Posts mit dem Label (52)Europa werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label (52)Europa werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 9. Februar 2026

7. Februar 2026: Eine kleine Wiederholung und ein toller Lernprozess!

 Auch am 7. Februar war es am Abend länger klar geblieben. So habe ich mir gedacht, ich wiederhole einfach mal die Aufnahmen vom 5. Februar. Vielleicht kann man ja einiges an Unterschieden erkennen. Die Bilder sind alle mit den gleichen Koordinaten im Zentrum gestartet worden wie zwei Tage zuvor.

 

Uranus am 7. Februar um 18:40 Uhr

Schaut man genau hin und vergleicht dieses Bild mit dem von vor zwei Tagen, kann man so gerade erkennen, das sich Uranus von den rechts neben ihm stehenden kleinen Dreieck aus recht lichtschwachen Sternen ganz bisschen, bzw. langsam entfernt. Die Monde Oberon und Titania sind ebenfalls beide direkt an Uranus dran zu erkennen. Oberon ist jetzt von links nach oben gewandert, Titania von unten mehr nach links. Das stimmt gut mit den bei Stellarium eingegebenen Koordinaten überein. Beide Monde wurden übrigens schon 1787 entdeckt. Oberon braucht für einen Umlauf um Uranus übrigens 13,46 Tage, Titania nur 8,71. Wenn das gute Wetter anhalten würde, könnten wir sehen, wie Titania in ein paar Tagen Oberon überholt.

Jupiter am 7.2.26 um 18:52 Uhr

 Von Jupiter gelang mir diesmal merkwürdigerweise nur ein einziges Bild, also nur eine Belichtung von 10 Sekunden. In den Logdatein fand sich später die Fehlermeldung "LackofStars", wahrscheinlich muss da gerade als ich am Fotografieren war, eine Wolke durchgezogen sein. Trotzdem kann man auf diesem Bild im Vergleich schon einiges erkennen: Jupiter und seine Monde ist schon deutlich aus der Bildmitte nach oben rechts weiter gewandert.  Der oberste Mond Ganymed ist ein kleines Stück näher an Jupiter heran gerückt. Mond Io, der am 5.2. noch zwischen Jupiter und Ganymed zu sehen war, ist jetzt gar nicht zu sehen. Europa war am 5.2. nicht sichtbar, steht jetzt etwas links unterhalb von Jupiter und Mond Kallisto hat sich noch etwas weiter südlich von Jupiter weg bewegt.

(52) Europa am 7.2.26 um 18:50 Uhr

(52)Europa ist deutlich weiter nach Osten (links) gewandert. Der Kleinplanet zieht genau auf die Hyaden zu, die er im April erreichen wird. Der rote Kreis markiert die Position von Europa am 5.2.26.

AT2026brt am 7.2.26 um 19:44


  Diesmal konnte ich auch die AT2026brt länger belichten: 35 Minuten. Heute ist die Position deutlich besser zu erkennen. Wieder habe ich die Helligkeit mit ASTAP vermessen, diesmal ergab sich 15,9mag. Das passt sehr gut zu einer Aufnahme, die Astrofreund Markus Kempf ebenfalls am 7.2.26 gemacht hat. Er konnte mit seinem 16-Zöller das Objekt eine Stunde lang belichten und ermittelte eine Helligkeit von 15,88mag.

Was mag das für ein Objekt sein? Am Anfang, als ich danach suchte, hatte ich es ganz einfach nur für eine weitere Supernova gehalten, wie ich ja schon einige fotografiert habe. Und schließlich habe ich den Hinweis auf dieses Objekt ja auch der Seite "latest Supernova" gefunden.  Doch hätte ich vielleicht gleich etwas genauer hinschauen sollen. Anders, als ich im ersten Posting vom 5.2. zunächst geschrieben hatte, ist dort gar nicht die Rede von "SN2026brt", sondern es heißt "AT2026brt". Und auch die Typ-Bezeichnung ist "unk", also "unknown"/unbekannt. Und schließlich ist keine Ursprungsgalaxie angegeben.

Deshalb schrieb mir Manfred Mrozek die folgende Mail, für die ich ganz herzlich danke!

Rein formal solltest du das Objekt aber nicht als SN2026brt, sondern als AT2026brt bezeichnen, denn die Bestätigung, dass es sich um eine SN handelt, durch ein Spektrum samt Klassifikation liegt meines Wissens für AT2026brt noch nicht vor. So lange werden die Objekte eben mit AT statt SN bezeichnet. Es ist keine Galaxie in der Nähe erkennbar, in der eine SN aufgeleuchtet sein könnte. Jedenfalls kann ich weder beim SDSS noch bei PanSRARRS eine Galaxie erkennen. Eine SN beispielsweise vom Typ Ia mit der Helligkeit 15, 2 mag könnte etwa 250 Millionen Lichtjahre entfernt sein, wenn man SN2026atb (15,4 mag) in LEDA 1660507 zum Vergleich nimmt. Die sollte PanSTARRS abbilden können. 

