Mittwoch, 29. September 2010

4. Oktober - Auf der Suche nach Leben im All

Am 30. September wird gemeldet, dass der erste wirklich erdähnliche Planet in einem fremden Sonnensystem entdeckt wurde. Er ist groß und schwer genug, eine Athmosphäre halten zu können und befindet sich nicht zu weit oder zu dicht an seiner Sonne, um möglicherweise auch Wasser auf seiner Oberfläche zu halten. Mehr dazu z.B. unter wissenschaft.de

Passend zu dieser Meldung gibt es am Montag, den 4. Oktober, an der Sternwarte Schloss Neuhaus in Paderborn einen interessanten Vortrag zum Thema "Auf der Suche nach Leben im All".

Auf der Webseite der Sternwarte heisst es dazu ausführlich:


Aufgrund der in den letzten Jahren neu entdeckten Planeten, die um ferne Sterne kreisen, wurde die alte Frage nach der Existenz außerirdischen Lebens erneut in das öffentliche Interesse gerückt. Mit großem Aufwand sucht das SETI-Programm nach Radiosignalen fremder Intelligenzen, und hunderttausende Internetnutzer stellen ihre Computer für zeitaufwändige Datenauswertungen zur Verfügung. Doch besteht tatsächlich Aussicht auf Erfolg? 

Radio- und Infrarotastronomie entdeckten schon vor Jahrzehnten Moleküle im All, die eine Grundvoraussetzung für die Entstehung von Leben darstellen. Allerdings müssten die Umweltbedingungen auf einem fremden Planeten die Entwicklung von intelligentem Leben erst einmal ermöglichen. Hierbei spielt die Beschaffenheit der Atmosphäre eine ebenso wichtige Rolle wie der Abstand eines Planeten zum Zentralstern. 

Der Referent berichtet neben den Grundlagen zur Entstehung von Leben auch über interessante biochemische Experimente, in denen künstliche Lebensmoleküle erzeugt werden konnten. Allerdings ist es bislang nicht gelungen, unter Laborbedingungen künstlich Leben zu erschaffen. Wird es je möglich sein, außerirdische Lebensformen zu entdecken und mit diesen Wesen in Kontakt zu treten? 

Eintritt wie immer 3 Euro (ermäßigt 2 Euro, Mitglieder frei)

Montag, 27. September 2010

29. September - Ausstellung im Südring Einkaufszentrum

Im Südring-Einkaufszentrum sollen am Mittwoch, den 28. September um 17 Uhr gleich zwei sehr interessante Ausstellungen zu sehen sein. Da sie vom Planetarium Laupheim am Bodensee zusammengetellt wurden, ist sicherlich für eine ordentliche Qualität gesorgt. Auf der Webseite des Südring-Center heisst es dazu:

Das Wissen um unsere kosmische Heimat, das Planetensystem, hat sich in den letzten Jahren rasant weiterentwickelt. Dies ist auf verbesserte Teleskope und insbesondere die erfolgreichen Raumfahrtmissionen der NASA und der ESA zu den Himmelskörpern in unserem Sonnensystem zurückzuführen. Basierend auf diesen aktuellen Forschungsergebnissen vermittelt die Ausstellung „Planetenwelten“ faszinierende Einblicke in fremdartige Welten. In acht Vitrinen stehen Globen der Planeten Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun und Pluto, die nach neuesten Sonderergebnissen gestaltet wurden. Per Knopfdruck kann der Besucher die Planeten rotieren lassen. Ein frei aufgestellter, 60 cm durchmessender Reliefglobus der Erde erlaubt es dem Besucher unseren Planeten zu „begreifen“. Ein Kleinplanetarium in dem sich Mond und Erde um die Sonne drehen, kann ebenfalls vom Besucher gesteuert werden. Es veranschaulicht die Entstehung von Sonnen- und Mondfinsternissen, zeigt den Phasenwechsel des Mondes und veranschaulicht die Entstehung der Jahreszeiten.
 
Bei der Ausstellung „Mars in 3D“ steht ganz der rote Planet im Mittelpunkt. Er steht gegenwärtig im Mittelpunkt des wissenschaftlichen Interesses. Dies ist insbesondere auf die erfolgreiche Sonde Mars Express der europäischen Weltraumorganisation ESA und die Mars Exploration Rover der NASA zurückzuführen. Basierend auf diesen aktuellen Forschungsergebnissen vermittelt die vom Planetarium Laupheim in Zusammenarbeit mit der ESA entwickelte Exposition einen aktuellen Überblick über den gegenwärtigen Stand der Marsforschung.

