Dienstag, 28. Februar 2023

28. Februar: Mond, Jupiter und Venus

 Auch am Abend des 28. Februar gab es klaren Himmel, leider nicht am Montag, den 27., als es noch einmal Polarlicht über Mitteleuropa zu sehen gab. Einige Orte in Deuschland waren am Abend Wolkenfrei, leider nicht bei mir.

Der Mond hat gegenüber dem Wochenende nch einmal deutlich zugelegt. Er zeigt jetzt keine Sichelgestalt mehr, sondern ist deutlich über das Erste Viertel hinaus, er wird also immer runder. Es geht auf den nächsten Vollmond zu. Hier ein Foto, gemacht mit meiner Canon RP und einem 400mm Teleobjektiv:

Mond am 28. Februar um 18:38 Uhr MEZ

Im Westen sind jetzt in der Dämmerung Venus und Jupiter nicht mehr zu übersehen. Sie kommen sich immer näher.:

Jupiter, Venus und zwei Dohlen in der Abenddämmerung

Morgen stehen die beiden noch enger zusammen. Übermorgen werden sie die Plätze getauscht haben, die Venus wird dann oberhalb des Jupiters zu sehen sein. Drückt die Daumen, damit wir dann auch klaren Himmel haben, damit sich dieses schöne Ereignis dokumentieren lässt.

Sonntag, 26. Februar 2023

26. Februar 2023: Polarlicht über Deutschland!

 Wer heute Abend klaren Himmel Richtung Norden hatte, konnte ein ganz besonderes Schauspiel erleben. Ab circa 22 Uhr gab es Polarlichter über Deutschland zu sehen.

Diese waren so kräftig, dass einzelne Beobachter sogar mit bloßem Auge (und nicht nur fotografisch) Farben erkennen konnten. Berichte dazu gibt es im Polarlicht-Forum.

Ich war am Abend am Strand von Wangerooge, ein großer grünlicher Bogen war schnell und einfach für mich zu erkennen. Teilweise konnte man darüber auch hellere Beamer sehen, ich konnte darin zwar keine Farben erkennen, auf meinen Fotos ware diese eindeutig rötlich.

Hier ein paar Bilder, aufgenommen mit meiner Canon RP und einem 24-105mm Objektiv mit Lichtstärke f=4, also nicht unbedingt für Nachtfotografie und Polarlichter geeignet. Belichtet habe ich zwischen 13 und 15 Sekunden bei ISO6400oder ISO12800. Die Bilder entstand zwischen 22:30 Uhr und 22:40 Uhr. Die "Show" dauerte jedoch deutlich länger.




Man merkt, wir sind wieder im "Hoch" der Sonnenaktivität angekommen. So ein schönes Polarlicht habe ich schon viele Jahre nicht mehr gesehen.

Die Bilder sind am Strand der ostfriesischen Insel Wangerooge entstanden. Mit Polarlicht hatte ich bei diesem verlängerten Wochenendausflug ja gar nicht gerechnet, so hatte ich für meine Kamera nicht einmal ein Stativ mitgenommen. Zum Glück fand ich am Strand aber doch eine kleine Aufmauerung, auf die ich meine Kamera mit Blick nach Norden hinlegen konnte, damit ich die Bilder nicht aus "freier Hand" machen musste.


27. Februar - 5. März 2023: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche geht es auf den Vollmond zu, das helle Licht des immer voller werdenden Mondes bestimmt die Nacht. Auf seiner Bahn am Himmel bedeckt der Mond in dieser Woche relativ viele lichtschwache Sternchen, zur Beobachtung ist mindestens ein gutes Fernglas notwendig.. Von den Planeten sind Jupiter und Venus am frühen Abend bis gegen 20:30 Uhr im Südwesten zu sehen. Mars steht am Abend im Süden und leuchtet bis gegen 3:00 Uhr, wo er dann im Westen untergeht. Der inzwischen wieder lichtschwächer werdende Komet C/2022 E3 ZTF  steht abends in ca. 35° Grad Höhe rechts vom Sternbild Orion. Die ISS kann bei morgendlichen Überflügen gesichtet werden.

