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Sonntag, 30. März 2025

29. März 2025: Partielle Sonnenfinsternis

Für Samstag, den 29. März 2025, hatte die VdS, die Vereinigung der Sternfreunde, wieder einen Astronomietag ausgerufen.


 Die Volkssternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus hat dies natürlich auch unterstützt. Von 10 Uhr am Vormittag bis weit in die Nacht hinein hatten wir geöffnet. Kurz nach zehn Uhr habe ich einen Vortrag gehalten, um bereits zahlreiche Gäste auf die bevorstehende Sonnenfinsternis einzustimmen.

Viele junge Familien waren mit ihren Kindern gekommen - und es wurde richtig spannend! Würden wir den Beginn der Sonnenfinsternis tatsächlich sehen können oder würden uns die Wolken einen Strich durch die Rechnung machen?

Wir hatten Glück! Wir konnten praktisch die komplette Sonnenfinsternis verfolgen, auch wenn zwischendurch immer mal wieder Wolken durchzogen. Ich selbst habe diesmal so gut wie gar nicht fotografiert, sondern lieber immer wieder unseren Besucherinnen und Besuchern und besonders den vielen netten Kindern versucht zu erklären, was man gerade sehen kann (Mondschatten, Sonnenflecken, Protuberanzen) oder wie man mit den verschiedenen Teleskopen umgehen kann. Für den Vortrag hatte ich auch mein schönes Lego-Modell von Sonne, Erde und Mond mitgebracht.

Sonne mit Sonnenfleckengruppen (Nummerierung nach spaceweather.com)

 Die meisten Besucherinnen und Besucher werden wohl nur den auffälligen Sonnenfleck 4046 gesehen haben, einige vielleicht auch noch die recht zentrale Gruppe 4043, die anderen Fleckengruppen habe ich auch erst hinterher auf diesem Foto wahrgenommen. Gut, dass es diese Gruppen gab, nach den Ursachen von Sonnenflecken wurde viel gefragt, und von dort ausgehend war man schnell im Gespräch über Sonnenaktivität, Weltraumwetter und Polarlichtern auch über Deutschland.

Meine Vespera-Beobachtungsstation von Vaonis hat wieder die ganze Zeit die Sonne verfolgt und ca. alle zwei Sekunden ein Foto gemacht, die wir hinterher zu einem Zeitraffer zusammengefügt haben. Zwischen 11:12 Uhr MEZ und 13:11 Uhr MEZ entstanden so über 6000 Aufnahmen. Die Finsternis selbst startete um 11:23 Uhr und endete um 13:04 Uhr. In diesem Zeitraffer werden die drei Stunden auf 3 Minuten und 18 Sekunden eingekürzt:


 Es lohnt sich, dieses Video direkt auf YouTube auf einem größeren Bildschirm anzuschauen, denn nach ca. 24 Sekunden steckt dort eine kleine Überraschung drin.

Wir hatten mehrere Teleskope zum Beobachten aufgestellt, an denen einige Besucherinnen und Besucher auch versuchten, mit ihren Handys das jeweilige Bild zu fotografieren. Hier zum Beispiel einmal ein Handyfoto, das an einem "PST" entstanden ist, einem speziellen Teleskop, was die Sonne im Licht der H-alpha-Wasserstofflinie zeigt, wodurch man nicht nur auf die Sonnenoberfläche schauen kann, sondern was auch Protuberanzen und ein wenig die Chromosphäre der Sonne deutlich macht:

Sonne nach der Finsternis mit Protuberanzen

 Während wir und die Besucher so am beobachten und reden waren, rief plötzlich eine Besucherin: "ich habe gerade ein Flugzeug vor der Sonne fotografiert!" Ich selbst hatte das Flugzeug gar nicht mitbekommen, dachte aber gleich, wenn sie gerade das Flugzeug gesehen hat, könnte es ja auch auf den Aufnahmen meines Vespera enthalten sein.

Nach der Finsternis ging ich die ca. 6000 Bilder meines Gerätes im Schnelldurchgang durch. Zu meiner großen Enttäuschung fand ich nichts. Sollte das Flugzeug just in der Lücke zwischen zwei Aufnahmen durchgeflogen sein?

