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Sonntag, 5. November 2023

6. - 12. November 2023: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche nimmt der Mond weiter ab. Zuerst die Abende und später die gesamten Nächte eignen sich gut zur Beobachtung lichtschwacher Objekte am Himmel - wenn denn das Wetter mitspielt. Venus (ab ca. 3:30 Uhr) ist weiterhin strahlender Morgenstern, Saturn steht bis Mitternacht am Himmel und Jupiter leuchtet in der ganzen Nacht. Die ISS ist bei nächtlichen Überflügen bis auf Montag früh nicht zu sehen.

Am Montag, den 6. November, ist die ISS vielleicht noch einmal in der Frühe um 5:30 Uhr kurz im Süden zu sehen. Die Sonne geht um 7:27 Uhr auf und um 16:49 Uhr unter. Sie steigt mittags nur noch 22° Grad über den Horizont hoch. Der Mond geht erst nach Mitternacht auf. Kleinplanet (18) Melpomene (8,1mag) steht heute im Sternbild Eridanus in Opposition zur Sonne. Um 23:21 Uhr (bis 1:29 Uhr) beginnt ein Durchgang von Jupitermond Io vor der Planetenscheibe, ab 23:26 Uhr (bis 1:36 Uhr) wandert Ios Schatten über die Scheibe.

Am Dienstag, den 7. November, steht am Morgen die zu 33 Prozent beleuchtete abnehmende Mondsichel im Sternbild Löwe, noch in der Nähe von Regulus. Im dunklen Teil des Mondes schimmert das Erdlicht. Um 20:11 Uhr erreicht der veränderliche Stern Algol ein weiteres Helligkeitsminimum. Bis 17:52 Uhr wandert Europas Schatten über die Jupiterscheibe, um 20:39 Uhr beginnt eine Bedeckung von Io. Um 20:00 Uhr zieht Kleinplanet (144)Vibilia (10,5mag) in nur 3,5' Bogenminuten Abstand an Stern HIP 16294 (6,4mag) vorbei.

Am Mittwoch, den 8. November, endet beim Mond (zu 25 Prozent beleuchtet) gegen 5:31 Uhr eine Sternbedeckung von HIP54863 (5,8mag). Ab 17:47 (bis 19:55 Uhr) beginnt wieder ein Durchgang von Io vor der Planetenscheibe, Ios Schatten fällt von 17:55 Uhr bis 20:05 Uhr auf den Planeten. Um 21:45 Uhr zieht Kleinplanet (119)Althaea (11,3mag) in nur 5' Bogenminuten Abstand an Stern 38 Ari (5,2mag) vorbei.

Am Donnerstag, den 9. November, steht am Morgen um 6 Uhr der Mond noch 1 1/2° Grad nordwestlich der Venus. Am Taghimmel kommt es um ca. 10:50 Uhr in 35° Grad Höhe am Himmel zu einer Bedeckung der Venus durch den Mond. Um ca. 12:01 Uhr tritt die Venus wieder am dunklen Rand hinter dem Mond hervor. Mit einem Fernglas sollte die Bedeckung gut zu verfolgen sein, wenn man vorher die Mondsichel gefunden hat.Es empfiehlt sich einen Standort zu wählen, von dem aus die Sonne gut verdeckt ist, damit man nicht aus Versehen in ihr helles Licht blickt und Gefahr läuft zu erblinden. Am Abend stehen ab 17:22 Uhr alle vier Jupitermonde auf der gleichen, östlichen Seite. 

*** Leider war die Venusbedeckung am 9. November bei uns nicht sichtbar, der Himmel war völlig bewölkt und verregnet. Schade! Andere Sternfreunde in Süddeutschland und Sachsen hatten jedoch etwas mehr Glück ***

Am Freitag, den 10. November,  geht die nur noch zu 10 Prozent beleuchtete Mondsichel gegen 4:00 Uhr auf. Am Abend kommt es von 18:32 Uhr - 19:36 Uhr zu einem Durchgang von Ganymed vor der Planetenscheibe, von 19:03 Uhr bis 20:44 Uhr fällt Ganymeds Schatten auf den Planeten. Um 19:00 Uhr zieht Kleinplanet (39) Laetitia (11,8mag) in nur 3,5' Bogenminuten Abstand am offenen Sternhaufen M 18 (6,4mag) vorbei.

Am Samstag, den 11. November, geht die nur noch zu 5 Prozent beleuchtete Mondsichel um 5:12 Uhr auf, sie steht ganz in der Nähe von Spica in der Jungfrau.

Am Sonntag, den 12. November, ist am Morgen die nur zu 2 Prozent beleuchtete Mondsichel trotz des Aufgang um 6:29 Uhr (gut eine Stunde vor Sonnenaufgang) wohl nicht mehr zu sehen. Ab 22:40 Uhr wird Jupitermond Europa vom Planeten bedeckt.

Sonntag, 22. Mai 2022

23. - 29. Mai 2022: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche zieht sich der Mond immer weiter vom Morgenhimmel zurück. Die Nächte sind wieder besser geeignet, lichtschwache Objekte am Himmel aufzusuchen. So lässt sich nachts auch wieder das Zentrum unserer Milchstraße im Sternbild Schützen beobachten. Helle Planeten sind auch alle am Morgenhimmel zu finden. Saturn im Sternbild Steinbock geht gegen 2:30 Uhr auf, später folgen im Sternbild Fische Mars und Jupiter (ab ca. 3:40 Uhr) und dann die Venus ( ab ca. 4:20 Uhr). Die ISS kann noch bei einigen nächtlichen Überflügen beobachtet werden. Am 26. und 27. Mai lassen sich zwei sehr kleine Kleinplaneten beobachten, da sie der Erde sehr Nahe kommen ("near earth asteroids" NEA). Einzelheiten zu ihrer Bahnbewegung findet man in der Mai-Ausgabe der Zeitschrift Sterne und Weltraum, auf Wunsch kann ich diese Daten auch zur Verfügung stellen.

Am Montag, den 23. Mai, geht die Sonne um 5:21 Uhr auf und um 21:23 Uhr unter. Der helle Tag dauert also schon länger als 16 Stunden. Der noch zu 45 Prozent beleuchtete, abnehmende Mond geht um ca. 3:30 Uhr im Sternbild Wassermann auf.  Die ISS ist zum einen kurz nach Mitternacht zwischen 0:11 Uhr und 0:14 Uhr zu beobachten, wie sie im Südwesten auf ca. 40° Grad Höhe aufsteigt, bevor sie im Erdschatten verschwindet. Zum anderen  kann sie am Abend zwischen 23:23 Uhr und 23:28 Uhr in maximal 53° Grad Höhe bei einem Überflug beobachtet werden.

Am Dienstag, den 24. Mai, geht der Mond um ca. 3:45 Uhr auf, er nähert sich allmählich Mars und Jupiter. Um 4:29 Uhr endet beim Mond eine Sternbedeckung. Der 6,2mag helle Stern HIP115906 tritt am dunklen Mondrand wieder hervor. Außerdem zeigt er heute früh wieder maximale Libration in Breite, der Krater Grimaldi steht nah am Rand. Die ISS ist am Abend zwischen 22:35 Uhr und 22:41 Uhr in maximal 67° Grad Höhe bei einem Überflug zu beobachten.

Am Mittwoch, den 25. Mai, kann die ISS gegen 0:10 Uhr kurz und tief im Südwesten bei einem Überflug gesehen werden.geht die zu ca. 26 Prozent beleuchtete Mondsichel gegen 4:00 Uhr unterhalb von Mars und Jupiter auf. Der Abstand beträgt ca. 3° Grad. Die ISS ist am Abend im Südwesten zwischen 23:24 Uhr und 23:28 Uhr in maximal 30° Grad Höhe bei einem Überflug zu beobachten, sie verschwindet ziemlich genau im Süden im Erdschatten.

Am Donnerstag, den 26. Mai, Christi Himmelfahrt, will ich nach einem Hinweis in der Zeitschrift Sterne und Weltraum mal Ausschau halten nach dem Kleinplaneten (660) Crescentia, der jedoch nur 12,2mag hat. Er geht dann in nur 4' Bogenminuten Abstand am Stern HIP80542 mit 7,8mag vorüber. So etwas lässt sich natürlich nur mit einem Teleskop beobachten. Die ISS ist am Abend zwischen 22:35 Uhr und 22:41 Uhr in maximal 41° Grad Höhe bei einem Überflug zu beobachten.

