Sonntag, 30. November 2025

1. - 7. Dezember 2025: Der Himmel über Bad Lippspringe

In dieser Woche haben wir am Freitag Vollmond, das helle Licht des Mondes wird aber praktisch die ganze Woche die Beobachtung lichtschwacher Objekte erschweren. Von den hellen Planeten ist Jupiter bald die ganze Nacht überzusehen, er geht gegen 19:15 Uhr im Osten auf, erreicht um 3:00 Uhr dann seine höchste Stellung im Süden und ist bis zur Morgendämmerung sichtbar. Saturn steht um 19:00 Uhr im Süden, er geht noch deutlich vor 1:00 Uhr im Westen unter. Neptun kann bis ca. 1:30 Uhr im Fernrohr in der Nähe von Saturn gefunden werden, Uranus im Sternbild Stier steht bald nach 23 Uhr hoch im Süden. Merkur kann am Morgenhimmel gefunden werden, um 7:00 Uhr steht er jedoch nur ca. 6° Grad hoch am Himmel im Südosten. Venus und Mars stehen zu dicht bei der Sonne und bleiben unsichtbar. Die ISS ist nur noch zu Beginn der Woche am Abend bei sehr flachen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 1. Dezember, geht die Sonne um 8:10 Uhr auf und um 16:18 Uhr unter. Im Laufe der Woche wird die Tageslänge noch kürzer und unter die acht Stunden sinken. Der Mond ist am Abend (20:00 Uhr) zu 85 Prozent beleuchtet, um 17:17 Uhr bedeckt er den 6,8mag hellen Stern HIP6451. Er geht erst am Dienstag um 4:46 Uhr unter. Die ISS kann am Abend zwischen 18:24 Uhr und 18:28 Uhr bei klarem Blick zum Südwesthorizont in maximal 12° Grad Höhe bei einem Überflug gesehen werden. Der Komet 24P/Schaumasse (ca. 13mag) zieht heute nicht weit von gamma Leo (Algieba, 2,0mag) und der Galaxie NGC 3227 vorüber. Kleinplanet (94)Aurora (11,9mag) steht um 22 Uhr nur 0,5' Bogenminuten entfernt von Stern HIP25343 (6,5mag) im Sternbild Auriga (Fuhrmann).

Am Dienstag, den 2. Dezember, ist der Mond am Abend schon zu 93 Prozent beleuchtet. Die ISS kann am Abend zwischen 17:37 Uhr und 17:41 Uhr bei klarem Blick zum Südwesthorizont in maximal 17° Grad Höhe letztmalig in diesem Jahr am Abend bei einem Überflug gesehen werden. Ab 11. Dezember ist sie dann wieder bei morgendlichen Überflügen zu sehen. Um 19:00 Uhr steht Kleinplanet (68)Leto (10,4mag) in 3,5' Bogenminuten Abstand von Stern 66 Ari (6,0mag). Und ebenfalls um 19 Uhr steht Kleinplanet (352)Gisela (11,5mag) in 6,5' Bogenminuten Abstand zu Stern HIP21436 (7,6mag).

Am Mittwoch, den 3. Dezember, ist der Mond abends schon zu 98 Prozent beleuchtet. Um 4:46 Uhr in der Frühe bedeckt der Mond den 5,7mag hellen Stern mü Arietis. Kleinplanet (7)Iris (10,2mag) steht um 2 Uhr 4' Bogenminuten entfernt von Stern 36 Sex (6,3mag) und um 4 Uhr steht (40)Harmonia (9,9mag) in 4' Bogenminuten Abstand zu Stern delta Gemini (3,5mag)..

Am Donnerstag, den 4. Dezember, zieht der Mond zwischen 4:00 Uhr und 6:00 Uhr über die Plejaden hinweg, fast voll wird er die Sterne jedoch schnell überstrahlen, so dass eine gute Beobachtung schwierig sein wird. Am Abend beginnt die Vollmondnacht mit dem Mondaufgang um 15:14 Uhr. Um Mitternacht steht der Mond dann 65° Grad hoch über dem Horizont. Da heute der Mond um 12:08 Uhr auch im Perigäum seiner Bahn um die Erde steht (356.963 km von der Erde entfernt), ist uns der Vollmond auch diesmal etwas näher als üblich und erscheint dadurch ein wenig größer als üblich. Der interstellare Komet 3I/ATLAS zieht heute früh dicht an beta Virgo (3,5mag) vorüber.

Am Freitag, den 5. Dezember, ist bereits kurz nach Mitternacht um 0:14 Uhr exakt Vollmond. Dieser geht dann um 9:24 Uhr unter. An der Volkssternwarte Paderborn gibt es um 19 Uhr den dritten Teil unseres Einführungskurses in die Astronomie, diesmal geht es um das Thema "Wie astronomische Instrumente unseren Blick erweitern."

Am Samstag, den 6. Dezember, Nikolaustag, endet um 1:26 Uhr die Bedeckung des 4,6mag hellen Stern 136 Tauri, der Stern tritt hinter dem dunklen Mondrand wieder hervor. Abends geht der Mond um 17:17 Uhr auf, er ist am Abend nur noch zu 95 Prozent beleuchtet. Um 4 Uhr steht (471)Papagena (9,5mag) in 6,5' Bogenminuten Abstand zu Stern HIP13756 mit 6,6mag. Die Mitglieder der Volkssternwarte in Schloß Neuhaus sind heute um 15 Uhr zur Weihnachtsfeier herzlich eingeladen.

Am Sonntag, den 7. Dezember, Zweiter Advent, geht der Mond um 18:43 Uhr auf. Er steht dicht bei Jupiter und ist noch zu 89 Prozent beleuchtet. Um 23:39 Uhr endet die Bedeckung des 6,4mag hellen Sterns HIP39194. Merkur erreicht heute seinen größten Abstand vonder Sonne. Um 19 Uhr steht Kleinplanet (2)Pallas (10,4mag) in 7' Bogenminuten Abstand zu SternHIP101347 (6,6mag).

Donnerstag, 27. November 2025

22. November 2025: Heile und kaputte Kometen

 Am Samstagabend hatte ich mehrere Kometen fotografiert. Einige davon warteten mit echten Überaschungen auf.

Komet C/2025 T1 (ATLAS) am 22.11.25 um 18:07 Uhr, (5 min, Vespera Pro)

Dieser Komet beeindruckt durch seine schöne helle grüne Koma. Ein Schweif ist nicht zu erkennen, seine Helligkeit beträgt ca. 9,5mag. Er bewegt sich zur Zeit noch recht hoch am Abendhimmel im Sternbild Leier. Hier geht es zu seinen Bahndaten. Am 14. November hatte er von daher die größte Annäherung an die Erde, der Sonne am nächsten (Perihel seiner Bahn) kommt er am 2. Dezember. 

Komet C/2025 R2 (SWAN) um 18:10 Uhr (5min Vespera classic)

Der Komet C/2025 R2 (SWAN) erscheint nicht ganz so hell wie C/2025 T1. Vielleicht liegt es jedoch auch daran, dass er etwas schneller zu ziehen scheint, denn das Bild zeigt schon nach fünf Minuten Belichtungszeit einen kleinen Strich und wirkt etwas "verschmierter". Dieser Komet hatte seine größte Annäherung an die Sonne aber auch schon im September und entfernt sich jetzt schnell auch von uns. Zuvor hatte ich ihn schon am 18. Oktober und  5. November beobachten können.

 

Komet C/2022 N2 (PANSTARRS) um 18:26 (10 min belichtet, Vespera classic)

Deutlich lichtschwächer und auf meinem Bild nur "gerade noch so" zu erkennen der schon 2022 entdeckte Komet C/2022 N2 PANSTARRS. Er hat nur eine Helligkeit von ca. 14,5mag. Auch er hat jedoch vor noch nicht langer Zeit sein Perihel durchquert, das war am 31. Juli 2025. Die größte Annäherung an die Erde war am 9. November.

