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Sonntag, 9. Februar 2025

10. - 16. Februar 2025: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche haben wir Vollmond, sein helles Licht erleuchtet die Nächte. Von den hellen Planeten ist die Venus noch immer strahlender Abendstern im Westen, sie geht bald nach 21 Uhr im Westen unter. Saturn ist dort nur noch kurz zu sehen, er verabschiedet sich bald und geht schon bald nach 19 Uhr unter. Jupiter steht gegen 19:30 Uhr hoch im Süden und geht nach 3:00 Uhr am Morgen unter. Mars erreicht seine höchste Position im Süden gegen 22 Uhr und ist noch bis gegen 7:00 Uhr morgens zu sehen. Die ISS beginnt wieder eine morgendliche Sichtbarkeitsperiode.

Am Montag, den 10. Februar, geht die Sonne um 7:48 Uhr auf und um 17:30 Uhr unter. Der helle Tag ist damit 25 Minuten länger als noch vor einer Woche. Der bereits zu 96 Prozent beleuchtete Mond geht um 14:43 Uhr auf, um 23:23 Uhr steht er dann mehr als 63° Gard hoch am Himmel. Er zeigt heute größte Libration West, das heißt, das Mare Crisium steht fern vom Rand. Um 22:15 Uhr beginnt ein Schattendurchgang von Mond Io auf der Jupiterscheibe (bis 0:27 Uhr). Asteroid (887)Alinda (11,9mag) zieht heute um 20 Uhr in nur 5,5' Bogenminuten Abstand an lambda UMa (3,4mag) vorüber.

Am Dienstag, den 11. Februar, geht der zu 99 Prozent beleuchtete Mond um kurz nach 16:00 Uhr auf. Heute beginnt praktisch die erste Vollmondnacht der Woche. Um 18:18 Uhr beginnt eine Bedeckung von Jupitermond Io, gleichzeitig ist noch bis 19:25 Uhr der Schatten von Mond Europa auf der Jupiteroberfläche zu sehen. Um 6:00 Uhr zieht (28)Bellona (10,3mag) in nur 0,5' Bogenminuten Abstand an HIP42943 (8,1mag) vorüber.

Am Mittwoch, den 12. Februar, erreicht der Mond um 14:53 Uhr seine exakte Vollmondposition, dann steht er bei uns jedoch unter dem Horizont. Er geht um 17:25 Uhr auf und zieht im Laufe der Nacht dicht an Regulus im Löwen vorbei. Um 18:56 Uhr endet ein Schattenwurf von Io auf der Jupiteroberfläche, der Schatten zieht vorher dicht am "Großen Roten Fleck" entlang. Asteroid (29)Amphitrite (9,2mag) steht heute in Opposition zur Sonne im Sternbild Löwe.

Am Donnerstag, den 13. Februar, geht der Mond um 18:41 Uhr auf, um 21:00 Uhr ist er noch immer zu 98 Prozent beleuchtet. Bereits um 5:00 Uhr zieht Asteroid (346)Hermentaria (11,9mag) in nur 3' Bogenminuten Abstand an 81 Leo (5,6mag) vorüber.

Am Freitag, den 14. Februar, Valentinstag, schenken Sie ihrer Liebsten oder ihrem Liebsten doch am Abend einmal einen Blick zur Venus, der Göttin der Liebenden. Sie ist nach Sonnenuntergang im Westen gar nicht zu übersehen. Die Venus erreicht heute ihre größte Helligkeit des Jahres "Venus im größten Glanz" von 4,9mag. Im guten Fernglas oder Teleskop sieht man eine wunderschöne Venus-Sichel. Der Mond geht um 19:55 Uhr im Osten auf und ist zu 95 Prozent beleuchtet. Um 21:56 Uhr endet am nördlichen Mondrand eine Bedeckung von 89 Leonis (5,8mag hell), ob diese jedoch angesichts des sehr hellen Mondes wirklich beobachtet werden kann ist eine spannende Frage. Die ISS ist erstmalig wieder am Morgen zwischen 6:38 Uhr und 6:46 Uhr bei einem Überflug in maximal 18° Grad Höhe über dem Horizont in Richtung Süden / Südosten zu sehen. Jupitermond Ganymed wird von 20:21 Uhr bis 22:40 Uhr vom Planeten verdeckt.

Am Samstag, den 15. Februar, geht der Mond erst um 21:06 Uhr auf, er ist dann noch zu 90 Prozent beleuchtet. Die ISS kann am Morgen zwischen 5:50 Uhr und 5:57 Uhr bei einem Überflug in maximal 12° Grad Höhe beobachtet werden.

