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Freitag, 27. März 2026

27. März 2026: Eine weitere helle Supernova am Nordhimmel

 Und wieder gibt es eine recht helle Supernova zu vermelden. In der Galaxie NGC 4205 wurde am 17. März die SN2026fvx entdeckt. 

NGC 4205 mit SN2026fvx am 27.3.26 um 21:21 Uhr MEZ

 Die Galaxie befindet sich im Sternbild Drachen ("Draco") und ist bei uns am Nordhimmel zirkumpolar. Ich habe mit ASTAP eine Helligkeit von 14,5mag gemessen, bei rochesterastronomy wird sie zur Zeit mit 14,4mag angegeben.

Sonntag, 16. Februar 2025

16. Februar 2025: Eine weitere Supernova, SN2025aue im Sternbild Perseus

 Die Purdue Universität mit ihrem Verzeichnis der aktuellen Supernovas meldete, dass seit dem 3. Februar in der Galaxie UGC 3007 (im Sternbild Perseus) eine Supernova aufleuchtet, die inzwischen auch zweimal von Amateurastronomen fotografiert wurde. Die Supernova mit der Bezeichnung SN2025aue soll eine Helligkeit von 15,5mag haben, die zugehörige Galaxie nur von 17mag.

Mir war klar, die Galaxie würde außerhalb der Reichweite meiner Optik und Sensoren liegen, auch wenn sie in den Bildern von Carlos Segarra und Rafael Ferrando gut zu sehen ist. Aber die Helligkeit der SN selbst sollte für mein Vespera machbar sein. 

Hier mein Fotoversuch:

SN2025aue in UGC 3007 am 16. Februar um 21:13 MEZ


 Leider konnte ich nur 32 Minuten netto belichten, der Himmel war am Sonntagabend einfach immer wieder zu bewölkt. An der entscheidenden Stelle ist tatsächlich ein kleines "Fleckchen" eines Sterns zu erkennen. Aber ist dies als Nachweis der Supernova schon ausreichend? Ich habe da doch meine Zweifel. Vielleicht gelingt mir ja in den kommenden Tagen noch einmal ein vielleicht dann noch besseres Bild dieser Gegend. Andererseits: UGC 3007 ist von uns knapp 360 Millionen Lichtjahre entfernt. Bei der berühmten Andromedagalaxie sind es nur etwas über 2 Millionen Lichtjahre. Ist es nicht phantastisch, das wir da überhaupt noch einen einzelnen Stern erkennen können?

 Etway mehr Glück hatte ich bei meinem ersten Fotoversuch an diesem Abend, beim "Doppelsternhaufen" h und chi im Perseus, oder auch NGC 884 und NGC 869.  Für diese hellen Sternhaufen in der Milchstraße im Sternbild Perseus empfiehlt Vaonis nur eine Belichtungszeit von zehn Minuten, ich habe mein Bild sogar 16 Minuten belichten können:

NGC 884 und NGC 869 am 16.2.25 um 19:46 Uhr MEZ

 

Donnerstag, 23. Mai 2024

22. Mai 2024: zwei weitere Supernova gesichtet: SN2024iss und 2024inv

 Am Abend des 22. Mai 2024 gab es viele Wolkenlücken im Abendhimmel. Die Lücken konnte ich tatsächlich ausnutzen, um eine weitere Supernova in einer fernen Galaxie zu fotografieren.

Die Supernova mit der Bezeichnung SN2024 iss wurde am 12. Mai 2024 entdeckt. Sie stammt aus einer sehr lichtschwachen kleinen Galaxie, die für meine Geräte gar nicht hell genug ist, um wahrgenommen zu werden. Nach Katalogdaten hat sie nur eine Helligkeit von 17,3mag. Diese Galaxie ist rund 60 000 Lichtjahre vonuns entfernt.

Die Supernova darin ist jedoch deutlich heller als die komplette Galaxie, zur Zeit ist sie wohl die hellste an unserem nördlichen Himmel sichtbare Supernova mit 13,2mag.

Supernova SN2024iss

Das Bild wurde 900 Sekunden lang belichtet, also 15 Minuten lang. Die Aufnahme entstand mit meinem neuen Vespera Pro.

Das Bild enthält eine Vielzahl weiterer kleiner Galaxien, wie eine Auswertung durch astrometry.net zeigt:

Das gleiche Bild mit weiteren Hinweisen auf andere Galaxien mit NGC oder IC Kennzeichnung.


Zu meiner eigenen Überraschung habe ich festgestellt, dass ich wohl noch eine zweite Supernova an diesem Abend fotografiert habe:

SN2024inv in NGC3524 im Sternbild Löwe

Dieses Bild hatte ich nur 340 Sekunden lang belichtet, also etwas über fünf Minuten, danach hatte mein Vespera die Beobachtung abgebrochen, da am Himmel Wolken aufkamen. Zuvor hatte das Vespera schon mehr als die Hälfte der eigentlichen Aufnahmen verworfen, da keine vernünftigen "runden Sterne" durch das Stacken zu erreichen waren. Man sieht auch schnell, auch dieses Ergebnis ist nicht sehr gelungen. Trotzdem bin ich mir ziemlich sicher, die Supernova erwischt zu haben. Sie sollte mit 14,6mag eigentlich etwas dunkler als die Galaxie, die mit 12,6mag  bei Wikipedia angegeben ist, leuchten. Aber Helligkeitsangaben bei flächenhaften Objekten wie Galaxien  beziehen sich meist auf eine Helligkeit, wenn die gesamte Fläche in einem "Punkt" vereint wäre.



Samstag, 18. November 2023

17. November 2023 (Beobachtungsbericht Teil 2 von 2): Auf der Suche nach fernen Supernova (mit Ergänzung vom 20.11.)

Zur Zeit sind am Nachthimmel in fernen Galaxien gleich mehrere Supernova aktiv am Leuchten. Die meisten dieser Supernova werden heute durch automatische Überwachungssysteme des Nachthimmels gefunden, manchmal aber haben auch Amateure das Glück, so einen plötzlich hell aufleuchtenden "neuen" Stern zu entdecken. Eine Auflistung der hellsten Supernova am Himmel findet man auf der Webseite der Purdue-Universität.