Komet C/2025 K1 (ATLAS) am 22.11.25 um 22:26 Uhr (1 min belichtet, Vespera classic)

 Schon dieses Bild, nur eine Minute (!) lang belichtet, zeigt einen schönen Kometenschweif! Auch wenn die Helligkeit dieses Kometen nicht besonders hoch ist, sie liegt auch bei ungefähr 10mag. Dieser Komet hatte am 8. Oktober sein Perihel, die größte Annäherung an unsere Erde erfolgte am 24. November. Hier gleich noch ein Foto von K1, länger belichtet:

C/2025 K1 um 22:34 Uhr (7,5 min belichtet)

Der Schweif ist durch die längere Belichtugszeit schon recht breit auseinander gezogen. Etwas irritiert bin ich, dass die Koma offensichtlich keinen geraden Strich, sondern eher eine leicht gekrümmte Kurve als Spur hinterlassen hat. Aber vielleicht ist das auch ein fotografisch bedingtes Artefakt.

Dieser Komet ist übrigens gerade am Auseinanderbrechen, wie Fotos von größeren Instrumenten zeigen. Für mein Gerät fliegen die beiden Komponenten jedoch zu dicht hintereinandfer, so dass ich sie nicht trennen kann.

Dies war jedoch bei einem anderen Kometen möglich, 240P/NEAT. Bei diesem Kometen ist der Name etwas anders. Bei diesem Kometen jonnte eine genaue Umlaufperiode seiner Bahn um die Sonne bestimmt werden, er gehört also zu den "periodischen" Kometen, da ist er der 240. Komet, von dem das gelungen ist, deshalb die Bezeichnung 240P und anschliessen wie immer der Name des Entdeckers (bzw. des entdeckenden Projektes). Genau wie C/2022 N2 (PANSTARRS) hatte ich diesen Kometen auch schon einmal am 31. Oktober fotografiert.

Komet 240P/NEAT um 20:47 Uhr (5 min belichtet, Vespera classic)

Der eigentliche Komet ist der "verwaschene Fleck" in der Mitte des Bildes. Doch schauen Sie mal etwas genauer hin: Ist da nicht noch ein zweiter, etwas schwächerer Fleck, leicht rechts neben dem Kometen? Dies wird viellleicht mit einem weiteren Bild deutlicher:

Der Komet um 22:19 Uhr (ebenfalls 5 min belichtet)

 Und weil das immer noch nicht ganz einfach zu erkennen ist, habe ich das Zentrum der beiden Bilder ausgeschnitten und daraus eine kleine Animation gemacht, die alle fünf Sekunden zwischen den Bildern wechselt:

240P/NEAT mit Komponente A und B

Die hellere Komponente wird jetzt A genannt, die etwas schwächere B (also 240P/NEAT). Ich glaube, es ist das erste Mal, dass ich selbst so einen "zerbröselnden" Kometen fotografiert habe. Am 24. November erreichte dieser Komet seine größte Erdnähe, am 19. Dezember soll er sein Perihel erreichen. Ob er dann noch weiter zerbröseln wird?

Astronomie ist und bleibt spannend! 5 Kometen in einer Nacht (und dies ja eigentlich nur in der ersten Hälfte, 3I/ATLAS muss man für die Nacht ja eigentlich auch noch mitzählen. Kometen mit und ohne Schweif, mal m,ehr, mal weniger grün, heil und zerbröselnd. Ein tolles Beobachtungsgebiet!

Mittwoch, 26. November 2025

23. November: 3I/ATLAS - ein interstellarer Wanderer

 Endlich hat es geklappt!

Das astronomische Frühwarnsystem Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) entdeckte am 1. Juli 2025 ein Objekt, bei dem nach genauer Bahnbestimmung schließlich fest stand: Dieses Objekt stammt nicht aus unserem Sonnensystem! Nach 1I/Oumuamua und 2I/Borisov ist es das dritte interstellare Objekt, das bis jetzt in unserem Sonennsystem beobachtet werden kann. Deshalb die Bezeichnung 3I/ATLAS.

Ich hatte schon im Herbst versucht, das Objekt zu fotografieren, doch da war es noch zu lichtschwach für meine Instumente. Später flog es dann längere Zeit von der Erde aus gesehen hinter der Sonne entlang, so dass es praktisch auch nicht sichbar war, doch jetzt in diesen Tagen ist es am Morgenhimmel zu beobachten.

Und es ist, obwohl es sich bereits wieder auf dem Weg aus unserem Sonennsystem hinaus befindet, erstaunlich hell. Da man schon im August bei diesem Objekt Ausgasungen feststellte, wurde es schnell als Komet eingestuft. 

Ich habe am Sonntagmorgen mehrere Fotos mit meiner Vespera Pro gemacht, die durch den Vergleich miteinander dann auch leicht die relative Bewegung des Objekts vor dem Sternenhimmel zeigen. Alle Bilder wurden jeweils fünf Minuten lang belichtet. 3I/ATLAS ist das etwas "verwaschene" Objekt ungefähr in der Bildmitte: 

3I/ATLAS am 23.11.25 um 5:29 Uhr

... um 5:44 Uhr

... um 5:51 Uhr

... und um 6:02 Uhr

Die NASA hat - trotz des "Shutdowns" der amerikanischen Regierungsbehörden - es geschafft, das Objekt mit vielen verschiedenen Satelliten beobachten zu lassen. Ein kleiner Überblick dazu wurde am 19. November bei YouTube live übertragen. Diese Informationen findet man auch auf einer ausführlichen Webseite der NASA zu 3I/ATLAS.

Auf meine Bildern habe ich seine Helligkeit zu ca. 10,5 mag geschätzt. Die beiden Sterne auf den Fotos rechts vom Kometen haben ca. 12 mag, mir scheint 3I/ATLAS da doch deutlich heller zu sein. Der ebenfalls etwas verwaschene "Fleck" im linken unteren Quadranten der Bilder ist die Galaxie NGC 4454. Dort stehen rechts daneben und oberhalb zwei hellere Sterne von ca. 10,0mag, die wiederum erscheinen mir etwas heller als 3I/ATLAS.

Bereits am 29. Oktober hatte der Komet seine größte Annäherung an die Sonne erreicht, die größte Annäherung an die Erde wird er am 19. Dezember haben, bis dahin wird seine Helligkeit jedoch weiter abnehmen.

Ich finde es einfach schon irre genug, dass dieses Objekt irgendwo weit von uns entfernt in den Tiefen unserer Milchstrasse vor Milliarden von Jahren entstanden ist, aus welchen Gründen auch immer, aus seiner eigenen Umgebung herauskatapultiert wurde und nun zufällig quer durch unser Sonnensystem rast. Wenn man da "Mäuschen" sein könnte und einfach mal von Sternsystem zu Sternsystem mitfliegen könnte ...

26. November 2025: Endlich mal wieder der Mond sichtbar

 Der Tag war praktisch die ganze Zeit recht dunkel, wolkenverhangen. Mit weniger als 2 Kwh hat meine Solaranlage heute so gut wie keinen Strom erzeugt. Und doch war plötzlich um 17 Uhr der Mond im Süden zu sehen. Entgeistert checkte ich noch einmal meine Wetterapps, da war von keiner Aufheiterung die Rede.

Doch schnell griff ich zur Kamera und so kamen ein paar Bilder zusammen. Hier das wohl am besten gelungene, denn groß war die Wolkenlücke nicht - und schnell hatte sie sich auch wieder geschlossen.

Der Mond am 26. November 2025 um 17 Uhr

 Immerhin, es gibt ihn noch. Leider sieht es heute nicht nach weiteren Aufheiterungen aus. Doch wer vertraut unbegrenzt in seine Wetter-Apps? ich glaube, ich werde heute immer wieder einmal nach draußen schauen, ob da nicht doch noch etwas mehr geht ...