Zum Glück nicht, später haben wir dann doch noch das richtige Bild gefunden, und oben im Video kann man es natürlich auch sehen:

Flugzeug vor der Sonne, 11:26 Uhr


 Auf den beiden nachfolgenden Bildern kann man noch etwas vom Kondensstreifen des Flugzeuges sehen, danach nehmen dann die Wolken wieder überhand. Vermutlich hat es sich um einen Flieger von Ryan Air gehandelt, auf dem Weg von Wroclaw in Polen nach Shannon in Irland, eine Boeing 737 Max 8-200 mit der Flugnummer FR1173 und der Flugzeugkennung EI-HMS.

Viele weitere Bilder zur Sonnenfinsternis findet man in einer "Spaceweather-Gallery".

Nach der Sonnenfinsternis kehrte dann an der Sternwarte etwas Ruhe ein, gegen Abend füllte es sich jedoch schnell wieder. Um 18 Uhr hielt ich dann einen zweiten Vortrag, in dem ich schon erste Bilder der Sonnenfinsternis und auch das obige Video zeigen konnte.  Und als es dann dunkel wurde, konnte erneut mit vielen Gästen der Himmel beobachtet werden: Jupiter und Mars, wie es auf den Astronomietag-Plakaten der VdS angekündigt war, aber auch der Orionnebel, die Plejaden und viele andere schöne Objekte. 

Wir hatten über 100 Besucher, die zahlreichen Mitglieder unserer Sternwarte nicht mitgezählt. Zum Glück waren von uns so viele gekommen, dass wir alle Besucher persönlich begrüßen konnten, das im Vortragsraum, in der Ausstellung, in der Kuppel oder an den Teleskopen immer jemand zur Verfügung stand um Fragen zu beantworten. Es wurden Brötchen geschmiert und zwischendurch blieb auch noch genügend Zeit für die eine oder andere Fachsimpelei. Es macht zur Zeit viel Spaß, im Team der Sternwarte mitzuarbeiten. Ein schöner Tag!

 

 

 

 

Sonntag, 29. Oktober 2023

28. Oktober 2023: Die Mondfinsternis

 Oh nein, so ein Mist! Passend zur Mondfinsternis bekam ich Fieber, Husten, Heiserkeit - Corona hatte mich wieder erwischt! Zum Glück konnte Tobias Scholz meinen ursprünglich geplanten Vortrag an der Volkssternwarte zum Astronomietag übernehmen. Ganz herzlichen Dank dafür! 

Ich konnte es natürlich nicht lassen und habe trotzdem immer wieder mal mit der Kamera aus dem Fenster geschaut, um mir die Mondfinsternis anzuschauen. Ein bisschen frische Luft soll ja durchaus gesund sein :-)

Hier meine Bilder:

Mond und Jupiter (unten links) kurz nach ihrem Aufgang im Osten

Bis gegen 20 Uhr war der Himmel recht wolkenfrei und so konnte ich diesen klaren Vollmond ablichten:

Vollmond um 19:06 Uhr, Canon RP, 400mm Tele, f/8, ISO100, 1/125

Leider kamen dann immer mehr Wolken auf, Jupiter und Sterne waren gar nicht mehr zu sehen, und auch der Mond schaffte es immer weniger, durch die Wolken hindurch zu scheinen:

Halbschattenfinsternis um 21:14 Uhr

Je mehr sich der Mond dem Kernschatten näherte, desto deutlicher wurde auch der Halbschatten. Für dieses Bild brauchte ich mit meiner RP dann jedoch schon ISO6400, 1/400 Sekunde, f/9.

Um 21:36 Uhr erfolgte der Eintritt in den Kernschatten. Um 22:14 Uhr sollte das Maximum erreicht sein. Hier mein "bestes" Bild vom Kernschatten:

Der Mond im Kernschatten um 22:09 Uhr MESZ

Für dieses Bild nutzte ich meine Nikon P950, mit "vollem" Zoom (entspricht 2000mm Kleinbildäquivalent)  f6.5, ISO100, 1/20 Sekunde.  

Ich hatte großes Glück, dieses Bild noch machen zu können, denn kurz danach griff ich noch einmal zur RP, da sah der Himmel schon wieder so aus:

Mond zum Maximum der Finsternis um 22:14 Uhr

Hier kann man jedoch gar nicht mehr unterscheiden, was Erdschatten ist, oder was Wolken sind. Die Wolken zogen dann immer weiter zu und am später fielen sogar einzelne Regentropfen.

