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Samstag, 11. Juli 2026

10. Juli 2026: Viele spannende Beobachtungen: eine helle Supernova (SN2026sqf), ein "Klassiker" (M8) und ein weiterer Kleinplanet ((128)Nemesis)

 Am Freitagabend, am 10. Juli 2026, war es wunderschön klar und ich konnte wieder einige Beobachtungen am abendlichen Sternenhimmel machen. Die Nächte sind kurz und beginnen leider erst sehr spät. Mein Vespera initialisiert erst bei ausreichender Dunkelheit, wenn die Sonne ca. 7° Grad unter dem Horizont steht. Das ist erst kurz vor 23 Uhr der Fall. Und auch dann hängt es sehr von der Himmerlsrichtug ab, in die man fotografieren will. Richtung Norden ist es dann einfach immer noch viel zu hell, die Sonne sinkt ja nicht wirklich tief unter den Horizont, es bleibt dort im Sommer sehr dämmerig. So "richtig" fotografieren kann man dann eigentlich erst ab ca. eine halbe Stunde vor Mitternacht.

Mein erstes Ziel war eine neue helle Supernova:

NGC 3310 mit Supernova 2026sqf am 10.7.26 um 23:46 Uhr MESZ

 Diese Supernova wurde erst vor zwei Tagen am 8. Juli 2026 durch den amerikanischen Hobby-Astronomen Patrick Wiggins entdeckt. Ich schätze ihre Helligkeit auf 12,9mag, dies hat auch Patrick so gesehen. Das obige Foto wurde genau eine halbe Stunde lang mit meinem Vespera classic belichtet. Die "Muttergalaxie", NGC 3310, ist als verwaschener Fleck durchaus zu erkennen. 

Die Galaxie selbst scheint eine sehr interessante Geschichte zu haben. Sie gilt als "Starburst-Galaxy", also als eine Galxie mit hoher Sternentstehungsrate. Dies wird vermutlich durch eine Kollision/Verschmelzung mit einer anderen Galaxie vor 100 Millionen Jahren ausgelöst. Es gibt im Internet über diese Galaxie eine ganze Reihe von Einträgen und sogar spezielle Videos.

Parallel zu dieser Supernova habe ich mit meinem Vespera Pro einen Klassiker aufgenommen:

Messier 8, am 10.7.26 um 23:41 Uhr MESZ

 Messier 8 wird auch als Lagunennebel bezeichnet. Das Foto wurde etwas über eine halbe Stunde belichtet. Es ist ohne Filter entstanden, und ich habe wie immer den "output" meines Vespera Gerätes nicht weiter bearbeitet. Wahrscheinlich könnte man bei diesem wunderschönen Objekt im Sternbild Schütze noch eine ganze Menge mehr an Details herausarbeiten.

Und ich habe einen weiteren Kleinplaneten fotografiert:

(128)Nemesis am 10.7.26 um 23:53 Uhr MESZ

 Dieses Bild wurde knapp acht Minuten belichtet. Der Kleinplanet hat eine Helligkeit von ca. 11,3mag. Am 12.7. zieht er am Morgen gegen 2:20 Uhr MESZ in nur 2,5' Bogenminuten Abstand an dem hellen Stern tau Sagittarii (3,3mag) vorüber. Am 8.7. stand (128)Nemesis genau in Opposition zur Sonne.

Auch habe ich wieder veränderliche Sterne beobachtet, darüber werde ich später einmal berichtern. Im Übrigen: es gibt nichts neues bei T CrB! 

 

Freitag, 12. Dezember 2025

9. und 11. Dezember 2025: Zwei schöne klare Abende

 In den letzten Tagen gab es zwei schöne klare Abende, am Dienstag, den 9. Dezember und Donnerstag, den 11. Dezember. Leider war der Morgen des 10. Dezember dazwischen dicht bewölkt. Dort wäre sonst vielleicht eines der Highlights des Jahres zu beobachten gewesen, die Bedeckung des hellen Sterns Regulus durch den Mond kurz nach Sonnenaufgang am Morgenhimmel. Aber auch ohne dieses Ereignis haben mich die Beobachtungen in dieser Woche wieder sehr glücklich gemacht. Ich kann hier gar nicht alles aufzählen, daher nur die schönsten oder spannensten Bilder.