In verschiedenen Foren hatte der bekannte deutsche Supernovajäger Klaus Wenzel  Fotos von einigen dieser Novae veröffentlicht. Klaus Wenzel benutzt für seine Fotos ein Newston-Teleskop mit 8''-Zoll Öffnung und gut 800mm Brennweite, also f/4. Sein Bild der Supernova SN2023wrk in der Galaxie NGC 3690 hat er durch Stacking von 10 Aufnahmen a 60 Sekunden gewonnen. Diese Supernova sollte jetzt mit 14,2mag die hellste zur Zeit bei uns sichtbare Supernova sein.

Hier mein Foto:

Supernova 2023wrk in NGC 3690

NGC3690 ist eigentlich nur eine von zwei miteinander interagierenden Galaxien in 143 Millionen Lichtjahren Entfernung, die zweite trägt die Bezeichnung IC 694, oder gemeinsam tragen beide die Bezeichnung Arp 299. Man findet diese Galaxien im Sternbild der Großen Bärin (Ursa major).

Ich habe mich sehr gefreut, diese Supernova durch Vergleich mit dem Foto von Klaus Wenzel und Kontrolle durch einen Sternenatlas recht einfach identifizieren zu können. Entdeckt wurde diese Supernova am 4. November.

Als nächstes hatte Klaus ein Foto der Supernova SN2023wcr veröffentlicht. Diese Supernova wurde am 31. Oktober vom Japaner Koichi Itagaki entdeckt und sollte jetzt 16,2mag hell sein. Sie befindet sich in der Galaxie NGC 4363. Hier dazu mein Bild:

NGC 4363

 Man findet die Galaxie NGC 4363 schön in der Mitte des Bildes. Bei mir ist jedoch keine Supernova zu erkennen. Die Helligkeit von 16,2mag ist wohl im Vergleich zur Helligkeit der Galaxie selbst nicht ausreichend genug. Und natürlich ist auch meine Bildauflösung bei nur 50mm Objektivöffnung und 200mm Brennweite wohl nicht ausreichend. Dafür zeigt mein Bild aber auch einige andere Galaxien, wie eine Auswertung durch "nova.astrometry.net" zeigt.

NGC 4363 in der Auswertung durch astrometry.net

NGC 4363 ist laut Wikipedia "eine ringförmige Zwergalaxie vom Hubble-Typ SBR im Sternbild Drache. Sie ist schätzungsweise 70 Millionen Lichtjahre von der Milchstrasse entfernt und hat einen Durchmesser von etwa 10.000 Lichtjahren." Die Supernova darin habe ich nicht gefunden. Vergrößert man mein Bild erheblich, fällt auf, das die Galaxie nicht ganz so rundlich erscheint, wie auf dem Bild von Klaus Wenzel, ich glaube aber nicht, das dies wirklich schon ein als Nachweis taugliches Indiz für die Supernova ist.

Zu NGC 4291 und NGC  4319 findet man ebenfalls Informationen bei Wikipedia. Dicht bei NGC 4319 befindet sich der Quasar "Markarjan 205", der eine Helligkeit von 14,5mag haben soll. Das sollte für meine Vespera Beobachtungsstation ausreichend sein, es müsste der kleine Lichtpunkt links unterhalb von NGC 4319 sein, noch innerhalb des grünen astrometry.net Kreises.

Einfacher zu finden war dagegen wieder die Supernova 2023vyl in NGC 7625. Hier stand mir kein Vergleichsfoto von Klaus Wenzel zur Verfügung, aber von Klemens Waldhör.

Supernova 2023vyl bei NGC 7625

Hier lässt sich die Supernova gut vom Kern der Galaxie trennen. Mit 15,0mag ist sie zur Zeit jedoch auch wirklich recht hell. Sie wurde bereits am 28. Oktober 2023 entdeckt. NGC 7625 (= Arp 212) ist von uns 81 Millionen Lichtjahre entfernt.

Danach wollte ich auch noch einmal wieder die Supernova SN2023ixf in der Galaxie M101 kontrollieren. Auch sie sollte mit 15,0mag noch gut zu sehen sein. Doch leider verhinderten die aufziehenden Wolken dieses Foto. Hier ein älteres Bild vom 14. Oktober 2023:

Supernova 2023ixf in der Spiralgalaxie M 101.

Supernova SN2023ixf wurde bereits im Mai diesen Jahres entdeckt. Von ihr wurden zahlreiche Fotos gemacht.

Kurz probiert habe ich auch noch eine weitere Supernova in der Großen Bärin: 2023vvl in UGC 3717, diese war mit 17mag jedoch nicht zu sehen. Das Foto von Klaus Wenzel zeigt auch hier, dass diese Supernova für meine Optik zu dicht am Kern der Galaxie steht, um beide voneinander sauber trennen zu können. Ich war froh, überhaupt UGC 3717 ablichten zu können.

UGC 3717 (der kleine "Strich" in der Mitte).

Auch wenn die Astronacht wegen der Wolken viel früher zu Ende ging als ich es erhofft hatte, war ich doch sehr zufrieden. Zwei weitere Supernova gefunden und anhand einer nicht gefundenen Dritten auch die Grenzen meines Geräts besser kennen gelernt. Und "nebenbei" auch noch einen Quasar auf meinem Bild entdeckt. Das ist doch eine sehr erfolgreiche Ausbeute!