Etwa 7 Bogenminuten weiter nördlich befindet sich die Galaxie LEDA 2133728, für die es leider keine Entfernungsangabe gibt. Angenommen, sie befindet sich in einer Entfernung von 250 Millionen Lichtjahren und durch irgendein Ereignis wurde ein enger Doppelstern, dessen eine Komponente sich zu einem Weißen Zwerg und dessen andere Komponente sich zu einem Roten Riesen entwickelt hat, mit einer Geschwindigkeit von 600 km/s aus der Heimatgalaxie geschleudert und ist jetzt als SN vom Typ Ia explodiert, dann müsste der Doppelstern mindestens 250 Millionen Jahre unterwegs gewesen sein und eine Strecke von mindestens 5000.000 Lichtjahren zurückgelegt haben. Die Zahlen sind für Bewgungen in der Sichtebene angegeben. Bei Bewegungen auf uns zu oder von uns weg erhöhen sich die Werte. Aber die Zahlenwerte sind nicht unmöglich. D.h. es könnte eine Supernova vom Typ Ia sein. Eine Kernkollapssupernova ist es wohl nicht, denn die notwendigen massereichen Vorgängersterne leben nicht so lange. 

Die Alternative ist ein energiereiches Ereignis auf einem lichtschwachen Stern unserer Galaxie, der bislang vom SDSS oder PanSTARRS im Ruhelicht noch nicht abgebildet wurde. Es könnte ein kataklysmischer Variabler sein. Novae können im Ausbruch 9-10 Größenklassen heller werden. Das entspräche eienr Helligkeit im Ruhelicht von ca. 24 mag und knapp über die Detektionsgrenze von PanSTARRS gehen..

Aber wie bereits gesagt, ohne ein Spektrum des Objekts, ist alles über seine Natur nur Spekulation.

 Ganz herzlichen Dank noch einmal an Manfred! Sterngucker sind schon coole Typen, die ihr Wissen gerne mit anderen teilen. So habe ich (und vielleicht auch meine Leserinnen und Leser hier) doch wieder etwas gelernt. Und meinen Blogbeitrag vom 5.2. habe ich auch entsprechend verändert.

 

Und weil es am Samstagabend so lange klar bliebt konnte ich diesmal noch ein Objekt zusätzlich belichten:

NGC 1555 am 7.2.26 um 23:52 Uhr

NGC 1555 wird auch "Hind's variable nebula" (Hinds veränderlicher Nebel) genannt. Es handelt sich um einen Reflexionsnebel, der durch den veränderlichen Stern T Tauri zum Leuchten gebracht wird. Dessen Helligkeit schwankt irregulär zwischen 9,3mag und 13,5mag. Der Nebel ist insgesamt recht klein, deshalb habe ich ihn - zusammen mit dem Stern T Tau - rötlich eingekreist. Dieses Bild habe ich netto zwei Stunden und 20 Minuten lang belichtet. Vaonis empfiehlt für dieses Objekt eine Mindesbelichtungszeit von 120 Minuten. Nach einer Stunde war vom Nebel in der Tat noch kaum etwas zu erkennen. Vielleicht kann ich ja in kommenden Nächten die Belichtungszeit noch etwas verlängern.

Später kam dann doch Hochnebel oder Wolken auf, aber erneut ein Abend, der sich sehr gelohnt hat, auch wenn ich diesmal (fast) nichts Neues fotografiert habe.
 


 

Samstag, 7. Februar 2026

5. Februar 2026: wieder ein kleines Wolkenloch

 Am 5. Februar schien tagsüber die Sonne durch die Wolken, was ich natürlich gleich wieder zu einem Foto ausgenutzt habe. Klar war der Himmel jedoch nicht, so dass ich schon kräftig den Lightroom-Regler "Dunst entfernen" benutzen musste, um die Flecken auf der Sonne wirklich deutlich zu machen:

Die Sonne am 5.2.26 um 12:30 Uhr


 Am Abend war es dann überraschenderweise jedoch eine kurze Zeit ebenfalls klar, so dass ich endlich auch wieder im Dunkeln fotografieren konnte. Zuerst habe ich drei "schnelle" Bilder von großen und kleinen Planeten gemacht:

Jupiter mit Monden am 5.2.26 um 18:22 Uhr

 Das Bild wurde nur 50 Sekunden lang belichtet. Schräg links unterhalb von Jupiter ist sein Mond Kallisto zu sehen und schräg rechts oberhalb die Monde Io und Ganymed. Der Mond Europa steht noch zu dicht neben Jupiter und wird von ihm überstrahlt. Der Schatten Europas fällt gerade auch auf Jupiter, aber um dies zu sehen bräuchte es ein größeres Teleskop.