Auf diesem Bild kann man recht gut erkennen, dass das Mare Crisium recht nah am rechten Rand steht, es macht sich also wieder eine ausgeprägte Libration bemerkbar.  Leider diesmal so, dass der Mond uns einen Teil seines Antlitz verbirgt. Dafür kann man noch recht gut die Krater Ritter und Sabine erkennen, nicht weit davon entfernt ist 1969 Apollo 11 im Mare Tranquilitatis gelandet.

Hier einmal eine Karte mit vielen Landeplätzen russischer und amerikanischer Satelliten oder Raumschiffe:

Landeplätze auf dem Mond ((c)NASA) 

 Am kommenden Freitag, den 29. November, werden wir an der Volkssternwarte Paderborn in unserem aktuellen Astronomiekurs auch unseren Mond behandeln.

Sonntag, 23. November 2025

24. - 30. November 2025: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche nimmt der Mond von Tag zu Tag weiter zu. Von den hellen Planeten steht Saturn abends gegen 20 Uhr im Süden, er geht bald nach 1:00 Uhr unter. Jupiter geht im Osten bereits kurz vor 20:00 Uhr auf und ist dann den Rest der Nacht zu sehen. Zum Ende der Woche hin kann vielleicht mit Hilfe eines Fernglases Merkur in der Morgendämmerung gefunden werden, er geht am 30. November um 6:24 Uhr auf. Die ISS ist bei abendlichen Überflügen zu sehen.

Am Montag, den 24. November, geht die Sonne um 7:59 Uhr auf und um 16:23 Uhr unter. Der helle Tag dauert jetzt nur noch wenig länger als acht Stunden. Der Mond geht heute um 19:15 Uhr unter, er ist zu 18 Prozent beleuchtet. Zwischen 17:29 Uhr und 17:35 Uhr fliegt die ISS aus Westen kommend exakt um 17:33:16s Uhr in 425 Kilometern Höhe über unsere Stadt hinweg. Zwischen 19:06 Uhr und 19:09 Uhr ist sie noch einmal kurz im Westen zu sehen, bevor sie im "Sommerdreieck" im Erdschatten für den weiteren Flug unsichtbar wird.

Am Dienstag, den 25. November, geht die zu 26 Prozent beleuchtete Mondsichel um 20:31 Uhr unter. Die ISS fliegt zwischen 18:19 Uhr und 18:24 Uhr in maximal 70° Grad Höhe über unseren Nachthimmel hinweg.

Am Mittwoch, den 26. November, ist der Mond am Abend zu 35 Prozent beleuchtet, er geht um 21:49 Uhr unter. Kleinplanet (20)Massalia (11,1mag) steht um 2:00 Uhr in nur 7,5' Bogenminuten Abstand zu 83 Leo (6,5mag). Die ISS fliegt zwischen 17:31 Uhr und 17:38 Uhr  in maximal 81° Grad Höhe hoch über unsere Stadt hinweg. Zwischen 19:08 Uhr und 19:11 Uhr ist sie noch einmal kurz im Westen zu sehen, bevor sie i Sternbild Adler in 28° Grad Höhe im Erdschatten für den weiteren Flug unsichtbar wird.

Am Donnerstag, den 27. November, geht der zu 45 Prozent beleuchtete Mond um 23:08 Uhr unter. Von 13:55 Uhr bis 15:55 Uhr kann beim Mond das "Lunar V" beobachtet werden. Um 19:01 Uhr bedeckt der Mond den 4,3mag hellen Stern iota Aquarii. Um 20:49 Uhr kommt es zu einer weiteren Sternbedeckung, HIP109316 hat jedoch nur eine Helligkeit von 6,9mag. .Die ISS fliegt zwischen 18:20 Uhr und 18:25 Uhr in maximal 43° Grad Höhe über unseren Himmel hinweg, bevor sie kurz hinter Saturn, den sie fast "schrammt" im Erdschatten verschwindet.

Am Freitag, den 28. November, erreicht der Mond exakt um 7:59 Uhr das Erste Viertel, dann steht er bei uns jedoch unter dem Horizont. Er geht erst 13:23 Uhr auf, am Abend ist er dann zu 55 Prozent beleuchtet und geht erst am Samstag um 0:28 Uhr unter. Kleinplanet (20)Massalia (11,1mag) steht um 2:00 Uhr in nur 9,5' Bogenminuten Abstand zu tau Leo (4,9mag). Zwischen 17:33 Uhr und 17:40 Uhr fliegt die ISS in maximal 56° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg. Zwischen 19:10 Uhr und 19:13 Uhr kann sie noch einmal flach im Südwesten in maximal 17° Grad Höhe gesehen werden. Am Freitag gibt es auf der Volkssternwarte in Paderborn Schloß Neuhaus um 19 Uhr den 2. Teil des Einführungskurses in die Astronomie, diesmal geht es um unser Planetensystem.

Am Samstag, den 29. November, steht der Mond am Abend oberhalb von Saturn. Er ist zu 66 Prozent beleuchtet und geht um 1:50 Uhr am Sonntag unter. Um 21:58 Uhr bedeckt der Mond den Stern HIP 117354 (7,1mag). Kleinplanet (487)Venetia (12,0mag) steht um 6:00 Uhr in nur 2' Bogenminuten Abstand zu HIP13232 (7,6mag). Zwischen 18:22 Uhr und 18:28 Uhr fliegt die ISS in nur noch in 28° Grad Höhe über unseren Himmel hinweg.

Am Sonntag, den 30. November, 1. Advent, ist der Mond am Abend zu 76 Prozent beleuchtet. Zwischen Mondaufgang um 13:45 Uhr und abends um 22:00 Uhr kann beim Mond der "goldene Henkel" beobachtet werden. Um 17:24 Uhr bedeckt der Mond den 6,5mag hellen Stern HIP 2358 (ungefähr auf der Höhe des "goldenen Henkels"). Kleinplanet (487)Venetia (12,1mag) steht um 6:00 Uhr in nur 3' Bogenminuten Abstand zu HIP13183 (6,8mag).  Zwischen 17:35 Uhr und 17:40 Uhr fliegt die ISS in 32° Grad Höhe über unseren Abendhimmel hinweg.

Mittwoch, 19. November 2025

17. November 2025: IC 1318 - Schmetterlingsnebel

 Am Montag, den 17. November, war abends für ca. 2 Stunden klarer Himmel angesagt. Sicherlich kann man sich so exakt dann auch wieder nicht auf die Wettervorhersagen verlassen, und ich hatte außerdem einen auswärtigen Termin. Trotzdem habe ich mein Vespera Pro draußen im Garten aufgestellt. Um 18 Uhr musste ich los und um 20 Uhr sollte ich wieder zuhause sein.

Und es hat durchaus geklappt:

IC 1318 am 17. 11.25

 Während meiner Abwesenheit müssen doch auch etliche Wolken durchgezogen sein. Das Vespera hat insgesamt 586 Bilder gemacht, zum Stacken jedoch nur 421 verwertet. Die Netto-Belichtungszeit betrug also nur 70 Minuten. Brutto waren es etwas mehr als zwei Stunden. Als ich wieder zuhause war, waren keine Sterne mehr am Himmel zu erkennen, so dass ich mein Gerät dann schnell auch wieder ins Haus brachte. Vaonis empfiehlt für diesen Nebel eigentlich eine Belichtungszeit von drei Stunden, ich bin jedoch auch mit diesem Ergebnis nach einer guten Stunde Belichtungszeit schon sehr zufrieden.

Bei Wikipedia findet man einige Informationen zu diesem interessanten Objekt. 

Vor elf Monaten hatte ich diesen Nebel schon einmal fotografiert und damals deutlich länger belichtet. Umso spannender finde ich dieses Ergebnis: Das Bild sieht meiner Meinung nach trotz der kürzeren Belichtungszeit viel besser aus. Ein Zeichen, das auch die interne Software des Vespera in der Zwischenzeit deutlich verbessert wurde. 