Am Montag, den 27. Februar, geht die Sonne um 7:15 Uhr auf und um 18:00 Uhr unter. Die "astronomisch dunkle" Nacht dauert nur noch von ca. 20:00 Uhr bis 5:00 Uhr in der Frühe. Zwischen 5:45 Uhr und 5:51 Uhr fliegt die ISS mit maximal 87° Grad Höhe fast genau durch unseren Zenit. Der Mond erreicht exakt um 9:06 Uhr das Erste Viertel, steht dann jedoch bei uns unter dem Horizont. Um 18:43 Uhr erreicht er seine größte Höhe (63°) am Himmel. Er ist jetzt zu 54 Prozent beleuchtet und nähert sich dem Planeten Mars. Kleinplanet (40) Harmonia (9,3mag) steht heute in Opposition zur Sonne. Heute Nacht zieht Kleinplanet (1) Ceres (7,2mag) dicht an der Galaxie NGC 4653 vorüber. Um 23:11 Uhr bedeckt der Mond den nur 7,2mag hellen Stern SAO76811.

Am Dienstag, den 28. Februar, ist die ISS einmal gegen 5:00 Uhr kurz im Osten zu sehen, zwischen 6:32 Uhr und 6:39 Uhr fliegt sie in maximal 80° Grad Höhe sehr hoch über unseren Morgenhimmel hinweg. Der Mond ist am Abend zu 64 Prozent beleuchtet und schon deutlich an Mars vorbei gezogen. Er geht erst in der Nacht nach 4:00 Uhr unter. Um 18:17 Uhr bedeckt der Mond den 6,5mag hellen Stern HIP 26571.

Am Mittwoch, den 1. März, fliegt die ISS zwischen 5:46 Uhr und 5:52 Uhr noch einmal fast genau über unsere Stadt hinweg (88° Grad Höhe um 5h:46m:53s) und kurz danach ganz dicht an der Wega, dem hellsten Stern in der Leier vorüber. Der Mond ist am Abend schon zu 72 Prozent beleuchtet. Um 19:56 Uhr bedeckt der Mond den 6,9mag hellen Stern SAO78540.

Am Donnerstag, den 2. März, taucht die ISS um 4:59 Uhr in 77° Grad Höhe das erste Mal aus dem Erdschatten auf und fliegt dann schnell - erneut dicht an der Wega vorbei - Richtung Osten. Ein zweites Mal fliegt sie zwischen 6:32 Uhr und 6:40 Uhr in maximal 55° Grad über unseren Morgenhimmel hinweg. Der Mond ist am Abend schon zu 80 Prozent beleuchtet, er steht im Sternbild Zwillinge bei Castor und Pollux. Gegen 18:45 Uhr ist der "Goldene Henkel" am Mond gut zu beobachten. Um 19:15 Uhr kommt es am südlichen Mondrand zu einer kurzen Bedeckung eines 7,3mag hellen Sternchens, SAO 79405.

Am Freitag, den 3. März, fliegt die ISS zwischen 5:46 Uhr und 5:52 Uhr in maximal 69° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg. Der Mond ist am Abend schon zu 87 Prozent beleuchtet, er steht heute schon im Sternbild Krebs und zeigt maximale Libration in Breite, so dass wir auch auf seinen Südpol schauen können. Bereits um 4:02 Uhr in der Frühe bedeckt der Mond den 5,4mag hellen Stern 76 Geminorum. Um 21:57 Uhr wird dann der 7,3mag helle Stern SAO 80165 bedeckt.

