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Sonntag, 24. Januar 2021

25. - 31. Januar 2021: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche haben wir Vollmond, die Beobachtung von lichtschwachen Objekten am Himmel wird also schwierig. Von den hellen Planeten ist Merkur kurz nach Sonnenuntergang zu finden. Ansonsten kann nur noch Mars, der gegen 1:30 Uhr am Westhorizont verschwindet, mit bloßem Auge gesehen werden. Uranus ist nicht ganz so lange wie Mars zu sehen, allerdings wird mindestens ein Feldstecher benötigt. Die ISS ist bei abendlichen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 25. Januar, geht die Sonne um 8:14 Uhr auf und um 17:01 Uhr unter. Damit dauert der helle Tag schon 20 Minuten länger als noch vor einer Woche. Der Mond ist heute Abend zu 90 Prozent beleuchtet, er erreicht um 22 Uhr seine höchste Position am Himmel. Die ISS kann zwischen 17:58 Uhr und 18:03 Uhr bei ihrem Überflug am Abendhimmel mit maximal 47° Grad Höhe beobachtet werden.

Am Dienstag, den 26. Januar, steht Kleinplanet (14) Irene mit 9.3mag Helligkeit im Sternbild Krebs genau in Opposition zur Sonne. Heute Abend kommt es gleich zu drei Sternbedeckungen durch den Mond: um 18:30 Uhr SAO78855 mit 6.8mag, um 19:56 Uhr SAO 78897 mit 7.0mag und um 23:01 Uhr Omega Geminorum mit 5.2mag. Die ISS steigt heute ab 18:47 Uhr steil im Westen auf und fliegt in maximal 84° Grad Höhe über unsere Köpfe hinweg Richtung Osten und Mond, in dessen Nähe sie um 18:51 Uhr im Erdschatten verschwindet.

Am Mittwoch, den 27. Januar, zeigt der Mond maximale Libration in Länge, das Mare Crisium steht nah am Rand. Die ISS kann zwischen 17:59 Uhr und 18:06 Uhr bei ihrem Überflug am Abendhimmel mit maximal 74° Grad Höhe beobachtet werden.

Am Donnerstag, den 28. Januar, ist um 20:16 Uhr Vollmond. Kleinplanet (10) Hygiea erreicht heute seine Opposition mit 9.9mag. Kleinplanet (29) Amphitrite zieht heute dicht an NGC 3384 vorbei. Die ISS steigt heute ab 18:48 Uhr steil im Westen auf und fliegt um 18:52:36 exakt über unsere Stadt hinweg. Um 18:53 Uhr verschwindet sie beim Sternbild Zwillinge im Erdschatten.

Am Freitag, den 29. Januar, geht der immer noch (fast) volle Mond um 17:48 Uhr auf, er nähert sich Regulus, dem hellsten Stern des Löwen. Kleinplanet Amphitrite zieht heute dicht an M105 vorbei. Die ISS fliegt heute um 18:05:10 Uhr noch einmal genau über unsere Stadt hinweg.Ab 18:01 Uhr steigt sie im Westen auf und sie verschwindet um 18:08 Uhr im Osten.

Am Samstag, den 30. Januar, geht der immer noch zu 95 Prozent beleuchtete Mond um 19:09 Uhr auf. Heute ist er bereits deutlich an Regulus vorbei gezogen. Kleinplanet Amphitrite wird heute vom Mond bedeckt, Bei einer Helligkeit von nur 9.7mag wird jedoch auch der Austritt am dunklen Mondrand um 23:33 Uhr nicht zu beobachten sein. Zwischen 18:50 Uhr und 18:55 Uhr fliegt die ISS in maximal 75° Grad über unseren Abendhimmel hinweg.

Am Sonntag, den 31. Januar, fliegt die ISS zwischen 18:03 Uhr und 18:10 Uhr noch einmal in maximal 85° Grad Höhe sehr hoch über unseren Himmel hinweg. Der Mond geht erst um 20:31 Uhr auf. In den nächsten Tagen kann daher, bei klarsten Sicht nach Westen, dort nach Sonnenuntergang auch das Zodiakallicht gesehen werden.

Freitag, 22. Januar 2021

20. Januar 2021: Die ersten Stunden ohne Wolken am Himmel

 Am 20. Januar wurde es plötzlich hell. Richtig hell! Ob das Wetter angesichts des Ende der Amtszeit von Donald Trrump in den USA wohl auch dachte, jetzt muss es einfach besser werden? Egal, ich habe mich jedenfalls über beide Ereignisse sehr gefreut.