Parallel habe ich in meinem warmen Zimmer den Verlauf der Mondfinsternis live im Internet verfolgt. Bei "timeanddate" gab es eine nette Übertragung von drei verschiedenen Standorten aus, aus Bergen in Norwegen, Dubai in den Vereinigten arabischen Emiraten und aus Perth in Westaustralien.

Aus der Liveübertragung bei "timeanddate"

Auf diesem Bild ist ebenfalls gerade die Halbschattenphase der Finsternis gegen 21:12 MESZ gut zu erkennen. Und schauen Sie mal genau hin und vergleichen Sie die Bilder von Bergen und Perth: In Australien steht der Mond tatsächlich auf dem Kopf (im Vergleich zu Bergen). Aber der Schatten befindet sich natürlich trotzdem im gleichen Teil des Mondes. Ein weiterer kleiner Beweis: unsere Erde ist eine runde Kugel!

Es war nicht das erstemal, dass ich eine Mondfinsternis (fast) verpasst habe, weil ich krank war. Wer will, kann sich ja mal meinen Bericht vom 28. September 2015 durchlesen. Aber es gab auch schon viele andere schöne Mondfinsternisse, die ich erleben durfte, z.B. am 16. Mai 2022 oder am 27. Juli 2018


Freitag, 4. Juni 2021

10. Juni 2021: Eine partielle Sonnenfinsternis

 Am 10. Juni ist Neumond. Und diesmal stehen Erde, Mond und Sonne exakt auf einer Linie in einer Ebene, so dass es zu einer Sonnenfinsternis gekommt. Für einige Orte auf dieser Erde schiebt sich der Mond sogar gant exakt vor die Sonne. Da er sich zur Zeit jedoch in der Nähe seines Apogäums befindet, also in "Erdferne", erscheint er uns etwas kleiner als gewöhnlich. Das bedeutet, er kann die Sonnenscheibe nicht vollständig bedecken, es kommt also nicht zu einer totalen, sondern nur zu einer maximal ringförmigen Sonnenfinsternis. 

Diese Finsterniszone liegt leider von uns weit weg, im Polarmeer, im Norden Kanadas, Grönlands und Russlands. Alles sehr entlegene Gebiete, so dass der sehr erfahrene Sonnenfinsternisbeobachter Xavier Jubier auf seiner Webseite sogar schreibt: "which may well be one of the least observed during modern times" Von mir übersetzt: "Das wird sicher eine der am wenigsten beobachteten Sonnenfinsternisse in der modernen Zeit werden." (http://xjubier.free.fr/en/site_pages/solar_eclipses/ASE_20210610_pg01.html)

Wir liegen zum  Glück noch dicht genaug an der Ringförmigen Zone dran, so dass es bei uns zu einer teilweisen, einer partiellen Verfinsterung der Sonnenscheibe durch den Mond kommt. Bei uns werden maximal 14,4 Prozent der Sonnenoberfläche bedeckt. Das ist sehr wenig, insbesondere im Vergleich zur letzten bei uns sichtbaren Sonnenfinsternis vom 10. März 2015, also vor über 6 Jahren.

Wer diese Sonnenfinsternis beobachten möchte, muss jedoch unbedingt lebenswichtige Schutzmaßnahmen beachten. Um in die Sonne zu schauen ist unbedingt eine Sofi-Schutzbrille zu benutzen. Und dies gilt natürlich auch für Fotokameras und erst Recht für die Beobachtung mit Ferngläsern oder Fernrohren, die ebenfall spezielle Sonnenfilterfolien brauchen. Die Optiken bündeln ja nicht nur das Sonnenlicht, sondern fokussieren ja auch die geballte Wärmeenergie der Sonne in ihrem Brennpunkte, so dass bei ungeschützen Blick sofort die Augen verbrennen und wir augenblicklich erblinden würden.

Bei uns beginnt die Sonnenfinsternis um 11:26 Uhr, wenn der Mond beginnt, sich langsam vor die Sonne zu schieben. Um 12:28 Uhr wird die maximale Verfinsterung erreicht und um 13:34 Uhr ist die Finsternis beendet, da steht der Mond aus unserer Perspektive nicht mehr vor der Sonne. Hier eine grafische Darstellung, die ich der Webseite von heavens-above entnommen habe:

Bilder aus (c)heavens-above.com

Ich bin mal gespannt, ob es - trotz oder gerade wegen der Spekulation von Xavier Jubier - aus der Zone der Ringförmigkeit Internetübertragungen oder später zumindest Bilder geben wird.