 

Uranus mit Monden um 18:36 Uhr

In der Mitte des Bildes, das 5 Minuten belichtet wurde, sieht man den 5,7mag hellen Planeten Uranus. Schaut man genau hin, lassen sich direkt bei ihm zwei seiner Monde erkennen. Links neben Uranus der Mond Oberon und rechts unterhalb der Mond Titania. Beide sind ca. 14mag hell. 

Kleinplanet (52) Europa um 18:46 Uhr, 6z Minuten belichtet

 Zufällig entdeckte ich in Stellarium, dass der Kleinplanet (52) Europa gerade im Süden stand und ebenfalls gut zu fotografieren sein sollte. Er steht in einer recht sternenarmen Gegend im Sternbild Widder und ist zur Zeit 12,0mag hell. (52)Europa hatte ich bislang noch nicht fotografiert. Schön, dass mir das jetzt gelang.

Und schließlich habe ich mich wieder auf die Suche nach einer möglichen Supernova gemacht:

AT2026brt am 5.2.26 um 19:34 Uhr

 

AT2026brt wurde am 26. Januar 2026 entdeckt mit einer Helligkeit von ca. 19mag, sollte jetzt schon fast 15mag erreicht haben. Leider konnte ich dieses Bild nur 22 Minuten belichten, dann war der Himmel schon wieder dicht. Auf meinem Bild ist nur ein kleiner sehr schwacher Lichtpunkt zu erkennen, allerdings wohl schon an der richtigen Stelle, sofern ich mein Bild mit Hilfe von "nova.astrometry.net" richtig vermessen habe.  Aber ist das wirklich die Supernova? 

Ich habe das Bild ebenfalls mit der Software ASTAP analysiert. Unterhalb meines Lichtpunkt wird da 16,5mag angegeben. ASTAP meldet jedoch einen "unknown star" etwas links davon mit sogar 15,0 mag. Leider habe ich noch keine Fotos anderer Supernova-Sucher von diesem Objekt gefunden, so dass ich mein Bild mit anderen vergleichen kann. Ich werde mein Bild mal anderen Sternfreunden zuschicken. Mal sehen, was die dazu sagen werden.

Hier ein Ausschnitt aus dem ASTAP-Bild der entsprechenden Region:

 Die gleiche Region mit ASTAP analysiert


 Auch wenn es an diesem Abend nur weniger als zwei Stunden dunkel genug war, um den Himmel zu beobachten, hat es sich doch gelohnt. 

**************

Am Abend des 7. Februar konnte ich die gleichen Objekte noch einmal fotografieren, das ergab ganz spannende Vergleiche! Und zu dem letzten Objekt "2026brt" gibt es dort dann auch noch eine sehr hilfreiche Erklärung!

 

************

Am Nachmittag des 7. Februar hat mir Sternfreund Rolf Stadelmeier eine schöne kleine Animation geschickt, die zeigt, dass ich schon das richtige Objekt identifiziert hatte. Er hat einfach mein Bild und das des fotografischen Aladin-Katalogs übereinander gelegt:

Vergleich meines Bildes mit der "Entdecker-Markierung"

 Und hier gleich noch eine Anmerkung von mir:

ASTAP schreibt seine Helligkeitsangaben, wenn ich das richtig sehe,  immer oberhalb des Sterns hin. Die 16,5mag können sich also nicht auf "meinen" Lichtpunkt beziehen, für diesen doch etwas diffusen Fleck gibt es gar keine ASTAP-Angabe. Andererseits kann ich allerdings auch nicht sagen, auf welchen Stern oder Fleck in meinem Bild sich die Helligkeitsangabe bezieht. Ich sehe da eigentlich nichts! 

 

Sonntag, 31. August 2025

1. - 7. September 2025: Der Himmel über Bad Lippspringe

 Am Ende der Woche haben wir Vollmond, sein helles Licht überstrahlt im Laufe der Woche mehr und mehr schwächere Objekte am Himmel. Von den hellen Planeten geht Saturn gegen 21 Uhr im Osten auf. Der Fernglasplanet Neptun befindet sich noch immer in seiner Nähe. Ab ca. 23 Uhr ist mit Uranus ein weiterer Planet im Fernglas oder Teleskop sichtbar. Jupiter geht ca. um 2:00 Uhr in der Frühe auf, die Venus folgt als heller Morgenstern gegen 4:00 Uhr. Vom 31. August bis 2. September zieht die Venus etwa in einem Grad Abstand südwestlich an der Praesepe (M 44) im Sternbild Krebs vorbei. Die internationale Raumstation (ISS) ist in dieser Woche noch bei morgendlichen Überflügen zu sehen. Am 10. September beginnt dann wieder eine Zeit mit abendlichen Überflügen.

Am Montag, den 1. September, geht die Sonne um 6:37 Uhr auf und um 20:11 Uhr unter, der helle Tag ist also 27 Minuten kürzer als noch vor einer Woche. Die ISS taucht um 4:07 Uhr im Osten auf und fliegt bis 4:12 Uhr zum dortigen Horizont. Zwischen 5:40 Uhr und 5:47 Uhr fliegt sie noch einmal über unseren ganzen Morgenhimmel in maximal 54° Grad Höhe hinweg. Der zu 65 Prozent beleuchtete Mond geht um 23:33 Uhr unter. Um 20:23 Uhr erreicht er im Süden die höchste Stellung über dem Horizont mit nur 8,7° Grad. Zwischen 20:30 Uhr und 22:30 Uhr kann heute besonders auch das "Mond-Quincunx" beobachtet werden. Kleinplanet (89)Julia (9,2mag) steht heute am frühen Abend nur 5' Bogenminuten westlich von Stern 7 Aqr (5,5mag). Der Sternschnuppenstrom der Aurigen erreichte heute in der ersten Nachthälfte seinen Höhepunkt,

Am Dienstag, den 2. September, fliegt die ISS zwischen 4:54 Uhr und 5:00 Uhr in maximal 68° Grad Höhe über unseren Himmel hinweg. Der Mond steigt im Sternbild Schütze heute schon ein Grad höher über den Horizont als gestern (um 21:19 Uhr auf 9,2° Grad). Er ist zu 74 Prozent beleuchtet und geht erst kurz nach Mitternacht gegen 0:30 Uhr unter. Gegen 21:15 Uhr kann beim Mond auch wieder einmal gut der "goldene Henkel" beobachtet werden.

Am Mittwoch, den 3. September, ist die ISS einmal kurz um 4:08 Uhr tief im Osten zu sehen, zwischen 5:40 Uhr und 5:48 Uhr fliegt sie in maximal 31° Grad Höhe über unseren Morgenhimmel hinweg. Der Mond ist am Abend schon zu 82 Prozent beleuchtet. In der Nacht zum Donnerstag zieht Kleinplanet (52)Europa (12,0mag) in nur 3,5' Bogenminuten Abstand an Stern 30 Tau (5,1mag) vorüber.

Am Donnerstag, den 4. September, tritt die ISS um 4:54 Uhr oberhalb von Saturn aus dem Erdschatten heraus und fliegt dann mit maximal 42° Grad Höhe bis 4:59 Uhr dem Osthorizont entgegen. Heute Abend ist der Mond bereits zu 90 Prozent beleuchtet.

Am Freitag, den 5. September, ist die ISS zwischen 5:41 Uhr und 5:47 Uhr noch einmal in nur maximal 17° Grad Höhe bei einem morgendlichen Überflug zu sehen.  Heute ist der Mond zu 95 Prozent beleuchtet. Um Mitternacht erreicht der veränderliche Stern Algol (beta Per) ein Helligkeitsminimum (3,4mag). (379)Huenna (12,2mag) steht heute in Opposition im Sternbild Wassermann.

Am Samstag, den 6. September, geht der zu 99 Prozent beleuchtete, fast volle Mond um 19:42 Uhr auf, und zwar bei Azimut 110° Grad. Die Stelle sollte man sich schon mal für morgen merken, am Sonntag zur Mondfinsternis, erfolgt der Aufgang ca. zehn Grad weiter östlich, also noch etwas weiter nach "links" am Horizont.

Am Sonntag, den 7. September, ist genau um 20:09 Uhr Vollmond. Diesmal befindet sich die Erde exakt zwischen Sonne und Mond, so dass es zu einer totalen Mondfinsternis bekommt. Da der Mond bei uns um 19:55 Uhr im Osten (Azimut 100° Grad) aufgeht, geht er also bereits total verfinstert auf. Dies macht es nicht einfach, den Mond in der noch hellen Dämmerung zu finden. Es wird schon möglichst freie, klare Sicht nach Osten gebraucht. Die totale Verfinsterung endet bereits um 20:52 Uhr (dann steht der Mond knapp 8° Grad hoch am Himmel) die gesamte Finsternis endet dann um 21:56 Uhr. Um 22:00 Uhr steht Asteroid (444)Gyptis (11,0mag) in nur 2,5' Bogensekunden Abstand bei omega Psc (4,0mag).

Wenn Sie die Mondfinsternis zusammen mit anderen Sternfreunden beobachten wollen, können Sie dies am Römerlager in Anreppen machen. Hier soll bei klarem Himmel ab etwa 19:45 Uhr beobachtet werden.