Sonntag, 16. November 2025

17. - 23. November 2025: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche haben wir Neumond, die Nächte eignen sich also gut zur Beobachtung lichtschwacher deep-sky-Objekte. Von den hellen Planeten steht Saturn um 20 Uhr im Süden am Himmel, er geht gegen 1:30 Uhr im Westen unter. Jupiter geht ca. 20:30 Uhr im Osten auf und steht gegen 4:00 Uhr hoch im Süden. Der fast mit bloßem Auge sichtbare, aber doch eher Fernglasplanet, Uranus (5,6mag) steht in dieser Woche in Opposition zur Sonne und ist die ganze Nacht sichtbar. Fernglasplanet Neptun ist weiterhin in der Nähe von Saturn zu finden. Die ISS ist bei abendlichen Überflügen zu sehen.

 Am Montag, den 17. November, geht die Sonne um 7:48 Uhr auf und um 16:31 Uhr unter. Das ist am Morgen 13 Minuten später und am Abend zehn Minuten früher als noch vor einer Woche. Die hellen Tage werden also immer noch von Woche zu Woche deutlich kürzer. Die nur noch zu 8 Prozent beleuchtete Mondsichel geht um 4:49 Uhr auf und steht in der Nähe von Spica in der Jungfrau. Zwischen 18:12 Uhr und 18:17 Uhr ist die ISS bei einem Überflug in maximal 40° Grad Höhe am Abendhimmel zu finden. Heute wird das Maximum des Meteorstroms der Leoniden erwartet.

Am Dienstag, den 18. November, geht die nur noch zu 4 Prozent beleuchtete Mondsichel um kurz nach 6:00 Uhr auf. Zwischen 17:24 Uhr und 17:31 Uhr ist die ISS bei einem Überflug in maximal 29° Grad Höhe am Abendhimmel zu finden. Um 19:02 Uhr steigt die ISS noch einmal im Westen auf ca. 40° Grad Höhe, bevor sie jedoch schnell im Erdschatten verschwindet.

Am Mittwoch, den 19. November, Buß- und Bettag, ist die ISS zwischen 18:12 Uhr und 18:17 Uhr bei einem Überflug in maximal 66° Grad Höhe am Abendhimmel zu finden. Um 22:00 Uhr steht Kleinplanet (2)Pallas (10,3mag) in nur 6' Bogenminuten Abstand zu SternHIP101921 (6,2mag).

Am Donnerstag, den 20. November, erreicht der Mond um 7:47 Uhr seine exakte Neumondposition. Zwischen 17:24 Uhr und 17:31 Uhr ist die ISS bei einem Überflug in maximal 51° Grad Höhe am Abendhimmel zu finden. Um 19:03 Uhr steigt die ISS noch einmal im Westen auf ca. 43° Grad Höhe, bevor sie jedoch wieder im Erdschatten verschwindet. Kleinplanet (68)Leto (10,0mag) steht heute in der Nähe der Plejaden (ca. 2° entfernt) in Opposition zur Sonne. Auch (245)Vera (11,2mag) steht heute in Opposition.

Am Freitag, den 21. November, steht der Planet Uranus in Opposition zur Sonne. Zwischen 18:12 Uhr und 18:17 Uhr fliegt die ISS in maximal 86° Grad Höhe fast genau durch den Zenit über unseren Köpfen hinweg. Bei Jupiter wandert von 2:03 Uhr bis 5:31 Uhr der Schatten von Mond Kallisto über den Planeten, parallel dazu von 2:32 Uhr bis 4:47 Uhr auch der Schatten von Mond Io. Bis gegen 4:00 Uhr ist auch der GRF (Große Rote Fleck) zu sehen. Heute Abend beginnt um 19 Uhr ein Einführungskurs in die Astronomie an der Volkssternwarte Schloß Neuhaus. Heute geht es um „Sternbilder entdecken - am Nachthimmel orientieren“.

Am Samstag, den 22. November, zieht ab 20 Uhr Saturnmond Titan vor dem Mutterplaneten vorüber. Zwischen 17:24 Uhr und 17:31 Uhr ist die ISS bei einem Überflug in maximal 77° Grad Höhe sehr hoch am Abendhimmel zu finden. Um 19:03 Uhr steigt die ISS noch einmal im Westen auf ca. 41° Grad Höhe, bevor sie wieder um 19:04 Uhr im Erdschatten verschwindet. Kleinplanet (42)Isis steht um 2:55 Uhr in nur 1,5' Bogenminuten Abstand zu Stern 87 Gem (5,7mag).

Am Sonntag, den 23. November, könnte der Mond nach Sonnenuntergang erstmalig nach Neumond wieder sichtbar sein. Seine Sichel ist zu 10 Prozent beleuchtet, er geht um 18:06 Uhr unter. Um 17:10 Uhr bereits bedeckt der Mond ein 6,8mag schwach leuchtendes Sternchen, er steht dann jedoch nur 4° Grad über dem Horizont. Zwischen 18:12 Uhr und 18:17 Uhr fliegt die ISS in maximal 89° Grad Höhe praktisch genau durch den Zenit über unseren Köpfen hinweg (exakt um 18:16:42 Uhr.

21. November - 12. Dezember 2025: Vier Abende unter Sternen - "Einführung in die Astronomie"

 

Vier Abende unter den Sternen

Vierteilige Vortragsreihe „Einführung in die Astronomie“

 An vier Abenden zwischen dem 21. November und dem 12. Dezember vermitteln erfahrene Mitglieder der Sternwarte die Grundlagen der Astronomie – anschaulich, verständlich und praxisnah. Ich freue mich, an dieser Veranstaltungsreihe mitwirken zu dürfen.

 Jeder Vortrag kombiniert einen theoretischen Teil mit jeder Menge Praxis und Beobachtungen am Himmel – mit dem bloßen Auge oder vielerlei Hilfsmitteln.

 Die Termine im Überblick

21. November ab 19 Uhr – „Sternbilder entdecken - am Nachthimmel orientieren“
Referent: Wolfgang Dzieran

28. November ab 19 Uhr – „Reise durch das Sonnensystem – unser Platz im All“
Referenten: Wolfgang Dzieran, David Schmelter, Tobias Scholz

5. Dezember ab 19 Uhr – „Grenzen überwinden – Wie astronomische Instrumente unseren Blick erweitern“ 
Referent: David Schmelter

12. Dezember ab 19 Uhr – „Ferne Welten & leuchtende Nebel – unterwegs im Deep Sky“
Referent: Tobias Scholz

Natürlich kann jeder Vortrag auch nur allein besucht werden, wir freuen uns jedoch, wenn Sie die vier Abende gemeinsam mit uns verbringen. 

Die Vorträge setzen kein besonderes Wissen voraus. Sie sind sowohl für Erwachsene geeignet, wie auch für Jugendliche, an deren Schule kein Astronomieunterricht oder auch keine Astronomie-AG stattfindet. 

Drücken Sie die Daumen, damit das Wetter auch wirklich praktische Beobachtungen erlaubt. Sollte das Wetter nicht mitspielen wollen, werden wir in unseren Vorträgen umso mehr praktische Beispiele und Hilfsmittel für eigene Beobachtungen zeigen. 

Der Eintritt beträgt jeweils 4 Euro (Ermäßigt 3 Euro).  

Dienstag, 11. November 2025

15. November 2025: Wanderung auf dem Planetenweg

 Am Samstag, den 15. Januar, findet wieder eine geführte Wanderung auf dem wunderschönen Planetenweg in Bad Lippspringe statt. Beginn ist um 14 Uhr an der Sonne im Arminiuspark. Die Wanderung endet gegen 17:30 Uhr, ebenfalls im Arminuspark.

Auf der Webseite der Initiative heißt es dazu:

Wir wandern gemeinsam auf dem ca. 7 km langen Planetenweg. Bei jeder Planetenskulptur gibt es einen kleinen Vortrag.
Die Teilnehmenden sollten witterungsentsprechende Bekleidung und festes Schuhwerk tragen und bei Bedarf Verpflegung mitbringen.