NGC 7538 am 9.12.25 um 23:50 MEZ

 Dieses feinen Wasserstoffnebel habe ich fast zwei Stunden lang (118 Minuten) belichten können. NGC 7538 befindet sich im Sternbild Kepheus und ist von uns rund 9100 Lichtjahre entfernt. Ein Gebiet, in dem zur Zeit viele Sterne entstehen, einige davon wesentlich größer als unsere eigene Sonne. In der Softwarte "Stellarium wird dieser Nebel auch als "nördlicher Lagunennebel" bezeichnet. Eine kleine Ähnlichkeit mit M 8, dem eigentlichen Lagunennebel ist nicht ganz von der Hand zu weisen.

Ebenso konnte ich am 9. Dezember eine weitere Supernova nachweisen, auch wenn dies diesmal etwas knifflig wurde:

CGCG 532-008 am 9.12.25 um 22:26 MEZ

 Es geht hier um den kleinen verwaschenen Fleck in der Bildmitte. Dort ist in der Galaxie mit der Nummer CGCG 532-008 am 6. November eine Supernova entdeckt wurden. Diese wurde am 11.11. und noch einmal am 21.11. von meinem Sternfreund Markus Kempf mit seinem großen 16-Zoll-Teleskop fotografiert. Auf diesen Bildern ist die SN sehr sauber von der Galaxie und ihrem Kern zu unterscheiden. Hier noch ein Bild aus dem DSS (Digital Sky Service), einem Online Himmelsatlas. Deutlich kann man die "Heimatgalaxie" der SN erkennen:

CGCG 532-008 im DSS Katalog

Hier noch einmal mein Bild, ein Ausschnitt daraus, um dieses in 1:1 Größe hier im Blog abzubilden:

Ausschnitt mit CGCG 532-008

Ich denke, in meinem Bild sind zwar der Kern der Galaxie und die SN nicht so sauber getrennt wie auf den Bildern von Markus, aber es sieht für mich auch nicht so aus, als hätte die Galaxie nur einen Kern und weiter südlich nur eine schwächere Aufhellung. Für mich scheienn sich in der Galaxie zwei "Kerne" aufzuhalten. Okay, eine genauere Klärung ist wahrscheinlich erst möglich, wenn ich vielleicht in einem Jahr die gleiche Galaxie wieder fotografieren kann, dann aber ohne die Supernova darin.

Ein paar Kleinplaneten habe ich ebenfalls mal wieder fotografiert. In meiner Wochenübersicht hatte ich (441)Bathilde erwähnt, welche am 8. Dezember 1898 entdeckt wurde und die heute, am 9. Dezember in Opposition zur Sonne stehen sollte: 

(441)Bathilde am 9.12.25 um 22:49 Uhr MEZ

 (441)Bathilde konnte ich am 11.12. noch einmal fotografieren: 

(441)Bathilde am 11.12.25 um 22:58 Uhr MEZ

Im mVergleich der Bilder kann man deutlich erkennen, wie (441)Bathilde in den zwei Tagen nach rechts (Westen) weiter gezogen ist.

Entsprechende Bilder gelangen mir auch für die Kleinplaneten (42)Isis, (68)Leto, (94)Aurora und (471)Papagena. 

Und hier noch eine echte Besonderheit, die wohl selten aus unseren Breiten heraus fotografiert wird:

NGC 1360 am 11.12. um 22:55 Uhr MEZ

 Haben Sie das leicht bläuliche "Ei" in der Mitte des Bildes gefunden?  NGC 1360 ist ein schwach bläulich leuchtender planetarischer Nebel, der vielleicht ca. 10.000 Jahre alt ist. Der Nebel wird auch als "Rotlkehlchen-Ei-Nebel" bezeichnet. NGC 1360 gehört zum Sternbild Fornax ("chemischer Ofen"), eines der bei uns sehr unbekannten Sternbilder des Südhimmels. Es steigt nur jetzt im Herbst/Winter über den Horizont, wobei der NGC 1360 nur eine maximale Höhe von 12° Grad über dem Horizont erreicht. Der zentrale Stern in der Mitte des Nebels hat immerhin noch eine Helligkeit von 11,2mag. Damit das blaue Ei sichtbar wird, habe ich dieses Bild 54 Minuten lang belichtet. Länger war leider nicht möglich, da dann NGC 1360 hinter den Bäumen in Nachbars Garten verschwand.