Am Sonntag, den 16. Februar, geht der Mond erst um 22:17 Uhr auf, er nähert sich Spica in der Jungfrau und ist noch zu 83 Prozent beleuchtet. Die ISS erreicht am Morgen bei einem Überflug zwischen 6:37 Uhr und 6:45 Uhr bereits eine Höhe von 33° Grad über dem Horizont.

 

Sonntag, 2. Februar 2025

Ein paar weitere Asteroiden im Januar

 So langsam komme ich wieder dazu, auf mener Festplatte aufzuräumen und die verschiedenen Beobachtungen im Januar auszuwerten. Ich konnte auch eine ganze Reihe von Asteroiden oder Kleinplaneten beobachten.

Am 17. Januar konnte ich (28) Bellona genau am Tag seines Perihels fotografieren, dabei ging mir per Zufall noch ein weiterer lichtschwächerer Asteroid ins "Netz":

(28) Bellona am 17.1.25 um 23:58 MEZ, 11 Minuten belichtet mit (3332)Raksha

Bellona hatte an diesem Tag eine Helligkeit von 10,4mag erreicht. In der Zeitschrift "Sterne und Weltraum" (Heft 2/25) wurde Bellona ausdrücklich erwähnt, das die diesjährige Opposition (am 1. Februar) eine besonders günstige sei, dann wird Bellona sogar 10,0mag erreichen. Die Koordinaten von Bellona hatte ich mir von "heavens-Above" herunter geladen. Erst später entdeckte ich in Stellarium, das sich genau im gleichen Blickfeld noch ein zweiter Asteroid befand, nämlich (3332)Raksha.

(28)Bellona und (3332)Raksha, am 18.1. um 23:38 UT (also 19.1. 0:38 MEZ), 16 Minuten belichtet

Einen Tag später konnte ich Bellona noch einmal fotografieren, man kann deutlich erkennen, wie sie etwas weiter gewandert ist. Ebenso auch (3332)Raksha. 

Ein weiterer Asteroid ist die (247) Eukrate:

(247)Eukrate am 17.1.25 um 23:44 MEZ, 11 Minuten belichtet

In diesem Sternengewimmel muss man schon etwas länger nach seinem "Objekt der Begierde" suchen. Auch hier gelang mir ein weiteres Foto am Tag danach:

(247)Eukrate am 18.1.25 um 23:13 UT , 7 Minuten belichtet.

Ein ganz anderes Tempo legte Mitte Januar der Asteroid (887)Alinda vor:

(887)Alinda am 17.1.25 um 23:30 UT, also 18.1. 0:30 MEZ, 10 Minuten belichtet

 

Alinda bewegt sich so schnell am Himmel, dass die Kamera mit dem "Stacken", also dem exakten Übereinanderlegen der Bilder gar nicht nachkommen kann, bzw. die einzelnen Bilder nicht mehr exakt übereinander bekommen kann. Denn selbst innerhalb von zehn Minuten bewegt sich dieser Asteroid deutlich weiter, so das es dann auf diesem Bild so aussieht, als hätte er eine Art "Kometenschweif".

Dies liegt daran, dass (887)Alinda sich zum Zeitpunkt der Aufnahme sehr nahe an der Erde befand. Am 8. Januar betrug der Abstand nur 0,082 Astronomische Einheiten, nur 12,3 Millionen Kilometer. Dadurch erreichte Alinda eine maximale Helligkeit von 9,2mag. Ist Alinda weit von der Erde entfernt, kann die Helligkeit auf 19mag absinken und dann für meine Optik unerreichbar werden.

Da sich Alinda so schnell bewegt, konnte ich auch kein zweites Foto am 18.1. mit den gleichen Koordinaten machen wie bei Bellona oder Eukrate, Alinda wäre dann schon weit aus dem Bild heraus gewandert.

Am 18. Januar hielten sich gleich zwei Asteroiden im Sternbild Zwillinge in der Nähe des Medusanebels auf, (79) Eurynome und (675) Ludmilla:

(79)Eurynome und (675)Ludmilla beim Medusanebel, 18.1.25, 22:30 MEZ

 Das Bild des Medusanebels wurde 80 Minuten lang belichtet. Um Asteroiden mit einer Helligkeit von um die 10mag sichtbar zu machen, reichen normalerweise 10 Minuten Belichtungszeit deutlich. In dieser Zeit bewegen sie sich meist noch nicht so schnell und der Asteroid bleibt "punktförmig". Ausnahme sind dann Asteroiden wie Alinda, die der Erde sehr nahe kommen.

Um das Bild des Medusanebels so hell hinzubekommen, waren jedoch etwas über 80 Minuten Belichtungszeit notwendig. Und dann zeigen auch schon "normale" Asteroiden eine Strichspur, wie man hier auf dem Bild bei Eurynome (10,3mag) und Ludmilla (11,2mag) schnell erkennen kann.