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Nachtrag vom 20. November:

Ich hatte meine Ergebnisse auch in der "Astro-Liste" der NAA publiziert. Dort haben sich einige Sternfreunde meine Bilder noch einmal etwas genauer angeschaut und z.B. mit den Aufnahmen von Klaus Wenzel verglichen. Sie sind (teilweise mit Einschränkungen) der Meinung, ich hätte auch die beiden Supernovae SN2023wcr und SN2023vvl "erwischt". Ich erlaube mir hier einmal ihre "Bearbeitungen" meiner Fotos zu publizieren:

Rolf hält nach seiner Bearbeitung ein Erkennen der SN für sehr gewagt

Manfreds Bearbeitung meines Bildes von UGC3717 (links, rechts das Bild von Klaus Wenzel)
Manfreds Bearbeitung meines Bildes von NGC 4363 (links, rechts wieder das Bild von Klaus)

Ja, mit etwas gutem Willen kann man in meinen Bildern in beiden Galaxien dort, wo sich die Supernovae befinden sollen, schon eine gewisse "Aufhellung" des Bildes erkennen. Vier Supernovae live in einer Nacht beobachtet wäre schon wirklich klasse! Ich denke aber, wirklich eindeutig ist das bei den beiden letzten SNs doch nicht. Vielleicht gelingt mir später, wenn die Supernovae in ihrer Intensität deutlich zurückgegangen sind ja noch einmal ein Vergleichsfoto, dann ohne diese Aufhellungen?

Besonders Manfred danke ich auch noch für den folgenden Hinweis (nicht immer stimmt alles bei Wikipedia! ) : " NGC 4363 ist keineswegs eine Ringgalaxie und auch nicht nur 10.000 Lichtjahre im Durchmesser, wie Wikipedia glauben machen möchte. Wenn du dir das PANSTARRS-Bild (z.B. auf dem TNS) ansiehst, erkennst du, dass es sich um eine kleine Spiralgalaxie handelt. Simbad und NED klassifizieren sie als SA. Der scheinbare Durchmesser von 1,4 Bogenminuten entspricht 27.000 Lichtjahre in der Entfernung von 66 Millionen Lichtjahren (Quelle für Entfernung: NED)."





Sonntag, 21. Mai 2023

20. Mai 2023: Supernova in Galaxie M101

 M101 ist eine ca. 21 Millionen Lichtjahre entfernte Galaxie im Sternbild Große Bärin. Wir schauen praktisch von oben auf die Galaxie herunter, so dass wir ihre Spiralarme gut sehen können. M101 wird auch "Feuerrad-Galaxie" genannt, eine durchaus zutreffende Bezeichnung wie ich finde.

Von M101 gibt es phantastische Aufnahmen des Hubble-Teleskops, welche die ganze Pracht dieser Galaxie zeigen. Mit 7,5mag leuchtet die Galaxie insgesamt jedoch so hell, dass sie auch schon mit einem einfachen Fernglas am Himmel gefunden werden kann.

Am 19. Mai wurde in dieser Galaxie eine Supernova entdeckt, da strahlte sie bereits mit 14,9mag. Die Fachastronomen haben sofort begonnen, nach älteren Aufnahmen dieser Galaxie und der möglichen Supernova zu suchen, Auch Amateurastronomen sind aufgefordert, in ihren Bildern zu suchen. Vielleicht lässt sich so die "Vorgeschichte" dieser Supernova noch detaillierter untersuchen.

Als ich die Galaxie am Abend des 20. Mai nach 23 Uhr fotografieren wollte, habe ich zunächst geflucht. Das gelang nämlich zunächst nicht, da sich die Galaxie und das Sternbild der Großen Bärin zunächst praktisch genau senkrecht über unseren Köpfen im Zenit befand. Die azimutale Montierung der Vespera hat dort in dieser Höhe, bauartbedingt, keine Möglichkeit einer exakten Nachführung. Doch eine gute Stunde später hat es geklappt. Gut 22 Minuten konnte mein Gerät der Galaxie folgen, dann zogen Wolken auf. Hier mein Ergebnis:

M101 mit Supernova SN2023ixf (Kamera: Vaonis Vespera, 50mm Öffnung, f=200mm, Stack aus 135 Einzelbildern zu jeweils 10 Sekunden, 21. Mai 2023, 0:28 Uhr MESZ)

Hier einmal zum Vergleich ein früheres Foto von mir, vom 15. Juni 2022

M101 ohne Supernova (30 Minuten belichtet)

Die Supernova ist wirklich hell, für mich scheint sie bereits deutlich heller als 14mag zu sein. In Stellarium werden die beiden Sterne, die sich im oberen Bild ungefähr jeweils an dem anderen Ende der roten Markierungen befinden, mit 13,8mag (waagrechter Strich) bzw. 13,3mag (senkrechter Strich) angegeben. Liegt die Supernova nicht irgendwo dazwischen, oder ist sie noch heller? Ein Astrofreund, der sie ein paar Stunden später in der gleichen Nacht fotografiert hat, schätzte ihre Helligkeit bereits auf 12,5mag.

Es wird spannend bleiben, sie in den nächsten Tagen zu verfolgen, hoffentlich spielt das Wetter mit und auch zu schauen, was so alles an weiteren Beobachtungen und wissenschaftlichen Ergebnissen herauskommen wird. Sucht man im Internet nach "SN2023ixf" gibt es schon viele, viele Treffer.

Möglicherweise ist diese Supernova für uns die dichteste in den letzten zehn Jahren, habe ich in amerikanischen Webseiten gelesen. Ich möchte nicht wissen, was passiert, wenn es mal wieder eine Supernova in unser eigenen Galaxie geben sollte.


Samstag, 20. Mai 2023

19. Mai 2023 - Eine Supernova im Schmetterling

 Am 14, Mai 2023 wurde in der Galaxie NGC 4568 eine Supernova entdeckt, diese bekam die Bezeichnung SN 2023ijd. NGC 4568 bildet zusammen mit der Galaxie NGC 4567 die sog. "Schmetterlingsgalaxie". Die beiden Galaxien stoßen gerade zusammen und durchdringen sich gegenseitig oder verschmelzen vielleicht sogar. Auf Fotos erinnern sie ein wenig an die Flügel eines Schmetterlings.

