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Dienstag, 4. Juni 2024

2. Juni 2024: Zwei Stunden klarer Himmel, eine neue Supernova und geostationäre Satelliten

 Am 2. Juni 2024 gab es endlich mal wieder etwas klaren Himmel bei uns. Zwar nur für gut zwei Stunden, aber das reichte doch für ein paar Aufnahmen.

Als erstes habe ich mit meinem Vespera Pro den Kometen C/2023 A3 Tsuchinshan-ATLAS beobachtet.

Komet C/2023 A3 Tsuchinshan-ATLAS um 23 Uhr MESZ

Im Vergleich zu einem Foto vor knapp einem Monat scheint mir der Komet zur Zeit sogar etwas lichtschwächer zu sein als damals. Aber das kann vielleicht auch an den atmosphärischen Randbedingungen gelegen haben.
 

Als nächstes habe ich dann nach dem Kleinplaneten (2)Pallas Ausschau gehalten, da er gerade günstig am Himmel stand. Den Kleinplaneten habe ich sowohl im Vespera Pro als auch im Vespera classic fotografiert:

(2)Pallas im Vespera Pro gegen 23:25 MESZ

(2)Pallas im Vespera classic gegen ca. 23:18 MESZ

Beide Bilder sind von der Pixelgröße her gleich groß, man erkennt im Vergleich natürlich gleich wieder die etwas größere Auflösung des Pro, also die höhere Vergrößerung.

Beide Bilder sind gleichlang belichtet, 10 Minuten, 60 Einzelbilder. Im unteren "classic"-Bild sieht man noch zusätzlich eine leichte Strichspur quer hindurch, die vermutlich von einem Satelliten stammt. Dies war auf einem der ersten Bilder des classic deutlich zu sehen, das Pro hatte in diesem Moment noch nicht mit den einzelnen Belichtungen begonnen. Das Pro Bild zeigt meiner Ansicht nach die schwächsten Sterne im Bild etwas deutlich als das classic.

Danach habe ich mich auf die Suche nach einer neuen Supernova gemacht. Diese wurde am 28. Mai 2024 in der Galaxie NGC 5690 im Sternbild Jungfrau entdeckt. Auch hier habe ich wieder beide Vesperas drauf angesetzt. 

SN2024jlf in NGC 5690 im Vespera Pro gegen Mitternacht

SN2024jlf im Vespera classic zur gleichen Zeit

Das Bild im Vespera classic wurde aus insgesamt 180 einzelnen Bildern gestacked, das Bild im Pro aus 188, also etwas mehr. Der Unterschied dürfte jedoch nicht erheblich sein.

Die Supernova ist von den beiden "Sternen" am unteren Rand der Galaxie der obere, innere Stern. Der helle Stern im Bild dicht neben der Galaxie hat eine Helligkeit von 6,5mag. Die Galaxie NGC 5690 wird mit 12,0mag bei Wikipedia, oder 13,1mag bei Stellarium, angegeben, die Supernova zur Zeit mit 14,4mag. Mir scheint die jedoch heller zu sein.

Natürlich habe ich auch nach der angekündigten Nova T CrB Ausschau gehalten:

T CrB im Vespera classic

Aber da scheint sich wirklich noch nichts anzubahnen.

Und noch etwas ganz neues: Ich habe mit meinen Geräten geostationäre Satelliten fotografiert! Jetzt im Sommer sinkt die Sonne die ganze Nacht über nicht so tief, so dass diese Satelliten praktisch die ganze Nacht über angestrahlt werden. Und einige davon leuchten so hell, dass sie auch auf Fotos recht einfach zu erkenenn sind. Ich wurde darauf aufmerksam, weil mir Stellarium praktisch ein "Band" von Satelliten quer über den ganzen Himmel anzeigte.

Also habe ich einfach meine Vesperas genommen, auf eine Koordinate mitten aus diesem "Satellitengürtel" eingestellt und dann los fotografiert. Geostationäre Satelliten drehen sich praktisch mit der Erde mit, das heisst sie bewegen sich vor dem Hintergrund des Sternenhimmels. Oder anders ausgedrückt, sie scheinen starr über uns an immer der gleichen Position am Himmel zu stehen. 

Die Vepera-Geräte folgen natürlich der Bewegung der Sterne am Himmel nach, damit diese als Lichtpunkte erscheinen. Das wiederum bedeutet, dass ein sich scheinbar nicht bewegendes, starres Objekt am Himmel doch eine Strichspur zeigt, und zwar genau um die Strecke, die eigentlich in den zehn Sekunden einer Einzelbelichtung die Sterne sich weiter bewegen. Dies wiederum macht es nicht ganz einfach, die geostationären Satelliten wirklich einzufangen, denn sie bewegen sich ja im Vergleich zu der einprgrammieretn Koordinate eines Sterns. 

Dadurch habe ich leider auch nicht ganz aufgepasst, welche Satelliten ich jetzt tatsächlich abgebildet habe. Auf dem Bild des Vespera Pro waren es wahrscheinlich Eutelsat-Satelliten, beim classic könnte der hellste Strich von einem arabischen Satelliten stammen. Aufgrund der Zeitstempel und der Koordinaten soltle sich das jedoch leicht recherchieren lassen. Mal sehen, ob ich das in den nächsten Tagen noch schaffe. Ansonsten hier schon mal zwei Bilder:

Geostationäre Satelliten im Vespera Pro

Geostationäre Satelliten im Vespera classic

Bald nach Mitternacht bewölkte es sich leider schnell, so dass keine weiteren Aufnahmen möglich waren. Aber trotzdem: auch diese zwei Stunden haben sich wieder richtig gelohnt!