Sonntag, 5. Januar 2025

6. - 12. Januar 2025: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche nimmt der Mond von Tag zu Tag kräftig zu und beherrscht mit seinem hellen Leuchten den Nachthimmel. Es gibt zahlreiche Sternbedeckungen und viele interessante Phänomene auf der Mondoberfläche selbst zu beobachten. Von den großen Planeten ist die Venus weiterhin strahlender Abendstern (bis gegen 20:30 Uhr). Der Ringplanet Saturn kann noch bis gegen 21:30 Uhr im Südwesten beobachtet werden. Jupiter ist nach Mond und Venus das dritthellste Objekt am Nachthimmel, gegen 22 Uhr steht er im Süden am höchsten, er geht erst am Morgen nach 5 Uhr im Nordwesten unter. Mars steht kurz vor seiner Opposition, das heißt, er geht abends nach Sonnenuntergang im Osten auf, steht um 1:00 Uhr hoch im Süden und geht zum Sonnenaufgang im Nordwesten unter. Die ISS ist in dieser Woche nicht bei nächtlichen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 6. Januar, geht die Sonne um 8:30 Uhr auf und um 16:31 Uhr unter. Der helle Tag ist jetzt also wieder acht Stunden lang. Der Mond steht im Sternbild Fische, er ist gegen 19 Uhr zu 47 Prozent beleuchtet. Er geht erst nach Mitternacht unter. Von ca. 17:05 Uhr bis 19:05 Uhr lässt sich das "Lunar X" auf dem Mond gut beobachten, von 18:45 Uhr bis 20:55 Uhr der Barrow-Sonnenlichtstrahl und von 20:20 Uhr bis 22:20 Uhr das "Lunar V".  Bei Jupiter wandert bis 17:53 Uhr der Schatten von Ganymed über die Planetenoberfläche. Um 18:45 Uhr zieht Asteroid (79)Eurynome (10,3mag) in 2,5' Bogenminuten Abstand an Stern HIP37723 (6,4mag) vorüber.

Am Dienstag, den 7. Januar, erreicht der Mond, praktisch zusammen mit seinem Untergang, um 0:56 Uhr das Erste Viertel. Am Abend, gegen 19 Uhr, ist er dann bereits zu 59 Prozent beleuchtet. Um 18:34 Uhr bedeckt der Mond den 5,5mag hellen Stern Pi Piscium. Bereits um 3:53 Uhr beginnt ein Schattendurchgang von Jupitermond Europa. Um 23:00 Uhr zieht Asteroid (887)Alinda (9,4mag) in 7' Bogenminuten Abstand an Stern HIP29239 (7,3mag) vorüber. Ab 17:34 Uhr gibt es einen weiteren Schattenvorübergang von Mond Titan auf der Saturnoberfläche.

Am Mittwoch, den 8. Januar, ist der Mond am Abend in das Sternbild Widder gewechselt, er ist jetzt zu 70 Prozent beleuchtet. Um 17:56 Uhr bedeckt der Mond den Stern 27 Ari (6,2mag). Außerdem ist heute Abend auf dem Mond der große Krater Kopernikus direkt am Terminator gut zu beobachten. Direkt oberhalb von ihm kann von 17:55 Uhr bis 19:55 Uhr gut das "Mond Quincunx" beobachtet werden. Um 19:40 Uhr zieht Asteroid (556)Phyllis (12,0mag) in 3' Bogenminuten Abstand an Stern 79 Gem (6,3mag) vorüber.

Am Donnerstag, den 9. Januar, nähert sich der Mond am Abend den Plejaden im Stier, er ist zu 79 Prozent beleuchtet. Um 18:23 Uhr bedeckt der Mond den Stern 66 Ari (6,2mag) und um 22:38 Uhr den Stern 9 Tauri (6,7mag). Ab 19:25 Uhr lässt sich am Mond der "goldene Henkel" gut beobachten, der "Höhepunkt" wird nach zwei Stunden um 21:25 Uhr erreicht, zu sehen ist er jedoch noch fast die ganze Nacht.

Am Freitag, den 10. Januar, ist der Mond zu 88 Prozent beleuchtet, er geht jetzt erst nach 5 Uhr am nächsten Morgen unter. Gegen 3:00 Uhr in der Frühe erreicht er die Plejaden, um 3:05 Uhr wird der Stern Merope (23 Tau, 4,1mag) bedeckt. Die Venus erreicht heute ihre größte östliche Elongation von der Sonne (47,2° Grad). Um 23:20 Uhr steht der veränderliche Stern Algol im Helligkeitsminimum (3,4mag). Um 22:00 Uhr zieht Asteroid (511)Davida (11,3mag) in 3 Bogenminuten Abstand an NGC936 (10,1mag) vorüber.