Wenn ich es schaffe, dort vorbei zu gehen, schreibe ich hier natürlich noch einen Bericht über meine Eindrücke.

Nachtrag  29. September:

Die Planetariumsgesellschaft OWL ist ebenfalls an dieser Ausstellung beteiligt. Sie schickte mir schon einmal dieses Bild zur Veröffentlichung in meinem Blog:



Sonntag, 26. September 2010

27. September - 3. Oktober - Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche erreicht der Mond am Freitag sein letztes Viertel, das bedeutet Abends vor seinem Aufgang hat man wieder bessere Chancen, am Nachthimmel auch schwächere Objekte zu beobachten. Die ISS kann man morgends vor Sonnenaufgang überfliegen sehen, diese Flüge erfolgen aber meist noch relativ flach über dem Südhorizont. In der kommenden Woche werden die Überflüge besser zu sehen sein.

Am Montag, den 27. September, geht der Mond jedoch noch um 20:17 Uhr auf, er steht dann rund 5° südwestlich von den Plejaden, die schon langsam die Wintersternbilder ankündigen. Haben Sie morgens früh noch einmal nach Merkur Ausschau gehalten? Um ca. 5:30 Uhr ging der Planet (-1mag) nur 4 Bogenminuten nördlich an sigma Leo (4,1mag) vorbei.

Am Dienstag, den 28. September ist der Mond schon in die Nähe von Aldebaran weiter gewandert und geht jetzt erst kurz vor 21 Uhr auf. Ab 23:07 Uhr wird der Jupitermond Ganymed von seinem Mutterplaneten bedeckt. Und kurz vor 21 Uhr gibt es zwei Iridiumflares in kurzem Abstand an fast der gleichen Stelle. Um 20:57 Uhr und um 20:59 Uhr fast genau im Norden in 28 bzw. 29 Grad Höhe. Beide Flares sind ca. -3mag hell, also heller noch als Jupiter.

Am Mittwoch, den 29. September, geht der Mond dann erst um 21:49 Uhr auf, der Nachthimmel kann vorher also schon recht dunkel werden.

Am Donnerstag, den 30. September, erreicht der Mond maximale Libration in Länge. Der Krater Grimaldi, auf dem Foto vom 21. September gerade am Rande des Terminators (der Tag/Nacht-Schattengrenze) aufgetaucht, ist jetzt sehr weit vom Mondrand entfernt.  Wer morgens früh um ca. 6:25 Uhr mit einem Fernglas zum Mond schaut, kann das Ende einer Sternbedeckung beobachten. 121 tauri (5,3mag) taucht hinter dem verdunkelten westlichen Rand des Mondes wieder auf.

Am Freitag, den 1. Oktober steht der Mond um 5:52 Uhr im Sternbild Zwillinge und erreicht das letzte Viertel. Abends kann man vielleicht Neptun (7,8mag) im Südosten im Sternbild Steinbock finden. gegen 23 Uhr erreicht er seine höchste Stellung im Süden.

In der Nacht zum Samstag, den 2. Oktober gehen um ca. 0 Uhr bzw. gegen 3:15 Uhr zwei Sternbedeckungen zu Ende, zunächst taucht 56 Geminorum (5,2mag), dann 61 Gem (5,9mag) hinter dem Mond wieder auf. Am Abend sollte man sich dann das Spiel der Jupitermonde nicht entgehen lassen. Zunächst wandert Europa und sein Schatten über den Planeten, dann wird Io von Jupiter bedeckt.

Am Sonntag, den 3. Oktober, gehen abends die Jupiterfestspiele weiter. Heute abend zieht ab 19:44 Io vor dem Planeten entlang.

Dienstag, 21. September 2010

21. September: Jupiter, Uranus und Monde

Heute Abend ist es endlich mal nicht bewölkt. Oder zumindest nur wenig, ein paar Cirren und Schleierwolken stören etwas die Durchsicht, aber das Wichtigste kann man doch erkennen. Hier ein Foto von der engen Begegnung zwischen Jupiter und Uranus. Jupiter ist unten auf dem Bild zu sehen, leicht an seinen Monden zu erkennen. Von links nach rechts sind dies Europa, Io und Kallisto. Ganymed versteckt sich gerade hinter dem Planeten. Uranus ist am oberen Bildrand zu erkennen, er verrät sich durch die bläuliche Farbe. Das Bild ist nicht gut fokussiert. Mit einer Kleinbildkamera hinter einem Spektiv ist das leider nicht so einfach. Als Nachweis dieser netten Konstellation ist es aber meiner Meinung nach ausreichend.