Am Samstag, den 4. März, taucht die ISS um 5:00 Uhr in 79° Grad Höhe das erste Mal aus dem Erdschatten auf und fliegt dann schnell bis 5:04 Uhr Richtung Osten. Ein zweites Mal fliegt sie zwischen 6:33 Uhr und 6:41 Uhr in maximal 32° Grad über unseren Morgenhimmel hinweg. Der Mond ist am Abend zu 93 Prozent beleuchtet. Ab 19:23 Uhr wandert Jupitermond Ganymed vor der Planetenscheibe vorüber. Kleinplanet (760)Massinga (10,9mag) steht heute in Opposition zur Sonne.

Am Sonntag, den 5. März, fliegt die ISS zwischen 5:46 Uhr und 5:53 Uhr in maximal 43° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg. Bereits um 4h:10m:5s wird die ISS tief im Westen genau vor der Mondscheibe vorüberfliegen, ein ISS-Mondtransit also. Aber ob ich zu dieser Zeit aufstehen werde? Der Mond ist am Abend zu 97 Prozent beleuchtet und steht im Sternbild Löwe, oberhalb von dessen hellen Stern Regulus. In der Frühe um 4:10 Uhr wird der 6,5mag Stern HIP 46155 vom Mond bedeckt.

Samstag, 25. Februar 2023

25. Februar 2023: Jupiter und Venus

 Nachdem mir vor drei Tagen nur ein Foto des Mondes gelungen war, Venus und Jupiter aber hnter Wolken verborgen blieben, hatte ich heute Abend mehr Glück:

Jupiter (oberhalb) und Venus am 25. Februar 2023 um 18:41 MEZ

Dieses Bild habe ich nur mit meinem Handy aufgenommen. Die Planeten sind in der Abenddämmerung nur kleine Punkte. Wer sie nicht aufAnhieb findet, sollte auf das Bild klicken um es zu vergrößern. Falls das nicht reicht, hilft ein weiterer Trick: Das Bild mit der rechten Maustaste anklicken und dnn in einem neuen Tab öffnen.Dann sollte nur das Bild im Browser sichtbar sein und man kann es meistens noch einfacher größer darstellen.

In den nächsten Tagen werden die beiden sich immer näher kommen und bald wird die Venus oberhalb von Jupiter stehen.

Mittwoch, 22. Februar 2023

22. Februar 2023: Mondsichel

 Heute Abend liess sich kurz nach Sonnenuntergang zumindest die schmale Mondsichel am Himmel für kurze Zeit ablichten. Leider konnte ich die Planeten Venus unterhalb und Jupiter oberhalb des Mondes nicht ausmachen. Die Venus war sicherlich durch eine dichte Wolkenschicht verdeckt, für JUpiter war es wahrscheinlich noch zu hell - oder er steckte auch hinter Wolken, denn den ganzen Nahcmittag über war der Himmel doch recht "milchig" bedeckt. Umso überraschter war ich, dass die kleine Mondsichel doch recht viele Details offenbarte. 

Hier ein Bild, gleich mit ein Namen von ein paar Kratern und Maren versehen:

Mondsichel am 22.2.23 um 18:12 Uhr

Beim Beschriften habe ich "Weierstrass" etwas stärker betont  als die anderen Bezeichnungen, er ist schließlich der einzige Paderborner auf dem Mond! So gut wie heute ist dieser sehr kleine Krater nur selten zu beobachten.

Sonntag, 19. Februar 2023

20. - 26. Februar 2023: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche haben wir gleich am Montag Neumond, die Nächte eignen sich zunächst noch gut für Beobachtungen lichtschwacher Objekte am Himmel, zum Ende der Woche hin kann man die zunehmende Mondsichel dann selbst gut am Abend beobachten. Von den großen Planeten sind Venus und Jupiter abends im Südwesten zu sehen, sie gehen gegen 20:30 Uhr bzw. 21:00 Uhr unter. Mars steht abends hoch im Süden und geht nach 3:00 Uhr im Westen unter. Die ISS ist bei morgendlichen Überflügen sichtbar. Der Komet C/2022 E3 ZTF kann abends noch im Süden gefunden werden, ist allerdings nur noch mit einem Fernglas oder Fernrohr sichtbar. Er steht gegen 20 Uhr ca. 40° Grad hoch am Himmel, er zieht von Tag zu Tag etwas weiter nach Süden im Sternbild Stier auf das Sternbild Eridanus zu, quasi parallel zum Sternbild Orion. Gegen Mitternacht geht er im Südwesten dann unter.