Am Samstag, den 11. Januar, ist der Mond am Abend bereits zu 94 Prozent beleuchtet, er steht immer noch im Sternbild Stier. Um 19:50 Uhr bedeckt der Mond den Stern HIP26291 (6,3mag). Von 1:35 Uhr bis 3:47 Uhr wandert der Schatten von Jupitermond Io über die Planetenscheibe. Um 19:00 Uhr zieht Asteroid (39)Laetitia (10,9mag) in 5,5' Bogenminuten Abstand an Stern 39 Cet (5,4mag) vorüber.

Am Sonntag, den 12. Januar, ist der (fast) volle Mond, zu 98 Prozent beleuchtet, am Abend in das Sternbild Zwillinge gewechselt. Bereits um 4:15 Uhr wird der Stern 136 Tau (4,6mag) vom Mond bedeckt. Um 20:10 Uhr steht der veränderliche Stern Algol erneut im Helligkeitsminimum (3,4mag). Der Mond erreicht heute Nacht übrigens den höchsten Stand über dem Horizont seit gut 18 Jahren.  Die Mondbahn ist gegenüber der Erdbahn noch einmal zusätzlich um 5° Grad geneigt, dies führt dazu, das alle 18,6 Jahre der Mond seine Bahn besonders weit nördlich über den Himmel zieht (und so zum Beispiel die Plejaden bedeckt und nicht unter ihnen durchzieht).

Samstag, 28. Dezember 2024

26./27. Dezember: Asteroiden, Kleinplaneten

*** aktualisiert, berichtigt und ergänzt am 28. Dezember ***

 Der klare Himmel, mein schönstes Weihnachtsgeschenk, bot nicht nur freien Blick zu (fast) allen Planeten, sondern natürlich auch zu vielen kleineren Körpern in unserem Sonennsystem. Leider gibt es keine wohldefinierte Abgrenzung zwischen dem Begriff "Kleinplanet" und "Asteroid", manchmal gehen diese Begriffe in der Literatur richtig durcheinander. Am ehesten passt meiner Meinung nach die folgende Definition: "Ein  Kleinplanet ist annähernd groß genug, um eine kugelförmige Gestalt anzunehmen." Um jetzt die Begriffe richtig zu gebrauchen, muss man jedoch die Form des jeweiligen Objekts kennen. Manchmal hilft da ja Wikipedia weiter, aber sicherlich nicht immer. 

Egal, hier meine Bilder vom 26. Dezember 2024. Diese wurden alle gut zehn Minuten belichtet, also zwischen 60 und 64 mal zehn Sekunden lang.

(350)Ornamenta beim Stern HIP23043 (5,5mag)

(350)Ornamenta hat zur Zeit eine Helligkeit von 12,3mag. Die Bilder bei Wikipedia zeigen hier deutlich keine Kugelform, also ist dieses Objekt ein Asteroid. Leider ließ sich mit Hilfe von Stellarium nicht genau klären, welcher der beiden Punkte in meinem Bild in dem runden roten Kreis tatsächlich (350)Ornamenta ist. Bei "Stellarium" wurde an dieser Stelle kein weiterer Stern angezeigt. HIP23043 ist ein "roter Riese", dies lässt sich selbst auf meinem Bild auf Grund der orangenen Färbung erahnen.

Nachdem ich HIP23043 als "identifier" im großen französischen astronomischen Datenbank "Simbad" eingegeben hatte, konnte ich durch einen Vergleich meines Biuldes mit dem dort hinterlegten Bild klären, dass (350)Ornamenta wohl das etwas hellere Objekt innerhalb des roten Kreises sein musste. Dies hat sich auch einen Tag später bestätigt, als ich noch einmal ein Bild genau dieser Gegend aufgenommen habe, (350)Ornamenta hat sich inzwischen deutlich weiter nach rechts oben hin bewegt.

