haben muss, ein echter Doppelstern ist, oder nur zwei zufällig nebeneinander erscheinende Sterne sind, konnte ich leider noch nicht ermitteln.


(33) Polyhymnia

(33)Polyhymnia am 3. November um 23:26 Uhr

(33)Polyhymnia am 5. November um 23:01 Uhr

 (33) Polyhymnia befindet sich gerade im Sternbild Widder. Sie hat eine Helligkeit von 11,0mag. Wer mehr über diesen Asteroiden erfahren will, sollte statt des deutschsprachigen Wikipediaeintrags mal in den englischsprachigen schauen, dort ist der zugehörige Eintrag viel länger und hat auch viele Verweise auf weitere wissenschaftliche Arbeiten zu diesem interessanten Kleinplaneten. Dies gilt übrigens auch für andere Kleinplaneten, es lohnt sich sicherlich öfters auch die englischsprachigen Wikipedia-Seiten zu durchstöbern.

(39)Laetitia

(39)Laetitia am 3. November um 21:01 Uhr

Von (39) Laetitia habe ich leider nur ein Bild. Laetitia steht relativ tief über dem Horizont im Sternbild Walfisch (Cetus) und hat eine Helligkeit von 9,9mag. Dieses Bild habe ich - wie die meisten der anderen auch - 10 Minuten (600 Sekunden) lang belichtet. Trotz dieser kurze Belichtungszeit konnte ich auf dem Bild auch gleich drei ferne Galaxien erkennen. Daher habe ich in diesem Fall nicht das Originalbild, sondern das von "nova.astrometry.net" beschriftete Bild genommen. Die Galaxie NGC 273 ist von uns ca. 220 Millionen Lichtjahre entfernt, das Galaxienpaar NGC 274 und NGC 275 nur ca. 81 Millionen Lichtjahre.


(270)Anahita

(270)Anahita am 3. November um 22:52 Uhr

 
(270)Anahita am 5. November um 22:30 Uhr

 Im Bild vom 5. November ist der helle Stern oben rechts 27 Ari. (270)Anahita bewegt sich zur Zeit im Sternbild Widder, die Helligkeit betrug Anfang November 10,7mag, ist jetzt (14.11.) jedoch schon wieder auf unter 11mag gesunken.

(511)Davida

Hier habe ich mal keine Markierungen angebracht, sie dürfen selber suchen. Der Kleinplanet befindet sich auf beiden Bildern im Zentrum.

(511)Davida am 3. November um 23:07 Uhr

Ganz oben links in der Ecke sieht man hier auch noch eine etwas längere Leuchtspur, vermutlich von einem Flugzeug, wofür die grünliche Frabe spricht. Aber wozu könnten direkt darunter die beiden sehr schwach leuchtenden, parallelen Strichspuren gehören? Sicher nicht zum Flugzeug, dafür passt der Winkel nicht.

Davida am 5. November um 22:46 Uhr

Auch dieses Bild enthält im oberen Bereich interessante Leuchtspuren, mal mehr, mal weniger intensiv, die aber ziemlich parallel zu verlaufen scheinen. Auch dieses Bild wurde wieder zehn Minuten belichtet, das Ergebnisbild ist also die Summe aus 60 einzelnen Belichtungen von jeweils zehn Sekunden. Und schaut man sich diese Einzelbelichtungen an, kann man erkennen, das hier offensichtlich Objekte relativ langsam durch das Bildfeld fliegen. Ein Blick in das Planetariumsprogramm "Stellarium" zeigt dann recht schnell, dass sich (511)Davida zum Zeitpunkt der Aufnahmen sehr nahe an dem Bereich des Himmels aufgehalten hat, an dem die geostationären Satelliten zu finden sind. Diese Satelliten haben eine Entfernung von rund 38000km, ihre Bewegung ist also deutlich langsamer als zum Beispiel die der Starlink-Satelliten, die sich meist nur in einer Entfernung von 400 bis 600 km befinden. Die hellste Strichspur beginnt beim zehnten Einzelbild und schiebt sich dann in den folgenden 19 Bildern von oben rechts nach links. Wahrscheinlich stammt sie vom Arabsat6A, und in der Nähe (daher wohl die schächeren Spuren) waren etwa zur gleichen Zeit auch Arabsat5A, Turksat5A und EDRS-C laut Stellarium im Bildfeld. Im ersten Bild vom 3.11. könnte die "Doppelspur" von den Satelliten ARABSAT6B und Arabsat7B gekommen sein.

