Posts mit dem Label (287)Nephthys werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label (287)Nephthys werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 19. Juli 2026

20. - 26. Juli 2026: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche nimmt der Mond weiter zu und bestimmt mehr und mehr mit seinem hellen Licht den Nachthimmel. Von den hellen Planeten ist die Venus als Abendstern bis gegen 22:45 Uhr tief im Westen zu sehen. Saturn geht bald nach Mitternacht auf und Mars folgt nach 2:00 Uhr am Morgenhimmel. Die ISS kann in den ersten Tagen der Woche noch am Abendhimmel gefunden werden. 

Am Montag, den 20. Juli, geht die Sonne um 5:30 Uhr auf und um 21:31 Uhr unter, die Länge des hellen Tages sinkt in dieser Woche auf unter 16 Stunden. Ab Donnerstag sinkt die Sonne nachts auch wieder tiefer als 18° Grad unter den Horizont, so dass bei uns die "astronomische Dunkelheit" wieder zurückkehrt. Der Mond ist am Abend zu 44 Prozent beleuchtet, er geht um 23:39 Uhr unter. Zwischen 23:10 Uhr und 23:13 Uhr ist tief im Südwesten die ISS bei einem Überflug in maximal 24° Grad Höhe zu sehen.

Am Dienstag, den 21. Juli, erreicht der Mond um 13:06 Uhr das Erste Viertel, steht dann jedoch bei uns unter dem Horizont. Am Abend ist er dann schon zu 54 Prozent beleuchtet, er geht kurz vor Mitternacht unter. Vom Sonnenuntergang bis ca. 23:15 Uhr lassen sich auf dem Mond gut das "Lunar X" und das "Lunar V" beobachten. Zwischen 22:22 Uhr und 22:27 Uhr kann die ISS noch einmal bei einem Überflug vom Westen (nahe der Venus) nach Südosten in maximal 32° Grad Höhe bis zum Eintritt in den Erdschatten im Sternbild Schütze gesehen werden. Um Mitternacht steht Kleinplanet (8)Flora (9,3mag) in nur 3' Bogenminuten Abstand zu Stern HIP93423 (6,1mag).

Am Mittwoch, den 22. Juli, ist der Mond am Abend zu 64 Prozent beleuchtet, er geht erst nach Mitternacht um 0:10 Uhr unter. Von 18:00 Uhr bis ca. 21:30 Uhr gibt es auf dem Planetenweg eine geführte Wanderung für Familien mit Kindern ab 8 Jahren.  Gegen 23:14 Uhr kann auch die ISS noch einmal im Südwesten in maximal 12° Grad Höhe, aber oberhalb des Mondes gesehen werden. Bereits in der Frühe um 3:00 Uhr stehen Kleinplanet (125)Liberatrix (12,1mag) in nur 2' Bogenminuten Abstand zu Stern HIP98759 (9,8mag) und Kleinplanet (287)Nephthys (11,1mag) in 4,5' Bogenminuten Abstand zu Stern HIP102738 (7,7mag) und Kleinplanet(324)Bamberga (9,5mag) in 9,5' Bogenminuten Abstand zu Stern HIP102414 (6,5mag).

Am Donnerstag, den 23. Juli, ist der Mond am Abend zu 72 Prozent beleuchtet, er steht noch im Sternbild Waage, nähert sich dem Skorpion und geht um 0:33 Uhr am Freitag unter. Gegen 22:57 Uhr bedeckt der Mond einen 7,3mag schwachen Stern, HIP 76310. Ob dies aber so dicht am Horizont (Höhe 8° Grad) zu beobachten sein wird? Zwischen 22:23 Uhr und 22:29 Uhr kann die ISS letztmalig in dieser Sichtbarkeitsperiode bei einem Überflug in maximal 17° Grad Höhe im Südwesten gesehen werden. Die nächste Sichtbarkeitsperiode nächtlicher Überflüge beginnt wieder in knapp vier Wochen am 20. August.

Am Freitag, den 24. Juli, steht der Mond am Abend unterhalb von Antares im Sternbild Skorpion, er ist zu 81 Prozent beleuchtet. Vom Mondaufgang bis nach Mitternacht kann man beim Mond den "goldenen Henkel" beobachten.