Der Parkplatz befindet sich an der Burgstr. hinter der Burgruine.
Die Teilnehmer treffen sich im Arminiuspark an der Sonne.

Die Anmeldung erfolgt über Carina Moss (05251 68330-01 oder gesunde-kommune@ksb-paderborn.de) oder Hubert Hermelingmeier (mail@planetarier.net).  
Diese Wanderungen sind eine Initative zum Projekt „Gesunde Kommune“, gemeinsam mit dem Kreises Paderborn, der Techniker Krankenkasse (TK) und des KreisSportBundes Paderborn e. V. (KSB Paderborn). 

Kostenbeitrag:
Pay what you want
Beträge ausschließlich zum Unterhalt des Planetenwegs, kein Honorar

 

Sonntag, 9. November 2025

10. - 16. November 2025: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche nimmt der Mond weiter ab, die Abende eignen sich mehr und mehr auch wieder zur Beobachtung lichtschwächerer deep-sky-Objekte. Von den hellen Planeten endet die Zeit der Venus als Morgenstern. Sie geht erst gegen 6:45 Uhr auf, das ist schon in der hellen Dämmerung. Saturn steht gegen 20:30 Uhr im Süden, er geht bald nach 2:00 Uhr im Westen unter. Jupiter nähert sich seiner Opposition, er geht bereits vor 21:00 Uhr auf. Die ISS beginnt in dieser Woche wieder eine Serie von abendlichen Überflügen.

Am Montag, den 10. November, geht die Sonne um 7:35 Uhr auf und um 16:41 Uhr unter. Der helle Tag dauert also nur noch gut neun Stunden. Der Mond geht um 21:11 Uhr auf, er ist noch zu 65 Prozent beleuchtet. Er geht erst am Dienstag nach 13 Uhr unter. Kleinplanet (471)Papagena (9,1mag) steht heute in Opposition zur Sonne. Der veränderliche Stern Algol steht um 21:50 Uhr im Minimum.

Am Dienstag, den 11. November, geht der Mond um 22:36 Uhr auf, er ist zu 53 Prozent beleuchtet. Um 19:00 Uhr steht Kleinplanet (487)Venetia (10,3mag) in 3,5' Bogenminuten Abstand zu Stern HIP14358 (8,3mag).

Am Mittwoch, den 12. November, erreicht der Mond um 6:28 Uhr das Letzte Viertel, er geht um 14:05 Uhr unter. Am Abend geht der Mond um 23:57 Uhr auf, er steht dicht bei Regulus im Löwen, der Abstand beträgt nur einen Vollmonddurchmesser.  Um 5:00 Uhr steht Kleinplanet (7)Iris (11,7mag) in 7' Bogenminuten Abstand zu Stern HIP50870 (6,5mag). Und um 22:35 Uhr steht Kleinplanet (12)Viktoria (10,1mag) in 4,5' Bogenminuten Abstand zu Stern 27 Ari (6,2mag).

Am Donnerstag, den 13. November, ist der Mond am Morgen um 6:00 Uhr noch zu 40 Prozent beleuchtet. Um 5:25 Uhr steht Kleinplanet (25)Phocacaea (11,4mag) in 4' Bogenminuten Abstand zu Stern HIP19859 (6,3mag). Die ISS kann heute um 18:12 Uhr erstmalig ganz kurz im Süden in maximal 10° Grad Höhe gesehen werden.

Am Freitag, den 14. November, geht der Mond um 1:13 Uhr auf, er erreicht um 7:55 Uhr die größte Höhe im Süden. Er ist nur noch zu 30 Prozent beleuchtet. Um 3:10 Uhr endet die Bedeckung von 59 Leo (5,0mag) am dunklen Mondrand. Um 22:00 Uhr steht Kleinplanet (433)Eros (10,4mag) in 4' Bogenminuten Abstand zu Stern HIP3252 (7,7mag). Die ISS steigt heute um 18:56 Uhr im Südwesten auf und verschwindet um 10:00 Uhr in 21° Grad Höhe im Sternbild Steinbock im Erdschatten.

Am Samstag, den 15. November, geht der Mond um 2:22 Uhr auf, seine Sichel ist um 6 Uhr noch zu 22 Prozent beleuchtet. Gegen 5:50 Uhr endet die Bedeckung von HIP57629 (6,2mag) am dunklen Mondrand. In diesem Monat fällt der Sternschnuppenstrom der Leoniden. Nach Sterne und Weltraum könnte es heute ein kleines Maximum von ca. 15 Meteoren pro Stunde geben. Zwischen 18:10 Uhr und 18:13 Uhr ist die ISS heute in maximal 21° Grad Höhe bei einem Überflug im Süden zu sehen. Von 14:00 Uhr bis 17:30 Uhr gibt es eine geführte Wanderung auf dem Planetenweg in Bad Lippspringe. Mehr Informationen dazu in meinem Extra-Blogbeitrag.

Am Sonntag, den 16. November, geht die nur noch zu 15 Prozent beleuchtete Mondsichel um 3:38 Uhr auf. Die ISS ist heute zwischen 17:22 Uhr und 17:27 Uhr bei einem Überflug im Südosten in maximal 15° Grad Höhe zu sehen. Um 18:56 Uhr steigt sie noch einmal im Südosten auf, verschwindet jedoch schon um 19:00 Uhr in 36° Grad Höhe im Erdschatten.

Freitag, 7. November 2025

5. November 2025: Einiges los am Himmel, Sonne, Vollmond, Kometen, Sternhaufen und mehr...

 Am Mittwoch, den 5. November war es wunderschön klar am Himmel geworden. Das musste natürlich ausgenutzt werden.

Doch zuerst ein Blick auf die Sonne:

Die Sonne am 5.11.25 um 11:39 Uhr MEZ

Die Flecken am rechten Rand der Sonne (AR4267) sind inzwischen verschwunden, Die Fleckengruppe in der Mitte, die am 3.11, neu auf der Sonne erschien (AR4273) hat sich nicht weiter entwickelt, dafür lassen sich von den Flecken am linken Rand viele Details erkennen. Besonders die Gruppe (AR4274) zeichnet sich durch viele einzelne Flecken aus. Sie ist auch verantwortlich für gleich eine ganze Reihe von X-Flares, die auch mit CMEs verbunden sind. Noch steht die Gruppe jedoch zuweit links auf der Sonne, so dass wir auf der Erde von diesen CMEs nur gestreift werden. Mal sehen, ob diesen "Sonnenfeuer" noch anhält, wenn die Gruppe zentrler in die Sonne hinein rotiert.

Thema in den Nachrichten war besonders der Mond. Erreichte der volle Mond in dieser Woche doch auch den nächsten Punkt an der Erde, so dass wieder oftmals vom "Supermond" die Rede war. Es war aber auch wirklich der Mondaufgang draußen ein besonders schönes Bild, das sogar meine Frau begeisterte.

Der Mond am 5.11.2025 um 19:53 Uhr MEZ 

Schaut man genau hin, kann man erkennen, dass der Mond an seinem rechten Rand schon wieder abgenommen hat. Am 3. November sah es nochj etwas  anders aus, da konnte man links gut einzelne Krater erkennen, weil dort die Schatten noch groß waren, weil wir eben noch kurz vor Vollmond standen. Damnals war der Mond nur zu 95 Prozent beleuchtet. Heute war Vollmond um 14:19 Uhr, das Bild entstand also keine 5 Stunden nach der exakten Vollmondposition.