Die Supernova soll zur Zeit 15,4mag hell sein, also so ziemlich am Limit meiner Vespera Beobachtungsstation. Würde es mir gelingen, diese Supernova aufs Bild zu bekommen? Für größrtr Trlrskope sicherlich kein Problem. 

Um es gleich vorweg zu nehmen: Ich glaube, es ist mir gelungen. Am Rande der Galaxie scheint sich ein einzelner kleiner Punkt zu befinden. Und das passt gut mit anderen Fotos dieser SN zusammen.

SN 2923ijd in NGC 4568

 Zugegeben, das ist wirklich ein winzig kleiner lichtschwacher Punkt. Für mich jedoch ziemlich eindeutig, oder meldet jemand Zweifel an?

Vor längerer Zeit habe ich diese Galaxien schon einmal fotografiert. Damals war von der Supernova noch nichts zu bemerken:

Schmetterlingsgalaxien, aufgenommen am 9. Mai 2022

Das Bild von 2022 wurde eine Stunde lang belichtet, das Bild von heute 40 Minuten.


Dienstag, 14. Februar 2023

13. Februar 2023: Noch mehr Supernova!

 Schon wieder klarer Himmel! Der noch nicht einmal halb gelaufene Februar hat jetzt schon viel mehr klare Nächte gebracht als der ganze Januar. Am Montag, den 13. Februar war ich wieder auf Supernova-Jagd. Doch zunächst einmal - das muss in dieser Zeit einfach sein - ein Bild des Kometen C/2022 E3 ZTF:

Komet C/2022 E3 ZTF neben dem Sternhaufen NGC 1647

Das Bild entstand kurz vor 19 Uhr, es wurde 2m:20s belichtet, also aus 14 Einzelaufnahmen a 10sec zusammen gesetzt.

NGC 1647 ist ein offener Sternhaufen, der sich nahe den Hyaden im Sternbild Stier befindet. Die Hyaden sehen ja ungefähr so aus wie ein "liegendes V". Stellt man sich die Hyaden mit etwas Phantasie wie eine Eistüte vor, dann ist NGC 1647 so ungefähr die leckere Eiskugel. Mit einem Fernglas kann man dieses Sternhaufen recht gut beobachten.

Doch dann suchte ich  nach für mein Gerät geeigneten Supernova. Bei rochersterastronomy.org wsren gleich drei Kandidaten gelistet, die für mein Gerät vielleichterreichbar sein könnten: SN2023axu mit 14,6mag. Diese hatte ich ja schon am 8.2. beobachtet, außerdem wurden neu gelistet SN2023bhm in NGC 1642 und SN2023bee in NGC 2708.

Als erstes nahm ich mir noch einmal die Supernova 2023axu vor. Mit 14,6mag sollte sie immer noch hell genug sein. Und tatsächlich, das Bild von heute unterscheidet sich nicht wesentlich von dem vor 5 Tagen:

NGC 2283 mit SN2023axu

Wer genau hinschaut, kann hier in der Mitte des Bildes wieder das kleine schiefe "Viereck" finden, in dem sich der Kern der Galaxie befindet und darunter dann die Supernova. Das Bild wurde diesmal zehn Minuten belichtet.

Als nächstes stand die SN 2023bhm auf der Liste. Die kleine Galaxie NGC 1642 befindet sich (wie der Sternhaufen NGC 1647) auch im Sternbild Stier, jedoch schon dicht am Sternbild Orion. Diese Galaxie ist ebenfalls sehr klein, die Winkelausdehnung beträgt laut Wikipedia nur 1,7' x 1,2' Bogenminuten.

Und sie sollte sich sehr nah am Kern befinden, laut rochesterastronomy. Hier mein Foto:

NGC 1642 in der Mitte des Bildes, aber mit SN 2023bhm?

In der Mitte kann man in der Tat einen etwas verwaschenen Punkt erkennen. Das wird sicherlich die Galaxie sein. Aber ist der helle "Stern" in der Mitte der Galaxie wirklich die Supernova oder ist es nicht doch nur der Kern der Galaxie?

Hier noch einmal die Mitte des Bildes in Originalgröße:

NGC 1642
 

Von den direkt benachbarten Sternen links und rechts haben die helleren laut Stellarium meist ca. 14,2mag und die beiden schwächeren ca. 15,5mag. Leider hilft auch das einzige andere Foto, das ich bislang dazu gefunden habe, nicht viel weiter. Hier muss ich wohl wirklich noch etwas länger warten, bis ich ein Vergleichsfoto ohne Supernova machen kann, um dann zu entscheiden, ob ich sie jetzt wirklich drauf habe, oder ob der Kern nicht immer so aussieht. Oder ich brauche einfach für dieses Objekt doch ein anderes Teleskop mit einer viel längeren Brennweite.

Und nun zum dritten "Kandidaten", SN 2023bee:

Hier mein Foto, in dem ich gleich die Supernova gekennzeichnet habe:

Galaxie NGC 2708 (un der Mitte des Bildes) mit SN 2023bee

Und weil es auf diesem Bild bei genauem Betrachten sogar viele ferne Galaxien gibt, habe ich es auch geich mal bei astrometry.ner hochgeladen,um all diese zu kennzecihen:

NGC 2708

Jetzt ist es schon nach Mitternacht. Morgenvormittag muss ich früh raus. Ichhabe noch ein paar andere Objekte verfolgt, vielleicht ergänze ich diesen Blogbeitrag noch, für "heute" ist aber erstmal Schluß. Gute Nacht!



 

Sonntag, 29. Mai 2022

28. Mai 2022: Noch einmal Supernova SN2022hrs

 In der Nacht vom 27. zum 28. April habe ich die Supernova in der Galaxie NGC 4647 zum ersten Mal fotografiert. Sie war am 16. April entdeckt worden  und leuchtete damals immer noch mit einer Helligkeit von 12,5mag. Einen Monat später, am 28. Mai habe ich diese Supernova erneut fotografiert.