Am Montag, den 20. Februar, geht die Sonne um 7:30 Uhr auf und um 17:48 Uhr unter, der helle Tag dauert also schon deutlich länger als zehn Stunden. Die "astronomische Dämmerung" endet um 19:40 Uhr, ab da ist es also richtig dunkel. Heute ist Neumond, exakt erreicht der Mond diese Position um 8:06 Uhr. Die ISS fliegt heute in der Frühe zwischen 6:27 Uhr und 6:34 Uhr in maximal 31° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg.

Am Dienstag, den 21. Februar, fliegt die ISS zwischen 5:40 Uhr und 5:46 Uhr in maximal 22° Grad Höhe über unseren südöstlichen Himmel hinweg. Gegen 10:35 Uhr kommt es bei einem Überflug am Tage zu einem Transit der ISS vor der Sonne. Die Zentrallinie für diesen Transit verläuft von Gütersloh über Hövelhof, Bad Lippspringe, Altenbeken, Borgentreich, Bad Driburg... genauere Informationenzu diesem "Sekundenereignis" gibt es dazu bei https://transit-finder.com/ oder https://altitudeazimuth.de/. Ob die schmale, nur zu 3 Prozent beleuchtete Mondsichel heute schon zu finden sein wird? Sie geht um 19:30 Uhr im Westen unter, eine halbe Stunde vorher könnte es bei klarer Sicht nach Westen vielleicht klappen. Mars zieht heute Abend in nur 8' Bogenminuten Abstand am Stern 98 Tauri (5,6mag) vorüber.

Am Mittwoch, den 22. Februar, fliegt die ISS in der Frühe zwischen 6:26 Uhr und 6:34 Uhr in maximal 53° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg. Am Abend steht die schmale zu 9 Prozent beleuchtete Mondsichel zwischen Venus und Jupiter, sicherlich ein schöner Anblick!

Am Donnerstag, den 23. Februar, fliegt die ISS zwischen 5:39 Uhr und 5:45 Uhr in maximal 40° Grad Höhe über unseren südöstlichen Himmel hinweg. Die Mondsichel ist heute zu 16 Prozent beleuchtet und geht um 22:21 Uhr unter.

Am Freitag, den 24. Februar, fliegt die ISS in der Frühe zwischen 6:26 Uhr und 6:33 Uhr in maximal 78° Grad Höhe hoch über unseren Morgenhimmel hinweg. Unterwegs fliegt sie sehr nahe an der Wega, dem hellsten Stern der Leier vorbei. Die Mondsichel ist heute zu 25 Prozent beleuchtet und geht um 23:43 Uhr unter. Bei Jupiter wandert bis 19:44 Uhr der Schatten seines Mondes Europa über die Planetenoberfläche.

Am Samstag, den 25. Februar, fliegt die ISS zwischen 5:38 Uhr und 5:44 Uhr in maximal 65° Grad Höhe über unseren südöstlichen Himmel hinweg, dabei kommt sie Arkturus, dem hellsten Stern im Bärenhüter sehr nahe. Der Mond ist heute schon zu über 35 Prozent beleuchtet und geht erst nach Mitternacht um 1:04 Uhr unter. Um 19:01 Uhr bedeckt er einen mit nur 6,7mag sehr schwach leuchtenden Stern. Ab 18:11 Uhr wandert der Schatten von Ganymed über die Jupiteroberfläche.