Es sind einige Übertragungen im Internet angekündigt:

Die Walter-Hohmann-Sternwarte will von der Außenstelle Duisburg aus einen Livestream zeigen: https://www.youtube.com/watch?v=LZ6mG42W7_o

Die Gesellschaft der Planetarien in Deutschland zeiogt über die Stiftung Planetarium Berlin  ab 11:15 Uhr einen Livestream "mit Bildern aus aller Welt". An diesem Stream ist auch das Planetarium in Münster beteiligt: https://www.youtube.com/watch?v=NIQLVzygwt0

Der YouTube-Kanal "CosmoSapiens" verspricht ab 9:00 Uhr einen Livestream "We will show live feed along the path of the eclipse in Canada.": https://www.youtube.com/watch?v=cJ9fDbx7QkM

Auf der Webseite "timeanddate" wird es ebenfalls einen ausführlichen (englischsprachigen) Livestream geben: https://www.youtube.com/watch?v=7S6dhT1voAo

Auch das "Virtual Telescope"-Projekt plant einen Livestream: https://www.virtualtelescope.eu/webtv/

 Hoffentlich spielt das Wetter mit, so dass wir diese Sonnenfinsternis wirklich genießen können. 

Heute (am Freitag, den 4. Juni) zeigt die Sonne in der Frühe im Fernrohr an zwei Stellen Flecken auf ihrer Oberfläche. Wenn solche Flecken auch am Sonnenfinsternistag zu sehen sind, lassen sie sich gut nutzen, um die Aufnahmeoptik für die Sonnenfinsternis exakt zu fokussieren:

Sonne mit zwei Fleckengruppen am 4. Juni 2021


Samstag, 21. März 2015

20. März: Sonnenfinsternis

Die Wettervorhersagen für den Tag der Sonnenfinsternis für unsere Region in Nordrhein-Westfalen waren in den letzten drei Tagen vor der Finsternis von Tag zu Tag besser geworden. Am Nachmittag des 19. März war die Rede davon, das es in Ostwestfalen weitgehend wolkenfrei sein sollte. Doch so ganz traute ich diesen Prognosen nicht, denn ausgerechnet bei uns in Bad Lippspringe hielt sich in den Prognosekarten der von mir bevorzugten Webseite bis 10 Uhr am Freitag immer eine kleine weiße Wolke, die durch den Ortsmarker wie festgenagelt schien.  Sollten wir tatsächlich Pech haben? Überall klar, nur bei uns nicht? Da wir genau am Ostrand der Wolke lagen, war die "Fluchtroute" klar, man müsste nur etwas nach Osten fahren, und schon müssten wir auch freie Sicht haben.

Doch irgendwie siegte der Optimismus. Die Freunde von der Sternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus wollten sich am Flughafen Haxterberg treffen, wo man schon erfolgreich den letzten Venustransit vor der Sonne im Jahr 2012 beobachtet hatte, und die Freunde der Planetariumsgesellschaft wollten sich natürlich auf dem möglichen zukünftigen Planetariumsgelände in Rietberg treffen.

Da eine meiner Töchter extra aus Kiel zu uns gereist war, weil für ihre Heimatstadt konstant Bewölkung angesagt war, wollen wir am Ende aber kein Risiko eingehen und beschlossen, bei Wolken doch lieber rechtzeitig "Richtung Osten" aufzubrechen, um die Sofi wirklich verfolgen zu können. Und nach den Prognosen  hätten wir "schlimmstenfalls" gleich hinter dem Eggekamm auf eine strahlende Sonne vor blauem Himmel stoßen müssen.