Hier meine Aufnahme, wieder mit dem Vaonis Vespera aufgenommen und wieder 30 Minuten lang belichtet:

M60, NGC 4647, die Supernova SN 2022hrs und mehr am 28. Mai 2022

Wie bei der ersten Aufnahme befindet sich die Supernova scheinbar zwischen M60, genau in der Bildmitte und der Galaxie NGC4647 rechts direkt daneben.

Hier noch einmal das Foto vom 28. April:

Die gleichen Objekte am 28. April

Es lässt sich leicht erkennen, dass inzwischen der Kern von NGC 4647 heller leuchtet als die Supernova. Ein Vergleich mit dem Planetariumsprogramm Stellarium und den dort angegebenen Sternhelligkeiten der umgebenden Sterne lässt mich die Helligkeit der Supernova jetzt auf ca. 14mag schätzen.

Dies deckt sich auch relativ gut mit den Schätzungen anderer Amateure und Profis, wie sie bei der AAVSO veröffentlicht werden. Hier die Lichtkurve der Supernova nach den bei der AAVSO eingereichten Beobachtungen:

Lichtkurve von Beobachtungen im visuellen Lichtspektrum der Supernova ((c)AAVSO)

Hier zum besseren Vergleich noch einmal beide Aufnahmen der Supernova im Detail:

Supernova am 28. Mai 2022

Supernova am 28. April 2022

Da sich die Erde um sich selbst und im Laufe des Jahres sich ja auch um die Sonne dreht, sind die beiden Bilder nicht ganz identisch, sondern natürlich zueinander auch etwas verdreht, aber das ist für den Helligkeitsvergleich der Supernova sicherlich unerheblich.

Sonntag, 3. April 2022

25.3.2022 - Eine Supernova in einer fernen Galaxie

 Während der Schönwetterperiode im März konnte ich auch eine Supernova beobachten. Diese wurde am 19. März in der Galaxie NGC 3367 von einem japanischem Amateurastronomen entdeckt. Mein Foto stammt vom 25. März, die Supernova ist in dem Bild unten der linke, etwas schwächere Lichtpunkt in der Galaxie.

Supernova in NGC 3367

Das Bild sieht fast aus wie ein Gesicht, finde ich. Der rechte hellere Lichtpunkt ist der eigentliche Kern der Galaxie, der im Zentrum des "Hauptbalkens" liegt. Die Galaxie ist von unserer Milchstrasse laut Wikipedia 132 Millionen Lichtjahre entfernt. Entdeckt wurde sie am 19. März 1784 durch William Herschel.

Mein Foto ist ein mit der Software Sequator gestacktes Bild von 25 Aufnahmen a 2min mit jeweils 1600 ISO und einer Canon EOS RP Kamera an meinem Teleskop Celestron C8, also mit 2000mm Brennweite und einem Öffnungsverhältnis von f/10.

Zum Zeitpunkt meines Fotos hat die Supernova in etwa eine Helligkeit von 15,3mag gehabt.

Auf einer speziellen Webseite für Supernova-Enthusiasten findet man viele weitere Fotos verlinkt. Ich finde es ganz spannend, meine Aufnahme mit den anderen Aufnahmen, die zum Teil mit viel größeren Teleskopen und von wesentlich erfahrenen Astrofotografen gewonnen wurden, zu vergleichen.

Mittwoch, 5. März 2014

Noch einmal die Supernova in M82

Am 4. März gelang mir noch einmal ein Foto der Supernova SN2014J in der Galaxie M82. Sie ist jetzt schon erkennbar schwächer geworden, aber immer noch sehr auffällig.

Hier das Bild:

SN2014J am 4. März 2014

Vergleicht man dieses Bild mit dem vom 7. Februar ist deutlich zu erkennen, das damals die Supernova von der Helligkeit her deutlich mit den beiden helleren Sternen rechts oberhalb der schmalen Galaxie mithalten konnte. Dies ist jetzt doch nicht mehr so deutlich der Fall. Hier noch einmal das Bild von damals:

SN2014J am 7. Februar 2014
Ein (englischsprachiger) Artikel in der amerikanischen Online-Ausgabe der Zeitschrift "Sky and Teleskop" wurde gerade überarbeitet. Hier wird die Supernova noch auf eine Helligkeit von 11,8mag geschätzt.

Freitag, 7. Februar 2014

Eine Supernova im Fernrohr (SN2014J)

Am 21. Januar entdeckten Studenten per Zufall eine Supernova im der 12 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie M82. Wie die Frankfurter Rundschau in einem Artikel schreibt, war die Entdeckung purer Zufall:

"Studenten der University of London entdeckten sie, als sie die Spiralgalaxie M82 zu Übungszwecken betrachteten. Doch das war nicht geplant: Weil der Himmel sich zuzog, wichen die Studenten von Dr. Steve Fossey auf ein Teleskop der University of London aus, statt im Freien nach den Sternen zu schauen.
Sie sollten an einem Teleskop der Universität lernen, wie man die montierte CCD-Kamera nutzt, erklärt Fossey. Dazu suchten sie sich eine Galaxie aus, die von den Wolken noch nicht verdeckt war: M82. Nur wenig später machten sie darin die Entdeckung, die wenig später durch ein zweites Teleskop bestätigt wurde und mittlerweile sogar die Nasa dazu bringt, ihre Teleskope auf die Galaxie zu richten. 
"Wir haben Pizza gegessen und fünf Minuten später haben wir geholfen, eine Supernova zu entdecken", erinnert sich Tom Wright, einer der Studenten, der bei der Entdeckung der Supernova dabei war."

Ja, so spannend kann Astronomie sein. Und ich? Würde ich diese Supernova auch beobachten können? Die Helligkeit dieser Supernova wird zurzeit mit etwas über 11mag angegeben. Also weit davon entfernt, mit dem bloßen Auge sichtbar zu sein - und auch noch nichts für ein Fernglas, das würde nur mit etwas größerem Gerät oder empfindlichem Kamerachip gehen können.