Wenn man ganz genau hinschaut, kann man am rechten Rand, oberhalb von Kallisto, knapp auf halber Höhe des Bildes einen weiteren schwachen Stern erkennen. Dieser hat eine Helligkeit von 7,5mag, trägt die Nummer HP117881 und ist ca. 1100 Lichtjahre von uns entfernt.

Außerdem ist heute der Mond sehr gut zu sehen. Für das bloße Auge sieht er schon "voll" aus. Im Fernglas erkennt man jedoch am linken, östlichen Rand noch etliche Krater recht gut, was zeigt, dass es bis zum Vollmond doch noch etwas dauert, der ist ja erst am Donnerstag um 11:17 Uhr. Auf dem Foto erkennt man ziemlich genau am linken Mondrand etwa in der Mitte sehr gut den Krater Grimaldi, der durch sein dunkles Innere auffällt. Mehr über den berühmten Mondkartenzeichner Grimaldi erfährt man bei Wikipedia.

Um 22:52 Uhr, vier Minuten später als im Jahrbuch vorhergesagt, konnte ich dann mit meinem Spektiv auch Ganymed erkennen. Es sah zunächst so aus, als ob Jupiter "oben links" (also östlich) einen Pickel bekommen hätte. Doch ganz langsam löste sich dieser Pickel vom Jupiter und entfernte sich immer mehr.

Ich habe dann auch noch versucht, den Kleinplaneten Hebe zu finden, der heute ebenfalls in Opposition zur Sonne stehen soll. Doch er befindet sich ein ganzes Stück weiter südlich im Sternbild Cetus und war für mich nicht eindeutig zu identifizieren. So niedrig über dem Horizont störten die Äste und Blätter der Bäume auf dem nachbargrundstück leider schon gewaltig.

Montag, 20. September 2010

Buchtipp: Ahnerts Astronomisches Jahrbuch

Und hier jetzt mein erstes Posting mit einem Buchtipp.

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In diesem Monat erschien die neue Ausgabe des "Ahnert", ein astronomisches Jahrbuch mit einer Fülle von Informationen, was alles im kommenden Jahr am Himmel passiert. Bücher dieser Art sind eine der wichtigsten Informationsquellen für meinen Blog.  Und dieses hier empfehle ich Ihnen gerne, deshalb hier gleich ein Link direkt zu "meinem" Buchhändler im Internet:

Ahnerts Astronomisches Jahrbuch

Der "Ahnert" ist eigentlich gar kein Buch im klassischen Sinne mehr, sondern erscheint seit einigen Jahren schon im Spektrum Verlag, der auch die Zeitschrift "Sterne und Weltraum" herausgibt. Es ist auch die gleiche Redaktion, welche dieses Jahrbuch herausgibt. Das Format des "Ahnert" entspricht daher eher auch dem einer Zeitschrift, großes DIN A 4 Format, Klebebindung und 210 Seiten dick.

Wer schon einmal schmökern möchte, was es im nächsten Jahr am Himmel so alles zu sehen gibt, für den ist dieses Buch genau richtig. Zu jedem Tag findet man interessante Informationen, zum Lauf des Mondes, Stellung von Planeten und Kleinplaneten, Monatsübersichten, Hinweise zur Sonnenfinsternis am 4. Januar, auf die Mondfinsternisse vom 15. Juni und 10 Dezember 2011 und vieles, vieles mehr. Viele Grafiken, wie sie in ähnlicher Form auch in der Zeitschrift "Sterne und Weltraum" verwendet werden, unterstützen das verständnis der Texte und erleichtern die Orientierung am Nachthimmel.

Für mich persönlich ist dies Buch schon jetzt wichtig. denn die wichtigsten Daten werden gleich schon in meinen persönlichen Kalender für das kommende Jahr eingetragen, damit ich gut meinen Urlaub planen kann oder ich mir zu Zeiten mit besonderen astronomischen Ereignissen nichts anderes vornehme. Also, warten auch Sie nicht bis Weihnachten (obwohl dieses Buch sicherlich auch als Weihnachtsgeschenk gut taugt), sondern bestellen Sie schon jetzt: Ahnerts Astronomisches Jahrbuch

Sonntag, 19. September 2010

20.-26. September - Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche dominiert der Mond am Abendhimmel. Sein helles Licht sorgt dafür, dass viele schwächere Sterne gar nicht auffallen. Am Nachthimmel fällt Jupiter auf, morgens früh kann man mit viel Glück vielleicht Merkur in der Dämmerung im Osten finden. Die ISS ist in dieser Woche nicht über Bad Lippspringe zu sehen. Auch Iridiumflares gibt es nur wenige, Einzelheiten finden sich wie immer unter http://www.heavens-above.com

Am Montag, den 20. September stehen abends die Jupitermonde Io und Europa dicht beieinander.  Ein Blick mit einem guten Fernglas (z.B. 10x50), am besten auf einem Stativ, sollte die Jupitermonde schon zeigen können.