 Nicht das schönste Bild, aber besonders erfreut hat mich dieses Ergebnis:

NGC 247, 11.12.25 um 21:05 Uhr MEZ

 NGC 247 wird auch die Nadelöhr-Galaxie genannt. Sie steht im Sternbild Cetus (Walfisch) und steigt bei mir nur 17° Grad über den Horizont. Die meiste Zeit zieht sie also auch nur knapp über Bäume und Büsche auf dem Nachbargrundstück hinweg, was man auch ein bisschen auf dem Bild erkennen kann. Das Bild wurde insgesamt brutto gut drei Stunden belichtet, viele der einzelnen Aufnahmen wurden von meinem Vespera jedoch verworfen, so dass zum Stacken nur 704 Einzelbilder verwendet wurden, also nur eine Netto-Belichtungszeit von 117 Minuten erreicht wurde. Mir gefällt an dieser Galaxie besonders der Name. Unser Blick fällt recht seitlich auf die Galaxie, dadurch wirkt sie schon mal recht schmal. Das wirklich besondere ist jedoch, das sie im oberen Bereich weniger gefüllt zu sein scheint als im unteren Bereich. Es sieht fast so aus, als ob man dort hindurch gucken könne, halt so wie bei einer Nähnadel mit ihrem Loch (Öhr) für den Faden.

Es fehlen noch ein paar weitere Beobachtungen, jetzt soll diese Seite aber erstmal online gehen, denn gleich geht es zum nächsten Abend unserer Einführungsreihe in die Astronomie.
 

Donnerstag, 15. Juni 2023

14. Juni 2023: Beobachtungen von Planeten, Gaswolken, Galaxien und Supernova

 In den letzten Nächten gab es viele wolkenfreie Nächte. Die Beobachtungsbedingungen waren nicht immer optimal, wenn es tagsüber heiß ist, wird die Luft am Abend und in der Nacht oft flimmerig, aber trotzdem gelangen mir einige Aufnahmen und Beobachtungen.

Zuerst ist am Abend, oft noch vor Sonnenuntergang, die Venus zu sehen. Zur Zeit ist gerade die "Halb-Venus" vorüber. In den nächsten Tagen wird die Venus immer dünner werden, da sie sich gleichzeitig der Erde annähert aber auch größer.

Venus
Dieses Foto habe ich mit meinem Handy gemacht, dass ich einfach hinter das Okular meines großen Fernrohrs gehalten habe. Die Venus ist etwas überbelichtet, aber auch bei korrekter Belichtung sind ohne Spezialfilter auf der Venus keine Details zu erkennen. Nur ihre Phasen lassen sich sehen.

Am 13. Juni stand die Venus, ähnlich wie vor kurzem der Mars, dicht am Sternhaufen der Praesepe. Ein brauchbares Foto von beiden ist mir jedoch nicht gelungen. Wir sind jetzt ja noch dichter an der Sommersonnenwende heran, es ist also Abends noch länger hell, gleichzeitig steht die Praesepe von Tag zu Tag tiefer und dichter am Horizont. Die Sterne waren auf dem besten Foto vielleicht zu erahnen, ich zeige das Foto aber lieber nicht.

Als nächstes habe ich in den letzten Tagen dann oft den Mars betrachtet. Er ist viel kleiner und lichtschwächer als die Venus. Hier ebenfalls ein Foto vom Handy an das gleiche Okular gehalten:

Mars, deulich kleiner als die Venus.

Doch jetzt zu zwei eher lohnenswerten Fotos. Als erstes habe ich noch einmal nach der Supernova in der Galaxie NGC 4568 geschaut.


SN2023ijd in NGC 4568

In der Mitte des Bildes die "siamesischen Zwillinge", die Galaxien NGC 4567 und NGC 4568 (die "nach unten hängende". Und wenn man in dieser Galaxie ganz genau hinschaut, erkennt man hier knapp vor dem unteren Rand, einen kleinen hellen Stern: die Supernova SN2023ijd. Ich habe diese auch schon am 19. Mai fotografiert, auch nach einem knappen Monat ist diese Supernova noch gut zu erkennen.

Und hier ein weiteres Photo vom "Lagunennebel" M 8. Ich habe dieses Foto mit einem Dual Band Filer aufgenommen. Dieser lässt rotes Licht sehr gut durch, andere Wellenlänen werden unterdrückt. Dies betont den Charakter insbesondere von Wasserstoff-Gaswolken im All:


M 8, der Lagunennebel

Es gab noch viele weitere Beobachtungen. Vielleicht schaffe ich es, diese hier in den nächsten Tagen noch nachzutragen.