Am Sonntag, den 26. Februar, fliegt die ISS in der Frühe zwischen 6:25 Uhr und 6:32 Uhr hoch über unseren Morgenhimmel hinweg. Um 6h:27m:7sec befindet sie sich exakt 418 Kilometer hoch senkrecht über Bad Lippspringe. Der Mond nähert sich in dieser Nacht dem Ersten Viertel, das jedoch erst am Montagvormittag erreicht wird. Am Abend steht er nur ca. 2,5° Grad entfernt von den Plejaden, im Fernglas vielleicht ein schöner Anblick. Er ist bis 2:22 Uhr in der Nacht zu sehen. Um 21:27 Uhr bedeckt er den Stern "32 Tau" mit 5,6mag. Gegen 22 Uhr steht Kleinplanet (1)Ceres nur 3' Bogenminuten entfernt von NGC 4654 im Sternbild Jungfrau.

Samstag, 18. Februar 2023

14. Februar 2023: Mehr Kometen am Himmel

 Am Valentinstag, den 14. Februar 2023, war der Himmel am Abend schön klar, da konnte man so richtig auf "Kometenjagd" gehen.

Den Kometen C/2022 E3 ZTF habe ich ja in meinem Blog schon mit einigen Bildern gewürdigt. Ich habe ihn heute zwar wieder mit als erstes Objekt fotografiert, ein Bild zeige ich jedoch erst am Ende dieses Blogbeitrags, da gebe ich auch noch einen Hinweis auf Fritz Zwicky, wohl einen der genialsten Astronomen des letzten Jahrhunderts.

 Hier zunächst ein anderes Objekt, das auch an der Zwicky Transient Facility entdeckt wurde, der Komet C/2020 V2 ZTF:

C/2020 V2 ZTF am 14. Februar 2023

 Der Komet ist eindeutig mit seinem kleinen Schweif etwa in der Bildmitte zu erkennen. Der helle Stern oberhalb vom Kometen ist "Nembus", oder auch 51 And mit 3,55mag. Dieser Komet wurde bereits am 2. November 2020 entdeckt, wird aber erst am 8. Mai 2023 seinen sonnennächsten Punkt auf seiner Bahn erreichen. Leider liegt dieser noch außerhalb der Mars-Bahn, viel heller wird er also nicht mehr werden. Zur Zeit wird seine Helligkeit bei heavens-above mit 9,0mag angegeben. Leider zieht er vom Sternbild Andromeda in südlichere Richtungen, so dass seine Sichtbarkeit bei uns schon im April, also noch vor seinem Helligkeitsmaximum endet.

 Es sollten sich aber noch weitere Kometen an diesem Abend am Himmel finden lassen.

Im Sternbild Fuhrmann sollte sich der Komet "29P Schwassmann-Wachmann 1" aufhalten. Allerdings nur ca. 12mag hell. Wobei diese Helligkeitsangabe die sog. "Flächenhelligkeit" beschreibt, der Kometenkern selbst würde also deutlich schwächer leuchten. Dieser Komet bewegt sich zur Zeit auf einer fast kreisförmigen Bahn außerhalb der Jupiterbahn, für einen Umlauf um die Sonne braucht er 14,9 Jahre. Da er der Sonne nicht sehr nahe kommt, habe ich keinen großen Schweif erwartet. Der war auch nicht zu finden.

Hier mein Foto, das ich gleich zu astrometry.net hochgeladen hatte, um für möglichst viele Sterne eine genaue Bezeichnung zu bekommen, um das Bild anschließend mit der Planetariumssoftware "Stellarium" zu vergleichen, um dann den Kometen auch wirklich zu finden. Ich habe seine Position durch die beiden roten Linien gekennzeichnet. Der Komet müsste der leicht grünlich (? oder bilde ich mir das ein?) schimmernde "Stern" genau im Schnittpunkt der roten Linien sein. Der etwas hellere Stern direkt links neben ihm hat laut Stellarium eine Helligkeit von 13,1mag und der etwas orangere direkt unterhalb eine Helligkeit von 13,75mag. Von daher würde ich die Helligkeit des Kometenkerns selbst auf nur 14mag schätzen.