Am Dienstag, den 21. September, stehen Jupiter und Uranus in Opposition zur Sonne, d.h. sie gehen in etwa bei Sonnenuntergang auf und bei Sonnenaufgang unter. Jupiter leuchtet -2.9mag hell und Uranus 5.7mag. Beide Planeten stehen so dicht nebeneinander (53 Bogenminuten), dass man Uranus gar nicht verpassen kann, wenn man mit einem Fernglas zu Jupiter schaut. Heute steht außerdem auch der Kleinplanet Nr. 6, Hebe, mit 7.7mag in Opposition zur Sonne. Hebe befindet sich jedoch deutlich südlicher als die beiden großen Planeten im Sternbild Walfisch.

Mittwoch, den 22. September steht der Mond abends ca. 8° nordwestlich von Jupiter. Kurz nach 21 Uhr kommen sich die Jupitermonde Kallisto und Europa sehr nahe, in einer Entfernung von ca. 1,2 Jupiterradien ziehen die beiden Monde aneinander vorbei und tauschen ihre Plätze.

Am Donnerstag, den 23. September, ist um 5:09 Uhr astronomischer Herbstanfang. Das Wetter ist ja (leider) schon seit längerem sehr herbstlich.  Außerdem ist heute um 11:18 Uhr Vollmond. Wer die abends im Westen doch schon recht tief stehenden Venus findet, kann (wenn kein Horizontdunst stört) sie im "größten Glanz" erleben, sie ist dann -4.6mag hell. Im Fernglas oder Fernrohr zeigt sie eine recht schmale Sichelform, sieist nur noch zu 25% beleuchtet.

Am Freitag, den 24. September stehen abends alle vier Jupitermonde auf einer Seite vom Planeten, teilweise eng beieinander. Io wandert ab ca. 23:34 vor Jupiter vorüber, in einem Fernrohr kann man auch seinen Schatten auf dem Planeten sehen.

Auch am Samstag, den 25. September bieten die Jupitermonde einiges für den interessierten Beobachter. Um 20:51 verschwindet Io hinter Jupiter und taucht erst um 23:10 Uhr wieder aus seinem Schatten hervor.

In der Nacht zum Sonntag, den 26. September geht um 2 Uhr der Kleinplanet Iris (9,7mag) nur 25 Bogenminuten nördlich am Stern 63 Geminorum (mit 5,3mag)  vorüber. Abends kann man dann gleich nach Jupiteraufgang einen weiteren Io-Vorübergang mit Schattenwurf auf Jupiter beobachten. Um 21:12 Uhr gibt es dann genau im Norden, in ca. 24° Grad Höhe einen -5mag hellen Iridiumflare zu bewundern.

Donnerstag, 16. September 2010

Jetzt auch mit Buchtipps ...

Liebe Freunde dieses Blogs zur Astronomie in Bad Lippspringe,

die Anzeige links auf dieser Seite ist Ihnen wahrscheinlich schon aufgefallen. Ja, ich "kommerzialisiere" diesen Blog ein wenig. Seit gestern habe ich ein sog. "Affiliate-Abkommen" mit "buch.de". Zum einen kommt diese Anzeige daher und wenn ich später in dem einen oder anderen Posting ein Buch beschreibe, es direkt aus meinem Artkel heraus verlinke, und Sie dieses Buch über den von mir geschalteten Link voller Begeisterung nach meiner Besprechung erwerben.... Ja, dann verdiene auch ich eine kleine Provision.

Reich werden kann mensch davon sicherlich nicht, ob überhaupt jemand meinen Blog liest und dann über diesen Weg ein Buch kauft? Ich bin gespannt, was tatsächlich passiert. Die Anzeige links soll "kontextsensitiv" ausgewählte Buchtipps zeigen. Ob dies wohl wirklich klappt? Hoffentlich verwechselt sie nicht Astronomie mit Astrol.... :-)

Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Spaß beim Lesen meiner Beiträge!

Wolfgang Dzieran
Bad Lippspringe