In solchen Voillmondnächten ist es nicht einfach, lichtschwache Objekte zu fotografieren. Deshalb habe ich einmal einen interessanten, hellen "Doppelsternhaufen" ausgewählt:

Der "Doppelsternhaufen" h und chi im Perseus am 5.11.25 um 18:18 Uhr

 Dieses Bild brauchte nur zehn Minuten belichtet zu werden. Später habe ich den Doppelsternhaufen noch einmal mit einem Dualbandfilter fotografiert. Ich hatte auf einem anderen Foto (das jedoch länger als 17 Stunden belichtet wurde), um den Doppelsternhaufen herum, mit einigem Abstand, rötliche Wasserstoffwolken gesehen. Mein Dualbandfilterbild habe ich 75 Minuten belichtet, Wasserstoffwolken konnte ich jedoch nicht erkennen. Dazu bräuchte es wohl wirklich eine wesentlich längere Belichtungszeit und vielleicht auch eine bessere technische Ausrüstung und wohl auch einen klaren Himmel ohne Mond.

Ich habe auch wieder nach Kometen Ausschau gehalten:

Komet C/2025 T1 ATLAS am 5.11.25 um 18:28 Uhr


 Dieser typisch grün leuchtende Komet C/2025 T1 ATLAS ist in den zehn Minuten Belichtungszeit schon wieder ein ganzes Stück gewandert. Ein Schweif läßt sich in meinen Bildern nicht erkennen. Seine größte Annäherung an die Erde wird er am 14. November haben, die größte Annäherung an die Sonne am 2. Dezember. Mit dieser Helligkeit (vielleicht 10mag) hatte bei diesem Kometen ursprünglich niemand gerechnet.

Komet C/2025 R2 SWAN

 Komet C/2025 R2 SWAN war auch schon recht tief, konnte aber noch gut abgelichtet werden. Dieses Bild wurde 15 Minuten belichtet, deutlich ist wieder die Strichspur des hellen Kometenkerns zu sehen.  Am 2. November soll der Kern dieses Kometen in zwei Teile zerbrochen sein, dies lässt sich mit meiner kleinen Optik leider nicht beobachten.

Schließlich habe ich auch noch nach C/2025 R1 Atlas Ausschau gehalten, diesen Kometen konnte ich jedoch nicht abbilden. Auch Softwareprogramme wie ASTAP haben mir da leider nicht weiter geholfen. An der Stelle, wo der Komet von den Koordinaten her sein sollte, blieb es dunkel - und auch in der Umgebung davon war nichts kometenähnliches zu entdecken.

Doch auch andere Objekte waren es wieder einmal Wert, fotografiert zu werden.

Kugelsternhaufen M2 am 5.11.25 um 18:14 Uhr MEZ

 Der Kugelsternhaufen M2 im Sternbild Wassermann gehört für mich mit zu den schönsten Objekten im Messier-Katalog. Und in gewisser Weise hat ja auch dieser Katalog etwas mit Kometen zu tun. :-) Dazu müssen Sie allerdings dem letzten Link zu Wikipedia hin verfolgen.

2024 gab es im Sternbild Vulpecula (Füchslein) eine Nova. Würde man 16 Monate später von dieser Nova noch etwas feststellen können?

Am 2. August 2024 war die Nova deutlich zu erkennen. 

 Und hier ein Bild der gleichen Gegend (nicht exakt gleich ausgerichtet) vom 5. November:

Bild vom 5. November 2025: keine Nova zu erkennen.

Das hier nichts mehr zu sehen ist, ist jedoch auch kein Wunder, wenn man sich die Lichtkurve dieser Nova einmal anschaut:

Lichtkurve von Nova Vul 2024 ((c)AAVSO)

 Die Lichtkurve der AAVSO (American Association of Variable Star Observers) zeigt deutlich, wie die Helligkeit der Nova in 3 - 4 Monaten von etwas über 10mag auf 17mag herunter gegangen ist. Ich hätte ein solches Bild "ohne Nova" also eugentlich auch schon vor knapp einem Jahr machen können. 


 

 

 

 

Montag, 3. November 2025

3. November 2025: Eine Nova in der Andromedagalaxie

 Gerade eben schaute ich wieder einmal auf die Seite mit der Übersicht der Supernova von rochesterastronomy. Dort wurde als erstes (und damit hellstes Objekt) eine ganz neue Nova genannt: "AT2025abao" mit 14,6mag und vom Typ "LRN". Die Heimatgalaxie ist M31, also die bekannte Andromedagalaxie.

LRN ist die Bezeichnung für "luminious red nova", die wohl recht selten sind. Hierzu gibt es auch einen deutschsprachigen Wikipedia-Artikel.  Diese Objekte entwickeln Helligkeiten, die sich anscheinend irgendwo zwischen Nova- und Supernova-Ausbrüchen liegen.

Ich hatte von dieser Nova schon in einer Astronomie-Diskussionsliste gehört, jedoch gedacht, die wird für mich doch nicht zu sehen sein, gibt es doch in M31 soooo viele Sterne, die sich für mein kleines Gerät gar nicht von einander isolieren lassen.

Doch dann packte mich die Neugier und ich gab zuerst die exakten Koordinaten für diese Nova in "Stellarium" ein. So stellte ich fest, diese Nova ist ja weit weg vom Kern, wirklich am Rand der Galaxie. Und hatte ich nicht gerade erst selbst ein Foto der Andromedagalaxie gemacht? Würde sie da vielleicht doch zu erkennen sein.

Ein Vergleich mit den bei rochesterastronomy verlinkten Bildern und meinem zeigte dann sehr schnell: "Ja! Hurra! Auch ich habe die Nova fotografiert!" Und sie scheint sogar gegenüber den Fotos kurz nach ihrer Entdeckung noch einmal deutlich heller geworden zu sein.

Hier noch einmal ein Ausschnitt meines Bildes aus der Nacht vom 31.10. auf den 1.11., diesmal mit markierter Nova (unten rechts): 

M31 mit Nova AT2025abao

 Natürlich ist das nur wieder ein winziger Lichtpunkt in den unendlichen Weiten des Alls. Doch irgendwie immer fazinierend zu sehen, wie plötzlich ein Objekt, Millionen Lichtjahre von uns entfernt aufleuchtet. Was auch zeigt, wie groß die Andromedagalaxie mit ihren Ausläufern tatsächlich ist - und wie klasse die Technik heute funktioniert.

 

 

3. November 2025: Ein Blick auf die Sonne und auf den Mond

Am Vormittag des 3. November 2025 schien die Sonne, zwar auch immer wieder von Schleierwolken oder auch tiefern Wolken verborgen, aber es war mir trotzdem möglich ein Foto zu machen:

Die Sonne am 3.11.25 gegen 12 Uhr MEZ

 Am rechten Rand sieht man einen Fleck (AR 4267) gerade am Verschwinden, aber am linken Rand drehen auch gerade, möglicherweise sogar etwas größere, Flecken (AR 4272) wieder rein. Und in der (unteren) Mitte ist auch noch eine kleine Fleckengruppe  (AR 4273) zu sehen. Bislang nichts spektakuläres, aber noch immer ist kein fleckenfreier Tag zu erwarten. Die Sonnenfleckenrelativzahl beträgt heute laut spaceweather.com R=43. 

Die Gruppe am linken Rand könnte in den letzten Oktobertagen verantwortlich gewesen sein für  gleich drei größere CMEs, mal sehen, ob diese Aktivität anhält. Und die Gruppe in der Mitte ist gerade erst heute entstanden, gestern war von ihr laut spaceweather.com noch nichts zu sehen.

Am Abend konnte ich so gegen 18:30 Uhr sogar noch ein Bild des Mondes machen, bevor er vollständig hinter den Wolken unsichtbar wurde. Er zeigte - bedingt duch viele Schleierwolken - einen richtigen "Hof". Aber trotzdem gelang ein halbwegs brauchbares Foto, dass am Terminator auch einige Krater zeigt:

Der Mond um 18:28 Uhr am 3.11.2025

 

Sonntag, 2. November 2025

3. - 9. November 2025: Der Himmel über Bad Lippspringe

 In dieser Woche haben wir Vollmond, sein helles Licht erhellt die ganzen Nächte in dieser Woche. Von den hellen Planeten steht Saturn gegen 21:00 Uhr genau im Süden, Jupiter geht gegen 21:30 Uhr im Osten auf. Die helle Venus kann noch ab ca. 6:15 Uhr in der Morgendämmerung gesehen werden, ihr Sichtbarkeitsfenster wird jedoch immer kleiner. Die ISS ist in dieser Woche bei Ihren Überflügen nicht sichtbar.