Die Galaxie M82 ist am Himmel nicht schwierig zu finden, sie befindet sich im Sternbild große Bärin und bildet mit der Galaxie M81 ein schönes Paar, welches ich schon des öfteren am Himmel beobachtet habe. Doch zunächst musste das Wetter mitspielen, es war wieder einmal "Geduld" angesagt.

Am Freitag, den 28. Januar, war es dann endlich so weit. Der Himmel schien klar zu sein. Doch mit einer Helligkeit von 10 - 11 mag ist ein solches Objekt nicht einfach am Himmel zu finden. Mit meinem Spektiv konnte ich zwar die Galaxie M82 finden. Sie zeigt eine deutlich längliche Struktur, weswegen sie auch die "Zigarrengalaxie" genannt wird. M81 dagegen ist recht rund. Doch war die Supernova darin wirklich zusehen? Ab und zu schien es mir, besonders beim sog. "indirekten" Sehen schien ab und zu ein kleines Sternchen in der Galaxie aufzublinken. Doch diese Beobachtung war sehr grenzwertig. Habe ich sie wirklich gesehen, oder mir nur das gewünschte Ergebnis eingebildet?

Dann hab ich versucht, mit meiner Kamera von der Gegend eine Aufnahme zu machen. Bei 30 Sekunden Belichtungszeit kann man damit schon Sterne von 11mag sichtbar machen, ohne automatische Nachführung der Kamera sind die Sterne jedoch nicht punktförmig, sondern ziehen kleine Striche auf dem Bild.

Hier mein Fotoversuch:

Foto mit Canon 5DMarkII Kamera f=105mm, f/4, 30sec, 3200 ISO

Auf den ersten Blick ist hier nicht so viel zu erkennen. Neben klaren kurzen Strichspuren fallen zwei stark verwaschene Flächen auf: Dies sind die Abbilder der Galaxien M81 (links) und M82 (rechts).

Hier ein Ausschnitt aus diesem Bild mit ein paar markierten Sternen:


Der helle Stern "a" hat eine Helligkeit von 7,9mag, "b":9,55mag, "c":11,05mag, "d":9,55mag, "e":11,1mag. Der Stern direkt rechts neben M82 hat eine Helligkeit von 10,0mag, der etwas schwächere weiter rechts eine Helligkeit von 10,6 mag.

Sterne der 11. Größenklasse sind also zu erkennen, aber reicht dies, um eine Supernova umgeben von einer Galaxie zu erkennen?
Doch wenn man genau hinschaut, ragt da nicht auch eine kleine Spitze einer Strichspur aus dem Galaxienfleck hinaus? Nicht ganz so hell wie der Stern direkt daneben, aber doch etwas heller als Stern "c"?
Das könnte die Supernova sein! Ob diese Spur wirklich von der Supernova stammt, werde ich jedoch erst dann sicher behaupten können, wenn sie auf einem unter gleichen Bedingungen in ein paar Tagen oder Wochen aufgenommenen Foto nicht zu sehen ist, weil dann die Helligkeit der Supernova wieder zurück gegangen sein sollte.

Leider zog dann an diesem Abend Bewölkung oder Hochnebel auf, so dass weitere Fotos nicht mehr sinnvoll waren.

Doch am 4. Februar wurde es wieder klar und diesmal konnte ich die Supernova gut mit meinem C8-Teleskop beobachten. Dieses Fernrohr hat eine Objektivöffnung von 20 cm (8-Zoll), damit war die Supernova in der Galaxie dann wirklich einfach zu erkennen.

Und auch hier habe ich wieder ein Foto probiert.

Mein Teleskop steht auf eine parallaktischen Montierung "GP-DX" der Firma Vixen aus Japan. Wenn man diese etwas sorgfältig aufbaut und genau Richtung Norden ausrichtet, können die Motoren dieser Montierung die Erddrehung ausgleichen und so das Fernrohr "punktgenau" der Bewegung der Sterne am Himmel nachführen. (Ich setze hierfür die Vixen "Starbook S" Steuerung ein.)

Fotografiert habe ich dann wie folgt: Mit Hilfe des Spektivadapters konnte ich meine Kleinbildkamera exakt über dem 55mm-Okular des Fernrohrs anbringen. Das Fernrohr hat also zunächst einmal die Galaxie 36fach vergrößert. Leider habe ich noch nicht nachgemessen, wie weit der Kameradetektor dann vom Okular entfernt ist, so kann ich leider die effektive Brennweite und Vergrößerung nicht bestimmen. Sie dürfte aber etwa beim doppelten liegen.

Doch hier nun endlich das Bild:

M82 mit Supernova durch Celestron C8 Teleskop (f=2000mm, Okular f=55mm, f/10) mit Leica D-Lux4 f=13mm, f/2.8, 60sec, ISO400

Hier noch ein 1:1 Ausschnitt:

Deutlich ist innerhalb der Galaxie der helle Stern, die Supernova, zu erkennen. Durch das Fernrohr sind natürlich auch noch schwächere Sterne der 13. Größenordnung zu erkennen - und vor allem zeigt dieses Bild sogar etwas Farbe. Mit dem bloßem Auge sind diese Farben natürlich nicht zu erkennen, dies ist allein durch die lange Belichtungsdauer möglich. Allerdings zeigt sich hier dann auch schon stärker das Rauschen der Kamera.
 
An diesem Abend ging ich wirklich glücklich zu Bett. Denn jetzt war mir doch ein eindeutiges Bild dieser Supernova gelungen.

Ist das nicht fantastisch? Dieser Stern ist so hell, er könnte gut ein Stern aus unserer eigenen Galaxie, der Milchstrasse sein. Doch er befindet sich in dieser 12 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie. Dort hat sich vor ebensovielen Jahren dieses Drama ereignet. Vielleicht sollten wir froh sein, dass es dort zu dieser Supernova-Explosion gekommen ist und nicht in unserer Nähe. Astronomie ist einfach faszinierend!