Mittwoch, 15. Mai 2024

14. Mai 2024: Weitere Vergleiche zwischen Vespera classic und Vespera Pro

 Am Dienstag war es am Abend auch wieder klar, so dass ich einen weiteren Vergleich zwischen meinem alten Vespera "classic" und dem neuen Vespera Pro starten konnte. Leider ließ sich zunächst nur das alte Vespera classic initialisieren. Das Vespera Pro brauchte gleich mehrere Anläufe. Leider zeigte es genau das Verhalten, was andere Beobachter auch gemeldet hatten und wofür Vaonis schon ein Fehlerbehebungs-Update versprochen hatte. Man musste das System drei, vier, fünfmal starten, bis es tatsächlich seine richtige Orientierung am Sternenhimmel fand und man seine eigenen Beobachtungen starten konnte. Für Android-Systeme war dieses Update schon letzte Woche fertig geworden. Da ich jedoch meine Geräte über Ipad oder Iphone steuere, muss ich noch warten, auch heute war das Update noch nicht da. Aber okay, nachdem das Pro endlich gestartet war, konnte ich auch noch ein wenig damit arbeiten.

Hier zunächst einmal zwei Mondfotos, aufgenommen zur gleichen Uhrzeit:

Der Mond im Vespera "classic" um 22:54 Uhr MESZ

Der Mond im Vespera Pro um 22:54 Uhr MESZ

Und hier einmal ein Ausschnitt aus diesen beiden Bildern, jeweils in der gleichen Größe von 150 x 150 Pixel:

Vespera classic

Vespera Pro
 

Schnell erkennt man, dass die Kratergruppe mit Theophilus, Cyrillus und Catharina (von oben rechts nach unten links) im Vespera Pro größer abgebildet wird als im Vespera classic.  Dies ist nach Vergleich der beiden Sensoren und mit Berücksichtigung der unterschiedlichen Brennweiten beim classic mit 200mm und beim Pro mit 250mm auch nicht anders zu erwarten. Das Vespera Pro kann dadurch natürlich Photos mit mehr Details als das klassische erste Vespera Modell liefern. 

Ich habe an diesem Abend auch noch ein paar andere Photos aufgenommen, ohne einen Vergleich beider Geräte zu machen:

Komet C/2023 A3 Tsuchinshan-ATLAS um 22:19 UT im Vespera classic

 
NGC 3690 (genau in der Bildmitte) im Pro um 22:23 UT

Den Kometen habe  ich ja schon ein paar mal fotografiert, deutlich helelr ist er in den letzten Tagen oder Wochen noch nicht geworden. Seine Helligkeit liegt noch immer bei ca. 10mag.

In NGC 3690 hat sich eine weitere Supernova gezeigt Anders als die SN2023wrk vom November 2023 befindet sich die neue Supernova SN2024gzk jedoch nicht in einem Randbereich, sondern "mitten" in der Galaxie und lässt sich so für meine Vesperas nicht von der Galaxie selbst trennen. 

Schließöich wollte ich auch noch einen Vergleich beider Systeme im Mosaic-Modus machen. Dieser war jedoch nicht wirklich erfolgreich, so dass ich bewusst auf vergleichende Anmerkungen verzichte.

Ich habe jeweils ein Mosaik mit den beiden benachbarten Nebeln NGC 40 und NGC 110  erstellen wollen. Hier zunächst das "classic" Ergebnis:

NGC 40 und NGC 110 im Vespera classic

NGC 40 ist ein planetarischer Nebel und befindet sich oben rechts im Bild. Er leuchtet recht rötlich. NGC 110 ist dagegen ein offener Sternhaufen und unten links im Bild. Mit der Vielzahl von Sternen in dieser Region ist er jedoch gar nicht so einfach zu finden. Dieses Mosaik besteht aus 171 Einzelbildern, die (teilweise überlappend) gestackt wurden. Die Aufnahmezeit ging von 23:06 Uhr bis 23:44 Uhr MESZ. In dieser Zeit hat das Vespera classic es jedoch nicht geschafft, die komplette ausgewählte Fläche zu stacken. Unten links fehlt noch ein Teil des Bildes.

NGC 40 und NGC 110 im Vespera Pro

Dieses Bild wurde aus 218 Einzelbildern zwischen 22:59 Uhr und 23:49 Uhr MESZ aufgenommen. In dieser Zeit wurde das Mosaik gleich mehrfach (ca. 2,5mal) erstellt. Leider gab es schon relativ bald am Anfang einen "Wackler", wenn man genau hinschaut, kann man erkennen, das recht viele Sterne, insbesondere die helleren, aussehen wie "Doppelsterne", also mit einem kleinen "Begleiter" oberhalb des richtigen Sterns. Dies ist leider ein Artefakt, der auch am Ede des Stackens noch nicht weggefallen ist.

Versucht man insbesondere NGC 40 zu vergleichen, kann man schon erkennen, das das Pro-Bild wohl etwas mehr an Detail zeigt. Mal sehen, ich hoffe, ich kann diesen Vergleich möglichst bald noch einmal wieder holen.