Der Komet C/2026 A1 MAPS ist im Blickfeld des Koronographen "LASCO C3" des Sonnenbeobachtungssatelliten SOHO aufgetaucht. Sehr schön kann man einen kleinen "Kopf und Schweif" erkennen.
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| Der Komet C/2026 A1 MAPS links unten |
Ganz rechts am Rand verschwindet gerade der Ringplanet Saturn aus dem Blickfeld. Dieser leuchtet deutlich heller als der Komet. Die Helligkeit des Kometen auf diesem Bild dürfte bei ca. 4mag liegen. Mal sehen, ob er bei weiterer Annäherung an die Sonne noch heller wird.
Er soll der "Oberfläche" der Sonne auf 160 000 km nahe kommen. Da er selbst nur einen Duchmesser von ca. 400 Metern hat, rechnen viele damit, dass der Komet diese Annäherung nicht überleben wird. Wir sehen also wahrscheinlich gerade einen Kometen, der "in seinen Tod der Sonne entgegen abstürzt". Sollte ein solcher Komet nicht vielleicht nach Ikarus benannt werden? Warten wir es ab.
Außerdem kann man von der Sonne ausgehend nach oben rechts auch noch einen kleinen CME, Materieauswurf erkennen.
Am 3. April um 12:18 Uhr UT ist der Komet schon deutlich heller und länger geworden:
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Der Komet wird heller und länger |
Am Abend des 3. April war er schon weiter und wieder etwas heller:
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| Der Komet nähert sich seinem Perihel (dem Punkt des kürzesten Abstands zur Sonne) |
Heute, am 4. April 2026 soll der Komet um 16:26 Uhr MESZ das Perihel seiner Bahn um die Sonne erreichen. Jetzt wird es spannend. Wird er überleben? Wird er verdampfen?
Ein Bild von heute früh, von einem anderen Satelliten aufgenommen:
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| C/2026 A1 MAPS im Blickfeld von CCOR-1 um m7:00 Uhr UT am 4.4.26 |
Auch von diesem Satelliten gibt es ein schönes Video zur Aktivität der Sonne der letzten Tage und der Annäherung des Kometen: https://ccor.nrl.navy.mil/ccor_realtime/CCOR1_realtime_MinBckgnd.mp4
In diesem Video kommt es - kurz bevor der Komet auftaucht - sogar zu einer "Sonnenfinsternis". CCOR ist ja ein Instrument an Bord eines geostationären Wettersatelliten (GOES), so dass ab und an die Erde selbst die Sonne verdeckt.
Mehr Informationen zu diesem Koronographen gibt es auf dieser Webseite.
Jetzt hat der Komet sein Perihel erreicht. Auch auf den Bildern des CCOR-Koronographen ist nichts mehr von ihm zu sehen. Ist er nur abgedeckt? Oder ist er schon am Zerschmelzen? Bald werden wir es wissen:
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| Der Komet ist verschwunden - nur abgedeckt oder schon aufgelöst? |
Hier auch noch ein Link zum SOHO - LASCO 3 Video: https://soho.nascom.nasa.gov/data/LATEST/current_c3.gif
Und das SOHO LASCO C2 Video: https://soho.nascom.nasa.gov/data/LATEST/current_c2.gif .
Eine Kurzfassung ist dazu bei spaceweather.com verlinkt. Spaceweather schreibt dazu: "A sudden brightening between 0600 UTC and 0800 UTC might indicate a fragmentation of the nucleus. If so, the comet could emerge from behind the coronagraph's occulting disk (which blocks the glare of the sun) as a "headless wonder"--all tail and no head." (auf deutsch: Eine plötzliche Aufhellung zwischen 06:00 UTC und 08:00 UTC könnte auf eine Zersplitterung des Kerns hindeuten. In diesem Fall könnte der Komet hinter der Okkultationsscheibe des Koronagraphen (die das grelle Sonnenlicht abschirmt) als „kopfloses Wunder“ hervortreten – nur mit Schweif, aber ohne Kopf. )
Nachtrag 22:00 Uhr:
Wie Uwe Piltz von der Vereinigung der Sternfreude (VdS) schreibt, hat der Komet sein Perihel nicht überlebt: https://sternfreunde.de/2026/04/04/komet-maps-hat-das-das-perihel-wohl-nicht-ueberlebt/
*** Aber die Geschichte geht weiter (Ostersonntag 12:00 Uhr) ***
Der Komet ist zerbrochen, aber sein Schweif lebt!
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| Der Schweif des Kometen ... |
Und noch einmal (fast) das gleiche Bild im SOHO Lasco C3 Koronographen:
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| Auch bei LASCO C3 ist kein "Kometenkopf" mehr zu erkennen. |
Der Kopf des Kometen mag zerbrochen sein, aber (s)eine Staubwolke folgt weiter seiner Bahn. Hier im Koronographen ist sie noch recht kompakt und hell. Ob davon etwas - in entsprechend größerem Abstand zur Sonne - aber noch am Himmel zu sehen sein wird, gilt es weiter abzuwarten. Ich bin da skeptisch. Genießen Sie jetzt einfach auch noch einmal die oben verlinkten Videos!
Und wunderschön wäre es, wenn die Erde jetzt die Bahn dieses Kometen kreuzen könnte. Wir hätten dann eine phantastische Sternschnuppennacht!
In einer astronomischen Chatgruppe schrieb ein Bekannter von mir dazu sinngemäß: "Wenn etwas so dicht an Karfreitag stirbt, ist die Auferstehung nicht weit". So ist die Geschichte dieses Kometen schon fast eine Ostergeschichte!
Ich wünsche all meinen Leserinnen und Lesern
ein gesegnetes Osterfest!







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