Einen ausführlichen Artikel zu dieser Supernova mit professionelleren Fotos als ich es hier bieten kann, mit einem Vorher-/Nachher-Vergleich und mehr findet man auf dieser Webseite: http://news.astronomie.info/sky201402/supernova.html

Donnerstag, 22. März 2012

21. März - Supernova sichtbar!

Herrlich! Am Mittwochabend war es wieder wunderschön klar und es hat geklappt, wir haben die neue Supernova tatsächlich gesehen!

Es war unheimlich spannend. Als es dunkel wurde, trafen sich mehrere Sternfreunde auf der Paderborner Volkssternwarte in Schloß Neuhaus, um zu schauen, ob man denn die neue Supernova in der Galaxie M95 auch hier würde sehen können.

Venus und Jupiter strahlten als erste hell im Westen, nach und nach kamen immer mehr Sterne durch. Wir richteten zunächst unser großes Teleskop auf den Mars, der zur Zeit ganz dicht bei M95 steht. Schon hier gab es für den einen oder anderen aus unser Gruppe die erste Überraschung. Deutlich waren auf seiner Oberfläche dunkle Flecken zu erkennen. Mars war sehr hell, mittels eines Polfilter konnten wir sein Licht etwas dämpfen, nun war sogar eindeutig eine Polkappe zu erkennen. Aber war das nun der Nord- oder Südpol? Nach kurzer Diskussion und etwas nachdenken, war uns schnell klar, das konnte nur der Nordpol sein, der uns in dieser Opposition zugewandt ist. Aber vor allem zeigte uns dies schon mal, dass wir es in dieser Nacht mit einem guten, klaren und ruhigem Nachthimmel zu tun haben werden.

 Dann schwenkten wir das Teleskop zu M95. Zu sehen war - nichts. Es war auch gerade erst so um 20 Uhr herum. Die sog. "nautische Dämmerung" war gerade zu ende gegangen, die Sonne stand ca. 12° Grad unter dem Horizont. Hatten wir überhaupt das Teleskop an die richtige Stelle geführt? Im Okular waren verschiedene Sternchen zu erkennen. Jetzt galt es also, diesen Anblick mit dem eines Sternatlas zu vergleichen. Bei dem von uns eingesetzten PC-Programm konnte man für die von uns verwendete Fernrohr/Okular-Kombination genau den sog. "Field of View", also genau den Ausschnitt, den das Okular zeigen sollte, wenn es richtig positioniert ist, zeigen sollte. Sollte?! Auf den ersten Blick schien das nicht zu stimmen. Ich hatte deutlich in den Sternen ein Dreieck erkannt, . Ein anderer Sternfreund sah auch drei Sterne, aber eher an anderer Stelle. Nun ging die Diskussion los. Lass uns doch erst mal genau die passende Sternhelligkeit am PC dazu einstellen, also alle Sterne bis zur 13. Größenklasse, so hell sollte auch die Supernova sein. Der FOV zeigte jetzt mindestens zwei hellere Dreiecke an. Immer wieder wechselten wir uns beim Schauen durch das Okular ab und verglichen unseren Eindruck mit dem Bild am PC. Dann wurde klar, wir kamen jetzt etwa bis zu Sternen der 11. Größenklasse - und wir mussten das Bild am PC um ca. 100° Grad drehen, damit es zum Bild im Okular auch in der Ausrichtung passte.

Jetzt wurde es spannend. Wir hatten schon den richtigen Himmelsausschnitt getroffen. Durch indirektes Sehen konnte man jetzt auch den verschwommenen Kern der Galaxie erkennen. Doch wo war die Supernova. Am Himmel wurde es immer dunkler. Doch würde es hier, mitten in der Stadt, wirklich dunkel genug werden?  Das Sternbild Löwe mit Mars, M95 und der Supernova stand genau über dem beleuchteten Schloß, und die Schloßbeleuchtung wird erst nach 22:30 Uhr abgeschaltet.

Wir beschäftigten uns genauer mit dem Sternfeld im Okular, Sterne bis zur 11. Größenklasse waren eindeutig zu identifizieren. und da, blinkte da zwischen den beiden Sternen im unteren Teil des Blickfelds nicht noch ein dritter, etwas mehr zur Mitte gerichtet? Der würde schon die 12. Größenklasse haben. Wir spürten deutlich die Spannung in uns hoch steigen. Wir näherten uns unserem Ziel. Die Beobachtungsbedingen wurden immer besser, denn der Löwe stieg langsam immer noch etwas höher am Himmel hinauf, weg vom störenden Streulicht der Stadt.

Wo aber sollte nun die Supernova sein. Im PC stellten wir jetzt auch Sterne der 14. Größenklasse ein. und über das Internet schauten wir uns Bilder der Supernova an, die von deren Entdeckung vor zwei Tagen berichteten. Doch hier stellte sich zunächst gleich wieder die Frage, wie waren die ausgerichtet. Bei denen war Norden natürlich oben, also mussten wir auch diese Bilder um gute 100° Grad drehen. Unterhalb M95 müssten wir ein charakteristisches Sternenmuster erkennen können, ein liegendes Kreuz, so ähnlich wie das Sternbild Schwan. Die Sterne am Ende der langen Hauptachse sollten 10./11. Größenklasse haben (die hatten wir ja schon längst identifiziert), die der kleinen Querachse 12./13. Größenordnung. Und am hinteren Ende noch ein kleiner Begleitstern,  13,5 mag hell. Größenordnung. Jetzt war im Okular das Kreuz immer deutlicher zu erkennen, nur der hintere Begleiter machte uns Probleme, der wollte sich nicht sehen lassen. Inzwischen bauten wir einen "deep-sky-Filter" ein, dadurch ließ sich der Kontrast im Okularbild tatsächlich noch einmal etwas verbessern.  Der Kern von M95 war inzwischen deutlich besser zu erkennen, einige glaubten sogar, die Balkenstruktur zu sehen. Aber halt, war da nicht in Richtung M95 ein Sternchen zu erkennen? Wir schauten und schauten. mal glaubten wir etwas zu sehen, dann wieder nicht.