Komet 29P Schwassmann-Wachmann 1

Dieser Komet wurde 1925 am 15. November von zwei Astronomen an der Sternwarte in Hamburg-Bergedorf entdeckt. Damals gab es noch keine automatischen Suchprogramme am Sternenhimmel, so dass Kometen noch durch richtige Menschen entdeckt wurden, und dann natürlich die Namen ihrer Entdecker bekamen.

Der nächste Komet ließ sich optisch viel einfacher identifizieren:

Komet C/2022 U2 ATLAS

Auf diesem Bild lässt sich schnell ein kleines grünliches "Wölkchen" finden, das ist der Komet C/2022 U2 ATLAS. Er wurde zuletzt mit einer Helligkeit von 11,0mag gemeldet und bewegt sich zur Zeit in ähnliche Richtung und unweit von C/2022 E3ZTF im Sternbild Stier. Hier gibt es ein gemeinsames Bild von der engen Begegnung am 6. Februar 2023. Der Komet wurde am 25. Oktober 2022 durch das Suchprogramm  "Asteroid Terrestrial-Impact Last Alert System (ATLAS)" entdeckt. Hier suchen Robotisch gesteuerte Teleskope ständig den Himmel nach potentiell gefährlichen Asteroiden ab und entdecken dabei auch immer wieder neue Kometen.

Jetzt ein weiteres "Rätselbild": Hatte ich ihn in der Kometenliste bei heavens-above entdeckt? Oder in Stellarium? Ich weiß gar nicht mehr genau, wo ich die Information her hatte, dass sich im Sternbild Stier noch ein weiterer Komet aufhalten sollte: "244P Scotti". Auch ihn habe ich dann versucht zu fotografieren. Aber ich habe wohl vorher überhaupt nicht auf seine Helligkeit geachtet. Jetzt - hinterher - habe ich gelesen, dass er zur Zeit zwar im Maximum seiner Helligkeit steht, diese jedoch nur 17mag beträgt, also für mein Gerät eigentlich nicht erreichbar.

Trotzdem hier das Foto:

Ist das wirklich Komet 244P Scotti ?

Dieser Lichtpunkt ist tatsächlich nicht in Stellarium zu finden, aber kann das der Komet sein? Ich habe da doch meine Zweifel. Im Vergleich zu den umgebenden Sternen müsste dieser Lichtpunkt sicherlich 12mag haben, also viel zu hell für den Kometen. Schade, dass das Wetter an den folgenden Abenden nicht mehr mitgespielt hat, ein weiteres Foto zum Vergleich, ob dieser "Komet" sich wirklich fortbewegt hat, wäre jetzt sehr wichtig. Dieser Komet wurde übrigens erst am 30. Dezember 2000 vom amerikanischen Astronomen Jim Scotti entdeckt. Er hat eine Umlaufperiode um die Sonne von etwas über zehn Jahren.

Hier aber doch auch noch ein Foto von C/2022 E3 ZTF. Er hatte sich heute gegenüber dem 13. Februar schon deutlich von NGC 1647 entfernt und sich mehr an Aldebaran und den Hyaden angenähert:

Komet C/2022 E3 ZTF im Stier

Dieses Bild wurde nur 3 Minuten lang belichtet, die meisten anderen Kometenbilder wurden doch etwas länger, meist so fünf Minuten lang belichtet. Es wird schnell deutlich, warum dieser Komet doch deutlich mehr Aufmerksamkeit erregt als alle anderen. Mit ca. 7mag ist er schließlich auch deutlich heller als die anderen Kometen.

Schade, dass das Wetter die folgenden Abende und Nächte nicht mehr so gut mitgespielt hat. Für mich selbst kann ich jedoch sagen, diese letzten zwei Tage mit klaren Nächten im Februar haben sich richtig gelohnt!

P.S.: Der Astronom Fritz Zwicky wurde übrigens am 14. Februar vor 125 Jahren im Jahr 1898 geboren. Eine kurze Beschreibung seines Lebens und seiner Leistungen finden sich in diesem sehr hörenswerten "Sternzeit"-Podcast vom Deutschlandradio.