Am Samstag, den 25. Juli, steht der Mond am Abend gegen 23:30 Uhr im Sternbild Schlangenträger, er ist zu 88 Prozent beleuchtet.

Am Sonntag, den 26. Juli, geht der Mond um 1:468Uhr unter und um 20:06 Uhr wieder auf. Um 23:30 Uhr steht er im Sternbild Schütze und ist zu 93 Prozent beleuchtet. Kleinplanet (3)Juno steht heute in Opposition zur Sonne.

Donnerstag, 10. April 2025

6.-10. April 2025: Auf der Suche nach Asteroiden

 Die Suche nach dem Kometen P/2010 H2 (Vales) motivierte mich, nach anderen kleinen Objekten unseres Sonnensystems zu schauen, die am Ende doch etwas einfacher zu finden und zu identifizieren sein sollten: Kleinplaneten und Asteroiden.

Denn inzwischen hatte sich herausgestellt, dass der Komet wirklich vermisst wird. Nur ein Sternfreund hatte bislang zwei Fotos auf der Webseite der VdS veröffentlicht, doch schnell stellte sich heraus, zumindest auf einem Foto müsste er sich geirrt haben, nicht der Komet hatte eine kleine, etwas verwaschene Lichtspur hinterlassen, sondern eine ferne unscheinbare Galaxie. Die Fotos befinden sich jetzt auch schon nicht mehr auf der Webseite der Fachgruppe Kometen der VdS. Heute hieß es in den einschlägigen Diskussionsgruppen, der Komet müssen wohl eine Helligkeit von weniger als 21mag haben, also für die allermeisten Amateurgeräte praktisch unerreichbar. 

Und so habe ich dann am Abend des Sonntags lieber ein knappes Dutzend Kleinplaneten fotografiert, in der Hoffnung, diese dann in der Nacht vom Montag noch einmal fotografieren zu können, so dass sich durch den Vergleich der beiden Bilder dann eindeutig die flinken Kleinplaneten identifizieren lassen.

Hier kommen meine Ergebnisse, in der Reihenfolge wie ich die Objekte fotografiert habe. 

(15)Eunomia am 6.4.25

 Am 6.4. befand sich (15) Eunomia (10,5mag) "rechts", also westlich vom hellen Stern 1 Gem.

(15)Eunomia am 7.4.25

 Am 7.4. befand sich Eunomia schon auf der anderen, linken, östlichen Seite. Durch Vergleich der beiden Bilder kann man deutlich erkennen, wie der Kleinplanet innerhalb eines Tages seine Position verändert. Unten rechts in den beiden Bildern ist übrigens der kleine offene Sternhaufen NGC 2129 zu sehen.

Der nächste Kleinplanet auf meiner Liste war  (69) Hesperia (12,4mag):

Hesperia am 6.4. um 21:33 Uhr MESZ

Hesperia am 7.4. um 21:36 Uhr MESZ

Hesperia ist am Himmel zur Zeit etwas schneller als Eunomia unterwegs, deshalb habe ich beim zweiten Bild am 7.4. schon etwas nachjustieren, damit die Bilder wirklich vergleichbar sind. Wirklich notwendig wäre es jedoch nicht gewesen, die roten Kreise kennzeichnen die jeweilige Position von Hesperia am anderen Tag.

Und hier der dritte Kleinplanet, (13)Egeria (12,0mag):

(13)Egeria am 6.4. um 21:41 Uhr MESZ 

(13)Egeria am 6.4.25 um 21:44 MESZ

 Als nächstes der nur 12,9mag helle Asteroid (116)Sirona

(116)Sirona am 6.4.25 um 21:48 Uhr MESZ  

(116)Sirona am 7.4.25 um 21:52 Uhr MESZ

Übrigens wurden die meisten Fotos genau 5 Minuten lang belichtet, damit man einen realistischen Eindruck der jeweiligen Helligkeiten der Sterne und Kleinplaneten bekommen kann.