Mittlerweile war es 21:45 Uhr geworden. Es war wirklich "grenzwertig", aber jetzt meinten schon mehrere Beobachter, dort, relativ dicht an M95 dran, etwas erkennen zu können. Zwar ganz schwach und nicht ständig, aber doch eindeutig.

War das die Supernova?

Könnte man genau diesen Anblick nicht fotografieren? Gesagt, getan. Eine Kamera wurde geholt und an das Fernrohr angeschlossen. Im ursprünglichen Gesichtsfeld war zunächst nichts zu erkennen, also mussten wir einen etwas helleren Stern ansteuern, um die Kamera genau zu fokussieren. Wir entschieden uns für den Stern Rho im Löwen, dieser war sicherlich hell genug (3,8mag) und nur zwei bis drei Grad von M95 entfernt. dann - sch... - die Steuerung des Teleskop rutschte aus der Hand und viel zu Boden, das Fernrohr bewegte sich unkontrolliert ...  war jetzt all die Mühe umsonst, mussten wir noch einmal ganz von vorne anfangen?

Zum Glück war alles halb so schlimm, das Gerät ließ sich noch einwandfrei positionieren, also wieder zurück zu M95 geschwenkt und einfach mal ausgelöst, höchste ISO-Stufe und 30 Sekunden belichtet. Die Kamera macht nach dem Bild noch automatisch einen "Darkframe-Abzug" von der gleichen Länge der Belichtungszeit, innerlich zählten wir die Sekunden mit. Dann erschien auf dem Kameradisplay das Bild - ja, da in der Mitte war M95 als verwaschener Fleck zu erkennen, und da war das lang gestreckte Kreuz, und da - ja genau da wo wir es visuell auch haben "blinken" sehen - genau da war schon im Display der Kamera eindeutig ein Stern zu sehen! Das musst die Supernova sein!

Dieser Beobachtungsabend hatte sich tatsächlich gelohnt!

Schritt für Schritt haben wir uns dem "Objekt der Begierde" angenähert und es tatsächlich geschafft, die Supernova mit der Nummer SN2012aw in der 38 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie M95 über dem Stadthimmel von Paderborn mit eigenen Augen zu sehen.

Hier unser Belegfoto, nicht nach Norden ausgerichtet, sondern eher so, wie wir auch durch das Okular geschaut haben.

Supernova SN2012aw in M95 im Löwen. Aufgenommen mit Newton-Reflektor (354mm Durchmesser, f=1600mm und Canon EOS1100 Kamera)


Der rot-weiße Pfeil markiert die Supernova, der etwas verwaschene Fleck etwas rechts oberhalb davon ist der Kern der Galaxie M95. Weiter rechts unterhalb das im Text oben beschriebene lang gestreckte Kreuz. Auf dem Foto sind an dessen hinteren Ende sogar zwei weitere kleine Sterne zu sehen, die beide eine Helligkeit zwischen der 13. und 14. Größenklasse haben.

Nachtrag vom 22.3.: Heute Abend habe ich die Supernova auch von meinem Garten aus in Bad Lippspringe beobachtet. Sie war in meinem viel kleinerem Teleskop als dem Gerät auf der Sternwarte  deutlich zu erkennen. Dies zeigt einmal mehr, es kommt beim Beobachten des Himmels gar nicht in erster Linie auf die eingesetzte Technik an, sondern viel mehr auf einen klaren Himmel. Und wenn der dunkel genug ist und nicht durch viel Stadtlicht aufgehellt wird, dann kann man die Supernova wirklich auch in einem 8-Zöller sehen!

In meinem Teleskop (ein C8 der Firma Celestron), war zunächst M95 sehr deutlich zu erkennen. Die Supernova hat scheinbar einen deutlichen Abstand von der Galaxie. Dies täuscht jedoch, da man von ihr nur den hellen Kern sieht und nicht die Spiralarme am Rand. Diese werden erst auf länger belichteten Fotografien deutlich, die man z.B. in den Foren von astronomie.de findet.

Dienstag, 20. März 2012

20. März - Schmale Mondsichel und Supernova

Heute früh entdeckte ich nach dem Aufstehen eine schmale Mondsichel über unseren Nachbarhäusern. Es sind nur noch zwei Tage bis Neumond am Donnerstag. Die Mondsichel war jetzt nur noch zu 6 % beleuchtet und hatte es schwer, sich gegen den Morgendunst durchzusetzen.

Hier ein Foto, das ich etwas abgeblendet habe, damit man die schmal Sichel besser erkennen kann:

Mondsichel am Morgen des 20. März - Frühlingsanfang

Und als ich eben meinen Computer startete, erfuhr ich gleich aufregende Neuigkeiten: Im Sternbild Löwe befindet sich die Galaxie M95, zur Zeit steht Mars nur eine Vollmondbreite entfernt davon. Dort hat sich eine Supernova-Explosion ereignet. Informationen dazu gibt es zur Zeit nur auf englisch, hier ein paar Links:

Karte zum Auffinden und das "Entdeckungsbild":
http://www.dailykos.com/story/2012/03/19/1075950/-Baking-Supernova-Cooking-Up-in-M95

Ein interessantes erklärendes YouTube-Video:
http://youtu.be/_GEyAsaWB4k

An der Sternwarte Paderborn hat sich vor kurzem eine Beobachtergruppe gebildet, diese hat sich für diesen Monat das Sternbild Löwe als "Schwerpunkt" der Beobachtungen ausgesucht. Ob wir wohl demnächst von der Supernova ausführlicher berichten können?

Nachtrag 22.3.: ja, Gleich am Abend des 21.3. war es wieder klar und es hat geklappt, wie mein nächster Blogeintrag zeigt.