(679)Pax auf dem Weg zu Beteigeuze

Der Asteroid (679)Pax (11,7mag) soll in den kommenden Tagen an der hellen Beteigeuze (alpha Orionis) vorbeiziehen. Mich erinnerte dies ein wenig an das besondere Ereignis vom letzten Jahr, als der Asteroid (319)Leona am 12. Dezember 2023 von Spanien aus gesehen sogar direkt vor der hellen Beteigeuze vorüberzog. Und was für ein schöner Asteroidenname diesmal: "Pax" = "Frieden", passend zur Weihnachtszeit.  Diesmal war die Identifizierung einfach. Im roten Kreis stehen drei in etwa gleich helle Lichtpunkte, der unterste der dreien ist laut Stellarium eindeutig (679)Pax. Auch hier hat sich durch ein Foto vom Folgetag die Identifizierung bestätigt. Hier das Bild vom 27. Dezember:

(679)Pax am 27. Dezember 2024

Dieses Bild wurde länger belichtet, daher sind hier viel mehr schwächere Sterne zu sehen, Die neue Position von (679)Pax ist wieder als geschlossener runder Kreis markiert, die Position vom 26.12. wurde mit einem unterbrochenen Kreis markiert.

(888)Parysatis

Der nächste Asteroid auf meiner "Suchliste" für diese Woche trägt die "Schnapszahl" 888. Er war doch sehr lichtschwach, die Identifizierung war nicht ganz einfach, denn Stellarium zeigte diesmal viel mehr Sterne an als ich auf meinem Foto hatte. (888)Parysatis soll heute eine Helligkeit von 12,1mag haben. Mir erscheint er schwächer, aber vielleicht zogen, als ich dieses Bild gemacht hatte, auch leichte Schleierwolken durch das Bild.

(887)Alinda

Ein Bild mit einer ungeklärten Überraschung. Zunächst dachte ich spontan, der Asteroid ist der "Stern mit Schweif" in dem Kreis mit dem Fragezeichen. Wenn sich ein Objekt sehr schnell bewegt, kann ein Stacking-Programm in Probleme laufen, an welcher Position soll es denn nun diesen Stern aufaddieren? So kommt es häufig bei langen Belichtungen dazu, das Asteroiden sich durch kleine Strichspuren verraten, denn sie bewegen sich im Vergleich zu anderen Sternen ja wirklich recht schnell. Doch dann zeigte der Vergleich mit Stellarium, das sich (887)Alinda an anderer Stelle befinden müsste, dort wo der kleine Kreis jetzt eingezeichnet ist. Aber um was für ein Objekt handelt es sich wohl bei dem "?" ? Vielleicht lässt sich dieses Rätsel ja in den kommenden Tagen klären.

Zum Glück gelang mir auch hier ein Foto am nächsten Tag. Und dies zeigt eindeutig, die mit dem "?" Fragezeichen markierte Strichspur ist die wirkliche Spur von (887)Alinda und nicht der markierte Stern. Denn dieser Stern ist auch auf dem Foto am nächsten Tag an der gleichen Stelle zu sehen, hier handelt es sich mit Sicherheit nicht um einen Asteroiden, sondern natürlich um einen Fixstern.

Foto der gleichen Gegend vom 27. Dezember 2024

Offensichtlich muss es am 26. Dezember also einen Fehler gegeben haben. Vielleicht habe ich die Koordinaten nicht richtig eingegeben (normalerweise ist dies dann ja immer die exakte Mitte des Bildes), oder die Koordinaten haben von vornherein gar nicht gestimmt. Es kommt durchaus vor, dass in Stellarium die Koordinaten für Asteroiden nicht aktuell sind, die Software weißt häufig selbst darauf hin, dass man sich ggf. vom MPC eine neue Koordinatendatei herunterladen sollte. Auf dem Bild vom 27. Dezember wird man übrigens (887)Alinda vergeblich suchen, sie bewegt sich zur Zeit tatsächlich um circa 2° Grad pro Tag weiter, wofür ja auch die relativ lange Strichspur vom 26.12. ein deutliches Zeichen war.

(1626)Sadeya am 27.12.24 um 0:07 Uhr MEZ

Auch in diesem Bild ist ein Stern mit einer kleinen Schweifspur zu erkennen. Und diesmal scheint es sich hier tatsächlich um den gesuchten Asteroiden (1626)Sadeya zu handeln, soweit zumindest der Vergleich mit Stellarium. Ich glaube, auch hier werde ich trotzdem noch einmal in den nächsten Tagen etwas genauer nachforschen. 

Auch habe ich noch (69)Hesperia fotografiert, auf diesem Foto habe ich jedoch den Asteroiden noch gar nicht identifizieren können, daher zeige ich es hier noch nicht.

Zum Abschluss dieses Blogbeitrags noch ein letztes Foto:

(13)Egeria zwischen dem California-Nebel und dem Stern Menkip

(13)Egeria ist ein gutes Beispiel für die Frage, handelt es sich nun um einen Kleinplaneten? Ist ein Körper der Größe von ca. 217 x 196 km annähernd rund? In der Vergrößerung kann man auch hier erkennen, dass (13)Egeria nicht einfach rund abgebildet worden ist, sondern ebenfalls eine kleine Spur zeigt. 