(511) Davida befand sich zum Zeitpunkt der Aufnahmen im Sternbild Eridanus und hatte eine Helligkeit von 10,4mag. Auch auf dem letzten Bild sind wieder drei Galaxien zu finden: NGC 1108 (12,9mag) und NGC 1110 (16mag) sind schwer zu finden etwas rechtsoberhalb unweit von (511)Davida, nicht zu übersehen mit 10,7mag ist rechts oben in der Ecke des Bildes NGC 1084.

Für meine Kleinplanetenbeobachtungen war der Monatsanfang also wirklich eine gute Jahreszeit. Wenn ich mich nicht verzählt habe, komme ich jetzt auf insgesamt 64 beobachtete und fotografierte Kleinplaneten.


Sonntag, 7. Januar 2024

8. - 14. Januar: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche haben wir Neumond, die Nächte eignen sich also gut zur Beobachtung lichtschwacher Objekte am Himmel. Von den hellen Planeten bleibt die Venus weiterhin Morgenstern, sie geht jedoch immer später auf und erreicht  vor Sonnenaufgang auch keine großen Höhen über dem Horizont mehr. In dieser Woche ist sie ab etwa 6:15 Uhr tief im Südosten zu sehen. Eine Stunde später geht Merkur auf, mit viel Glück kann er in der Morgendämmerung noch mit einem Fernglas gesichtet werden. Am Abend muss man sich beeilen, wenn man Saturn noch sehen will, der verschwindet gegen 20:00 im Westen. Jupiter ist am Abend das hellste Objekt am Himmel und ist bis ca. 2:00 in der Frühe zu sehen. Die ISS ist in dieser Woche nicht bei nächtlichen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 8. Januar, geht die Sonne um 8:30 Uhr auf und um 16:33 Uhr unter, der helle Tag dauert jetzt also wieder etwas länger als acht Stunden. Die nur noch zu 13 Prozent beleuchtete Mondsichel steht im Sternbild Skorpion, rechts (westlich) der Venus. Sie geht mathematisch um 5:43 Uhr auf, praktisch dürfte es jedoch erst nach 6 Uhr sein, wenn die Sichel über der Egge gefunden werden kann. Am Abend wird bei Jupiter der Mond Europa von 17:40 Uhr bis 20:02 Uhr und gleich danach wieder von 20:19 Uhr bis 22:37 Uhr durch Jupiters Schatten verfinstert. Mond Io wird von 18:16 Uhr durchgehend bis 21:40 Uhr bedeckt bzw. verfinstert, so dass eine ganze Zeit lang nur die Mond Ganymed und Kallisto auf seiner Westseite zu sehen sind.

Am Dienstag, den 9. Januar, kann vielleicht die nur noch zu 7 Prozent beleuchtete Mondsichel ab ca. 7:30 Uhr unterhalb von Venus und Merkur, mit denen sie ein ziemlich gleichseitiges Dreieck bildet, gefunden werden. Bei Jupiter endet um 17:40 ein Durchgang, bzw, um 18:57 Uhr ein Schattenwurf von Io auf der Planetenoberfläche. Der veränderliche Stern Algol zeigt um 22:47 Uhr ein Helligkeitsminimum.

Am Mittwoch, den 10. Januar, ist vielleicht bis 17:14 Uhr auf der Jupiteroberfläche noch der Schatten von Mond Europa zu sehen. Ab 17:12 Uhr wird Mond Ganymed verfinstert (bis 18:41 Uhr). Kleinplanet (148)Gallia (12,0mag) zieht in nur 6' Bogenminuten Abstand an Stern HIP11033 (5,9mag) vorüber.

Am Donnerstag, den 11. Januar, erreicht der Mond um 12:57 Uhr seine exakte Neumondposition.

Am Freitag, den 12. Januar, erreicht Merkur heute seinen größten Winkelabstand (Elongation) zur Sonne. Am Abend stehen bei Jupiter alle vier galiläischen Monde auf der östlichen Seite. Der veränderliche Stern Algol erreicht um 19:36 Uhr ein Helligkeitsminimum. Am Freitagabend halte ich um 19 Uhr an der Volkssternwarte Schloß Neuhaus wieder meinen  alljährlichen Vortrag "Astronomische Sternstunden", in dem ich noch einmal die Highlights des Jahres 2023 Revue passieren lasse und eine Vorausschau auf die besten Ereignisse des neuen Jahres 2024 gebe.

