In den letzten Tagen gab es zwei schöne klare Abende, am Dienstag, den 9. Dezember und Donnerstag, den 11. Dezember. Leider war der Morgen des 10. Dezember dazwischen dicht bewölkt. Dort wäre sonst vielleicht eines der Highlights des Jahres zu beobachten gewesen, die Bedeckung des hellen Sterns Regulus durch den Mond kurz nach Sonnenaufgang am Morgenhimmel. Aber auch ohne dieses Ereignis haben mich die Beobachtungen in dieser Woche wieder sehr glücklich gemacht. Ich kann hier gar nicht alles aufzählen, daher nur die schönsten oder spannensten Bilder.
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| NGC 7538 am 9.12.25 um 23:50 MEZ |
Dieses feinen Wasserstoffnebel habe ich fast zwei Stunden lang (118 Minuten) belichten können. NGC 7538 befindet sich im Sternbild Kepheus und ist von uns rund 9100 Lichtjahre entfernt. Ein Gebiet, in dem zur Zeit viele Sterne entstehen, einige davon wesentlich größer als unsere eigene Sonne. In der Softwarte "Stellarium wird dieser Nebel auch als "nördlicher Lagunennebel" bezeichnet. Eine kleine Ähnlichkeit mit M 8, dem eigentlichen Lagunennebel ist nicht ganz von der Hand zu weisen.
Ebenso konnte ich am 9. Dezember eine weitere Supernova nachweisen, auch wenn dies diesmal etwas knifflig wurde:
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| CGCG 532-008 am 9.12.25 um 22:26 MEZ |
Es geht hier um den kleinen verwaschenen Fleck in der Bildmitte. Dort ist in der Galaxie mit der Nummer CGCG 532-008 am 6. November eine Supernova entdeckt wurden. Diese wurde am 11.11. und noch einmal am 21.11. von meinem Sternfreund Markus Kempf mit seinem großen 16-Zoll-Teleskop fotografiert. Auf diesen Bildern ist die SN sehr sauber von der Galaxie und ihrem Kern zu unterscheiden. Hier noch ein Bild aus dem DSS (Digital Sky Service), einem Online Himmelsatlas. Deutlich kann man die "Heimatgalaxie" der SN erkennen:
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| CGCG 532-008 im DSS Katalog |
Hier noch einmal mein Bild, ein Ausschnitt daraus, um dieses in 1:1 Größe hier im Blog abzubilden:
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| Ausschnitt mit CGCG 532-008 |
Ich denke, in meinem Bild sind zwar der Kern der Galaxie und die SN nicht so sauber getrennt wie auf den Bildern von Markus, aber es sieht für mich auch nicht so aus, als hätte die Galaxie nur einen Kern und weiter südlich nur eine schwächere Aufhellung. Für mich scheienn sich in der Galaxie zwei "Kerne" aufzuhalten. Okay, eine genauere Klärung ist wahrscheinlich erst möglich, wenn ich vielleicht in einem Jahr die gleiche Galaxie wieder fotografieren kann, dann aber ohne die Supernova darin.
Ein paar Kleinplaneten habe ich ebenfalls mal wieder fotografiert. In meiner Wochenübersicht hatte ich (441)Bathilde erwähnt, welche am 8. Dezember 1898 entdeckt wurde und die heute, am 9. Dezember in Opposition zur Sonne stehen sollte:
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| (441)Bathilde am 9.12.25 um 22:49 Uhr MEZ |
(441)Bathilde konnte ich am 11.12. noch einmal fotografieren:
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| (441)Bathilde am 11.12.25 um 22:58 Uhr MEZ |
Im mVergleich der Bilder kann man deutlich erkennen, wie (441)Bathilde in den zwei Tagen nach rechts (Westen) weiter gezogen ist.
Entsprechende Bilder gelangen mir auch für die Kleinplaneten (42)Isis, (68)Leto, (94)Aurora und (471)Papagena.
Und hier noch eine echte Besonderheit, die wohl selten aus unseren Breiten heraus fotografiert wird:
| NGC 1360 am 11.12. um 22:55 Uhr MEZ |
Haben Sie das leicht bläuliche "Ei" in der Mitte des Bildes gefunden? NGC 1360 ist ein schwach bläulich leuchtender planetarischer Nebel, der vielleicht ca. 10.000 Jahre alt ist. Der Nebel wird auch als "Rotlkehlchen-Ei-Nebel" bezeichnet. NGC 1360 gehört zum Sternbild Fornax ("chemischer Ofen"), eines der bei uns sehr unbekannten Sternbilder des Südhimmels. Es steigt nur jetzt im Herbst/Winter über den Horizont, wobei der NGC 1360 nur eine maximale Höhe von 12° Grad über dem Horizont erreicht. Der zentrale Stern in der Mitte des Nebels hat immerhin noch eine Helligkeit von 11,2mag. Damit das blaue Ei sichtbar wird, habe ich dieses Bild 54 Minuten lang belichtet. Länger war leider nicht möglich, da dann NGC 1360 hinter den Bäumen in Nachbars Garten verschwand.
Nicht das schönste Bild, aber besonders erfreut hat mich dieses Ergebnis:
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| NGC 247, 11.12.25 um 21:05 Uhr MEZ |
NGC 247 wird auch die Nadelöhr-Galaxie genannt. Sie steht im Sternbild Cetus (Walfisch) und steigt bei mir nur 17° Grad über den Horizont. Die meiste Zeit zieht sie also auch nur knapp über Bäume und Büsche auf dem Nachbargrundstück hinweg, was man auch ein bisschen auf dem Bild erkennen kann. Das Bild wurde insgesamt brutto gut drei Stunden belichtet, viele der einzelnen Aufnahmen wurden von meinem Vespera jedoch verworfen, so dass zum Stacken nur 704 Einzelbilder verwendet wurden, also nur eine Netto-Belichtungszeit von 117 Minuten erreicht wurde. Mir gefällt an dieser Galaxie besonders der Name. Unser Blick fällt recht seitlich auf die Galaxie, dadurch wirkt sie schon mal recht schmal. Das wirklich besondere ist jedoch, das sie im oberen Bereich weniger gefüllt zu sein scheint als im unteren Bereich. Es sieht fast so aus, als ob man dort hindurch gucken könne, halt so wie bei einer Nähnadel mit ihrem Loch (Öhr) für den Faden.
Es fehlen noch ein paar weitere Beobachtungen, jetzt soll diese Seite aber erstmal online gehen, denn gleich geht es zum nächsten Abend unserer Einführungsreihe in die Astronomie.







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