Dieses Bild ist durch die Vespera-Mosaik-Modus entstanden, um so auch gleich den California-Nebel (NGC 1499) und den daneben stehenden recht hellen Stern Menkib abzubilden. Leider war es in den Tagen zuvor ja immer bewölkt, es wäre sicher spannend gewesen, zu verfolgen, wie (13)Egeria vor dem Nebel seine Bahn gezogen hat. Menkib hat eine visuelle Helligkeit von 4mag. Er ist wohl verantwortlich für das Leuchten des California-Nebels. 

Das Bild wurde insgesamt 67 Minuten, also etwas über eine Stunde belichtet, um auch etwas mehr Einzelheiten des Nebels erkennen zu lassen. 

(Am Abend des 27. Dezember war es abends wieder klar. Ich habe an diesem Abend die Fotos der Asteroiden vom 26.12. unter den gleichen Einstellungen wiederholt. Einige Bilder habe ich schon, andere muss muss ich noch auswerten. Da die Asteroiden sich ja täglich ein Stückchen weiter bewegen, sollten sie am 27.12. nicht mehr dort zu sehen sein, wo sie am 26.12. waren, sondern sich an anderen Positionen aufhalten. Die "Schnellläufer" sind vielleicht sogar schon ganz aus den Bildern herausgewandert. Das muss ich jedoch noch auswerten, aber danach werden wir mehr Klarheit haben, ob ich wirklich die richtigen Lichtpunkte als Asteroiden identifiziert habe oder nicht.)





Montag, 23. Dezember 2024

23. Dezember 2024: NGC253, Komet 333P/Linear, Saturn, Uranus, Neptun und (887)Alinda

 Am Montag, den 23. Dezember 2024, gab es immer wieder Wolkenlücken, leider nie lange, so dass längere Belichtungen eigentlich gar nicht möglich waren, aber das eine oder andere Objekt ließ sich dann doch einfangen. Mein erstes Ziel war die Sculptor-Galaxie, NGC 253:

NGC 253 nach nur 17 Minuten Belichtungszeit

Dies war auch gleich meine längste Belichtung an diesem Abend. Ich denke, man kann schon erkennen, dass sich da in der Mitte des Bildes ein länglicher Spiralnebel befindet. Der zugehörige Wikipedia-Eintrag enthält viele interessante Informationen zu dieser Galaxie, die bei uns nur wenige Monate lang und dann auch nur in geringer Höhe über dem Horizont am Himmel zu sehen ist.

Danach habe ich versucht, den Kometen 333P/Linear einzufangen:

Komet 333P/Linear, zehn Minuten belichtet

Der Komet hat zur Zeit etwa eine Helligkeit von 12,4mag (oder weniger?), sein Perihel hat er  Ende November durchlaufen. Auf meinem Foto kann man an der Stelle, wo er sich befinden müsste, eine leichte diffuse Aufhellung sehen. Welcher der "Sternenpunkte" jedoch ihm genau zuzuordnen ist, vermag ich angesichts der Vielzahl der Sterne hier im Gebiet der Milchstrasse im Sternbild Schwan leider nicht zu sagen. Leider war auch hier keine längere Belichtung möglich. Entdeckt wurde der Komet am 4. November 2007 vom automatischen Himmelüberwachungsprogramm LINEAR. Er gehört zu den kurzperiodischen Kometen und hat eine Umlaufzeit von 8,67 Jahren um die Sonne. Nur  mit viel größerem Equipment zeigt der Komet zumindest einen kleinen Schweif. Da haben wir in diesem Jahr wirklich schon attraktivere Kometen gesehen. Er zieht sehr schnell durch das Sternbild Schwan, zum Jahreswechsel soll er nahe bei Deneb und dem Nordamerikanebel stehen.

Neptun (Bildmitte), 5 Minuten belichtet

 Quasi als Ergänzung zur Wolkenlücke vom 20. Dezember hier auch wieder ein Bild von Neptun, diesmal immerhin fünf Minuten lang belichtet.

Saturn um 19:56 Uhr MESZ, knapp drei Minuten belichtet

Die Belichtungszeiten wurden immer kürzer. In diesem Bild kann man auch schon einige leichte diffuse Wolken erkennen. Betrachtet man den (überbelichteten) Saturn etwas genauer, so lassen sich - auf einer schrägen Achse von links oben nach rechts unten - links die Monde Dione (außen) und Rhea (innen) erkennen und rechts am hellsten der Mond Titan (dicht an Saturn) und etwas weiter weg Iapetus.

