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Samstag, 8. Februar 2025

4. Februar 2025: Sonne, Mond und Sterne

Schon der 4. Februar - und immer noch klarer Himmel! Das muss mit weiteren Beobachtungen "gefeiert" werden.

 Zur Mittagszeit, wenn die Sonne am höchsten steht (was jetzt Anfang Februar leider auch nur 22° Grad ausmacht), gelang mir diese Aufnahme unserer großen Fleckengruppe:

Sonne am 4.2.25 um 12:23 Uhr MEZ

 Die Fleckengruppe hat zwar eine ganze Reihe von durchaus starken Flares verursacht, aber leider kaum einen CME und dadurch auch keine nennenswerten Polarlichter für unsere Region verursacht.

Der Mond stand heute Abend kurz vor dem Ersten Viertel:

Der Mond, um 20:27 Uhr


 Um 20:30 Uhr war der Mond zu 44 Prozent beleuchtet, das exakte Erste Viertel wird er in gut 12 Stunden erreichen, am Mittwoch um 9:02 Uhr. Dann steht er bei uns jedoch unter dem Horizont.

Und dann verfolge ich ja immer noch das Ziel, endlich eine "vernünftige" Aufnahme von M79 hinzubekommen. Zuletzt konnte ich diesen Kugelsternhaufen ja nur zwei Minuten belichten, bevor die Wolken kamen und davor hatte ich nur eine sehr weitwinklige Aufnahme hinbekommen.

 

M79 am 4.2.25, 35 Minuten belichtet

Die Entfernung von M 79 im Sternbild Hase wird auf 43000 Lichtjahre geschätzt. Er hat einen Durchmesser von 50 Lichtjahren und enthält ungefähr 900000 Sterne. Es wird sogar vermutet, dass er gar nicht in unserer Galaxis, unserer Milchstraße entstanden ist, sondern aus unserer nächsten Nachbargalaxie stammt, die erst 2003 entdeckt wurde.

Außerdem habe ich heute ein neues Buch bekommen: "PixInsight lieb gewinnen" von Erik Wischnewski. Ein Übungsbuch zur gleichnamigen, leider sehr teuren, aber wohl auch sehr professionellen gleichnamigen Software. Für dieses Buch gibt es Übungsdateien zum Download, unter anderem vom Quallennebel, IC 443. Da dachte ich mir, es wäre doch toll, wenn ich genau diesen Nebel auch gleich selbst fotografieren könnte:

IC 443, 4.2.2025, 23:01 Uhr, 65 Minuten belichtet

 Dies ist das originale Bild von IC 443, wie es mein Vespera Pro nach einer guten Stunde Belichtungszeit erstellt hat. Ich bin gespannt, ob es mir in den kommenden Tagen oder Wochen gelingt, mit Hilfe von PixInsight ein besseres (schöneres? helleres? detailreicheres?) Bild hinzubekommen.

Auch habe ich an diesem Abend versucht, einen Reflexionsnebel zu fotografieren:

NGC 2183 u.a. am 4.2.2025 um 19:44 MEZ, 31 Minuten belichtet

 Das Bild zeigt gleich mehrere Galaxien oder Nebel im Sternbild Einhorn. NGC 2183 ist ein flächiger Reflexionsnebel, von dem sich aber nur bestenfalls beim zentralen "Stern" direkt unter der Bezeichnung etwas erahnen lässt. Vergleichen Sie einmal bei Wikipedia die dort jeweils zu NGC 2183 und NGC 2185 gezeigten Bilder, beide zeigen die gleiche Gegend, wurden an der gleichen Sternwarte aufgenommen, jedoch mit unterschiedlichen Instrumenten zu unterschiedlichen Zeiten. NGC2182 ist ebenfalls ein Reflexionsnebel, ebenso wie NGC 2170. NGC 2167 ist dagegen "nur" ein Stern, der fälschlicherweise in den NGC Katalog mit aufgenommen wurde. Um die Reflexionsnebel deutlich sichtbarer zu machen, hätte ich dieses Bild jedoch sicherlich wesentlich länger belichten müssen als nur gerade 31 Minuten.

Ehrlich gesagt, habe ich die letzte Aufnahme eigentlich auch nur gemacht, um die Zeit bis zu meinen eigentlichen "Objekten der Begierde" für diese Nacht zu überbrücken. Das war zum einen der Satellit Gaia, zu dem ich schon ein eigenen Posting geschrieben habe, zum anderen wollte ich auch wieder eine richtige Supernova fotografieren.

In der Galaxie NGC 2744 im Sternbild Krebs sollte die Supernova  SN2025oq mit ca. 15,5mag leuchten. Würde ich diese auch abbilden können?

NGC2744 am 4.2. nach 30 Minuten Belichtungszeit


Hier die Galaxie mit der Supernova (?) in einem 1:1 Ausschnitt aus diesem Bild:

NGC2744 mit SN2025oq in Originalauflösung

 Zwei Tage zuvor, am 2.2.25 hatte ich das gleiche Bild gemacht, ebenfalls eine halbe Stunde belichtet. Es zeigt die Sterne sogar ein kleines bisschen schärfer, wahrscheinlich war an diesem Tag der Himmel etwas weniger dunstig als am 4.2. Aus dieser Session habe ich ein von astometry.net beschriftetes Bild genommen, damit sie NGC2744 neben den anderen Galaxien auch sicher finden.