Am Freitag, den 27. Mai, geht der nur noch zu zehn Prozent beleuchtete Mond zusammen mit der Venus gegen 4:20 Uhr über der Egge auf.Der Abstand beträgt weniger als 1° Grad. Dies dürfte auch die letzte Morgensichtbarkeit der abnehmenden Mondsichel sein. Die Venus ist zu gut 78 Prozent beleuchtet, da sie sich von uns aus gesehen bereits hinter der Sonne befindet, ihr Scheibchen ist nur noch 14 Bogensekunden groß, also deutlich kleiner als z.B. Jupiter. Die ISS ist am Abend gegen 23:26 bis 23:28 Uhr in nur 16° Grad Höhe maximal tief im Südwesten zu sehen.

Am Samstag, den 28. Mai, stehen bei Jupiter in der Frühe zwei Monde links, zwei Monde rechts. Die ISS ist am Abend zwischen 22:35 Uhr und 22:41 Uhr maximal 23° Grad hoch über dem Horizont im Südwesten in dieser Sichtbarkeitsperiode letztmalig bei einem Überflug zu sehen.

Am Sonntag, den 29. Mai, besteht noch einmal die Chance Kleinplanet (660) Crescentia zu finden, der Abstand zu HIP80360 (8,6mag) beträgt dann nur 5' Bogenminuten.

Sonntag, 30. September 2018

29. September 2018, abends: Mars und Mond


Wochenende und klarer Himmel, das muss man einfach ausnutzen für einen Himmelsspaziergang!

Heute standen zuerst Saturn und Mars auf meinem Beobachtungsprogramm. Saturn verschwand leider viel zu schnell hinter den Büschen und Bäumen in unserer Siedlung. Sein weit geöffneter Ring war trotzdem gleich zu Beginn meiner Beobachtungen so ab 19:30 Uhr ein echtes Highlight.

Dann galt es erstmal das Fernrohr und seine Montierung richtig stabilaufzustellen und gut auszurichten, denn ich wollt einmal mehr versuchen, Mars zu fotografieren. Eigentlich ist "fotografieren" schon nicht mehr ganz das richtige Wort, denn um ein gutes Marsfoto hinzubekommen, muss man zunächst einmal einen Film mit mehreren tausend Einzelaufnahmen erstellen. Diese Bilder werden dann übereinandergelegt ("gestacked") und daraus kann dann ein mehr oder weniger scharfes Bild gewonnen werden.

Für solche Aufnahmen hatte ich mir extra eine neue Spezialkamera gekauft. Leider sind die ersten versuche in den vergangenen Wochen nicht wirklich gelungen. Zum einen steht Mars nicht hoch genug am Himmel, bei maximal 15° Grad bleibt er meist im athmosspährischen Dunst gefangen. Zu Beginn des Sommers tobte auch noch ein großer Staubsturm auf dem Mars, der alle Details zunichte machte, und - das ist wohl das wesentliche - musste ich mich in die Kameraeinstellungen und die zugehörige Software erstmal richtig einarbeiten. Was kann man da nicht alles bloß falsch machen.

Doch heute ist mir endlich ein einigermaßen vorzeigbares Foto gelungen. Hier ist es:

Mars, 29.9.18
Mit etwas gutem Willen kann man oben eine Aufhellung, eine der Polkappen des Mars erkennen, darunter ist er zunächst dunkler, bevor er in der unteren Hälfte heller wird. Diese Schattierungen haben durchaus einen realen Ursprung. Hier eine Karte, wie sie von einer professioneller Astronomiesoftware ausgegeben wird:

Mars laut "calsky.com"
Wahrscheinlich kann ich durch eine weitere Bearbeitung meines gestackten Bildes noch etwas mehr Details sichtbar machen. Mal sehen, ob ich da in den kommenden Tagen und Wochen zu komme.

Neben einigen anderen Beobachtungen, zum Beispiel flog auch wieder die ISS über unseren Himmel, habe ich dann zum Ende auch wieder den Mond fotografiert. Hier noch schnell ein Foto von heute:

Mond am 29.September 2018 um 23:30 Uhr.
Ich wünsche noch eine Gute Nacht und ein schönes Wochenende!