Uranus um 20;23 Uhr

 Uranus ließ sich immerhin wieder zehn Minuten belichten. Er selbst ist dadurch etwas überbelichtet, bzw. hat wahrscheinlich wegen der Feuchtigkeit in der Luft (oder sogar auf der Optik?) einen kleinen "Hof" um sich entwickelt. Dicht an ihm dran kann man rechts unten zwei kleine Pünktchen erkennen, das sind die 13,8mag und 14,05mag hellen Monde Titania und Oberon.

(887)Alinda

Anschließend ging mir auch noch der Asteroid (887)Alinda (10,8mag) ins Netz. Leider konnte ich hier wieder nur zweieinhalb Minuten belichten.

Ich habe dann noch verschiedene weitere Versuche gemacht, z.B. die Kleinplaneten (11)Parthenope oder (39)Laetitia aufzunehmen, doch ich hatte kein Glück mehr. Der Himmel bewölkte sich immer mehr, so dass ich den Beobachtungsabend schließlich auch wieder beendet habe. Aktuell, während ich diesen Blogartikel zu Ende schreibe, ist laut Wolkenradar wieder eine kleine Lücke über mir. Doch es ist auch Zeit ins Bett zu gehen. Morgen müssen die letzten Besorgungen für die Weihnachtsfeiertage erledigt werden, da muss man noch einmal früh raus.

Doch immerhin gab es mal wieder ein paar mehr Objekte am Himmel zu fotografieren. So macht Astronomie durchaus Spaß.


 



Sonntag, 22. Dezember 2024

23. - 29. Dezember 2024: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche ist Weihnachten. In unserer Kultur auch das "Fest der Wünsche". Wird uns diese Woche einen klaren Nachthimmel bescheren? Am Abend wären dann endlich wieder einmal leuchtende Sterne zu sehen, denn der Mond nimmt weiter ab und zieht sich immer mehr in die frühen Morgenstunden zurück. Von den hellen Planeten kann Merkur (ca. -0,3mag) am Morgenhimmel ab ca. 7:30 Uhr gefunden werden, er steht dann ca. 6° Grad hoch im Südosten. Die Venus (-4,2mag) ist weiterhin strahlender Abendstern, sie geht kurz nach 20:00 Uhr im Südwesten unter. Mars (-1,1mag) geht gegen 19:00 Uhr im Osten auf, Jupiter (-2,6mag) steht kurz vor 23:00 Uhr hoch im Süden und geht gegen 6:30 Uhr im Westen unter, Saturn kann nur noch bis gegen 22 Uhr im Südwesten gefunden werden. Die ISS kann bei morgendlichen Überflügen beobachtet werden.

Am Montag, den 23. Dezember, geht die Sonne um 8:31 Uhr auf und um 16:17 Uhr unter, Noch ist nichts davon zu merken, dass die Tage nun wieder länger werden. Der Mond geht um 0:29 Uhr auf, gegen 7 Uhr ist er zu 47 Prozent beleuchtet. Am Abend beginnt um 22:42 Uhr ein Schattendurchgang von Jupitermond Europa (Ende 1:15 Uhr am Dienstag). Am Morgen zwischen 7:06 Uhr und 7:13 Uhr fliegt die ISS fast genau über Bad Lippspringe am Morgenhimmel hinweg, um 7h:8m:25s fliegt sie fast exakt über uns durch den Zenit.

Am Dienstag, den 24. Dezember, Heiligabend, geht der Mond um 1:39 Uhr auf, er steht im Sternbild Jungfrau und nähert sich dort dem hellen Stern Spica. am Morgen gegen 7 Uhr beträgt der Abstand rund 6° Grad. Gegen Mitternacht kann bei Jupiter der GRF (Große Rote Fleck) gut beobachtet werden.  Die ISS tritt heute um 6:19 Uhr fast genau im Zenit, also direkt über Bad Lippspringe, aus dem Erdschatten heraus und fliegt dann schnell bis 6:24 Uhr dem Horizont im Osten entgegen.

Am Mittwoch, den 25. Dezember, Erster Weihnachtsfeiertag, geht der Mond um 2:59 Uhr auf. Er ist jetzt deutlich an Spica vorübergezogen und ist gegen 7 Uhr noch zu 29 Prozent beleuchtet. Von 3:16 Uhr bis 5:28 Uhr wandert der Schatten von Jupitermond Io über den Planeten. Zwischen 7:05 Uhr und 7:11 Uhr fliegt die ISS in maximal 73° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg. Beim nächsten Überflug (schon am Taghimmel, ISS "eigentlich" unsichtbar) kommt es um ca. 8:46 Uhr zu einem Transit der ISS vor der Mondsichel. Dies Ereignis kann in etwa auf einer Linie von Werther - Bielefeld - Oerlinghausen - Detmold - Schlangen - Brakel - ... beobachtet werden. Merkur steht heute in größter westlicher Elongation, d.h. 22° Grad von der Sonne entfernt, also die beste Voraussetzung ihn in diesen Tagen am Morgenhimmel zu finden. Kleinplanet (7)Iris (19,0mag) steht heute um 20:00 Uhr in nur 4,5' Bogenminuten Abstand vom Doppelstern 51 Aqr (5,8mag). In dieser Nacht (gegen 2:00 Uhr früh am Donnerstag) steht Asteroid (887)Alinda (10,7mag) in 8' Bogenminuten Abstand zu Stern HIP21377 (6,4mag) im Sternbild Eridanus.