Am Montag, den 3. November, geht die Sonne um 7:23 Uhr auf und um 16:53 Uhr unter. Der helle Tag dauert also nur noch exakt 9 1/2 Stunden. Der Mond geht um 15:42 Uhr auf, er ist am Abend (20:00) Uhr zu 95 Prozent beleuchtet. Kleinplanet (104)Klymene (12,1mag) geht bereits um Mitternacht (also 0:00 Uhr heute) in 10' Bogenminuten Abstand am Doppelstern HIP1372 (9,0mag) vorüber.

Am Dienstag, den 4. November, geht der Mond gegen 16 Uhr auf, am Abend ist er zu 99 Prozent beleuchtet, seine höchste Position am Himmel erreicht er um 23:33 Uhr mit 54° Grad Höhe über dem Horizont im Süden. Kleinplanet (27)Euterpe (11,7mag) geht in nur 2,5 Bogenminuten Abstand an Stern 31 Cap (7,1mag) vorüber.

Am Mittwoch, den 5. November, steht der Mond um 14:52 Uhr exakt in seiner Vollmondposition. Dann steht er bei uns jedoch noch unter dem Horizont. Er geht um 16:17 Uhr auf. Der Mond steht heute auf seiner elliptischen Bahn um die Erde im Perigäum, ist der Erde also relativ nah. Kleinplanet (12)Victoria (9,8mag) steht heute in Opposition zur Sonne. Um 4:17 Uhr (bis 6:32 Uhr) beginnt ein Schattendurchgang von Mond Io vor der Jupiterscheibe, ab 6:11 Uhr wandert auch Europas Schatten vor der Jupiterscheibe entlang, so dass dann für eine kurze Zeit die Schatten zweier Monde gleichzeitig auf dem Jupiter sichtbar sind.

Am Donnerstag, den 6. November, geht der Mond um 16:45 Uhr auf, er ist am Abend noch zu 97 Prozent beleuchtet, er steht dicht bei den Plejaden. Bereits kurz nach seinem Aufgang, um 17:19 Uhr endet die Bedeckung des 3,6mag hellen Sterns 27 Tau, so dicht am Horizont dürfte dies jedoch praktisch nicht zu beobachten sein. In der Nacht zum 7. November zieht ab etwa 22:00 Uhr Saturnmond Titan vor der Planetenscheibe vorüber.

Am Freitag, den 7. November, geht der Mond um 17:26 Uhr auf, er ist am Abend immer noch zu 92 Prozent beleuchtet. Heute erreicht Kleinplanet (487)Venetia (11,7mag) ihre Oppositionsstellung. Kleinplanet (1088)Mitaka (12,4mag) geht in nur 0,5 Bogenminuten Abstand an Stern HIP14497 (8,1mag) vorüber.

Am Samstag, den 8. November, endet um 3:19 Uhr die Bedeckung des 6,3mag hellen Sterns HIP24984 durch den Mond. Am Abend geht der Mond um 18:27 Uhr auf, er ist um 20:00 Uhr zu 85 Prozent beleuchtet. Kleinplanet (104)Klymene (11,9mag) steht heute in Opposition zur Sonne.

Am Sonntag, den 9. November, Pogromgedenktag, geht der Mond um 19:45 Uhr auf, er ist zu 76 Prozent beleuchtet. Kleinplanet (245)Vera (11,1mag) geht in nur 2,0 Bogenminuten Abstand an Stern  HIP15129 (8,4mag) vorüber.

Samstag, 1. November 2025

1. November 2025: Gleich zwei Sternbedeckungen durch den Mond in weniger als zehn Minuten Abstand

 Über verschiedene Beobachtungen in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November habe ich schon im vorangegangenen Posting berichtet.

Hier jetzt noch ein Bericht über ein gleich doppeltes Highlight in dieser Nacht:

Plötzlich fiel mir ein, dass es ja in dieser Nacht gleich zu zwei Sternbedeckungen durch den Mond um kurz nach Mitternacht kommen sollte. Sternbedeckungen lassen sich mit dem Vespera nicht fotografieren, durch die internen Belichtungsroutinen oder -regeln werden alle Aufnahmen von Objekte in der Nähe des Mondes automatisch verhindert. Schnell ging ich daher mit meinem Spektiv und angeflanschter Kleinbildkamera nach draußen und ohne Vorbereitungszeit machte ich schnell eine Reihe von Aufnahmen. Da ich als Belichtungszeit eine Sekunde eingestellt habe, sind Sterne zu sehen, der Mond jedoch stark überbelichtet und auch - auf Grund seiner Eigenbewegung - nicht mehr wirklich scharf.

Der Mond mit 58 Aqr (6,4mag) in der Mitte und sigma Aqr (4,8mag) rechts um 0:11 Uhr MEZ

Diese beiden Sterne sollten in der Nacht um ca. 0:12 Uhr und 0:19 Uhr vom Mond bedeckt werden. Ich hatte also gerade noch einmal Glück gehabt, dass ich 58 Aqr noch erwischt hatte.

Der Mond um 0h:12m:03s Uhr MEZ 

Die Vorhersage stimmte, jetzt ist 58 Aqr tatsächlich nicht mehr zu sehen, sondern vom dunklen Mondrand verdeckt.

Mein letztes Bild mit sigma Aqr um 0:16: 32 Uhr MEZ

Jetzt wurde es total spannend, denn der Mond sank immer tiefer und auf diesem Bild sieht man schon den Umriss eines Blattes oder Astes, hinter dem der Mond gleich verschwinden würde. 

Ein Bild von 0:17:04 Uhr MEZ

Jetzt war in der Tat nichts mehr vom Stern zu sehen, aber ich wollte doch nicht wissen, ob er von einem Blatt, sondern doch vom Mond bedeckt wird. Ich musste mein Spektiv an eine andere Position bringen, so dass kein Blatt mehr im Weg war! Es wurde hektisch, der erste Versuch mißlang, doch im zweiten Versuch klappte es wieder:

Der Mond um 0:18:56 Uhr MEZ

 Oberhalb des Mond war kein Blatt mehr zu erkennen, aber auch kein Stern. Wie lange mag der Stern nun schon verwunden gewesen sein? Den genauen Zeitpunkt habe ich nicht ermitteln können, aber die Vorausberechnung von Stellarium mit 0:19 Uhr stimmte sicherlich recht genau.

 Vielleicht sollte ich mirt für solche Highlights vorab doch einen extra Wecker stellen, so dass ich etwas mehr Vorbereitungszeit habe, dass ich schon einmal vorab ein paar Testaufnahmen machen, wie man Sterne, Mondrand und hellen Mond am besten zur Geltung bringt. Dann wären sicherlich hier schönere Aufnahmen - oder vielleicht sogar kurze Videosequenzen - möglich geworden. So war ich am Ende fast überrascht, dass doch alles wesentliche, die beiden Sterne vorher, dann erst die eine, dann die andere Bedeckung, doch tatsächlich auf den Bildern zu erkennen sind.

Astronomie ist halt manchmal wirklich ein sehr spannendes Hobby! 

 


 

31. Oktober 2025: Endlich wieder richtig klarer Himmel, Andromedagalaxie, Supernova, zwei Kometen ...

 Am letzten Tag des Monats klarte es am Abend endlich mal wieder richtig auf. Leider war ich erst um kurz vor 23 Uhr zuhause, um mit den Beobachtungen zu beginnen, aber auch die zwei/drei Stunden bis ich dann doch müde ins Bett fiel, haben sich sehr gelohnt.