Samstag, 29. September 2018

Mond bei Nacht und am Tag


Auch in der letzten Nacht vom 28. auf den 29. September klarte es wieder auf. Die Temperaturen gingen auf 0° Grad herunter.

Kurz nach Mitternacht konnte ich das nachfolgende Foto vom Mond machen:

Mond am 29. September 2018 um 0:32 Uhr MESZ
Ein solches Foto war "leicht" zu erstellen. Vor dem schwarzen Nachthimmel hebt sich der Mond natürlich gut ab, die Schatten und Strukturen auf seiner Oberfläche haben ausreichende Kontraste, um viele Details erkennen zu können.

Am Morgen des 29. Septembers, so gegen halb zehn Uhr, war der Mond immer noch am Himmel zu sehen. Im Westen in 22° Grad Höhe, jetzt jedoch am blauen Taghimmel. Da ist ein solch detailreiches Foto nicht mehr so einfach zu erstellen. Hier ein unbearbeitetes Bild:


Der Mond am 29. September um 9:19 Uhr MESZ

Aber glücklicherweise kann man mit Hilfe der digitalen Bildbearbeitung doch noch viele Kontraste auf dem Mond erkennbar machen. Beim nachfolgenden Bild habe ich die Kontraste verstärkt, insbesondere der Adobe Lightroom Regler "Dunst entfernen" hat hier ein sehr schönes Ergebnis gebracht:


Der Mond (kontrastverstärkt) am 29.9.18 um 9:21 Uhr.
Damit das Bild besser mit dem der Nacht zu vergleichen ist, habe ich es zusätzlich um 90° Grad gedreht. Jetzt kann man auch erkennen, dass der Mond in den knapp neun Stunden zwischen beiden Bildern weiter abgenommen hat. War er kurz nach Mitternacht noch zu 85 Prozent beleuchtet, ist er es jetzt nur noch zu 82 Prozent.

Donnerstag, 27. September 2018

Der Mond nimmt ab ...


Der Mond macht Diät. Von Tag zu Tag nimmt er jetzt ab. Das bedeutet auch, am Abend geht er immer später auf, bald wird er nur noch in der zweiten Nachthälfte zu sehen sein.

Hier ein Foto von heute Abend, 22:52 Uhr aufgenommen:

Der Mond am 27. September um 22:52 Uhr
Heute ist der Mond nur noch zu 92 Prozent beleuchtet. Das Mare Crisium  liegt schon weitestgehend im Schatten, bzw. in der Nacht.

Ich wünsche allen meinen Leserinnen und Lesern eine gute und behütete Nacht!

Dienstag, 25. September 2018

Und noch ein Vollmond


Heute früh war um 4:52 Uhr Vollmond. Gestern Abend hatte ich ein Vollmond-Bild gut 7 1/2 Stunden vor dem exakten Zeitpunkt machen kpnnen. Heute Abend war es wieder klar, als ich nach hause kam und so habe ich auch diesmal wieder ein Foto gemacht. Heute um 21:32 Uhr, also knapp 17 Stunden nach dem exakten Vollmond-Zeitpunkt.

Der Vollmond am 25. September um 21:32 Uhr.
Leider habe ich nicht ganz aufgepasst, und so ist der Mond etwas angeschnitten und gar nicht komplett im Bild. Aber man kann - insbesondere im Vergleich mit dem Bild von gestern - heute erkennen, dass auf der rechten Seite des Mondes Kraterstrukturen zu erkennen sind. Offensichtlich ist der Mond auf dieser Seite schon etwas kleiner geworden, der Abstand vom rundlichen Mare Crisium (obenrechts) zum dunklen Rand hin ist deutlich geringer als gestern. Hier zieht also bereits die "Mondnacht" auf, der Mond nimmt also wieder ab. Es ist also eigentlich nicht mehr ganz korrekt, vom "Vollmond" zu schreiben. Aber ich finde, ein zu 99 Prozent beleuchteter Mond darf durchaus auch noch als Vollmond bezeichnet werden. Morgen um die gleiche Abendzeit wird er nur noch zu 97 Prozent beleuchtet sein. Wird man diese zwei ProzentVerlust gut erkennen können? Bei klarem Himmel werden wir es sehen können.