Am Donnerstag, den 26. Dezember, Zweiter Weihnachtsfeiertag, geht der Mond um 4:03 Uhr auf, er steht im Sternbild Waage und ist noch zu 21 Prozent beleuchtet. In seinem dunklen Teil kann man den "Erdschein" erkennen. Um 19:34 Uhr beginnt eine Bedeckung von Jupitermond Europa (bis 23:36 Uhr) Von 21:45 Uhr bis 23:57 Uhr wandert der Schatten von Jupitermond Io über den Planeten. Von 21:45 bis 23:27 Uhr sind bei Jupiter nur die Monde Europa und Kallisto sichtbar. Um 6:17 Uhr tritt die ISS erneut in der Nähe des Zenits aus dem Erdschatten heraus und fliegt dann schnell (maximal Höhe 84° Grad) bis 6:22 Uhr in Richtung Horizont im Osten. Zwischen 7:50 Uhr und 7:58 Uhr fliegt die ISS noch einmal, dicht vorbei an Mars und Merkur, in maximal 35° Grad Höhe über unseren schon recht aufgehellten Morgenhimmel hinweg. Asteroid (350)Ornamenta (12,3mag) steht heute um 20:00 Uhr in 4' Bogenminuten Abstand zu Stern HIP23043 (5,5mag) im Sternbild Stier.

Am Freitag, den 27. Dezember, geht der Mond erst um 5:19 Uhr auf, seine immer schmaler werdende Sichel ist nur noch zu 14 Prozent beleuchtet. Zwischen 7:03 Uhr und 7:09 Uhr fliegt die ISS in maximal 48° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg. Asteroid (1626)Sadeya steht heute in Opposition zur Sonne und ist dadurch 12,0mag hell, und Asteroid (679) Pax (11,7mag) zieht heute Nacht in nur 26' Bogenminuten Abstand an Beteigeuze im Orion vorüber. Und (888)Parysatis (12,1mag) zieht in nur 5' Bogenminuten Abstand an Stern HIP31899 (/,9mag) im Sternbild Zwillinge vorüber.

Am Samstag, den 28. Dezember, steht der Mond im Sternbild Skorpion, er geht erst um 6:35 Uhr auf und ist nur noch zu 7 Prozent beleuchtet. Er zeigt maximale Libration in Breite, so dass wir auf seinen Nordpol sehen können. Merkur geht zehn Minuten später auf, er steht gut zehn Grad weiter östlich des Mondes. Um 18:26 Uhr endet ein Schattendurchgang von Jupitermond Io. Zwischen 6:15 Uhr und 6:20 Uhr ist die ISS das erste Mal am Morgenhimmel zu sehen, etwa in südlicher Richtung tritt sie in 62° Grad Höhe aus dem Erdschatten heraus und fliegt dann schnell Richtung Osten. Beim zweiten Überflug zwischen 7:49 Uhr und 7:56 Uhr erreicht sie nur noch 19° Grad Höhe maximal über dem Horizont. Kleinplanet (13)Egeria (10,5mag) zieht nach der Überquerung des California-Nebels in den letzten Tagen gegen 19:00 Uhr in nur 7' Bogenminuten Abstand am Stern Menkip (Xi Perseus) vorüber.

Am Sonntag, den 29. Dezember, ist die nur noch zu 3 Prozent beleuchtete Mondsichel in der Morgendämmerung wohl nicht mehr zu finden, sie geht erst um 7:48 Uhr auf.  Zwischen 7:01 Uhr und 7:07 Uhr fliegt die ISS in maximal 27° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg. In der Frühe um 3:30 Uhr zieht (887)Alinda (10,4mag) in nur 5' Bogenminuten Abstand an Omega Eridanus (4,4mag) vorüber und gegen 4:00 Uhr zieht (69)Hesperia (10,9mag) in 6,5' Bogenminuten Abstand an 13 Ori (6,2mag) vorüber.

Ich wünsche allen meinen Leserinnen und Lesern ein gesegnetes Weihnachtsfest!