Doch es kam anders. Wie befürchtet war in Bad Lippspringe am Morgen alles neblig. Nicht totale Suppe, aber von der Sonne doch nichts zu bemerken. Also schnell alle Ausrüstung ins Auto packen und losfahren über die Bundesstraße 1. Wir hatten noch eineinhalb Stunden Zeit bis zu Beginn, das sollte doch "dicke" reichen. Auf der Egge wurde jedoch zunächst der Nebel dicker. Oh, gleich hinterm Eggekamm, direkt nach der ersten Ausfahrt nach Horn,  plötzlich ein Sonnenstrahl. Klasse, dachte ich, das sieht gut aus. Doch wir fahren keine 50 Meter weiter gefahren, da waren wir schon wieder im dichten Nebel. Bei der nächsten Ausfahrt  war schon wieder dicke Suppe. Umkehren? Hoffen, das dieses kleine Loch bestehen bleibt? Nein, dann doch lieber weiter fahren.... aber wie lange bloß? Wir bogen von der B1 Richtung Höxter ab auf die B 239. Und immer noch Nebel. Zwischendurch Sichtweiten deutlich unter 50 Meter, da konnte man auch nicht mehr "schnell" nach Osten fahren und die Sonne suchen, da galt es Ruhe zu bewahren und die Verkehrssicherheit im Blick zu behalten. Nach einiger Zeit kamen wir bei der Abtei Marienmünster an. Auf dem Parkplatz stiegen wir aus, noch 20 Minuten bis zum Beginn. Hier bleiben? Immerhin war die Sonne durch den Nebel, der wie ein natürliches Filterglas wirkte, gefahrlos als runde Scheibe zu sehen.  Per Smartphone wollte ich die Webcams in der Gegend um Höxter checken, doch leider war der Handyempfang eingeschränkt, das laden der Bilder dauerte - wir enschieden, sicherheitshalber doch weiter zu fahren. Noch war ja etwas Zeit ...

Und das war genau die richtige Entscheidung. Nach wenigen Minuten richtig Sonne! Hurra! An der erstbesten Stelle bogen wir von der Bundesstraße ab und fuhren auf einen benachbarten Feldweg. Um uns herum, besonders aus der Richtung aus der wir gekommen waren, noch viel Nebel, doch über uns blauer Himmel und die Sonne strahlte heftig. Hier bleiben wir erstmal und schauen uns auf alle Fälle den Beginn der Finsternis an.

Ein erstes Testfoto zeigte auf der noch vollkommen runden unverfinsterten Sonnensacheibe immerhin einen deutlichen Sonnenfleck:

Sonne mit Sonnenfleck direkt vor Beginn der Finsternis.


Das war recht spannend. Der Beginn der Finsternis habe ich als kleines Filmchen aufgenommen. Wer würde als erstes erkennen, das der Mond sich tatsächlich schon vor die Sonne schiebt? Vor der Sonnenscheibe schiebt sich der Mond ganz langsam etwa bei einer Position von 2 1/2 Uhr rein:



Und hier jetzt eine ganze Serie von Fotos, die nach und nach entstanden:

Sonnenfinsternis um 9:35 Uhr


Sonnenfinsternis um 9:40 Uhr


Sonnenfinsternis um 9:47 Uhr

Sonnenfinsternis um 9:50 Uhr

Sonnenfinsternis um 9:59 Uhr

Sonnenfinsternis um 10:15 Uhr
 Und weil wir zufällig mit unserem Camping-Bulli unterwegs waren, fiel mir ein kleines Experiment mit unserem Durchschlagsieb ein. Dies  hatte in der Mitte einige kreisrunde Öffnungen, die wie eine Lochbildkamera funktionieren sollten. Und in der Tat, hier die zugehörigen Bilder:

Sonnenfinsternis mit Lochbildkamera

Sonnenfinsternis mit Lochbildkamera, selbst die Ränder der langen gradlinigen Löcher zeigen "runde" Schattenränder
 Auf so einfache Art und Weise hätte man, vollkommen ungefährlich, Kindergartenkindern oder Schülern die Sonnenfinsternis demonstrieren können. Doch einige Schulleiter wollten ja sogar die Rollos herunterlassen, damit niemand von der gefährlichen "Strahlung" getroffen werden könnte... Kein Wunder, das bei soviel naturwissenschaftlichem Sachverstand an unseren Schulen der liebe Gott sich entschieden hat, den größten Teil des Landes lieber gleich im Nebel versinken zu lassen.