Mein erster Blick galt dem Mond, bei dem "goldene Henkel" einmal mehr prima zu sehen war:

Der Mond am 31. Oktober 2025 um 23:00 Uhr MEZ

Danach ging es dann an eine längere Belichtung der Andromeda-Galaxie. Die Fehlbelichtung vom Tag zuvor musste doch unbedingt "ausgebügelt" werden:
 

M 31, Andromedagalaxie, am 1.11.25 um 1:07 Uhr MEZ

 Das Bild der Andromedagalaxie wurde netto über eine Stunde lang belichtet (68 Minuten), brutto habe ich jedoch dafür über 100 Minuten gebraucht. Wahrscheinlich wurden viele Bilder aussortiert, da M 31 sehr hoch am Himmel stand (>70° Grad) und dann eine exakte Nachführung durch die azimutale Montierung nicht mehr ganz so einfach ist, oder es müssen wohl doch noch ein paar Schleierwolken in der Luft gewesen sein, sonst hätte wahrscheinlich das Vespera nicht so viele Bilder aussortiert.

NGC 1637 mit einer Supernova

NGC 1637 ist eine Spiral-Galaxie, auf die wir senkrecht von oben heraufschauen. In dieser Galaxie ist bereits am 29. Juni 2025 eine Supernova (SN2025pht) entdeckt worden. Jetzt endlich konnte ich die Gelegenheit nutzen, um auch hier einmal nach zu schauen. Und in der Tat, die Supernova ist noch zu erkennen. Sicherlich nicht mehr so schön wie zum Zeitpunkt ihrer größten Helligkeit im Sommer, aber doch immer noch gut genug für mein kleines Teleskop. Bis zur Entdeckung von SN2025rbs im Juli war dies übrigens die hellste Supernova des Jahres. Das Bild wurde 50 Minuten belichtet.

In zwei längeren Belichtungen habe ich Ausschau gehalten nach zwei weiteren potentiellen Supernova-Entdeckungen (AT2025abet und AT2025abne), die sich im Nachhinein jedoch als etwas anderes herausgestellt haben. Wie zu erwarten war, konnte ich an den angeblichen Stellen gar nichts finden. Daher verzichte ich hier, die Bilder zu zeigen.

Dann fiel mir plötzlich ein, es sollte heute Nacht ja kurz nach Mitternacht gleich zwei Sternbedeckungen geben. Ein solches Highlight ist mir jedoch ein extra Blog-Posting wert. 

Später in der Nacht habe ich dann doch noch zwei Kometen fotografiert. Lange habe ich die Bilder nicht mehr belichtet. Bei längerer Belichtungszeit wären diese beiden Objekte sicherlich noch etwas besser zur Geltung gekommen. 

Komet C/2022 N2 PANSTARRS am 1.11.25 um 1:25 Uhr MEZ

Der Komet wurde tatsächlich schon 2022 entdeckt, hat jedoch erst im Juli diesen Jahres seine größte Annäherung an die Sonne erreicht, am 9. November wird er die engste Annäherung an unsere Erde erreichen, ist dann aber immer noch 3,9 Astronomische Einheiten von uns entfernt (Eine Astronomische Einheit entspricht der mittleren Entfernung der Erde zur Sonne). Er hat zur Zeit eine Helligkeit von ca. 14mag. Seine Bahnkurve und weitere Daten zur Helligkeit kann man auf einer holländischen Webseite gut sehen. Das Bild habe ich 300 Sekunden, also 5 Minuten belichtet.

Ein anderer Komet ist der periodische Komet 240P NEAT

Komet 240P NEAT am 1.11.25 um 1:10 Uhr MEZ

Dieser Komet befindet sich auf einer regelmäßigen Umlaufbahn um die Sonne, die durch die Gravitationseinwirkung von Jupiter bestimmt wird. Er wurde erst 2002 entdeckt, seine Umlaufzeit um die Sonne beträgt 7,9 Jahre. Am 19. Dezember hat er seine dichteste Annäherung an die Sonne. Er ist zur Zeit etwas heller als C/2022 N2 Panstarrs, ich schätze 13,5mag. Und er zeigt einen deutlich erkennbaren (kleinen) Schweif, deshalb brauche ich in diesem Bild für Sie wohl auch keine rote Markierung anzubringen, um ihn in der Mitte zu finden. Dieses Bild wurde 8,8 Minuten lang belichtet.

Jetzt ging es auf 2:00 Uhr zu. Am Samstag musste leider der Wecker schon wieder um 7:30 Uhr klingeln, also ging es jetzt ins Bett, es war ein toller Abend! 

 

24./ 30. Oktober 2025: Wenn es auch in den Wolkenlücken noch Wolken gibt

 Ab und an gab es in den letzten Tagen Wolkenlücken. Der Mond zeigte sich für kurze Momente und überraschenderweise konnte ich sogar mein Vespera initialisieren. Gute Aufnahmen gelangen mir jedoch nicht. Denn oftmals gab es zwar bodennah größere Wolkenlücken, doch in höheren Schichten zogen dann trotzdem immer wieder Schleierwolken durch. Trotzdem habe ich es nicht lassen können.

V 1331 Cygnus, eine halbe Stunde belichtet

 Bei einem anderen Sternfreund hatte ich ein Foto von V 1331 Cyg gesehen, dass mich sofort faszinierte. Eine kleine Beschreibung, um was für einen Stern es sich handelt, findet man zum Beispiel auch auf der Webseite von deepskycorner. Dort kann man gut erkennen, daß der Stern von einem recht runden Staubgürtel umschlossen ist.

Mit meinem Gerät war dieses Objekt so jedoch auf keinen Fall zu erkennen. Zum einen ist der geringe Abstand zwischen Stern und Staubring wohl technisch bei mir gar nicht aufzulösen, zum anderen waren die Bedingungen am Himmel aber auch alles andere als geeignet. Durch die Schleierwolken wirkten viele Sterne irgendwie "aufgedunsen". Schade.

Den Kometen konnte ich in dieser Woche auch nicht mehr erreichen. Gerade in Richtung Westen stehen auf den Nachbargrundstücken hohe Bäume, so dass dort praktisch nichts mehr zu machen war. 

Auch am 30. Oktober war es nicht besser. Hier einmal ein Bild der Andromedagalaxie. Auch hier kann man zum einen etwas aufgedunsene Sterne erkennen, aber insbesondere der helle Kern der Galaxie ließ sich gar nicht mehr vernünftig stacken. 

M 31, Andromeda-Galaxie am 30.10.2015 gegen 20:30 Uhr

Warum ich die Bilder hier trotzdem zeige? Vielleicht weil ich einfach nur meinen Frust abarbeiten will, aber vielleicht zeigt es auch, nicht jedes Astrofoto gelingt automatisch. Technik kann uns zwar sehr gut unterstützen, doch wenn das Wetter nicht stimmt, der Himmel nicht will, dann stößt man doch an seine Grenzen.

Hier noch zwei Bilder des Mondes im Spektiv aus den letzten Tagen:
 
Mond am 24. Oktober 2025 um 19:24 Uhr MESZ
 
Der Mond am 30. Oktober um 21:34 Uhr MEZ

Deutlich kann man erkennen, dass der Mond am 30. Oktober hinter den Schleierwolken keine oder nur ganz wenige Details zeigte. Und im Laufe des Abends zogen die Wolken immer weiter zu. Schade!

Trotzdem hat mein Vespera unentwegt weiter fotografiert. Ich war selbst überrascht:

Kleinplanet (433)Eros am 28.10.25 um 21:16 Uhr

 Kleinplanet (433)Eros zieht im November in einer großen Schleife um die Andromedagalaxie herum. 

NGC 7331 am 30.10.25 um 23:19 MEZ

Die Galaxie NGC 7331 hatte ich vor einiger Zeit schon einmal abgelichtet. Heute war die Supernova SN2025rbs jedoch nicht mehr richtig zu erkennen.