Dann passierte mir ein Mißgeschick. Ich wollte den Kleinplaneten (51)Nemausa fotografieren, der sich im Sternbild Zwillinge befand. Doch wie sich erst später herausstellte, habe ich mich bei der Eingabe der Koordinaten vertan und am 6.4. und 7.4. eine Gegend abgelichtet, die sich ca. 7° Grad südlicher befand. Dies habe ich erst gemerkt, als ich am 9. April ein weiteres Foto, diesmal jedoch mit den richtigen Koordinaten, aufgenommen habe:

(51)Nemausa am 9.4.25 um 23:52 Uhr MESZ

Dadurch fehlt mir jetzt hier natürlich ein echtes "Vergleichsfoto", so dass man die Bewegung des Asteroiden nachvollziehen kann.

Ohne Fehler ging es dann mit dem nächsten Kleinplaneten, (14)Irene, (zur Zeit nur 11,2mag) weiter:

(14)Irene am 6.4.25 um 22:20 Uhr MESZ

(14)Irene am 7.4.25 um 22:09 Uhr MESZ

Im Sternbild Wasserschlange entdeckte ich einen weiteren Kleinplaneten, (409)Aspasia, 11.9mag hell:

 

(409)Aspasia am 6.4.25 um 22:37 Uhr MESZ

(409)Aspasia am 7.4.25 um 22:31 Uhr MESZ

Das Bild vom 7.4. zeigt schon nicht mehr ganz so viele Sterne wie das Bild vom 6.4. Dies liegt daran, dass inzwischen der Mond immer volelr, also heller wird und sich nur ca. 20° Grad von (409)Aspasia befand.

Auch beim nächsten Kleinplaneten, (287)Nephthys (12,0mag) im Sternbild Löwe machte sich am 7.4. das Mondlicht störend aufhellend bemerkbar;

(287)Nephthys am 6.4.25 um 22:45 Uhr MESZ

(287)Nephthys am 7.4.25 um 22:48 Uhr MESZ 

Dieser Kleinplanet wurde in den USA von dem Dänen Christian Heinrich Friedrich Peters entdeckt. Ein Sohn aus einer Flensburger Pastorenfamilie, der in seinem Leben immer wieder am Existenzminimum leben musste, aber in vielen Ländern seine Leidenschaft für die Astronomie ausleben konnte und der großartige Entdeckungen gemacht hat. Es lohnt sich, seine Lebensgeschichte bei Wikipedia einmal nachzulesen. 


(704)Interamnia am 6.4.25 um 22:59 UT

(704)Interamnia (11,9mag) im Sternbild Sextant bewegt sich zur Zeit nur sehr langsam:

(704)Interamnia am 7.4.25 um 22:57 UT

 Sehr lesenswert ist der Wikipedia-Eintrag zu diesem Asteroiden, der in Oppositionszeiten auch mal 8,5mag hell werden kann.

(674)Rachele am 6.4.25

(674)Rachele hatte ebenfalls nur eine Helligkeit von 12,0 mag

(674)Rachele am 7.4.25 um 23:11 Uhr MESZ

 Am 10. April gelang mir noch ein weiterer besonderer Schnappschuss:

Leo-Triplett mit (8)Flora am 10.4.25 um 23:00 Uhr MESZ

Bei diesem Bild kam es mir nicht darauf an, die Schönheit dieses Galaxien-Trios zu dokumentieren, sondern ich wollte dokumentieren, wie gerade Kleinplanet (8)Flora (10,4mag) über die Hamburger-Galaxie NGC 3628 hinweg zieht (10.4.25, ca. 21:30-23:00 Uhr MESZ). Mit den Standardeinstellungen meines Vespera war dieses Bild nicht möglich, denn der Mond stand doch viel zu nah (14° Grad entfernt) und hätte mit seinem hellen Licht die lichtschwachen Galaxien schnell überstrahlt. Deshalb habe ich für dieses Bild die Belichtung manuell eingestellt und den Gain von 20 auf 10 reduziert. So konnte ich dieses Bild entstehen lassen. Es wurde aus insgesamt 360 Einzelbildern a 10 Sekunden gestackt, also eine gute Stunde lang netto belichtet. In dieser Stunde hat sich der Kleinplanet (8)Flora natürlich deutlich bewegt, so dass er nicht punktförmig, sondern als Strich oben links in diesem Bild abgebildet wurde.


Ich habe noch einige weitere Kleinplaneten beobachtet und werde wahrscheinlich diesen Blogbeitrag bald ergänzen. Nun steht jedoch schon wieder der nächste klare Abend an. Mal sehen, was ich heute noch alles vor die Linse bekomme.