Doch wir hatten es hier zum Glück besser, es blieb die ganze Zeit klar. Wir nähern uns dem Höhepunkt der Verfinsterung. 77 % sollten es bei uns ja werden. Und irgendwie zog bei mir und meiner Tochter sogar ein Frösteln auf. Und wurde es nicht auch wieder dunstiger? Sollte der Rückgang der Sonneneinstrahlung tatsächlich einen Temperaturrückgang ausgelöst haben? Schade, das wir kein Thermometer dabei hatten. Oder hatte der auch bei uns stärker werdende Nebel doch eher meteorologische Ursachen? Aber auf alle Fälle konnten wir deutlich bemerken, dass die Schatten auf dem Erdboden deutlich schärfer abgegrenzt waren als sonst üblich. Ein Effekt, den ich auch schon bei früheren Sonnenfinsternissen beobachtet hatte. Wenn die Verfinsterung stärker wird, also die Fläche der Sonne deutlich verringert wird, zeichnen sich die Schatten auch zunehmend "härter" vom Licht ab. Dies liegt daran, das die Sonne eben kein "idealisierte"   Punktstrahler ist, sondern ihre Strahlen halt aus einer größeren Fläche kommen und dadurch Schattengrenzen imer leicht "verwischt" erscheinen. Wird diese Sonnenfläche verkleinert, werden die schatten automatisch stärker gezeichnet.

Und hier jetzt Bilder vom Maximum der Sonnenfinsternis:

Sonnenfinsternis um 10:33 Uhr

Sonnenfinsternis um 10:37 Uhr

Sonnenfinsternis um 10:41 Uhr

Nun war das wesentliche passiert. Nach dem Finsternismaximum wurde es langsam auch wieder wärmer. Und auch der Dunst ging wieder zurück. Also wird dies wohl doch nicht einfach am "Wetter" gelegen haben, sondern wird wahrscheinlich schon ursächlich mit der Finsternis verknüpft gewesen sein.

Hier jetzt mal ein Foto, welches nicht durch mein Spektiv mit Kleinbildkamera, sondern mit meinem größeren Teleskop entstanden ist. Vergleichen sie mal den oberen Rand der Sonne mit dem unteren Rand des Mondes:

Während der Rand der Sonne ganz gleichförmig ist, zeigt der Rand des Mondes keine "glatte" Kante
 Diese "unruhige" Rand des Mondes ist keine Unschärfe oder atmosphärische Störung. Der Mond ist in der Tat keine "glatte" Kugel, sondern seine Oberfläche ist an vielen Sternen von Kratern und Bergen ja nur so übersät. Deshalb lassen sich hier diese "unruhigen" Konturen erkennen. Kenner der Mondoberfläche können sie sicherlich genau bestimmten Kratern oder entsprechenden Strukturen zuordnen.

Schließlich zog sich der Mond wieder ganz aus der Sonnenscheibe zurück:

Sonnenfinsternis um 11:19 Uhr


Um 11:37 Uhr ist auch der Sonnenfleck wieder zu sehen.

Sonnenfinsternis um 11:50 Uhr

Gleich ist der Mond weg, 11:52 Uhr

Und das tatsächliche Ende habe ich wieder auf einem kleinen Film aufgenommen:


Hier noch ein Foto von unserem Beobachtungsplatz und unserer Ausrüstung:

v.l.n.r.: Celestron C8 Teleskop auf äquatorialer Montierung mit automatischer Nachführung mit Sonnenfilter, Leica Spektiv Apo-Televid 82 mit Sonnenfilter (hiermit entstanden die meisten Fotos und Filme dieser Seite, die Kamera ist jedoch gerade nicht auf dem Foto), eigene Augen mit Sonnenfinsternisbrille, außerdem meine Tochter und ich selbst.

Um kurz vor 12 Uhr war die Finsternis vorbei und wir konnten wieder die 40 Kilometer zurück nach Hause fahren. Auch jetzt noch hatten wir über weite Strecken Nebel, wenn auch nicht mehr so stark wie am Morgen. Insbesondere war jetzt auf der Rückfahrt vor dem Eggekam auch wieder viel Sonne. Hätten wir vielleicht doch nur bis hierhin fahren müssen? Egal, wir haben die Finsternis vom Anfang bis zum Ende verfolgen können und dabei interessante Beobachtungen machen können. Und Zuhause in Bad Lippspringe? Da war leider immer noch keine Sonne zu sehen, der Nebel war immer noch viel zu dicht. Schade für alle, die nicht so mobil sein konnten wie wir.