NGC2744 am 2.2.25, 30 Minuten belichtet

Die Aufhellung im oberen Tel von NGC 2744 könnte möglicherweise auf die Supernova zurückzuführen sein. Sicher bin ich mir - auch im Vergleich zu den anderen Bildern - jedoch noch nicht. Dazu muss ich wahrscheinlich doch noch eine Weile abwarten, bis mir ein Bild dieser Galaxie gelingt, ohne dass die Supernova noch so hell strahlt wie jetzt noch.

 In dieser Gegend gibt es gleich eine ganze Menge an Galaxien, nicht nur NGC2744, sondern auch NGC2741, NGC2745, NGC2747, NGC2749, NGC2751, NGC2752 und NGC2761. Mal sehen, vielleicht bricht in einer dieser Galaxien ja auch einmal eine Supernova aus, dann kann ich diese im Vergleich mit diesem Bild ja vielleicht eher identifizieren.

Und fast hätte ich es vergessen zu erwähnen: Nebenbei ist mir in diesem Bild am 4.2. auch noch ein kleiner Asteroid entlang gezogen. Finden Sie die kleine Strichspur, die er hinterlassen hat? Kleiner Tipp: gehen Sie von NGC2744 senkrecht nach oben bis zum hellsten Stern und biegen Sie dann nach rechts ab! Diese Spur hat der Asteroid (1156)Kira hinterlassen, er war da 14,75mag hell.


 

Freitag, 12. Januar 2024

9./10. Januar 2024: Noch mehr "clear skies" und erste Supernova des Jahres 2024

 Die Astronomen wünschen sich untereinander gerne "clear skies" (abgekürzt CS), übersetzt "klaren Himmel". Und das war zum Glück auch in den Nächten am 9. und 10. Januar der Fall. Typisch für den Winter jedoch auch bitterkalt. Die Temperatur bei mir im Garten sank bis auf -10° Grad runter.

Hier ein paar weitere Ergebnisse meiner Beobachtungen.

SN2024gy - die erste Supernova des Jahres

Die erste helle Supernova des Jahres 2024 wurde (wieder einmal) vom Japaner Koichi Itagaki am 4. Januar 2024 entdeckt. Sie leuchtet auf in der Galaxie NGC 4216 im Sternbild Jungfrau, nahe zum Großen Löwen hin. Sie ist zur Zeit die hellste Supernova am Himmel mit einer Helligkeit von 13,5mag und ist zum Glück weit genug vom Kern der Galaxie entfernt, so dass ich sie gut fotografieren konnte.

Hier das gleiche von "nova.astrometry.net" kommentierte Bild, das noch auf viele weitere NGC- und IC-Objekte in meinem Bild hinweist:

 

Viele weitere NGC- und IC-Objekte tummeln sich in dieser Gegend.

Mein Bild entstand am 10. Januar um 1:51 Uhr, es wurde mit meiner Vespera gut 32 Minuten belichtet. Leider steht NGC 4216 zu diesem Zeitpunkt noch nicht besonders hoch am Himmel (zwei, drei Stunden später wäre besser gewesen). Zusätzlich stört eine helle Straßenlampe genau in diese Richtung, man kann im Bild noch eine diffuse Lichtstreuung erkennen, die ich auf diese Lampe zurückführe. 

Natürlich wurden durch automatische Himmelsüberwachungssysteme eine Vielzahl weiterer Supernova entdeckt, diese haben jedoch alle viel geringere Helligkeiten als SN2024gy.

Ein anderes Objekt, das ich fotografiert habe, ist der "Quallen-Nebel":

IC 443 im Sternbild Zwillinge

Leider habe ich dieses Bild nur 25 Minuten belichtet. Von der "Qualle" sieht man eigentlich nur den oberen Körper und nicht die lang nach rechts unten hängenden Tentakeln. Dieses Objekt muss ich beim nächsten Mal noch einmal deutlich länger belichten. Der helle Stern rechts unten ist eta Geminorum.

Auch habe ich wieder Kleinplanet (4)Vesta bei der Annäherung an M 1, den Krebsnebel, fotografiert:

(4)Vesta bei M 1 am 10. Januar 2024

Der hellere Stern Tianguan, bei dem Vesta zuletzt noch stand, ist leider nur noch teilweise links am unteren Bildrand zu sehen. Deutlich erkennbar ist jedoch die Bewegung von Vesta über die letzten zwei Tage.

Auch einen weiteren Kleinplaneten konnte ich beobachten:

(148)Gallia

Kleinplanet (148) Gallia wurde natürlich von einem Franzosen entdeckt. Gallia stand an diesem Tag unweit vom Stern HD 14728 mit (5,8mag). Gallias Helligkeit selbst liegt bei 12mag.