Endlich konnte man wieder die Sonne sehen, und es zeigte sich auf ihrer Oberfläche sogar eine kleine Fleckengruppe:

Sonne mit Flecken am 20.1.21 um 14:16 Uhr

Die kleine Fleckengruppe ist in der Nähe des linken Sonnenrandes zu finden. Bei genauem Hinschauen erkennt man einen etwas größeren "Doppelfleck" und daneben - Richtung Rand - noch einmal zwei sehr kleine schwache Fleckchen. Beim "Doppelfleck" kann man gut zwischen den dunklen Kernen, der "Umbra" und einem etwas helleren Bereich drum herum, der "Penumbra" unterscheiden. Mit dem bloßen Auge am Fernrohr gelang dies einfacher als auf dieser Fotografie. Denn die Sonne steht jetzt im Winter ja leider recht tief am Himmel. Da flimmert und wabert die Luft ganz erheblich, auch kann man auf dem Foto erkennen, das doch ein paar kleinere Wolkenschleier über den Himmel zogen. Sonnenfleckengruppen werden immer wieder gezählt, es handelt sich hier um die Gruppe 2797.

Am Abend waren dann auch richtig Sterne zu sehen. Hier mal ein Bild vom Sternbild Orion:

Sternbild Orion

Der Mond stand an diesem Mittwoch direkt unterhalb vom Mars. Auf dem nachfolgenden Bild überstrahlt er, am unteren Rand stehend, doch fast alles. Ich hatte 6 Sekunden bei 1600 ISO belichtet, um auch etwas schwächere Sterne hervor zu kitzeln:

Mond und Mars im Westen

In dem Lichtstrahl, der vom Mond nach oben ausgeht, sieht man Mars leuchten. Ich wollte auch den Planeten Uranus sehen, der sich dicht beim Mars befand. Ein 1:1-Ausschnitt aus diesem Bild zeigt uns den Planeten, der mit bloßem Auge praktisch nicht sichtbar ist, für den wir also immer ein Fernglas benötigen:

Mars und Uranus

Trotz der Wolken war daher für mich dieses Bild ein schöner Erfolg. Im Westen kamen die Wolken recht schnell wieder heran, es war am Abend leider nur für eine gute Stunde klar. Bevor die Wolken über den ganzen Himmel zogen, konnte ich jedoch noch eine Bilderserie in Richtung Osten schießen. 25 Bilder von der Umgebung des Sternbild Krebs habe ich gemacht und diese anschließend "gestackt", also aufaddiert. So kann ich mit meinem 50mm Objektiv doch tatsächlich Sterne bis zur 11. oder 12. Größenklasse sichtbar machen. 

Sternbild Krebs

 Auf den ersten Blick ein fast unheimliches Sternengewimmel. Etwas rechts der Mitte befindet sich das Sternbild Krebs mit dem wunderschönen Sternenhaufen "Praesepe", der "Krippe", wissenschaftlich M44 genannt, in der Mitte.Wenn man sich das Bild etwas genauer anschaut, kann man durchaus alle einzelnen Sterne mit Hilfe einer Sternkarte oder eines Planetariumsprogramms identifizieren. Ich habe dieses Sternbild fotografiert, da in der Januarausgabe der Zeitschrift "Sterne und Weltraum" (Seite 68f.) darauf hingewiesen wurde, dass in dieser Tagen gleich drei Kleinplaneten im Krebs in Opposition zur Sonen stehen: (10) Hygiea am 28. Januar, (14) Irene am 24. Januar und (15) Eunomia am 21. Januar. (18) Melpomene wird am 1. Februar ihre Opposition erreichen. Außerdem wies die Zeitschrift noch auf den Kleinplaneten (472) Roma hin, der am 23. Januar seine größte Oppositionshelligkeit von 11,7mag erreichen sollte. Alle diese Kleinplaneten konnte ich identifizieren, Roma allerdings nicht ganz sicher. Die ist halt doch zusehr an der Nachweisgrenze. Dafür zeigten mir Stellarium und die Webseite Heavens-Above einen weiteren Kleinplaneten im Krebs an: (60) Echo, der dann mit 10.5mag auch gut zu identifizieren war.