Am Samstag, den 13. Januar, kann die schmale nur zu 5 Prozent beleuchtete Mondsichel vielleicht erstmalig nach Sonnenuntergang wieder gefunden werden. Sie geht um 19:11 Uhr im Westen unter. Der Mond zeigt maximale Libration in Breite, so dass sein Nordpol sichtbar sein könnte. Gegen 18:52 Uhr kann tief im Westen in maximal 12° Grad Höhe die chinesische Raumstation Tiangong bei einem Überflug gesichtet werden, bereits um 18:55 Uhr verschwindet sie im Süden im Erdschatten. Um 19:00 Uhr zieht Kleinplanet (10)Hygiea (11,8mag) in nur 7' Bogenminuten Abstand am Stern Delta Aquarius (4,2mag) vorüber.

Am Sonntag, den 14.Januar, zieht um 2:35 Uhr Kleinplanet (92)Undina (11,5mag) in nur wenigen Bogensekunden(!) Abstand an Stern 48 Geminorum (5,8mag) vorüber. Am Abend ist der Mond bereits an Saturn vorbeigezogen. Die Mondsichel ist zu 14 Prozent beleuchtet und geht um 20:43 Uhr unter. Bei Jupiter beginnt um 22:54 Uhr ein Durchgang von Io vor der Planetenscheibe, ab 0:14 Uhr fällt Ios Schatten auf die Planetenoberfläche. Um 19:00 Uhr zieht Kleinplanet (372)Palma (11,5mag) in nur 3,5' Bogenminuten Abstand an Stern 46 Leo (5,5mag) vorüber.

Sonntag, 24. April 2022

25. April - 1.Mai 2022: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche haben wir Neumond, die Nächte eignen sich also gut zur Beobachtung lichtschwacher Objekte am Himmel. Von den Planeten kann allein Merkur in der Abenddämmerung nach Sonnenuntergang bis kurz nach 22 Uhr gefunden werden. Am Morgenhimmel bilden Saturn (Aufgang ca. 4:10 Uhr), Mars (ab 4:50 Uhr) , Venus (ab 5:10 Uhr) und Jupiter (ab 5:20 Uhr) eine lange Kette, die aber in der immer heller werdenden Dämmerung nicht einfach zu finden ist. Die ISS zeigt sich langsam wieder bei morgendlichen Überflügen.

Am Montag, den 25. April, geht die Sonne um 6:08 Uhr auf und um 20:39 Uhr unter. Der helle Tag ist also wieder 26 Minuten länger als noch vor einer Woche am Ostermontag. Der noch zu 32 Prozent beleuchtete Mond geht um 4:49 Uhr auf, bis er bei uns über dem Eggegebirge zu sehen sein wird, dauert es noch einige Minuten länger. Er zeigt heute sowohl maximale Libration in Länge als auch Breite: der Krater Grimaldi steht nahe am Mondrand und wir können auch seinen Nordpol sehen.

Am Dienstag, den 26. April, geht der Mond um 5:07 Uhr auf, er steht jetzt unterhalb vom Mars.

Am Mittwoch, den 27. April, geht die nur noch zu 14 Prozent beleuchtete schmale Mondsichel um 5:22 Uhr unterhalb von Venus und Jupiter auf. Sie ist heute früh wahrscheinlich letztmalig vor Neumond zu sehen. Zwischen 4:56 Uhr und 5:00 Uhr ist die ISS erstmalig wieder in knapp 14° Grad Höhe am südöstlichen Morgenhimmel zu sehen.

Am Donnerstag, den 28. April, geht die zu 7 Prozent beleuchtete Mondsichel um 5:35 Uhr auf, ob sie wohl in der Morgendämmerung noch zu finden sein wird?

Am Freitag, den 29. April, ist die ISS zwischen 4:56 Uhr und 5:01 Uhr in maximal 26° Grad Höhe beim Überflug zu sehen. Kleinplanet (10)Hygiea (9,3mag) steht heute in Opposition zur Sonne. Merkur erreicht seinen größten Winkelabstand (Elongation) von der Sonne.

Am Samstag, den 30. April, erreicht der Mond um 22:28 Uhr seine exakte Neumondposition. Im Südpazifik, Südamerika und Teilen der Antarktis kommt es zu einer partiellen Sonnenfinsternis. Bei uns ist davon jedoch gar nichts zu bemerken.Die ISS kann zwischen 4:06 Uhr und 4:12 Uhr im Südosten gesehen werden. Jupiter und die Venus sind heute früh nur 43' Bogenminuten voneinander entfernt.

Am Sonntag, den 1.Mai, fliegt die ISS zwischen 4:53 Uhr und 5:00 Uhr in maximal 46° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg.